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Dienstag, 21. August 2018
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Verschiedenes

 
Lebensraum fĂŒr Bienen in der Freiburger Innenstadt
Der Naturschutz, das Waldhaus Freiburg und die StĂ€dtischen Museen gehen gemeinsam neue Wege – und erobern neue PlĂ€tze. Erster Schau-Platz dieser Zusammenarbeit wird dabei der Augustinerplatz sein. Mit NistkĂ€sten und PflanzkĂŒbeln gestalten geflĂŒchtete Kinder und Jugendliche nĂ€mlich in zwei Projektwochen eine bienenfreundliche Umgebung mitten in der Gerberau.

Ab Montag, 12. MĂ€rz, bereiten 27 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aus Klassen fĂŒr geflĂŒchtete und eingewanderte Kinder der Lessing-Realschule und der Karlsschule mit Projektleiter Fynn Zimmermann vom Waldhaus die Aktion vor. Am Freitag, 23. MĂ€rz, stellen sie dann die PflanzkĂŒbel vor dem Museum Natur und Mensch auf und befĂŒllen die NistkĂ€sten. So wird sich der Platz vor dem Museum schon in einen Naturerfahrungsraum verwandeln, bevor ab dem 10. Mai die Familienausstellung „Mensch Biene!“ im Museum Natur und Mensch zum Mitmachen und Mitdenken einlĂ€dt.

Das Projekt „Naturrefugien schaffen, Vielfalt fördern“ bereichert seit Mai 2017 die Angebotspalette des Waldhauses. Es wird von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-WĂŒrttemberg gefördert und wendet sich gezielt an Kinder aus sogenannten Vorbereitungs- und VABO-Klassen (Vorbereitung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse).

Junge Menschen, die selber als Schutzsuchende gekommen sind, erhalten hier die Möglichkeit, NaturrÀume zu gestalten und zu pflegen. Damit tragen sie zum Schutz von Tieren und Pflanzen bei, erweitern bei der gemeinsamen Arbeit ihre Sprachkenntnisse und erfahren ihre eigene GestaltungsfÀhigkeit.
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Streuobstvermarkter kritisieren falsche Angaben der LĂ€nder zum Obstbau
Bio-Streuobstbau ist Zukunft und Chance / Lingener ErklÀrung der Streuobst-Vermarkter

Lingen/Ems – In einer Resolution „Lingener ErklĂ€rung zum Streuobstbau" fordern die deutschen Streuobst-Aufpreisvermarkter, die sich vom 2. bis 4. MĂ€rz zum fĂŒnften Mal bundesweit zu einer Fachtagung trafen, in Statistiken und öffentlichen Darstellungen des Bundes und der LĂ€nder korrekte Angaben zum Obstbau. Bislang existieren nur unvollstĂ€ndige Angaben, die den Plantagenobstbau betreffen.

In Deutschland gibt es bei Äpfeln, Birnen, Kirschen und Pflaumen 29.750 Euro Hektar zertifizierten Bio-Obstbau, aufgeteilt in 22.000 Hektar hochstĂ€mmigen Bio-Streuobstbau und in 7.750 Hektar Bio-Plantagenobstbau. Diese Angaben der Agrarmarkt -Informationsgesellschaft AMI wurden erstmals bei der NABU-Fachtagung „Mehr Genuss als Verdruss – Zur Zukunft des Streuobstbaus“ im niedersĂ€chsischen Lingen vorgestellt.

„74 Prozent der 29.750 Hektar Bio-ObstbauflĂ€chen Deutschlands sind Streuobstwiesen. Nur ein gutes Viertel sind die in den amtlichen Statistiken benannten FlĂ€chen des so genannten ‚Marktobstbaus‘ in den Plantagen. In den Statistiken der LĂ€nder und der statistischen LandesĂ€mter wie auch auf Bundesebene werden leider regelmĂ€ĂŸig irrefĂŒhrende oder falsche Angaben gemacht,“ kritisiert Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, der die bundesweiten Tagungen der Streuobst-Aufpreisvermarkter seit 1996 zum fĂŒnften Mal ausgerichtet hat. Dasselbe gelte fĂŒr den Obstbau generell: Die ObstanbauflĂ€che fĂŒr Baumobst in Deutschland liegt bei ca. 350.000 Hektar. Davon sind nach NABU-SchĂ€tzungen ca. 300.000 Hektar StreuobstbestĂ€nde und ca. 50.000 Hektar ­– und damit nur rund 14 Prozent – Plantagenobstbau. „Nur diese relativ kleine FlĂ€che wird aber in den Angaben der LĂ€nder und Statistischen LandesĂ€mter als Obstanbau dargestellt. Das geht sowohl fĂŒr den Obstanbau insgesamt als auch fĂŒr den Teilbereich des Erwerbsobstbau weit an der RealitĂ€t vorbei“, so Rösler.

Bundesweite Vorreiter sind Baden-WĂŒrttemberg mit 9.093 Hektar Bio-Streuobstbau und damit 41 Prozent sowie Bayern mit 8.460 Hektar Bio-Streuobstbau und damit 38 Prozent des bundesweiten Bio-Streuobstbaus. Dort wird die Erwerbsfunktion des Streuobstbaus besonders deutlich, denn die Umstellung auf zertifizierten Bio-Anbau mit höheren Kontrollkosten und höherem Verwaltungsaufwand erfolgt im Regelfall nur bei gewerblichem Interesse. Dabei geht es laut Rösler hauptsĂ€chlich um die Produktion von Streuobst-GetrĂ€nken, die hochpreisig sowohl regional, aber auch international Richtung Benelux sowie den Britischen Inseln vermarktet werden.

Insgesamt 19 Forderungen, insbesondere an Bund und LĂ€nder formulieren die Streuobst-Aufpreisvermarkter in der „Lingener ErklĂ€rung zum Streuobstbau“.
Neben genauen Angaben zu Obstbau-FlÀchen fordern sie eine alle zehn Jahre zu wiederholende bundesweit einheitliche Erhebung des Streuobstbaus, ein internationales Streuobst-Kompetenz-Zentrum des Bundes, die Umsetzung der nationalen BiodiversitÀtsstrategie mit dem Ziel, die StreuobstbestÀnde um zehn Prozent auszuweiten, die bundesweite Unterschutzstellung der StreuobstbestÀnde und formulieren umfassende VorschlÀge im Bereich der Förderprogramme von Bund und LÀndern.

FĂŒr die AnbauflĂ€che der Bio-StreuobstbestĂ€nde in Deutschland gibt es laut Angaben der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft AMI eine stark steigende Tendenz ĂŒber die derzeit 22.000 Hektar hinaus. Diese FlĂ€chen wurden nach Angaben der Streuobst-Vermarkter meist aus gewerblichen GrĂŒnden umgestellt, sind also als FlĂ€chen des Erwerbsobstbaus anzusehen und in den Statistiken der LĂ€nder und des Bundes entsprechend zu fĂŒhren. Vergleichbares gelte fĂŒr die StreuobstbestĂ€nde, die im Rahmen der Streuobst-Aufpreisvermarktung und der Kleinbrennerei konventionell bewirtschaftet werden. Leider sind alle diese Zahlen bei den BundeslĂ€ndern derzeit weitgehend unbekannt. So entsteht aufgrund von Veröffentlichungen der Ministerien und statistischen Ämter ein auf Obst-Plantagen reduzierter und damit völlig falscher Eindruck vom Erwerbsobstbau in Deutschland.

Streuobstwiesen gehören mit ihrer Arten- und Sortenvielfalt zu den LebensrĂ€umen mit der höchsten biologischen Vielfalt in ganz Europa und in Deutschland. Nach SchĂ€tzungen des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst gibt es aktuell rund 300.000 Hektar Streuobstwiesen in Deutschland und etwa 1,5 Millionen Hektar in Europa. Zugleich sind sie mit ĂŒber 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie ĂŒber 3.000 Obstsorten Hotspots der Biologischen Vielfalt fĂŒr ganz Europa. In Deutschland befinden sich nach NABU-SchĂ€tzung rund 20 Prozent der europĂ€ischen StreuobstbestĂ€nde, im Vorland der SchwĂ€bischen Alb mit rund 30.000 Hektar das grĂ¶ĂŸte Obstanbaugebiet Europas.

Bundesweit gibt es rund 120 Streuobstvereine, BUND- und NABU-Gruppen, LandschaftspflegeverbĂ€nden sowie Tausende landwirtschaftlicher Bio-Betriebe, die sich in Kooperation mit Keltereien und Mostereien faire Preise fĂŒr die Bewirtschafter von StreuobstbestĂ€nden zum Ziel setzen. Sie erzeugen jĂ€hrlich 100.000 Tonnen Streuobst, was zu ca. 75 Millionen Liter GetrĂ€nken verarbeitet wird, darunter ĂŒber zehn Prozent der deutschen Apfelsaftproduktion.

Der niedersĂ€chsische Umweltminister Olaf Lies hatte in einem Grußwort die ökologische, ökonomische und kulturelle Bedeutung des Streuobstbaus betont und zugesagt, sich fĂŒr die Erhaltung und Förderung der Streuobstwiesen in Niedersachsen einzusetzen.

„Lingener ErklĂ€rung zum Streuobstbau“, Infos und Service-Leistungen zum Thema Streuobst und Obstsorten ...
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Mindestens ein Drittel der Insektenarten in Deutschland sind gefÀhrdet
80 Prozent von 33.000 in Deutschland vorkommenden Insektenarten werden erst gar nicht ĂŒber die Rote Liste erfasst

Berlin – Eine aktuelle Auswertung durch den NABU zeigt, dass 33 Prozent aller auf der bundesweiten Roten Liste aufgefĂŒhrten Insektenarten (7367 Arten sind erfasst) als gefĂ€hrdet oder ausgestorben eingeordnet sind. Schmetterlinge und Wildbienen sind davon ebenso betroffen wie Schwebfliegen, LaufkĂ€fer oder Heuschrecken.

Wie gravierend der InsektenrĂŒckgang tatsĂ€chlich ist, lĂ€sst sich dabei nur schwer einschĂ€tzen. Der Grund: Es mangelt an Daten. So wurden neun Prozent der gelisteten Arten noch gar nicht bewertet, da zu ihnen nur unzureichende Daten vorliegen. Doch viel beunruhigender ist, dass von den etwa 33.000 in Deutschland vorkommenden Insektenarten nahezu 80 Prozent ĂŒberhaupt nicht auf der Roten Liste stehen – ĂŒber einen Großteil der Insekten liegen demnach keinerlei Daten vor.

Die kĂŒnftige Bundesregierung muss das im Koalitionsvertrag aufgenommene „Aktionsprogramm Insektenschutz“ zĂŒgig mit konkreten Maßnahmen in die Tat umsetzen. Des weiteren muss ein dauerhaft und bundesweit angelegtes Monitoring-Programm ins Leben gerufen werden, damit das Wissen ĂŒber den Zustand von Insekten und die genauen Ursachen ihres RĂŒckgangs erforscht werden können.

Wer sich auf politischer Ebene fĂŒr Insekten engagieren will, kann an der öffentlichen Konsultation zur EU-BestĂ€uber-Initiative teilnehmen. Der NABU hat hierzu eine AusfĂŒllhilfe bereitgestellt ...
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Mitbewohner im GrĂŒnen gesucht!
Rotkehlchen auf Holunder / Foto: Mathias SchÀf
 
Mitbewohner im GrĂŒnen gesucht!
NABU und IKEA starten Gewinnspiel fĂŒr naturnahes GĂ€rtnern

Berlin/Hofheim-Wallau – Garten und Balkon sind nicht nur fĂŒr Menschen grĂŒne Oasen. Auch Hummeln, Schmetterlinge und Vögel fĂŒhlen sich dort wohl, wenn sie Nahrung, Nistmöglichkeiten und Verstecke finden. Damit HobbygĂ€rtner ihr grĂŒnes Wohnzimmer möglichst insekten- und vogelfreundlich gestalten, startet der NABU unterstĂŒtzt von IKEA das Gewinnspiel „Mitbewohner im GrĂŒnen gesucht“. Mitmachen kann man vom 5. MĂ€rz bis zum 20. April 2018.

Zu gewinnen gibt es zwei Umgestaltungen von Garten oder Balkon durch Naturgarten-Profis im Wert von jeweils bis zu 2000 Euro. Dabei wird ein Teil des heimischen GrĂŒns in ein naturnahes Paradies verwandelt. So werden beispielsweise Akelei, Storchenschnabel oder heimische ObstbĂ€ume gepflanzt, die Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum bieten. Davon profitiert auch der GĂ€rtner, denn diese kleinen Gartenmitbewohner sind nicht nur hĂŒbsch anzusehen, sondern auch nĂŒtzlich. Wildbienen helfen beim BestĂ€uben von Obst und GemĂŒse, Vögel sind fleißige SchĂ€dlingsbekĂ€mpfer.

„Jeder HobbygĂ€rtner kann etwas fĂŒr die biologische Vielfalt tun”, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Wenn GĂ€rten und Balkone naturnah gestaltet werden, können sie zu wichtigen RĂŒckzugsrĂ€umen fĂŒr Tiere und Pflanzen werden.“

„Der NABU unterstĂŒtzt IKEA schon seit vielen Jahren bei der Standortauswahl und berĂ€t uns zur Gestaltung unserer Außenanlagen. Die Erhaltung der Artenvielfalt spielte dabei immer eine Rolle und wir wissen wie bedeutend sie ist fĂŒr unsere Zukunft. Daher unterstĂŒtzen wir gerne dabei, mehr Menschen dazu zu ermutigen, mit ihren Möglichkeiten ebenfalls dazu beizutragen“, sagt Armin Michaely, Nachhaltigkeits- und Innovationsmanager bei IKEA Deutschland.

Mitmachen kann man online auf www.NABU.de/Gartenmitbewohner und in allen IKEA EinrichtungshĂ€usern per Gewinnspielpostkarte. Außer der Gartenumgestaltung gibt es auch IKEA-Gutscheine im Wert von bis zu 500 Euro sowie VogelnistkĂ€sten und GartenglĂŒckspakete vom NABU zu gewinnen.

Die Gewinnspiel-Aktion ist Teil der Partnerschaft zum naturnahen GĂ€rtnern, die der NABU gemeinsam mit IKEA 2017 gestartet hat.

Hintergrund:
NABU und IKEA haben 2017 eine lĂ€ngerfristige Zusammenarbeit gestartet, um naturnahes GĂ€rtnern zu fördern. So wurden 2017 NaturgĂ€rten am IKEA Einrichtungshaus in Kaarst und am NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger MĂŒhle in AngermĂŒnde bei Berlin angelegt. Der NABU engagiert sich bundesweit mit eigenen MustergĂ€rten und Beratungsangeboten fĂŒr mehr biologische Vielfalt im Garten. UnterstĂŒtzt durch IKEA sollen im kommenden Jahr weitere NABU-ThemengĂ€rten entstehen und Bildungs-AktivitĂ€ten zum naturnahen GĂ€rtnern umgesetzt werden. Am Beispiel der neuen ThemengĂ€rten soll veranschaulicht werden, wie jeder durch naturnahes GĂ€rtnern dazu beitragen kann, die Artenvielfalt vor der eigenen HaustĂŒr zu fördern und zu erhalten.
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NABU klagt gegen Bau von Nord Stream 2
Miller: Geplante Gaspipeline schÀdigt die Meeresumwelt der Ostsee

Greifswald/Berlin – Einen Monat nachdem das Bergamt Stralsund den Weg zum Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 freigemacht hat, hat der NABU am heutigen Freitag per Eilantrag Klage beim zustĂ€ndigen Oberverwaltungsgericht in Greifswald eingereicht. Der NABU kritisiert grobe Verfahrensfehler und befĂŒrchtet durch den Bau der Ostsee-Pipeline erhebliche SchĂ€den fĂŒr streng geschĂŒtzte LebensrĂ€ume und Arten in mehreren FFH- und Vogelschutzgebieten. Die Klage begrĂŒndet sich darĂŒber hinaus auch durch eine Reihe von Verfahrensfehlern.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Wir nehmen nicht in Kauf, dass allein in den KĂŒstengewĂ€ssern Mecklenburg-Vorpommerns gleich vier Natura-2000-Schutzgebiete auf einer LĂ€nge von 50 Kilometern und in einer Breite von bis zu 80 Metern umgegraben werden. Wir befĂŒrchten irreparable UmweltschĂ€den und fordern jetzt das zustĂ€ndige Gericht auf, den Planfeststellungsbeschluss zu ĂŒberprĂŒfen.“

Mit dem Bau der Ostsee-Pipeline in den deutschen KĂŒstengewĂ€ssern möchte Nord Stream im Mai beginnen. Aus diesem Grund hat der NABU eine Klage im sogenannten Eilverfahren eingereicht. Ziel ist es, dass mit dem Bau von Nord Stream 2 gar nicht erst begonnen wird und das Gericht einen Baustopp verfĂŒgt. Damit Nord Stream keine Tatsachen schafft, die die Meeresumwelt irreparabel schĂ€digt. Der NABU hatte sich bereits im Sommer 2017 gegen das Projekt ausgesprochen. Nachdem der Planfeststellungsbeschluss Ende Januar veröffentlicht wurde, beauftragte der Umweltverband eigene juristische und naturschutzfachliche Gutachten und entschloss sich daraufhin zur Verbandsklage. Dabei wird der NABU vom WWF fachlich und finanziell unterstĂŒtzt.

„Wir mussten eklatante Verfahrensfehler feststellen: Monitoringdaten wurden vorenthalten, die Methodik der Datenerhebung ist intransparent, UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfungen sind unvollstĂ€ndig. In der Summe sind wir der Meinung, dass keine ausreichende PrĂŒfung stattgefunden hat, welche Umweltauswirkungen mit dem Bau und damit Risiken fĂŒr streng geschĂŒtzte Riffe und GroßalgenbestĂ€nde, Meeresenten sowie vom Aussterben bedrohte Schweinswale und Flussneunaugen tatsĂ€chlich verbunden sind“, sagt NABU-Meeresschutzexpertin Anne Böhnke-Henrichs. DarĂŒber hinaus fĂŒhren die geplanten Grabarbeiten zu massiven Aufwirbelungen von Schad- und NĂ€hrstoffen in der ohnehin stark eutrophierten Ostsee.

Die Gaspipeline lĂ€uft auf einer LĂ€nge von 1200 Kilometern durch die OstseegewĂ€sser Russlands, Finnlands, Schweden, DĂ€nemarks und Deutschlands. Nur in Deutschland wurde jetzt mit dem Planfeststellungsbeschluss des Bergamtes eine erste Baugenehmigung erteilt. „Wir erwarten, dass erst alle notwendigen Genehmigungen fĂŒr das gesamte Projekt vorliegen, ehe in deutschen Meeresschutzgebieten Tatsachen geschaffen werden. Das gilt auch fĂŒr die landseitige Ableitung der Gaspipeline EUGAL“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller.
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EDF bestĂ€tigt erstmals RĂŒckbau des AKW-Fessenheim "ab" Ende 2018
Die Nachrichtenagentur Reuters meldet heute (1-3-18): "Die Leitung des EDF-Kernkraftwerks in Fessenheim (Haut-Rhin) hat am Donnerstag die Schritte fĂŒr den RĂŒckbau der Anlage am Rheinufer festgelegt, der Ende des Jahres beginnen und 20 Jahre spĂ€ter enden soll. Das Ă€lteste Kernkraftwerk Frankreichs muss abgeschaltet werden, wenn die EPR in Flamanville, im Ärmelkanal, mit Brennstoff beladen wird, der derzeit fĂŒr Ende 2018 gemĂ€ĂŸ dem Energy Transition Act von 2015 vorgesehen ist, sagte ihr Direktor Marc Simon-Jean auf einer Pressekonferenz. Eine erste Phase, die als Vorbereitung fĂŒr die Demontage bekannt ist, wird fĂŒnf Jahre dauern und zur vollstĂ€ndigen Entfernung des Kraftstoffs ab dem dritten Jahr fĂŒhren." Zitatende

Der BUND am SĂŒdlichen Oberrhein, der mit vielen anderen grenzĂŒberschreitenden Initiativen seit Jahrzehnten die Abschaltung der beiden maroden Reaktoren in Fessenheim fordert, sieht die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge:

* Einerseits rĂŒckt jetzt endlich die lange geforderte Abschaltung der altersschwachen Reaktoren im elsĂ€ssischen Fessenheim tatsĂ€chlich nĂ€her und wird auch erstmals von der EDF "offiziell" angekĂŒndigt, aber "ab Ende 2018" ist immer noch sehr unkonkret.
* Andererseits geht dann am Atlantik ein neues, jetzt schon baufĂ€lliges und damit gefĂ€hrliches AKW Netz, das vom BUND und vielen Experten fĂŒr sehr gefĂ€hrlich gehalten wird. Der Reaktordeckel des "neuen" AKW soll kurz nach der Inbetriebnahme ausgetauscht werden. Der Reaktor-Boden in Flamanville weist allerdings die selben Materialdefizite auf wie der Deckel. Allerdings ist der Boden bereits fest verbaut, eine Erneuerung kĂ€me einem Abriss gleich, ein Austauschen wie beim Deckel ist also nicht mehr möglich... Die Koppelung der Abschaltung des AKW in Fessenheim an die Inbetriebnahme von Flammanville war und ist zutiefst unmoralisch. Der Strom aus den neuen Reaktoren in Flamanville ist bereits heute teurer als Strom aus Windenergie. So lĂ€utet Flamanville zumindest das ökonomische Ende der Atomenergie ein.

Es gibt also in der gefĂ€hrdeten Region am Oberrhein keinen Grund die Sektkorken knallen zu lassen. Dennoch steigt die Hoffnung auf eine baldige Abschaltung. Der BUND, die grenzĂŒberschreitende Umweltbewegung und die von einem jederzeit möglichen Atomunfall betroffene Bevölkerung im Elsass, in SĂŒdbaden und in der Nordschweiz möchte diese Gefahrenquelle endlich und schnell abgeschaltet sehen.
Die Gefahr eines ganz großen Atomunfalls ist aber erst gebannt, wenn "nach dem dritten Jahr" die BrennstĂ€be entfernt sind und wenn die gefĂ€hrlichen AbkĂŒhlbecken entleert sind. Der jetzt noch abgeschaltete Reaktor II darf nach Ansicht von BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Axel Mayer nicht mehr hochgefahren werden.
Auch nach einer Fessenheim-Abschaltung bleibt viel zu tun. Der Abriss darf kein "Billigabriss" werden und muss kritisch begleitet werden und dann bleiben immer noch die grenznahen, gefĂ€hrlichen AKW in Beznau und Leibstadt (CH) als Großaufgabe fĂŒr den BUND und die trinationale Umweltbewegung..
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Autor: Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer

 
Freiburg: Der Mundenhof ist beliebter denn je
Im Rekordjahr 2017 kamen ĂŒber 389.000 Besucher

Freiburgs Naturerlebnispark hat sein Programm 2018 vorgestellt Der Mundenhof bleibt ein PhĂ€nomen. Er bietet keine brĂŒllenden Raubtiere der Savanne, sondern ungekĂ€mmte Haustiere in ihrem Element. Er hat keine Event-Gehege mit Hautnah-Erfahrung, sondern artgerechte Tierhaltung, bei der man die Tiere manchmal nur aus der Mitteldistanz sehen kann. Und trotzdem rennt das Publikum den Kamelen, Ziegen und Schweinen die Bude ein.

Im vergangenen Jahr kamen 389.221 Besucherinnen und Besucher in Freiburgs Naturerlebnispark. Das sind nochmals 20.000 GĂ€ste mehr als in den bisherigen Rekordjahren 2016 (360.000), 2015 (369.000) und 2014 (364.000). Und die hatten, auch dank zahlreicher Veranstaltungen, eigentlich als „unschlagbar“ gegolten.

UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik zeigt sich grundsĂ€tzlich erfreut ĂŒber den neuerlichen Rekord: „Die Zahlen zeigen die große Beliebtheit des Mundenhofs bei der Bevölkerung. Gleichzeitig machen Sie aber auch deutlich, dass er in seiner derzeitigen Form an die Grenzen seiner KapazitĂ€t gekommen ist und daher die anstehenden Investitionen und Umbaumaßnahmen dringend erforderlich sind.“ Was nun im Jahr 2018 auf den Mundenhof und sein Publikum zukommt, haben Stuchlik und das Leitungs-Duo des Mundenhofs, Susanne Eckert und Berno Menzinger, heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

Buntmardergehege und PrÀrie
Baulich steht das Mundenhof-Jahr 2018 im Zeichen zweier Groß-Projekte. Der Umbau des frĂŒheren BĂ€ren- in ein Buntmardergehege lĂ€uft auf Hochtoren. Die Betonmauern sind bereits abgesĂ€gt, um so neue ZugĂ€nge zu schaffen und die vorhandenen Stallungen an die Buntmarder anzupassen. Die Leitungen zum EntwĂ€ssern des Geheges und die AbwasserschĂ€chte sind angelegt. Der Sockel fĂŒr das Ausweich- oder RĂŒckzugsgehege ist ebenso errichtet wie ein erstes „Dschungelbeet“ und eine Natursteintreppe; an letzteren Aufgaben waren die Mundenhof-Azubis maßgeblich beteiligt.

In den nĂ€chsten Monaten wird ein Ausweichgehege errichtet und die Metallkonstruktion fĂŒr das GelĂ€nder eingebaut. Sobald die Betonschachtringe in den Naturfelsen gesetzt sind, folgt die elektrische Ausbruchsicherung und eine Holzwand mit Gucklöchern. Schließlich wird im großen Gehege eine Landschaft inklusive Bachlauf und Teich modelliert. Da nicht nur das Gehege an sich betroffen ist, sondern auch die Umgebung gestalterisch und konzeptionell mit einbezogen wird, erfordert dieses Großprojekt viel Abstimmung. Zu diesem Zwecke sind die Tierpfleger, die mit der Haltung und Betreuung der Buntmarder betraut sein werden, eng in die Planung eingebunden und waren bereits zum Praktikum im Zoo NĂŒrnberg, um dort mehr ĂŒber ihre kĂŒnftigen SchĂŒtzlinge zu erfahren.

Weniger detailliert, aber viel großrĂ€umiger sind derweil die Arbeiten an der kĂŒnftigen „PrĂ€rie“ auf dem Mundenhof. Derzeit wird die AnsaatflĂ€che im Bisongehege entwickelt, Ende Juni wird das PrĂ€rieAreal zwischen Pintos und Bisons dann bepflanzt.

Parallel zu diesen beiden Großprojekten laufen die Abschlussarbeiten beim Betriebshof (FutterkĂŒche KonTiKi einrichten, Umzug Futterhalle, Endausbau Spaltenbodenstall), die Planungen fĂŒr die Veranstaltungen zum diesjĂ€hrigen JubilĂ€um „50 Jahre Tiergehege“, der Umbau der Hofwirtschaft (inkl. neuer Toiletten) und der Umzug der Verwaltung. An kleineren Maßnahmen sind fĂŒr 2018 vorgesehen: Koppeln sanieren, Stallböden erneuern, RegenwasserablĂ€ufe sanieren oder neu bauen, Futtersituationen verbessern. „Es wird uns jedenfalls nicht langweilig“, bekrĂ€ftigten Susanne Eckert und Berno Menzinger vom Mundenhof auf der heutigen Pressekonferenz.

Splitter aus dem Tiergehege 2017
Gleich drei Auszubildende haben die AbschlussprĂŒfungen zur Zootierpflegerin bzw. zum Zootierpfleger gemeistert. Stephanie Jehle ĂŒbernahm sofort danach eine neue Stelle im Schwarzwaldzoo des Steinwasenparks. Steven Eichin und Jan Moritz Berl entschieden sich, noch ein halbes Jahr auf dem Mundenhof zu bleiben. Beide haben im Anschluss daran eine Stelle in ihrem Beruf gefunden. Im September haben dann Theresa Fröhlich, Julian KirchgĂ€ĂŸner und Andreas Kleint ihre Ausbildung als Zootierpfleger/in aufgenommen.

Der Ausbau der Krankenstation, der vor Jahren mit der Installierung schwenkbarer BoxentĂŒren zur Anpassung der StallgrĂ¶ĂŸen an die gehaltene Tierart begann, schreitet flott voran – auch dank der immensen Eigenleistung der Tierpflegerinnen und -pfleger. WĂ€hrend der Hauptsaison haben sie zusĂ€tzlich zu ihren Kernaufgaben das alte Mauerwerk verfugt, ausgebessert und gestrichen, Leitungen gelegt und einen separaten Bereich fĂŒr FĂŒtterung und Reinigung geschaffen. Nebenher entstand noch ein kleiner Umkleideraum.

Sowohl bei den Wollschweinen, als auch fĂŒr die Heidschnucken wurden durch den Bau niederschwelliger ZĂ€unen neue RĂ€ume zur separaten FĂŒtterung und Abtrennung der Tiere geschaffen. Das ist fĂŒr die Tiere besser und erleichtert den Menschen das Arbeiten. Bei den Javaneraffen wurde eine elektrische Heizung mit Deckenstrahler installiert. Damit sind die alten Nachtspeicheröfen passĂ©.

Stellvertretend fĂŒr eine Vielzahl von Anekdoten und Geschehnissen im Tierbestand 2017 seien drei davon erwĂ€hnt:

Nachdem Ende 2016 zwei alte ErdmĂ€nnchen aus der Gruppe verstorben waren, haben im Juni 2017 zwei junge MĂ€nnchen aus der Stuttgarter Wilhelma die Gruppe vergrĂ¶ĂŸert und gleich ordentlich fĂŒr Aufregung gesorgt. Doch, wie zuvor mit dem neuen Weibchen, konnte auch diese Herausforderung gemeistert werden. Die Wogen haben sich geglĂ€ttet; nun warten alle gespannt darauf, wann sich hier Nachwuchs einstellt.

Ein freudiges Ereignis war die Geburt der Trampeltierstute Qara am 18. April 2017. Mittlerweile ist sie wohlauf und zeigt sich als Wirbelwind der Gruppe. Ihre ersten Lebenswochen waren aber nicht einfach, da ihre Mutter Qisma zu wenig Milch hatte. Somit mussten die Tierpflegerinnen und -pfleger mit der Flasche nachhelfen, was sie tags und nachts auf Trab hielt. ZusĂ€tzlich trat bei Qara eine unerklĂ€rliche LĂ€hmung der Gesichtsmuskulatur auf, die das Atmen erschwerte. Im September brachten die TierpflegekrĂ€fte sie mit Ă€rztlicher UnterstĂŒtzung in die Tierklinik, in der sie operiert wurde. Alles ist gut verlaufen, das Atmen fĂ€llt ihr nun deutlich leichter.

Wie nahe Freud und Leid in einem Tiergehege beieinander liegen, zeigte sich vor Weihnachten, als am 21. Dezember die mittlerweile 23-jĂ€hrige HinterwĂ€lderkuh Lili, Heldin vieler Krippenspiele (als „Ochse“!), eingeschlĂ€fert werden musste. Auch sie wurde durch die Pfleger gesondert betreut, da sie im Alter das Heu kaum noch kauen konnte und auf beiden Augen blind war. Ihr ruhiges Wesen und die umgĂ€ngliche Art zeichneten sie schon zu Zeiten aus, als die Landwirtschaft noch zum Mundenhof gehörte und das Tiergehege eine eigene HinterwĂ€lderherde unterhielt. Nach der Verpachtung der Landwirtschaft und dem Austausch der HinterwĂ€lder durch die Schottischen Hochlandrinder wurde Lili im KonTiKi aktiv, wo engagierte Mitarbeiterinnen ein eigenes Kuhprojekt fĂŒr Schulklassen initiierten. Im Juni 2008 bekam sie ihr letztes Kalb; Paula ist heute noch auf dem Mundenhof. Den wohlverdienten Ruhestand verbrachte sie dann wieder im Tiergehege, wo sie den jungen Steppenrind- und YakkĂ€lbern, die noch zu klein waren, um in die Herde zu kommen, Manieren beibrachte. Somit hat Lili den Mundenhof ĂŒber viele Epochen begleitet und ist vielen Mitarbeiter/innen und Besucher/innen ans Herz gewachsen.

DafĂŒr lagen am 22. Dezember bereits sieben fidele Wollschwein-Ferkel bei ihrer Mutter, was recht frĂŒh ist und auf dem Mundenhof Labsal war nach dem Tod von Lili.

Splitter aus dem Jahresbericht des KonTiKi
Der Mundenhof lebt mehr denn je vom bĂŒrgerschaftlichen Engagement. Ohne die ehrenamtliche Mitarbeit vieler Eltern und Kinder wĂ€ren auch im vergangenen Jahr die großen Feste (Mittelalterfest, KĂŒrbisfest, Krippenspiel) auf dem Mundenhof nicht möglich gewesen. Viele helfende HĂ€nde sind auch bei der Gruppenbetreuung an den regelmĂ€ĂŸigen Nachmittagen oder wĂ€hrend der Ferienfreizeiten nötig. Leider können Ă€ltere SchĂŒlerinnen gar nicht mehr oder nicht mehr so verbindlich mitarbeiten wie sie es gerne wĂŒrden: Der Schulalltag hat sich sehr geĂ€ndert, es wird immer schwerer, geeignete, langfristig verbindliche, ehrenamtliche KrĂ€fte zu finden.

Der gesellschaftliche Wandel, verĂ€ndertes Freizeitverhalten und die verĂ€nderte Schulsituation (Ganztagsschule, Ganztagsbetreuung usw.) wirken sich auch auf die offene Kinder- und Jugendarbeit im KonTiKi (Kontakt Tier-Kind) aus. Es kommen weniger Kinder, und sie bleiben nicht mehr so langfristig. SpĂ€testens nach der Grundschulzeit werden viele Kinder abgemeldet. Das bedeutet in den Nachmittagsgruppen mehr MĂŒhe fĂŒr die Betreuerinnen, da die Ă€lteren, erfahrenen Jugendlichen als „Co-Betreuende“ fehlen. Die hohe Fluktuation lĂ€sst stabile Gruppen kaum zu. Zudem bringen viele Kinder VerhaltensauffĂ€lligkeiten mit, die die Arbeit mit ihnen nicht erleichtert.

Insgesamt kamen im vergangenen Jahr an 111 Nachmittagen (2016: 112) 3.315 Kinder und Jugendliche (2016: 3.706): Das ist gut ein Zehntel weniger als im Vorjahr. Nach den RĂŒckgĂ€ngen in den letzten beiden Jahren ist hier ein Trend unĂŒbersehbar, von dem andere Einrichtungen schon lĂ€nger und gravierender betroffen sind. Es fĂ€llt auf, dass die Kinder innerhalb eines Schuljahres öfter den Nachmittag wechseln mĂŒssen, weil die StundenplĂ€ne sich Ă€ndern.

An den schulspezifischen Angeboten nahmen 74 Klassen/Gruppen (2016: 81) mit 1.237 Kindern (2016: 1.511) teil. Davon kamen 52 (69) Gruppen mit 859 (1.269) Teilnehmern aus Freiburg und 22 (12) Gruppen mit 378 (242) Teilnehmern aus dem Umland. Aus weiterfĂŒhrenden Schulen kamen dieses Jahr keine Gruppen, fĂŒr deren LehrkrĂ€fte scheint das KonTiKi wenig attraktiv.

Alle Kooperationsprojekte – regelmĂ€ĂŸig einmal pro Woche – liefen 2017 kontinuierlich weiter. Daran nahmen teil: 20 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Michaelschule/Freie Schule fĂŒr Erziehungshilfe, 5-8 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Schule fĂŒr psychisch belastete Kinder/Jugendliche der UniversitĂ€tsklinik, und 3 Gruppen der KindertagesstĂ€tte auf dem Mundenhof. Elisabeth Schramm, Psychologin an der Uniklinik, fĂŒhrt regelmĂ€ĂŸig Achtsamkeitstherapie mit Schafen fĂŒr Patientinnen und Patienten im KonTiKi durch.
 
 

 
NABU: Sieben tote Wölfe in sieben Wochen
Dramatischer Anstieg der Verkehrsopfer zeigt starken Einfluss auf den Wolfsbestand an

Berlin – In Niedersachsen kamen in den ersten sieben Wochen des Jahres sieben Wölfe im Straßen- und Bahnverkehr zu Tode. Im gesamten Jahr 2017 waren es nur neun Wölfe. Das geht aus aktuellen Meldungen des NiedersĂ€chsischen Landesbetriebes fĂŒr Wasserwirtschaft, KĂŒsten- und Naturschutz hervor. Seit Wölfe im Jahr 2000 wieder in Deutschland heimisch sind, wurden 165 verkehrstote Tiere gezĂ€hlt.

Damit bleibt der Straßenverkehr die hĂ€ufigste Todesursache fĂŒr Wölfe. Kein Wunder, Deutschlands Wölfe sind mit der weltweit höchsten Verkehrsdichte bezogen auf ihren Lebensraum konfrontiert. Besonders in der Winterzeit, wenn der Berufsverkehr in die HauptaktivitĂ€tszeit der Wildtiere – die DĂ€mmerung – fĂ€llt, kommt es gehĂ€uft zu UnfĂ€llen. „Die vom Menschen verursachten Todesursachen wie der Straßenverkehr und illegale Tötungen gefĂ€hrden die junge Wolfspopulation. Die neuen Zahlen aus Niedersachsen zeigen, welchen starken Einfluss der Verkehrstod auf die Entwicklung der WolfsbestĂ€nde hat. Solange der Bestand so gering und die Verluste so hoch sind, kann von einem guten Erhaltungszustand nicht die Rede sein und es verbietet sich die Diskussion um eine Jagdquote“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Bei den seit 2000 bisher bundesweit 27 bekannten illegalen AbschĂŒssen von Wölfen ist zusĂ€tzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Bei neun durch andere Ursachen verstorbenen Wölfen konnten im Rahmen der Untersuchungen alte Schussverletzungen festgestellt werden. Es kommt also immer wieder zu illegalen Nachstellungen.

Es liegt in der Beutegreifer-Natur der Wölfe, dass wenige Tiere auf großer FlĂ€che leben. Ihre Reviere sind im Schnitt zwischen 150 und 300 Quadratkilometer groß. Auf dieser FlĂ€che lebt ein Rudel, das heißt eine Wolfsfamilie aus zwei Elterntieren und zwischen zwei und zehn Jungtieren. Der NABU fordert die DurchgĂ€ngigkeit der Landschaft fĂŒr wandernde Tiere wie den Wolf durch geeignete Maßnahmen zu verbessern und eine weitere Zerschneidung durch den Straßenbau einzudĂ€mmen. Gegen illegale AbschĂŒsse sind in den LandeskriminalĂ€mtern Abteilungen fĂŒr ArtenschutzkriminalitĂ€t einzurichten.
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