oekoplus - Freiburg
Freitag, 24. Januar 2020
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Verschiedenes

Riesenflohmarkt in der Messehalle Freiburg
Foto: Veranstalter
 
Riesenflohmarkt in der Messehalle Freiburg
Nach Herzenslust stöbern, feilschen und kaufen

Freiburg. Sammler und SchnÀppchenjÀger aufgepasst: Denn am Freitag, 17.1. und Samstag, 18.1. starten wir mit unserem Riesen Flohmarkt in der Messehalle Freiburg unsere Flohmarktsaison 2020.
Über 250 Aussteller bereichern an diesem Wochenende die Messehalle und bieten neben Kleidung, Spielsachen und Haushaltswaren auch BĂŒcher, Schallplatten, Elektronik, Schmuck, Möbel, und allerlei Ausgefallenes zum Kauf an. Garantiert finden sich hier ganz persönliche SchĂ€tze, die ein jedes Sammlerherz höherschlagen lassen.

Überregionale und internationale Aussteller, sowie das geöffnete Messerestaurant laden zum langwierigen Verweilen und Genießen in entspannter AtmosphĂ€re ein.
Frönen Sie ihrer Leidenschaft und ergattern Sie beim Streifzug durch die Halle mit ein wenig GlĂŒck den einen oder anderen Schatz. Denn hier findet sich fĂŒr jeden Geldbeutel das Richtige und die Aussteller geben gerne Auskunft ĂŒber jedes der unzĂ€hligen PrachtstĂŒcke.

Die Öffnungszeiten: Freitag, 17.1. von 14-19 Uhr und Samstag, 18.1. von 9-17 Uhr

Besuchereintritt:
1-Tages-Karte: 3,00 Euro / Keine ErmĂ€ĂŸigung / Kinder bis 15 Jahren frei
2-Tages-Karte: 4,50 Euro / Keine ErmĂ€ĂŸigung / Kinder bis 15 Jahren frei
10er Eintrittskarte (ĂŒbertragbar) 20,00 Euro

Weitere Informationen und Flohmarkttermine erhalten Interessierte beim Veranstalter, der SĂŒMa Maier GmbH, unter Telefon 07623 741920 oder im Internet unter www.suema-maier.de

Bequem mit der Straßenbahn zum Flohmarkt und zurĂŒck
Mit der Stadtbahnlinie 4 bis "Technische FakultĂ€t" erreichen Sie die Messe Freiburg im 7,5-Minuten-Takt. Nutzen Sie diese Möglichkeit und fahren Sie ganz bequem zum Flohmarkt und zurĂŒck. Entgehen Sie der evtl. stressigen Anfahrt mit dem PKW. Tun Sie der Umwelt etwas Gutes und lassen sich chauffieren.
Andernfalls hat es ausreichend BesucherparkplĂ€tze direkt vor der Messehalle. Somit ist der Flohmarkt fĂŒr jedermann gut erreichbar.
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VAG: Jahresfahrplan 2020
Frelos stehen an vielen Stellen bereit / Foto: Daniel JĂ€ger
 
VAG: Jahresfahrplan 2020
Wenig Änderungen im dennoch ereignisreichen Jahr 2019

„Der Wechsel zum Jahresfahrplan 2020, der am 15. Dezember vollzogen wird, zeichnet sich durch eine sehr große KontinuitĂ€t aus.“ Diese Aussage von Oliver Benz, Vorstand der Freiburger Verkehrs AG (VAG) anlĂ€sslich der presseöffentlichen Vorstellung des Jahresfahrplan 2020 ist alles andere als selbstverstĂ€ndlich. Durch die Eröffnung der Stadtbahn Rotteckring am 16. MĂ€rz hatte es allerhand Änderungen im Liniennetz gegeben die zudem teilweise im Vorfeld aus der Öffentlichkeit mit kritischen Anmerkungen bedacht worden waren. „Unsere Erfahrungen seit MĂ€rz sind ausgesprochen positiv, sodass wir keinerlei Anlass sehen grundlegende Dinge zu verĂ€ndern. Die neuen LinienfĂŒhrungen haben sich bewĂ€hrt,“ ergĂ€nzt Benz.

TatsĂ€chlich hatte es vor allem von aktiven BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern aus dem Rieselfeld im Vorfeld Kritik daran gegeben, dass die Stadtbahnlinie 5 jetzt ĂŒber den Rotteckring gefĂŒhrt wird und der Hauptbahnhof oder das Rathaus im StĂŒhlinger fĂŒr die Rieselfelder nicht mehr ohne Umsteigen erreichbar sind. Mitglieder des dortigen Arbeitskreises Verkehr hatten sich sogar die große MĂŒhe gemacht und einen eigenen Vorschlag fĂŒr ein mögliches Liniennetz der VAG erarbeitet.

Nach gut acht Monaten Betrieb bleibt festzustellen, dass bei der VAG nahezu keine Beschwerden ĂŒber diese LinienfĂŒhrung eingegangen sind. Und auch in einem Schreiben des AK Verkehr aus dem Rieselfeld wird konstatiert: „Wir ziehen also insgesamt ein positives ResĂŒmee und stellen fest, dass der kollektive Aufschrei aus dem Rieselfeld nach EinfĂŒhrung der neuen LinienfĂŒhrung ausgeblieben ist.“

Anpassungen an den regionalen Schienenverkehr

Bei den einzigen Änderungen im Verkehrsangebot des Fahrplans fĂŒr 2020 ging es ausschließlich darum, Buslinien besser auf Abfahrtszeiten des regionalen Schienenverkehres einzustellen:

Die Buslinie 17 wurde an die Abfahrtszeiten der Höllentalbahn angepasst.

Die Buslinie 23 wurde hinsichtlich der Abfahrtszeiten der Rheintalbahn verbessert.

Bei der Buslinie 24 gab es Optimierungen an die Abfahrtszeiten der RegionalzĂŒge am Bahnhof Gundelfingen.

Die Fahrten der Buslinie 25 passen jetzt besser zu den Abfahrtszeiten am Bahnhof Hugstetten.

Die Buslinie 31 wird von Februar an besser auf die Abfahrtszeiten der S-Bahn in Breisach abgestimmt sein.

Stadtbahn Messe

Zu einer Erweiterung des Liniennetzes wird es gegen Ende des Jahres kommen. Dann wird die VerlÀngerung der Stadtbahn Messe in Betrieb gehen.

Dreisamtal steigt bei „Safer Traffic aus.

Wie schon lĂ€nger bekannt steigen die Gemeinden im Dreisamtal zum 15. Dezember komplett aus dem Nachtverkehrsangebot „Safer Traffic“ aus. Betroffen davon sind Zarten, Kirchzarten, Stegen, Attental / Wittental, Eschbach, St. Peter, Buchenbach und Oberried.

Der Umsteigepunkt von der Straßenbahn auf die Nachttaxis an der Laßbergstraße bleibt jedoch bestehen, da von hier aus die Freiburger Ortsteile Kappel und Ebnet weiterhin bedient werden.

Haltestellenumbenennung

Wie die VAG VorstĂ€nde mitteilten wird die Haltestelle „Weißerlenstraße“, die von den Buslinien 25 und 26 bedient wird, kĂŒnftig „BeschlĂ€ge-Koch“ heißen.

RĂŒckblick:

„Baustellenbedingte Fahrplanirritationen“

FĂŒr die Buslinien 25 und 36 hatte es vom 21. Oktober bis zum 30. November die ungewöhnliche Situation gegeben, dass ein Baustellen-Umleitungsverkehr gefahren wurde, ohne dass weit und breit eine Baustelle zu sehen gewesen wĂ€re. Dieser Zustand sorgte bei den Kundinnen und Kunden nachvollziehbarer Weise fĂŒr Irritationen. TatsĂ€chlich war der VAG fĂŒr die Hochdorfer Straße eine Kanalbaustelle angekĂŒndigt worden. Der Beginn der Bauarbeiten wurde dann jedoch so kurzfristig verschoben, dass die VAG keine Zeit zum Reagieren mehr hatte. In allen Hintergrundsystemen – also in der Fahrplanung, der Dienstplanung und in den elektronischen Medien der Kundenkommunikation – war der Baustellenfahrplan lĂ€ngst hinterlegt. Dies kurzfristig zu Ă€ndern hĂ€tte einen unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohen technischen und zeitlichen Aufwand bedeutet und dies umso mehr, als an jedem neuen Fahrplan sehr viele individuelle Dienstzuschnitte fĂŒr die Fahrpersonale hĂ€ngen, die kurzfristig kaum geĂ€ndert werden können. Mittlerweile gibt es die verbindliche Aussage, dass die Baustelle am 8. Januar beginnen wird.

Beteiligungsfahrplan

Den gesamten Juni ĂŒber hatten jede und jeder die Möglichkeit im Rahmen eines „Beteiligungsfahrplans“ Anregungen, WĂŒnsche und Kritik zu den Bus- und Stadtbahnangeboten des Freiburger Nahverkehrsanbieters zu dokumentieren. Auf diese Weise wollte die VAG von ihren grĂ¶ĂŸten Experten – nĂ€mlich von den FahrgĂ€sten – wissen, was man noch verbessern kann, oder wo es vielleicht auch mal klemmt. Denn das wichtigste Ziel der Befragung war es mit den Bus- und Stadtbahnverkehren möglichst nahe an den WĂŒnschen und BedĂŒrfnissen der Kundinnen und Kunden zu sein.

Die Zahl der RĂŒckmeldungen hat bei den Organisatoren im Verkehrsbetrieb alle Erwartungen ĂŒbertroffen: Schriftlich und digital sind ĂŒber 400 Fragebögen zurĂŒckgekommen. Dabei haben fast zwei Drittel der Mitmacher angegeben ĂŒber eine RegioKarte zu verfĂŒgen und fast tĂ€glich im Öffentlichen Nahverkehr in Freiburg unterwegs zu sein.

Die VorschlĂ€ge werden derzeit ausgewertet und auf eine mögliche Umsetzbarkeit geprĂŒft. Auch wenn nicht jeder individuelle Wunsch erfĂŒllt werden kann, so ist man sich bei der VAG doch sicher, dass zum Jahresfahrplan 2021 einige der Anregungen umgesetzt werden können.

Frelo

Das im MĂ€rz 2019 erstmals auf Freiburgs Straßen geschickte gestartete Fahrradverleihsystem der der VAG, „Frelo“, wurde zu einem sehr großen Erfolg. Bis November wurden bereits ĂŒber 133.000 Fahrten damit unternommen.

Ausblick 2020:

„Unser Ausbauprogramm geht auch im nĂ€chsten Jahr weiter. Dies wird zu verkehrlichen EinschrĂ€nkungen fĂŒhren. Ebenso sind zum Erhalt der Infrastruktur von Straßen, Schienenstrecken oder auch Versorgungsleitungen Baustellen im Netz zuweilen unvermeidbar. Manche davon werden auch im Jahr 2020 baustellenbedingte Fahrplanirritationen nach sich ziehen,“ erklĂ€rt VAG Vorstand Stephan Bartosch.

- Weiterbau der Stadtbahn Messe – Madisonallee

- Waldkircher Straße vorbereitende Maßnahmen und Baubeginn

- Voraussichtlich etwa ein Jahr lang wird es vom 8. Januar 2019 an wegen der Kanalbaustelle in Hochdorf zu wechselnden Umleitungen und VerkehrsfĂŒhrungen kommen, von denen auch die Busverkehre in unterschiedlicher Weise betroffen sein werden.

- An zwei Wochenenden im Juli werden Weichen im Bereich des Runzmattenwegs erneuert. DafĂŒr mĂŒssen die Stadtbahnlinien 1 und 3 unterbrochen werden.

- In den Sommerferien kommt es dann schließlich fĂŒr mehrere Wochen zu einer Unterbrechung der Stadtbahnlinie 3 zwischen „Runzmattenweg“ und „Am LindenwĂ€ldle“. In dieser Zeit werden die Gleise zwischen „Runzmattenweg“ und „Bissierstraße“ erneuert. Zudem erhalten die Haltestellen „Rohrgraben“ und „Bugginger Straße“ höhere, barrierefreie Bahnsteige mit verbesserten Blindenleiteinrichtungen.

ElektromobilitÀt

Nachdem im November die ersten beiden elektrisch betriebenen Busse bei der VAG eingetroffen sind, werden diese voraussichtlich von kommendem Februar an auf der Linie 27 zum Einsatz kommen. Dabei wird es zunĂ€chst darum gehen Erfahrungen mit der neuen Technik und den neuen BetriebsablĂ€ufen zu sammeln. Anfangs wird in der Regel einer der Busse im Linienbetrieb eingesetzt. Der zweite wird dann erst noch fĂŒr weiter Schulungen des Fahrpersonals benötigt.
 
 

 
Breigau S-Bahn: Ein alter BUND-Traum wird war
Am Sonntag, 15. Dezember, startet der Betrieb der Breisgau-S-Bahn . Die Fahrplanzeiten verbessern sich, es fahren auch elektrische ZĂŒge und es gibt neue, teilweise wesentlich bessere Verbindungen. Damit werden auch alte WĂŒnsche und Forderungen des BUND endlich realisiert.

Wer erinnert sich noch an lang zurĂŒckliegende Demos und Aktionen, fĂŒr die EinfĂŒhrung einer Regio-Karte und fĂŒr einen besseren Nahverkehr? Die positiven Entwicklungen im regionalen ÖPNV sind (trotz massiver MĂ€ngel, VerspĂ€tungen und anderer Probleme auf der Rheintalstrecke) ein echter Grund zur Freude. Nur bei der Entwicklung der Kosten haben wir manchmal den Eindruck, dass der Markt nicht funktioniert, und dass die öffentliche Hand, also wir alle, ĂŒber den Tisch gezogen werden.

Mit dem jetzigen Ausbau des ÖPNV ist allerdings auch ein Aspekt verbunden, der wenig diskutiert wird. Der erfreuliche Ausbau des Nahverkehrs spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von „Groß-Freiburg“. Entlang der Breisgau S-Bahnstrecken streckt Freiburg seine Arme ins Umland. Schon jetzt „explodiert“ der FlĂ€chenverbrauch entlang der Schienen in Gemeinden wie Bahlingen, Waldkirch und Endingen. Eine von den Anliegergemeinden gewĂŒnschte, relativ ungeplante Entwicklung, Ă€hnlich der Verbreiung entlang der B 3, ist leider sehr wahrscheinlich. Zwischen Offenburg und Freiburg ist ein fast durchgĂ€ngiges, gesichtsloses Siedlungsband entstanden. (auf der Gesamtstrecke von 68 km bleiben zwischen 50,3 km SiedlungsflĂ€chen nur noch 17,7 km Freiraum) Ein Ă€hnlicher Betonring wĂ€chst langsam auch um den Kaiserstuhl und wuchert ins Elztal.

Was fehlt, ist eine kluge, flĂ€chensparende, naturschonende, durchsetzungsfĂ€hige Regionalplanung, die Fehlentwicklungen verhindert und RegionalfĂŒrsten bremst.

Gerade mit der Einweihung der S-Bahn wird deutlich, dass Freiburg und die beiden Nachbarkreise viel stĂ€rker als Einheit gesehen werden mĂŒssen. Der in Stadt und Landkreisen vorherrschende „Kantönligeist“ muss ĂŒberwunden werden um ein zukĂŒnftiges „Breiburg mit einer hĂ€sslichen, gesichtslosen Suburbia“ zu verhindern. Das wĂ€ren auch Themen fĂŒr die kommenden „900 Jahre Freiburg“ Debatten.

Axel Mayer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer
 
 

 
2019 - Umweltpolitischer JahresrĂŒckblick
Das Jahr 2019 war ein Jahr wie die Jahre zuvor. Reiche und Konzerne wurde reicher (und einflussreicher) und gleichzeitig ist die Zahl der weltweit Hungernden auf 822 Millionen Menschen gestiegen. Es war ein Jahr der stillen, konsequenten AufrĂŒstung in Deutschland. Die globale und regionale Artenausrottung beschleunigte sich, mehr CO2 wurde ausgestoßen und die sich abzeichnende Klimakatastrophe zeigte sich nicht nur am Zustand des Waldes immer deutlicher. Gleichzeitig verstĂ€rkte sich der gut organisierte Widerstand gegen die Energiewende und gegen die erneuerbaren Energien. Die Kids von "Fridays for Future" und das Volksbegehren Artenvielfalt in Baden-WĂŒrttemberg öffneten kleine Fenster der Erkenntnis - die Reaktionen waren auch verbesserte Konzern-PR und teilweise schon beinahe hysterisch anmutende Formen der VerdrĂ€ngung und Ablehnung.

Wir beginnen unseren JahresrĂŒckblick erstmals mit einem 5,53 Euro-Witz. Die Klimakatastrophe wurde im Jahr 2019 langsam real. Die globale Temperatur steigt, die Extremwetterereignisse nehmen zu, Gletscher & Pole schmelzen, der Meeresspiegel steigt, die WĂ€lder sterben und der Regenwald brennt. Und was beschließt die Regierung in Sachen Flugverkehr? Die Luftverkehrssteuer fĂŒr innerdeutsche FlĂŒge sowie Verbindungen innerhalb der EU steigt um sagenhafte 5,53 Euro. Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Nicht einmal ein Tempolimit ließ sich politisch durchsetzen. Ähnlich putzig waren die Maßnahmen gegen den Plastik-MĂŒllberg.

Am 26.2.2019 wurde dem mehr als gemeinwohlorientierten Verband Attac die GemeinnĂŒtzigkeit entzogen und gleiches geschah auch der Kampagnenorganisation Campact. Die aggressiven Klimawandelleugner von EIKE und die Lobby- "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", die schrecklich erfolgreich gegen die Energiewende, gegen erneuerbare Energien und gegen die CO2 Steuer kĂ€mpfen, sind selbstverstĂ€ndlich weiterhin zumindest formal gemeinnĂŒtzig. Die Urteile hĂ€tten sicher heftige Reaktionen ausgelöst... wenn sie in Hongkong oder Moskau gefĂ€llt worden wĂ€ren.

Am 20. September 1974 besetzten badisch-elsĂ€ssische Umweltaktive erfolgreich den Bauplatz eines geplanten, extrem umweltbelastenden Bleichemiewerks im elsĂ€ssischen Marckolsheim. Auf den Tag genau 45 Jahre spĂ€ter demonstrierten weltweit Millionen Menschen (in Freiburg ĂŒber 30.000!) mit "Fridays for Future" fĂŒr mehr Klimaschutz. Nein, wir haben die Jugendbewegung Fridays for Future nicht "geschaffen oder organisiert". Die jungen Menschen organisieren sich erfreulich selber. Aber Umweltbewegung und BUND haben sich jahrzehntelang fĂŒr Luftreinhaltung, Klimaschutz und zukunftsfĂ€hige Energien engagiert und massive Konflikte mit Klimawandelleugnern und mĂ€chtigen Energiewendegegnern ausgetragen. Unsere Öffentlichkeitsarbeit war der stete Tropfen, der den Stein höhlt. Und irgendwann wurde aus der QuantitĂ€t der Information, die QualitĂ€t der Aktion und wir freuen uns, "Fridays for Future" zu unterstĂŒtzen. Die KĂ€mpfe fĂŒr den Klimaschutz sind noch lange nicht ausgestanden und wir brauchen Jung und Alt.

Die chinesische Wirtschaft wuchs 2019 "nur noch" mit 6% und die AnhĂ€nger der globalen Wachstumsreligion jammerten. Doch genau hinter solchen Zahlen verbergen sich die globalen Probleme von Klimakatastrophe und Artenausrottung. Ein Bruttosozialprodukt, das „nur“ mit 6% wuchert, verdoppelt sich nach 12 Jahren. Und eine Menge, die exponentiell wĂ€chst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Der einzelne Flug, der SUV oder die Kreuzfahrt sind nicht das Klima-Problem, sondern der globale Zwang zu wachsen. Es ist ein unrealistischer Wunsch so verschwenderisch wie bisher weiter zu leben und dieses System der Gier weltweit zu ĂŒbertragen. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft im begrenzten System Erde ist nicht möglich und fĂŒhrt zwangslĂ€ufig zu Klimakatastrophe, Umweltverschmutzung, Artenausrottung und Selbstzerstörung. Hier mĂŒssen wir weltweit, aber gerade auch in Deutschland, ansetzen und das gute Leben ohne Wachstumszwang angehen.

Im vergangenen Jahr 2018 hatte der BUND am Oberrhein die Mitglieder aufgefordert, Protestpostkarten an die LandrĂ€tin Störr-Ritter im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald zu senden. Hintergrund der Postkartenaktion war die jahrzehntelange Grundwasservergiftung durch die Abraumhalde in Buggingen. Im Jahr 2019 haben wir den Sanierungs-Druck massiv erhöht. Eine parlamentarische Anfrage der SPD brachte ein unglaubliches Ergebnis. Von der Abraumhalde des ehemaligen Kalibergwerks gehen tĂ€glich bis zu 2,5 Tonnen Salz ins Grundwasser! Diese Tatsache ĂŒbertrifft bei weitem unsere schlimmsten BefĂŒrchtungen und wirft ein Schlaglicht auf das Versagen der Behörden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Wir machen weiter Druck, damit nach unglaublichen 11 Jahren Verhandlungen endlich mit der Sanierung begonnen wird.

Wenn im Jahr 2020 (hoffentlich) die beiden Fessenheimer Reaktoren abgestellt werden, dann hat das auch ein wenig mit den TĂ€tigkeiten des BUND am Oberrhein in der grenzĂŒberschreitenden Umweltbewegung zu tun. Hunderttausende von InfoblĂ€ttern wurden gedruckt, die Zahl der BUND-Plakate, Banner, Anstecker, Mails, Aktionen & Demos ist unermesslich. Die Medien wurden fast drei Jahrzehnte lang mit viel zu vielen PresseerklĂ€rungen gequĂ€lt.

Das Volksbegehren Artenschutz und aktuelle, erschreckende Studien zum Insektensterben haben uns sehr beschĂ€ftigt. Gutes Brot, regionaler Wein UND Schmetterlinge, auch fĂŒr unsere Enkel, ist die Haltung des BUND am Oberrhein zum (ausgesetzten) Volksbegehren. In einer Zeit massiver, globaler und regionaler Artenausrottung hat bei uns die Masse der Insekten teilweise um ĂŒber 75% abgenommen und die Fernwirkung der Gifte tötet auch die Insekten in den großen Naturschutzgebieten, zum Beispiel am Kaiserstuhl. Getrieben vom (Alb-)Traum der giftdominierten, globalen Agrarfabrik sind, politisch gewollt, seit 1949 in Baden-WĂŒrttemberg 75% der landwirtschaftlichen Betriebe verschwunden. Die politisch Verantwortlichen fĂŒr das Bauernsterben stellen sich gerade, erschreckend erfolgreich, als Bauernretter dar. Hinter den "GrĂŒnen Kreuzen" steht eigentlich eine bundesweite Kampagne "SchĂŒtzt die Bauern durch ein Ja zu Gift, Nitrat und zur Massentierhaltung". Die berechtigte Verzweiflung der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe wird gezielt in die falsche Richtung gelenkt.

Im Mai 2019 sind im Naturschutzgebiet Taubergießen rund 3.000 Hummel- und Spinnenragwurz-Orchideen verschwunden und es tobte ein großer Streit, ob Wildschweine oder Diebe die Ursache waren. Doch dieser Streit lenkt vom Hauptproblem ab.
Der große Orchideen-Bestand im Taubergießen ist ein kleines europĂ€isches Naturwunder. Der Verlust so vieler Orchideen ist eine kleine Katastrophe fĂŒr die Artenvielfalt. Die große Katastrophe ist die Tatsache, dass es europaweit nur noch so wenige Orchideen gibt. Unsere Naturschutzgebiete sind zwischenzeitlich (Ă€hnlich wie in Afrika) Restnatur und Naturmuseen und der Verlust gefĂ€hrdet winzige RestbestĂ€nde. Egal ob Diebe oder Wildschweine die Ursache waren - wir brauchen mehr Natur.

Der Historiker Werner Schönleber hat im Jahr 2019 Dokumente entdeckt und veröffentlicht, die zeigen, dass in der Zeit des Kalten Krieges in Lahr Atombomben "gelagert" wurden. Der Vorgang zeigt einen dreifachen Skandal:
- Es wurde aufgezeigt, dass die mörderischste aller Bomben heimlich in SĂŒdbaden gelagert wurde
- Es wurde aufgezeigt, dass wir in einer Demokratie jahrzehntelang gezielt belogen wurden
- Es ist ein Skandal, dass diese LĂŒgen niemanden stören

Wie von uns schon lange befĂŒrchtet, verstĂ€rkt sich durch Trockenheit und Klimawandel das Waldsterben in Schwarzwald und Vogesen massiv. Noch zwei, drei solche Hitzesommer und Trockenjahre und wir werden den Schwarzwald nicht wiedererkennen. Agrarminister Hauk und die politisch Verantwortlichen fĂŒr Klimawandel und Waldsterben spielen sich mit unseren Steuergeldern als "Waldretter" auf.

Der kleine BUND-Regionalverband hat in den letzten Jahren bundesweit ĂŒber 19.000 NistkĂ€sten verkauft und unsere Bauanleitungen im Internet wurden weit ĂŒber 4 Millionen mal aufgerufen. In diesem Jahr haben wir jedem Kindergarten im Landkreis Emmendingen einen Nistkastenbausatz geschenkt um gerade auch kleine Kinder an die Natur heran zu fĂŒhren. Eine kleine Erbschaft, die direkt an uns ging, hat diese schöne Aktion ermöglicht, die wir auch in den anderen Landkreisen unserer Region fortsetzen wollen.

Zwei Milliarden Menschen von den insgesamt 7,6 Milliarden, die auf der Welt leben, leiden Hunger, sind unterernĂ€hrt oder mĂŒssen ohne gesicherten Zugang zu regelmĂ€ssigem und nahrhaftem Essen auskommen. Nachdem Hunger ein Jahrzehnt lang ein schwindendes Menschheitsproblem zu sein schien, breitet sich seit 2015 diese Geissel wieder aus. In jenem Jahr galten 785 Millionen Menschen als ernsthaft an Hunger Leidende, 2018 waren es 830 Millionen. Auch die Grade von UnterernĂ€hrung kennzeichnen wieder das Leben von mehr Menschen, elf Prozent der Weltbevölkerung waren es im vergangenes Jahr.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
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DEUTSCHER NACHHALTIGKEITSPREIS 2020 FÜR TAIFUN-TOFU
Die Taifun-Tofu GmbH hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) in der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“ gewonnen! Sie leiste mit ihren pflanzlichen BioLebensmitteln „einen wichtigen Beitrag zur ErnĂ€hrung der wachsenden Weltbevölkerung“.

Zudem lobte die Jury die Vorreiterrolle von Taifun-Tofu im europĂ€ischen Sojaanbau: TaifunSojabohnen stammen zu 100% aus eigenem Vertragsanbau in Deutschland, Österreich und Frankreich. Der Tofuhersteller ĂŒberzeugte auch durch seinen Einsatz von Umwelttechnologien wie Photovoltaik oder WĂ€rmerĂŒckgewinnung und eine energiesparende Herstellung. Außerdem hoben die Juroren des Deutschen Nachhaltigkeitspreises die vielen Maßnahmen von Taifun gegen Lebensmittelverschwendung hervor: So werden zum Beispiel ausgemusterte Produkte neu gelabelt, um diese vor der MĂŒlltonne zu retten.

Verantwortung leben

Die renommierte Auszeichnung prĂ€miert Unternehmen, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Umweltschutz verbinden. Werte, fĂŒr die sich Taifun schon seit der FirmengrĂŒndung vor 32 Jahren mit Herzblut engagiert. Der Preis bedeute „eine große WertschĂ€tzung fĂŒr unser tĂ€gliches Tun und unseren Beitrag fĂŒr eine nachhaltige Welt“, so GeschĂ€ftsfĂŒhrer Alfons Graf. Er dankt explizit den Mitarbeitenden und allen GeschĂ€ftspartnern, die sich „tagtĂ€glich mit ihren Leistungen fĂŒr eine gute QualitĂ€t und mehr Nachhaltigkeit einsetzen“. Es war bereits die vierte Bewerbung um den DNP fĂŒr TaifunTofu, drei Mal hatte es das Unternehmen bis zur Nominierung geschafft. „FĂŒr uns war das immer auch ein Ansporn, in Sachen Nachhaltigkeit noch besser zu werden“, berichtet Graf.

Gemeinsam fĂŒr eine enkeltaugliche Zukunft

Der DNP 2020 wurde am vergangenen Freitag vor rund 1200 teils hochkarĂ€tigen GĂ€sten ĂŒberreicht. In Zusammenarbeit mit der Bundesregierung wurden damit Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung prĂ€miert. Mehr als 800 Akteure und Projekte, die den Wandel hin zu einer zukunftsfĂ€higen Gesellschaft unterstĂŒtzen, hatten sich um die 12. Ausgabe des Preises beworben.

Als Biopionier setzt sich die Taifun-Tofu GmbH aus Freiburg mit ihren biologischen TofuspezialitĂ€ten fĂŒr eine nachhaltige Eiweißversorgung ein, kĂŒrzlich hat sie ihre zweite Gemeinwohlbilanz veröffentlicht. Der Tofuhersteller wurde 1987 von Klaus Kempff und Wolfgang Heck gegrĂŒndet und zĂ€hlt heute rund 240 Mitarbeiter. GeschĂ€ftsfĂŒhrer sind Elisabeth Huber und Alfons Graf, alleinige Gesellschafterin ist die heck-unternehmensstiftung.
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In das MarktsĂ€ckle, nicht in die TĂŒte
MarktsĂ€ckle Freiburger MĂŒnstermarkt (c) FWTM
 
In das MarktsĂ€ckle, nicht in die TĂŒte
Stadt Freiburg stellt Mehrwegnetz fĂŒr den Markt- einkauf vor

Leichte „Knotenbeutel“ aus Kunststoff sind beim Verkauf von Obst und GemĂŒse noch immer stark vertreten – so auch auf den Freiburger WochenmĂ€rkten. Dabei hat kaum ein Produkt eine kĂŒrzere Nutzungsdauer bis es entsorgt wird. Gemeinsam mit ASF und FWTM bietet die Stadt Freiburg nun eine nachhaltige Alternative zu den Einwegbeuteln an, das „Freiburger MarktsĂ€ckle“.

Das MarktsĂ€ckle ist nicht nur ein wiederverwendbares Netz, sondern zugleich auch ein echtes Kreislaufprodukt. Hergestellt aus recyceltem PET ist es auch bei der spĂ€teren Entsorgung wieder recyclingfĂ€hig. Durch die NetzgrĂ¶ĂŸe und die Kordel zum Verschließen eignet es sich bestens fĂŒr den Transport von Karotten, Feldsalat, Äpfeln oder NĂŒssen. Sollte es doch irgendwann fleckig werden, kann es mĂŒhelos gewaschen werden.

Angeboten wird das MarksĂ€ckle als Dreier-Set fĂŒr 3 Euro. Ab Ende November wird es an den Obst- und GemĂŒsestĂ€nden auf dem MĂŒnstermarkt erhĂ€ltlich sein. Ab Januar kann auch bei den teilnehmenden Obst- und GemĂŒsehĂ€ndlern der Freiburger StadtteilmĂ€rkte in das MarktsĂ€ckle eingetĂŒtet werden.

Mit diesem Alternativangebot setzt die Stadt Freiburg ihr Engagement beim Thema Abfallvermeidung fort und gibt den Freiburger BĂŒrger_innen wie schon beim FreiburgCup eine echte Alternative an die Hand. „Es ist Ă€ußerst erfreulich, dass viele Freiburger_innen sich auf dem MĂŒnstermarkt und den StadtteilmĂ€rkten versorgen. Mit dem MarktsĂ€ckle möchten wir HĂ€ndlern und Konsumenten eine Möglichkeit zur Abfallvermeidung im Alltag geben. Ich freue mich, diese Initiative anlĂ€sslich der EuropĂ€ischen Woche der Abfallvermeidung ins Leben rufen zu können“, erklĂ€rt Freiburgs UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.

Die Beschickerinnen und Beschicker des Freiburger MĂŒnstermarktes freuen sich mit dem MarktsĂ€ckle, ihren umweltbewussten Kunden nun eine platzsparende und gute Alternative zu PlastiktĂŒten anbieten zu können.

Koordiniert wird die Aktion MarktsÀckle durch die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF).
 
 

 
Freiburger Klima- und Artenschutzmanifest
PrĂŒfung zusĂ€tzlicher konkreter Maßnahmen zur schnelleren Erreichung der Klimaschutzziele

Ziel der KlimaneutralitÀt bis 2035 durch die Stadt nicht realisierbar

Der Gemeinderat hat im April 2019 das fortgeschriebene Klimaschutzkonzept fĂŒr die Stadt entschieden. Im Juli 2019 hat der Gemeinderat auf Antrag der Gemeinderatsfraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen die Erstellung eines Freiburger Klima- und Artenschutzmanifests beschlossen. Dem Gemeinderat wird nun der Entwurf dieses Klima- und Artenschutzmanifestes, verbunden mit konkreten weitergehenden Maßnahmen und PrĂŒfauftrĂ€gen, zur Beschlussfassung vorgelegt.

„Die Bewahrung der BiodiversitĂ€t und der Schutz des Klimas sind zentrale Überlebensfragen fĂŒr Mensch und Umwelt und erfordern entschlossenes politisches Handeln – auch auf der kommunalen Ebene“, so OberbĂŒrgermeister Martin Horn in der heutigen Pressekonferenz.

„Zentraler Inhalt des Manifests - und meines Wissens bundesweit einzigartig – ist die sinnvolle fachliche VerknĂŒpfung beider Themen und deren BerĂŒcksichtigung bei allen kĂŒnftigen Entscheidungen der Stadt Freiburg“, so UmweltbĂŒrgermeisterin Stuchlik. Diese Verpflichtung will die Stadtverwaltung gemeinsam mit allen engagierten Akteuren und BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern in beiden Feldern umsetzen.

Aktuell wurden in diesem Jahr sowohl fĂŒr den Klima- als auch fĂŒr den Artenschutz bereits neue kommunale Zielsetzungen verabschiedet und Handlungsprogramme erstellt, nĂ€mlich das „Klimaschutzkonzept“ sowie der „BiodiversitĂ€ts-Aktionsplan“. DarĂŒber hinaus hat die Umweltverwaltung trotz der bereits vorliegenden aktuellen und ambitionierten BeschlĂŒsse zum Klimaschutz die Forderungen von „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ ernst genommen und hat als bisher erste Kommune, ein Vorziehen der KlimaneutralitĂ€t von 2050 auf 2035 gutachterlich prĂŒfen lassen. Das Öko-Institut e.V. sowie das ifeu-Institut aus Heidelberg haben diesen PrĂŒfauftrag erhalten. Eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte der beiden Gutachten sowie zusĂ€tzliche Maßnahmen und PrĂŒfauftrĂ€ge finden Sie in der Anlage zu dieser Pressemitteilung.

In ihren Gutachten zur Fragestellung der Voraussetzungen fĂŒr eine KlimaneutralitĂ€t Freiburgs bereits im Jahr 2035, kommen Ökoinstitut und ifeu zu der abschließenden EinschĂ€tzung: „Um das Ziel der KlimaneutralitĂ€t in 2035 erreichen zu können, reicht die Gestaltungsmacht von Kommunen nicht aus.“

HierfĂŒr wĂ€re ab sofort eine Sanierungsrate von 5% im GebĂ€udebestand, der Passivhaustandard fĂŒr alle Neubauten, eine Reduktion des Individualverkehrs in der Stadt um 60% und eine Effizienzverbesserung der Industrie um 57% erforderlich. Zudem mĂŒssten 2035 bereits alle fossilen Kraftwerke bundesweit stillgelegt und durch erneuerbare Energien ersetzt sein sowie kein fossiles Erdgas mehr im Netz sein.

ErgĂ€nzend zu den gutachterlichen Betrachtungen hat die Umweltverwaltung fĂŒr den Bereich erneuerbare Energien eigene Berechnungen angestellt: Um die Ziele im Bereich Erneuerbare Energien bereits im Jahr 2035 zu erreichen, mĂŒsste die Ausbaurate im Bereich Photovoltaik im Vergleich zu den beiden Vorjahren ab sofort versechsfacht werden. In den 15 verbleibenden Jahren bis 2035 mĂŒsste das FĂŒnffache dessen installiert werden, was in den letzten 20 Jahren inklusive aller Großanlagen (Messe, Stadion, Eichelbuck etc.) errichtet worden ist. Auch der Ausbau im Bereich Windkraft mĂŒsste erheblich beschleunigt und weitere FlĂ€chen ermittelt werden. Derzeit erschweren dies insbesondere immissionsschutz- und artenschutzrechtliche Vorgaben.

Sowohl in der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes als auch im Aktionsplan BiodiversitĂ€t sind bereits zahlreiche Maßnahmen aufgefĂŒhrt, welche die Erreichung der jeweils beschlossenen Ziele ermöglichen sollen. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion zu diesen Themen – ausgelöst vor allem durch die Protestbewegungen „Fridays for Future“ und des sich beschleunigenden Arternsterbens und Klimawandels – hat die Verwaltung zugesagt, zusĂ€tzliche VorschlĂ€ge und Maßnahmen zu prĂŒfen.

Daher wurden von Seiten der Verwaltung weitere Projekte und Handlungsoptionen als PrĂŒfauftrĂ€ge zur Beschlussfassung im Gemeinderat zusammengestellt, die die Emission klimaschĂ€dlicher Gase zusĂ€tzlich reduzieren und den Erhalt und die Förderung der BiodiversitĂ€t im Freiburger Stadtgebiet unterstĂŒtzen können. Dies sind u.a. strategische Maßnahmen wie die Entwicklung eines Stadtstrommodells, ein Handlungsprogramm „MobilitĂ€t und Klimaschutz“ und ein Masterplan „WĂ€rmeversorgung“ sowie operative Maßnahmen wie die PrĂŒfung der Erhöhung der energetischen Standards, der Ausbau der Radvorrangroute FR 3 und die klimaneutrale Verwaltung. Die Ergebnisse der PrĂŒfung sollen dem Gemeinderat 2020 vorgestellt und zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Mit dem Klima- und Artenschutzmanifest und dem begleitenden Maßnahmenpaket unterstreicht die Stadt Freiburg noch einmal ihr Engagement in diesen Themenfeldern und verdeutlicht, dass die Erreichung der jeweiligen Ziele einen hohen Stellenwert im Verwaltungshandeln hat.

Dennoch schlĂ€gt die Verwaltung nicht die Ausrufung des Klimanotstands in Freiburg vor, wie es von den Bewegungen „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ gefordert wurde. Die juristische Begrifflichkeit weckt ungute Erinnerungen an die „Notstandsgesetzgebung“ und es soll stattdessen der vorhandene demokratische Rahmen genutzt werden, um Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. In Freiburg war man schon immer gewillt den kommunalen Gestaltungsspielraum der Gesetzgebung vollstĂ€ndig zu nutzen, um ambitionierten Klima- und Artenschutz zu realisieren, wie beispielsweise beim Freiburger Effizienzhausstandard. Wegen des bereits jahrzehntelangen Engagements im Klima- und Artenschutz und auf Grund des umstrittenen Notstands-Begriffs , hat sich die Stadt gegen die Ausrufung des Klima - Notstandes entschieden.
 
 

 
Freiburg gewinnt beim „Bundeswettbewerb Klimaaktive Kommune 2019
25.000 Euro Preisgeld fĂŒr Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung

Berlin/Freiburg 5. November 2019
Die Stadt Freiburg gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019“. Die Auszeichnung wurde fĂŒr das stĂ€dtische Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung vergeben, das bei allen stĂ€dtebaulichen Rahmenplanungen und Bauleitplanverfahren angewendet wird. Das Konzept enthĂ€lt neben einer detaillierten Analyse von lokalen VulnerabilitĂ€ten auch Empfehlungen zu konkreten Anpassungsmaßnahmen. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut fĂŒr Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche StĂ€dtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund.

BaubĂŒrgermeister Martin Haag nahm heute den Preis in Berlin entgegen. Das Preisgeld von 25.000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel zu investieren. BaubĂŒrgermeister Haag dazu: „Die Stadt Freiburg freut sich ĂŒber den Preis und möchte das Preisgeld gerne in ein Pilotprojekt zur innovativen FassadenbegrĂŒnung in einem hitzebelasteten Gebiet einsetzen. Denn FassadenbegrĂŒnungen bieten eine gute Möglichkeit, mehr GrĂŒn in die Stadt zu bringen, ohne zusĂ€tzliche FlĂ€chen zu benötigen. Mit dem Projekt möchten wir weitere Erfahrungen sammeln.“

14 Hitze-Hot-Spots in Freiburger Stadtraum

Seit diesem Jahr wird in der Stadt Freiburg bei allen stĂ€dtischen Bauvorhaben konsequent das neue Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastungen berĂŒcksichtigt. Damit soll die Stadt- und Freiraumstruktur der stĂ€ndig wachsenden Stadt klimatischen VerĂ€nderungen gegenĂŒber widerstandsfĂ€higer und die hohe LebensqualitĂ€t langfristig bewahrt werden. Besonders an diesem neuen Konzept ist, dass es den Freiburger Stadtraum sehr differenziert betrachtet, denn der ist nicht ĂŒberall gleichermaßen von den sommerlichen Hitzephasen betroffen. So gibt es zum Beispiel gleich 14 Siedlungsbereiche, die sehr stark von Hitze betroffen und zugleich besonders empfindlich sind. Dazu zĂ€hlen Stadtgebiete mit einer besonders hohen Einwohnerdichte, einem hohen Anteil an Kindern und Ă€lteren Menschen sowie einer Vielzahl von sensiblen Einrichtungen, wie KrankenhĂ€usern, KindergĂ€rten und Schulen. Außerdem fehlen in diesen Gebiete hĂ€ufig FreiflĂ€chen. Stehen stĂ€dtebauliche oder freirĂ€umliche Entwicklungen an, kann die Stadt bei der rĂ€umlichen Planung jetzt auf umfassende Unterlagen zurĂŒckgreifen. So kann die klimatische Situation der Gebiete schnell erfasst und geeignete Ideen zur Erhaltung oder Verbesserung des Stadtklimas ausgewĂ€hlt und entwickelt werden. Dazu zeigt das Klimaanpassungskonzept nicht nur den Handlungsbedarf auf, sondern enthĂ€lt auch konkrete VorschlĂ€ge, vom GrĂŒndach ĂŒber ErholungsrĂ€ume bis zum begrĂŒnten Gleisbett, welche Maßnahmen geeignet sind, einen Beitrag zur stĂ€dtischen Klimaerhaltung zu leisten. Die LösungsvorschlĂ€ge sind umfassend und in so genannten Steckbriefen „gebrauchsfertig“ aufbereitet, was eine unmittelbare Verwendung in kĂŒnftige Planungsverfahren ermöglicht.

Gemeinsam im Interesse des Stadtklimas

Die FederfĂŒhrung der Konzepterarbeitung lag beim Stadtplanungsamt, erarbeitet wurde es im Auftrag der Stadt von externen Stadtplanern und -klimatologen. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe begleitete den Prozess. In dieses Team waren BeschĂ€ftigte aus allen Ämtern eingebunden, die sich mit dem Thema „Klimaanpassung und rĂ€umliche Planung“ und der kĂŒnftigen Anwendung des Konzepts befassen. FĂŒr den Arbeitsalltag hat dieses Vorgehen viele Vorteile: Die zustĂ€ndigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen das Klimaanpassungskonzept ganz genau und können die stadtklimatischen Belange nun detailliert und fundiert frĂŒhzeitig in jedes Verfahren einbringen.

Große Herausforderungen in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel liegen auch im stĂ€dtebaulichen Bestand. Hier kann die Stadtverwaltung ebenfalls von ihrem „HitzeKonzept" profitieren, wenn es darum geht, eigene FlĂ€chen und GebĂ€ude bei Neu- und Umplanungen klimaoptimierter zu gestalten. EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer von privaten FlĂ€chen- und GebĂ€uden sollen ebenfalls sensibilisiert und aktiviert werden, denn Klimaanpassung kann nur als Gemeinschaftsaufgabe der Stadtgesellschaft wirklich gelingen.

Aktuell hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, ein Umsetzungskonzept fĂŒr die vordringlichsten Maßnahmen der „Hot Spot“-Gebiete auf stadteigenen FlĂ€chen zu erarbeiten. Die Maßnahmen zur Reduzierung der sommerlichen Hitzebelastungen sollen dann in den kommenden Jahren gezielt umgesetzt werden. So will die Stadt ihr Anliegen, zukunftsfĂ€hige Wohnquartiere zu schaffen, die gesunde Lebensbedingungen ermöglichen, systematisch erreichen.

Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“

Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ (bis 2015 Wettbewerb „Kommunaler Klima-schutz“) wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. In diesem Jahr wurden insgesamt 88 BeitrĂ€ge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Freiburg hat sich mit dem Projekt „Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung“ in der Kategorie Klimaanpassung in der Kommune“ beworben. In dieser Kategorie gab es 10 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewĂ€hlt wurden.
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