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Montag, 18. Oktober 2021
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Verschiedenes

Freiburg: Alte Bahnen finden neue Heimat
(c) Patrick Seeger, Stadt Freiburg
 
Freiburg: Alte Bahnen finden neue Heimat
Vier knapp 33 Meter lange und 38 Tonnen schwere Stadtbahnwagen vom Typ GT8 K der Freiburger Verkehrs AG (VAG) haben eine neue Heimat gefunden.

Die 1981 beschafften Achtachser konnten nach 40 Jahren Einsatzzeit dank der Anschaffung von modernen Fahrzeugen des Typs Urbos in den Ruhestand gehen. Auch auf Anregungen aus dem Aufsichtsrat landen die ausgedienten Fahrzeuge nun nicht beim SchrotthĂ€ndler. Stattdessen wurden Interessierte dazu aufgerufen, sich mit Nutzungskonzepten um die vier Wagen zu bewerben. Die Fahrzeuge selbst werden den ausgewĂ€hlten Projekten unentgeltlich zur VerfĂŒgung gestellt, die gesamte finanzielle und organisatorische Umsetzung – vom Transport bis hin zum geeigneten Stellplatz – ist von den Interessenten zu leisten.

Die Bahnen sind ein StĂŒck Stadtgeschichte. Sie haben fahrzeugseitig das erneuerte Stadtbahnzeitalter eingelĂ€utet, das 1983 mit der Eröffnung der Linie 1 bis zur Paduaallee begann.

Im April 2021 wurde die Vergabe mit dem Projekttitel „Alte Bahn sucht neuen Job“ ĂŒber den Blog der VAG und die Social-Media-KanĂ€le gestartet. Siebzehn Projekte haben eine Bewerbung eingereicht. Elf Projekte haben es in die zweite Runde geschafft und konnten sich in einem Besichtigungstermin ĂŒber Umfang und Zustand der Straßenbahnen einen genaueren Eindruck verschaffen. Aus den verbliebenen Interessensbekundenden konnten dann vier Projekte ausgewĂ€hlt werden.

Bei den glĂŒcklichen neuen Besitzerinnen und Besitzern einer Straßenbahn handelt es sich um

 Tramkneipe Rieselfeld; BĂŒrgerInnenverein Rieselfeld | Freiburg
Treffpunkt und Anlaufpunkt fĂŒr alle Freiburgerinnen und Freiburger mitten im Rieselfeld

 Freies Kulturareal; Clubkultur e.V. Freiburg | Freiburg
Straßenbahn als fester Teil der KulturstĂ€tte, ausgestattet mit Bar-, Konzert- und Clubtechnik, fĂŒr verschiedene Vereine, Institutionen und Veranstalter

 Straßenbahn wird Ess-Bahn; Gasthof BĂ€ren | Titisee-Neustadt
In der Straßenbahn werden verschiedene, internationale KĂŒchen ihr gastronomisches Angebot unterbreiten, auch eine Eisdiele/Kaffeebar eingerichtet

 Kliemannsland; Kliemannsland GmbH | RĂŒspel (Niedersachsen)
Die Bahn als Workshop-Raum, Co-Working-Space und Honey-Moon-Schlafwagen

„Es ist schön, dass die WĂ€gen auch weiterhin öffentlich genutzt werden können. Toll, dass zwei davon auch in der Stadt bleiben. Die beiden anderen machen im Schwarzwald und in Norddeutschland ein wenig Werbung fĂŒr Freiburg und die VAG;“ sagt VAG Vorstand Stephan Bartosch. Sein Vorstandskollege Oliver Benz merkt an: “Es ist ein wenig traurig diese altehrwĂŒrdigen Fahrzeuge zu verlieren. Aber es gibt dabei auch ein lachendes Auge: Wir können unseren FahrgĂ€sten jetzt in jedem Fahrzeug mindestens einen Niederflureinstieg bieten.“
 
 

Unbegrenzt wachsen und Klimawandel stoppen?
Aktuelle Mitwelt-Kleinanzeige in der Badischen Zeitung
 
Unbegrenzt wachsen und Klimawandel stoppen?
Ein kurzer Debattenbeitrag aus der Umweltbewegung zu den anstehenden Koalitionsverhandlungen

Bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen steht auch das Thema Klimaschutz im Vordergrund. Gerade die FDP vertritt unwidersprochen die Meinung der Kampf gegen Klimawandel sei mit unbegrenztem Wachstum vereinbar.

"Unbegrenztes Wachstum ist dauerhaft möglich
und die einzige Lösung aller Probleme" ist die nicht hinterfragte, zentrale Botschaft von FDP und CDU / CSU, aber auch fast aller anderen Parteien ans dankbare Publikum. Und in diesem unhinterfragten Mythos stimmen rechte wie linke Parteien und die Medien fast ĂŒberein. Nur ĂŒber die Wege zum Wachstum gibt es Konflikte.

Kopfrechnen ist in solchen Zeiten nicht angebracht. Doch bei einem anhaltenden Wachstum von 3% verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wĂ€chst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und fĂŒhrt zwangslĂ€ufig zur Selbstzerstörung. Wir brauchen also dringend andere ProblemlösungsansĂ€tze, um die realen Probleme unseres Landes anzugehen.

Klimakatastrophe, Artenausrottung, AtommĂŒllproduktion, Regenwaldvernichtung, Überfischung, RessourcenĂŒbernutzung & Welt-VermĂŒllung sind Symptome der gleichen Krankheit.
Globale Gier und unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein (Der Autor ist seit 1974 in der Umwelt- und Naturschutzbewegung aktiv und war 30 Jahre lang BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer am Oberrhein)
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Neue kleine Atomkraftwerke und zukĂŒnftige Atomkraftwaffen?
Der französische StaatsprÀsident Macron will neue, gefÀhrliche, teure, kleine AKW bauen...

Rettung des französischen Energieversorgers EDF mit EU-Geldern?
Macron möchte einen Teil der 30 Milliarden Staatshilfen in die Rettung der französischen Atomwirtschaft investieren und verkauft dies geschickt als "grĂŒne Vision".
Laut einem Bericht des französischen Wirtschaftsministeriums hatte die EDF Ende 2019 rund 41 Milliarden Euro Schulden und bis 2028 sollen es fast 57 Milliarden Euro sein. Die EDF-Verbindlichkeiten treiben Frankreichs Staatsverschuldung in die Höhe. Eine Milliarde Euro soll jetzt in den Ausbau der Atomenergie investiert werden. Warum wird diese Zahl nicht mit den EDF-Schulden verglichen?
Der einzige EuropĂ€ische Druckwasserreaktor (EPR), der aktuell in Flamanville / Frankreich ĂŒberhaupt gebaut wird, geht frĂŒhestens 2023 ans Netz - mit elf Jahren VerspĂ€tung und nahezu vier Mal so teuer wie geplant. Die Geschichte der französischen Atomkraft ist keine Erfolgsgeschichte, sondern eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen. Das sagt nicht nur die Umweltbewegung, sondern auch der Aktienkurs der EDF.
Kleine und kleinste "umweltfreundliche und grĂŒne" Mini-Atomkraftwerke
sollen zukĂŒnftig in Frankreich gebaut und exportiert werden und die französische Forschung rechnet mit EU-Geldern. Aus den gefĂ€hrlichen, alten, großen Druck- und Siedewasserreaktoren wĂŒrden unzĂ€hlige Klein- und Kleinstreaktoren...
In jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die RadioaktivitĂ€t vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oder ein Anschlag auf ein Kleinst-AKW könnte eine Stadt unbewohnbar machen. Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangslĂ€ufig schlecht gesicherte, potenzielle Anschlagsziele. Auch fĂŒr die heutigen und zukĂŒnftigen Diktatoren der Welt brĂ€chte die Möglichkeit, "schmutzige Bomben" zu bauen, einen "nordkoreanischen Machtzuwachs".

Die Idee der Verbreitung von vielen kleinen & großen AKW auf der Welt ist ein globales Selbstmordprogramm und ein atomarer Alptraum, passt allerdings auch gut ins zerstörerische Zeitalter des AnthropozĂ€n...

Wunderwaffe Atomkraft?
Die Politik von Staatslenkern wie Herrn Macron, ist die Politik der globalen Umweltzerstörung. Sie ist verantwortlich fĂŒr AtommĂŒllproduktion, Fukushima und Artenausrottung. Im heutigen globalen Krieg gegen die Natur (Artensterben, Klimawandel, AtommĂŒllproduktion, Ressourcenverschwendung, Atom- und andere Massenvernichtungswaffen....) setzen diese politisch Verantwortlichen fĂŒr die große globale Zerstörung auf den alten neuen Mythos der Wunderwaffen.

Klimawandel, Artensterben, Endlichkeit der Ressourcen? Einfach weitermachen wie bisher!
Der menschengemachte Klimawandel soll mit neue kleinen Thorium Reaktoren bekĂ€mpft werden und ausgerotteten Arten werden mit Gentechnik wieder erschaffen. Das Verkehrsproblem wird mit Lufttaxis angegangen. Der fehlerhafte, menschliche Mensch wird mit Technik nach den Ideen des Transhumanismus ĂŒberwunden und durch den neuen, perfekten Übermenschen ersetzt. Irgendwann werden wir mit Raumschiffen die zerstörte Welt hinter uns lassen und neuen, unverbrauchten Planeten und neuen Mythen entgegenfliegen...
Nicht nur die Ökologie, auch die Ökonomie spricht gegen die teuren französischen PlĂ€ne. Warum setzt der Technokrat Macron auf eine gefĂ€hrliche, teure Hochrisikotechnologie, wenn es mit Sonne und Wind kostengĂŒnstige, umweltfreundliche und ungefĂ€hrliche Alternativen gibt?

Die armen Französinnen und Franzosen haben in KĂŒrze die Wahl zwischen einer rechtsradikalen Atom-Lobbyistin und einem neoliberalen Atom-Lobbyisten und Technokraten...

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, der Autor ist VizeprĂ€sident im Trinationalen Atomschutzverband TRAS und seit 1974 in der Umweltbewegung aktiv. Er war 30 Jahre BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
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Nachhaltig anlegen
Europa- und SchwellenlÀnderfonds im Test

SchwellenlĂ€nder und europĂ€ische MĂ€rkte sind beliebte AnlagemĂ€rkte und als Beimischung interessant fĂŒr diejenigen, die ihr Geld bislang vor allem in weltweit anlegende Aktienfonds investiert haben. Die Stiftung Warentest hat in der aktuellen Ausgabe ihrer ï»żZeitschrift Finanztest nun untersucht, wie nachhaltig sogenannte grĂŒne SchwellenlĂ€nder- und Europa-Fonds sind und welche sich davon fĂŒr ein ethisch-ökologisches Investment eignen.

Die Ergebnisse der 85 untersuchten Fonds sind etwas ernĂŒchternd: Anders als bei den nachhaltigen Aktienfonds Welt hat bei den SchwellenlĂ€nder- und Europa-Fonds kein Fonds in Sachen Nachhaltigkeit die Bestnote von fĂŒnf Punkten erreicht. Und nur ein einziger erreichte vier Punkte. Ein Grund fĂŒr das mĂ€ĂŸige Abschneiden der Fonds: Sie schließen fossile Energien nicht oder nur halbherzig aus. Und einige sind in Sachen Umwelt zu lax, sie schließen Firmen nur bei schwerwiegenden UmweltverstĂ¶ĂŸen aus.

Wenn sich ein Fonds ein grĂŒnes Etikett verpasst, sollte auch grĂŒn drin sein. HĂ€ufig entspricht das, was die Anbieter machen, jedoch nicht den Vorstellungen der Anleger. Finanztest schafft hier Transparenz und zeigt, wie grĂŒn die Fonds wirklich sind und welche Nachhaltigkeitsstrategien sie verfolgen.

Geldanlage, ob nachhaltig oder nicht, soll sich lohnen. Deshalb hat Finanztest fĂŒr die nachhaltigen Fonds, darunter aktiv gemanagte, Indexfonds und ETF, den Anlageerfolg bewertet. Anleger können sich so die zu ihren Nachhaltigkeits- und Renditevorstellungen besten Fonds auswĂ€hlen. ZusĂ€tzlich zeigt Finanztest, wie hoch der Anteil an Beimischungen je nach SicherheitsbedĂŒrfnis des Anlegers sein kann.

Den ausfĂŒhrlichen Test „Nachhaltig anlegen: Europa- und SchwellenlĂ€nderfonds“ erhalten Sie in der ï»żNovember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter ï»żwww.test.de/nachhaltige-fonds.
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14. Oktober: 120 Jahre Straßenbahn in Freiburg
(c) VAG Freiburg
 
14. Oktober: 120 Jahre Straßenbahn in Freiburg
Von der Elektrifizierung zur Digitalisierung

Ein StĂŒck Freiburger Stadtgeschichte feiert Geburtstag. Die Straßenbahn wird an diesem Donnerstag, 14. Oktober, 120 Jahre alt.

Seit ihrer Eröffnung am 14. Oktober 1901, als der elektrische „Hobel“ eine Pferdebahn ablöste, gehört sie zum Freiburger Stadtbild wie BĂ€chle und MĂŒnster und ist ein sichtbares Zeichen von Stadt- und LebensqualitĂ€t. StĂ€ndig steigende KapazitĂ€ten im Straßenbahnverkehr – die Fahrzeuge wurden grĂ¶ĂŸer, die Fahrplantakte dichter und die Fahrgastzahlen stiegen enorm – dokumentieren die Bedeutung des Verkehrssystems fĂŒr Freiburg: Die Stadt wuchs – und mit ihr die Stadtbahn. Schienenverkehrslinien waren und sind immer auch urbane Entwicklungsachsen.

Blickt man anlĂ€sslich des JubilĂ€ums zurĂŒck auf die MobilitĂ€t in den vergangenen 120 Jahren, dann sieht man, dass sich ihre Randbedingungen stĂ€ndig Ă€ndern und weiterentwickeln. Vor 120 Jahren gab es praktisch noch keine Autos. FußgĂ€nger, Fuhrwerke und Fahrradfahrer bestimmten das Stadtbild, zu denen sich – schon damals in zentraler innerstĂ€dtischer Lage – die Straßenbahn gesellte. In den Zeiten des Wiederaufbaus wuchs Freiburg enorm: Lebten 1954 noch 100.000 Menschen in Freiburg, so waren es 1964 bereits 160.000. Neue Stadtteile im Westen der Stadt entstanden. Mit der Ausdehnung der Stadt wuchs auch das BedĂŒrfnis nach MobilitĂ€t. Da war die StĂ€dtische Straßenbahn gefordert. Zu Zeiten des Wirtschaftswunders boomte dann das Auto und ab den Achtzigern wurde erkannt, dass Freiburgs Verkehrsprobleme nur durch die die schnelle, leicht verstĂ€ndliche Stadtbahn mit ihrer großen BeförderungskapazitĂ€t auf relativ wenig Raum gelöst werden können.

Heute eröffnen digitale Vernetzung und ElektromobilitĂ€t völlig neue Wege. Die ErderwĂ€rmung fordert zudem eine Verkehrswende, bei der auch der ÖPNV mit der Straßenbahn weiter in den Fokus rĂŒckt.

Die Konstante: Wo die ZĂ€hringer ihr Kreuz gemacht haben

Im Lauf seiner Geschichte hat sich das Stadtbahnnetz immer wieder verĂ€ndert. Eine Konstante war jedoch der auch heute noch wichtigste Kontenpunkt im Netz: der Bertoldsbrunnen. Das fĂŒr die StadtgrĂŒndungen der ZĂ€hringer Herzöge so typische zentrale Straßenkreuz von Kaiser-Joseph-Straße, Bertoldstraße und Salzstraße steht auch heute noch symbolhaft fĂŒr die Botschaft, dass der Öffentliche Nahverkehr immer dort prĂ€sent sein muss, wo viele Menschen hinwollen oder mĂŒssen.

Nach einem bestĂ€ndigen Wachstum des Schienennetzes kamen zunĂ€chst Kriegszerstörungen und spĂ€ter dann auch gelegentliche Streckenstillegungen. Seit den achtziger Jahren aber wuchs und wĂ€chst das Schienennetz in Freiburg bestĂ€ndig. ZunĂ€chst vor allem in die Nachkriegsstadtteile im Westen der Stadt. Aber auch ZĂ€hringen und Haslach wurden an das Stadtbahnnetz angeschlossen oder wieder angeschlossen. Neben einigen weiteren NetzergĂ€nzungen wurde es mit dem Rieselfeld zum Standard, dass Neubaugebiete in der Schwarmstadt Freiburg von Anfang an vom Schienennetz der VAG erschlossen werden. NĂ€chstes Beispiel dafĂŒr ist die Stadtbahn Dietenbach.

In den politischen Diskussionen der vergangenen Jahrzehnte war es nie die Frage, ob das Stadtbahnnetz ausgebaut werden soll, sondern wo die nĂ€chsten Schienen verlegt werden. Lange Planungsprozesse und gelegentlich auch leere Kassen der öffentlichen HĂ€nde fĂŒhrten hin und wieder zu Verzögerungen bei der Verwirklichung von Projekten, aber nie zu deren Stornierung.

Stadtbahn als Entwicklungstreiber.

Als 1901 erstmals die „Elektrische“ vom Martinstor oder Schwabentor kommend auf den Bertoldsbrunnen zurollte, wurde fĂŒr Freiburg ein neues Zeitalter eingelĂ€utet: Mit dem Bau eines E-Werks, eigens fĂŒr die Stromversorgung der Tram errichtet, hielt erstmals ElektrizitĂ€t Einzug in die Stadt. Ganz allmĂ€hlich wurde Gaslicht durch GlĂŒhlampen ersetzt. Die Entscheidung fĂŒr die Tram war also auch eine fĂŒr die beginnende Elektrifizierung. FĂŒr unsere Stadt war das ein großer Schritt in die Moderne. Und es ist eine schöne Episode der Geschichte, dass die VAG und der regionale Energieversorger badenova auch heute noch unter dem Dach der Stadtwerke Freiburg als Schwesterunternehmen Schulter an Schulter arbeiten.

Immer wieder konnte und kann man beobachten, dass die Investition in die Schieneninfrastruktur viele Folgeprojekte nach sich ziehen. Dies gilt besonders dann, wenn Strecken in bestehenden Stadtteilen gebaut oder grundlegend saniert werden. Beispiele hierfĂŒr sind die Bereiche entlang der ZĂ€hringer- und Habsburger Straße, das Ortszentrum von Haslach oder die Berliner Allee von der Breisacher Straße bis zur Messe, deren Gesichter sich mit dem Bau der Gleise und dem Anschluss an das Liniennetz deutlich verĂ€ndert haben. Glanzlicht dieser Entwicklung ist aber zweifellos die Stadtbahn Rotteckring und die mehrjĂ€hrige Metamorphose eines vierspurigen Innenstadtrings hin zu einem wunderschönen Boulevard mit BĂ€nken, BĂ€umen und PlĂ€tzen.

Umwelt- und Klimaschutz im Blick

RĂŒckenwind erfĂ€hrt der ÖPNV nicht zuletzt dank der Fridays-for-Future-Bewegung, die im umweltbewegten Freiburg großen Zuspruch erfĂ€hrt. Auch politisch wĂ€chst der Stellenwert des ÖPNV als wichtiger KlimaschĂŒtzer. Die Freiburger Verkehrs AG ist dabei Treiber der MobilitĂ€tswende. Seit 2008 nutzen die Verkehrsbetriebe zertifizierten regenerativen Strom. Im Streckennetz nehmen Schwungradspeicher den beim Bremsen erzeugten Strom auf und geben ihn bei Bedarf wieder ans Netzumfeld ab. Auf dem Betriebshof der Verkehrsbetriebe erzeugen PV-Anlagen Strom, mit dem kĂŒnftig auch die E-Bus-Flotte betankt wird. Denn klimafreundliche Stromer ersetzen in den nĂ€chsten Jahren Schritt fĂŒr Schritt die derzeitige Dieselflotte.

Frelo und Co.

MobilitĂ€t ist ein GrundbedĂŒrfnis der Menschen. Und diese MobilitĂ€t will – möglichst stadt- und umweltvertrĂ€glich – organisiert und vernetzt sein. Und genau das ist es, was die moderne Freiburger Verkehrs AG heute leistet.

Immer wieder in ihrer Geschichte hat sich die VAG und ihre VorgĂ€ngerorganisationen der Zeit angepasst und modernisiert. Dieser nie endende Prozess hat in den vergangenen Jahren nochmals an Fahrt gewonnen. Die VAG ist viele Schritte hin zu einer multimodalen und digitalen MobilitĂ€tsdienstleisterin gegangen, bei der das RĂŒckgrat der Angebote natĂŒrlich immer noch die Stadtbahn ist. Wie nie zuvor in ihrer Geschichte wird die Palette ihrer angebotenen Leistungen erweitert. Bestehende MobilitĂ€tsangebote werden vernetzt und auch digital abrufbar und buchbar macht.

GebĂŒndelt wird vieles davon in der VAGmobil-App mit deren Hilfe man nicht nur in Echtzeit Fahrplandaten abrufen und dabei auch gleich erkennen kann, ob als nĂ€chstes ein Niederflurfahrzeug kommt. Man kann seinen Fahrschein direkt online kaufen und nach dem Ausstieg mittels derselben App zum Beispiel ein Frelo-Leihrad oder ein CarSharing-Auto mieten.

Ebenso wie bei ihren Stadtbahnen herrscht auch bei der Freiburger Verkehrs AG niemals Stillstand. Mal laufen Entwicklungen etwas gemĂ€chlicher, und dann beschleunigen Sie wieder – hinein in neue Zeiten und Dimensionen. Seit 120 Jahren.

zum Bild oben:
Der Motorwagen Nr. 8 ist laut Anmerkung von Siemens & Halske (Berlin) aus dem Jahr 1900/1901. Die Aufnahme wurde spÀter gemacht. Genaues Datum unbekannt.
(c) VAG Freiburg
 
 

 
Fuß- und Radoffensive 2021/2022
Viele Verbesserungen fĂŒr den Fuß- und Radverkehr an der Kreuzung Basler-/Heinrich-von-Stephan-Straße
Straßenraum wird umverteilt – mehr Platz fĂŒr Fuß- und Radverkehr
Mehr Sicherheit durch neue Ampelschaltungen

An einer weiteren wichtigen Verkehrsachse Freiburgs wird der Fuß- und Radverkehr gestĂ€rkt. An der Basler Straße und der Kreuzung zur Heinrich-von Stephan-Straße wird das nĂ€chste Projekt der Fuß- und Radoffensive der Stadt Freiburg umgesetzt. Mit einem Mix aus grĂ¶ĂŸeren und kleineren Maßnahmen werden die Sicherheit und der Komfort stark ausgebaut. Baubeginn ist am 4. Oktober.

So sollen Radfahrende und zu Fuß Gehende etwa wesentlich mehr Platz bekommen. Zwischen Kronenstraße und Heinrich-von Stephan-Straße gibt es an der Basler Straße in beide Fahrtrichtungen einen geteilten Fuß- und Radweg. Jetzt wird der Radweg beidseitig auf die Straße verlegt. So entstehen reine Fußwege und breite Radwege. Der Straßenraum wird dafĂŒr umverteilt, fĂŒr Autos steht dann dort nur noch eine Spur zur VerfĂŒgung. Die Radfurten ĂŒber querende Straßen werden zudem rot markiert, um die Sicherheit und Orientierung fĂŒr Radfahrende zu verbessern. In der Kronenstraße gibt es bereits breite Radwege, so dass hier eine durchgĂ€ngige Radwegverbindung bis in die Innenstadt entsteht.

Weiterhin werden im Bereich der Johann-von-Werth-Straße die vorhandenen Fahrradklammern zurĂŒckgebaut und durch neue RadbĂŒgel ersetzt.

Außerdem wird die Verkehrssicherheit an der großen Kreuzung Basler Straße / Heinrich-von Stephan-Straße erhöht. Das geschieht zum einen dadurch, dass Rechtsabbieger von der Heinrich-von-Stephan-Straße in die Basler Straße und FußgĂ€nger, die die Basler Straße queren nicht mehr gleichzeitig GrĂŒn bekommen.

Auch FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€nger sowie Radfahrende, die in Richtung Innenstadt unterwegs sind und die Kreuzung queren, werden kĂŒnftig durch eine neue Signalisierung besser geschĂŒtzt. Die GrĂŒnphase fĂŒr Rechtsabbiegende, die hier von der westlichen Basler Straße kommen und in die Merzhauser Straße abbiegen wollen, wird getrennt von dem geradeaus gerichteten Fuß- und Radverkehr geschaltet. Die aktuell provisorisch, mit gelber Folie markierte reine Rechtsabbiegespur in die Merzhauser Straße, wird in diesem Zuge endgĂŒltig markiert.

FĂŒr Radfahrende, die aus Richtung Pressehaus kommen und nach links in die Heinrich-von-Stephan-Straße abbiegen wollen, wird eine Möglichkeit zum indirekten Linksabbiegen geschaffen. HierfĂŒr wird an der sĂŒdöstlichen Ecke der Kreuzung eine AufstellflĂ€che geschaffen. Über einen Drucktaster kann eine eigene GrĂŒnphase zum sicheren Überqueren der Kreuzung angefordert werden. Mit Rundborden aus Granit wird eine Abgrenzung zum Gehbereich hergestellt.

Bei den Arbeiten werden die Ampeln an der Kreuzung auf stromsparende und wartungsĂ€rmere LED-Technik umgerĂŒstet und sĂ€mtliche FußgĂ€ngerfurten mit Zusatzausstattung fĂŒr Blinde versehen.

Ab Montag, 4. Oktober, wird mit dem Bau begonnen, dann wird an der Kreuzung die AufstellflĂ€che fĂŒr den Radverkehr hergestellt. Ab dem 18. Oktober wird fĂŒr zwei Wochen eine provisorische Baustellenampel den Verkehr regeln. In dieser Zeit wird dann die Ampelanlage umgebaut und die Markierung angepasst. Alle Maßnahmen sollen zusammen rund 200.000 Euro kosten, bis Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das Garten- und Tiefbauamt bittet um VerstĂ€ndnis fĂŒr mögliche EinschrĂ€nkungen im Verkehr.

Die Maßnahme ist Teil des großen Investitionsprogramms in den Fuß- und Radverkehr. Die Stadt investiert in nur zwei Jahren 16 Millionen Euro, es ist das grĂ¶ĂŸte Ausbau-Programm in diesem Bereich, das es jemals in Freiburg gegeben hat. Schon bald werden weitere Arbeiten folgen. Weitere Informationen zu allen Projekten der Freiburger Fuß- und Radoffensive unter www.freiburg.de/radverkehr
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Eine Million EU-BĂŒrger fordern Ende der Pestizid-Ära
Biene © Slow Food Archiv
 
Eine Million EU-BĂŒrger fordern Ende der Pestizid-Ära
WĂ€hrend auch am letzten Tag noch Unterschriften zur UnterstĂŒtzung der EuropĂ€ischen BĂŒrgerinitiative (EBI) "Bienen und Bauern retten" gesammelt werden, stehen die Organisator*innen vor einem historischen Erfolg. Sobald das Ergebnis der EBI von der EuropĂ€ischen Kommission bestĂ€tigt wird, mĂŒssen sowohl die EuropĂ€ische Kommission als auch das EuropĂ€ische Parlament die Forderungen der BĂŒrger*innen nach einer pestizidfreien und bienenfreundlichen Landwirtschaft analysieren und auf sie reagieren.

Die Organisationen der EBI warten gespannt auf das Ergebnis einer zweijĂ€hrigen Kampagne, in der ĂŒber eine Million Unterschriften in der gesamten EU gesammelt wurden. Die EBI "Bienen und Bauern retten” fordert 1) eine Reduzierung des Einsatzes synthetischer Pestizide in der EU um 80 % bis 2030 und um 100 % bis 2035, 2) Maßnahmen zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt auf landwirtschaftlichen FlĂ€chen und 3) eine massive UnterstĂŒtzung der Landwirt*innen bei der Umstellung auf Agrarökologie.

Eine EBI wird von der EuropĂ€ischen Kommission akzeptiert, wenn sie mehr als eine Million gĂŒltige Unterschriften erreicht, wobei die Erfahrung zeigt, dass die UngĂŒltigkeitsquote bei 10-15 % liegt. Die Organisatoren gehen davon aus, dass die EBI erfolgreich sein wird, wenn sie mindestens 1,15 Millionen Unterschriften erreicht, wobei Tausende von Papierunterschriften, die noch gezĂ€hlt und in die endgĂŒltige Berechnung einbezogen werden mĂŒssen, zu berĂŒcksichtigen sind.

Sonia Conchon vom BĂŒro von “Bienen und Bauern retten” sagt: "Die Covid-Situation hat diese Kampagne aufgrund ihrer mangelnden Sichtbarkeit sehr schwierig gemacht, da es wĂ€hrend des grĂ¶ĂŸten Teils der Kampagne keine öffentlichen Veranstaltungen gab. Umso mehr spiegelt das Erreichen der Million die Entschlossenheit und UnterstĂŒtzung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger fĂŒr diese zweite Anti-Pestizid-EBI wider".

Diese EBI sendet eine klare Botschaft an die EU: Die europĂ€ischen BĂŒrger*innen unterstĂŒtzen das Ziel der Pestizidreduzierung des EuropĂ€ischen Green Deals, wollen aber einen Plan fĂŒr den vollstĂ€ndigen Ausstieg aus der Verwendung synthetischer Pestizide sehen. Um dieses Ziel in 15 Jahren zu erreichen, muss die EU die Landwirt*innen technisch und finanziell bei der Umstellung auf Agrarökologie unterstĂŒtzen.

Marta Messa, Direktorin von Slow Food Europa, sagt: "Es ist an der Zeit, dass die EU und ihre Mitgliedsstaaten ernsthafte Maßnahmen ergreifen, um den Wandel unseres Lebensmittelsystems hin zu einem System voranzutreiben, das die Menschen und die Umwelt schĂŒtzt und mit den Landwirt*innen zusammenarbeitet. Wir brauchen verbindliche Ziele, und Slow Food wird weiterhin Beispiele von Landwirt*innen aufzeigen, die tagtĂ€glich ohne Pestizide wirtschaften und die einem umfassenden Übergang zur Agrarökologie den Weg weisen."

Bislang wurden nur sechs der 108 eingeleiteten EBI von der EuropĂ€ischen Kommission als erfolgreich validiert (<6 %). Erfolgreiche EBIs veranlassen die EuropĂ€ische Kommission, die Forderungen der BĂŒrger*innen zu analysieren und zu beantworten, wĂ€hrend das EuropĂ€ische Parlament die sieben Mitglieder des BĂŒrgerausschusses in einer Anhörung empfĂ€ngt und die Möglichkeit hat, eine Entschließung auf der Grundlage der Forderungen der BĂŒrger zu verfassen und darĂŒber abzustimmen.
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Staupe bei Fuchs in Hochdorf nachgewiesen
Amt fĂŒr öffentliche Ordnung und Forstamt empfehlen dringend Schutzimpfung fĂŒr Hunde

Eine Staupe-Infektion wurde bei einem Fuchs in Hochdorf nachgewiesen. Die Staupe ist eine hoch ansteckende und bei Hunden meist tödlich verlaufende Virusinfektion. Sie wird durch das so genannte Canine Distemper Virus (CDV) hervorgerufen. Neben FĂŒchsen können sich auch Hunde oder Marder infizieren. Menschen sind fĂŒr das Staupe-Virus jedoch nicht empfĂ€nglich.

Besonders Hunde mit keinem oder nicht ausreichendem Impfschutz können sich bei direktem Kontakt mit infizierten Tieren anstecken und schwer oder sogar tödlich erkranken.

Das Amt fĂŒr öffentliche Ordnung und Forstamt raten daher dringend dazu, Haushunde gegen die Staupe zu impfen und diese Impfung regelmĂ€ĂŸig auffrischen zu lassen, da auch der Haushund, der nicht an der Leine gefĂŒhrt wird, beim Stöbern auf tote FĂŒchse treffen kann.

Das Forstamt bittet die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, verendet aufgefundene FĂŒchse unter Tel. 201-6201 zu melden, damit sie untersucht werden können.
 
 



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