oekoplus - Freiburg
Samstag, 10. Juni 2023
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

 
NABU: Erneut Verdacht auf illegale Wolfstötung
Zweiter Fall innerhalb von 14 Tagen - NABU initiiert VerbÀndegesprÀch mit Deutschem Bauernverband, Vereinigung deutscher SchafzuchtverbÀnde und Deutschem Jagdverband

Am Sonntag wurde auf einer Weide bei Köhlen, Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen, ein Tier gefunden, bei dem es sich nach EinschĂ€tzung des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums um einen erschossenen Wolf handeln soll. Dies ist der zweite Fall eines getöteten Wolfes innerhalb von 14 Tagen. Erst am 12. September wurde ein geköpfter Wolf in der NĂ€he von Schenkendöbern (Spree-Neiße) im SĂŒden Brandenburgs gefunden.
Der Kadaver, der nach Augenzeugenberichten eine Schussverletzung aufwies, wurde am Montag fĂŒr eine umfassende Untersuchung nach Berlin in das Institut fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gebracht. Das IZW ist Teil des Dokumentations- und Beratungszentrums des Bundes zum Wolf (DBBW) und ĂŒbernimmt dort vor allem die wissenschaftliche Untersuchung und Forschung der in Deutschland tot aufgefundenen Wölfe. Dabei kann auch mit modernster Computertomographie festgestellt werden, ob der Kadaver die Folgen einer Schussverletzung trĂ€gt.

Der NABU verurteilt diesen offensichtlichen Fall einer erneuten Straftat gegen das streng geschĂŒtzte Tier. Seit dem Jahr 2000 ist dies der 20. illegal getötete Wolf in Deutschland. Der NABU begrĂŒĂŸt, dass die LandesjĂ€gerschaft Niedersachsen Strafanzeige gestellt und eine Belohnung von 3.000 Euro fĂŒr sachdienliche Hinweise ausgesetzt hat, die zur Ergreifung des TĂ€ters fĂŒhren. Doch leider haben in Aussicht gestellte Belohnungen in der Vergangenheit bislang nicht dazu gefĂŒhrt, dass die TĂ€ter im Fall illegal getöteter Wölfe tatsĂ€chlich ermittelt wurden. „Es kann nicht sein, dass wir alle paar Wochen einen illegal getöteten Wolf finden und Belohnungen aussetzen, die niemand in Anspruch nimmt. Wir mĂŒssen jetzt gemeinsam mit JĂ€gern, Landwirten und Nutztierhaltern dafĂŒr sorgen, dass eine solche Straftat in Zukunft verhindert und strenger geahndet wird“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Aus diesem Grund hat NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller seine GeschĂ€ftsfĂŒhrerkollegen von Bauernverband, Jagdverband und Vereinigung der SchafzĂŒchterverbĂ€nde zu einem VerbĂ€ndegesprĂ€ch eingeladen.

Wer auf Wölfe schieße, der torpediere auch die Erfolge des Wolfsmanagements. „Daher wĂŒnschen wir uns einen schnellstmöglichen Austausch mit Vertretern des Deutschen Bauernverbandes, der Vereinigung deutscher SchafzuchtverbĂ€nde und des Deutschen Jagdverbandes im Rahmen eines KrisengesprĂ€ches, um zu beraten, was getan werden muss, um gemeinsam solche kriminellen AuswĂŒchse zu verhindern“, so Miller weiter.
Das unerlaubte Töten eines streng geschĂŒtzten Wolfes ist eine Straftat und kann nach Bundesnaturschutzgesetz mit GefĂ€ngnisstrafen von bis zu fĂŒnf Jahren geahndet werden.
Mehr
 

 
UmweltverbĂ€nde kritisieren Vorstoß der deutschen Bundesregierung
zur Streichung der EU-Recyclingziele

Höhere EU-Recyclingquoten und schnell wirksame Maßnahmen gegen die zunehmende Abfallverbrennung gefordert


Der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) kritisieren den aktuellen Versuch der deutschen Bundesregierung, die Erhöhung der Recyclingquoten auf europĂ€ischer Ebene zu verhindern. Wie aus einem den VerbĂ€nden vorliegenden Papier der fĂŒr das Kreislaufwirtschaftspaket zustĂ€ndigen EU-Arbeitsgruppe hervorgeht, hatte die Bundesregierung die Festlegung höherer Recyclingquoten zu verzögern versucht, weil sie die von der EU-Kommission vorgeschlagene Berechnungsmethode ablehnt. Deutschland drĂ€ngte demnach in der EU-Arbeitsgruppe darauf, Zielvorgaben fĂŒr die stoffliche Verwertung von SiedlungsabfĂ€llen jahrelang auszusetzen.

Die UmweltverbĂ€nde warnen vor einem falschen und verheerenden Signal Deutschlands als selbst ernanntem „Recycling-Weltmeister“ an die anderen EU-Mitgliedstaaten und fordern von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, sich fĂŒr die frĂŒhzeitige Festlegung ambitionierter EU-Recyclingquoten einzusetzen und den jetzigen Vorschlag Deutschlands zur Streichung der Recyclingquoten aus dem EU-Kreislaufwirtschaftspaket zurĂŒckzuziehen.

Eine frĂŒhzeitige Festlegung höherer Recyclingquoten sei notwendig, damit langfristige Investitionsentscheidungen in den Aufbau von Sammelsystemen, Sortieranlagen und Recycling-Technologien getroffen werden können. Stattdessen befördere die Bundesregierung mit ihrer jetzigen Linie ein bloßes Deponierungsverbot fĂŒr unbehandelte AbfĂ€lle ohne zusĂ€tzliche Recyclingvorgaben. Dadurch entstĂŒnden lediglich Anreize fĂŒr den Bau weiterer MĂŒllverbrennungsanlagen, deren lange Laufzeiten und niedrige Entsorgungspreise den Aufbau einer starken Recyclingwirtschaft verhindern, so die VerbĂ€nde. Deutschland mĂŒsse daher auch die von der EU-Kommission vorgeschlagene Berechnungsmethode annehmen, nach der AbfĂ€lle erst als recycelt gelten, wenn sie einem abschließenden Recyclingverfahren zugefĂŒhrt werden, also auch Fremdmaterialien und FehlwĂŒrfe zuvor aussortiert werden.

Bislang werden in Deutschland bei den meisten getrennt erfassten Siedlungsabfallströmen auch Fremdmaterialien und FehlwĂŒrfe als recycelt gewertet, was zu unrealistisch hohen Recyclingquoten fĂŒhrt. Die Bundesregierung mĂŒsse nun alles daransetzen, die EU-Abfallhierarchie konsequent umzusetzen und ambitionierte Ziele zur Abfallvermeidung, Wertstofferfassung und zum Recycling zu erreichen, fordern die VerbĂ€nde. Sollte sich Deutschland mit dem neuen Vorstoß durchsetzen, werde dies langfristig negative Folgen fĂŒr die Kreislaufwirtschaft in der EU haben, warnen die VerbĂ€nde.
 
 

 
50 Jahre Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht
Festakt und Spatenstich zur Erweiterung mit Umweltminister Franz Untersteller

„50 Jahre Abwasserzweckverband bedeuten fĂŒnf Jahrzehnte kostengĂŒnstige und umweltgerechte Abwasserbeseitigung.“


Mit einem Festakt begeht der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht heute (23.09.) auf seiner VerbandsklĂ€ranlage in Forchheim nördlich von Freiburg sein 50-jĂ€hriges GrĂŒndungsjubilĂ€um. Der Abwasserzweckverband besteht aus 29 StĂ€dten und Gemeinden, in denen mehr als 370.000 Menschen leben.

Umweltminister Franz Untersteller sprach heute von einer Erfolgsgeschichte von Anfang an: „Vor der GrĂŒndung des Abwasserzweckverbandes gab es in der Region mit ihren vielen ineffizienten KlĂ€ranlagen eine massive Belastung der GewĂ€sser. Mit der Inbetriebnahme der zentralen KlĂ€ranlage in Forchheim Ă€nderte sich das schlagartig. Die Schadstoffbelastung ging zurĂŒck, die GewĂ€sser erholten sich.

In den letzten Jahrzehnten habe der Abwasserzweckverband ĂŒber 230 Millionen Euro in die Infrastruktur seiner Abwasserbeseitigung investiert, sagte Untersteller. Wie erfolgreich er mit seiner Arbeit sei, zeige sich daran, dass der Verband heute fast ohne LandeszuschĂŒsse auskomme. Die aktuell anstehende rund

40 Millionen Euro teure Erweiterung seiner biologischen Abwasserreinigungsstufe werde nur mit gut 80.000 Euro vom Land bezuschusst.

Spatenstich Erweiterung biologische Reinigung

Unter anderem mit dem Vorsitzenden des Zweckverbandes, Freiburgs Erstem BĂŒrgermeister Otto Neideck, ĂŒbernahm Umweltminister Franz Untersteller auch den Spatenstich fĂŒr die Erweiterung der KlĂ€ranlage. Geplant ist der Bau von zwei Belebungsbecken und zwei NachklĂ€rbecken, die die KapazitĂ€t der Anlage nennenswert erhöhen. Die dafĂŒr nötigen Eingriffe in die Natur werden durch Aufforstungen und Gestaltungsmaßnahmen ausgeglichen, dazu werden Artenschutzmaßnahmen ergriffen.

Er hoffe, dass mit der erweiterten biologischen Abwasserreinigung noch nicht das Ende der Modernisierung der Anlage erreicht sei, sagte Umweltminister Untersteller beim heutigen Festakt. Die Abwasserbeseitigung insgesamt und damit auch der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht stĂŒnden vor großen Herausforderungen: „So genannte Spurenstoffe, Arzneimittelwirkstoffe, Hormone oder Biozide verunreinigen unser Wasser in immer stĂ€rkerem Maß. Das hat die EU erkannt, das hat auch der Bund erkannt – reagieren mĂŒssen wir mit umfangreichen Reinigungsverfahren auf der kommunalen Ebene.“

Eine Anlage zur Spurenstoffelimination könne auch fĂŒr den Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht ein großer Schritt nach vorne sein, so Untersteller.

FĂŒr ebenso wichtig halte er das Thema Phosphor-RĂŒckgewinnung. In einer KlĂ€rschlamm-Mono-Verbrennungsanlage auf dem BetriebsgelĂ€nde dieser KlĂ€ranlage könnten die KlĂ€rschlĂ€mme dieser und weiterer KlĂ€ranlagen im Umfeld verbrannt werden. 80 Prozent des Phosphors könnten aus der Asche zurĂŒckgewonnen werden.

Mehr
 

 
Weltweite Nashornpopulation könnte enorme Horn-Nachfrage nicht befriedigen
NABU-Studie zeigt: Freigabe von Nashorn-Handel könnte Nashorn-Wilderei noch verstÀrken

Die Wilderei auf afrikanische Nashörner nimmt seit Jahren dramatisch zu. Mit 1.342 erlegten Tieren in nur einem Jahr erreichte sie 2015 einen traurigen Höhepunkt. Auf dem Schwarzmarkt in China und Vietnam werden fĂŒr ein Kilogramm Rhinozeros-Horn nach aktuellen SchĂ€tzungen derzeit bis zu 100.000 US-Dollar bezahlt - damit ist es wertvoller als Gold. Im Vorfeld der CITES-Konferenz in Johannesburg ist die Diskussion um eine Freigabe des Handels mit Nashorn-Horn aufgeflammt. Swaziland möchte seine LagerbestĂ€nde und durch Enthornung gewonnenes Nashorn-Horn an asiatische Kunden verkaufen. Eine neue Studie der NABU International Naturschutzstiftung zeigt: Selbst die weltweite Nashorn-Population von knapp 30.000 Tieren wĂŒrde nicht annĂ€hernd ausreichen, um die enorme Nachfrage an Rhinozeros-Horn zu befriedigen.

Die meisten Nashörner, etwa 20.000, leben ĂŒbrigens im CITES-Gastgeberland SĂŒdafrika. Bei der Konferenz wird auch darĂŒber entschieden, wie Arten vor dem Aussterben gerettet werden können. FĂŒr den NABU ist das Aufheben eines Handelsverbots der falsche Weg.

"Den Markt mit legalem Horn zu fluten, um durch den Preisverfall den Anreiz fĂŒr Wilderer und HĂ€ndler zu reduzieren, ist eines der Hauptargumente der HandelsbefĂŒrworter. Aus unserer Studie geht jedoch klar hervor: Ein solches Szenario ist nicht realistisch. Eine Freigabe des internationalen Handels mit Nashorn-Horn wĂŒrde im Gegenteil dafĂŒr sorgen, dass die Nashorn-Wilderei weiter eskaliert und somit den Todesstoß fĂŒr die Nashörner weltweit bedeuten", erklĂ€rte Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung und Autorin der Studie.

Die Studie untersucht unterschiedliche Angebot- und Nachfrage-Szenarios und zeigt die Diskrepanz zwischen tatsĂ€chlich verfĂŒgbarem Horn und der Nachfrage in den beiden grĂ¶ĂŸten VerbrauchermĂ€rkten Vietnam und China auf. Als Basis fĂŒr die Berechnungen dienten, neben der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) empfohlenen Dosis fĂŒr eine Einzelbehandlung mit Nashornpulver, der potenzielle Markt an erwachsene Konsumenten in Vietnam und China sowie die geschĂ€tzten 141 Tonnen Horn, die von allen in Freiheit lebenden Nashörnern theoretisch "geerntet" werden könnten. Die Analyse zeigt: Schon eine einzige Standard-Dosis von drei, fĂŒnf oder 50 Gramm Nashornpulver, die von lediglich 3,8 Prozent, 1,3 Prozent oder 0,2 Prozent der chinesischen und vietnamesischen Erwachsenen eingenommen wird, wĂŒrde das gesamte, weltweit zur VerfĂŒgung stehende Horn aufbrauchen. "Egal, welches Szenario wir durchgerechnet haben - die Ergebnisse zeigen eindeutig: Eine 'MarktĂŒberflutung' ist völlig illusorisch - schon bei einer einzigen Nashorn-Pulver-Dosis versagt das Argument", erklĂ€rte Maas.

Um die drohende Ausrottung der letzten Nashörner zu verhindern, fordert NABU International nationale und internationale stark kontrollierte Handelsverbote sowie gezielte Kampagnen zur Reduzierung der Nachfrage in AbnehmerlĂ€ndern wie Vietnam und China. Dazu unterstĂŒtzt die Stiftung eine Initiative der International Buddhist Confederation in Vietnam, dem weltweit grĂ¶ĂŸten Abnehmerland fĂŒr Nashorn-Horn.

Nashorn besteht, ebenso wie menschliche NĂ€gel oder Haare, aus Keratin und wird in der TCM schon seit tausenden Jahren gegen eine Reihe von Beschwerden eingesetzt. In extrem hohen Dosen wirkt Nashorn leicht fiebersenkend - jedoch weniger effektiv als Aspirin. Seit einigen Jahren geht in Vietnam und China zudem das GerĂŒcht um, dass Nashorn-Pulver gegen Krebs hilft. Obwohl es hierfĂŒr weder in der TCM, noch in der konventionellen Medizin Hinweise gibt, ist der Verbrauch von Nashorn-Pulver seither sprunghaft angestiegen. Zudem dient Nashorn-Horn in China und Vietnam als Statussymbol und Wertanlage.

"Seit 1977 besteht ein internationales Handelsverbot mit Nashorn-Horn. Dennoch ist der Markt riesig und wird von weltweit operierenden Verbrecherkartellen und in SĂŒdafrika von korrupten Naturschutzinsidern und Vollzugsbeamten bedient, deren professionelle AusrĂŒstung denen der WildhĂŒter meist deutlich ĂŒberlegen ist. So werden selbst Nashörner in gut gesicherten Schutzgebieten wie dem Kruger Nationalpark immer wieder getötet. Ein regulierter Handel ist genauso wenig möglich, wie das Überfluten des Marktes mit 'nachhaltig geerntetem' Nashorn", sagte Maas.
Mehr
 

 
NABU: Gutes Signal - Deutschland ratifiziert Pariser Klimaabkommen
Abkommen muss in ehrliche und weitreichende nationale Klimapolitik umgesetzt werden

Zur Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens durch die Bundesregierung erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: "Deutschland zieht mit seiner Ratifizierung China und den USA nach. Wenn nun auch die ĂŒbrigen EU-MitgliedslĂ€nder schnell ratifizieren, stehen die Chancen gut, dass das Abkommen noch in diesem Jahr, am besten vor der Klimakonferenz im November in Marrakesch, in Kraft tritt. Das wĂ€re ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft. Denn zur Begrenzung der ErderwĂ€rmung auf deutlich unter zwei Grad mĂŒssen den vielen AnkĂŒndigungen fĂŒr mehr Klimaschutz auch endlich Taten folgen. In Marrakesch können dann konkrete Regeln zur Erreichung der Klimaziele ausgearbeitet werden."

Mit den grĂ¶ĂŸten Verursachern von Treibhausgasen, wie den USA und China, haben nun aktuell 60 Vertragsstaaten das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Diese 60 Staaten sind zusammen fĂŒr rund 48 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das Abkommen tritt allerdings erst in Kraft, wenn mindestens 55 Vertragsparteien unterzeichnen, die zusammen 55 Prozent oder mehr der weltweiten Treibhausgase ausstoßen.

"Es ist gut, dass die Mehrheit im Bundestag hinter der internationalen Klimapolitik steht. Komisch ist nur, dass es Widerstand gibt, sobald das Pariser Abkommen in die nationale Politik ĂŒbersetzt werden soll", kritisierte Tschimpke. "Der Entwurf fĂŒr den Klimaschutzplan 2050 ist dafĂŒr ein gutes Beispiel. Er wurde schon vor der Ressortabstimmung von den einzelnen Ministerien so stark verwĂ€ssert, dass die Ziele von Paris in Deutschland keinesfalls erreichbar sind. Besonders erschreckend: Nicht einmal das anfĂ€nglich formulierte Ziel des Klimaschutzplans stimmt mit jenem von Paris ĂŒberein. So hieß es, Deutschland wolle bis 2050 80 bis 95 Prozent seiner Treibhausgase einsparen - notwendig sind aber mindestens 95 Prozent. Die Bundesregierung muss sich dringend an ihre globale Verantwortung erinnern und eine ehrliche Klimaschutzpolitik fĂŒr Deutschland auf den Weg bringen", forderte Tschimpke.

FĂŒr den Erfolg des Klimaschutzes sei entscheidend, dass Klimaschutz kĂŒnftig nicht mehr nur als Nischenthema des Umweltministeriums begriffen werde. "Wir brauchen umfangreiche VerĂ€nderungen und verbindliche Ziele in allen Wirtschaftsbereichen. Auch um allen Beteiligten kĂŒnftig mehr Planungssicherheit zu geben. Das muss endlich auch bei den Fachpolitikern im Energie-, Bau-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsbereich ankommen", forderte Tschimpke.
 
 

 
Wieder Amselsterben durch Usutu-Virus
NABU ruft Bevölkerung zur Mithilfe auf

In Deutschland gibt es wieder ein Vogelsterben, das durch das tropische Usutu-Virus ausgelöst wird. Vor allem Amseln sind betroffen. NABU und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung erneut um Mithilfe, erkrankte oder verendete Vögel ĂŒber ein Online-Formular zu melden oder Proben toter Tiere zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin (BNI) in Hamburg zu senden.

Unter www.nabu.de/usutu-melden können Beobachtungen toter Vögel gemeldet werden. Dort findet sich auch eine Anleitung zum Verschicken toter Tiere.
Erstmals wurde das nach einem sĂŒdafrikanischen Fluss benannte tropische Virus 2010 in StechmĂŒcken in Deutschland festgestellt. Es löste 2011 und 2012 in Deutschland erstmals ein Massensterben unter heimischen Vögeln, darunter vor allem Amseln, aus. Nach einigen Jahren ohne grĂ¶ĂŸere AusbrĂŒche, tritt das Virus nun in diesem Jahr wieder vermehrt auf.

Seit Ende Juli hĂ€ufen sich beim NABU Meldungen kranker und kurze Zeit spĂ€ter verstorbener Amseln. Etwa 100 dieser Beobachtungen aus Deutschland sind bisher eingegangen. Die meisten Meldungen kranker und toter Amseln stammen aus den bereits zuvor betroffenen wĂ€rmebegĂŒnstigten Regionen Deutschlands entlang des gesamten Rheintals sowie am Untermain und am unteren Neckar. Weitere Verdachtsmeldungen erreichten den NABU aber auch aus bisher nicht betroffenen Regionen, z.B. aus dem Leipziger Raum und aus Berlin. Inzwischen konnten Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts fĂŒr Tropenmedizin fĂŒr einige dieser FĂ€lle bestĂ€tigen, dass das Usutu-Virus tatsĂ€chlich die Todesursache ist. Auch in Frankreich, Belgien und den östlichen Niederlanden wurde das Virus in diesem Jahr bereits in toten Vögeln nachgewiesen.

„Durch das Virus verursachte TodesfĂ€lle unter Vögeln treten jeweils wĂ€hrend der MĂŒckensaison von Mai bis November auf. Befallene Vögel wirken offensichtlich krank, werden apathisch und flĂŒchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als ‚Amselsterben‘ bekannt wurde“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und können auch daran sterben. Das Überwiegen der Amseln lĂ€sst sich zum Teil durch deren HĂ€ufigkeit und NĂ€he zum Menschen erklĂ€ren, was die Wahrscheinlichkeit des Auffindens toter Amseln erhöht. Aber eine besondere Empfindlichkeit dieser Art gegenĂŒber dem Virus ist ebenfalls möglich.

Das Virus ist fĂŒr Menschen ungefĂ€hrlich. In ganz Europa konnten bisher erst fĂŒnf Infektionen beim Menschen festgestellt werden, meist bei Personen mit vorgeschĂ€digtem Immunsystem.

„Der Ausbruch dieses fĂŒr Deutschland neuen Virus stellt eine einmalige Chance dar, die Ausbreitung und Folgen einer neuen Vogelkrankheit zu verfolgen und zu analysieren. Die wichtigste Datengrundlage dazu bilden Meldungen toter und kranker Amseln aus der Bevölkerung, sowie eingeschickte Proben toter Vögel, die auf das Virus untersucht werden können“, so Lachmann weiter. Der NABU arbeite daher mit den BNI-Wissenschaftlern daran, die Ausbreitung des Virus und seine Auswirkungen auf unsere Vogelwelt zu dokumentieren und zu verstehen, um diese neuartige GefĂ€hrdungsursache von Vogelarten auch im Vergleich mit anderen GefĂ€hrdungsursachen beurteilen zu können.

Hintergrund
Mit Hilfe einer Internet-Meldeaktion 2011 konnte der NABU den Verlauf des Ausbruchs 2011 gut dokumentieren und auswerten. Eine Auswertung der Daten aus den großen wissenschaftlichen Mitmach-Aktionen des NABU „Stunde der Wintervögel“ und „Stunde der Gartenvögel“, konnte nachweisen, dass die AmselbestĂ€nde in den damals nachweislich vom Virus betroffenen 21 Landkreisen zwischen 2011 und 2012 merklich zurĂŒckgegangen sind und somit bei einem bundesweiten Gesamtbestand von rund acht Millionen Brutpaaren möglicherweise 300.000 Amseln dem Virus zum Opfer gefallen sein könnten.

Der weitere Verlauf des Auftretens von Usutu-Erkrankungen lĂ€sst sich schwer vorhersagen. Die Vermehrung und Verbreitung der Viren hĂ€ngt vor allem von der Witterung in den Sommermonaten ab: je wĂ€rmer der Sommer umso mehr Viren, StechmĂŒcken und infizierte Vögel sind zu erwarten. Andererseits geht man davon aus, dass die Vögel zunehmend individuell erworbene Resistenzen gegen dieses neue Virus entwickeln, so dass sich das Virus vermutlich rĂ€umlich weiter ausbreiten, aber nicht mehr zu so offensichtlichen Massensterben wie im Jahr 2011 fĂŒhren wird. Stattdessen ist zu erwarten, dass es in den betroffenen Gebieten zu zyklisch wiederholten AusbrĂŒchen kommen wird, sobald eine Generation von Amseln mit erworbener Resistenz von der nĂ€chsten Amselgeneration abgelöst wird.
Mehr
 

 
"Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"
Alte LĂŒgen - Neu verpackt bei ARTE

Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der "zivilen" Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl fĂŒr kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Das globale atomare Dorf, die alten mĂ€chtigen Seilschaften aus Konzernen, Lobbyisten und Atomparteien funktionieren noch. Es werden zwar viel mehr alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in LĂ€ndern in denen der Markt nicht funktioniert werden immer noch AKW gebaut.
Mehr
 

 
Neue Ausstellung im Waldhaus
Das Waldhaus zeigt farbige Holzschnitte von Brian Curling


Werden und vergehen“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, die
von Sonntag, 25. September, bis zum 26. MĂ€rz 2017 im Waldhaus in
der Wonnhalde gezeigt wird. Zu sehen sind 24 filigrane, meist zart
getönte, teils sehr großformatige Holzschnitte des Amerikaners Brian
Curling. Sie tragen poetische wie programmatische Titel wie „Tree of
Hours“, „Distance and Nostalgia“, „Myriad Things“ oder eben
„Werden und Vergehen“ und zeigen Äste, Zweige, SamenstĂ€nde,
ganze BÀume, manche auch Vögel.

Faszinierend ist das Neben- und Übereinander unterschiedlicher
perspektivischer Distanzen, zum Teil innerhalb desselben Bildes.
RÀumliche Ferne lÀsst einen ganzen Baum mit Krone sehen,
daneben erinnern mikroskopische Nahsichten an pflanzliche
Feinstrukturen. Brian Curling verstÀrkt solche Effekte, die auch mit
SchÀrfen und UnschÀrfen spielen, noch durch die sich fein im Papier
abzeichnenden Holzstrukturen der Druckstöcke und sich
ĂŒberlagernde Papierschichten.

So liefert der Wald als „schönstes Kapital der Welt“, wie sich Brian
Curling ausdrĂŒckt, ihm nicht nur das Ausgangsmaterial fĂŒr seine
Druckstöcke. Die kĂŒnstlerische Auseinandersetzung mit den ewigen
Prozessen der Natur und der Darstellung von BĂ€umen „als
unvorstellbar komplexen Lebewesen mit ihren Bausteinen, ihren
Mustern, ihren Schichtungen und Verzweigungen, ihrer Geometrie“
ist fĂŒr ihn zu einem Lebensthema geworden.

Das ist kein Wunder. Geboren 1976 auf einer Farm in Kentucky, in
einer sehr wald- und wasserreichen Gegend, lernte Curling schon als
Kind die große Bedeutung des Wetters kennen und ĂŒbernahm frĂŒh
Verantwortung fĂŒr das Wachsen und Gedeihen von Tieren und
Pflanzen auf der Farm. Insbesondere sein Vater, laut Curling „aus
demselben Holz geschnitzt“ wie er, vermittelte ihm als JĂ€ger, Farmer
und Naturfreund einen respektvollen Umgang mit Tieren und
Pflanzen, vor allem aber eine sensible Wahrnehmung der Natur und
ihrer sich stÀndig verÀndernden Erscheinungen.

ZunĂ€chst wollte Curling Landschaftsarchitektur studieren. Über einen
vorbereitenden Zeichenkurs lernte er jedoch die fĂŒr ihn völlig neue
„Sprache der Kunst“ kennen. Er Ă€nderte seine PlĂ€ne, studierte
Druck- und Buchkunst an der UniversitÀt Kentucky und erwarb spÀter
den Master of Fine Arts an der UniversitĂ€t Nebraska. Anschließend
lehrte er als Professor am Cleveland Institute of Art in Ohio.

Bis 2006 unterrichtete Brian Curling an verschiedenen UniversitÀten
und Kunstschulen. Dann ging er mit seiner Frau Friederike CurlingAust,
die ebenfalls als freischaffende KĂŒnstlerin tĂ€tig ist, nach Kairo
und ĂŒbernahm an der dortigen Amerikanischen UniversitĂ€t eine
Professur fĂŒr Kunst. Zudem leitete er als Direktor die Falaki-Galerie
dieser UniversitÀt. Nach der Geburt ihrer zwei Kinder ging das
Ehepaar nach Deutschland. Seit 2010 lebt und arbeitet Brian Curling
als freischaffender KĂŒnstler mit Frau und Familie in Radebeul bei
Dresden auf dem Weingut, das sein Schwager dort betreibt.

Ihnen allen sei, wie Brian Curling sagt, wichtig, dass „man fĂŒr etwas
lebt“. FĂŒr ihn bedeutet das, mit einer gewissen MĂŒhsal selbst etwas
Sinnvolles zu schaffen. VergÀnglichkeit zwar wahrzunehmen, ihr
aber mit dem kĂŒnstlerischen Schaffen etwas entgegenzusetzen. Das
heißt fĂŒr den KĂŒnstler nicht zuletzt „stoisch wie ein Baum“ den
Unbilden des Wetters und des Lebens zu trotzen, sich in einer lauten
beschleunigten Welt immer wieder auf die Natur zu besinnen und
gleichzeitig all die unendlichen EinzelvorgÀnge in ihrer Einmaligkeit
wahrzunehmen.

In der Ausstellung werden neben den Bildern auch Druckstöcke,
Werkzeuge und Papiere gezeigt. Anschaulich kann der kĂŒnstlerische
und handwerkliche Schaffensprozess Brian Curlings nachvollzogen
werden. Denn der KĂŒnstler geht nicht nur meisterlich mit dem
Werkstoff Holz um. Auch Auswahl und Einsatz besonderer Papiere
zeugen von seinem handwerklichen Können.

Am 11. und 12. MĂ€rz bietet das Waldhaus die Gelegenheit, bei
einem Workshop mit dem KĂŒnstler die handwerkliche und
kĂŒnstlerische Technik des Holzschnittes kennenzulernen (nur mit
Anmeldung).
 
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 
369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 
392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 


Copyright 2010 - 2023 Benjamin Jäger