oekoplus - Freiburg
Samstag, 16. Februar 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

 
Garten- und Tiefbauamt beginnt das Car-Sharing-Konzept umzusetzen
Erster Stadtteil ist Vauban – Neun Car-Sharing-Stationen werden fĂŒr 30 Fahrzeuge eingerichtet

Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) beginnt das vom
Gemeinderat beschlossene Car-Sharing-Stellplatzkonzept
umzusetzen.

Es werden im gesamten Freiburger Stadtgebiet Car-Sharing-
Stationen im Straßenraum eingerichtet, damit die Car-Sharing-
Fahrzeuge auf reservierten Standorten zuverlÀssig abgeholt
und wieder zurĂŒck gebracht werden können. FĂŒr die
Nutzerinnen und Nutzer von Car-Sharing bietet das vor allem
in dicht besiedelten Stadtteilen große Vorteile.

Im Oktober werden die ersten Car-Sharing-Stationen gebaut.
Begonnen wird im Stadtteil Vauban mit neun Car-Sharing-
Stationen fĂŒr 30 Fahrzeuge. 22 Fahrzeuge werden vom
Anbieter „stadtmobil SĂŒdbaden“ und acht Fahrzeuge vom
Anbieter „GrĂŒne Flotte“ bereitgestellt. Zusammen mit einigen
verbleibenden Standorten auf privater FlĂ€che ergibt sich fĂŒr
die Bewohnerinnen und Bewohner des Vaubans ein
außergewöhnlich gutes Car-Sharing-Angebot.

Car-Sharing leistet einen wichtigen Beitrag zur
Umweltentlastung, da es das private Auto entbehrlich machen
kann. Zudem werden Parkraumbedarf und die Anzahl der
Autofahrten reduziert. Somit trÀgt Car-Sharing auch zur
Verringerung von CO2-Emissionen bei.

Car-Sharing hat aber auch eine große soziale Komponente,
da es die Möglichkeit bietet, die hohen Fixkosten eines
eigenen Autos einzusparen – aber trotzdem bei Bedarf ein
Fahrzeug zur VerfĂŒgung zu haben. Car-Sharing kann also
einen Beitrag zur Kostensenkung des Wohnens in der Stadt
leisten.

Insgesamt wird die Stadt 68 Car-Sharing-Stationen bis Mitte
2016 einrichten. Damit wird die Verwaltung nach und nach ein
flÀchendeckendes, wohnortnahes Car-Sharing-
Stellplatzangebot mit fest reservierten ParkplÀtzen im
öffentlichen Straßenraum anbieten können.

Car-Sharing-StellplĂ€tze im Straßenraum bereitzustellen, war
eine der großen Herausforderungen fĂŒr die Stadtverwaltung,
da es bislang bundesweit keine verbindliche Rechtsgrundlage
gibt. Daher erarbeitete das federfĂŒhrende GuT in einem sehr
aufwÀndigen Verfahren ein stadtweites Car-Sharing-
Stellplatzkonzept. Intensiv wurden die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger
sowie die BĂŒrgervereine beteiligt.



 
 

Manager fĂŒr die Energiewende im Quartier
Die Teilnehmer am Kurs fĂŒr Quartiersmanagement
 
Manager fĂŒr die Energiewende im Quartier
Fortbildung fĂŒr Quartiersmanager trĂ€gt erste FrĂŒchte
NĂ€chste Runde ab dem 09. Oktober

Freiburg, 14.09.2015: Die Energiewende muss auf Quartiersebene umgesetzt werden. Daher bewilligt die Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) seit drei Jahren Mittel fĂŒr die Erstellung energetischer Quartierskonzepte. Zu deren Umsetzung gibt es Fördermittel fĂŒr die Einstellung qualifizierter Sanierungsmanager. Neun TeilnehmerInnen haben sich 2014 das nötige Know-how in der berufsbegleitenden Fortbildung von fesa e.V. und dem Institut fĂŒr Fortbildung und Projektmanagement (ifpro) angeeignet. Als kommunale KĂŒmmerer im Quartier, Mitarbeiter von Klimaschutzagenturen und Energieversorgern nutzen sie ihr Wissen fĂŒr die Energiewende vor Ort. Ab dem 09. Oktober 2015 bieten fesa und ifpro die erfolgreiche Fortbildung nun zum zweiten Mal gemeinsam an.

Klimaschutzmanager Florian Heiselbetz von der Klimaschutz-Agentur des Landkreises Reutlingen hat die Fortbildung zum Quartiersmanager im letzten Jahr absolviert und gerade sein erstes Quartierskonzept fĂŒr den Landkreis Reutlingen erstellt. Ein zweites ist in Arbeit. "Wir sind auf dem besten Weg in Richtung Umsetzungsphase, in der ich als Sanierungsmanager unterstĂŒtzen werde", bekrĂ€ftigt Heiselbetz. "Gerade auch unser gemeinsamer Kurs hat viel dazu beigetragen, solche Projekte zu managen und die Handlungsnotwendigkeiten aufzuzeigen. Im TagesgeschĂ€ft unseres Unternehmens bilden Quartierskonzepte bereits jetzt ein starkes Standbein. FĂŒr das neue Jahr konnten nach einem Pilot-Konzept bereits nachfolgende Quartiere akquiriert werden, in denen mein Team und ich die energetische Sanierung initiieren und betreuen dĂŒrfen. Ein toller Erfolg fĂŒr mich und ein Riesengewinn fĂŒr unsere Region sowie fĂŒr den Klimaschutz.“

Praxisnahes Wissen fĂŒr Stadtteile und Gemeinden

In fĂŒnf Modulen ĂĄ zwei Tagen vermittelt die Fortbildung praxisnahes Wissen fĂŒr die Umsetzung energetischer Maßnahmen in Stadtteilen und Gemeinden. FĂŒr eine erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzkonzepten ist es dabei wichtig, die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger frĂŒhzeitig einzubeziehen. Der Sanierungsmanager oder die Sanierungsmanagerin ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bevölkerung. Neben einer umfassenden EinfĂŒhrung in Instrumente und Planung Energetischer Stadtsanierung stehen daher von Anfang an BĂŒrgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Stundenplan. Prozess- und Projektmanagement, Monitoring, Evaluation und Finanzierung sind ebenso Bestandteile der berufsbegleitenden Weiterbildung. Parallel zum Kurs erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein eigenes Übungsprojekt – idealerweise aus ihrem kommunalen Alltag. "Meine kursbegleitende Projektarbeit konnte ich direkt in meiner Kommune umsetzen", sagt Thomas Kölschbach, Stadtbauamtsleiter aus Meßkirch. "Sehr spannend war es, das Konzept der stĂ€dtischen Quartiere auf den strukturschwachen lĂ€ndlichen Raum zu ĂŒbertragen - eine Dorfentwicklung auf dem energetischen Sektor."

Fortbildung abgestimmt auf die Anforderungen der Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW)

Bundesweit hat das KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“ bei den Kommunen große Resonanz gefunden. Schon weit ĂŒber 300 Quartierskonzepte wurden bewilligt. Viele StĂ€dte und Gemeinden, auch in Baden-WĂŒrttemberg, sind auf der Suche nach qualifiziertem Personal oder haben bereits Sanierungsmanager eingestellt. Die vom fesa e.V. und ifpro geschaffene Fortbildung ist die erste dieser Art deutschlandweit, welche gezielt abgestimmt auf die hohen KfW-Anforderungen die benötigten Kompetenzen fĂŒr das neue Berufsbild „Sanierungsmanager“ entwickelt. „Erfahrene und sympathische Referenten sowie eine kleine Gruppe bieten viel Wissenstransfer rund um das Thema erneuerbare Energien und Klimaschutz“, sagt David Schwering von den ElektrizitĂ€tswerken Schönau. „Anhand umgesetzter Projekte im Bereich WĂ€rmenetze im Quartier half mir insbesondere die Erfahrung der Referenten, HĂŒrden einer erfolgreichen Umsetzung aufzuzeigen.“

FĂŒnf Unterrichtsblöcke und kursbegleitende Praxisarbeit

Die Fortbildung richtet sich sowohl an Kommunen, die ihr eigenes Personal fĂŒr die neue Aufgabe qualifizieren möchten, als auch an Hochschulabsolventen, Energieberater, Architekten oder Bauingenieure und andere motivierte Menschen, die sich gezielt im Bereich energetische Stadtsanierung und Quartiersmanagement weiterbilden möchten. Die fĂŒnf Unterrichtsblöcke finden jeweils freitags und samstags zwischen dem 09. Oktober und dem 12. Dezember 2015 in Freiburg statt und umfassen insgesamt 80 Unterrichtseinheiten PrĂ€senzzeit. FĂŒr die kursbegleitende Praxisarbeit sind weitere 20 Unterrichtseinheiten angesetzt. Die Kosten betragen 1.890 Euro. Wie beim Kurs „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ werden die Kursinhalte von erfahrenen Praktikern aus der Region vermittelt.

Die einzelnen Kurstermine und die detaillierten Inhalte sind auf www.energieautonome-kommunen.de/weiterbildung zu finden.

FĂŒr weitere Informationen
Karin Jehle, Chefredakteurin fesa e.V.
Telefon 07 61 – 40 73 61
jehle@fesa.de

Dr. Wulf Westermann, Projektleiter ifpro
Telefon 0761 – 51 91 43 19
westermann@ifpro.de
Mehr
 

ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2015
Die Oktober-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem 25.09. im Handel
 
ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2015
Aus dem Inhalt

Test: Kartoffeln
Israel und Ägypten liefern im großen Stil Kartoffeln fĂŒr den deutschen Markt. FĂŒr den Anbau in der WĂŒste zapfen sie die dort knappste Ressource an: Wasser. Die deutschen Bauern haben die Kartoffelproduktion zurĂŒckgefahren – obwohl die Knolle hierzulande viel weniger Wasser braucht. Die Laboruntersuchungen, die ÖKO-TEST durchfĂŒhren ließ, zeigten zudem, dass bei vielen Kartoffeln die Pflanzengiftstoffe Solanin und Chaconin ĂŒber dem von der WHO als gesichert nicht toxisch wirkenden Wert von 100 Milligramm pro Kilogramm liegen. Ebenso wurden RĂŒckstĂ€nde von Pestiziden analysiert.

Test: Stilleinlagen
ÖKO-TEST hat sowohl Einweg- als auch Mehrwegmodelle auf Inhaltsstoffe und FunktionalitĂ€t untersucht. Nur ein Produkt schafft die Bestnote. Denn in einigen Einwegeinlagen stecken unter anderem halogenorganische Verbindungen, von denen viele allergieauslösend, krebserregend und/oder umweltbelastend sind, ebenso optische Aufheller. Im Praxistest wertet ÖKO-TEST manche Marken ab, weil sie etwa nicht ausreichend Testmilch aufsaugten und stark zurĂŒckfeuchteten.

Test: KinderschreibtischstĂŒhle
Wer einen ordentlichen Stuhl fĂŒr sein Kind sucht, muss schon etwas Geld in die Hand nehmen. Die billigen Produkte krachen mit „ungenĂŒgend“ durch, weil sie die SicherheitsprĂŒfung nicht bestanden haben. Einige waren beispielsweise nicht standfest genug, bei anderen hat das Labor mögliche Quetschstellen fĂŒr Finger, HĂ€nde, Zehen und FĂŒĂŸe identifiziert. ÖKO-TEST entdeckte bei vier Modellen zudem einen Hohlraum unter dem Bezugsstoff oder dem SitzflĂ€chen-Polster, welcher dem Verbraucher eine grĂ¶ĂŸere Polsterdicke vortĂ€uschen soll. Dazu gab es auch jede Menge Schadstoffe.

Test: Concealer
Concealer sollen dunkle Augenringe kaschieren. Im Test haben jedoch fast alle konventionellen Produkte einen großen Makel: Sie enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe wie Chlorphenesin, das im Verdacht steht, Allergien auszulösen, oder Parabene, die vermutlich hormonell wirken. In einem Produkt ist sogar ein Konservierungsmittel eingesetzt, das im Produkt und schlimmstenfalls auf der Haut Formaldehyd freisetzen kann. Wenigstens die Naturkosmetik konnte voll und ganz ĂŒberzeugen.

Test: Matratzentopper
Wer mit der eigenen Matratze nicht mehr zufrieden ist, kann versuchen, mit einem Topper die Liegeeigenschaften zu optimieren. ÖKO-TEST ließ die dicken Auflagen einer umfangreichen ergonomischen und mikroklimatischen PrĂŒfung unterziehen und auch testen, ob sie mit Schadstoffen belastet sind. Die positive Nachricht ist, dass alle Matratzentopper die Liegeeigenschaften einer harten Matratze verbessern. Leider gibt es auch viel Negatives zu berichten, wie etwa dass bei manchen Produkten Feuchtigkeit schlechter abgeleitet wird und man deshalb beim Schlaf ganz schön ins Schwitzen kommt.

Test: Krillöl- und AlgenölprÀparate
Krill ist Nahrung fĂŒr Wale, Pinguine – und in Fischfarmen. Wegen des hohen Gehalts an Omega-3-FettsĂ€uren ist das Öl des kleinen Krebses aber auch begehrt fĂŒr NahrungsergĂ€nzungsmittel. Die Nachfrage bleibt nicht ohne Folgen fĂŒr die Ökologie der Antarktis. Dabei brauchen wir die Produkte ernĂ€hrungsphysiologisch gar nicht. ÖKO-TEST kritisiert zudem, dass den PrĂ€paraten teilweise unnötige Aromen zugesetzt sind und die Hersteller mit ihren Gesundheitsversprechen zu weit gehen.

Test: Paar Wandersocken
Die Hersteller bewerben ihre StrĂŒmpfe als textiltechnische Alleskönner, die je nach Klima kĂŒhlen oder wĂ€rmen, den Tritt dĂ€mpfen, Feuchtigkeit abfĂŒhren und vor Blasen schĂŒtzen. ÖKO-TEST hat sie im Labor auf Schadstoffgehalt, Farbabrieb und AtmungsaktivitĂ€t ĂŒberprĂŒfen lassen. Es zeigte sich, dass auch in teuren BergstrĂŒmpfen wunde FĂŒĂŸe möglich sind. Einige Hersteller machen zudem falsche Wirkversprechen. Wenigstens ist die Schadstoffbelastung okay.

Test: nachhaltige Fonds
Nicht alle grĂŒnen Fonds sind so sauber, wie sie vorgeben. Über die HĂ€lfte der Fonds im Test entpuppte sich mehr oder weniger als Mogelpackung, die nicht hĂ€lt, was sie verspricht. ÖKO-TEST fand etwa Aktien von Unternehmen, die zu den 100 grĂ¶ĂŸten Luft- oder Wasserverschmutzern der Welt zĂ€hlen oder auf der Liste der 100 grĂ¶ĂŸten Verursacher von Treibhausgaseffekten zu finden sind, ebenso Titel von Banken, die in die Finanzierung schmutziger Projekte involviert sind, zu den Verursachern der Finanz- und Eurokrise zĂ€hlen, ja sogar in betrĂŒgerische AktivitĂ€ten und Marktmanipulationen verwickelt sind.

Test: Zahnzusatzversicherungen
Bei Zahngesundheit ist Schluss mit staatlichem Schutz. Die gesetzlichen Kassen lassen die Kunden weitgehend allein. Privater Zahnschutz hÀlt aber nicht, was er verspricht. Vollschutz gibt es keinen, der schlechteste Tarif hat eine Erstattungsquote von nur noch 8,3 Prozent. Wer nur selten Leistungen abfordert, macht sogar hohe Verluste.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Dieses Mal im Heft: Geld und Rente

Geldanlage: Raus aus der Zinsfalle
Die anhaltende Niedrigzinsphase kommt Deutschlands Sparern und Anlegern mittlerweile teuer zu stehen. Denn mehr als 76 Prozent ihres Geldvermögens werden nach wie vor in schlecht verzinsten Anlagen bei Banken und Versicherern geparkt. Das zehrt am Vermögen. Dabei lÀsst sich die Altersvorsorge mit einem bisschen mehr Mut zu kontrolliertem Risiko auch in zinslosen Zeiten retten.

UnzulĂ€ssige BankgebĂŒhren: Rote Karte fĂŒr die Bank
Um auch in Niedrigzinszeiten gut zu verdienen, drehen Banken und Sparkassen immer krĂ€ftiger an der GebĂŒhrenschraube. Doch Kunden mĂŒssen sich nicht alles bieten lassen. Bei unberechtigten Entgelten – und deren Liste wird immer lĂ€nger – lohnt Gegenwehr. Dann gibt es Geld zurĂŒck.

Kauderwelsch verstehen: Vorsicht Falle
Wenn es um Versicherungen geht, gilt fĂŒr viele Verbraucher: Sie kaufen die Katze im Sack. ÖKO-TEST zeigt die gefĂ€hrlichsten Fallen.

Versicherungscheck: Besser und gĂŒnstiger geht fast immer
Die meisten Deutschen zahlen viel zu viel fĂŒr ihren Versicherungsschutz. Zwischen wichtigem und unsinnigem Schutz können Verbraucher oft nicht unterscheiden.

Geld von der Versicherung: FrĂŒhzeitig Waffengleichheit herstellen
Immer wieder wird berichtet, dass Opfer oft jahrelang um ihre EntschĂ€digung kĂ€mpfen mĂŒssen. Verschleppen und verweigern Versicherer systematisch die Leistung?
Mehr
 

 
Frankreich hĂ€lt Atomkraftwerk Fessenheim ĂŒber 2016 hinaus am Netz
Umweltminister Franz Untersteller: „Frankreich verlĂ€ngert das atomare Risiko, das von Fessenheim ausgeht. Das ist eine sehr schlechte Nachricht, insbesondere fĂŒr die Menschen in der Region.“

Es habe sich in den letzten Wochen bereits abgezeichnet, dass Frankreich die Zusage, das Atomkraftwerk Fessenheim bis Ende 2016 vom Netz zu nehmen, nicht einhalten werde, erklĂ€rte Baden-WĂŒrttembergs Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller heute (25.09.) in Stuttgart. „Das „Non“ des französischen PrĂ€sidenten in der Zeitschrift „Parisien Magazine“ bestĂ€tigt unsere BefĂŒrchtungen. Ich halte es fĂŒr einen Fehler und es ist definitiv ein großes Risiko, Fessenheim noch lĂ€nger am Netz zu halten. Im GesprĂ€ch ist jetzt 2018.“

Fessenheim sei das Ă€lteste Atomkraftwerk Frankreichs und entspreche in vielen Bereichen nicht den Sicherheitsanforderungen, die atomare Anlagen zu erfĂŒllen hĂ€tten. Untersteller erinnerte an ein Gutachten des Öko-Instituts (ÖI) und des PhysikerbĂŒros Bremen (PhB), in dem die Experten zu dem Ergebnis kommen, dass das Atomkraftwerk in Fessenheim wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen in den fĂŒnf untersuchten Bereichen Erdbeben, Überflutung, Brennelement-Lagerbecken, elektrische Energieversorgung und KĂŒhlwasserversorgung habe. Dieses Gutachten werde derzeit ergĂ€nzt und aktualisiert, sagte der Umweltminister. Die Sicherheitsdebatte um Fessenheim sei keineswegs beendet.

Franz Untersteller: „Es ist kaum zu erwarten, dass der Betreiber in grĂ¶ĂŸerem Umfang in die Anlage investiert, da sie bereits seit Jahren als Abschaltkraftwerk vorgesehen ist. Den Termin jetzt nach hinten zu schieben, bedeutet, dass die SicherheitsmĂ€ngel und das Risiko lĂ€nger bestehen bleiben. Ich finde das unverantwortlich!“
Mehr
 

 
ECOfit-Projekt
Stadt unterstĂŒtzt Unternehmen, ökologisch zu arbeiten und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen

FĂŒnf Betriebe stellen ihre besten Einsparpotenziale vor

Mit Umweltmanagement Kosten senken: Das Freiburger ECOfitProjekt
belegt auf anschauliche Weise, wie gut Ökologie und
Ökonomie zusammenwirken können. Durch Einsparungen, die
im Rahmen des Projekts umgesetzt werden, leisten die
Unternehmen in und um Freiburg nicht nur einen sinnvollen
Beitrag zum Umweltschutz, sie sparen zudem Jahr fĂŒr Jahr eine
betrĂ€chtliche Summe an Geld – Umweltschutz, der sich in barer
MĂŒnze auszahlt.

Das ECOfit-Projekt ist ein baden-wĂŒrttembergisches
Förderprogramm, das Unternehmen die Möglichkeit bietet, im
eigenen Betrieb Energieeinsparpotenziale zu ermitteln und gleich
umzusetzen. Dieses Projekt ist ein wichtiger Baustein der
Freiburger Klimaschutzstrategie im Bereich Industrie und
Gewerbe und wird die Stadt Freiburg auf ihrem Weg zur
klimaneutralen Stadt einen kleinen Schritt weiter voranbringen.

Die erfolgreiche Bilanz der vergangenen Projektrunden spricht
fĂŒr sich: Von 2010 bis 2013 haben 17 Firmen an dem Freiburger
Projekt teilgenommen. Die jÀhrliche Ersparnis
Ersparnis in den vergangenen Projektrunden belief sich auf:
500.000 Euro, 2.720.000 kW/h Energie und 1.316.000
Kilogramm CO2.
„Steigende Energie- und Ressourcenkosten fĂŒhren auch kĂŒnftig
zu weiter steigenden Kosten fĂŒr die Wirtschaft. Deshalb mĂŒssen
sich Betriebe stÀrker mit Fragen der Ressourcenschonung
befassen. Und hier bieten wir UnterstĂŒtzung an“, so
UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik bei der Vorstellung der
ECOfit-Zwischenbilanz im Max-Planck-Institut fĂŒr Immunbiologie
und Epigenetik.

Der Prozess, der mit ECOfit angeregt wird, wird auch nach
Abschluss des einjÀhrigen Projektes nachhaltige Spuren
hinterlassen. Themen wie der bewusste und sparsame Umgang
mit Ressourcen oder die Vermeidung und Trennung von AbfÀllen
werden selbstverstÀndlich und fest im Betriebsablauf verankert.

FĂŒnf Betriebe aus Freiburg und Kirchzarten - die Deutsche
Bimoid GmbH, Halstrup-Walcher GmbH, Implenia AG (frĂŒher
Bilfinger Regiobau GmbH), das Max-Planck-Institut fĂŒr
Immunbiologie und Epigenetik, Pierre Fabre Dermo Kosmetik
GmbH – nehmen an dem einjĂ€hrigen Förderprogramm teil.

Jetzt steht ECOfit kurz vor seinem Abschluss und die
Unternehmen sind bereits dabei, Verbesserungen im
betrieblichen Umweltschutz umzusetzen. Kosteneinsparungen
von bisher rund 30.000 Euro jĂ€hrlich bei allen fĂŒnf Betrieben sind
das vorlÀufige Ergebnis des ECOfit-Projekts. Mit dem Einsatz
von LED-Leuchtmitteln, dem Einbau von PrÀsenzmeldern oder
der Umstellung der Heizung von Öl auf Erdgas haben die
Unternehmen bislang unterschiedliche Verbesserungen
umgesetzt.

Seit Februar sind die fĂŒnf Betriebe damit beschĂ€ftigt,
umweltrelevante Daten zu erheben, ihre Umweltleitlinien zu
formulieren und erste Verbesserungen auf den Weg zu bringen,
um ihre Arbeitsweise effizienter zu gestalten, Kosten
einzusparen und durch Ressourceneinsparung und CO2-
Reduktion aktiv zum Umweltschutz beizutragen. Sie wurden
dabei von den Mitarbeitern der von der Stadt beauftragten
Beratungsgesellschaft Arqum aus Stuttgart vor Ort unterstĂŒtzt.

Seit Februar sind die fĂŒnf Betriebe damit beschĂ€ftigt,
umweltrelevante Daten zu erheben, ihre Umweltleitlinien zu
formulieren und erste Verbesserungen auf den Weg zu bringen,
um ihre Arbeitsweise effizienter zu gestalten, Kosten
einzusparen und durch Ressourceneinsparung und CO2-
Reduktion aktiv zum Umweltschutz beizutragen. Sie wurden
dabei von den Mitarbeitern der von der Stadt beauftragten
Beratungsgesellschaft Arqum aus Stuttgart vor Ort unterstĂŒtzt.

Seit Februar sind die fĂŒnf Betriebe damit beschĂ€ftigt,
umweltrelevante Daten zu erheben, ihre Umweltleitlinien zu
formulieren und erste Verbesserungen auf den Weg zu bringen,
um ihre Arbeitsweise effizienter zu gestalten, Kosten
einzusparen und durch Ressourceneinsparung und CO2-
Reduktion aktiv zum Umweltschutz beizutragen. Sie wurden
dabei von den Mitarbeitern der von der Stadt beauftragten
Beratungsgesellschaft Arqum aus Stuttgart vor Ort unterstĂŒtzt.

ZusÀtzlich gab es acht gemeinsame Workshops, die auf ein Jahr
verteilt sind, um den Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, das
Projekt parallel zu ihrem TagesgeschĂ€ft durchfĂŒhren zu können.
Neben den finanziellen Aspekten verschafft die ECOfitAuszeichnung,
die am Ende des Projektes durch das
Umweltministerium Baden-WĂŒrttemberg verliehen wird,
Imagevorteile fĂŒr die einzelnen Betriebe.

ECOfit ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Freiburg gemeinsam
mit der Freiburg Wirtschaft und Touristik (FWTM) und dem
baden-wĂŒrttembergischen Umweltministerium.

 
 

 
Kanzlerin muss Abgas-Skandal zur Chefsache machen
Neue ZustĂ€ndigkeiten und Tests fĂŒr alle Autohersteller mĂŒssen folgen

Angesichts der Ausweitung des Abgas-Skandals von Volkswagen auf die Tochtermarken Audi, Seat und Ć koda fordert der NABU ein entschiedenes Eingreifen der Kanzlerin und eine Neustrukturierung der ZustĂ€ndigkeiten auf Bundesebene. „Jahrelang haben unsere staatlichen Behörden bei der Kontrolle der Abgaswerte beide Augen zugedrĂŒckt. Um die tatsĂ€chlichen Ausmaße des Skandals aufzudecken, mĂŒssen jetzt alle Hersteller systematisch ĂŒberprĂŒft werden – und zwar auf der Straße und nicht auf dem PrĂŒfstand“, forderte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Daher sei zum jetzigen Zeitpunkt das Eingreifen von Bundeskanzlerin Merkel dringend erforderlich. Der NABU fordert seit langem, dass Kraftstoffverbrauchs- und Abgastests unter realen Bedingungen erfolgen mĂŒssen, weil bekannt ist, dass es zu eklatanten Abweichungen zwischen Laborwerten und Realbetrieb kommt. „Trotz dieser Kenntnis haben der zustĂ€ndige Verkehrsminister Dobrindt und das ihm unterstellte Kraftfahrbundesamt nichts unternommen. Ohne die erdrĂŒckenden Hinweise aus den USA wĂ€re in Deutschland vermutlich bis heute nichts aufgeflogen“, so Miller.

Vor diesem Hintergrund muss umfassend geklĂ€rt werden, welche Hersteller aus Deutschland noch von den Manipulationen betroffen seien. Die Kanzlerin mĂŒsse daher rasch die Aufdeckung des tatsĂ€chlichen Ausmaßes dieses Betrugs vorantreiben. Zwei Schritte sind dazu nach Ansicht des NABU erforderlich: Erstens muss die Kanzlerin die Fahrzeuge aller Hersteller auf ihre tatsĂ€chlichen Emissionswerte und KraftstoffverbrĂ€uche ĂŒberprĂŒfen lassen – und zwar im normalen Straßenbetrieb. Zweitens muss Angela Merkel ihre Richtlinienkompetenz nutzen, um die Aufgabenverteilung innerhalb der Ressorts neu zuzuschneiden.

„Da der Verkehrsminister und die ihm unterstellten Behörden nachweislich versagt haben, muss dem Kraftfahrtbundesamt die Überwachung von Abgas- und Verbrauchswerten entzogen werden. Statt dessen sollte das Umweltbundesamt diese Aufgabe schnellstmöglich ĂŒbernehmen, da hier ohnehin das entsprechende Know-how hinsichtlich der Messung von Luftschadstoffen gebĂŒndelt ist. FĂŒr diese Aufgabe muss das Umweltbundesamt mit den entsprechenden finanziellen und personellen Mitteln ausgestattet werden“, so Miller.

Auch mit Blick auf die vor wenigen Tagen in New York bei der UN-Vollversammlung verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (SDG) mĂŒsse die Bundesregierung ihren AnkĂŒndigungen Taten folgen lassen. Bis zum Jahr 2030 soll die Belastung durch Luftschadstoffe in den StĂ€dten weltweit deutlich sinken. „Damit die Staaten richtige Maßnahmen gegen umwelt- und gesundheitsschĂ€dliche Stickoxide, Feinstaub und Ruß ergreifen können, mĂŒssen wir erst wissen, wie hoch die tatsĂ€chlichen Abgaswerte im Pkw-Bereich wirklich sind. Alles andere wĂ€re Augenwischerei“, so NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger.
Mehr
 

 
NABU: Faszination Vogelzug live erleben
Beim EuroBirdwatch 2015 gemeinsam auf Entdeckungstour gehen

Im Rahmen des EuroBirdwatch 2015 bieten der NABU und der Landesbund fĂŒr Vogelschutz in Bayern (LBV) am Wochenende des 3. und 4. Oktober bundesweit zahlreiche fachkundig geleitete Exkursionen zum Höhepunkt des sichtbaren Vogelzuges ĂŒber Deutschland an. Bei bundesweit ĂŒber 120 Exkursionen können Teilnehmer unter anderem Zugvögel an der NordseekĂŒste und im Moor beobachten oder eine Radtour zu den SchlafplĂ€tzen der Kraniche unternehmen. Mit der Aktion will der NABU die Faszination des Vogelzugs vermitteln. Gleichzeitig melden die Veranstaltungsleiter zentral die beobachteten Arten, die mit den Zahlen aus anderen LĂ€ndern Europas verglichen werden können, in denen zeitgleich Birdwatch-Aktionen von NaturschutzverbĂ€nden stattfinden, die zum Netzwerk von BirdLife International gehören.

Die ziehenden kleinen Singvögel fallen ungeĂŒbten Laien kaum auf. Unter kundiger Anleitung von NABU-Vogelexperten lassen sie sich aber entdecken. In großer Zahl ziehen die letzten Schwalben und die Hauptmasse der Buchfinken und Stare in den SĂŒden. Dazu kommen erste WintergĂ€ste aus dem hohen Norden, vor allem Bergfinken. In diesem Herbst fallen zudem besonders viele Rotfußfalken und Steppenweihen auf, die sich aus dem SĂŒdosten hierher verfliegen. Einfacher können GĂ€nse und andere Wasservögel beobachtet werden. Sie halten sich jetzt nicht nur an der KĂŒste, sondern an den RastplĂ€tzen des Binnenlandes auf. In Norddeutschland beeindrucken vor allem die großen Kranichtrupps, die tagsĂŒber auf StoppelĂ€ckern nach Nahrung suchen und abends gemeinsame SchlafplĂ€tze ansteuern. Über 100.000 Kraniche werden zum Birdwatch-Wochenende die beiden grĂ¶ĂŸten deutschen Rastansammlungen bevölkern, an der vorpommerschen BoddenkĂŒste rund um das Kranichschutzzentrum Groß Mohrdorf sowie im brandenburgischen Havel- und Rhinluch rund um den Schlafplatz am Linumer Teichgebiet.

Jedes Jahr verlassen ĂŒber 200 Millionen Zugvögel ihre Brutgebiete in Deutschland, um in SĂŒdeuropa oder Afrika zu ĂŒberwintern. In langen Ketten ziehen Kranichtrupps ĂŒber das Land, dichte StarenschwĂ€rme sind zu sehen oder auch seltene GĂ€ste, wie der ostsibirische GelbbrauenlaubsĂ€nger. Hinzu kommen 300 Millionen Zugvogel, die auf ihrem Weg durch Deutschland fliegen oder schon hier ihr Winterquartier erreicht haben.

Übrigens sparen fast alle Kraniche beim Ziehen in V-Formation ein Drittel ihrer Energie, wĂ€hrend der von anderen Arten bevorzugte Flug in dichten SchwĂ€rmen krĂ€ftezehrend ist, dafĂŒr aber guten Schutz vor Attacken von Greifvögeln bietet.
Mehr
 

Hohe Zustimmung in der Bevölkerung zur RĂŒckkehr der Wölfe
Wolf in der LĂŒneburger Heide / Foto: JĂŒrgen Borris
 
Hohe Zustimmung in der Bevölkerung zur RĂŒckkehr der Wölfe
Vorurteile abbauen und gemeinsame Anstrengungen zum Schutz verstÀrken

Eine große Mehrheit der BundesbĂŒrger (80 Prozent) findet es erfreulich, dass der Wolf wieder Bestandteil von Natur und Landschaft in Deutschland ist. Jeder Zweite (54 Prozent) verbindet mit dem Wolf positive GefĂŒhle, wĂ€hrend bei nur zwölf Prozent negative Empfindungen zum Tragen kommen. Dies sind Ergebnisse einer reprĂ€sentativen Bevölkerungsumfrage in Deutschland, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des NABU durchgefĂŒhrt hat.

Bei der Zustimmung zum Wolf gibt es keinen Unterschied zwischen Bewohnern im stĂ€dtischen Umfeld und Bewohnern im lĂ€ndlichen Raum. „Diese Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung in Deutschland grundsĂ€tzlich positiv zur RĂŒckkehr des Wolfes eingestellt ist“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller anlĂ€sslich der internationalen Wolfskonferenz des NABU in Wolfsburg. „Damit ist eine Grundlage gelegt, dass der Wolf 150 Jahre nach seiner Ausrottung durch den Menschen heute eine Zukunft in Deutschland hat. Außerdem machen die Ergebnisse deutlich, dass sich unser NaturverstĂ€ndnis geĂ€ndert hat“, sagte Miller. Zudem zeigten die Befragungsergebnisse nicht nur, dass die Bevölkerung allgemein relativ gut ĂŒber das Thema informiert sei, sondern auch, dass Risiken und Gefahren realistisch eingeschĂ€tzt werden.

80 Prozent der Befragten sind der Umfrage zufolge der Meinung, dass Wölfe ebenso in unsere Landschaften gehören wie Rehe oder FĂŒchse. 78 Prozent sind der Überzeugung, dass Wölfe auch in Deutschland leben sollten, selbst wenn es teilweise zu Problemen kommt. Lediglich fĂŒr elf Prozent der Befragten stellt die RĂŒckkehr des Wolfes eine Bedrohung dar, 85 Prozent hingegen sehen dies nicht.

Dennoch ist es aus Sicht des NABU weiterhin erforderlich, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. 70 Prozent der Bevölkerung sind zwar der Auffassung, dass die Medien in ihrer Berichterstattung zur Übertreibung neigen wĂŒrden, allerdings gaben auch 30 Prozent der Befragten an, Angst zu haben, in einem Gebiet mit Wolfsvorkommen in den Wald zu gehen.

Miller: „Diese Ängste und Sorgen nehmen wir ernst. Der Wolf ist kein Kuscheltier, das verniedlicht werden darf.“ Im Umgang mit dem Wolf mĂŒsse aber das Maß der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit gewahrt werden. „Seit der RĂŒckkehr der Wölfe nach Deutschland hat es kein aggressives Verhalten gegenĂŒber Menschen gegeben“, so Miller. Die Bevölkerung mĂŒsse allerdings wieder erlernen, was es bedeute, große Beutegreifer in der Landschaft zu haben.

Insbesondere die Nutztierhalter sind von der PrĂ€senz des Wolfes betroffen. Hier gilt es nach Ansicht des NABU, gemeinsam Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel HerdenschutzzĂ€une oder -hunde zu erproben und die Nutztierhalter dabei auch zu unterstĂŒtzen. Der NABU spricht sich bei Verlust von Tieren zudem fĂŒr freiwillige Kompensationszahlungen durch die BundeslĂ€nder an die betroffenen Tierhalter aus. „Die Regelungen auf Schadensausgleich mĂŒssen so unbĂŒrokratisch wie möglich sein“, forderte Miller. „Langwierige bĂŒrokratische Prozesse mindern die Akzeptanz des Wolfes bei Betroffenen.“ Allerdings erwarte der NABU, dass die Nutztierhalter in Wolfsgebieten ihrer Verantwortung als Tierhalter gerecht werden. „Wer seine Weidetiere in Wolfsgebieten so nachlĂ€ssig hĂ€lt, dass sie leicht Opfer des Wolfs werden, ‚erzieht‘ die Wölfe zu Nutztierfressern“, sagte Miller.

Der NABU kritisierte zudem den reaktiven und wenig vorausschauenden Umgang einiger BundeslĂ€nder mit dem Thema. Seit der RĂŒckkehr des Wolfes seien Jahre Zeit gewesen, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Viele BundeslĂ€nder – auch Niedersachsen – zeigten sich eher ĂŒberrascht und wĂŒrden erst langsam die notwendigen Strukturen schaffen.

Eine Absage erteilte der NABU der Forderung einiger LandnutzerverbĂ€nde, im Rahmen des derzeit laufenden „Fitness Checks“ der EU-Naturschutzgesetzgebung, den Wolf in einen niedrigeren Schutzstatus einzustufen. „Die Bedingungen fĂŒr den sogenannten ‚guten Erhaltungszustand‘ sind noch lĂ€ngst nicht erfĂŒllt“, so Dr. Eick von Ruschkowski, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik. „Die bestehenden Regelungen reichen vollkommen aus, um im konkreten Einzelfall auch den gezielten Abschuss eines Wolfs als notwendige Maßnahme anzuordnen“, sagte von Ruschkowski. Bislang seien die dazu erforderlichen Kriterien und Strukturen aber in den wenigsten BundeslĂ€ndern vorhanden, um notfalls schnell reagieren zu können. „Damit aber zu begrĂŒnden, dass die Bejagung des Wolfes vereinfacht werden muss, ist hanebĂŒchen“, so von Ruschkowski.

Vom 24. bis 26. September treffen sich 400 Wissenschaftler, NaturschĂŒtzer, Politiker und Praktiker aus Europa und Nordamerika in Wolfsburg zu einer Wolfskonferenz, die der NABU gemeinsam mit seinem Partner Volkswagen veranstaltet. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Herausforderungen an die RĂŒckkehr des Wolfes in allen Facetten mit Akteuren aus dem Naturschutz, Nutztierhaltern, JĂ€gern und weiteren Landnutzern zu diskutieren und Lösungen fĂŒr Konflikte zu erarbeiten. „Wir hoffen, mit der Konferenz den gegenseitigen Dialog ĂŒber den Wolf weiter voranzubringen“, so von Ruschkowski. Alle VortrĂ€ge und Diskussionen werden live im Internet unter www.NABU.de/wolfskonferenz ĂŒbertragen.

Die Befragung wurde im Auftrag des NABU von forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgefĂŒhrt. Hierzu wurden im Zeitraum vom 21. bis zum 28. August 2015 mittels des bevölkerungsreprĂ€sentativen Befragungspanels forsa.omninet 2.012 BundesbĂŒrger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse weisen eine Fehlertoleranz von ± 2,5 Prozent auf.
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 


Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger