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Dienstag, 5. Juli 2022
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Verschiedenes

 
Start der Umwelt-Schnitzeljagd „dem Müll auf der Spur“
Nachhaltige Projektarbeit – eine Grundschule macht’s vor

Mit dem Projekt „Umwelt-Schnitzeljagd – dem Müll auf der Spur“ kommt im Bereich Umweltbildung frischer Wind in die Klassenzimmer der Gerhart-Hauptmann-Schule: In kreativer Gruppenarbeit und unter abfallpädagogischer Begleitung durch die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) ist in den vergangenen drei Monaten kräftig aufgeräumt worden in Sachen Abfall, Ressourcenschonung und Umweltschutz.

Entstanden ist das Projekt „Umwelt-Schnitzeljagd“, an dem sich an insgesamt 6 Projekttagen die Klassen der zweiten bis vierten Jahrgangsstufe beteiligt haben. Erarbeitet wurde eine Schatzsuche, bei der die Teilnehmenden auf der Suche nach Hinweisen kindgerecht durch die Kreislaufwirtschaft geführt werden. Dass die Gerhart-Hauptmann-Schule bereits vor dem Projekt über einen aus freiwilliger Initiative entstandenen „Müllclub“ mit zwölf Mitgliedern verfügt, zeigt das bestehende Interesse der Schülerinnen und Schüler am Thema.

An bis zu acht Stationen müssen die Schatzsuchenden Hinweisen folgen und diverse Aufgaben lösen. Die Aufgaben dienen als Anregung, um über das eigene Konsumverhalten im Alltag nachzudenken, Abfall bestmöglich zu vermeiden und richtig zu entsorgen. In Kleingruppenarbeit werden beispielsweise Abfälle in ihre Rohstoffe zerlegt, dem richtigen Recyclingprozess zugeführt und durch nachhaltige Alternativen ersetzt. Fotos von verkleideten Superhelden erinnern mahnend an „Schmutzecken“ auf dem Schulgelände.

Die Grundsteinlegung für ein umweltbewusstes Verhalten erfolgt vor allem im jungen Kindesalter. Diesem Grundsatz folgend ist im Auftrag der Stadtverwaltung bei der ASF bereits seit über zwei Jahrzehnten eine Abfallpädagogikstelle eingerichtet, die fachliche Impulse in Schulen und Kitas setzt. „Bisher haben wir den Kindern den abfallrelevanten Lernstoff in Einzelstunden spielerisch vermittelt, zum Beispiel durch kleine Sketche mit liebenswerten Abfalltönnchen oder durch praktische Lerneinheiten zur Abfallsortierung oder zum Papierschöpfen“, erklärt Julia Holzer, die stellvertretende Geschäftsführerin der ASF. „Die Umwelt-Schnitzeljagd soll den Kindern nun eine intensivere und ganzheitlichere Auseinandersetzung mit den Schwerpunkten Ressourcenschonung durch Abfallvermeidung, Abfalltrennung und Recycling sowie Plastikverschmutzung in den Ozeanen ermöglichen. Dies schärft das Bewusstsein für zukunftsrelevante Themen.“

Was für die Kinder in erster Linie eine spaßige Beschäftigung darstellt, ist zugleich Teil des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schulen. Der Schutz des Klimas steht nicht erst seit der Bewegung „Fridays for Future“ im weltweiten Fokus. In Baden-Württemberg sind Nachhaltigkeitsthemen bereits seit 2016 fester Bestandteil des Bildungsplans für allgemeinbildende Schulen. Im Zuge des Nationalen Aktionsplans „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (kurz BNE) sollen Menschen bereits in jungen Jahren lernen, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und verantwortungsvoll zu denken und zu handeln.

Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit fasst die Bedeutung des Projekts für die Umweltbildung wie folgt zusammen: „Damit die Kinder später gut leben können, müssen sie heute lernen, dass Ressourcen nicht unendlich verfügbar sind und Abfälle daher richtig sortiert und entsorgt werden müssen. Das tut Menschen, Pflanzen und Tieren gut. Daher ist Abfallpädagogik so wichtig. Vor allem in den Schulen und Kindergärten kann ein bewusster Umgang mit Abfällen in den Alltag integriert und pädagogisch begleitet werden. Dafür benötigen wir neue kreative Lernmethoden, die Spaß machen, motivieren und das Gelernte im Gedächtnis verankern, so wie bei der Umwelt-Schnitzeljagd.“

Bei Interesse an dem Projekt können sich Freiburger Schulen unter info@abfallwirtschaft-freiburg.de an die ASF wenden.
 
 

 
Amerikanische Faulbrut bedroht Bienenvölker im Stadtkreis
Keine Gefahr fĂĽr andere Tiere oder Menschen

Am Dienstag wurde bei einem Bienenstand im Stadtkreis Freiburg der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut amtlich festgestellt. Dies ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Bienenbrut, auch unter dem Namen „Bösartige Faulbrut“ bekannt. Der Erreger stellt keine Gefahr für ausgewachsene Honigbienen, andere Tiere oder Menschen dar.

Die bösartige Faulbrut ist anzeige- und bekämpfungspflichtig, da sie das Überleben der Bienenvölker massiv bedroht. Im Falle eines Ausbruchs sind die Schutzmaßnahmen gemäß der Bienenseuchen-Verordnung einzuleiten, um die Erkrankung inzudämmen und eine Ausbreitung zu verhindern:

Um den betroffenen Betrieb ist eine Restriktionszone (Radius mindestens 1 km) einzurichten, diese wird per Allgemeinverfügung der Stadt Freiburg öffentlich bekannt gemacht. Bienenhalter sind in der Pflicht, sich zu informieren, ob ihr Bienenstand in dieser Restriktionszone liegt.

Das Verbringen oder Transportieren von Bienenvölkern und Materialien, die in Kontakt mit Bienen kommen, sowohl in diese als auch aus dieser Zone, ist streng verboten. Die Völker in der Restriktionszone werden allesamt untersucht, seuchenkranke Völker werden nötigenfalls abgetötet.

Zeigen andere Bienenvölker einer betroffenen Imkerei keine klinischen Symptome und besteht bei diesen nach dem Gutachten einer Amtstierärztin/eines Amtstierarztes eine Chance auf Heilung, so kann mit Zustimmung der Veterinärbehörde ein sogenanntes Kunstschwarmverfahren durchgeführt werden. Hierbei werden alle Waben einschließlich der Bienenbrut vernichtet. Lediglich die adulten Bienen werden nicht abgetötet, jedoch unter amtlicher Kontrolle so behandelt, dass ein Weitertragen des Erregers ausgeschlossen ist.

Alle Materialien, die mit den befallenen Bienenvölkern in Kontakt gekommen sind, müssen ordnungsgemäß und ebenfalls unter behördlicher Kontrolle gereinigt und desinfiziert werden. Ist dies nicht möglich, müssen die Materialien unschädlich beseitigt werden.

Honig, der von befallenen Bienenvölkern gewonnen wurde, kann eine hohe Anzahl von Bakterien-Sporen enthalten. Diese sind für den Menschen ungefährlich. Der Honig bleibt somit für den menschlichen Verzehr geeignet. Mit Sporen belasteter Honig darf aber unter keinen Umständen an Bienen verfüttert werden und ist daher stets bienensicher aufzubewahren! Bei der Entsorgung von Honigresten ist darauf zu achten, dass Bienen diesen nicht erreichen können.

Die Veterinärbehörde der Stadt Freiburg hat bereits am 28. Juni im Ausbruchsbetrieb die genannten Maßnahmen verfügt. Es wurde zudem Kontakt mit dem Bienengesundheitsdienst sowie dem zuständigen Bienensachverständigen aufgenommen, um die Ausbreitung der Seuche zügig einzudämmen und weiteren Schaden an den Bienenvölkern in Freiburg zu verhindern.

Da alle im Sperrbezirk befindlichen Bienenvölker untersucht und auf das Vorhandensein des Erregers beprobt werden müssen, werden alle Imker im Stadtkreis Freiburg nochmal auf die Registrierpflicht nach der Bienenseuchen-Verordnung hingewiesen. Demnach hat jeder, der Bienen halten will, dies spätestens bei Beginn der Tätigkeit der zuständigen Behörde anzuzeigen; dabei sind die Anzahl der Bienenvölker und ihr Standort anzugeben. Hierbei wird auf §26 Bienenseuchen-Verordnung aufmerksam gemacht. Danach handelt ordnungswidrig, wer eine solche Anzeige vorsätzlich oder fahrlässig nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erstattet.

Die Veterinärbehörde bittet um die Unterstützung aller Imker im Stadtgebiet, damit die Erkrankung effektiv bekämpft und eine Ausbreitung verhindert werden kann.

Die AllgemeinverfĂĽgung der Stadt Freiburg stehen zur allgemeinen Information auf www.freiburg.de; der genaue Sperrbezirk ist online detailliert einzusehen.
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Aussichtsplattform auf Freiburgs Prärie
(c) Mundenhof / Stadt Freiburg
 
Aussichtsplattform auf Freiburgs Prärie
Partnerstadt Madison spendet 8.000 Euro fĂĽr den Mundenhof

Prärien gehören zu den artenreichsten Pflanzengesellschaften der Erde. Im Gegensatz zu den mitteleuropäischen Wiesen, die im Mai und Juni ihre Hauptblüte haben, erblühen Prärienpflanzen vom Juli bis in den Herbst hinein. Mit ihren extrem tief gehenden Wurzeln erreichen sie tief liegende Wasserschichten und sehen auch bei Trockenheit gut aus. Es sind also ideale Pflanzen für den Klimawandel.

Die erste Prärie auf dem Mundenhof entstand im Jahr 2011, auf einer Dreiecksfläche im Bisongehege. Sie hat sich als kleine Wiese so gut etabliert, dass 2018 der nächste Versuch gestartet wurde. Davor hatte Mundenhof-Leiterin Susanne Eckert schon im Jahr 2017 Kontakte nach Madison in Wisconsin sowie in andere US-Bundesstaaten des Mittleren Westens mit noch vorhandenen Prärien geknüpft. In der Folge entstanden auf dem Mundenhof zwei weitere Prärie-Flächen beim Bisongehege. Inzwischen werden auch Zauneidechsenflächen mit Prärieblumen bepflanzt.

Der Blütenrausch im Sommer kommt auch bei den Besucherinnen und Besuchern des Mundenhofs bestens an – worüber sich das private „Madison Freiburg Sister City Committee“ in Wisconsin derart freute, dass sein Vorstand 8.000 Dollar für die Weiterentwicklung der Mundenhof-Prärie zur Verfügung stellte. Mit diesem Geld hat der Mundenhof die Aussichtsplattform zwischen Pinot-Pferden und Bisons finanziert. Die fünf Bisonkühe und der aus Basel stammende junge Bisonbulle sollen auch Nutznießer der Prärie sein: sie dürfen gelegentlich auf der Fläche am Steilhang grasen. Dass fast alle Präriepflanzen nicht nur für die Indianer wichtige Medizinalpflanzen waren und sind, werden in Kürze Infotafeln am Zaun entlang der Prärie verraten.

Das große Treffen der Partnerstädte, das am vergangenen Wochenende in Freiburg stattfand, hat nun auch der amerikanische Verein „Madison Freiburg Sister City Committee“ zu einer Visite der deutschen Partnerstadt genutzt. Dabei besuchten Charles J. James, Präsident des Committees, und Schatzmeister Richard Kotenbeutel auch den Mundenhof und nahmen die Aussichtsplattform beim Bisongehege in Augenschein, die ihre Spende ermöglicht hatte.

zum Bild oben:
Charles J. James (links) und Richard Kotenbeutel an der Aussichtsplattform.
(c) Mundenhof / Stadt Freiburg
 
 

 
Chancen nutzen, Resilienz schaffen
Forderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag eine Ernährungsstrategie bis 2023 angekündigt. Das Bündnis #ErnährungswendeAnpacken aus 22 Verbänden hat jetzt ein Positionspapier für eine zukunftsweisende Ernährungsstrategie erarbeitet, die es im Vorfeld der Auftaktveranstaltung des Bundesernährungsministeriums zur Erarbeitung der Ernährungsstrategie am 29. Juni vorlegt. Darin werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um allen Menschen eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährung zu ermöglichen.

Die Initiative #ErnährungswendeAnpacken begrüßt, dass die Ampelkoalition bis 2023 eine Ernährungsstrategie für Deutschland erarbeiten will, um eine „gesunde Umgebung für Ernährung und Bewegung zu schaffen”. Jetzt muss die Bundesregierung zügig ambitionierte Ziele und einen klaren Zeitplan für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen vorlegen.

Grundlage, Leitbild und Vision bei der Entwicklung der Ernährungsstrategie sollte eine sozial gerechte, gesundheitsfördernde, umweltverträgliche und dem Tierschutz zuträgliche Ernährungspolitik für Deutschland sein. Die Ernährungsstrategie und die darin definierten Maßnahmen sollten mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet sein. Ohne Investitionen wird eine Ernährungswende nicht zu erreichen sein. Um eine verbindliche Umsetzung der Maßnahmen sicherzustellen, sollten konkrete Erfolgsindikatoren entwickelt werden.

Transparenz und Beteiligung
Eine Ernährungswende kann nur gelingen, wenn sie breiten Rückhalt in der Bevölkerung hat. Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis eine transparente Planung und Beteiligung der relevanten Wissenschaftler:innen und Berufsgruppen sowie der zivilgesellschaftlichen Verbände bei der Erstellung der Ernährungsstrategie bis 2023 sowie bei deren Umsetzung.

Eine Strategie fĂĽr alle
Ziele und Maßnahmen der Ernährungsstrategie müssen mit Blick auf soziale Gerechtigkeit gestaltet werden. Dies gilt insbesondere für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen. Eine Ernährungswende muss dazu führen, dass allen Menschen eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung ermöglicht wird. Gesundes, nachhaltiges Essen darf kein Privileg für einkommensstarke Haushalte sein, sondern ist ein Grundrecht für alle.

Folgende konkrete Maßnahmen hält das Bündnis für essenziell:
• Finanzierung einer flächendeckenden, gesundheitsförderlichen und nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung und eine Weiterentwicklung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
• Überprüfung der Lebensmittelbesteuerung mit dem Ziel einer sozial gerechten, gesundheitsfördernden, umweltverträglichen und dem Tierschutz zuträglichen Ausrichtung.
• Förderung einer pflanzenbasierten Ernährung mit dem Ziel, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren.
• Stärkung einer sozial gerechten, gesundheitsförderlichen und umweltfreundlichen Ernährungskompetenz in Schule und Beruf.
• Verbesserung der Qualifizierung und Verankerung von Ernährungsbildung und Ernährungstherapie im Gesundheitswesen.
• Verbindliche Regulierung von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung.
• Erhöhung der Leistungen in der sozialen Mindestsicherung im Kampf gegen Ernährungsarmut.

Um die Ziele der Vereinten Nationen für eine Nachhaltige Entwicklung sowie die im Pariser Klimaabkommen verankerten Ziele zu erreichen, ist ein „Weiter so“ keine Option. Darüber besteht ein breiter Konsens. Nun hat der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht nur zu einer leidvollen humanitären Krise geführt, sondern er bedroht auch die globale Ernährungssicherung und erschwert das Erreichen von Klima-, Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitszielen in der Weltgemeinschaft.
Gerade jetzt ist es deshalb wichtiger denn je, dass wir für eine nachhaltige und gesunde Ernährung ein langfristig resilientes Ernährungssystem schaffen. Aktuellen und künftigen Herausforderungen und Krisen werden wir nur standhalten, wenn wir Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Umweltverträglichkeit zusammendenken.

Dr. Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e.V., unterstreicht die Dringlichkeit und Ziele einer Ernährungsstrategie: „Auf unseren Feldern und in unseren Küchen haben wir zahlreiche bislang ungenutzte Möglichkeiten, das Klima, die biologische Vielfalt und die Gesundheit jedes einzelnen Menschen zu schützen. Aufgabe der Ernährungspolitik ist es, ein langfristig produktives Ernährungssystem mit gutem, sauberem und fairem Essen für alle zu schaffen. Politik und Gesellschaft können und müssen das jetzt gemeinsam auf die Teller bringen!“

Das Positionspapier wird getragen von: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ), BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern (BÄK), Bundesvertretung der Medizinstudierenden, Deutschland e. V. (bvmd), Bundeszahnärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V. (BZÄK), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e. V. (BÖLW), Der Paritätische Gesamtverband, Deutsche Adipositas Gesellschaft e. V. (DAG) Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der DAG, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM), Deutsches Netzwerk Schulverpflegung (DNSV), Ecologic Institute, Netzwerk der Ernährungsräte, Institut für Welternährung, iSuN - Institut für Nachhaltige Ernährung, Fachhochschule Münster, Physicians Association for Nutrition (PAN), ProVeg, RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V., Slow Food Deutschland e. V., Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv), WWF Deutschland
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Die ReiĂźleine ziehen beim Neubaustadtteil Dietenbach
Sehr geehrte Damen und Herren Fraktionsvorsitzende und Mitglieder
des Gemeinderats der Stadt Freiburg i.Br.

Dass die Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau nun den Ausstieg sucht aus ihrer zu kostenträchtigen Einbindung auf dem Moloch Riesen-Neubaustadtteil Dietenbach, das sei für den in Freiburg ansässigen gemeinnützigen Verein ECOtrinova e.V. keine Überraschung, so der Vereinsvorsitzende Dr. Georg Löser heute im offenen Brief an den Gemeinderat, OB und Bürgermeisterriege der Stadt in einer ersten Stellungnahme zu Berichten vom 22. Juni.

Denn die Sparkasse habe immer wieder schriftlich darauf hingewiesen, dass sie bei Dietenbach mit der Wirtschaftlichkeit erhebliche Probleme habe, so mit Schreiben vom 23.7.2018 einen Tag vor dem Beschluss des Gemeinderats zur Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Dietenbach. Das Schreiben lag dem Gemeinderat und der Stadt vor. ECOtrinova erhielt es damals auf Nachfrage von der Stadt. Bei den öffentlichen Urkunden von 2018 zu den Optionsverträgen und Kaufangeboten an die Landeigentümer verdeutlichte die Sparkasse als Käufer die Unwirtschaftlichkeit klarer, dass „die Wirtschaftlichkeit des Projekts für ihn zur Zeit nicht gewährleistet ist.“

ECOtrinova habe den Gemeinderat, OB Horn und die BĂĽrgermeisterriege immer wieder auf Obiges hingewiesen. Taube Ohren, Augen zu und durch war offenbar die Reaktion. Jetzt mĂĽsse die ReiĂźleine gezogen werden fĂĽr das Ende des Projekts Neubaustadtteil Dietenbach, damit es nicht zu finanziellem Schrecken ohne Ende komme.

Wäre der jetzige voraussichtliche Rückzug der Sparkasse ein Jahr eher erfolgt, hätte die Stadt den Dietenbach-Prozess beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg vermutlich verloren. Da steht eventuell noch die Revision beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig an.

ECOtrinova fragt: Zahlt die Stadt Freiburg an die Sparkasse nun deren evtl. verlorenen Aufwand und die OptionsgebĂĽhren an die LandeigentĂĽmer von 1 Euro pro qm und Jahr, das sind laut obigem Schreiben vom 23.7.2018 nach damaligem Stand 8 Millionen Euro. Wie stehen die Sparkassenkunden und die anderen Kommunen der Sparkasse da, wenn der Betrag nicht kommt?

Der Verein sei gespannt auf die anstehende Fortschreibung der Sonderrechnung Dietenbach mit stark gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten schon für die Erschließung samt Kitas und Schulen usw.. Und ob es für Wohnbau, der ja auch viel teurer wurde, bei inzwischen extrem gestiegenen Preisen für erschlossene Grundstücke überhaupt noch gehe außer für Reiche. Für die wäre es anderswo in Freiburg in einem schönen Altbau sicher angenehmer als in einem für maximal viele Wohnungen ausquetschten Dietenbach.
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NABU: So schĂĽtzen sich Wildtiere vor Hitze
Widehopf (c) NABU/CEWE/Paul Gläser
 
NABU: So schĂĽtzen sich Wildtiere vor Hitze
Feldhasen nutzen Ohren als Klimaanlage, Störche kühlen Beine mit Kot / Jetzt Vogeltränke bauen

Berlin, 16.6.22 – In Deutschlands wird es in diesen Tagen vielerorts über 30 Grad warm. Die hohen Temperaturen machen nicht nur Menschen, sondern auch Wildtieren zu schaffen. Weil Fell und Federn bei hohen Temperaturen keine große Hilfe sind, und viele Tiere mangels Schweißdrüsen nicht wie Menschen schwitzen können, haben einige Arten besondere Verhaltensweisen entwickelt, um Hitzewellen zu überstehen.

„Von Hunden kennen wir das Hecheln“, so Sebastian Kolberg, NABU-Artenschutzexperte „Auf diese Weise senken auch Füchse ihre Körpertemperatur.“ Der Feldhase verfügt mit seinen Ohren sogar über eine körpereigene Klimaanlage: Seine großen, gut durchbluteten Löffel geben Körperwärme an die Umgebung ab.

„Amseln und Rabenkrähen sitzen häufig mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell ein und aus. Das ist das so genannte Kehlsackhecheln. Dabei werden Rachen und Lunge einbezogen und vergrößern so die Wärme abgebende Körperoberfläche“, sagt Martin Rümmler, NABU-Vogelschutzexperte. Manche Vögel haben noch weitere Tricks auf Lager. Der Storch beschmiert seine Beine mit flüssigem Kot, um sie vor der Sonne zu schützen. An heißen Tagen sehen Storchenbeine daher oft nicht rot, sondern weiß aus. „Neben dem direkten Sonnenschutz kühlt diese Technik auch: Das im Kot enthaltene Wasser verdunstet und kühlt so die Beine“, erklärt Rümmler.

Einige Vögel genießen scheinbar das heiße Wetter, sie legen sich oft minutenlang in die Sonne. So kann man zum Beispiel Drosseln beobachten, die einige Zeit regungslos an einer Stelle verharren und sonnenbaden. Manche Vögel wie der Zaunkönig legen sich dazu sogar platt auf den Boden und breiten weit die Flügel und den Schwanz aus. Rümmler: „Vögel bekämpfen auf diese Weise im Federkleid vorhandene Parasiten. Diese werden durch Hitze und UV-Licht in Schach gehalten.“

Viele Tiere machen es bei großer Hitze wie die Menschen: Sie meiden Bewegung, ziehen sich in den Schatten zurück oder gehen baden. Vögel nutzen gerne im Garten oder auf dem Balkon aufgestellte flache Wasserschalen, um zu trinken und ein erfrischendes Bad zu nehmen. Der NABU bietet unter www.NABU.de/vogeltraenke eine Anleitung zum Bau einer katzensicheren Vogeltränke an. „Wichtig ist, dass diese Schalen täglich mit heißem Wasser gereinigt und neu befüllt werden, damit sich keine Krankheitserreger verbreiten“, so Rümmler. In den vergangenen Jahren seien solche Krankheitsausbrüche an Wasserstellen an den NABU gemeldet worden. Beim ersten Anzeichen von kranken oder gar toten Vögeln in der Nähe der Wasserschalen sollte man die Schale daher sofort entfernen.

Nicht nur Vögel baden bei Hitze, auch Hirsche und Wildschweine suhlen sich gerne in wassergefüllten Gräben. An heißen Tagen wagen sich Hirsche auch in tiefere Gewässer vor.

Tipps zum Bau einer Vogeltränke online

zum Bild oben:
Dieses Foto ist im Rahmen des Fotowettbewerbs "Naturstars - Wer ist Dein Naturstar" 2020 mit CEWE entstanden. / Der Widehopf ist der Vogel des Jahres 2022. Er ist auch am Kaiserstuhl zu finden.
(c) NABU/CEWE/Fotograf: Paul Gläser
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LĂĽckenschluss Radweg FR2
Bauarbeiten zwischen GĂĽterbahnhofareal und TullastraĂźe sind abgeschlossen

Ein weiterer LĂĽckenschluss im Freiburger Norden ist fertig: Der Radweg FR2 fĂĽhrt aus dem GĂĽterbahnhofareal von der Berta-Ottenstein-StraĂźe zur TullastraĂźe. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) hat den Abschnitt in den letzten fĂĽnfeinhalb Wochen saniert und dem gewohnten Standard fĂĽr Radschnellwege angepasst.

Die Strecke ist jetzt durchgängig neu asphaltiert und beleuchtet. Damit konnte das GuT die Attraktivität dieser Verbindung für Radfahrerinnen und Radfahrer deutlich steigern. Die Sanierung hat insgesamt 150.000 Euro gekostet. Die baustellenbedingte Umleitung über die Karlsruher Straße kann am Montag, 13. Juni, aufgehoben werden.

Die Rad-Vorrang-Route FR2 durchquert viele Stadtteile im Freiburger Westen entlang der Güterbahnstrecke. Sie stellt eine wichtige Verbindung quer durch die ganze westliche Stadt dar. An der Trasse liegen Ziele wie das Industriegebiet Nord, der Güterbahnhof-Nord, die Messe und die Technische Fakultät, das Universitäts-Klinikum, das Behördenareal mit Regierungspräsidium, Arbeitsamt, Rathaus im Stühlinger und Gewerbeschulen sowie das große Gewerbegebiet Haid.

Weitere Informationen ĂĽber aktuelle Baustellen in Freiburg online
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Freiburger Projektgruppe „Schafe im Weinberg
Jakob Hörl und Dr. Nicolas Schoof (c) Marion Hunger
 
Freiburger Projektgruppe „Schafe im Weinberg" ausgezeichnet
8. Juni 2022. Slow Food Deutschland hat heute in Berlin den Ursula Hudson Preis verliehen. Preisträger 2022 ist die Projektgruppe „Schafe im Weinberg“ der Hochschule Rottenburg, des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg und der Universität Freiburg. Das Team um Nicolas Schoof und Anita Kirmer erforscht das Potential von Schafen im Weinberg. Als Weidetiere tragen sie zum Erhalt der Biodiversität bei, gleichzeitig reduziert sich der Einsatz von Pestiziden.

Der 2021 initiierte Bildungspreis von Slow Food Deutschland (SFD) ist nach der langjährigen SFD-Vorsitzenden Ursula Hudson benannt, die im Sommer 2020 verstarb. Sie galt als Vordenkerin für die Ernährungswende. Der Preis ehrt Menschen für ihren erfolgreichen Beitrag zur Transformation unseres Ernährungssystems. Ein unabhängiges fünfköpfiges Kuratorium wählte aus den rund 80 Bewerbungen vier Nominierte aus, die heute in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin vorgestellt wurden. Preisträger ist die Projektgruppe „Schafe im Weinberg“ aus Baden-Württemberg, die in Theorie und Praxis erforscht, wie die Weidetiere dabei helfen, zwei Krisen gleichzeitig zu lindern: unsere Abhängigkeit von hohen Pestizideinsätzen bei der Lebensmittelerzeugung sowie den gravierenden Biodiversitätsverlust. Die Schafe leisten dreifache Synergieeffekte: Indem sie weiden, regulieren sie Beikraut und es reduziert sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln; ihr Dung nährt Insekten und stellt Biodiversität wieder her; gleichzeitig sind sie Fleisch- und Wolllieferant.

Jakob Hörl und Dr. Nicolas Schoof nahmen den Preis stellvertretend für die Forschungsgruppe entgegen. Überreicht wurde ihnen die Trophäe von Pirmin Spiegel und Tanja Busse aus dem Kuratorium, die dabei ihre Entscheidung unterstrichen: „Um die großen Herausforderungen unserer Zeit angemessen zu bewältigen, brauchen wir praktikable Lösungen. Die Ergebnisse der Forschungsgruppe haben uns überzeugt und wir möchten ihren innovativen Einsatz von Schafen als natürliche Rasenmäher und Erhalter von Vielfalt auszeichnen“.

Für den Ursula Hudson Preis können sich Engagierte jährlich selbst bewerben bzw. nominiert werden. Rund 80 inspirierende Bewerbungen sind 2022 bei Slow Food eingegangen. Aus Sicht der SFD-Vorsitzenden Nina Wolff gebührt ihnen allen Anerkennung: „Besonders beeindruckt hat uns auch in diesem Jahr wieder die Kreativität und die Entschiedenheit, mit der Menschen Kurs nehmen auf ein gutes, sauberes und faires Ernährungssystem. Diesen Slow-Food-Weg möchten wir weiter gemeinsam mit ihnen allen gehen. Weil jede und jeder Vorbildfunktion hat und weiß: wenn wir über Zukunft sprechen, führt kein Weg am Essen vorbei“.

Der Ursula Hudson Preis ist mit 1.500 € dotiert; neben den Preisträgern waren nominiert: Kantine Zukunft (Berlin) für ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung, das Foodsharing-Café Raupe Immersatt (Stuttgart) als Akteur gegen Lebensmittelverschwendung, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) Mitteldeutschland (Nessetal) für ihre Vorreiterrolle bei der Erstellung von Kriterien für die Gemeinwohlverpachtung landwirtschaftlicher Flächen. Das Kuratorium besteht aus der Autorin und Moderatorin Dr. Tanja Busse, Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel, der Slow-Food-Engagierten Barbara Assheuer, der Vorsitzenden der Freien Bäcker Anke Kähler und dem Winzer Sebastian John.
 
 



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