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Mittwoch, 21. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU: Neuer Kinofilm zeigt die Bedeutung ursprĂŒnglicher Natur in Europa
Zum Start von "Unsere Wildnis" am 10. MĂ€rz

Deutschland ist noch weit von seinen Wildniszielen entfernt

Einst prĂ€gten große, zusammenhĂ€ngende Wildnisgebiete die Landschaft Europas, doch heute gibt es sie kaum mehr – obwohl wir Menschen und die Natur dringend auf sie angewiesen sind. Im neuen Kinofilm „Unsere Wildnis“, der am 10. MĂ€rz 2016 in Deutschland startet, zeigen die beiden Regisseure Jacques Perrin und Jacques Cluzaud wie atemberaubend vielfĂ€ltig diese LebensrĂ€ume sind und wie eng wir Menschen mit dieser ursprĂŒnglichen Natur verbunden sind.

„Als NABU setzen wir uns dafĂŒr ein, dass in Europa und Deutschland wieder echte Wildnis entstehen und erhalten werden kann. Daher unterstĂŒtzen wir den Film ‚Unsere Wildnis‘, der mit beeindruckenden Bildern fĂŒr den Schutz der Natur in Europa wirbt“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Große und gut vernetzte Wildnisgebiete sind entscheidend fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt. Sie sind echte „Hotspots“ des Lebens: Hier finden Arten einen Lebensraum, die auf die vielen verschiedenen Entwicklungsstadien von Ökosystemen angewiesen sind. Dazu zĂ€hlen unter anderem mehr als 1.500 Pilz- und 1.300 KĂ€ferarten, die alte WĂ€lder mit morschen, zerfallenden BĂ€umen und viel Totholz als Grundlage ihres Lebens benötigen.

Dabei sind sogenannte „UrwĂ€lder von morgen“ – also WĂ€lder, die sich wieder natĂŒrlich entwickeln dĂŒrfen – von besonderer Bedeutung fĂŒr die biologische Vielfalt und uns Menschen. Sie tragen zum Schutz des Klimas bei, zur Erneuerung des Grundwassers und dienen auch als Ort der Erholung und Ruhe. Nach den PlĂ€nen der Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2020 auf ingesamt zwei Prozent der LandesflĂ€che und auf fĂŒnf Prozent der WaldflĂ€che wieder echte Wildnis entstehen. Doch dieses Ziel liegt auch vier Jahre vor Ablauf der Frist noch in weiter Ferne. Der NABU geht derzeit davon aus, dass sich lediglich auf 0,6 Prozent der LandesflĂ€che und auf 1,9 Prozent der WaldflĂ€che die Natur nach ihren eigenen Regeln entwickeln darf.

„Die Bundesregierung und die BundeslĂ€nder mĂŒssen jetzt schnell handeln, um ihre Ziele zur Entwicklung von Wildnis und natĂŒrlichen WĂ€ldern noch rechtzeitig zu erreichen“, forderte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.
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NABU begrĂŒĂŸt Vertagung von Abstimmung ĂŒber Glyphosat-Neuzulassung
NABU-Protestaktion gegen Glyphosat / Foto: NABU / Diana Neumerkel
 
NABU begrĂŒĂŸt Vertagung von Abstimmung ĂŒber Glyphosat-Neuzulassung
Schutz von Mensch und Natur muss an oberster Stelle stehen - Verbot des Unkrautvernichters im Heimbereich ĂŒberfĂ€llig

Der NABU hat die Entscheidung auf EU-Ebene begrĂŒĂŸt, die Neuzulassung des Pflanzengifts zu vertagen, weil bislang keine Mehrheit zustande gekommen ist. Mehrere Mitgliedsstaaten hatten eine Ablehnung angekĂŒndigt und auch Deutschland hatte kein eindeutiges Votum abgegeben, da sich Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium nicht einigen konnten.

Dazu erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Wir begrĂŒĂŸen, dass das Umweltministerium hier seiner Rolle gerecht wird und das Vorsorgeprinzip ernst nimmt. Die Entscheidung ĂŒber die Zukunf von Glyphosat darf kein Spiel auf Zeit sein, um das Mittel im Sommer doch weiter im großen Stil einzusetzen. Die Zulassung von Glyphosat muss solange ausgesetzt werden, bis Risiken fĂŒr Mensch und Natur eindeutig widerlegt sind.“
Die aktuelle Genehmigung des Unkrautvernichters Glyphosat, das von der Gesundheitsorganisation WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird, lĂ€uft noch bis Ende Juni.

UnabhĂ€ngig davon fordert der NABU schon seit langem ein Verbot des Mittels im Haus- und Kleingartenbereich. Miller: „Im Siedlungsraum verschwinden immer mehr wildblumenreiche FlĂ€chen, Wildkrautvielfalt wird einfach weggespritzt und Insekten und Vögeln fehlt die Nahrung. Wer gegen Wildkraut vorgehen will, der sollte zur guten alten Hacke oder einem speziellen Unkrautstecher greifen, und zwar seiner eigenen Gesundheit zuliebe und zum Schutz von Tieren und Pflanzen.“

Glyphosat ist das weltweit am hĂ€ufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel. In Deutschland werden pro Jahr etwa 6.000 Tonnen versprĂŒht, rund 39 Prozent aller AckerflĂ€chen sind mit dem Herbizid behandelt. Der NABU setzt sich seit vielen Jahren fĂŒr ein Verbot von Glyphosat ein. Mit einer Protestaktion hatte der NABU erreicht, dass mehrere BaumĂ€rkte den Verkauf glyphosathaltiger Produkte stoppten. Der NABU appelliert auch an die Online-HĂ€ndler, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und Glyphosat ebenfalls konsequent auszulisten.
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NABU und Alnatura fördern Landwirte bei der Umstellung auf Bio
Bewerbungsphase 2016 gestartet (bis 30. Juni)

Bis zum 30. Juni 2016 haben BĂ€uerinnen und Bauern wieder die Möglichkeit, sich fĂŒr das NABU-Förderprojekt „Gemeinsam Boden gut machen“ der Alnatura Bio-Bauern-Initiative zu bewerben. Der mit bis zu 60.000 Euro pro Betrieb dotierte Förderpreis hat das Ziel, Betriebe bei den hohen Anfangsinvestitionen fĂŒr die Umstellung auf biologische Landwirtschaft zu unterstĂŒtzen.

„Wir möchten erreichen, dass mehr FlĂ€che in Deutschland biologisch bewirtschaftet wird, um den heimischen Tier- und Pflanzenarten einen gesĂŒnderen Lebensraum zu bieten und Böden und GewĂ€sser zu schonen. Deshalb freuen wir uns darauf, bis zum 30. Juni 2016 viele Bewerbungen von zukĂŒnftigen Ökobauern zu erhalten“, sagt NABU BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Gerade der hohe DĂŒngemittel- und Pestizideinsatz hat in den vergangenen Jahrzehnten zu einer zunehmenden Verschlechterung der GewĂ€sserqualitĂ€t und des Bodenlebens gefĂŒhrt. Gleichzeitig ist eine starke Abnahme typischer Feldbewohner, wie dem Feldhamster, dem KampflĂ€ufer und der Feldlerche zu beobachten. Diese negativen Folgen einer industriellen Landwirtschaft können durch einen höheren Anteil ökologisch bewirtschafteter FlĂ€chen verringert und gleichzeitig kann ein grĂ¶ĂŸeres Angebot an regional erzeugten Bio-Lebensmitteln geschaffen werden.

Um sich fĂŒr den Förderpreis zu bewerben, mĂŒssen interessierte Landwirte folgende Voraussetzungen erfĂŒllen: Der gesamte Betrieb muss auf biologische Bewirtschaftung umstellen, er muss sich einem der Bio-AnbauverbĂ€nde anschließen und fĂŒr die Dauer von mindestens fĂŒnf Jahren biologisch produzieren. Bewerben können sich auch bestehende Bio-Betriebe, die einen neuen Betriebszweig aufbauen möchten.

Über die Vergabe des Förderpreises entscheidet ein unabhĂ€ngiger Beirat, bestehend aus Landwirten, Naturschutzexperten, Bio-AnbauverbĂ€nden, Alnatura-Kunden und Wirtschaftsexperten. Vorsitzender des Beirats ist Prof. Hartmut Vogtmann, einer der entscheidenden Wegbereiter des ökologischen Landbaus in Deutschland und Inhaber des bundesweit ersten Lehrstuhls fĂŒr dieses Fachgebiet. Die Höhe des Förderpreises richtet sich nach den jeweiligen Anforderungen und geplanten Maßnahmen des Betriebes.

In der letzten Bewerbungsrunde vom 1.Oktober bis 30. November 2015 wurden aus insgesamt 65 Bewerbungen unterschiedlichster landwirtschaftlicher Sparten 15 Betriebe ausgewÀhlt, die insgesamt mit 430.000 Euro gefördert wurden.

Weitere Informationen zum Preis:
Der Förderpreis der Alnatura Bio-Bauern-Initiative (ABBI) wird seit Anfang 2015 vergeben. Im ersten Förderjahr wurde der Preis vom Deutschen Naturschutzring (DNR), dem Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und UmweltschutzverbĂ€nde, gemeinsam mit Alnatura vergeben. Vom DNR wurden insgesamt zehn Landwirte ausgezeichnet. Seit dem 1. September 2015 hat der NABU die Koordination ĂŒbernommen. Der NABU konnte zur Biofach 2016 in NĂŒrnberg 15 weitere PreistrĂ€ger verkĂŒnden, so dass insgesamt bereits eine FlĂ€che von ĂŒber 3500 Hektar auf ökologischen Landbau umgestellt werden konnte. Der Preis soll jĂ€hrlich vergeben werden.
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Schwerer Störfall im AKW Fessenheim im April 2014
 
Schwerer Störfall im AKW Fessenheim im April 2014
Freiburgs OB Salomon fordert RegierungsprĂ€sidium auf, sofort eine grenzĂŒberschreitende Sitzung einzuberufen

OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon fordert das RegierungsprĂ€sidium auf, sofort eine grenzĂŒberschreitende CLIS-Sitzung einzuberufen. Anlass ist die Berichterstattung in verschiedenen Medien zu einem schweren Störfall des französischen Atomkraftwerks (AKW) Fessenheim vom 9. April 2014.

OB Salomon: „ Es ist unzumutbar, was hier von der französischen Atomaufsicht verschwiegen werden sollte. Wir wollen endlich Klarheit, was vor knapp zwei Jahren genau in Fessenheim passiert ist. Es kann nicht sein, dass wir als betroffene Nachbarn aus den Medien erfahren mĂŒssen, was jenseits des Rheins geschieht. Die Menschen in der Region haben ein Recht auf eine umfassende AufklĂ€rung und Information ĂŒber die Ursachen und den Verlauf des Störfalls.“ Schon seit vielen Jahren fordert OB Salomon die Stilllegung des pannenanfĂ€lligen AKWs in Fessenheim.

Auch UmwelbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik sieht die Lage kritisch: „Wir haben keinerlei Vertrauen mehr in den Betreiber EDF und die französische Regierung. Der jetzt bekannt gewordene Zwischenfall gibt Anlass zu großer Sorge und bestĂ€tigt einmal mehr, dass das AKW Fessenheim ein immenses Gefahrenpotenzial birgt.“

Der Zwischenfall im AKW Fessenheim nahe der deutschen Grenze war demnach gravierender als bislang bekannt. Die französische Atomaufsicht AutoritĂ© de sĂ»retĂ© nuclĂ©aire (ASN) habe den Vorfall im April 2014 gegenĂŒber der Internationalen Atomenergiebehörde heruntergespielt. Ein Wassereinbruch hatte damals die Elektrik beschĂ€digt und zur Abschaltung eines Reaktors gefĂŒhrt. Eine Überschwemmung war die Folge, das Wasser auch in SchaltschrĂ€nke gelaufen und damit offenbar eines der beiden Sicherheitssysteme außer Gefecht gesetzt worden sei. Die Atomaufsicht hatte damals erklĂ€rt, dass der Wassereinbruch keinen Einfluss auf das Funktionieren der Sicherheitssysteme gehabt habe.

Das 1978 in Betrieb genommene AKW Fessenheim ist inzwischen der Ă€lteste französische Reaktor. Nach heutigem technischen Stand gibt es viele Fragen zur Sicherheit der Anlage hinsichtlich Schutz vor möglichen Erdbeben, Überschwemmungen, FlugzeugabstĂŒrzen oder terroristischen Angriffen.

CLIS ist die AbkĂŒrzung von „Commission Locale dÂŽInformation et de Surveillance“ einem regionalen Ausschuss zur Beobachtung und Überwachung öffentlichkeits- und sicherheitsrelevanter Projekte und Anlagen. In der CLIS des elsĂ€ssischen AKWS Fessenheim haben auch Vertreter aus Deutschland und der Schweiz einen Sitz.

Zudem ist die Stadt Freiburg bereits seit vielen Jahren Mitglied im TRAS, der Trinationale Atomschutzverband am Oberrhein. Der 2005 in Basel gegrĂŒndete Zusammenschluss von Gemeinden, Kantonen und VerbĂ€nden will die Region vor den Gefahren des AKW Fessenheim schĂŒtzen. Vor allem mit juristischen Mitteln soll die Stilllegung des Reaktors erreicht sowie der Bau eines Nachfolgekraftwerks verhindert werden.

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Baden-WĂŒrttembergs Umweltminister Franz Untersteller bittet Frankreich um Klarstellung, wann das Kernkraftwerk Fessenheim vom Netz geht

Irritationen wegen Medienberichten ĂŒber angeblich neue Erkenntnisse zu einem Störfall am 9. April 2014

Franz Untersteller: „Das Kernkraftwerk in Fessenheim erweist sich immer wieder als Sicherheitsrisiko. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Abschaltung stĂ€ndig nachverhandelt wird.“

Umweltminister Franz Untersteller hat sich in einem Schreiben an die französische Umweltministerin SégolÚne Royal gewandt und sie aufgefordert, die Stilllegung des Atomkraftwerks in Fessenheim nicht nochmals weiter zu verschieben.

Das Kraftwerk steht unmittelbar an der Grenze zu Baden-WĂŒrttemberg, von einem Reaktorunfall wĂ€re die Bevölkerung im Oberrheingebiet voraussichtlich am stĂ€rksten betroffen.

Gerade heute (04.03.) berichten verschiedene Medien ĂŒber angeblich neue Erkenntnisse zu einem Zwischenfall in Fessenheim vom 9. April 2014. Damals war bei einem Wassereinbruch Wasser durch die Decke in einen Leitschrank geflossen und hatte einen Strang der Reaktornotabschaltung lahm gelegt. Dazu sagte Franz Untersteller: „Was uns bisher durch die Aufarbeitung des Ereignisses 2014 bekannt ist, deckt sich nicht mit den zum Teil dramatisch klingenden Beurteilungen des Zwischenfalls in den Medien. Wenn es aber neue Erkenntnisse zu diesem Zwischenfall geben sollte, wollen wir informiert werden und werden dem nachgehen! Klar ist, dass Fessenheim nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht, es gibt nur unzureichenden Schutz gegen interne Überflutungen und es gibt zu wenig Redundanzen, also unabhĂ€ngig arbeitende Notsysteme.“

Untersteller erinnerte daran, dass er erst Anfang des Jahres ein Gutachten zur Sicherheit des Kernkraftwerks Fessenheim vorgelegt und auch an SĂ©golĂšne Royal geschickt habe. „Dieses Gutachten hat erneut bestĂ€tigt, dass Fessenheim besser heute als morgen vom Netz genommen werden muss. Die beim Stresstest analysierten Sicherheitsreserven sind deutlich geringer als bei den in Deutschland noch vorĂŒbergehend betriebenen Kernkraftwerken und der Weiterbetrieb ist ein unzumutbares nukleares Sicherheitsrisiko.“

Bei dieser Sicherheitsbeurteilung sei es „nicht nachvollziehbar, dass die fĂŒr spĂ€testens FrĂŒhjahr 2017 versprochene und dringend notwendige Abschaltung des Kernkraftwerks Fessenheim laufend verschoben wird“, schrieb der baden-wĂŒrttembergische Umweltminister an Royal.

Er bezog sich dabei auf Äußerungen des Kraftwerkbetreibers EDF, die befĂŒrchten lassen, dass sich die Stilllegung noch um bis zu drei Jahre verzögern könnte. Die EDF hatte Bauverzögerungen am neuen Reaktorblock 3 des Kernkraftwerks in Flamanville an der französischen ÄrmelkanalkĂŒste angekĂŒndigt. Die französische Regierung wiederum hatte vor einigen Monaten bereits das Aus von Fessenheim zeitlich an die Inbetriebnahme des neuen Reaktors Flamanville gekoppelt.

Franz Untersteller: „Frankreichs StaatsprĂ€sident Hollande hatte die Abschaltung in seiner jetzigen Amtsperiode, also bis spĂ€testens FrĂŒhjahr 2017 angekĂŒndigt, vergangenes Jahr kam das Jahr 2018 als Stillegungsjahr ins GesprĂ€ch – und jetzt geht es offensichtlich um 2020. Diese laufende Verschiebung ist irritierend, und sie ist ein Risiko. Ich erhoffe mir eine klare und dann auch verlĂ€ssliche Aussage der französischen Umweltministerin.“
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ÖKO-TEST BabyfeuchttĂŒcher
Das ÖKO-TEST-Magazin MĂ€rz 2016 gibt es seit dem 25. Februar 2016 im Zeitschrift
 
ÖKO-TEST BabyfeuchttĂŒcher
Um BabyfeuchttĂŒcher haltbar zu machen, greifen manche Hersteller teilweise zu gesundheitsgefĂ€hrdenden Konservierern wie das in der EU seit 2015 in Kosmetik verbotene PHMB. Darauf macht das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST in der aktuellen MĂ€rz-Ausgabe aufmerksam. Zum GlĂŒck gibt es auch einige „sehr gute“ und „gute“ Produkte.

Liest man die Versprechen der Anbieter auf den Packungen, gewinnt man den Eindruck, BabyfeuchttĂŒcher seien so ziemlich das Zarteste, Reinste und Beste, was man der Babyhaut im Windelbereich bieten kann. ÖKO-TEST hat nun 43 Produkte ins Labor geschickt und kommt jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis: Viele Marken enthalten neben Wasser eine Vielzahl von ZusĂ€tzen, die am Babypo nichts verloren haben.

Die ZusĂ€tze sorgen dafĂŒr, dass die TĂŒcher nicht so schnell schimmeln oder austrocknen. Acht der Produkte im Test wurden etwa mit Polyaminopropyl Biguanide (PHMB) konserviert. Das ist jedoch als Gefahrstoff (CMR2) eingestuft, also eine jener Substanzen, die als krebserzeugend, erbgutverĂ€ndernd und/oder fortpflanzungsgefĂ€hrdend bewertet sind. Es besteht zudem der Verdacht, dass PHMB beim Einatmen giftig ist. Die betreffenden Hersteller haben jedoch mittlerweile angekĂŒndigt, dass sie PHMB aus der Rezeptur genommen haben oder dies demnĂ€chst tun werden.

In fast der HĂ€lfte der Produkte stecken zudem problematische Inhaltsstoffe wie PEG/PEG-Derivate oder halogenorganische Verbindungen. Auch Produkte mit der Auslobung „sensitiv“ schĂŒtzen Verbraucher nicht vor ĂŒbler Chemie. Zwar zeigen die Laborergebnisse, dass diese Marken kein ParfĂŒm enthalten, sie sind jedoch nicht frei von Problemstoffen.

ÖKO-TEST rĂ€t Eltern deshalb, statt FeuchttĂŒcher besser einen Waschlappen zu verwenden. Das ist hautfreundlicher und belastet zudem die Umwelt nicht.
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Der Mundenhof stellt sein Jahresprogramm vor
Umbau der Exotischen Mitte, neuer Bienengarten, Angebote fĂŒr FlĂŒchtlinge

Neuer Rekord: 2015 kamen 370.000 Besucher

Der Mundenhof ist und bleibt ein PhÀnomen. Die Besucherzahlen in
Freiburgs Naturerlebnispark steigen seit Jahren kontinuierlich. Auch
2015 gab es mit 370.000 Besuchern einen Rekord. Dies erstaunt
umso mehr, als das vergangene Jahr viel Schwimmbadwetter bot
und dann die Besucherzahl am Mundenhof in der Regel zurĂŒckgeht.

Was 2016 auf den Mundenhof und das Publikum zukommt, hat sein
Leitungs-Duo, Susanne Eckert und Berno Menzinger, heute auf einer
Pressekonferenz vorgestellt. Dabei hob Burgbacher hervor: „Wir
freuen uns ĂŒber den ungebremsten Zuspruch und sehen unsere
Aufgabe in einer behutsamen Weiterentwicklung des GelĂ€ndes.“

RĂŒckblick 2015
KonTiKi (Kontakt Tier-Kind) hat sein 25-jÀhriges JubilÀum im
vergangenen Juli mit Freunden und Ehemaligen gebĂŒhrend gefeiert.
LĂ€ngst ist es zur wichtigen Einrichtung der Umweltbildung gereift. Ins
KonTiKi-Nachmittagsangebot kamen wieder ĂŒber 4.000 Kinder und
Jugendliche, im Schnitt 38 Kinder pro Nachmittag. Ein Viertel davon
sind Jungs. Zudem kamen 85 Schulklassen mit 1.600 SchĂŒlern,
davon 55 Klassen aus Freiburg und 30 aus dem Umland/Landkreis.
In den Schulferien fanden an zehn Wochen Freizeiten mit 25 bzw. 50
Kindern statt. Am beliebtesten bleiben natĂŒrlich die ganztĂ€gigen
KonTiKi-Freizeiten, die immer unter einem schönen Motto stehen.

Mit dem Tod von Joschi am 9. Juni ging die Ära der BĂ€renhaltung auf
dem Mundenhof zu Ende. Joschi musste wegen fortgeschrittener
Arthrose und Hodentumor eingeschlÀfert werden. Die BÀren waren
ein Publikumsmagnet gewesen, gleichzeitig war jedoch klar, dass sie
auf dem Mundenhof unter den gegebenen Bedingungen nicht
artgerecht zu halten sind. Nun wird das Gehege umgebaut, damit im
Herbst zwei Buntmarder in die Exotische Mitte einziehen können.

Neben anderen TodesfÀllen musste der Mundenhof auch den Verlust
von zwei geliebten Kamelstuten hinnehmen. DafĂŒr sorgten die
ErdmĂ€nnchen beim Nachwuchs fĂŒr Furore. Um die Gruppe zu
verjĂŒngen, war 2014 ein ErdmĂ€nnchen-MĂ€nnchen vom Zoo in
Kaiserslautern integriert worden. Groß war dann die Überraschung,
als im Mai dieses MĂ€nnchen zwei Erdkindchen gebar. Als Jungtier
ins Tiergehege gekommen, war das „MĂ€nnchen“ in Wahrheit stets
ein Weibchen gewesen. Zur Entschuldigung ist zu sagen, dass die
Geschlechtsbestimmung bei jungen ErdmÀnnchen nicht einfach ist.


Die VerjĂŒngung der Wollschweine trug FrĂŒchte. Sechs gesunde
Wollschweinbabys kamen letzten Februar auf die Welt. Und gerade
sind die Damen wieder bei Frederik zu Besuch, von dem gesichert
ist, dass er ein „MĂ€nnchen“, sprich: Eber ist.

Ausblick 2016
Ohne die UnterstĂŒtzung der Fördergemeinschaft wĂ€re die hohe
bauliche QualitÀt im Tiergehege nicht aufrecht zu erhalten, wie
Susanne Eckert und Berno Menzinger von der Mundenhof-Leitung
heute hervorhoben. Besonders wichtig war die Finanzspritze fĂŒr die
Weiterentwicklung des Betriebshofs. Der neue Spaltenbodenstall ist
errichtet, die kĂŒnftige FutterkĂŒche im Alten Ochsenstall hat ein neues
KĂŒhlhaus, jetzt wird das Dach neu gedeckt. Wenn der Innenausbau
abgeschlossen ist, wird die FutterkĂŒche noch dieses Jahr bezogen.

Mehr Farbe ins Gehege – aus ökologischen wie optischen GrĂŒnden
sollen auf dem Mundenhof bald PflanzflÀchen mit einer hohen
Artenzahl entstehen. Ein Baustein davon ist der neue Bienengarten,
der am 5. Juni der Öffentlichkeit ĂŒbergeben wird.

Derzeit hĂ€lt eine andere Großbaustelle die Mundenhofer auf Trab,
weil tĂ€glich neue Löcher fĂŒr die Wasserleitung entlang des
Hauptweges gebaggert werden. Seit langem stand diese Arbeit an,
jetzt wird sie mit UnterstĂŒtzung der Badenova entschlossen
angegangen. Außerdem haben die vorbereitenden Arbeiten
begonnen, um den Mundenhof mit FernwÀrme zu versorgen.

Derzeit wohnen etwa 200 GeflĂŒchtete in zwei Zelten auf dem
benachbarten ZMF-GelÀnde. Der Mundenhof bietet ihnen jeden
Montag und Freitag ein niederschwelliges Programm an. Dazu
zĂ€hlen SpaziergĂ€nge ĂŒber den Hof, Fußballspiele oder Stockbrot
backen am Lagerfeuer. Wöchentlich kommen neue Menschen dazu.
Bis April sollen alle Personen einen neuen Wohnort in Freiburg und
Umgebung haben, damit das ZMF wie geplant stattfinden kann.
 
 

 
130.000 Bunte Meter fĂŒr den Vogel des Jahres 2016 gesammelt
Lebensraum fĂŒr den Stieglitz sichern

130.000 „Bunte (Quadrat)-Meter“ haben Menschen aus ganz Deutschland bis Ende Februar 2016 dem NABU gemeldet.
Gleichzeitig mit der VerkĂŒndung des „Vogel des Jahres 2016“ im Oktober vergangenen Jahres hatte der NABU die Aktion„Bunte Meter fĂŒr Deutschland“ gestartet.

Ziel der Aktion ist es neue LebensrĂ€ume zu schaffen, zum Beispiel durch das Anlegen und Erhalten von giftfreien FlĂ€chen im eigenen Garten. Denn LebensrĂ€ume und damit ihre Nahrungsgrundlagen werden fĂŒr den Stieglitz zunehmend knapp. Im Siedlungsraum verschwinden staudenreiche BrachflĂ€chen, öffentliches und privates GrĂŒn wird zu intensiv gepflegt, Wildkrautvielfalt gar weggespritzt. Aber auch andere Arten profitieren von den angelegten „wilden“ Ecken. Nahrung finden Vögel aber auch auf „erhaltenen“ Bunten Metern wie unbehandelten Ackerrandstreifen oder öffentlichen GrĂŒnflĂ€chen.

212 Teilnehmer haben bislang an der Aktion teilgenommen. Darunter sind sowohl NABU-Aktive, als auch PrivatgÀrtner, Kommunen oder Landwirte. Spitzenreiter sind die LÀnder Niedersachsen mit mehr als 47.000 Quadratmeter, gefolgt von Bayern (rund 30.000 Quadratmeter) und Hessen (14.000 Quadratmeter). Rund 70 Prozent sind neu angelegte und ein Drittel erhaltene LebensrÀume.
33 Prozent davon befinden sich im Agrarraum, 30 in GÀrten und 27 im öffentlichen Bereich.
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NABU: Zu viele Rohstoffe werden verschwendet
Brillante Leitideen im Ressourceneffizienz-Programm, dĂŒrftige Umsetzung

Der NABU hat dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Programm zum Schutz der natĂŒrlichen Ressourcen (ProgRess II) brillante Leitideen bestĂ€tigt, kritisiert aber eine klaffende LĂŒcke bei den notwendigen Maßnahmen. Nach den Leitideen sollen Innovationen und Chancen genutzt werden, um ökologische Grenzen beim weltweiten Wirtschaften einzuhalten, indem der Fokus auf LebensqualitĂ€t und nicht auf Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gelegt wird.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Deutschland braucht kein weiteres Förderprogramm fĂŒr mittelstĂ€ndische Betriebe, sondern eine Idee und konkrete Maßnahmen, die den Naturverbrauch verringern. Genau das bleibt an vielen Stellen unberĂŒcksichtigt. Wer den Indikator ‚Rohstoffverbrauch pro Einwohner‘ auf den letzten DrĂŒcker aus dem Programm herausstreicht, handelt verantwortungslos.“ Nur was messbar sei, könne auch zielsicher beeinflusst werden. Es sei Teilen der Bundesregierung offensichtlich wichtiger, die Ideologie des Wirtschaftswachstums unangetastet zu lassen, als Informationen ĂŒber einen verschwenderischen Lebensstil zu sammeln und diesen zum Wohle aller zu beeinflussen.

Nach EinschĂ€tzung des NABU ist ProgRess II darĂŒber hinaus finanzpolitisch weit hinter den Notwendigkeiten zurĂŒckgeblieben. So finden sich weder SteuerermĂ€ĂŸigungen fĂŒr umweltschonende Produkte, noch Fördervorhaben fĂŒr gemeinschaftliche und ressourcenschonend Konsumformen. Ähnliche Maßnahmen gibt es fĂŒr das produzierende Gewerbe seit Jahren.

„Dass sĂ€mtliche politische GestaltungsansĂ€tze unter den Haushaltsvorbehalt der zustĂ€ndigen Ministerien gestellt sind, schwĂ€cht die Wirkung des Programms. So hĂ€ngt es vom Gusto von Ministern ab, ob die öffentliche Hand zukĂŒnftig auf Ressourcenschonung setzt. Und: der aufkommensneutrale Umbau des Steuersystems hin zur Besteuerung von Rohstoffverbrauch ist noch nicht einmal in Forschungsvorhaben vorgesehen. Das lĂ€sst das Desinteresse der Regierung an einem gesunden Mix von ressourcenpolitischen Instrumenten in der Marktwirtschaft offensichtlich werden“ so NABU-Leiter Ressourcenpolitik Benjamin Bongardt. Positiv sei, dass im letzten Jahr erstmalig eine NachhaltigkeitsprĂŒfung der staatlichen Subventionen durchgefĂŒhrt wurde. Diese sei der Öffentlichkeit allerdings weitgehend unbekannt. Eine zusĂ€tzliche Chance sei, dass Steuerentlastungen fĂŒr Unternehmen vorgesehen sind, die Ressourcenschonung in ihr Umweltmanagementsystem integrieren.

Weitere Kritikpunkte des NABU am Ressourceneffizienz-Programm der Bundesregierung:

· Einen Bruch mit der Systematik des Programms vollzieht das Kabinett, indem es Ressourceneffizienz im Baubereich gĂ€nzlich uminterpretieren lĂ€sst. Dort sollen zukĂŒnftig simple betriebswirtschaftliche ProduktivitĂ€tssteigerungen die Ressourceneffizienz auf dem Papier steigen lassen können, selbst wenn kein Gramm Rohstoff eingespart wird.
· Die bekannte Nutzungskonkurrenz zwischen energetischer und stofflicher Nutzung von Pflanzen bleibt unerwÀhnt, obwohl eine nachhaltige Landnutzung mit einem stumpfen Ausbau der stofflichen Nutzung von Biomasse nicht leicht zu bewerkstelligen ist.
· Die verbliebenen Indikatoren, die zur ÜberprĂŒfung des Programms beschlossen wurden, formulieren teilweise lediglich ein Ziel fĂŒr das Jahr 2020 oder 2030, ohne dass Perspektiven darĂŒber hinaus adressiert werden bzw. Zwischenziele ausgegeben werden.
· Der Bundesregierung gelingt es mit ProgRess nicht, andere Politikstrategien und Programme auf Ressourcenschonung auszurichten. Eine entsprechende PrĂŒfung der High-Tech Strategie, der Rohstoffstrategie, des Programms fĂŒr nachhaltigen Konsum sowie des Abfallvermeidungsprogramms hĂ€tte als leichte Maßnahme innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden können.
· Mindest- und Informationsanforderungen an Produzenten waren in den Entwurfsversionen zu ProgRess II vorgesehen und im Einklang mit aktuellen Verbesserungsanstrengungen bei der Fortentwicklung der EU-Ökodesignrichtlinie. Dazu zĂ€hlen Vorgaben zur Erhöhung derMaterialeffizienz, Lebensdauer, RecyclingfĂ€higkeit. Nun sollen sie nur noch geprĂŒft werden, was eigentlich schon lĂ€ngst auf EU-Ebene abgeschlossen ist.
· Das PrĂ€mien- und Bonuszahlungen in Unternehmen zukĂŒnftig an Umweltschutz- und Ressourcenschonungsziele geknĂŒpft werden sollen, findet sich nicht mehr im Programm wieder. Gleiches gilt fĂŒr die eigentlich ĂŒberfĂ€llige Pflicht fĂŒr Unternehmen, ĂŒber ihre Ressourcenschonungsperformance in den GeschĂ€ftsberichten zu informieren, um Anlegern eine Investition in nachhaltige Unternehmen zu ermöglichen.
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