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Freitag, 23. August 2019
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Verschiedenes

 
Bio- versus konventionelle Lebensmittel
Es steht unentschieden

Das Fazit der Stiftung Warentest aus 50 Lebensmitteltests mit Bio- und konventionellen Lebensmitteln: Bei der QualitĂ€t sowie in Aussehen, Geruch und Geschmack liefern sich Bio- und herkömmliche Kost ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bioobst und BiogemĂŒse sind aber selten mit Pflanzenschutzmitteln belastet, außerdem engagieren sich Bioanbieter meist stark fĂŒr Tierschutz.

Insgesamt ist die QualitĂ€t sowohl von Bio- als auch von konventionellen Lebensmitteln gestiegen. Die getesteten Produkte bekamen in beiden Gruppen hĂ€ufiger „gute“ und „befriedigende“ Gesamturteile und weniger „ausreichende“ und „mangelhafte“. Bio ist aber nicht automatisch besser, schmackhafter oder gesĂŒnder als herkömmliche Lebensmittel. Das zeigt der Vergleich von 1020 herkömmlichen Lebensmitteln mit 217 Bioprodukten.

Was die Belastung mit Pflanzenschutzmitteln anbelangt, ist Bioware mit Abstand am saubersten. Sie ist jedoch nicht vor Schadstoffen gefeit. Die Tester fanden sogar potenziell krebserregende Substanzen, zum Beispiel in schwarzem und grĂŒnem Tee und in Leinöl, beides aus dem Bioladen. Bio-Nudeln ĂŒberschritten den Höchstgehalt fĂŒr ein Schimmelpilzgift, in Bio-Sonnenblumenöl wiesen die Tester kritische Mineralöle nach.

Im Geschmack steht es unentschieden. Blinde Verkostungen zeigen, dass Bio nicht besser abschneidet als andere Ware. Bioanbieter arbeiten aber oft transparent und kennen ihre Lieferanten gut. Sie setzten sich mehr fĂŒr das Tierwohl ein, obwohl auch im Biosektor industrielle Großbetriebe entstanden sind, z.B. fĂŒr Legehennen. Doch insgesamt ist Biofleisch fĂŒr Tierfreunde die bessere Wahl. Die aufwendige Tierhaltung nach Ökokriterien hat aber ihren Preis. Auch bei anderen Produkten kostet Bioware meist mehr als herkömmlich produzierte.

Der ausfĂŒhrliche Artikel Biolebensmittel erscheint in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 27.11.2015 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/bio-oder-konventionell abrufbar.
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Weltklimakonferenz: NABU verfolgt Verhandlungen in Paris
Energie- und Klimaexperten stehen fĂŒr Presseanfragen und Interviews zur VerfĂŒgung

Vom 30. November bis 11. Dezember 2015 trifft sich die internationale Staatengemeinschaft in Paris, um ein Nachfolgeabkommen fĂŒr das Kyoto-Protokoll zu verhandeln. Insgesamt werden ca. 40.000 Teilnehmer an der UN-Klimakonferenz (COP 21) erwartet, darunter die Regierungsdelegationen der 195 Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention sowie zahlreiche Vertreter der Nicht-Regierungsorganisationen und Medien weltweit. Die Chancen stehen gut, dass – anders als 2009 in Kopenhagen – ein Abkommen zustande kommt. Fraglich aber ist, ob das Abkommen auch ausreichen wird, die ErderwĂ€rmung auf ein gerade noch vertrĂ€gliches Maß zu begrenzen. Gelingt dies nicht, muss sich die Menschheit auf eine ErderwĂ€rmung von drei bis vier Grad im globalen Durchschnitt einstellen, was drastische Folgen fĂŒr Millionen von Menschen haben wird, weil deren Existenzgrundlagen gefĂ€hrdet werden. Überlebenswichtige Ökosysteme unseres Planeten werden so in absehbarer Zeit schlicht zusammenbrechen.

Gemeinsam mit seinem Dachverband BirdLife International wird der NABU die UN-Klimaverhandlungen in Paris vor Ort begleiten. Unser Experte Sebastian Scholz (Klimaschutz und Energiepolitik) ist wĂ€hrend der gesamten Konferenzdauer in Paris vor Ort; NABU-Expertin Inga Römer (Naturschutz und Klimawandel) wird in der ersten Woche vor Ort in Paris sein. Unsere Experten können zeitnah EinschĂ€tzungen und Bewertungen zu den laufenden Verhandlungen geben und stehen fĂŒr Interviews und Presseanfragen zur VerfĂŒgung. NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke wird in der zweiten Verhandlungswoche in Paris anwesend sein und steht ebenfalls fĂŒr Interviews zur VerfĂŒgung. Kontakt ĂŒber die NABU-Pressestelle.
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Trinkwasser: Nitrat in Wyhl und im Landkreis Emmendingen
Sanieren statt verdĂŒnnen

Kleinkinder sollen aus GesundheitsgrĂŒnden das Wyhler Leitungswasser nicht trinken, denn der Grenzwert fĂŒr Nitrat im Trinkwasser von 50 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l) ist ĂŒberschritten. Der Wyhler Wert liegt aktuell bei 52,9 mg/l, nachdem er im Sept. 2014 noch bei 48,3 mg/l lag. GemĂ€ĂŸ EU-Richtlinie existieren zusĂ€tzlich Richtwerte (keine Grenzwerte) von 25 mg/l fĂŒr Leitungs- und 10 mg/l fĂŒr Mineralwasser. Abgepacktes Wasser aus dem Handel wird jetzt fĂŒr Kleinkinder in Wyhl empfohlen.

Am 1 Juli 2015 hat Dr. Armin Dietz vom Gesundheitsamt Emmendingen dem BUND die aktuellen Nitratwerte im Landkreis mitgeteilt, nach denen wir Landrat Hurth gefragt hatten. (Anlage)

Sie zeigen erstaunliche Unterschiede im Kreis. Der EU-Richtwert wird erfreulicherweise nur in Wyhl und Kenzingen Kernstadt ĂŒberschritten. Doch viele Gemeinden im Kreis wĂŒrden die guten Werte nur mit den eigenen Brunnen nicht erreichen. Da wird Wasser zugekauft, gemischt und verdĂŒnnt, um nitratarmes Wasser zu erhalten.

Die Nitratbelastung des Grundwassers ist hauptsĂ€chlich auf den Einsatz von mineralischem und organischem DĂŒnger zurĂŒckzufĂŒhren. Die Art und Weise der Bewirtschaftung spiegelt sich im Grundwasser wieder. Der Anbau von Mais in der Rheinebene zeigt sich in einer flĂ€chenhaften Belastungsfahne. Auch der intensiv gedĂŒngte Wein bringt starke Belastungen in den Vorbergzonen von Schwarzwald und Vogesen und im Abstrom des Kaiserstuhls. Dies zeigt gerade auch die aktuelle GrenzwertĂŒberschreitung in Wyhl. Wenn Gemeinden wie Sasbach oder Endingen in der Vergangenheit auf Grund der Nitratbelastungen neue, viele Millionen Euro teure Brunnen bohren mussten, dann gab es erstaunlicherweise keine öffentliche Diskussion zu den Ursachen des Problems. Ähnlich ist es in Herbolzheim, wo die Stadt mit dem Bau eines neuen Tiefbrunnens die WasserqualitĂ€t verbessern muss. Bei Konflikten um DĂŒngung und die Ausweisung von neuen Wasserschutzgebieten haben die "Wassertrinker” die schwĂ€chste Lobby und die Behörden agieren eigenartig still.

Die Themen Grundwasser und Grundwasserschutz sind wichtige Aufgaben des BUND und wir verstehen uns auch als Lobby der „Wassertrinker“ und des Bodenschutzes. Wir sehen mit Sorgen den wachsenden Einfluss der Agrarmultis und Konzerne auf die europĂ€ische Gesetzgebung und die EU-Nahrungsmittelbehörde. Die aktuelle Glyphosat Entscheidung der EU-Nahrungsmittelbehörde zeigt die wachsende undemokratische und umweltgefĂ€hrdende Macht der Lobbys, die mit dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP noch massiv zunehmen wird.
Theoretisch dĂŒrfte die Trinkwasserbeschaffung im Landkreis Emmendingen kein Problem sein, denn der Landkreis „sitzt“ auf einem der grĂ¶ĂŸten Grundwasserseen Europas mit geschĂ€tzten 45 Milliarden Kubikmetern Volumen im Oberrheingraben.

Der große unterirdische Trinkwassersee am Oberrhein ist an vielen Stellen mit Schadstoffen aus Altlasten, aber auch mit Problemstoffen aus der Landwirtschaft, mit Pestiziden und Nitrat belastet.
„Wenn man das Problem nicht in den Griff bekomme, mĂŒsse sich der Gemeinderat mit dem Gedanken befassen, das Wyhler Wassernetz an den Sasbacher Tiefbrunnen anzuhĂ€ngen“ wird der Wyhler BĂŒrgermeister Ruth in der BZ zitiert.

Aus Sicht eines örtlichen BĂŒrgermeisters, auf dessen Gemarkung das Problem nur zum kleinen Teil entsteht, ist dies ein nachvollziehbares Argument. Doch damit wird das Grundproblem des zu großen DĂŒngemitteleintrages in das Grundwasser nicht gelöst. Nicht die Verursacher und die gut verdienenden DĂŒngemittelkonzerne kommen fĂŒr die Kosten auf, sondern die Verbraucher und Verbraucherinnen.
Der BUND fordert „kontrollieren und sanieren statt verdĂŒnnen“ und mehr Anstrengungen der Behörden, um das Grund- und Trinkwasser im Landkreis zu schĂŒtzen und BĂ€che, FlĂŒsse und Meere zu entlasten.
 
Autor: Axel Mayer, BUND GeschĂ€ftsfĂŒhrer

Hochbeete fĂŒr 2016 - Darauf sollten Sie achten!
Hochbeet aus Holz / Foto: Wikipedia
 
Hochbeete fĂŒr 2016 - Darauf sollten Sie achten!
Das Hochbeet und der Aufbau

Ein Hochbeet bietet einige Vorteile fĂŒr deren Verwender. Wer gerne Blumen anpflanzt oder sogar sein eigenes GemĂŒse erntet, der weiß genau, welch ein gutes GefĂŒhl das ist. Man weiß nicht nur genau Bescheid, wo das GemĂŒse herkommt, sondern auch genau, was dafĂŒr getan und womit es behandelt wurde. Hier muss man sich keine Sorgen um Pestizide machen. Nun gibt es natĂŒrlich verschiedene Möglichkeiten, solch ein Beet anzulegen, um sein eigenes GemĂŒse anzubauen. Sehr effektiv und zudem noch rĂŒckenschonend ist ein Hochbeet anzubauen. Worauf man darauf achten sollte und was man benötigt, erklĂ€ren wir in folgendem Ratgeber. Wem das nicht genĂŒgt, der findet weiterfĂŒhrende Informationen auf der Webseite werkzeugstor24.de. Und auch das benötigte Material und Werkzeug findet man problemlos auf dieser Seite. Schauen Sie sich einfach mal in Ruhe dort um.

Was sollte man wissen, wenn man ein Hochbeet anlegt?

Damit das Hochbeet auch wirklich seinen Zweck erfĂŒllt, sollte man darauf achten, dass es zwischen 50 und 80 cm hoch, ca. 100 cm tief und etwa 150 cm breit ist. Die GrĂ¶ĂŸe ist allerdings variabel und sollte sich auch danach richten, wer das Beet am Ende bepflanzt und pflegt. Wichtig ist nĂ€mlich, dass das Hochbeet von allen Seiten leicht zu erreichen ist und dass man dieses so problemlos bearbeiten kann. Auch fĂŒr Ă€ltere Menschen eignet sich so die richtige Beethöhe, da man sich auf diese Weise nicht mehr so lange bĂŒcken muss und das Beet im stehen bewirtschaften kann. Aber die Arbeitshöhe eines Hochbeets bietet durchaus noch andere Vorteile und lohnt sich nicht ausschließlich fĂŒr Ă€ltere Menschen.

Ein Vorteil ist sicherlich, dass die Temperatur in einem Hochbeet ca. 6 bis 8 Grad höher liegt, als in einem herkömmlichen Beet. Das bedeutet gleichzeitig, dass das angepflanzte Gut auch 6 Wochen frĂŒher reif ist. Durch die Höhe des Beetes gibt es zudem einen gewissen Schutz vor Schnecken.

Was benötige ich fĂŒr den Bau eines Hochbeetes?

Hier gibt es zwei Möglichkeiten, zwischen denen man wĂ€hlen kann. Entweder man kauft einen fertigen Bausatz oder man stellt sich die Materialien zusammen und baut sein eigenes Hochbeet. Hierzu kann man verschiedenen Materialien nutzen. FĂŒr die Ă€ußere HĂŒlle ist Stein sehr vorteilhaft, da Stein witterungsbestĂ€ndig und wĂ€rmeisolierend ist. Es eignen sich zum Bau aber durchaus auch Betonplatten, Kunststoff oder Blech. Möchte man auf Holz nicht verzichten, eignet sich am besten LĂ€rchenholz. Auch ohne jegliche ImprĂ€gnierung hat LĂ€rchenholz eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren.

Neben der AußenhĂŒlle benötigt man fĂŒr den Bau
- Pfeiler fĂŒr die Ecken
- Teichfolie fĂŒr die Innenverkleidung
- ein engmaschiges Drahtgitter
- NĂ€gel oder Schrauben und einen Tacker

Hat man in seinem Garten die geeignete Stelle fĂŒr das Hochbeet gefunden, hebt man eine Grube aus, die ca. 20 - 30 cm tief ist. Wichtig ist es, dass man das Beet von allen Seiten gut erreichen kann. Danach legt man den Maschendraht in die Grube und errichtet eine Umrandung aus den gewĂ€hlten Materialien. Hat man sich fĂŒr Holz entschieden, sollte man noch eine Teichfolie hinzulegen, damit das Holz besser vor der Witterung geschĂŒtzt ist. Ist das Holz zusĂ€tzlich imprĂ€gniert, wird die Lebensdauer nochmals erhöht.

Nach der Fertigung der Umrandung wird die Konstruktion mit Erde befĂŒllt. Jede Schicht sollte dabei ungefĂ€hr 25 bis 40 cm hoch sein. Der Aufbau gestaltet sich folgendermaßen:
Die unterste Schicht besteht aus groben SchnittabfĂ€llen von StrĂ€uchern oder BĂ€umen. Diese wirkt in dem Hochbeet wie eine BelĂŒftung fĂŒr die anderen Schichten. Zwischen der ersten und zweiten Schicht sollte eine dĂŒnne Grassode gelegt werden, damit die kommende Schicht nicht durchrieseln kann. Die nĂ€chste Schicht besteht aus GrĂŒnabfĂ€llen, Laub oder gehĂ€ckselten Strauchresten. Nun folgt die Gartenerde und der Kompost. Abgeschlossen wird das Beet mit Blumenerde. Schon kann das Hochbeet bepflanzt werden und zusĂ€tzlich ist das Hochbeet der etwas andere Komposthaufen.

Was kann man in ein Hochbeet pflanzen?

Durch den hohen NÀhrstoffgehalt und die warmen Temperaturen eignen sich besonders Kohl, Salat, Lauch oder auch Kohlrabi. Dadurch, dass der Reifeprozess deutlich schneller ist, kann man das Hochbeet sogar mehrmals im Jahr bepflanzen. Mit der Zeit verliert das Hochbeet an NÀhrstoffen und man kann schwach zehrende Pflanzen verwenden. Hierzu zÀhlen unter anderem KrÀuter, Bohnen oder Erbsen. Nach ungefÀhr sechs Jahren sollte das Hochbeet komplett neu aufgeschichtet werden. In der Zwischenzeit ist es wichtig, die Kompostschicht vor der neuen Bepflanzung zu ersetzen.

Die Pflege

Die in einem Hochbeet die Schichten sehr locker ĂŒbereinander liegen, ist regelmĂ€ĂŸiges Gießen besonders wichtig. Dass das Beet absackt ist auch normal. Deshalb sollte man darauf achten, die Kompostschicht immer wieder zu erneuern.

Hochbeet, der etwas andere Komposthaufen ...
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NABU: Showdown um die EU-Naturschutzrichtlinien
Das Braunkehlchen lebt im Tegeler Fließtal / Foto: NABU / H. Pollin
 
NABU: Showdown um die EU-Naturschutzrichtlinien
Auf Einladung der EU-Kommission kommen am heutigen Freitag in BrĂŒssel Vertreter von EU-Regierungen, Wirtschafts- und UmweltverbĂ€nden sowie Parlamentarier zusammen, um ĂŒber die Zukunft der EU-Naturschutzgesetzgebung zu beraten. Diese Konferenz ist die letzte Anhörung im Rahmen des so genannten „Fitness-Checks“ der beiden EU-Naturschutzrichtlinien (Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, FFH). Anfang 2016 werden KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker und sein Vize Frans Timmermans entscheiden, ob sie Änderungen vorschlagen, wie dies Lobbyisten der Agrarindustrie sowie einige Regierungen fordern, die sich schwĂ€chere Regeln fĂŒr den Naturschutz wĂŒnschen. Mit einem breiten BĂŒndnis von UmweltverbĂ€nden und im Einklang mit der Bundesregierung fordert der NABU dagegen, die Richtlinien nicht anzutasten, sondern besser umzusetzen.

„Die EU-Kommission muss endlich einsehen, dass sich in den vergangenen Monaten allein eine halbe Million BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die Umweltminister der meisten großen Mitgliedstaaten und Vertreter fast alle Fraktionen des EU-Parlaments gegen eine Öffnung der Richtlinien ausgesprochen haben“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Statt sich an einer Neuverhandlung bewĂ€hrter Gesetze zu verkĂ€mpfen, sollte KommissionsprĂ€sident Juncker lieber dafĂŒr sorgen, dass die mit Steuergeldern subventionierte Umweltzerstörung durch die Agrarpolitik beendet wird. Dann könnten mit den Naturschutzrichtlinien noch viel mehr Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben gerettet werden als schon bisher.“

Der NABU protestiert seit ĂŒber einem Jahr gegen die PlĂ€ne Junckers, die Naturschutzrichtlinien unter dem Deckmantel des BĂŒrokratieabbaus zu Ă€ndern. Vor einer Woche veröffentlichte die EU-Kommission selbst erste Ergebnisse einer umfangreichen fachlichen Analyse, die laut NABU genau das Gegenteil beweist: Die Naturschutzrichtlinien werden allen Anforderungen an eine moderne, effiziente und wirksame EU-Gesetzgebung gerecht. Probleme gĂ€be es nur dann, wenn die Verwaltungen der Mitgliedstaaten aus Mangel an Personal oder aus politischem Unwillen die EU-Bestimmungen nicht korrekt anwendeten. „Die Kommission entkrĂ€ftet somit selbst den Vorwurf, der Artenschutz wĂŒrde im großen Stil Wirtschaftsprojekte verhindern“, sagt NABU-Naturschutzexperte Konstantin Kreiser. „Von BrĂŒssel erwarten wir keinen RĂŒckwĂ€rtsgang, sondern den Startschuss fĂŒr eine Naturschutzoffensive - mit Investitionen in Schutzgebiete, naturvertrĂ€glicher Landnutzung und grĂŒnen transeuropĂ€ischen Korridoren.“ Dies wĂŒrde gerade in lĂ€ndlichen RĂ€umen fĂŒr mehr Akzeptanz und ArbeitsplĂ€tze sorgen.

In einer Online-Befragung hatten im Sommer ĂŒber eine halbe Millionen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, und damit mehr als 90 Prozent aller Teilnehmer, fĂŒr den Erhalt der EU-Naturschutzrichtlinien gestimmt. Im Oktober schlossen sich auf eine Initiative von Bundesumweltministerin Hendricks hin insgesamt neun Regierungen diesem Votum an, die zusammen 63 Prozent der EU-Bevölkerung reprĂ€sentieren. Einen Tag spĂ€ter plĂ€dierten die zustĂ€ndigen Fachpolitker des EuropĂ€ischen Parlaments fraktionsĂŒbergreifend in einem an die Kommission gerichteten Brief ebenfalls gegen eine Öffnung der Naturschutzrichtlinien. Ohne die Richtlinien wĂ€re das von den EU-Staatschefs beschlossene Ziel nicht zu erreichen, bis 2020 den weiteren Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen, so die Parlamentarier.
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NABU zieht kritische Bilanz zur Erörterung der Fehmarnbeltquerung
Viele offene Fragen, unabhÀngige AbwÀgung gefÀhrdet

Nach acht Tagen Erörterung zur festen Fehmarnbeltquerung in Kiel zieht der NABU eine kritische Bilanz. Insbesondere bei den kontroversen Themenfeldern wie beispielsweise Munitionsaltlasten, der tatsĂ€chlichen Auswirkung der Sedimentation auf Natur und Umwelt oder der SchĂ€digung besonders geschĂŒtzter Schweinswale seien erhebliche MĂ€ngel in den vom dĂ€nischen VorhabentrĂ€ger Femern A/S vorgelegten Unterlagen zutage getreten. Diese mĂŒssen nun in einer umfangreichen PlanergĂ€nzung berĂŒcksichtigt werden, die nach Auffassung des NABU dann zwingend neu erneut erörtert werden mĂŒsse. „Bisher verwies Femern A/S stets auf seine angeblich exzellenten und umfangreichen Unterlagen. Jetzt tauchen zahlreiche Fragen zu deren QualitĂ€t auf. Bei vielen Untersuchungen sind die Methoden nicht nachvollziehbar und fußen auf teilweise nicht aktuellen Rechtsgrundlagen. Femern A/S unterschĂ€tzt ganz offensichtlich das deutsche Planfeststellungsverfahren und nimmt zudem die Anliegen von BĂŒrgern und VerbĂ€nden nicht ernst“, kritisierte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Die Erörterung in Kiel hat offenbart, dass erhebliche Differenzen hinsichtlich der Bewertung ökonomischer, ökologischer, verkehrlicher und juristischer Auswirkungen des Mammut-Vorhabens bestehen blieben. „Wenn der VorhabentrĂ€ger seinen Kurs nicht doch noch korrigiert, wird ein Rechtsstreit leider unvermeidlich sein. Die durchschnittlichen Verfahrensdauern bei den Verwaltungsgerichten betragen nach allen Erfahrungen in derart komplexen Großverfahren mehrere Jahre. Wir wundern uns daher ĂŒber die Strategie des VorhabentrĂ€gers, zahlreiche Kritikpunkte von Behörden und UmweltverbĂ€nden einfach stehen zu lassen und sich dadurch so offensichtlich angreifbar zu machen", sagte Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU. „Mit reiner Sturheit als Taktik wird man am Ende nicht durchkommen.“

Zudem bemĂ€ngelte der NABU den formalen Rahmen des Verfahrens. Da das Großvorhaben auf höchster politischer Ebene entschieden und mit einem Staatsvertrag zementiert wurde, stehe die Verwaltung mit ihren zustĂ€ndigen Fachabteilungen unter hohem Druck, das Vorhaben trotz fachlicher und rechtlicher Bedenken zu genehmigen. Die Null-Variante, also der Verzicht auf das Projekt, komme in der Gedankenwelt der Verwaltung offensichtlich gar nicht vor, obwohl das prognostizierte Verkehrsaufkommen den Nutzen des Tunnels in Frage stellt. Eine in Deutschland unverzichtbare ordnungsgemĂ€ĂŸe und ergebnisoffene AbwĂ€gung im Sinne des Verwaltungsrechts wird dadurch gefĂ€hrdet. „Wenn im Erörterungstermin fĂŒr den deutschen Bereich des Tunnels der Chef des Landesbetriebes Straßenbau in Kiel als Vertreter des VorhabentrĂ€gers antritt und seine hauseigene Abteilung ĂŒber den von ihm vertretenen Antrag entscheiden soll, gefĂ€hrdet dies eine faire unabhĂ€ngige AbwĂ€gung. Das ist ein nicht hinnehmbarer Fehler, den die Gerichte sicherlich kritisch wĂŒrdigen werden“, so Siegert.
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Karlsruhe: Land wĂŒrdigt stĂ€dtische EnergiesparbemĂŒhungen
Leitstern Energieeffizienz; Minister Untersteller und BM Stapf
 
Karlsruhe: Land wĂŒrdigt stĂ€dtische EnergiesparbemĂŒhungen
Sonderpreis "Investitionen in Stromeffizienz bei Wettbewerb "Leitstern Energieeffizienz"

Zweite Wettbewerbsrunde – zweite Auszeichnung: Die Stadt Karlsruhe hat erneut den „Leitstern Energieeffizienz“ des baden-wĂŒrttembergischen Ministeriums fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft erhalten. Ausschlaggebend fĂŒr den Sonderpreis in der Kategorie „Investitionen in Stromeffizienz“ waren neben der Umsetzung von Energiekonzepten im Zoo und BĂ€dern mit zahlreichen Stromsparmaßnahmen auch die Umstellung auf hocheffiziente LED-Beleuchtungen - sei es in stĂ€dtischen GebĂ€uden oder bei der Straßenbeleuchtung und Ampeln. Im Gesamtergebnis erreichte Karlsruhe von den 20 teilnehmenden Stadt- und Landkreisen den vierten Platz und wurde damit bester Stadtkreis 2015.

BĂŒrgermeister Klaus Stapf nahm den „Leitstern“ fĂŒr die Stadt Karlsruhe bei der gestrigen Auszeichnungsveranstaltung in Stuttgart entgegen. Stapf: „Ich freue mich natĂŒrlich sehr ĂŒber diese Anerkennung und sehe sie zugleich als erneute BestĂ€tigung fĂŒr die Einrichtung unseres Klimaschutzfonds. Denn ein Großteil der ausgezeichneten Maßnahmen wurde aus diesem vom Gemeinderat eingerichteten Extratopf finanziert. Gerade Stromsparinvestitionen rechnen sich in der Regel vergleichsweise schnell und sind ein klarer Gewinn fĂŒr unsere Umwelt. Wir werden deshalb auch in den nĂ€chsten Jahren Maßnahmen wie den Wechsel auf Hocheffizienzpumpen oder LED-Beleuchtungen konsequent vorantreiben.“

Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller hob in seiner Rede bei der Verleihung des Leitsterns die wichtige Rolle der Stadt- und Landkreise als Schrittmacher bei Klimaschutz und Energiewende hervor: „Dass Landkreise und StĂ€dte im Bereich Energieeffizienz viel leisten können, war mir durchaus bewusst. Dass aber bereits so viele gute AktivitĂ€ten laufen, ist beeindruckend. Die guten Beispiele und das gute Vorbild, davon bin ich ĂŒberzeugt, wirken in die Bevölkerung, die Gemeinden und die Wirtschaft hinein.“

Auszeichnung im letzten Jahr

Karlsruhe hatte bereits im letzten Jahr, bei der erstmaligen Vergabe des Leitsterns, eine Auszeichnung erhalten. AusdrĂŒckliche WĂŒrdigung fand damals die Einrichtung des verwaltungsinternen Klimaschutzfonds. Mit rund zwei Millionen Euro jĂ€hrlich finanziert die Stadt darĂŒber insbesondere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, die sich in der Regel besonders schnell amortisieren, aber im AlltagsgeschĂ€ft oder bei Investitionsentscheidungen zum Bestandserhalt manchmal zu kurz kommen.

Wettbewerb richtet sich an alle Stadt- und Landkreise

Der Wettbewerb „Leitstern Energieeffizienz“ richtet sich an alle Stadt- und Landkreise in Baden-WĂŒrttemberg. Entscheidend fĂŒr die Bewertung im Wettbewerb sind Maßnahmen und AktivitĂ€ten der Kreise, die sie derzeit in puncto Energiesparen umsetzen, wobei der besondere Fokus dieses Mal auf der Effizienzsteigerung im Strombereich lag. Insgesamt haben sich sechs Stadt- und 14 Landkreise beworben. Als erste PreistrĂ€ger im Gesamtranking wurden die Kreise Böblingen, Rems-Murr und Zollernalb ausgezeichnet. Sonderpreise erhielten neben Karlsruhe die Stadt Heidelberg, der Landkreis Tuttlingen sowie der Rems-Murr-Kreis. Die Preise sind nicht dotiert.

Was hat die Stadt Karlsruhe konkret getan?

Die Beleuchtungssanierung in BestandsgebĂ€uden durch Umstellung auf LED-Technik wird vom Amt fĂŒr Hochbau und GebĂ€udewirtschaft als ein Schwerpunktprogramm im Rahmen des verwaltungsinternen Klimaschutzfonds verfolgt. Umgesetzte Projekte sind etwa die Beleuchtungssanierungen in der Heinrich-Meidinger-Schule, der Rennbuckelschule oder der Sporthalle Eichelgartenschule. Ein besonderes Erfolgsbeispiel ist die Effizienzsanierung in der Hauptbahnhofgarage: In Kombination mit dem Einbau von PrĂ€senzmeldern können hier fast 80 Prozent Strom eingespart werden. Auch im Bereich der Straßenbeleuchtung, wo Karlsruhe bezĂŒglich dem Einsatz energiesparender Beleuchtungen schon seit Jahren sehr aktiv ist, gab es spezielle LED-Umbauprogramme in Anwohnerstraßen. Und bei den Straßenampeln hat das Tiefbauamt schon rund 90 Prozent auf die neue Technik umgestellt.

Mit tatkrĂ€ftiger UnterstĂŒtzung der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur KEK hat der Zoo seine Möglichkeiten zur Energieeinsparung systematisch untersucht. Hierzu nahm die KEK den energetischen Zustand der GebĂ€ude und der technischen Anlagen unter die Lupe und erstellte einen Katalog mit Maßnahmen. Diese werden seit 2014 mit Hilfe des verwaltungsinternen Klimaschutzfonds umgesetzt. Alleine ĂŒber die Projektliste 2014 konnten Einzelmaßnahmen mit einem Gesambetrag von knapp 350.000 Euro realisiert werden, die zu Einsparungen von cirka 71.000 Euro pro Jahr beziehungsweise 580.000 Kilowattstunden jĂ€hrlich fĂŒhren. Dazu gehören vor allem Stromspartechnologien wie ein eigenes Austauschprogramm fĂŒr UmwĂ€lzpumpen und LED-Beleuchtungssanierungen.

Zu den energieintensiven Liegenschaften der Stadtverwaltung zÀhlen mehrere Hallen- und FreibÀder. Als Beitrag zum verwaltungsinternen Klimaschutzfonds setzen die BÀderbetriebe deshalb seit 2011 zusÀtzliche Energiesparprojekte wie beispielsweise den Einbau von Frequenzumformern an UmwÀlzpumpen (unter anderem Rheinstrandbad Rappenwört und Weiherhofbad) oder den kompletten Tausch gegen Hocheffizienzpumpen um.

zum Bild oben:
Landesumweltminister Franz Untersteller ĂŒberreicht BĂŒrgermeister Klaus Stapf den "Leitstern Energieeffizienz" / Foto: KD Busch im Auftrag vom Umweltministerium Baden-WĂŒrttemberg
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Deutschland und Japan: Energiewende- und Klimaschutz - Politik und Praxis
Die Energiewende und der Klimaschutz in Deutschland und Japan stehen am Freitag, 27. November, 19 Uhr in Freiburg i.Br., UniversitĂ€t, Stadtmitte, KollegiengebĂ€ude 1 Hörsaal 1098, beim Samstags-Forum Regio Freiburg im Blickpunkt. Zu „Energiewende und Klimaschutz in Japan nach Fukushima" berichten Akira Shibai, Junna Nitta und Maya Takimoto, z.Zt. an der UniversitĂ€t Freiburg, Gruppe japanische „Öko-Freiwillige“. Zu „Deutschland: Klimaschutz - Energiewende - Strommarkt. Vom Tiger zum Bettvorleger?“ spricht Professor Dr. Uwe Leprich, wissenschaftliche Leitung beim Institut fĂŒr Zukunftsenergiesysteme IZES, SaarbrĂŒcken.
Zusammen mit der BĂŒrgerinitiative Energiewende Waldkirch und Weiteren findet zuvor von 16:00 -17:30 in Waldkirch bei Weber Heizung-LĂŒftung-Klima, Mauermattenstr. 18 eine FĂŒhrung statt zu „Strom erzeugende Heizungen. Mini-BHKW und E-MobilitĂ€t mit BHKW und Solarstrom“, wofĂŒr Anmeldung erbeten ist an ecotrinova@web.de oder T. 0761-2168730.
Der Eintritt ist frei. Schirmherrin ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.

Es ist eine Veranstaltung fĂŒr Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung, die vor der abendlichen Saalveranstaltung in Freiburg/UniversitĂ€t
nachmittags in Waldkirch ein seit vielen Jahren vorbildliches Handwerksunternehmen zur Energiewende-Klimaschutz-Praxis öffentlich besucht.

Japan hat es sensationell geschafft, nach "Fukushima" sofort und fast 4 Jahre ganz ohne Atomkraft auszukommen. Obwohl die Atomlobby weiterhin sehr stark ist, hat obwohl gebremst, eine teilweise Energierevolution stattgefunden. Auch viele BĂŒrger sind aktiv geworden. - Derzeit werden in Deutschland erneut mehrere Gesetze geĂ€ndert, die fĂŒr die Energiewende und den Klimaschutz entscheidend sind, keineswegs immer zum Guten. Was bremst und was nicht und ob die BĂŒrgerenergie unter die RĂ€der kommt, werden wir beim Vortrag und auch mit Aussprache von Prof. Dr. Uwe Leprich erfahren, einem fĂŒhrendem Energiewende-Experten.
 
 



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