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Samstag, 10. Juni 2023
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Verschiedenes

 
GefĂŒhrte Radtour zum Naturlehrpfad
BAD KROZINGEN. Die Kur und BĂ€der GmbH bietet am Freitag, den 16. Juni 2023, um 15.30 Uhr bis ca. 18.30 Uhr, eine gefĂŒhrte Radtour zum Naturlehrpfad Brunnengraben Mengen an. Vor Ort erwartet die Teilnehmer Informationen rund um die Geschichte und Natur am Brunnengraben zwischen Mengen und Norsingen.

Im Jahre 2005 grĂŒndeten engagierte BĂŒrger und Fachleute aus dem Bereich Naturschutz gemeinsam mit Gemeindevertretern und der Alemannenschule Mengen den „Arbeitskreis Naturlehrpfad Mengen“. Das Ziel: ein StĂŒck Natur zurĂŒckzuholen und fĂŒr viele Tiere einen RĂŒckzugsort zu schaffen. Und das ist mehr als gelungen. Im Jahre 2006 wurden auf einer LĂ€nge von zwei Kilometern entlang des kleinen FließgewĂ€ssers „Brunnengraben“ zwischen Mengen und Norsingen heimische BĂ€ume und StrĂ€ucher, ĂŒberwiegend ObstbĂ€ume alter Sorten, gesetzt. Alle mit Namensschildern versehen. DarĂŒber hinaus konnten 16 ökologische und archĂ€ologische Lehrtafeln zu vielfĂ€ltigen Themen eingeweiht werden. Weitere Schautafeln beschreiben die ur- und frĂŒhgeschichtliche Besiedlung im Umfeld des Brunnengrabens von der Steinzeit bis zu den frĂŒhen Alemannen.

Im Jahre 2015 kamen nochmals ĂŒber 100 hochstĂ€mmige ObstbĂ€ume alter Sorten und heimische StrĂ€ucher hinzu. SteinkĂ€uze und Turmfalken nutzen das Gebiet als Jagdrevier. Zahlreiche Singvögel finden in den ĂŒber 50 installierten VogelkĂ€sten Brutmöglichkeiten. Der Naturlehrpfad Brunnengraben ist ein lokaler Verbundkorridor der Modellregion Biotopverbund MarkgrĂ€fler Land (MOBIL). Das Engagement wurde von der UN-Dekade Biologische Vielfalt mehrfach ausgezeichnet. Diese Ehrung erhalten Projekte, die sich in nachahmenswerter Weise fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Der Naturlehrpfad am Brunnengraben ist ein fantastischer Ort zum Bummeln und Informieren. Zahlreiche SitzbÀnke laden zum Verweilen und Beobachten der heimischen Tier- und Pflanzenwelt ein.

Programm:
‱ Kleine Libellen- und Vogelrunde (ca. 30 min) mit Dr. H. Hunger und Dr. T. Coch
‱ Kleine ArchĂ€ologie-Runde (ca. 30 min) mit Dr. C. BĂŒcker und Dr. M. Hoeper
‱ Musikalische Umrahmung durch den Musikverein Mengen
‱ Auswahl an kleinen Speisen und GetrĂ€nken (Geldspenden erbeten)

Weitere Informationen und Anmeldung bei der Tourist-Information Bad Krozingen, Tel. +49 7633 4008-163 oder unter www.bad-krozingen.info.
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Studie: StadtbĂ€ume besser wappnen fĂŒr mehr Klimaresilienz
Miller: InnerstĂ€dtisches GrĂŒn ist natĂŒrliche Klimaanlage

Berlin, 1. Juni - Vor allem in StĂ€dten steigt die Gefahr der Überhitzung: Beton und Asphalt speichern WĂ€rme, verlangsamte Windgeschwindigkeiten und zugebaute Frischluftschneisen verhindern AbkĂŒhlung. Als natĂŒrliche Klimaanlage leisten StadtbĂ€ume daher enorm viel: Sie befeuchten die Luft, produzieren Sauerstoff und binden CO2. Außerdem kĂŒhlen sie und filtern darĂŒber hinaus Staub und LĂ€rm. Gleichzeitig sind StadtbĂ€ume widrigen UmstĂ€nden in StĂ€dten ausgesetzt: Verdichtete und zu kleine Pflanzgruben, parkende Autos und das Streuen von Salz im Winter sind nur einige Bedingungen, denen sie trotzen mĂŒssen.

Aus Sicht des NABU stellt sich daher die Frage, wie die Auswahl der Stadtbaumarten zukĂŒnftig aussehen muss. Eine Studie der TU Dresden im Auftrag des NABU hat untersucht, welche Baumarten den verdichteten FlĂ€chen, Hitze, Trockenheit und StarkregenfĂ€llen in StĂ€dten gewachsen sind. Dabei stellten die Autoren fest, einheimische Arten haben es immer schwerer, den rasanten Auswirkungen der Klimakrise etwas entgegenzusetzen.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „BĂ€ume sind die Klimaanlage unserer StĂ€dte und sie stehen unter enormen Stress. Ihre Wurzeln mĂŒssen oft ihren Platz unter versiegelten FlĂ€chen suchen und auch nach oben mangelt es bisweilen an Raum. Gleichzeitig leiden sie unter den Auswirkungen der Klimakrise. Bei der Auswahl muss in Zukunft deutlich mehr darauf geachtet werden, wie sie dem standhalten können. Sie mĂŒssen besser gewappnet sein gegen Hitze, Trockenheit oder Starkregen. Wir alle sind darauf angewiesen, innerstĂ€dtisches GrĂŒn darf kein Luxusgut fĂŒr bessere Viertel sein; gerade in sozial schwĂ€cheren Gebieten besteht durch die hohe Einwohnerdichte ein hoher Bedarf an BĂ€umen.“

Bislang gibt es nur wenige Untersuchungen darĂŒber, welche BĂ€ume sich fĂŒr den urbanen Raum unter den entsprechenden Bedingungen eignen. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Resilienz der Arten. Auch ihre Rolle bzw. ihre Funktion im komplexen Ökosystem muss bedacht werden. FĂŒr die Studie wurden Empfehlungen aus Baumschulen, stĂ€dtische Konzepte, Forschungs- und Abschlussarbeiten zusammengetragen. Im Ergebnis wurden 751 Laub- und Nadelgehölze als grundsĂ€tzlich stadtklimatauglich vorausgewĂ€hlt. Diese Zahl verringert sich allerdings deutlich, wenn man die Eignung fĂŒr die heimische BiodiversitĂ€t einbezieht. Stefan Petzold, Experte fĂŒr Stadtnatur im NABU: „Die Studie ist fĂŒr den Verband eine tolle Grundlage fĂŒr die weitere Arbeit. Sie liefert uns eine wissenschaftliche Basis, um unsere verbandsinterne Positionierung zur wichtigen Frage der zukĂŒnftigen Baumartenauswahl mit grĂ¶ĂŸtmöglicher Sorgfalt finden zu können."
 
 

Tusculum am Schlossberg wird teilweise abgesperrt
Tusculum (c) Stadt Freiburg / Toni Klein
 
Tusculum am Schlossberg wird teilweise abgesperrt
Tusculum war im Altertum eine Stadt in den Albaner Bergen, auf deren HĂŒgeln gutsituierte Römer ihre Villen errichteten. Folgerichtig gaben im und seit dem Mittelalter reiche Herrschaften ihren Landsitzen gerne den Namen „Tusculum“, von WĂŒrzburg, Weimar, ZĂŒrich bis Schweden. Auch Freiburg erhielt, allerdings erst im 20. Jahrhundert, sein Tusculum. Um 1910 ließ Ernst Nopper einen lang gestreckten Terrassenbau ĂŒber mehrere Ebenen am Nordwesthang des Schlossberges erbauen, als Freisitz fĂŒr sich und seine Familie.

Im Jahr 1927 erwarb die Stadt Freiburg die Anlage oberhalb des Dattler, die einen ansprechenden Blick ĂŒber die Stadt bietet. Seit den 1980er Jahren unter Denkmalschutz, dient Freiburgs Tusculum SpaziergĂ€ngern als beliebte Schnauf-Etappe zwischen Stadtgarten und Schlossbergturm. Sie finden einen blickdicht verschlossenen Baukörper vor, der von TerrassenflĂŒgeln gefasst und einer SĂ€ulenreihung aus Naturstein umgeben ist. Die Anlage stellt sich als pergola-Ă€hnliche Gartenarchitektur dar, im Stil des Historismus und mit Zierelementen des Jugendstils. Apropos Jugend-Stil: Eine reiche Leergutsammlung auf den Terrassen des Tusculum, von Puschkin Water Melon bis zu Piccolo-Sekt, verweist darauf, dass die abgelegene Location sich auch nachts regen Interesses erfreut.

Nun wird dem Tusculum auch amtliche Aufmerksamkeit zuteil. Das stĂ€dtische GebĂ€udemanagement fĂŒhrt in den nĂ€chsten Tagen eine Zustandserhebung durch. Der Grund sind festgestellte MĂ€ngel. Da die Stadt in der Verkehrssicherungspflicht steht, muss die Anlage teilweise abgesperrt werden. Sobald der Zustand erhoben ist, wird das weitere Vorgehen geprĂŒft.
 
 

 
Baumarbeiten auf dem Mundenhof-Parkplatz
Voraussichtlich am Montag, 5. Juni, beginnen dringende Arbeiten an 14 BĂ€umen auf dem Mundenhof-Parkplatz (Bushaltestelle) und an der Mundenhofer Straße Richtung Rieselfeld. Konkret geht es um RĂŒckschnitte, das EinkĂŒrzen von Kronen und um einzelne FĂ€llungen.

Die Arbeiten dienen der Verkehrssicherung. Sie werden hinsichtlich des Artenschutzes begleitet und zu BeeintrĂ€chtigungen auf dem Rad- und Fußweg zwischen Mundenhof und Rieselfeld fĂŒhren. Bitte Schilder, Absperrungen und Anweisungen der Baumpfleger beachten.
 
 

Kampagnen gegen den Klimaschutz und gegen die Umweltschutzbewegung
(c) mitwelt.org
 
Kampagnen gegen den Klimaschutz und gegen die Umweltschutzbewegung
FĂŒr die Kriegsgewinnler und Klimakatastrophenverantwortlichen Chevron, BP, Shell, TotalEnergies und ExxonMobil war 2022 ein profitables Jahr. Die schmutzigen „Big Five“ erwirtschafteten einen gemeinsamen Jahresgewinn von knapp 200 Milliarden US-Dollar. (Eine Milliarde sind unglaubliche 1000 Millionen!) Auch die deutschen Energieversorger haben satte Profite eingefahren. Die Inflation, unter der die Menschen leiden, ist eine Gier-Flation, ausgelöst durch die Konzerne.

Schon jahrzehntelang wissen die Konzernspitzen der Öl-, Gas- und Kohlekonzerne von den Gefahren der von ihren Firmen verursachten Klimakatastrophe. Mit den mörderischen Methoden und Desinformationskampagnen der Tabakindustrie haben sie die Verbreitung dieses Wissens aggressiv und erfolgreich bekĂ€mpft und bekĂ€mpfen lassen. Sie tragen Verantwortung fĂŒr millionenfachen Tod und Leid. Die Klimaterroristen in den Konzernzentralen werden nicht etwa bestraft, sondern mit Milliardenprofiten satt belohnt.

Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn die alten, schmutzigen Energiekonzerne privat finanzierte WindrĂ€der und private Solaranlagen auf HausdĂ€chern nicht mögen. Ähnliches gilt fĂŒr WĂ€rmepumpen und die WĂ€rmewende in den Haushalten. FĂŒr Öl- und Gaskonzerne geht es bei diesem Streit um satte Profite.

Darum lassen (nicht nur) die Energiekonzerne die Energiewende in BĂŒrgerInnenhand auch aggressiv bekĂ€mpfen. Ein Beispiel sind die durch Erdöl reich gewordenen amerikanischen Koch-BrĂŒder. Charles und David Koch stecken viel Geld nicht nur in die US-Politik, in KandidatInnen, VerbĂ€nde, Denkfabriken und in die Organisationen der Energiewendegegner und Klimawandelleugner. So kĂ€mpfen sie erfolgreich gegen Steuern fĂŒr Reiche, gegen Umweltauflagen, gegen Klimaschutz, fĂŒr ein absolut freies Unternehmertum und gegen den demokratischen Staat. Ihre marktradikalen und rechtspopulistischen Netzwerke sind weltweit gespannt und Geld fließt auch nach Deutschland. Sie gefĂ€hrden nicht nur das Klima, sondern auch die Demokratie.
Auch wenn sich ĂŒber manche Aktionsform zurecht trefflich streiten lĂ€sst: Dass junge verzweifelte Umweltaktive von Klimakatastrophenverantwortlichen als „Klima-Terroristen“ (AfD), als Mitglieder einer „Klima-RAF“ (CSU) und „Klima-Chaoten“ (Bayerisches Innenministerium) denunziert werden, ist mehr als ein Skandal. Diese Anwendung des Begriffs Klima-Terroristen kehrt die tatsĂ€chlichen SchuldverhĂ€ltnisse um. Aktivistinnen und Aktivisten machen auf MissstĂ€nde aufmerksam und werden dafĂŒr kriminalisiert. Der rechtsextreme Rand der Gesellschaft streut gemeinsam und erfolgreich mit marktradikalen Medien und der BILD-Zeitung Begriffe in die öffentliche Debatte, die an Orwellsches Neusprech erinnern. Die parlamentarischen Lobbyisten der Energiekonzerne in Deutschland sind insbesondere FDP, CDU, CSU und AfD. Um das Jahr 2012 war die Energiewende auf dem Weg, eine ökologisch-ökonomische Erfolgsgeschichte zu werden. Doch sie gefĂ€hrdete zunehmend das Energieerzeugungsmonopol und die Profite der deutschen Energiekonzerne. Also wurde die Energiewende von den Partei-Lobbyisten mit Gesetzen, Vorschriften und BĂŒrokratie erfolgreich geschrumpft.

Auch harte Medien-Kritik an Gesetzen und Aktionsformen ist eine politische SelbstverstĂ€ndlichkeit. Doch von ökonomischen Interessen geleitete Dauer-Kampagnen gegen den Klimaschutz sind etwas anderes. AngefĂŒhrt werden die aktuell so makaber erfolgreichen Lobbykampagnen gegen die Klimaschutzbewegung und die Energiewende von der Springerpresse und vornehmlich von der BILD-Zeitung. Diese fĂŒhrt ihren alten, hasserfĂŒllten Kampf von 1968 gegen die Studierenden-Bewegung jetzt als Kampf gegen die Klimaschutzbewegung, Umweltbewegung und gegen "Rest-GRÜN" im Parlament fort.

Der rechts-libertĂ€re Kampagnen-Journalismus der Murdoch-Presse und von Fox-News hat die demokratiegefĂ€hrdende Spaltung der US-Gesellschaft vorangetrieben. Ähnliches wiederholt sich gerade in Deutschland und Europa.

Ein großes Problem ist die erkennbare NaivitĂ€t und Hilflosigkeit der Klima- und Umweltbewegung angesichts solcher machtvollen Kampagnen. Die Jugendumweltbewegung befasst sich beeindrucken intensiv und wissenschaftlich fundiert mit den Ursachen des Klimawandels. Mit den Fragen der Macht und den Konzepten der MĂ€chtigen setzt sich die Umweltbewegung zu wenig auseinander. Ein erster Schritt wĂ€re es, die Kampagnen als Kampagnen und deren ökonomischen HintergrĂŒnde ĂŒberhaupt zu erkennen und dann Gegenstrategien zu entwickeln. Die Studierenden-Bewegung von 1968 wusste zumindest noch, was in der Bild-Zeitung steht.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
Der Autor ist seit 50 Jahren in der Umweltbewegung aktiv und war 30 Jahre lang BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer in Freiburg
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3. Juni: Frelo-Freifahrt
Am Samstag, 3. Juni, dem „Tag des Fahrrads“, gilt Freifahrt auf den Frelo-LeihfahrrĂ€dern. Um die Freifahrt nutzen und ein Rad freischalten zu können ist ein Konto bei nextbike notwendig, das man zum Beispiel ĂŒber die VAGmobil-App oder die nextbike App erstellen kann. Die Freifahrt gilt nicht fĂŒr die LastenFrelos.
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Hurra, hurra, die ErdmÀnnchen sind wieder da
Mundenhof Freiburg (c) Daniel JĂ€ger
 
Hurra, hurra, die ErdmÀnnchen sind wieder da
Freiburg, 25. Mai 2023. Der Neubau des ErdmĂ€nnchen-Geheges auf dem Mundenhof wurde heute eröffnet. Auch die Strauße haben einen neuen Stall

Raufen, schnaufen, laufen, linsen: ErdmĂ€nnchen haben immer zu den Publikumslieblingen auf dem Mundenhof gezĂ€hlt. Nachdem das letzte seiner Art im Dezember 2020 an einen anderen Zoo abgegeben worden war, konnte der Mundenhof mit dem ambitionierten Neubau des ErdmĂ€nnchen-Geheges und dem Umbau des benachbarten Straußenstalls beginnen. Beides ist nun fertig und wurde heute feierlich eröffnet.

Fragt man die Besucherinnen und Besucher des Mundenhofs nach ihren Wunschtieren fĂŒr den Tierpark, stehen die ErdmĂ€nnchen auf Platz 1 (Quelle: Publikumsbefragung 2023). Seit 1999 war eine Gruppe der geselligen Tiere auf dem Hof heimisch. Da es aber in die Jahre gekommen war und umgestaltet werden sollte, blieb das Gehege der Suricata suricatta mit der Abgabe des letzten Erdmanns ab Dezember 2020 vorerst leer. Zeitgleich verstarb der letzte, uralte Uhu – und plötzlich war auch das Nachbar-Gehege verwaist. Von der Haltung neuer Uhus nahm der Mundenhof schnell Abstand. Volieren auf dem begrenzten Raum im Innenbereich sind mit den hohen Standards, die der Tierpark sich im Rahmen der artgerechten Tierhaltung selber setzt, kaum zu vereinbaren.

Stattdessen erkannte das Team des Mundenhof die Gelegenheit, den ErdmĂ€nnchen ein ganz neues Gehege zu gestalten – tiergerechter, tierpflegerfreundlicher und auch fĂŒr das Publikum ansprechender. Auch der gut 50 Jahre alte Straußenstall, deutlich zu zugig, viel zu klein, entsprach nicht mehr den neuesten Standards. So fiel die Entscheidung, einen neuen „Stall“ fĂŒr gleich zwei Tierarten zu bauen. Strauße und ErdmĂ€nnchen kennen sich ja aus ihrem natĂŒrlichen Lebensraum, z.B. der Kalahari im sĂŒdlichen Afrika, wo sie passabel miteinander auskommen. Eine Unterbringung im gleichen GebĂ€ude, natĂŒrlich getrennt voneinander, lag daher nahe. Der Vorschlag, aus dem alten Uhu-GebĂ€ude einen neuen Stall fĂŒr zwei Tierarten zu errichten, kam dabei aus dem Team der TierpflegekrĂ€fte. Damit konnten die damaligen Azubis, mittlerweile Teil des festangestellten Teams, die komplette Mannschaft ĂŒberzeugen. Die ersten EntwĂŒrfe entstanden bereits Ende 2020.

Spannend wurde das Erstellen zweier Anforderungslisten. ErdmĂ€nnchen brauchen ein Außengehege mit RĂŒckzugsflĂ€chen und vielen Grabmöglichkeiten, aber auch ein großes, beheiztes Innengehege fĂŒr schlechtes Wetter und kalte Monate. In ihrem getrennten Arbeitsbereich mĂŒssen TierpflegerInnen in der Lage sein, die Tiere mit wenig Aufwand einzufangen und zurĂŒckzusperren.

Ganz anders sieht der Wunschzettel der Strauße aus. Ihr Stall muss großrĂ€umig sein, denn als Laufvögel brauchen sie viel Auslauf und lassen sich ungern einsperren. Zudem muss der Stall ein flexibles Torsystem und Abteile haben (falls Tiere separiert werden mĂŒssen). Auch der Rundlauf sollte möglich sein. Was ein Strauß dagegen fĂŒrchtet, sind enge Winkel; wenn er sich in die Enge getrieben fĂŒhlt, reagiert er panisch und kann Menschen schwer verletzen.

Vieles musste also bedacht werden. Da die Anforderungen an eine artgerechte Haltung im gemeinsamen Stall bzw. Gehege so komplex waren, nahm der Mundenhof Kontakt auf mit Zoos, die ErdmĂ€nnchen halten und in letzter Zeit das Gehege umgebaut haben (Karlsruhe, Heidelberg, Basel, Zoo Leipzig, Zoo ZĂŒrich). Der Leiter des Tiergeheges besuchte einen ErdmĂ€nnchen-Kongress und pflegte engen Austausch mit der ErdmĂ€nnchen-Forschung der ETH ZĂŒrich.

Das Corona-Jahr 2021 war der Planung vorbehalten. Mit einem Entwurf der Zimmerei samt KostenschĂ€tzung begann die Suche nach Sponsoren. Nebenher begannen der Mundenhof und sein Förderverein mit dem Einwerben gezielter Spenden. Die Bauzeit war dann kompakt. Im Juli 2022 wurde das Fundament gelegt, im Oktober begann der Hochbau, im November folgte das Rolltor. Anfang dieses Jahres konnte das GerĂŒst schon abgebaut werden. Letzte Gewerke wurden am Vortag der Eröffnung abgeschlossen.

Besonders stolz ist man nun auf dem Mundenhof darĂŒber, dass die GĂ€rtnerInnen des Mundenhofes Vieles selbst geplant und gebaut haben, vom Rohrsystem mit Wurfhöhlen bis zum DrĂ€nbeton als Ausbruchsschutz. Das Mundenhof-Team hat grabfĂ€hige Spezialerde besorgt, das Gehege innen und außen eingerichtet und die Bepflanzung an das Thema Savanne angepasst. Die großzĂŒgigen Außenanlagen krönt nun eine Aussichtsplattform, die in verschiedene Richtungen Blicke auf die Straußenkoppel erlaubt. Ein bisschen an die Kalahari erinnert auch der großzĂŒgige Platz vor dem Gehege, mit BĂ€nken, die in TermitenhĂŒgel eingebettet sind.

Auch in ihrem Bau finden die ErdmĂ€nnchen ideale Bedingungen vor. Das großzĂŒgige, mit LĂ¶ĂŸ-Sand-Gemisch aufgefĂŒllte Innengehege ist beheizbar und geht bis zu 1,50 m in die Tiefe – ideal zum Graben. Dank einer großen Glasscheibe können Besucherinnen und Besucher das komplette Innengehege einsehen. Der ehemalige Uhustall ist indes den Tierpflegern vorbehalten. Durch bauliche Abtrennungen können hier einzelne Tiere relativ stressfrei gefangen werden. Hier gibt es Möglichkeiten zum Untersuchen und Verarzten der Tiere, genau so wie die Steuerungs- und Video-Anlagen.

Das Außengehege ist reich strukturiert. Unter einem großen Glasdach können die ErdmĂ€nnchen im Winter und Regen im Trockenen sitzen. Ein Tunnelsystem erstreckt sich ĂŒber die gesamte Anlage und umfasst auch den Übergang von innen nach außen (weil die Öffnungen klein gehalten sind, geht hier wenig Energie verloren). So stehen die ErdmĂ€nnchen tĂ€glich vor der schweren Entscheidung: eigene Röhren graben oder die vorgefertigten Röhren nutzen?

Im Straußenstall gibt es keine Ecken und keine engen Winkel, die den Vögeln Stress bereiten könnten. Der Stall kann als Ganzes genutzt oder (dank flexibler Torsysteme) in Abteile getrennt werden. Die Tore sind Sonderanfertigungen und von einem sicheren Raum aus zu bedienen; das schĂŒtzt die Tierpflegerinnen und Tierpfleger nicht nur wĂ€hrend der Brunft, wenn die Tiere gefĂ€hrlich werden können. Alle DurchlĂ€sse sind 3 m hoch, damit die Vögel gefahrlos hindurchschreiten können. (Bei Vogelgrippe gilt auch fĂŒr Strauße Einstallpflicht, sobald die behördliche Anordnung erfolgt). Noch ein schönes Detail: Dank des Umbaus können die Strauße nun auch in ihrem Stall brĂŒten. Damit die Energiekosten im Rahmen bleiben, wurde sein Dach gedĂ€mmt.

In den vergangenen Wochen ist bereits junges Leben in die neue Bude eingekehrt. Aus anderen Zoos kamen drei ErdmĂ€nnchen – ein Weibchen und zwei MĂ€nnchen, die BrĂŒder sind. Malkia (was auf Swahili „Königin“ heißt) wurde im April 2022 geboren, die BrĂŒder Mlezi („WĂ€chter“) und Panzi („Heuschrecke“) feiern im Juni bereits ihren zweiten Geburtstag. Noch ist diese Gruppe also klein; auf dem Mundenhof soll daraus aber mal eine große Sippe werden. Der Anfang ist geglĂŒckt, die FamilienzusammenfĂŒhrung verlĂ€uft bisher gut. Schon die erste Nacht haben die ErdmĂ€nnchen gemeinsam in einer Schlafkiste verbracht. Malkia ist neugierig und zutraulich, sie klettert wĂ€hrend der Stallreinigung manchmal sogar auf die Tierpflegerinnen. Ihre mĂ€nnlichen Artgenossen haben sich wĂ€hrend der Eingewöhnung bereits als agile AusbruchskĂŒnstler erwiesen; in den ersten Tagen in der QuarantĂ€nestation hinter den Kulissen begrĂŒĂŸte eines der MĂ€nnchen seine Pflegerinnen schon mal im Gang der QuarantĂ€nestation, vor der InnenstalltĂŒre.

Bei Familie Strauß sieht es etwas anders aus. Inzwischen leben fĂŒnf Strauße auf der Anlage: der Hahn Kito mit vier Hennen. Die Alt-Hennen heißen Trudy und Ruby. Neu hinzu kamen nun Kya („Diamant am Himmel“) und Themba („Hoffnung“); beide sind 2008 geschlĂŒpft. Die neuen Hennen sind noch schĂŒchtern und verunsichert. Die bestehende Gruppe hat sie bisher nicht mit offenen FlĂŒgeln empfangen – aber das Team der Tierpflege gibt sein Bestes, um die multilaterale Kontaktaufnahme nachhaltig zu fördern.

Bei der heutigen Eröffnung des neuen Stalls kamen auch die Kosten zur Sprache. Dabei betonten Susanne Eckert und Birte Boxler, die Leiterinnen des Mundenhofs, unisono: „Ohne die Bereitschaft des Fördervereins, die Hauptlast der Kosten zu ĂŒbernehmen, wĂ€re diese Anlage nie entstanden.“ Von den Gesamtkosten in Höhe von 580.000 Euro kamen zwei Drittel (ĂŒber 380.000 €) vom Förderverein und ein Drittel (knapp 200.000 €) von der Stadt. Dabei haben die GebĂ€ude mit Stallanlagen und Innengehege 480.000 Euro gekostet und das Außengehege der ErdmĂ€nnchen 100.000 Euro, inklusive Ausbruchschutz am Boden, vorgefertigtem Rohrsystem mit Wurfhöhle, TermitenhĂŒgel, begehbarem TermitenhĂŒgel fĂŒr Kinder, Betonmauern mit großem Glasfenster, SitzbĂ€nken und Infotafeln.

Die Baufirma Gisinger spendete 50.000 Euro an den Förderverein und vermittelte den Kontakt zum StatikbĂŒro Kienzler, das seine Arbeit unentgeltlich machte; in der Summe kamen somit, passend zu Gisingers 70-jĂ€hrigen FirmenjubilĂ€um, 70.000 Euro zusammen. Die Volksbank und die Sparkasse gaben jeweils 5.000 Euro. Zudem gingen beim Förderverein viele KleinbetrĂ€ge aus dem SpendenwĂŒrfel ein (wĂ€hrend Corona war das Spendenaufkommen sehr hoch).

Seit ĂŒber 50 Jahren unterstĂŒtzt der Förderverein den Mundenhof. Anfangs wurden vor allem TierkĂ€ufe und TierstĂ€lle finanziert, unter anderem auch schon der alte „Straußenstall“, den damals Mufflons und spĂ€ter Damwild bewohnten. Heute investiert der Förderverein nicht nur in den Bau und den Unterhalt von GebĂ€uden. Er fördert auch die pĂ€dagogische Arbeit im KonTiKi und ĂŒbernimmt höhere Tierarztkosten. Ermöglicht wird dies durch großzĂŒgige Hilfen aus der Wirtschaft, aber auch weil viele Besucherinnen und Besucher die Spendenboxen auf dem MundenhofgelĂ€nde fĂŒr einen kleines „Dankeschön“ nutzen. Konstanten Anstieg verzeichnet der Förderverein auch bei den Tierpatenschaften, die immer wieder gerne verschenkt werden, und bei seiner Mitgliederzahl.

Wer die Tiere des Mundenhofs unterstĂŒtzen möchte, kann dies mit dem Abschluss einer Tierpatenschaft tun, zum Beispiel fĂŒr die neuen ErdmĂ€nnchen und die Strauße. Das geht ganz einfach ĂŒber die Homepage foerderverein-mundenhof.de.
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Ausbau der Radvorrangroute FR3
Ein Gewinn fĂŒr alle: barrierefreie Haltestelle, breitere Gehwege und leisere Fahrbahn
Umbau im Zeit- und Kostenplan gelungen

StĂŒck fĂŒr StĂŒck zur dritten Radvorrangroute: Nach 14 Monaten Bauzeit ist der Ausbau des FR3 von der Hohenzollernstraße bis zur Friedhofstraße abgeschlossen. In einem rund 900 Meter langen Abschnitt wurde der Radweg vom Fußweg getrennt und auf eine Breite von ĂŒberwiegend zwei Metern ausgebaut. Von der Umgestaltung profitieren auch die Menschen, die im Viertel zu Fuß unterwegs sind. Zudem ist die Stadtbahnhaltestelle „Hauptfriedhof“ jetzt barrierefrei und die Fahrbahn wurde erneuert.

BaubĂŒrgermeister Martin Haag freut sich ĂŒber den wichtigen LĂŒckenschluss auf der Nord-SĂŒd-Achse: „Das ist eine große Verbesserung fĂŒr alle Freiburgerinnen und Freiburger, die mit dem Rad unterwegs sind. Gleichzeitig profitieren auch die FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€nger von den breiteren und sicheren Gehwegen. Die gelungene Umgestaltung des FR3 ist ein Gewinn fĂŒr alle.“

In einem ersten Bauabschnitt sind ab April 2022 in der Hohenzollern- und der sĂŒdlichen Heiliggeiststraße beidseitig Radfahrstreifen
entstanden. Ab Juli folgten dann die Bauarbeiten zwischen dem nördlichen Ende der Heiliggeiststraße und der Friedhofstraße. Dort, wo neu gebaut wurde, stehen dem Radverkehr jetzt fast durchgĂ€ngig mindestens zwei Meter breite Radwege zur VerfĂŒgung, die baulich von den Fußwegen getrennt sind. Im zentralen Bereich am Hauptfriedhof wurde der Radweg auf der Ostseite auf die Fahrbahn verlegt. Das schafft mehr Platz fĂŒr alle, die zu Fuß unterwegs sind. Der Gehweg verlĂ€uft nun getrennt vom Radweg und ist nun mindestens zwei Meter breit. Auf der Westseite entlang der Friedhofsmauer verlaufen Fuß- und Radweg weiterhin parallel, sind jetzt aber durch ein taktiles Element fĂŒr Menschen mit Sehbehinderung und unterschiedliche BelĂ€ge voneinander getrennt: Der Fußweg ist mit Betonpflaster befestigt, Radfahrende fahren von nun an ĂŒber eine AsphaltflĂ€che.

Im Zuge der Neugestaltung wurde außerdem die komplette Fahrbahn saniert, sodass der Verkehr jetzt viel ruhiger lĂ€uft. Ein weiterer großer Fortschritt ist der neue signalisierte FußgĂ€ngerĂŒberweg auf Höhe der Kinderklinik in der Heiliggeiststraße. Nicht zuletzt wurden alle bestehenden Kreuzungen, Überwege und Ampelanlagen erneuert und barrierefrei umgebaut. Außerdem wurde nördlich der EinmĂŒndung Tennenbacher Straße die Stadtbahnhaltestelle „Hauptfriedhof“ in der Friedhofstraße barrierefrei ausgebaut.

Alle noch bestehenden VerkehrseinschrĂ€nkungen sind ab Ende Mai aufgehoben. Die Friedhofstraße ist dann stadteinwĂ€rts wieder auf voller LĂ€nge befahrbar. Und wenn die VAG den regulĂ€ren Stadtbahnbetrieb am 14. Juni wieder aufnimmt, entfĂ€llt auch der Schienenersatzverkehr fĂŒr die Stadtbahnlinie 2.

Die Arbeiten im gesamten Abschnitt zwischen Hohenzollernstraße und Friedhofstraße haben rund 5,6 Millionen Euro gekostet und werden mit rund 3,6 Millionen Euro vom Land bezuschusst.

Das Garten- und Tiefbauamt bedankt sich bei allen Anwohnerinnen, Anwohnern und Verkehrsteilnehmenden fĂŒr ihr VerstĂ€ndnis fĂŒr die mit den Bauarbeiten verbundenen BeeintrĂ€chtigungen.

Hintergrund:
Die Radvorrangroute ist eine der drei Pilotrouten des Radvorrangnetzes. Sie fĂŒhrt zentral durch die dicht besiedelten Stadtteile BrĂŒhl/Beurbarung, StĂŒhlinger und Haslach. Im Norden bindet sie Herdern und ZĂ€hringen, im SĂŒden St. Georgen und Vauban an. Sie erschließt wichtige Ziele, etwa die Uni-Klinik, das Behörden-Areal mit RegierungsprĂ€sidium, das Arbeitsamt, das Rathaus im StĂŒhlinger sowie Gewerbeschulen und das Gewerbegebiet SĂŒd. In Zukunft wird der FR3 an den vom Land geplanten Radschnellweg RS6 (ĂŒber Emmendingen - Waldkirch, Gundelfingen, Denzlingen) anschließen und hat so auch ĂŒberregional eine wichtige Funktion.
 
 



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