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Verschiedenes

 
Philipp zu Guttenberg erhÀlt "Dinosaurier des Jahres 2015"
Negativ-Preis geht an Chef-Lobbyisten der WaldeigentĂŒmer fĂŒr Widerstand gegen natĂŒrliche Waldentwicklung und EU-Naturschutzvorgaben

Der NABU hat Philipp Freiherr zu Guttenberg mit dem „Dinosaurier des Jahres 2015“ ausgezeichnet. Der PrĂ€sident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher WaldbesitzerverbĂ€nde (AGDW) erhĂ€lt den Negativpreis fĂŒr seinen erbitterten Widerstand gegen eine natĂŒrliche Waldentwicklung und die Lobbyarbeit gegen das EU-Naturschutzrecht. Philipp zu Guttenberg vertritt und verbreitet eine anachronistische Sicht des Waldes, die sich alleine auf die wirtschaftliche Nutzbarkeit von Holzressourcen beschrĂ€nkt. Der NABU kritisiert zudem, dass der Chef der WaldeigentĂŒmer immer noch die Ziele der bereits 2007 vom Bundeskabinett beschlossenen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt angreift.

„Bis heute hat es Herr zu Guttenberg nicht akzeptiert, dass bis 2020 fĂŒnf Prozent der deutschen WĂ€lder dauerhaft ohne forstwirtschaftliche Nutzung sein sollen. Und das, obwohl die Privatwaldbesitzer so gut wie nicht betroffen sind, weil dies fast ausschließlich in WĂ€ldern umgesetzt werden soll, die sich im öffentlichen Besitz befinden“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Gerade Deutschland habe eine besondere Verantwortung fĂŒr den Wald. „Wenn wir unsere nationalen und internationalen Verpflichtungen im Arten- und Klimaschutz erfĂŒllen wollen, dann brauchen wir dafĂŒr gesunde WĂ€lder. Sie sind nicht nur der Lebensraum von Tieren und Pflanzen, sondern liefern uns Menschen Wasser, saubere Luft und Erholung – und zwar gratis.“

Kritik ĂŒbte der NABU-PrĂ€sident auch an zu Guttenbergs Versuche, die geltende EU-Naturschutzgesetzgebung auszuhebeln. Besonders in diesem Jahr trat er regelmĂ€ĂŸig als Cheflobbyist einer lautstarken Minderheit in Erscheinung, die fĂŒr eine AbschwĂ€chung der erfolgreichen EU-Naturschutzrichtlinien kĂ€mpft. Diese bilden jedoch das Fundament der Naturschutzgesetze in allen 28 Mitgliedstaaten. Zehntausende Schutzgebiete, davon allein ĂŒber 5.000 Natura-2000-Gebiete in Deutschland sowie das Leben von Millionen von Zugvögeln, FledermĂ€usen und anderer Tiere stĂŒnden damit auf dem Spiel.

Vor diesem Hintergrund hĂ€lt der NABU den Dinosaurier fĂŒr Philipp zu Guttenberg fĂŒr hochverdient: Der Chef der WaldeigentĂŒmer-Lobby versuchte gegenĂŒber der EU-Kommission nicht nur das Votum von ĂŒber einer halbe Million EU-BĂŒrgern herunterzuspielen, die im Sommer im Rahmen einer EU-BĂŒrgerbefragung fĂŒr starke Naturschutzgesetze stimmten, sondern zieht auch die Kompetenz von mittlerweile zwölf EU-Umweltministern, darunter Barbara Hendricks aus Deutschland, in Zweifel, die sich ebenfalls fĂŒr den Erhalt der Richtlinien in ihrer jetzigen Form ausgesprochen haben.
„Statt einer VerwĂ€sserung des EU-weiten Naturschutzes brauchen wir endlich eine ordentliche Umsetzung der geltenden Regeln, zum Beispiel in Schutzgebieten oder bei der Verfolgung von Wilderei. Und nur wenn ausreichend Finanzmittel und Personal fĂŒr die Naturschutzbehörden zur VerfĂŒgung gestellt werden, dann haben wir eine Chance bei der Rettung der Artenvielfalt“, so der NABU-PrĂ€sident.

Neben seines Engagements gegen die Belange des Naturschutzes errichtet der polarisierende Kommunikationsstil zu Guttenbergs in der Öffentlichkeit immer wieder neue HĂŒrden fĂŒr die Kooperation zwischen Waldbesitzern und NaturschĂŒtzern vor Ort. Dabei blendet er die Tatsache bewusst aus, dass sich NaturschutzverbĂ€nde wie der NABU seit vielen Jahren fĂŒr eine verbesserte finanzielle Förderung auch fĂŒr Waldbesitzer einsetzen, die Leistungen fĂŒr den Naturschutz erbringen wollen.

„Herr zu Guttenberg sollte die Grenzen der kommerziellen Nutzbarkeit natĂŒrlicher Ressourcen akzeptieren und die Potenziale fĂŒr ein nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften nutzen. Denn die meisten Waldbesitzer erkennen durchaus die große Bedeutung, die vielfĂ€ltige, ökologisch intakte und naturschonend bewirtschaftete WĂ€lder fĂŒr die gesamte Gesellschaft besitzen, und setzen sich fĂŒr den Waldnaturschutz ein“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Mit dem „Dinosaurier des Jahres“, einer aus Zinn gegossenen und 2,6 Kilogramm schweren Nachbildung einer Riesenechse, zeichnet der NABU seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich sowohl durch herausragende Einzelleistungen als auch durch die Summe ihres Gesamtwerkes in Sachen Umweltschutz negativ hervorgetan haben.
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Zur Gemeinderatssitzung 15.12.2015
ECOtrinova zu Perspektivplan, neuen WohnbauflÀchen und mehr Klimaschutz beim Bauen.

Zur Gemeinderatssitzung am 15. Dezember hat sich der Freiburger Verein ECOtrinova e.V. an die Fraktionen gewandt mit dem Vorschlag, beim Perspektivplan Freiburg nicht nur die Denkrichtungen <"Starke Verbindungen" unter Einbeziehung guter AnsĂ€tze aus den anderen Denkrichtungen insbesondere "IdentitĂ€tsstiftende Parks" als Leitmodell fortzufĂŒhren>, sondern im Beschluss als weitere Denkrichtung ausdrĂŒcklich auch die Entwicklung der Stadt- und Ortsteile unter Wahrung von deren Eigenart und Besonderheiten aufzugreifen. FĂŒr mehrere Stadtteile sind EntwicklungsplĂ€ne STEP und Stadtteilentwicklungsleitlinien STELL bereits erstellt oder in Vorbereitung. Bekanntlich ist Freiburg, so der ECOtrinova-Vorsitzende Dr. Georg Löser, durch die Stadt- und Ortsteile samt Stadtmitte deutlich gegliedert.

Zur Tagesordnung „Neue WohnbauflĂ€chen“ begrĂŒĂŸte der ECOtrinova-Vorsitzende die Wohnbebauung der ParkplĂ€tze beim Technischen Rathaus, was bereits 2013 beim „Ökoso­zialen Stadtumbautheater“ von ECOtrinova vorgeschlagen wurde. Beim Bauvorschlag Wendeschleife Vauban sollten die WandelgĂ€rten weiterhin Platz finden. In ZĂ€hringen-LĂ€ngeloh Nord sieht ECOtrinova einen kleinen Neubaustadtteil entstehen mit nahen ArbeitsplĂ€tzen, wenn die GroßparkplĂ€tze westlich der Gundelfinger Str. einbezogen werden. Dort könnte ĂŒberwiegend mit Gewerbe oder BĂŒros ĂŒberbaut werden.

Beim "Rahmenplan Weingarten-West", bei, Bebauungsplan Haslach-Schildacker sowie beim Neubaugebiet Zinklern in Lehen usw. fehlen laut ECOtrinova in den Vorlagen und Anlagen fĂŒr den Klimaschutz ĂŒberall Plus-Energie-Anforderungen, teils der Freiburger Effizenzhaus-Standard 55, und ebenfalls sĂ€mtlich die Forderung zum Einsatz Energie sparender und Klima schĂŒtzender Blockheizkraftwerke (BHKW), also Strom erzeugender Heizungen, sei es dezentral oder mit NahwĂ€rme. BHKW entsprechen den BeschlĂŒssen des Gemeinderats vom 2.2.2010 und den Klimaschutz-Zielen der Stadt. Elektrische WĂ€rmepumpen fĂŒr die Heizung sollten laut ECOtrinova ausgeschlossen werden. Sie verbrauchen im Winter vor allem Kohlekraftstrom und behindern den Atomenergieausstieg.
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 Alarmzustand fĂŒr die WanderschĂ€ferei und alte Schafrassen
Ernst Meissner (1902): SchÀfer (Quelle: Wikipedia)
 
Alarmzustand fĂŒr die WanderschĂ€ferei und alte Schafrassen
Die WanderschĂ€ferei und alte Schafrassen sind Teil der kulturellen Vielfalt in Deutschland. Trotz ihrer Bedeutung fĂŒr Landschaftsschutz und Klima ist diese alte Kulturform mit rasantem Tempo im RĂŒckgang.

Die uralte Kulturform der WanderschÀferei ist eine höchste ökologisch nachhaltige Form der Nutztierhaltung. Die Tiere leben ressourcenschonend von wildwachsendem Futter und in freier Natur, und sie tragen sogar zum Erosionsschutz bei. Viel Bewegung und abwechslungsreiches Futter tragen zu geschmackvollem Fleisch bester QualitÀt bei und stellen im Vergleich zu industrieller Massenviehzucht wahrlich paradiesische Tierhaltungsbedingungen dar.

"Die Tiere der WanderschĂ€ferei sind nicht nur gute Fleischlieferanten, sondern haben auch wichtige Funktionen fĂŒr die Landschaftspflege und den Artenschutz", unterstreicht GĂŒnther Czerkus, Vorsitzender des Bundesverbandes der BerufsschĂ€fer e. V., "aber unser Beruf steht vor dem Verschwinden." Slow Food Deutschland organisiert des Öfteren Veranstaltungen mit dem Verein der BerufsschĂ€fer, um auf die prekĂ€re Situation dieses alten Berufs hinzuweisen und SchĂ€fer und Schaf zu unterstĂŒtzen.

Nur noch wenige junge Menschen sind bereit, den Berufsweg des BerufsschĂ€fers einzuschlagen, da er lange Arbeitszeiten, wenig Freizeit und keine großen Einkommensaussichten mit sich bringt. So bemerkte Czerkus, dass heutzutage nur noch 10 bis 20 Lehrlinge pro Jahr deutschlandweit eine Ausbildung zum SchĂ€fer beginnen.

Fehlender Nachwuchs mag auch dazu beitragen, dass in der SchĂ€ferei die Intensivhaltung zunimmt. Das schadet auch der biologischen Vielfalt, denn alte Schafrassen eignen sich - wie andere alte Tierrassen und Kulturpflanzen - nicht zur intensiven Produktion. Es gibt nur noch wenige Erzeuger, die sich mit der Zucht alter Rassen von der intensiven Tierhaltung abgrenzen. So steht es zum Beispiel sehr schlecht um die Moorschnucken, eine Schafrasse, die durch das Slow-Food-Projekt der Arche des Geschmacks unterstĂŒtzt wird: 1936 zĂ€hlten 94 Prozent des Gesamtschafbestandes der Moorgebiete Niedersachsens zu den Moorschnucken. 1974 lebten nur noch weniger als 100 registrierte Rassetiere. Obwohl ihre Zahl 2014 bei 3.000 lag, stuft sie die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefĂ€hrdeter Haustierrassen e.V. (GEH) als gefĂ€hrdet ein, denn die Herausforderung liegt weiterhin darin, den Verwandtschaftsgrad zwischen den Tieren nicht zu eng werden zu lassen. Und die SchĂ€fer benötigen ein ausreichendes Einkommen.

Die Moorschnucke, eine unbehornte Schafrasse aus den niedersĂ€chsischen Moorniederungen, ist hervorragend angepasst an das Leben im Moor. Sie ist ein unverzichtbarer Partner bei der Renaturierung der Moore. Indem sie auch Baumschösslinge - zum Beispiel Birken - beweiden, halten sie die Landschaft offen und pflegen so einen Lebensraum fĂŒr viele wilde, vom Aussterben bedrohte einheimische Tier- und Pflanzenarten. Der RĂŒckgang der Moorschnucke ist vor allem aus klimapolitischer Sicht ein großer Verlust. Moore sind ein guter Kohlenstoffspeicher: Sie binden fast doppelt so viel Kohlenstoff wie die WĂ€lder auf unserer Erde.

Wie die Moorschnucke sind die Weiße Gehörnte Heidschnucke und das Alpine Steinschaf vom Aussterben bedroht. Auch sie sind Passagiere der Arche des Geschmacks, dem internationalen Slow-Food-Projekt, das traditionelle Nutztierrassen, Kulturpflanzen und Lebensmittel schĂŒtzt, die vom Verschwinden bedroht sind.

Die Weiße Gehörnte Heidschnucke wurde, Ă€hnlich wie die Moorschnucke, durch Schafrassen ersetzt, die profitabler bei der intensiven Haltung waren. Das Alpine Steinschaf war einst Lieferant von Wolle und Fleisch. Seit den 1960er Jahren wurde es jedoch zu Gunsten von Fleischschafrassen gezielt verdrĂ€ngt. Der Verlust dieser Rasse wirkt sich auf das ganze Ökosystem des bayrischen Alpenraumes aus, wo sie durch ihre einzigartigen Eigenschaften einst zum ökologischen Gleichgewicht beitrug. Aufgrund sehr harter Klauen, guter Trittsicherheit, großer GenĂŒgsamkeit und der guten WetterhĂ€rte sind die Tiere bestens an die rauen Bedingungen im Hochgebirge angepasst. In den extremen Hochlagen, die fĂŒr Rinder oder sogar andere Schafrassen unzugĂ€nglich sind, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung traditioneller Almlandschaften: Die regelmĂ€ĂŸige Abweidung der Schafe fĂŒhrt zu einer Verdichtung des Wurzelgeflechtes der GrĂ€ser, die Grasnarbe verfestigt sich und wird so vor Erosion geschĂŒtzt.

Mit der Arche des Geschmacks setzt sich Slow Food fĂŒr die Erhaltung der BiodiversitĂ€t und der Vielfalt auf unserem Teller ein.
 
 

Sofa vor dem „Fernseher“
 
Sofa vor dem „Fernseher“
Umweltversand WaschbÀr beschenkt erneut den Nistplatz am Mundenhof

Auch in diesem Jahr geht das Weihnachtsgeschenk von WaschbÀr
der Umweltversand im Wert von 3000 Euro an den Nistplatz am
Mundenhof. In der vergangenen Woche ist dort ein neues Kunstwerk
entstanden. Damit Eltern gemĂŒtlich ihren Kindern beim Spielen
zusehen können, gibt es nun eine ganz besondere Sitzgelegenheit.
Aus einem mÀchtigen Eichenstamm aus dem heimischen Forst hat
der KĂŒnstler Hansjörg Palm ein prĂ€chtiges Sofa gestaltet. Direkt vor
dem „Fernseher“ platziert, lĂ€dt es zum Verweilen ein und ist zudem
ein echtes SchmuckstĂŒck.

Die Weiterentwicklung des Erfahrungsfeldes der Sinne am
Mundenhof liegt WaschbÀr sehr am Herzen. Auch das beliebte
sonntÀgliche Stockbrotbacken von April bis Oktober wird durch die
UnterstĂŒtzung des Freiburger Unternehmens ermöglicht. WaschbĂ€r
ist mit einem Sortiment von ĂŒber 7.000 Artikeln der grĂ¶ĂŸte Versender
von Umweltprodukten im deutschsprachigen Raum.
 
 

 
Lehren aus dem Abgasskandal
Typzulassung von Pkw reformieren und reale Emissionen messen

UmweltverbĂ€nde legen Konzept fĂŒr ein modernes Typzulassungsverfahren vor

Als Reaktion auf die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgestellten Maßnahmen zur Reformierung des Typzulassungsverfahrens fĂŒr Pkw haben fĂŒhrende Umwelt-, Verkehrs- und VerbraucherschutzverbĂ€nde heute ein gemeinsames Konzept zur Modernisierung der Genehmigungspraxis vorgestellt. Die Vertreter von BUND, Deutscher Umwelthilfe, Greenpeace, NABU und VCD betonten, dass der gegenwĂ€rtige Abgasskandal nicht nur Ausdruck mutwilliger TĂ€uschungsabsichten auf Seiten der Hersteller sei. Der Skandal zeige auch, dass das bisherige Typzulassungsverfahren seiner Aufgabe nicht gerecht werde und die behördlichen Kontrollinstanzen insgesamt versagt hĂ€tten. Das Konzept der VerbĂ€nde zur Zulassung von neuen Fahrzeugmodellen sieht in Anlehnung an das US-amerikanische Modell eine Kombination aus HerstellererklĂ€rung, unabhĂ€ngigen Kontrollmessungen im realen Fahrbetrieb und empfindlichen Sanktionen bei VerstĂ¶ĂŸen vor. Dieses Modell der Typzulassung sollte die Voraussetzung dafĂŒr sein, dass Automobilhersteller neue Fahrzeugmodelle in Serie produzieren und auf den europĂ€ischen Markt bringen können.

Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik des NABU: „Das Typzulassungsverfahren fĂŒr Neufahrzeuge muss vom Kopf auf die FĂŒĂŸe gestellt werden. Es macht ĂŒberhaupt keinen Sinn, weiterhin an der momentanen Praxis festzuhalten und mit einem riesigen Aufwand Fantasiewerte auf dem PrĂŒfstand zu erzeugen, die keinerlei Aussagegehalt fĂŒr den realen Schadstoffausstoß auf der Straße haben. Uns interessiert einzig die tatsĂ€chliche Emissionsminderung der Fahrzeuge.“ Es sei daher unabdingbar, den realen Schadstoffausstoß von auf dem Markt befindlichen Fahrzeugen mittels sogenannter PEMS-Messungen, einer mobilen Messtechnik zur Auswertung der Abgaswerte, als „Real Driving Emissions (RDE)“ zu erfassen. Selbiges gelte auch fĂŒr die Erfassung des realen Kraftstoffverbrauchs.

Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung der Deutschen Umwelthilfe (DUH), forderte solide Kontroll- und Sanktionsmechanismen, um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu garantieren. „Die Einhaltung geltender Grenzwerte darf nicht lĂ€nger dem Zufall ĂŒberlassen werden. Zu viele StĂ€dte und damit die Menschen leiden unter anhaltend hoher Luftbelastung mit giftigen Stickoxiden. Allein in Deutschland verursacht das Jahr fĂŒr Jahr mehr als 10.000 vorzeitige TodesfĂ€lle. Die Technik zur wirksamen Begrenzung der Emissionen in allen normalen FahrzustĂ€nden ist lĂ€ngst vorhanden. Es gibt keinen Grund, lĂ€nger auf deren verbindlichen Einsatz zu warten.“

Michael MĂŒller-Görnert vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) machte deutlich, dass das neue System auch ein höheres Maß an Transparenz benötige: „Die Kluft zwischen Test- und Realemissionen ist in den letzten Jahren auch deshalb immer grĂ¶ĂŸer geworden, weil zu viel hinter verschlossenen TĂŒren gemauschelt wurde. Wir fordern, dass kĂŒnftig sĂ€mtliche Daten, die die Hersteller fĂŒr die Typgenehmigung ihrer Fahrzeuge angeben, ĂŒber eine öffentliche Datenbank kostenlos zugĂ€nglich gemacht werden. Nach dem Motto: Wer nichts zu verbergen hat, braucht sich nicht zu verstecken. Damit wĂ€re auch die Grundlage dafĂŒr gelegt, dass die EU-Kommission die Arbeit der nationalen Zulassungs- und PrĂŒfbehörden kontrollieren und zu diesem Zwecke eigene Messungen vornehmen kann.“

Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik beim BUND, erinnerte eindringlich an die Notwendigkeit, die tatsĂ€chliche Luftschadstoffbelastung, insbesondere in den StĂ€dten und BallungsrĂ€umen zu senken: „Zu viele StĂ€dte ĂŒberschreiten nach wie vor die bestehenden LuftqualitĂ€tsgrenzwerte; besonders bei den gesundheitsschĂ€dlichen Stickoxiden. Die im Schnitt siebenfache Überschreitung der gesetzlichen Stickoxidgrenzwerte im Realbetrieb bei modernen Diesel-Pkw mit Euro 6-Motor fĂŒhrt nicht zu einer EntschĂ€rfung der Situation in den StĂ€dten, wie mit EinfĂŒhrung der Abgasnorm ursprĂŒnglich erwartet. Wenn die Hersteller den Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeuge nicht tatsĂ€chlich auf das Niveau der Euro-Abgasnormen absenken, sehe ich keine andere Möglichkeit, als Fahrverbote in dicht besiedelten Gebieten auszusprechen. Nur so wĂ€re dann das massive Abgasproblem vor allem beim Diesel in den Griff zu bekommen.“ Geschehe das nicht, seien die LuftreinhalteplĂ€ne der StĂ€dte Makulatur.

Die UmweltverbĂ€nde gehen davon aus, dass ein solches Typzulassungsverfahren sowohl die Kosten der Hersteller als auch die der Behörden reduzieren werde. Denn das jetzige Verfahren sei nicht nur wirkungslos, sondern auch ausgesprochen teuer. DarĂŒber hinaus hĂ€tten sowohl Volkswagen, als auch PSA Peugeot CitroĂ«n angekĂŒndigt, unabhĂ€ngige Abgasmessungen bei ihren Modellen im Realbetrieb vornehmen zu lassen.
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„Vom Ressourcenfieber zur Rohstoffwende. Wie wollen wir leben?“
Online-Dokumentation fĂŒr BĂŒrgerschaft, Vereine, Schulen und andere Interessierte

Zur Veranstaltungsserie „Vom Ressourcenfieber zur Rohstoffwende. Wie wollen wir leben?“ hat der Verein ECOtrinova e.V. jetzt als Information fĂŒr die BĂŒrgerschaft, Vereine, Schulen und andere Interessierte zum Selbststudium eine 80-seitige Übersicht herausgegeben, die bei www.ecotrinova.de online AuszĂŒge mit Kurztexten und zahlreichen Abbildungen aus den 28 VortrĂ€gen dieser Gemein­schaftsreihe des Samstags-Forum Regio Freiburg von ĂŒber 20 Partnern wiedergibt. Die Vortragsdateien und weitere Dokumente sind auch einzeln in voller LĂ€nge ebenfalls unter Samstags-Forum 2015 auf der Webseite verfĂŒgbar. Herausgeber und Mitveranstalter möchten mit den Unterlagen den schonenden und umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen und ebenso den Klimaschutz voranbringen.

Ziel der Informationsaktion ist zudem, Wissen, Werte und Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln fĂŒr zukunfts­fĂ€hige Lebensweisen und fĂŒr den zukunftsfĂ€higen Umbau von Haus, Gemeinde/Stadt und Land und anderswo. Der Umgang mit Rohstoffen aller Art fĂŒr unsere „moderne“ Lebensweise, die zu fieber­haftem Rennen - „Ressourcenfieber“ – und zu vielen Konflikten fĂŒhrt, mĂŒsse dringend zur Nachhal­tigkeit umgestaltet werden, so der ECOtrinova-Vorsitzende und Projektleiter Dr. Georg Löser.


Bei der Veranstaltungs-Serie Samstags-Forum Regio Freiburg im FrĂŒhjahr und Sommer 2015 stellten fĂŒhrende Fachleute etwa vom Öko-Institut e.V., Pioniere und Aktive aus Freiburger Vereinen und Instituten im Hörsaal in der UniversitĂ€t in Freiburg i.Br. und bei FĂŒhrungen internationale und lokale Probleme, Vorbildvorhaben und auch kleine Lösungen vor zu Energie- und anderen Rohstoffen, zur Gewinnung und zum falschen bzw. schonenden Umgang mit diversen Metallen, die fĂŒr die heutige Lebensweise verwendet werden. Weitere Themen sind Wasser, WĂ€lder, Böden und GĂ€rten samt BioabfĂ€llen, FlĂ€chen und Stadtentwicklung, Batterien bis hin zum Elektroschrott, Handy und Smart Phone. Als in der Reihe dargestellte Alternativen dienen u.a. erneuerbare Energien, Energiesparen, Recycling und Wiederver­wendung, sparsamer Umgang mit Rohstoffen, faire Produktion und faire Produkte, Permakultur, sowie nicht zuletzt Suffizienz - ein gutes Leben ohne Verschwendung. Aufgegriffen wurden zudem das UN-Jahr des Bodens, die Woche der Sonne 2015 und andere aktuelle Themen auf lokaler, regionaler bis globaler Ebene. Vereine, Gruppen und Interessierte aus der UniversitĂ€t wurden vernetzt.

Das Projekt „Vom Ressourcenfieber zur Rohstoffwende. Wie wollen wir leben“ wird gefördert aus Mitteln der GlĂŒcksspirale des Ministeriums fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-WĂŒrttemberg sowie vom Stiftungsfonds ECO-Stiftung fĂŒr Energie-Klima-Umwelt, von ECOtrinova e.V. und darĂŒber hinaus durch Ehrenamt.
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Karlsruhe: ObstbÀume schneiden lernen
Stadt Karlsruhe und Bezirksverband der Gartenfreunde bieten wieder Kurse an

ObstbĂ€ume sollten regelmĂ€ĂŸig geschnitten werden, damit sie sich gut entwickeln und viele FrĂŒchte tragen. Das Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe bietet deshalb auch nĂ€chstes Jahr wieder Obstbaumschnittkurse an - in Kooperation mit dem Bezirksverband der Gartenfreunde. Folgende Termine sind geplant, immer freitags um 13.30 Uhr in Kleingartenanlagen: Am 15. Januar Am Reitschulschlag, Lachenweg (Hagsfeld), am 29. Januar in der Schwetzinger Str. 19 (Hagsfeld), am 19. Februar an der Hermann-Schneider-Allee (Daxlanden), am 11. MĂ€rz im Bachenweg (Neureut) und am 18. MĂ€rz an der Fasanengartenmauer (Schlossgarten).

Die Teilnahme an den Kursen ist kostenfrei, sie finden ab einer Zahl von zehn Personen statt. Anmeldung beim Bezirksverband der Gartenfreunde unter Telefon 0721/35 28 80 oder per Mail an info@bvgfdka.de.
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NABU zum Bundesrats-Beschluss Netzausbau
Erdkabel verringern Konflikte mit Natur und Anwohnern

Erdkabelvorrang ersetzt keine umsichtige Planung

Der NABU begrĂŒĂŸt den heutigen Beschluss des Bundesrats, beim Netzausbau kĂŒnftig den unterirdisch verlegten Erdkabeln grundsĂ€tzlich Vorrang zu geben. „Erdkabel sind fĂŒr uns Verbraucher und fĂŒr die Natur oft die bessere Wahl. Im Vergleich zu Freileitungen zerschneiden sie nicht die Landschaft, sie bergen keine Gefahren fĂŒr Vögel und langwierige Diskussionen um den Bau von neuen Trassen werden vermieden. FĂŒr die Energiewende und ihre Akzeptanz ist das ein wichtiger Schritt“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Nach dem Beschluss des Bundestags mĂŒssen neue ĂŒberregionale Gleichstromtrassen, wie das kontrovers diskutierte Vorhaben „SĂŒdLink“, kĂŒnftig voll oder teilweise unter der Erde verlegt werden. Nur in AusnahmefĂ€llen oder bei direkter Forderung von Gemeinden können fĂŒr bestimmte Abschnitte Freileitungen errichtet werden. Dies bedeutet eine 180-Grad-Wende, da der Netzausbau zuvor ausschließlich mit Freileitungen als Standard geplant wurde.

Doch den Vorteilen der Erdkabel fĂŒr die Natur – LebensrĂ€ume bleiben unzerschnitten, keine Kollisionen von Vögeln an Leitungen, keine weithin sichtbaren Freileitungen – stehen auch Risiken gegenĂŒber. „Bei Erdkabeln gilt der Grundsatz, auf direktem Wege durch das Land zu graben. Das darf aber nicht dazu fĂŒhren, dass jedes Schutzgebiet, das im Weg liegt, aufgebuddelt wird. Sonst drohen erhebliche Auswirkungen auf Böden, Vegetation und den Wasserhaushalt“, so Miller. Trotz des nun geltenden gesetzlichen Vorrangs fĂŒr Erdkabel mĂŒssen nach Ansicht des NABU Trassen weiterhin gewissenhaft geplant und nach Standortalternativen gesucht werden. Schließlich entstehen bei der aufwendigen Kabelverlegung 35 bis 45 Meter breite Baustellen. Vorher unzerschnittene WĂ€ldern wĂŒrden von Schneisen durchteilt, die dauerhaft frei von Gehölzen bleiben.

Statt eines grundsĂ€tzlichen Erdkabelvorrangs bei Gleichstromleitungen ist nach Ansicht des NABU auch die ergebnisoffene PrĂŒfung der jeweiligen Übertragungstechnik in den betroffenen Regionen eine praktikable Lösung. Im Flachland bestehen deutlich bessere Voraussetzungen fĂŒr die unterirdische LeitungsfĂŒhrung als im deutschen Mittelgebirge, was sich bei dem entstehenden Eingriff in die Natur und den entstehenden Mehrkosten bemerkbar macht.

Erfreulich ist, dass nun auch im Drehstromnetz mehr Erdkabel möglich werden. So können neben der AnnĂ€herung an Wohnbebauungen auch Konflikte mit dem Artenschutz oder den Schutzgebieten des Natura-2000-Netzes GrĂŒnde fĂŒr den Einsatz von Erdkabeln sein. Dies hatte der NABU durchweg gefordert. Das Änderungsgesetz ermöglicht fĂŒr fĂŒnf konkrete Drehstromplanungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Erprobung der Teilverkabelung, darunter auch die sogenannten OstkĂŒstenleitung bei LĂŒbeck, die vor allem fĂŒr Zugvögel als besonders kritisch zu bewerten ist.

Große Probleme stellen fĂŒr Groß- und Wasservögel bereits bestehende Freileitungen dar, weil sie die Leitungen und vor allem das dĂŒnne Blitzschutzseil ganz oben oft zu spĂ€t erkennen um auszuweichen. Jedes Jahr verenden so Tausende Zug- und Rastvögel, vor allem nachts oder bei Nebel. Hier mĂŒssen sich die Netzbetreiber deutlich mehr ins Zeug legen, um mit sichtbaren Vogelschutzmarkierungen das Problem deutlich zu verringern.
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369 370 371 372 373 


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