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Dienstag, 19. Februar 2019
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Verschiedenes

Kooperation der Katholischen Akademie mit dem LastenVelo-Verein Freiburg
Lastenvelo / Foto: presse
 
Kooperation der Katholischen Akademie mit dem LastenVelo-Verein Freiburg
Die Katholische Akademie Freiburg stellt einen Platz für ein weiteres LastenVelo in Freiburg zur Verfügung und trägt damit zu einem Stück mehr sauberer Mobilität im Stadtgebiet bei.

Schon lange setzt die Katholische Akademie ethische Fragen und Umweltanliegen praktisch um. Neben der seit 1999 bestehenden Umwelt-Zertifizierung EMAS hat die Katholische Akademie viele unterschiedliche Maßnahmen durchgeführt, um den ökologischen Fußabdruck ihrer Arbeit und die des Hauses im Gesamten zu verkleinern: „Wir haben schon lange keine Dienstwagen mehr und nutzen regelmäßig Car-Sharing Angebote“, erläutert Dr. Karsten Kreutzer, Direktor der Katholischen Akademie. Mit der Kooperation mit dem LastenVelo-Verein Freiburg geht man nun einen weiteren Schritt hin zu einer saubereren Mobilität. So stellt die Akademie neben dem Stellplatz für das Lastenrad auch den Strom zur Verfügung, der über ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach generiert wird. „Ein rundum nachhaltiges Projekt!“, freut sich der Geschäftsführer der Katholischen Akademie, Martin Immenschuh.

Das Dreirad mit der großen Tranportkiste vorne kann rund 100 kg Last transportieren, was dank der Elektrounterstützung auch keine Schwerarbeit ist. Da der Laderaum so groß ist wie bei einem Auto und die Lastenräder intensiv genutzt werden, werden durch das Projekt ca. 0,8 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart – rund 1/3 der Emissionen eines PKW’s pro Jahr. Finanziert wird das Rad von den Elektrizitätswerken Schönau (EWS), bei denen die Katholische Akademie ebenfalls Kunde ist. Vor der Nutzung des Verleihs ist eine kostenfreie Anmeldung erforderlich. Das Lastenrad lässt sich dann einfach über die Website www.lastenvelofreiburg.de online ausleihen und reservieren. Dreißig Minuten vor Reservierungsbeginn werden die Kombinationen für die zwei Zahlenschlösser, mit denen das Rad gesichert ist, automatisch per Mail übermittelt. Mit den Codes werden die beiden Schlösser vor Ort geöffnet. Nach der Nutzung wird das Fahrrad wieder zurückgestellt und falls nötig der Akku mit der Ladesäule verbunden.

„Wir freuen uns, dass wir dieses innovative Projekt mit unseren Mitteln unterstützen können und somit nachhaltige Mobilität weiter voran treiben“, meint Karsten Kreutzer abschließend.
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Vom Paradiesvogel zur Feldlerche
Lina Hähnle an Schreibmaschine (c) Archiv Magda und Wilfried Knöringer
 
Vom Paradiesvogel zur Feldlerche
Der NABU feiert 120. Geburtstag

Berlin – „Vom Paradiesvogel zur Feldlerche“ – Unter diesem Motto blickt der NABU auf seinen 120. Geburtstag am 1. Februar 2019. 1899 gründete Lina Hähnle den Deutschen Bund für Vogelschutz (BfV), der seit 1990 mit dem Zusammenschluss ost-und westdeutscher Naturschützer Naturschutzbund Deutschland heißt. Heute ist der NABU ein moderner Umweltverband mit einem breiten Themenspektrum. Er engagiert sich für eine naturverträgliche Landwirtschaft, in der Insekten und Vögel eine Zukunft haben, den Schutz der Meere, streitet für eine umweltverträgliche Energie- und Verkehrswende, entwickelt Konzepte zur Abfallvermeidung und mischt sich in die politischen Debatten ein – in Berlin, Brüssel und bundesweit mit seinen mehr als 2.000 Gruppen. Mit 700.000 Mitgliedern und Förderern ist er der größte deutsche Umweltverband. Rund 40.000 ehrenamtlich aktive Naturschutzmacherinnen und Naturschutzmacher engagieren sich für die Natur vor Ort: Sie initiieren Artenschutzprojekte vom Fledermaus- bis zum Schwalbenschutz, pflegen artenreiche Lebensräume, erklären die Natur bei Führungen und erheben ihre Stimme in Beteiligungsverfahren beispielsweise bei Ortsumgehungen und anderen Infrastrukturplanungen.

„Es ist ein stolzes Alter und ein langer, erfolgreicher Weg, den unser Verband seit seiner Gründung durch Lina Hähnle zurückgelegt hat. Die Motivation heute und damals ist gleich geblieben. Es geht im Kern darum, unseren faszinierenden Planeten mit seiner atemberaubenden Vielfalt zu erhalten und zu schützen, vor unserer Haustür und in unseren Projektregionen. Ich danke unseren Mitgliedern, Unterstützern, Partnern und besonders unseren Naturschutzmacherinnen und Naturschutzmachern für ihren unermüdlichen Einsatz“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Den Rückgang von Lebensräumen und den Schwund von Insekten, Feldvögeln und vielen weiteren Arten aufzuhalten, die Zerschneidung und Versiegelung der Landschaft einzudämmen und ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz werden in diesem Jahr wichtige Herausforderungen für die Umweltpolitik.

Auch hat der NABU längst Vorschläge vorgelegt, wie eine umweltverträglichere Förderung von Landwirten künftig aussehen kann. „Wir brauchen eine neue EU-Agrarpolitik. Steuergelder müssen so verteilt werden, dass Natur und Landwirte gleichermaßen profitieren. Statt pauschaler Förderung sollten Leistungen an Naturschutzmaßnahmen gekoppelt sein. Wir brauchen Vielfalt in der Landschaft, mehr Wiesen und Weiden statt öder Nutzpflanzensteppen“, so der NABU-Präsident.

Starke Nicht-Regierungsorganisationen seien ein wichtiger Teil einer funktionierenden lebendigen Demokratie. Vor diesem Hintergrund warnte der Präsident vor Bestrebungen aus der Politik, die Klagerechte von Umweltverbänden, vor Gericht gegen umstrittene Behördenentscheidungen vorzugehen, einzuschränken. Erst Ende vergangenen Jahres gab es dazu einen Vorstoß der Bundesländer. „Diese Beteiligung ist ein hohes Gut, davon profitieren alle letztlich durch Planungssicherheit. Die Verbandsklage gibt der Natur, die sich nicht selbst verteidigen kann, eine starke Stimme. Wir klagen nicht um des Klagens Willen, sondern da, wo nicht sorgfältig geplant oder Vorgaben nicht ausreichend berücksichtigt wurden“, so Tschimpke.

Unter Lina Hähnle erzielte der Verband 1908 den ersten großen Erfolg mit der Verschärfung des Reichs-Vogelschutzgesetzes, das den bis dahin in Deutschland noch üblichen Krammetsvogelfang, den Fang vor allem von Wacholderdrosseln, verbot. Die erste internationale und damals schon bildstarke Kampagne setzte sich 1910 gegen die „Schmuckvogelausrottung“ ein. Die Motive zeigen Damen mit opulentem Kopfputz. Denn die prachtvollen Schmuckfedern der Paradiesvögel und vieler Reiher waren seinerzeit ein begehrtes Objekt für die Hutmode. Der Einsatz für Vögel ist bis heute zentral für die NABU-Aktivitäten: Das reicht vom Klassiker unter den Naturobjekten, dem „Vogel des Jahres“ aktuell mit der gefährdeten Feldlerche als Jahresvogel 2019 , über die Citizen-Sciene-Aktionen „Stunde der Gartenvögel“ und „Stunde der Wintervögel“, an denen sich über 130.000 Menschen beteiligen, bis zur klassischen praktischen Naturschutzarbeit und fachlichen und umweltpolitischen Öffentlichkeits- und Gremienarbeit.

Der Kauf aus Naturschutzsicht wertvoller Flächen, um Ökosysteme dauerhaft zu schützen, ist bis heute aktuell. Am Federsee erwarb Lina Hähnle 1911 mit privatem Kapital das erste große Naturschutzgebiet in einer Größe von damals 16 Hektar. Im Federseemoor in Baden-Württemberg besitzt der NABU heute etwa 500 Hektar. Diese Tradition führt die 2002 gegründete NABU-Stiftung Nationales Naturerbe erfolgreich fort. Inzwischen hat sie mehr als 20.000 Hektar Lebensraum für seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen gesichert.

Mit Blick auf ein weiteres Jubiläum in diesem Jahr – 30 Jahre Mauerfall – ist der NABU stolz auf den erfolgreichen Zusammenschluss der Naturschützerinnen und Naturschützer in Ost und West. Der heutige NABU ist eine der wenigen Organisationen, die bei der Vereinigung den Namen des Ost-Partners (damals „Naturschutzbund in der DDR“) übernehmen. NABU-Markenzeichen ist der Weißstorch. Den Wappenvogel trägt der Verband seit 1966 im Logo. Die Zuteilung des „Nationalvogels“ erfolgte damals durch den Internationalen Rat für Vogelschutz, heute BirdLife International.
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Feinstaub & Stickoxide / LĂĽgen & Lobby / Rauchen ist gesund
Asbest ist kein Gesundheitsproblem, Rauchen verursacht keinen Lungenkrebs, FCKWs haben nichts mit dem Ozonloch zu tun, schwere Atomunfälle sind undenkbar, es gibt keinen menschengemachten Klimawandel...

Seit Jahrzehnten gab und gibt es weltweit industriegelenkte Debatten und Schein-Bürgerinitiativen, manipulierte Untersuchungen, Angriffe auf kritische WissenschaftlerInnen und Umweltverbände, um die Gefahren von Asbest, FCKW, DDT, Rauchen, Atomkraft und Klimawandel herunterzuspielen. Industrienahe "Experten" haben es geschafft, daß Asbest weiterhin verwendet wurde, obwohl die Gefahren bekannt waren. Immer noch gibt es in Deutschland mehr Todesfälle durch Asbest-Belastungen als tödliche Arbeitsunfälle. Zehntausende von Menschen sind auch aufgrund von organisierten und nie bestraften Propagandaverbrechen der Asbest-Industrie und ihrer PR-Abteilungen gestorben und die Lügenkampagnen von Big-Oil und Big-Coal zum Klimawandel werden Millionen von Opfern fordern. Die Täter wurden nie bestraft und diese Kampagnen waren und sind ein blinder Fleck der Medien-Berichterstattung.

Jahrzehntelang haben Konzerne, Milliardäre, neoliberale Think Tanks und auch die Autolobby solche Desinformationskampagnen organisiert, finanziert und z. B. politisches Handeln gegen den Klimawandel verzögert und verhindert. Mit vergleichbaren Kampagnen werden auch die regenerativen Energien und die Energiewende in Deutschland bekämpft.

Eine ähnlich gut organisierte Desinfomationskampagne läuft aktuell in Deutschland: In einer gut geplanten PR-Kampagne greift eine kleine Minderheit der Lungenärzte die aktuellen Grenzwerte zu Feinstaub und Stickoxiden an. Das so genannte Positionspapier wurde vom Lungenexperten Dieter Köhler verfasst. Es wurde nach Medienberichten bereits Anfang Januar 2019 an 3800 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) verschickt - aber nur 112 haben es nach aktuellem Stand unterschrieben, also weniger als 3 Prozent der angefragten Lungenexperten. Die Unterstützer dieser Kampagne sind u.a. die Bild-Zeitung, die Welt, neoliberale Netzwerke und Afd, CDU, CSU und FDP. Die Methoden erinnern an die schrecklich erfolgreichen Kampagnen der industriegelenkten Klimawandelleugner in den USA. Die gezielt gestreute Meinung einer kleinen Gruppe der Lungenärzte wird geschickt genutzt, um Zweifel an etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu erzeugen.

Auch Grenzwerte sind nicht "heilig" und wir brauchen wissenschaftlich fundierte Debatten und Studien. Diese sollten dann aber nicht nur von wirtschaftlichen Interessen geprägt sein.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
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Neue Daten: Seit 1980 verschwand mehr als jeder zweite Feldvogel in Europa
Uferschnepfe (c) NABU/Natalie Meyer
 
Neue Daten: Seit 1980 verschwand mehr als jeder zweite Feldvogel in Europa
NABU: EU-Agrarpolitik wirkt fatal auf Vogelwelt

Prag/Berlin – Europas Feldvögel kommen nicht auf die Beine: Dies zeigen neueste Daten des europaweiten Vogelmonitorings, veröffentlicht vom European Bird Census Council. Demnach sind zwischen 1980 und 2016 in der EU 56 Prozent aller Feldvögel verschwunden – und damit mehr als jedes zweite Tier, darunter Feldlerchen, Kiebitze, Feldsperlinge oder Stare.

„Diese Zahlen sind alarmierend. Vögel zeigen uns zuverlässig an, wie gesund eine Landschaft ist. Wenn die Bestände von Feldlerche und Co. einbrechen, ist es ein Zeichen dafür, dass unsere Wiesen und Felder veröden. Und auch dafür, wie fatal sich die aktuelle EU-Agrarpolitik auf die Vogelwelt auswirkt“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Viele der früher häufigen und weit verbreiteten Arten fänden heute in den ausgeräumten Landschaften kaum mehr Brut- und Lebensräume, ebenso fehlt Nahrung wie Insekten und Wildkräuter.

Seit 2012 scheinen die europäischen Feldvogelbestände auf diesem äußerst niedrigen Niveau zu verharren, ohne dass der bisherige Abwärtstrend gestoppt wurde oder Zeichen eines Aufschwungs erkennbar sind. In den neu hinzugekommenen EU-Mitgliedstaaten gehen die Feldvogelbestände sogar weiter zurück. „Seit die EU-Agrarsubventionen auch in Bulgarien, Polen oder Lettland eine umweltschädliche Landwirtschaft anheizen, gerät auch in Mittel- und Osteuropa die einst so vielfältige Natur zunehmend unter die Räder. Von dem Ziel der EU-Vogelschutzrichtlinie, alle Arten in einen guten Erhaltungszustand zu bringen, sind wir weiterhin meilenweit entfernt“, kritisierte Miller.

Auch in Deutschland ist die Lage weiterhin ähnlich alarmierend: Der Agrarvogelindex der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, der die Entwicklung der wichtigsten Feldvögel zusammenfasst, ging zwischen 1990 und 2015 um über 20 Prozent zurück. Für den Zeitraum ab 1980 muss man davon ausgehen, dass hierzulande deutlich über 40 Prozent der Feldvögel verschwanden. Der aktualisierte Index für Deutschland wird im Frühjahr dieses Jahres veröffentlicht.

Eine Trendwende ist nach Ansicht des NABU nur durch eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik möglich, die grundlegend umweltverträglicher werden muss. Aktuell verhandeln in Brüssel die EU-Mitgliedstaaten über die künftige Verteilung der milliardenschweren Agar-Subventionen ab 2021. „Für Landwirte muss es sich finanziell lohnen, auf ihren Flächen Lebensraum für Feldlerchen oder Kiebitze zu erhalten. Bislang bewirkt die EU das Gegenteil: Durch die Förderung von Flächenbesitz, ohne Rücksicht auf die Art und Weise wie auf den Flächen gewirtschaftet wird, sind Landwirte zu einer immer stärkeren Ausräumung ihrer Felder gezwungen. Damit muss Schluss sein, im Interesse von Natur, Verbrauchern und Landwirten“, so Miller.

Durch eine sinnvolle Umverteilung des derzeit größten EU-Haushaltspostens könnten ausreichend Mittel frei werden, um eine für Landwirte und Natur gleichermaßen profitable Agrarpolitik zu schaffen. So könnte sich das Anlegen von Schutzstreifen für Feldlerchen oder Kiebitze, der Erhalt von Hecken, Brachen oder Feuchtflächen für Landwirte finanziell lohnen. Ein besserer Feldvogelschutz kommt zudem vielen weiteren Arten zugute, etwa Bienen und Hummeln, die für die Bestäubung in der Landwirtschaft unersetzlich sind.

Am 28. Januar verhandeln die EU-Agrarminister in Brüssel die konkreten Umweltmaßnahmen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Jahre 2021 bis 2028. Wie sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner dann positionieren wird, ist unklar, bislang lässt sie jegliche konkrete Vorschläge für die Umweltaspekte der GAP vermissen. „Frau Klöckner muss sich endlich für eine naturverträglichere Agrarpolitik einsetzen. Die Datenlage zum Niedergang der Natur in der Agrarlandschaft ist so eindeutig wie erdrückend. Sollte Frau Klöckner diese Fakten weiter in Frage stellen, macht sie sich mitschuldig am Verschwinden von Millionen Vögeln und dem Ausbluten des ländlichen Raums“, so Miller.
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Grundwasser nördlich des Kaiserstuhls ...
Schlechtes Wasser – lange Leitung

In den Gemeinderäten Herbolzheim, Endingen, Rheinhausen, Sasbach und Weisweil wird eine zukünftige Ringleitung für das Trinkwasser diskutiert und es gibt auch eine breite Zustimmung zu einem Gutachten in dieser Sache. Durch einen zweiten Brunnen im Forchheimer Wald, der auch die Trinkwasserprobleme Herbolzheims beheben soll, könnte zwischen den Gemeinden eine Ringleitung entstehen.

Der BUND sieht die Grundwasserprobleme, die hinter diesen Überlegungen und Planungen stehen, mit Sorge. Unsere Gemeinden „sitzen“ auf unglaublich viel Grundwasser. Der Oberrhein-Aquifer ist mit einem Volumen von geschätzt 45 Milliarden Kubikmetern einer der bedeutendsten Grundwasserspeicher Mitteleuropas. Und doch suchen Gemeinden wie Herbolzheim (oder vor kurzem noch Wyhl) ziemlich verzweifelt nach gutem, trinkbarem Trinkwasser, denn dieser riesige Wasserspeicher im Kies zwischen Schwarzwald und Vogesen ist wegen Nitrat, Agrargiften, Salz, Altlasten und neuen Schadstoffen für die Trinkwassernutzung nur noch in kleinen Teilbereichen nutzbar.

Seit Jahrzehnten wird am Oberrhein und im Landkreis Emmendingen das Nitrat-Problem diskutiert, aber bei seiner Lösung hat es keine wirklichen Fortschritte gegeben. So haben zwar seit Dezember 2018 die Menschen in Wyhl endlich trinkbares nitratärmeres Wasser, aber das Grundproblem, die landwirtschaftsbedingte Nitratbelastung der Böden und des Wassers, wurde nicht gelöst. Jetzt wird das Wyhler Trinkwasser zu 100 Prozent vom Tiefbrunnen Sasbach bezogen. Und hinter der angedachten Ringleitung am Kaiserstuhl und im Breisgau steht der gleiche, falsche Problem-Umgehungs-Ansatz: Schlechtes Wasser – lange Leitung. Die Kosten der angedachten Ringleitung würden wieder einmal die Bürgerinnen und Bürger zahlen und nicht die Verursacher.

Zunehmend verärgert nach jahrzehntelangen, erfolglosen Nitrat-Debatten und einer dauerhaft verfehlten Agrarpolitik drängt der regionale BUND, wie immer wieder in den letzten Jahrzehnten, auf eine echte Sanierung des Problems, eine Sanierung die bei den Schadstoffeinträgen ansetzen muss.

Axel Mayer, BUND-Regionalverband
Peter Steiert, BUND-Herbolzheim
Henner Wenzel, BUND Nördlicher Kaiserstuhl

Nachtrag:
Unsere regionale Landwirtschaft konkurriert auf einem globalisierten Agrarmarkt im Rahmen des Freihandels mit Ländern wie Kanada. Eine immer noch erfreulich kleinräumige Landwirtschaft z.B. in Südbaden, verkauft auf dem gleichen Markt wie die giftdominierte großindustrielle Landwirtschaft in den USA. Wenn nur noch der Preis und der„freie Markt“ zählen, wenn eine verfehlte Agrarpolitik nur noch die großindustrielle Landwirtschaft unterstützt, dann haben Grundwasser, Insekten, Vögel, Hecken aber auch die Mehrzahl der Landwirte selber keine Chancen. Die Naturschutzbewegung ist nicht der Feind der Landwirtschaft, sondern der potentiell Verbündete einer grundwasserfreundlichen, naturnäheren, giftärmeren, nachhaltigen und somit auch moderneren und zukunftsorientierten Landwirtschaft.
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Ă–kologische Geldanlage ,,,
FĂĽr Anleger der Ă–ko-Vertriebsfirma UDI sieht es nicht gut aus

Einige Anleger, die in Angebote der Öko-Vertriebsgesellschaft UDI investiert haben, müssen um ihr Geld bangen. Wie Finanztest berichtet, liegen Zinszahlungen bei acht Angeboten, die Gesellschaften der UDI-Gruppe aufgelegt haben, unter Plan. Die Rückzahlung stockt bei zwei Angeboten, die UDI vermittelt hat. „Es sieht nicht gut aus“, heißt es in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift.

UDI ist ein großer, bankenunabhängiger Direktvertrieb für ökologische Geldanlagen mit rund 17 500 Anlegern. Seit 1998 hat UDI eine halbe Milliarde Euro vor allem für 383 Windkraftanlagen, 46 Biogasanlagen und 90 Solarprojekte eingeworben, unter anderem über Nachrangdarlehen mit dem missverständlichen Namensteil „Festzins“. Läuft das Geschäft nicht wie geplant, können sich Zinsen und Rückzahlungen verzögern oder sogar ganz ausfallen.

Finanztest weist nun darauf hin, dass die Gesellschaften der Nachrangdarlehen UDI Energie Festzins II bis VII sowie zwei ähnlich riskante UDI-Genussrechte seit 2016 deutlich niedrigere Zinsen als geplant zahlen. In den Jahresabschlüssen 2017 der Gesellschaften, die die sechs Nachrangdarlehen aufgelegt haben, werden zudem nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile ausgewiesen. Auch bei den Te-Management-Gesellschaften, ebenfalls vermittelt durch die UDI, stocken die Geschäfte. Anleger bekamen in einem Fall ihr Geld verspätet zurück, in zwei weiteren Fällen warten sie trotz Fälligkeit noch darauf.

Aktuell bietet die UDI Energie Festzins ein Nachrangdarlehen mit Zinsen ab 4 Prozent pro Jahr an. Wegen der hohen Risiken hat die Stiftung Warentest das Angebot auf ihre Warnliste Geldanlage gesetzt. Seine konkreten Projekte sind nicht bekannt, mehrere andere Angebote zahlen Zinsen unter Plan.

Der Artikel Ă–kologische Geldanlagen findet sich in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/udi-warnung abrufbar.
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Neues Themenheft ĂĽber
 
Neues Themenheft ĂĽber "Wasser"
Neue Ausgabe von „Bürger & Staat“ - Zeitschrift der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)

Bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) liegt jetzt die neue Ausgabe der Zeitschrift „Bürger & Staat“ vor. Zehn fachkundige Beiträge informieren darin über ein für viele Menschen selbstverständliches, ebenso aber bedrohtes Gut: Wasser. Thematisiert werden die ökonomische Bedeutung und das politische Konfliktpotential, das dem knappen wie lebenswichtigen Rohstoff zukommt. Globale Herausforderungen wie die prognostizierte Zunahme von „Wasserflüchtlingen“ erörtert ein Beitrag, der den Zusammenhang von Umweltkatastrophen und Migration aufgreift. Maßnahmen wie das „Integrierte Wasserressourcen-Management“, ein international anerkanntes Leitbild zur Überwindung von Nutzungskonflikten, werden diskutiert. Ob Selbstverpflichtungen zum nachhaltigen Umgang mit Wasser, z. B. bei Herstellern von landwirtschaftlichen Produkten wie Baumwolle und Palmöl, einen Weg aus der Krise bedeuten, untersucht eine weitere Abhandlung. Auf nationaler Ebene beschäftigen sich am Beispiel Berlins zwei Aufsätze mit Privatisierungsfolgen bei Betrieben, die die Versorgung mit Trinkwasser gewährleisten.

Die Zeitschrift „Bürger & Staat“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg richtet sich an das Fachpublikum und gleichermaßen an die interessierte Öffentlichkeit. Sie erscheint dreimal jährlich. Kostenlose Einzelhefte und Gruppensätze können im Webshop der Landeszentrale bestellt werden: www.lpb-bw.de/shop. Ab einem Gewicht von 500 g werden die Versandkosten in Rechnung gestellt.
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Klöckners Runder Tisch Insektenschutz
Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Handlungsdefizit!

Berlin, 14. Januar 2018. Seit fast zwei Jahren wird in Deutschland intensiv über den dramatischen Verlust der Insektenfauna diskutiert. Seit knapp einem Jahr gilt das Versprechen der Bundesregierung, rasch und ambitioniert zu handeln, „um die Lebensbedingungen für Insekten noch in dieser Legislaturperiode deutlich und nachhaltig zu verbessern“.
Anlässlich des heutigen „Runden Tischs“ von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zum Thema Insektenschutz und Landwirtschaft erklären die Naturschutzverbände BUND, NABU und ihr Dachverband Deutscher Naturschutzring:

„Seit Monaten bleibt die Bundeslandwirtschaftsministerin konkrete Vorschläge schuldig, wie sie das vom Bundeskabinett in Eckpunkten verabschiedete Aktionsprogramm Insektenschutz unterstützen und mit Initiativen in ihrer Zuständigkeit ergänzen will. Als Verbände sind wir jederzeit zur Unterstützung bereit, wenn klar ist, dass es jetzt nicht mehr um die Frage des „ob“, sondern nur noch um das „wie“ geht. Denn es ist völlig unstrittig, dass eine immer intensivere Landwirtschaft mit hohen Einträgen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und ausgeräumten Landschaften den entscheidenden Anteil am Insektenverlust trägt“, betont DNR-Generalsekretär Florian Schöne.

„Das Bundesumweltministerium hat im Oktober umfangreiche Maßnahmenvorschläge vorgelegt, mit denen der Insektenschutz noch in dieser Legislaturperiode ernsthaft begonnen werden kann. Diese müssen die Grundlage für jede weitere Diskussion sein. Wir erwarten, dass das Landwirtschaftsministerium unverzüglich konkrete Vorschläge auf den Tisch legt, wie die in der Landwirtschaft angedachten Maßnahmen umgesetzt werden können,“ ergänzt Olaf Bandt, Geschäftsführer des BUND.

Die Verbände kritisieren, dass die Einladung zum Runden Tisch sehr kurzfristig erfolgt war und keine Beschlussvorschläge beinhaltete. Angesichts der anstehenden Internationalen Grünen Woche dränge sich der Eindruck auf, dass es dem Ministerium mehr um Stimmung als um Substanz geht.

„Wir packen gerne mit an, wenn Julia Klöckner zum Kampf gegen das Insektensterben einlädt. Dazu muss sie aber auch endlich konkret sagen, wie sie dafür die Agrarpolitik ändern will", so Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU. Die Verbände kritisieren zudem, dass sich die Bundesministerin bisher nicht zu den längst vorliegenden Vorschlägen der EU-Kommission für die EU-Agrarpolitik 2021-2027 positioniert hat. Eine Debatte über die milliardenschweren überwiegend umweltschädlichen Subventionen werde damit unterdrückt.

- Gemeinsame Pressemitteilung von Deutscher Naturschutzring (DNR), Bund fĂĽr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) -
 
 



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