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Freitag, 6. Dezember 2019
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Verschiedenes

 
2019 - Umweltpolitischer JahresrĂŒckblick
Das Jahr 2019 war ein Jahr wie die Jahre zuvor. Reiche und Konzerne wurde reicher (und einflussreicher) und gleichzeitig ist die Zahl der weltweit Hungernden auf 822 Millionen Menschen gestiegen. Es war ein Jahr der stillen, konsequenten AufrĂŒstung in Deutschland. Die globale und regionale Artenausrottung beschleunigte sich, mehr CO2 wurde ausgestoßen und die sich abzeichnende Klimakatastrophe zeigte sich nicht nur am Zustand des Waldes immer deutlicher. Gleichzeitig verstĂ€rkte sich der gut organisierte Widerstand gegen die Energiewende und gegen die erneuerbaren Energien. Die Kids von "Fridays for Future" und das Volksbegehren Artenvielfalt in Baden-WĂŒrttemberg öffneten kleine Fenster der Erkenntnis - die Reaktionen waren auch verbesserte Konzern-PR und teilweise schon beinahe hysterisch anmutende Formen der VerdrĂ€ngung und Ablehnung.

Wir beginnen unseren JahresrĂŒckblick erstmals mit einem 5,53 Euro-Witz. Die Klimakatastrophe wurde im Jahr 2019 langsam real. Die globale Temperatur steigt, die Extremwetterereignisse nehmen zu, Gletscher & Pole schmelzen, der Meeresspiegel steigt, die WĂ€lder sterben und der Regenwald brennt. Und was beschließt die Regierung in Sachen Flugverkehr? Die Luftverkehrssteuer fĂŒr innerdeutsche FlĂŒge sowie Verbindungen innerhalb der EU steigt um sagenhafte 5,53 Euro. Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Nicht einmal ein Tempolimit ließ sich politisch durchsetzen. Ähnlich putzig waren die Maßnahmen gegen den Plastik-MĂŒllberg.

Am 26.2.2019 wurde dem mehr als gemeinwohlorientierten Verband Attac die GemeinnĂŒtzigkeit entzogen und gleiches geschah auch der Kampagnenorganisation Campact. Die aggressiven Klimawandelleugner von EIKE und die Lobby- "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", die schrecklich erfolgreich gegen die Energiewende, gegen erneuerbare Energien und gegen die CO2 Steuer kĂ€mpfen, sind selbstverstĂ€ndlich weiterhin zumindest formal gemeinnĂŒtzig. Die Urteile hĂ€tten sicher heftige Reaktionen ausgelöst... wenn sie in Hongkong oder Moskau gefĂ€llt worden wĂ€ren.

Am 20. September 1974 besetzten badisch-elsĂ€ssische Umweltaktive erfolgreich den Bauplatz eines geplanten, extrem umweltbelastenden Bleichemiewerks im elsĂ€ssischen Marckolsheim. Auf den Tag genau 45 Jahre spĂ€ter demonstrierten weltweit Millionen Menschen (in Freiburg ĂŒber 30.000!) mit "Fridays for Future" fĂŒr mehr Klimaschutz. Nein, wir haben die Jugendbewegung Fridays for Future nicht "geschaffen oder organisiert". Die jungen Menschen organisieren sich erfreulich selber. Aber Umweltbewegung und BUND haben sich jahrzehntelang fĂŒr Luftreinhaltung, Klimaschutz und zukunftsfĂ€hige Energien engagiert und massive Konflikte mit Klimawandelleugnern und mĂ€chtigen Energiewendegegnern ausgetragen. Unsere Öffentlichkeitsarbeit war der stete Tropfen, der den Stein höhlt. Und irgendwann wurde aus der QuantitĂ€t der Information, die QualitĂ€t der Aktion und wir freuen uns, "Fridays for Future" zu unterstĂŒtzen. Die KĂ€mpfe fĂŒr den Klimaschutz sind noch lange nicht ausgestanden und wir brauchen Jung und Alt.

Die chinesische Wirtschaft wuchs 2019 "nur noch" mit 6% und die AnhĂ€nger der globalen Wachstumsreligion jammerten. Doch genau hinter solchen Zahlen verbergen sich die globalen Probleme von Klimakatastrophe und Artenausrottung. Ein Bruttosozialprodukt, das „nur“ mit 6% wuchert, verdoppelt sich nach 12 Jahren. Und eine Menge, die exponentiell wĂ€chst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Der einzelne Flug, der SUV oder die Kreuzfahrt sind nicht das Klima-Problem, sondern der globale Zwang zu wachsen. Es ist ein unrealistischer Wunsch so verschwenderisch wie bisher weiter zu leben und dieses System der Gier weltweit zu ĂŒbertragen. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft im begrenzten System Erde ist nicht möglich und fĂŒhrt zwangslĂ€ufig zu Klimakatastrophe, Umweltverschmutzung, Artenausrottung und Selbstzerstörung. Hier mĂŒssen wir weltweit, aber gerade auch in Deutschland, ansetzen und das gute Leben ohne Wachstumszwang angehen.

Im vergangenen Jahr 2018 hatte der BUND am Oberrhein die Mitglieder aufgefordert, Protestpostkarten an die LandrĂ€tin Störr-Ritter im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald zu senden. Hintergrund der Postkartenaktion war die jahrzehntelange Grundwasservergiftung durch die Abraumhalde in Buggingen. Im Jahr 2019 haben wir den Sanierungs-Druck massiv erhöht. Eine parlamentarische Anfrage der SPD brachte ein unglaubliches Ergebnis. Von der Abraumhalde des ehemaligen Kalibergwerks gehen tĂ€glich bis zu 2,5 Tonnen Salz ins Grundwasser! Diese Tatsache ĂŒbertrifft bei weitem unsere schlimmsten BefĂŒrchtungen und wirft ein Schlaglicht auf das Versagen der Behörden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Wir machen weiter Druck, damit nach unglaublichen 11 Jahren Verhandlungen endlich mit der Sanierung begonnen wird.

Wenn im Jahr 2020 (hoffentlich) die beiden Fessenheimer Reaktoren abgestellt werden, dann hat das auch ein wenig mit den TĂ€tigkeiten des BUND am Oberrhein in der grenzĂŒberschreitenden Umweltbewegung zu tun. Hunderttausende von InfoblĂ€ttern wurden gedruckt, die Zahl der BUND-Plakate, Banner, Anstecker, Mails, Aktionen & Demos ist unermesslich. Die Medien wurden fast drei Jahrzehnte lang mit viel zu vielen PresseerklĂ€rungen gequĂ€lt.

Das Volksbegehren Artenschutz und aktuelle, erschreckende Studien zum Insektensterben haben uns sehr beschĂ€ftigt. Gutes Brot, regionaler Wein UND Schmetterlinge, auch fĂŒr unsere Enkel, ist die Haltung des BUND am Oberrhein zum (ausgesetzten) Volksbegehren. In einer Zeit massiver, globaler und regionaler Artenausrottung hat bei uns die Masse der Insekten teilweise um ĂŒber 75% abgenommen und die Fernwirkung der Gifte tötet auch die Insekten in den großen Naturschutzgebieten, zum Beispiel am Kaiserstuhl. Getrieben vom (Alb-)Traum der giftdominierten, globalen Agrarfabrik sind, politisch gewollt, seit 1949 in Baden-WĂŒrttemberg 75% der landwirtschaftlichen Betriebe verschwunden. Die politisch Verantwortlichen fĂŒr das Bauernsterben stellen sich gerade, erschreckend erfolgreich, als Bauernretter dar. Hinter den "GrĂŒnen Kreuzen" steht eigentlich eine bundesweite Kampagne "SchĂŒtzt die Bauern durch ein Ja zu Gift, Nitrat und zur Massentierhaltung". Die berechtigte Verzweiflung der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe wird gezielt in die falsche Richtung gelenkt.

Im Mai 2019 sind im Naturschutzgebiet Taubergießen rund 3.000 Hummel- und Spinnenragwurz-Orchideen verschwunden und es tobte ein großer Streit, ob Wildschweine oder Diebe die Ursache waren. Doch dieser Streit lenkt vom Hauptproblem ab.
Der große Orchideen-Bestand im Taubergießen ist ein kleines europĂ€isches Naturwunder. Der Verlust so vieler Orchideen ist eine kleine Katastrophe fĂŒr die Artenvielfalt. Die große Katastrophe ist die Tatsache, dass es europaweit nur noch so wenige Orchideen gibt. Unsere Naturschutzgebiete sind zwischenzeitlich (Ă€hnlich wie in Afrika) Restnatur und Naturmuseen und der Verlust gefĂ€hrdet winzige RestbestĂ€nde. Egal ob Diebe oder Wildschweine die Ursache waren - wir brauchen mehr Natur.

Der Historiker Werner Schönleber hat im Jahr 2019 Dokumente entdeckt und veröffentlicht, die zeigen, dass in der Zeit des Kalten Krieges in Lahr Atombomben "gelagert" wurden. Der Vorgang zeigt einen dreifachen Skandal:
- Es wurde aufgezeigt, dass die mörderischste aller Bomben heimlich in SĂŒdbaden gelagert wurde
- Es wurde aufgezeigt, dass wir in einer Demokratie jahrzehntelang gezielt belogen wurden
- Es ist ein Skandal, dass diese LĂŒgen niemanden stören

Wie von uns schon lange befĂŒrchtet, verstĂ€rkt sich durch Trockenheit und Klimawandel das Waldsterben in Schwarzwald und Vogesen massiv. Noch zwei, drei solche Hitzesommer und Trockenjahre und wir werden den Schwarzwald nicht wiedererkennen. Agrarminister Hauk und die politisch Verantwortlichen fĂŒr Klimawandel und Waldsterben spielen sich mit unseren Steuergeldern als "Waldretter" auf.

Der kleine BUND-Regionalverband hat in den letzten Jahren bundesweit ĂŒber 19.000 NistkĂ€sten verkauft und unsere Bauanleitungen im Internet wurden weit ĂŒber 4 Millionen mal aufgerufen. In diesem Jahr haben wir jedem Kindergarten im Landkreis Emmendingen einen Nistkastenbausatz geschenkt um gerade auch kleine Kinder an die Natur heran zu fĂŒhren. Eine kleine Erbschaft, die direkt an uns ging, hat diese schöne Aktion ermöglicht, die wir auch in den anderen Landkreisen unserer Region fortsetzen wollen.

Zwei Milliarden Menschen von den insgesamt 7,6 Milliarden, die auf der Welt leben, leiden Hunger, sind unterernĂ€hrt oder mĂŒssen ohne gesicherten Zugang zu regelmĂ€ssigem und nahrhaftem Essen auskommen. Nachdem Hunger ein Jahrzehnt lang ein schwindendes Menschheitsproblem zu sein schien, breitet sich seit 2015 diese Geissel wieder aus. In jenem Jahr galten 785 Millionen Menschen als ernsthaft an Hunger Leidende, 2018 waren es 830 Millionen. Auch die Grade von UnterernĂ€hrung kennzeichnen wieder das Leben von mehr Menschen, elf Prozent der Weltbevölkerung waren es im vergangenes Jahr.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
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DEUTSCHER NACHHALTIGKEITSPREIS 2020 FÜR TAIFUN-TOFU
Die Taifun-Tofu GmbH hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) in der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“ gewonnen! Sie leiste mit ihren pflanzlichen BioLebensmitteln „einen wichtigen Beitrag zur ErnĂ€hrung der wachsenden Weltbevölkerung“.

Zudem lobte die Jury die Vorreiterrolle von Taifun-Tofu im europĂ€ischen Sojaanbau: TaifunSojabohnen stammen zu 100% aus eigenem Vertragsanbau in Deutschland, Österreich und Frankreich. Der Tofuhersteller ĂŒberzeugte auch durch seinen Einsatz von Umwelttechnologien wie Photovoltaik oder WĂ€rmerĂŒckgewinnung und eine energiesparende Herstellung. Außerdem hoben die Juroren des Deutschen Nachhaltigkeitspreises die vielen Maßnahmen von Taifun gegen Lebensmittelverschwendung hervor: So werden zum Beispiel ausgemusterte Produkte neu gelabelt, um diese vor der MĂŒlltonne zu retten.

Verantwortung leben

Die renommierte Auszeichnung prĂ€miert Unternehmen, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Umweltschutz verbinden. Werte, fĂŒr die sich Taifun schon seit der FirmengrĂŒndung vor 32 Jahren mit Herzblut engagiert. Der Preis bedeute „eine große WertschĂ€tzung fĂŒr unser tĂ€gliches Tun und unseren Beitrag fĂŒr eine nachhaltige Welt“, so GeschĂ€ftsfĂŒhrer Alfons Graf. Er dankt explizit den Mitarbeitenden und allen GeschĂ€ftspartnern, die sich „tagtĂ€glich mit ihren Leistungen fĂŒr eine gute QualitĂ€t und mehr Nachhaltigkeit einsetzen“. Es war bereits die vierte Bewerbung um den DNP fĂŒr TaifunTofu, drei Mal hatte es das Unternehmen bis zur Nominierung geschafft. „FĂŒr uns war das immer auch ein Ansporn, in Sachen Nachhaltigkeit noch besser zu werden“, berichtet Graf.

Gemeinsam fĂŒr eine enkeltaugliche Zukunft

Der DNP 2020 wurde am vergangenen Freitag vor rund 1200 teils hochkarĂ€tigen GĂ€sten ĂŒberreicht. In Zusammenarbeit mit der Bundesregierung wurden damit Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung prĂ€miert. Mehr als 800 Akteure und Projekte, die den Wandel hin zu einer zukunftsfĂ€higen Gesellschaft unterstĂŒtzen, hatten sich um die 12. Ausgabe des Preises beworben.

Als Biopionier setzt sich die Taifun-Tofu GmbH aus Freiburg mit ihren biologischen TofuspezialitĂ€ten fĂŒr eine nachhaltige Eiweißversorgung ein, kĂŒrzlich hat sie ihre zweite Gemeinwohlbilanz veröffentlicht. Der Tofuhersteller wurde 1987 von Klaus Kempff und Wolfgang Heck gegrĂŒndet und zĂ€hlt heute rund 240 Mitarbeiter. GeschĂ€ftsfĂŒhrer sind Elisabeth Huber und Alfons Graf, alleinige Gesellschafterin ist die heck-unternehmensstiftung.
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In das MarktsĂ€ckle, nicht in die TĂŒte
MarktsĂ€ckle Freiburger MĂŒnstermarkt (c) FWTM
 
In das MarktsĂ€ckle, nicht in die TĂŒte
Stadt Freiburg stellt Mehrwegnetz fĂŒr den Markt- einkauf vor

Leichte „Knotenbeutel“ aus Kunststoff sind beim Verkauf von Obst und GemĂŒse noch immer stark vertreten – so auch auf den Freiburger WochenmĂ€rkten. Dabei hat kaum ein Produkt eine kĂŒrzere Nutzungsdauer bis es entsorgt wird. Gemeinsam mit ASF und FWTM bietet die Stadt Freiburg nun eine nachhaltige Alternative zu den Einwegbeuteln an, das „Freiburger MarktsĂ€ckle“.

Das MarktsĂ€ckle ist nicht nur ein wiederverwendbares Netz, sondern zugleich auch ein echtes Kreislaufprodukt. Hergestellt aus recyceltem PET ist es auch bei der spĂ€teren Entsorgung wieder recyclingfĂ€hig. Durch die NetzgrĂ¶ĂŸe und die Kordel zum Verschließen eignet es sich bestens fĂŒr den Transport von Karotten, Feldsalat, Äpfeln oder NĂŒssen. Sollte es doch irgendwann fleckig werden, kann es mĂŒhelos gewaschen werden.

Angeboten wird das MarksĂ€ckle als Dreier-Set fĂŒr 3 Euro. Ab Ende November wird es an den Obst- und GemĂŒsestĂ€nden auf dem MĂŒnstermarkt erhĂ€ltlich sein. Ab Januar kann auch bei den teilnehmenden Obst- und GemĂŒsehĂ€ndlern der Freiburger StadtteilmĂ€rkte in das MarktsĂ€ckle eingetĂŒtet werden.

Mit diesem Alternativangebot setzt die Stadt Freiburg ihr Engagement beim Thema Abfallvermeidung fort und gibt den Freiburger BĂŒrger_innen wie schon beim FreiburgCup eine echte Alternative an die Hand. „Es ist Ă€ußerst erfreulich, dass viele Freiburger_innen sich auf dem MĂŒnstermarkt und den StadtteilmĂ€rkten versorgen. Mit dem MarktsĂ€ckle möchten wir HĂ€ndlern und Konsumenten eine Möglichkeit zur Abfallvermeidung im Alltag geben. Ich freue mich, diese Initiative anlĂ€sslich der EuropĂ€ischen Woche der Abfallvermeidung ins Leben rufen zu können“, erklĂ€rt Freiburgs UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.

Die Beschickerinnen und Beschicker des Freiburger MĂŒnstermarktes freuen sich mit dem MarktsĂ€ckle, ihren umweltbewussten Kunden nun eine platzsparende und gute Alternative zu PlastiktĂŒten anbieten zu können.

Koordiniert wird die Aktion MarktsÀckle durch die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF).
 
 

 
Freiburger Klima- und Artenschutzmanifest
PrĂŒfung zusĂ€tzlicher konkreter Maßnahmen zur schnelleren Erreichung der Klimaschutzziele

Ziel der KlimaneutralitÀt bis 2035 durch die Stadt nicht realisierbar

Der Gemeinderat hat im April 2019 das fortgeschriebene Klimaschutzkonzept fĂŒr die Stadt entschieden. Im Juli 2019 hat der Gemeinderat auf Antrag der Gemeinderatsfraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen die Erstellung eines Freiburger Klima- und Artenschutzmanifests beschlossen. Dem Gemeinderat wird nun der Entwurf dieses Klima- und Artenschutzmanifestes, verbunden mit konkreten weitergehenden Maßnahmen und PrĂŒfauftrĂ€gen, zur Beschlussfassung vorgelegt.

„Die Bewahrung der BiodiversitĂ€t und der Schutz des Klimas sind zentrale Überlebensfragen fĂŒr Mensch und Umwelt und erfordern entschlossenes politisches Handeln – auch auf der kommunalen Ebene“, so OberbĂŒrgermeister Martin Horn in der heutigen Pressekonferenz.

„Zentraler Inhalt des Manifests - und meines Wissens bundesweit einzigartig – ist die sinnvolle fachliche VerknĂŒpfung beider Themen und deren BerĂŒcksichtigung bei allen kĂŒnftigen Entscheidungen der Stadt Freiburg“, so UmweltbĂŒrgermeisterin Stuchlik. Diese Verpflichtung will die Stadtverwaltung gemeinsam mit allen engagierten Akteuren und BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern in beiden Feldern umsetzen.

Aktuell wurden in diesem Jahr sowohl fĂŒr den Klima- als auch fĂŒr den Artenschutz bereits neue kommunale Zielsetzungen verabschiedet und Handlungsprogramme erstellt, nĂ€mlich das „Klimaschutzkonzept“ sowie der „BiodiversitĂ€ts-Aktionsplan“. DarĂŒber hinaus hat die Umweltverwaltung trotz der bereits vorliegenden aktuellen und ambitionierten BeschlĂŒsse zum Klimaschutz die Forderungen von „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ ernst genommen und hat als bisher erste Kommune, ein Vorziehen der KlimaneutralitĂ€t von 2050 auf 2035 gutachterlich prĂŒfen lassen. Das Öko-Institut e.V. sowie das ifeu-Institut aus Heidelberg haben diesen PrĂŒfauftrag erhalten. Eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte der beiden Gutachten sowie zusĂ€tzliche Maßnahmen und PrĂŒfauftrĂ€ge finden Sie in der Anlage zu dieser Pressemitteilung.

In ihren Gutachten zur Fragestellung der Voraussetzungen fĂŒr eine KlimaneutralitĂ€t Freiburgs bereits im Jahr 2035, kommen Ökoinstitut und ifeu zu der abschließenden EinschĂ€tzung: „Um das Ziel der KlimaneutralitĂ€t in 2035 erreichen zu können, reicht die Gestaltungsmacht von Kommunen nicht aus.“

HierfĂŒr wĂ€re ab sofort eine Sanierungsrate von 5% im GebĂ€udebestand, der Passivhaustandard fĂŒr alle Neubauten, eine Reduktion des Individualverkehrs in der Stadt um 60% und eine Effizienzverbesserung der Industrie um 57% erforderlich. Zudem mĂŒssten 2035 bereits alle fossilen Kraftwerke bundesweit stillgelegt und durch erneuerbare Energien ersetzt sein sowie kein fossiles Erdgas mehr im Netz sein.

ErgĂ€nzend zu den gutachterlichen Betrachtungen hat die Umweltverwaltung fĂŒr den Bereich erneuerbare Energien eigene Berechnungen angestellt: Um die Ziele im Bereich Erneuerbare Energien bereits im Jahr 2035 zu erreichen, mĂŒsste die Ausbaurate im Bereich Photovoltaik im Vergleich zu den beiden Vorjahren ab sofort versechsfacht werden. In den 15 verbleibenden Jahren bis 2035 mĂŒsste das FĂŒnffache dessen installiert werden, was in den letzten 20 Jahren inklusive aller Großanlagen (Messe, Stadion, Eichelbuck etc.) errichtet worden ist. Auch der Ausbau im Bereich Windkraft mĂŒsste erheblich beschleunigt und weitere FlĂ€chen ermittelt werden. Derzeit erschweren dies insbesondere immissionsschutz- und artenschutzrechtliche Vorgaben.

Sowohl in der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes als auch im Aktionsplan BiodiversitĂ€t sind bereits zahlreiche Maßnahmen aufgefĂŒhrt, welche die Erreichung der jeweils beschlossenen Ziele ermöglichen sollen. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion zu diesen Themen – ausgelöst vor allem durch die Protestbewegungen „Fridays for Future“ und des sich beschleunigenden Arternsterbens und Klimawandels – hat die Verwaltung zugesagt, zusĂ€tzliche VorschlĂ€ge und Maßnahmen zu prĂŒfen.

Daher wurden von Seiten der Verwaltung weitere Projekte und Handlungsoptionen als PrĂŒfauftrĂ€ge zur Beschlussfassung im Gemeinderat zusammengestellt, die die Emission klimaschĂ€dlicher Gase zusĂ€tzlich reduzieren und den Erhalt und die Förderung der BiodiversitĂ€t im Freiburger Stadtgebiet unterstĂŒtzen können. Dies sind u.a. strategische Maßnahmen wie die Entwicklung eines Stadtstrommodells, ein Handlungsprogramm „MobilitĂ€t und Klimaschutz“ und ein Masterplan „WĂ€rmeversorgung“ sowie operative Maßnahmen wie die PrĂŒfung der Erhöhung der energetischen Standards, der Ausbau der Radvorrangroute FR 3 und die klimaneutrale Verwaltung. Die Ergebnisse der PrĂŒfung sollen dem Gemeinderat 2020 vorgestellt und zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Mit dem Klima- und Artenschutzmanifest und dem begleitenden Maßnahmenpaket unterstreicht die Stadt Freiburg noch einmal ihr Engagement in diesen Themenfeldern und verdeutlicht, dass die Erreichung der jeweiligen Ziele einen hohen Stellenwert im Verwaltungshandeln hat.

Dennoch schlĂ€gt die Verwaltung nicht die Ausrufung des Klimanotstands in Freiburg vor, wie es von den Bewegungen „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ gefordert wurde. Die juristische Begrifflichkeit weckt ungute Erinnerungen an die „Notstandsgesetzgebung“ und es soll stattdessen der vorhandene demokratische Rahmen genutzt werden, um Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. In Freiburg war man schon immer gewillt den kommunalen Gestaltungsspielraum der Gesetzgebung vollstĂ€ndig zu nutzen, um ambitionierten Klima- und Artenschutz zu realisieren, wie beispielsweise beim Freiburger Effizienzhausstandard. Wegen des bereits jahrzehntelangen Engagements im Klima- und Artenschutz und auf Grund des umstrittenen Notstands-Begriffs , hat sich die Stadt gegen die Ausrufung des Klima - Notstandes entschieden.
 
 

 
Freiburg gewinnt beim „Bundeswettbewerb Klimaaktive Kommune 2019
25.000 Euro Preisgeld fĂŒr Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung

Berlin/Freiburg 5. November 2019
Die Stadt Freiburg gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019“. Die Auszeichnung wurde fĂŒr das stĂ€dtische Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung vergeben, das bei allen stĂ€dtebaulichen Rahmenplanungen und Bauleitplanverfahren angewendet wird. Das Konzept enthĂ€lt neben einer detaillierten Analyse von lokalen VulnerabilitĂ€ten auch Empfehlungen zu konkreten Anpassungsmaßnahmen. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut fĂŒr Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche StĂ€dtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund.

BaubĂŒrgermeister Martin Haag nahm heute den Preis in Berlin entgegen. Das Preisgeld von 25.000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel zu investieren. BaubĂŒrgermeister Haag dazu: „Die Stadt Freiburg freut sich ĂŒber den Preis und möchte das Preisgeld gerne in ein Pilotprojekt zur innovativen FassadenbegrĂŒnung in einem hitzebelasteten Gebiet einsetzen. Denn FassadenbegrĂŒnungen bieten eine gute Möglichkeit, mehr GrĂŒn in die Stadt zu bringen, ohne zusĂ€tzliche FlĂ€chen zu benötigen. Mit dem Projekt möchten wir weitere Erfahrungen sammeln.“

14 Hitze-Hot-Spots in Freiburger Stadtraum

Seit diesem Jahr wird in der Stadt Freiburg bei allen stĂ€dtischen Bauvorhaben konsequent das neue Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastungen berĂŒcksichtigt. Damit soll die Stadt- und Freiraumstruktur der stĂ€ndig wachsenden Stadt klimatischen VerĂ€nderungen gegenĂŒber widerstandsfĂ€higer und die hohe LebensqualitĂ€t langfristig bewahrt werden. Besonders an diesem neuen Konzept ist, dass es den Freiburger Stadtraum sehr differenziert betrachtet, denn der ist nicht ĂŒberall gleichermaßen von den sommerlichen Hitzephasen betroffen. So gibt es zum Beispiel gleich 14 Siedlungsbereiche, die sehr stark von Hitze betroffen und zugleich besonders empfindlich sind. Dazu zĂ€hlen Stadtgebiete mit einer besonders hohen Einwohnerdichte, einem hohen Anteil an Kindern und Ă€lteren Menschen sowie einer Vielzahl von sensiblen Einrichtungen, wie KrankenhĂ€usern, KindergĂ€rten und Schulen. Außerdem fehlen in diesen Gebiete hĂ€ufig FreiflĂ€chen. Stehen stĂ€dtebauliche oder freirĂ€umliche Entwicklungen an, kann die Stadt bei der rĂ€umlichen Planung jetzt auf umfassende Unterlagen zurĂŒckgreifen. So kann die klimatische Situation der Gebiete schnell erfasst und geeignete Ideen zur Erhaltung oder Verbesserung des Stadtklimas ausgewĂ€hlt und entwickelt werden. Dazu zeigt das Klimaanpassungskonzept nicht nur den Handlungsbedarf auf, sondern enthĂ€lt auch konkrete VorschlĂ€ge, vom GrĂŒndach ĂŒber ErholungsrĂ€ume bis zum begrĂŒnten Gleisbett, welche Maßnahmen geeignet sind, einen Beitrag zur stĂ€dtischen Klimaerhaltung zu leisten. Die LösungsvorschlĂ€ge sind umfassend und in so genannten Steckbriefen „gebrauchsfertig“ aufbereitet, was eine unmittelbare Verwendung in kĂŒnftige Planungsverfahren ermöglicht.

Gemeinsam im Interesse des Stadtklimas

Die FederfĂŒhrung der Konzepterarbeitung lag beim Stadtplanungsamt, erarbeitet wurde es im Auftrag der Stadt von externen Stadtplanern und -klimatologen. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe begleitete den Prozess. In dieses Team waren BeschĂ€ftigte aus allen Ämtern eingebunden, die sich mit dem Thema „Klimaanpassung und rĂ€umliche Planung“ und der kĂŒnftigen Anwendung des Konzepts befassen. FĂŒr den Arbeitsalltag hat dieses Vorgehen viele Vorteile: Die zustĂ€ndigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen das Klimaanpassungskonzept ganz genau und können die stadtklimatischen Belange nun detailliert und fundiert frĂŒhzeitig in jedes Verfahren einbringen.

Große Herausforderungen in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel liegen auch im stĂ€dtebaulichen Bestand. Hier kann die Stadtverwaltung ebenfalls von ihrem „HitzeKonzept" profitieren, wenn es darum geht, eigene FlĂ€chen und GebĂ€ude bei Neu- und Umplanungen klimaoptimierter zu gestalten. EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer von privaten FlĂ€chen- und GebĂ€uden sollen ebenfalls sensibilisiert und aktiviert werden, denn Klimaanpassung kann nur als Gemeinschaftsaufgabe der Stadtgesellschaft wirklich gelingen.

Aktuell hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, ein Umsetzungskonzept fĂŒr die vordringlichsten Maßnahmen der „Hot Spot“-Gebiete auf stadteigenen FlĂ€chen zu erarbeiten. Die Maßnahmen zur Reduzierung der sommerlichen Hitzebelastungen sollen dann in den kommenden Jahren gezielt umgesetzt werden. So will die Stadt ihr Anliegen, zukunftsfĂ€hige Wohnquartiere zu schaffen, die gesunde Lebensbedingungen ermöglichen, systematisch erreichen.

Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“

Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ (bis 2015 Wettbewerb „Kommunaler Klima-schutz“) wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. In diesem Jahr wurden insgesamt 88 BeitrĂ€ge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Freiburg hat sich mit dem Projekt „Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung“ in der Kategorie Klimaanpassung in der Kommune“ beworben. In dieser Kategorie gab es 10 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewĂ€hlt wurden.
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Freiburg erhĂ€lt den Zuschlag fĂŒr Zertifizierung mit Label „StadtGrĂŒn naturnah“
Bundesweites Label bringt Impulse fĂŒr mehr BiodiversitĂ€t in der Stadt

Die Stadt Freiburg hat den Zuschlag fĂŒr die Aufnahme in die Zertifizierung mit dem Label „StadtGrĂŒn naturnah“ erhalten. Vergeben wird das Label vom ProjektbĂŒro „StadtgrĂŒn Naturnah“, das sich aus einem Expertengremium des BĂŒndnisses „Kommunen fĂŒr biologische Vielfalt“ und der Deutschen Umwelthilfe zusammensetzt. Mit dem Label wird die Umsetzung eines ökologischen GrĂŒnflĂ€chenmanagements und ein vorbildliches Engagement im Bereich Naturschutz und naturnahe FlĂ€chenentwicklung in der Stadt ausgezeichnet.

BĂŒrgermeister Martin Haag ĂŒber den Zuschlag: „Ich freue mich sehr, dass die Stadt Freiburg mit ihren Maßnahmen fĂŒr das bisherige Engagement mit der Aufnahme in das LabellingVerfahren belohnt wird. Es soll fĂŒr die Stadt Auftrag und Ansporn sein, aktiv und intensiv an der ökologischen Gestaltung der GrĂŒnflĂ€chen und fĂŒr Naturschutz in der Stadt zu arbeiten.“

Das Verfahren der Zertifizierung geht ĂŒber etwa ein Jahr und wird unter der FederfĂŒhrung des Garten- und Tiefbauamtes von den FachĂ€mtern der Stadtverwaltung bearbeitet und durch eine Arbeitsgruppe vor Ort begleitet. So wird im Rahmen des Verfahrens ab Anfang 2020 zunĂ€chst eine Bestandserfassung durchgefĂŒhrt, die in einen Maßnahmenplan mĂŒndet. Am Ende des Verfahrens steht eine GrĂŒn flĂ€chenstrategie, die den gemeinderĂ€tlichen Gremien zum Beschluss vorgelegt wird.

Neben Freiburg wurden von der Auswahlkommission 14 weitere StĂ€dte aus dem ganzen Bundesgebiet fĂŒr eine Zertifizierung ausgewĂ€hlt, u.a. Bad DĂŒrrheim, Bielefeld, DĂŒsseldorf, Göttingen, Mönchengladbach, Ravensburg, Wertheim und Wittenberg.

Zur erfolgreichen Bewerbung Freiburgs hat unter anderem beigetragen, dass es schon seit den 1990er Jahren ein Anwendungsverbot von Pestiziden im öffentlichen Raum gibt und die Stadt seit dieser Zeit auf weiten FlĂ€chen eine naturnahe GrĂŒnflĂ€chenpflege praktiziert. So wurde beispielsweise auf etwa einem Drittel der RasenflĂ€chen in Parks und im StraßenbegleitgrĂŒn auf eine naturnahe Wiesenwirtschaft umgestellt und ökologisch unattraktive Wechselflorbeete wurden deutlich reduziert.

Zudem wurden in jĂŒngerer Vergangenheit - zuletzt im Rahmen des neuen Aktionsplans BiodiversitĂ€t der Stadt - vom Garten- und Tiefbauamt und Umweltschutzamt weitere Naturschutzprojekte in der Stadt umgesetzt. Seit einiger Zeit wird die Wiesenbewirtschaftung durch die Beweidung mit Schafen am Schlossberg und WasserbĂŒffeln im Naturschutzgebiet Rieselfeld ergĂ€nzt. Hinzu kommen ein hoher Anteil an Schutzgebieten und die Schaffung wichtiger LebensrĂ€ume im Rahmen der Biotopvernetzung. An GrĂ€ben und BĂ€chen der Mooswaldniederung wird die Pflege gemĂ€ĂŸ eines Konzepts zur naturnahen GewĂ€sserpflege umgesetzt, um die gewĂ€ssertypische Ufervegetation zu fördern. Auch die Teilnahme am Sonderprogramm des Landes BadenWĂŒrttemberg zur StĂ€rkung der biologischen Vielfalt hat sicherlich zur erfolgreichen Bewerbung beigetragen.

Die bereits umgesetzten und die geplanten Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt in den stĂ€dtischen GrĂŒn- und FreiflĂ€chen entscheiden am Ende, ob eine Kommune das Label in Bronze, Silber oder Gold erhĂ€lt. Das BĂŒndnis vergibt das Label fĂŒr jeweils drei Jahre. Anschließend muss es durch eine Rezertifizierung erneuert werden.

Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.
 
 

Plastik und Meer – das „Pacific Garbage Screening Projekt“
Foto: Marcella Hansch
 
Plastik und Meer – das „Pacific Garbage Screening Projekt“
Am 5. November von 17.30 – 19 Uhr prĂ€sentiert Marcella Hansch aus Aachen das von ihr ins Leben gerufene „Pacific Garbage Screening Projekt“. Mit der schwimmenden Plattform soll PlastikmĂŒll im Meer eingesammelt und direkt verarbeiten werden. Um die MeeresmĂŒllproblematik zu lösen und gesunde Ozeane zu schaffen wird auf einen ganzheitlichen Ansatz gesetzt. Damit nicht noch mehr Plastik die Meere verschmutzt soll bereits dort wo der MĂŒll zum Großteil ins Meer befördert wird also an den FlĂŒssen angesetzt werden. Die Plattform soll dort das Plastik auf seinem Weg ins offene Meer frĂŒhzeitig abfangen. Im Anschluss besteht ausgiebig Zeit fĂŒr Fragen und Diskussion.

Ganz im Sinne von Marcella Hanschs Zitat "Noch besser als unsere Entwicklung ist es, wenn der PlastikmĂŒll gar nicht erst in die FlĂŒsse und Meere gelangt" können Interessierte auch das Bildungsangebot der Ökostation "Vom BĂ€chle ins Meer" an Infotischen kennenlernen und sich darĂŒber austauschen, wie jede*r beim tĂ€glichen Konsum Plastik vermeiden kann.

Der Freiburger Daniel Bichsel, Initiator des „Dreisam Clean-up", stellt zum Abschluss sein Projekt vor und lĂ€dt alle Interessierten zur nĂ€chsten Aktion Ende November an die Dreisam ein. Das Bistro Ökostation hat geöffnet. Die Veranstaltung ist kostenlos.
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NABU: So profitieren Insekten, Vögel und Reptilien von Stromtrassen
Unselt: FlĂ€chen unter Stromleitungen intelligent fĂŒr den Naturschutz nutzen - NABU-Stiftung veröffentlicht Praxis-Leitfaden

Berlin – Der Ausbau des deutschen Stromnetzes ist in aller Munde. Über bestehende Trassen wird hingegen wenig diskutiert. Dabei prĂ€gt allein das Hoch- und Höchstspannungsnetz mit rund 62.000 Kilometern GesamtlĂ€nge einen bedeutenden Teil der Landschaft. Wie Insekten, Vögel und Reptilien vom Lebensraum unter Stromnetzen profitieren können, zeigt ein am heutigen Mittwoch in Berlin erstmals vorgestellter Praxis-Leitfaden „Ökologisches Trassenmanagement“ der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.

Laut Gesetz mĂŒssen hochwachsende BĂ€ume, Hecken und StrĂ€ucher unter Freileitungen beseitigt werden, sobald sie die Stromversorgung gefĂ€hrden könnten. Bislang findet der Naturschutz bei dieser vorgeschriebenen Trassenfreihaltung wenig Beachtung, etwa wenn Gehölze per Kahlschlag entfernt werden und so fĂŒr viele im Wald lebende Arten plötzlich der Lebensraum fehlt. Hier bietet der Leitfaden anschauliche Beispiele, wie durch ein „Ökologisches Trassenmanagement“ dieser vorgeschriebene Freiraum naturschonender gestaltet werden kann.

„Stromtrassen werden bislang hĂ€ufig nur als technische Bauwerke begriffen. Dabei können sie im Zusammenwirken von Netzbetreibern und EigentĂŒmern zu wertvollen LebensrĂ€umen fĂŒr gefĂ€hrdete Arten und Biotope entwickelt werden,“ so Christian Unselt, NABU-VizeprĂ€sident und Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Denn im Gegensatz zu den Leitungen selbst sind die FlĂ€chen, die von Leitungen gequert werden, in der Regel nicht Eigentum eines Netzbetreibers oder Energieversorgers.

Durch eine dauerhaft extensive Trassenfreihaltung können sich LebensrĂ€ume entwickeln, die in der intensiv genutzten Landschaft rar geworden sind – beispielsweise Zwergstrauchheiden oder stufig aufgebaute WaldrĂ€nder. In ihnen finden seltene Insektenarten wie die BlauflĂŒgelige Ödlandschrecke, Reptilien wie die Zauneidechse oder Vögel wie der NABU-„Vogel des Jahres“ 2020, die Turteltaube, oder der Neuntöter RĂŒckzugsrĂ€ume. Als EigentĂŒmerin von ĂŒber 20.000 Hektar NaturschutzflĂ€che untersucht die NABU-Stiftung seit Anfang 2017 im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens, welchen Einfluss GrundstĂŒckeigentĂŒmerinnen und GrundstĂŒckseigentĂŒmer zugunsten einer naturschonenden Trassenfreihaltung nehmen können. Der Praxis-Leitfaden macht diese Erkenntnisse nun nutzbar.

„Wir hoffen, dass diese Beispiele andere EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer sowie Netzbetreiber und Naturschutzbehörden ermutigt, mehr fĂŒr den Naturschutz zu tun. Bei WaldflĂ€chen unter Stromleitungen, die im Besitz der öffentlichen Hand sind, sollte sich ein Ökologisches Trassenmanagement als Standardbewirtschaftung etablieren“, so Unselt weiter.

Einzelne Stromnetzbetreiber haben ein Trassenmanagement, das Naturschutzbelange berĂŒcksichtigt, bereits zum festen Bestandteil ihrer Unternehmensphilosophie erklĂ€rt und setzen dieses erfolgreich in der Praxis um.

Der Fokus des jetzt veröffentlichten Leitfadens liegt auf bestehenden Freileitungen. Zahlreiche Bestandteile des Leitfadens sind aber auch fĂŒr die Umsetzung eines ökologischen Managements bei Neubauvorhaben nutzbar.

Das Vorhaben wird vom Bundesamt fĂŒr Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.
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