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Samstag, 18. August 2018
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Verschiedenes

Gelber Sack in Sturm & Wind
Quelle: BUND SĂĽdlicher Oberrhein
 
Gelber Sack in Sturm & Wind
Vermüllung durch zu dünne Gelbe Säcke

Die Winterstürme im Januar 2018 brachten erneut eine massive Vermüllung von Stadt, Land, Fluss und Meer. Trotz Sturmwarnung wurden die gelben Säcke vor die Türen gestellt. Die viel zu dünnen Säcke waren am Morgen nach der Sturmnacht zerfetzt und der Inhalt in allen Straßen verstreut. Es ist einfach unvernünftig, trotz Sturmwarnung gelbe Säcke vor die Tür zu stellen.

"Der Kunststoffverbrauch in Deutschland liegt bei 10,1 Mio. t. Das sind 2,6 Prozent (%) beziehungsweise 4,6 % mehr als im Jahr 2013. Im gleichen Zeitraum nahm die Menge der Kunststoffabfälle um 4,23 % auf 5,92 Mio. t zu" schreibt das Umweltbundesamt im Jahr 2017.

Der größte Einsatzbereich für Kunststoffe bleiben die Verpackungen. 35,2 % der in Deutschland verarbeiteten Kunststoffe wurden 2015 hier eingesetzt. Ein Teil dieser Abfälle wandert in den Hausmüll, ein Teil geht in´s Duale System, also in den gelben Sack. Die echte Recyclingquote ist noch beschämend gering und der bisherige, jetzt vom Abnehmer endlich gestoppte Plastikmüllexport nach China war mehr als peinlich. Doch wenn unser Abfall und Plastikmüll tatsächlich größtenteils über die Graue Tonne und den gelben Sack "entsorgt" wird, dann stellt sich doch die Frage, warum auch in Deutschland Stadt, Land, Fluss und Meer mit Abfällen und Plastik zugemüllt werden.

Jährlich verenden etwa 1.000.000 Seevögel und 100.000 Meeressäuger durch den Kontakt mit Plastikmüll. In weiten Teilen des Meeres gibt es mittlerweile 6 mal mehr Plastik als Plankton.

Ein von uns ausgehender Grund für diese Vermüllung sind die generell zu dünnen gelben Säcke. Die Ausrede des Dualen Systems für das schnell zerreißende dünne Material ist die Angst, "dass eine bessere Qualität von gelben Säcken" zu einem "Missbrauch" für andere Verpackungszwecke führen könnte. Wenn wir mit einer besseren Qualität der gelben Säcke die Vermüllung von Stadt, Land, Fluss und Meer mit Abfällen und Plastik verhindern könnten, dann dürfen wir die Ausrede des Dualen Systems nicht gelten lassen. Das Duale System spart an den Kosten, die enormen zusätzlichen Kosten aufplatzender Säcke für die Stadtreinigung zahlen die SteuerzahlerInnen.

Eine wichtige Quelle des Mülleintrages in die Landschaft ist die Tatsache, dass Menschen trotz Sturmwarnung ihre dünnen gelben Säcke vor die Tür stellen. Hier zeigt sich auch eine massive Entfremdung vieler Menschen von den Naturgewalten. Der Zusammenhang zwischen Sturm und drohender Vermüllung wird einfach nicht gesehen. So brachten die Winterstürme im Januar 2018 erneut eine massive Vermüllung von Städten und Gemeinden und trotz umfangreicher Reinigungsarbeiten wandert immer noch ein Teil des Mülls in Landschaft und Gewässer.

Die Abfallwirtschaft müsste den Druck auf das Duale System erhöhen, damit die gelben Säcke reißfester werden. Gleichzeitig braucht es eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, damit die gelben Säcke an Sturmtagen im Keller bleiben. Mehr Vernunft wäre auch nicht schlecht.
 
Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

 
Freiburg: Amphibien werden wieder wandern
Waldseestraße nach der Abzweigung zur Gaststätte Waldsee ab Dienstag, 20. Februar, gesperrt

Halten die milden Temperaturen an, ist mit dem Beginn der Amphibienwanderung zu rechnen. Bodentemperaturen über fünf Grad Celsius, regnerisches Wetter und einsetzende Dämmerung sind die günstigen Bedingungen. Als erste machen sich Grasfrösche auf den Weg, da diese sogar Temperaturen unter 0 Grad Celsius ertragen können.

Erdkröten, Berg-, Kamm-, Teich- und Fadenmolche sowie Feuersalamander folgen dann zu ihren Teichen, Weihern, Tümpeln und Wassergräben, wenn die frostfreie Periode begonnen hat. Einem uralten Instinkt folgend zieht es die Amphibien zu ihrem Gewässer, in dem sie als Kaulquappen ihr Leben begannen.

Die meisten Amphibien legen auf ihrem Weg zum Laichgewässer bis zu einigen Kilometern Wegstrecke zurück, die Erdkröte beispielsweise bis über zwei Kilometer. Dabei müssen sie oft Wege, Straßen und Parkplätze überqueren.

Für den Waldsee bedeutet dass, dass wie bereits in den vergangenen Jahren die Waldseestraße nach der Abzweigung zur Gaststätte Waldsee ab Dienstag, 20. Februar, für die Dauer der Amphibienwanderungszeit gesperrt ist.

Als Umfahrung des gesperrten Abschnitts wird die nördliche Möslepark-Umfahrungsstraße offengehalten. Sie verläuft von Westen zunächst parallel zur Höllentalbahn und biegt vor dem Möslestadion in Richtung Süden ab, bevor sie dann wieder in den östlichen Abschnitt der Waldseeestraße einmündet. Fahrziele östlich der gesperrten Waldseestraße sind somit ohne Einschränkung weiterhin erreichbar.

Das Umweltschutzamt hat diesen Zeitpunkt mit dem Nabu, der die Amphibien am Waldsee seit vielen Jahren betreut sowie den Freiburger Bachpaten und dem Garten- und Tiefbauamt abgestimmt. Auch werden dort in den folgenden Tagen in bewährter Manier die Amphibienschutzzäune aufgebaut.
 
 

Der Schwarzwald in der Flasche
 
Der Schwarzwald in der Flasche
Die Bio-Limonade „Tannenliebe“

Noch eine Bio-Limonade? Ja, aber diesmal anders. „Tannenliebe“ wird aus jungen Tannentrieben aus dem Schwarzwald hergestellt und schmeckt herb und erfrischend. Hinter dem Bio zertifizierten Getränk steht ein junges Unternehmerpaar aus Freiburg.

Seit vielen Jahrhunderten werden Tannenspitzen im Schwarzwald als Lebensmittel und Naturmedizin genutzt. Sie schmecken niemals gleich – mal sind sie mehr, mal weniger süß. Louisa Sawatzki und Luca Presentato ernten die hellgrünen Spitzen sorgfältig von Hand und kochen daraus die Basis für ihre besondere Bio-Limonade.

Auch bei den weiteren Zutaten von „Tannenliebe“ liegt der Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und kurzen Transportwegen: Der Bio-Tannenhonig wird aus dem Honigtau von Schwarzwälder Tannen gewonnen und deutscher Bio Rübenzucker ersetzt herkömmlichen Rohrzucker.

Die Idee einer Limonade aus jungen Tannenspitzen entstand bereits vor einigen Jahren in Freiburg. Im Februar 2017 übernahmen Louisa Sawatzki und Luca Presentato das Geschäft und sind seitdem als Jungunternehmer für das Konzept verantwortlich. Sie setzen auf hochwertige, handverlesene Zutaten, eine verfeinerte Rezeptur und sorgfältige Herstellung. Entstanden ist ein Produkt, das Genuss mit Heimat, Natur und Tradition verbindet. Seit Juni 2017 hat „Tannenliebe“ ein Bio-Siegel.

Im Juni 2017 wurde „Tannenliebe“ zum ersten Mal mit neuer Rezeptur produziert und rechtzeitig zur Erfrischungszeit – der Sommer- und Feriensaison – wieder in den Handel gebracht.
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Heldinnen und Helden der Energiewende gesucht
 
Heldinnen und Helden der Energiewende gesucht
Bewerbungsportal bis 10. April geöffnet

Freiburg. Der Startschuss ist gefallen! Vom 5. Februar bis zum 10. April können sich Heldinnen und Helden der Energiewende um den renommierten Georg Salvamoser Preis bewerben.

Ab sofort ist das Bewerbungsportal für den Georg Salvamoser Preis 2018 auf www.georg-salvamoser-preis.de geöffnet. Aufgerufen sind alle, die sich für den Ausbau einer regenerativen Energieversorgung engagieren – Einzelpersonen, Vereine, Unternehmen, Institutionen und Kommunen.

Für die Jury zählt zum einen, welchen Beitrag die Bewerber zur Umsetzung einer hundertprozentigen Versorgung mit erneuerbaren Energien liefern. Des Weiteren wird der Innovationsgrad gewertet, der von dem Projekt ausgeht. Zudem sollte das Projekt Vorbildcharakter haben und übertragbar sein. Schließlich würdigt die Jury auch das Durchhaltevermögen der Bewerberinnen und Bewerber, denn oft sind dicke Bretter zu bohren, um die Energiewende voran zu bringen.

25.000 Euro Preisgeld sind ausgelobt, davon gehen 5.000 Euro an den Sonderpreis JUNGE ENERGIE, für den sich Schulklassen, Jugendgruppen oder auch junge Unternehmen bewerben können.

Georg Salvamoser Preis

Der Georg Salvamoser Preis ist einer der höchstdotierten Umweltpreise in Deutschland. Die Auszeichnung wird von der Georg-Salvamoser-Stiftung gemeinsam mit der Stadt Freiburg ausgelobt.
Im Jahr 2018 wird der Georg Salvamoser Preis nun schon zum fĂĽnften Mal verliehen. Die Preisverleihung findet am 21. Juni 2018 auf der internationalen Fachmesse INTERSOLAR in MĂĽnchen statt, die von der FWTM Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe mitveranstaltet wird.

Dank an Förderer, Medien- und Kooperationspartner

Ein ganz besonderer Dank geht auch dieses Jahr wieder an die Förderer, die durch ihr Engagement die Auslobung des Georg Salvamoser Preises großzügig unterstützen:

M10 Industries AG, Freiburg
FWTM Freiburger Wirtschaft, Touristik und Messen GmbH & Co. KG
Solar Promotion GmbH, Pforzheim
WEE Wirtschaftsverband 100% erneuerbare Energien, Freiburg
Stiftung Viamedica, Prof. Franz Daschner, Freiburg
Seven2one Informationssysteme GmbH, Karlsruhe
Agentur triolog, Freiburg

Des Weiteren dankt die Georg-Salvamoser-Stiftung allen Medien- und Kooperationspartnern, die dabei helfen, auf die Auslobung 2018 aufmerksam zu machen:

Franz Alt – www.sonnenseite.com
Energiekommune
Solarthemen
Solarserver
Sonnenenergie
Sonne Wind & Wärme
SolarRegion
utopia.de
Deutsche Gesellschaft fĂĽr Sonnenenergie (DGS)
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NABU-Zahl des Monats: 58.557 alte Handys fĂĽr die Havel
Ressourcen schonen durch Handy-Recycling und NABU-Projekt unterstĂĽtzen

Berlin – 58.557 alte Mobiltelefone hat der NABU 2017 im Rahmen seiner Kampagne „Alte Handys für die Havel“ gesammelt. Neben zahlreichen NABU-Gruppen und Einzelpersonen beteiligen sich Unternehmen, Schulen und Behörden an der Kampagne.

Alte Handys können bei einer der über 434 Handy-Sammelstellen abgegeben oder per Post eingeschickt werden. Mitmachen kann jeder, unabhängig von der Art des Mobiltelefons und des Telefonanbieters.

Nach Herstellerangaben befinden sich mehr als 100 Millionen alte oder defekte Handys in deutschen Haushalten ­– Tendenz steigend. Diese Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe, wie Gold, Silber, Platin, Kupfer, Zinn und Blei. Wenn sie im Hausmüll landen, gefährden sie die Umwelt durch Schadstoffe. Für den NABU ist Recycling allerdings immer nur die zweitbeste Alternative. Generell gilt: Noch funktionsfähige Handys sollten so lange wie möglich genutzt werden.
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NABU: Ich bin ein Star – Bau mir ein Haus
Star - Vogel des Jahres / Foto: nabu, istock/kruwt
 
NABU: Ich bin ein Star – Bau mir ein Haus
Vogel des Jahres braucht Nistkästen/Jetzt Bauanleitung des NABU nutzen

Berlin – Da „Starenkästen“ im Straßenverkehr unseren gefiederten Freunden nur indirekt von Nutzen sein können, lohnt es sich, den immer seltener in Gärten anzutreffenden Star, Vogel des Jahres 2018, mit einer geeigneten Nisthilfe anzulocken. Gerade jetzt, wo die Stare aus ihren Wintergebieten zurück nach Deutschland kommen.

Da natürliche Höhlen in alten Bäumen immer weniger zur Verfügung stehen, nimmt der Star geeignete Nistkästen gern an. Sowohl im Privatgarten als auch in öffentlichen Grünbereichen und in ländlichen Gebieten findet der Star so einen Platz, um seine Jungen aufzuziehen. Der gesellige Star lebt gern in der Gemeinschaft, also lohnt es sich, gleich mehrere Behausungen anzubringen.

Im Prinzip handelt es sich um einen vergrößerten Meisenkasten. Der Starenkasten benötigt ein Einflugloch mit 45 Millimetern Durchmesser. Bei geeigneter Umgebung (Streuobstwiesen, sonnige Lagen mit altem Baumbestand) bezieht mit etwas Glück vielleicht auch der bedrohte Wendehals das geräumige Domizil.

Tipps fĂĽr ein behagliches Starenheim:
- Nistkästen können gern schon im Herbst angebracht werden. So können die Überwinterer darin schlafen und machen sich schon einmal mit dem möglichen Nistplatz vertraut.
- Damit kein Regen eindringen kann, sollte er entweder gerade am Untergrund lehnen oder leicht nach vorn kippen. Den Kasten zum Schutz vor Nässe mit Leinöl imprägnieren.
- Eine Ausrichtung des Einflugloches nach Osten oder SĂĽdosten ist ideal, um zu viel Regen und Sonne abzuhalten.
- Hoch hinaus: Die ideale Höhe für das Aufhängen des Nistkastens liegt bei mindestens zwei bis sechs Metern.
- Luftige Bühne: Eine Sitzstange von etwa vier Zentimetern Länge unterhalb des Einflugloches gefällt dem Star, da er zum Singen gerne vor seinem Nest sitzt. Sie ist aber nicht zwingend notwendig.
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Wie veggie-freundlich sind Airlines?
Die Anzahl der vegan und vegetarisch lebenden Menschen nimmt weltweit zu. Verkehrs- und Reiseunternehmen reagieren darauf und erweitern stetig ihr pflanzliches Speisenangebot. ProVeg hat sich die Veggie-Freundlichkeit der 50 größten Fluggesellschaften genauer angeschaut ...
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Der Billigheimer als Vorreiter?
Europas größter Discounter Lidl will ab April 2018 einen "Haltungskompass" im Frischfleischverkauf einführen. Der Konzern nutzt damit das gesetzliche Vakuum und inszeniert sich als Vorreiter beim Tierwohl. Durch Kennzeichnungsziffern von 1 bis 4 soll der Verbraucher - wie bei den Eiern - erkennen, wie gut oder schlecht das Tier gehalten wurde, von dem das Fleisch stammt. Slow Food Deutschland warnt, eine gesetzlich festgeschriebene und einheitliche Haltungskennzeichnung aus den Augen zu verlieren. Eine solche Kennzeichnungspflicht sei ebenso notwendig wie eine Reduzierung unseres viel zu hohen Fleischkonsums.

Wenn der Staat bremst und blockiert und mit der längst überfälligen gesetzlichen Kennzeichnungspflicht keinen Millimeter vorankommt, dann überlässt er das Feld den Unternehmen. "Lidl" prescht nun vor: Der in der Vergangenheit mit diversen Skandalen, Sozial- und Umweltdumping aufgefallene Riese macht ab diesem Frühjahr sein eigenes Ding: eine vierstufige Kennzeichnung. Demnach steht die "1" für den gesetzlichen Mindeststandard, die "2" für Stallhaltung Plus. Eine "3" bedeutet mehr Platz und Auslauf, "4" entspricht Bio-Qualität. "Wenn jetzt jeder Supermarkt und jeder Discounter ihre eigenen Kennzeichnungsregeln einführen, landen wir bei beliebigen Wildwuchs", kommentiert Slow-Food-Vorsitzende Ursula Hudson den Lidl-Vorstoß. "Wer kontrolliert das System, wer definiert es, wer inspiziert die Ställe, wer sorgt für Transparenz und Wahrhaftigkeit der Kennzeichnungen und was bitte ist Stallhaltung Plus? Industrielle Quälhaltung mit Gänseblümchen?"

Die Befürchtung sei groß, so Hudson weiter, dass bei Lidl und möglichen anderen Unternehmen ein letztlich nicht nachprüfbares Eigensystem entstehe, das die Verbraucher täuscht und in erster Linie dem Image des Billigheimers dienen soll. Hudson: "Wir fordern weiterhin eine Haltungskennzeichnung für Nutztiere, die aber nach klaren und für alle Anbieter verbindlichen Richtlinien. Wir werden die Leute auch künftig wohl kaum zum Lidl schicken und deren Billigpreispolitik für Fleisch auch noch unterstützen. Nicht mit Slow Food. Zudem besteht aus Sicht unseres Verbands das Risiko, dass privatwirtschaftliche Initiativen als Alibi die staatliche Kennzeichnung endgültig ausbremsen. Wenn die Discounter und Supermarktketten jeweils ihr eigenes Siegel draufkleben, passiere bei der gesetzlichen bundesweiten Kennzeichnungspflicht für alle erst recht nichts mehr", kritisiert Hudson.

Eine Haltungskennzeichnung für Nutztiere, die Fleisch und Milch liefern, wird seit langem gefordert - auch von den Verbrauchern. 89 Prozent der Deutschen finden sie laut FORSA-Umfrage (Januar 2017, im Auftrag von Greenpeace) hilfreich. 79 Prozent fordern sogar, sie verpflichtend einzuführen. Vor allem deshalb, weil ein undurchschaubares Durcheinander an Labeln, Plaketten und Pseudo-Auszeichnungen selbst kritische und halbwegs informierte Einkäufer komplett verwirren. Das Fleischangebot in deutschen Supermärkten und Discountern wirkt bisweilen wie eine große grüne Oase mit einem kleinen Restposten aus Quälhaltung. In Wahrheit ist es umgekehrt: 98 Prozent des in Deutschland verkauften Fleischs kommt aus Massentierhaltungen, von denen die meisten gerade eben gesetzlichen Mindeststandards genügen.

Slow-Food-Vorsitzende Ursula Hudson: "Wir werden die Lidl-Initiative und ihre Umsetzung genau beobachten und gemeinsam in unserem Netzwerk weiter für eine gesetzlich vorgeschriebene, für alle verpflichtende Haltungskennzeichnung bei Fleisch- und Milchprodukten kämpfen. Sie muss und sie wird kommen. Genauso wichtig aber ist es, die Verbraucher davon zu überzeugen, weniger Fleisch zu konsumieren. Wir müssen zurück zum Sonntagsbraten. Nur eine deutliche Reduzierung hilft Mensch, Tier und Umwelt gleichermaßen."

Lidl ist bei der Kennzeichnung in die Offensive gegangen. Das mag aus Sicht von Europas größtem Discounter Sinn machen. Es zeigt zugleich, dass einige Lebensmittelriesen offenbar weiter sind als die Politik.
 
 



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