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Freitag, 23. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU-Zahl des Monats: Schutz von 234 Vogelarten gefÀhrdet
SchwÀchung der EU-Naturschutzrichtlinien verhindern / Online-Protestaktion gestartet

Am 8. Juni will die EU-Kommission beraten, ob sie die EU-Naturschutzrichtlinien Ă€ndert. Dabei geht es auch darum, ob bislang geschĂŒtzte Tierarten wieder gejagt werden dĂŒrfen: Mindestens 234 Vogelarten, darunter Rotkehlchen, Weißstorch und Habicht, könnten dann ihren Schutz in der EU verlieren.

Einflussreiche Lobbys aus dem Agrar- und Forstbereich erhoffen sich von einer Änderung der EU-Naturschutzrichtlinien mehr Freiheiten. In einem im Februar bekannt gewordenen Papier schlagen deutsche LandnutzerverbĂ€nde unter anderem vor, dass kĂŒnftig nicht mehr alle 451 wild vorkommenden Vogelarten unter die EU-Vogelschutzrichtlinie fallen sollten, sondern nur noch besonders Bedrohte. Verlierer wĂ€ren mindestens die 234 Arten – darunter viele Zugvögel – die als "nicht vom Aussterben bedroht" gelten. Diese könnten dann nach Belieben der Regierungen, z.B. von Malta, Zypern, aber auch den deutschen BundeslĂ€ndern, wieder zum Abschuss freigegeben werden.

Daher ruft der NABU bis zum Pfingstmontag zu einer Protestaktion in den sozialen Medien auf. Sie richtet sich an den zustĂ€ndigen EU-Kommissar Karmenu Vella, sich dem Lobbydruck nicht zu beugen, sondern statt dessen mehr fĂŒr die Durchsetzung und Finanzierung der bestehenden Naturschutzrichtlinien zu tun.
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Bundesweite VogelzÀhlung startet am Pfingstwochenende
NABU, NAJU und LBV laden vom 13. bis 15. Mai zur zwölften „Stunde der Gartenvögel“

An Pfingsten laden NABU, NAJU und der Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV) zur „Stunde der Gartenvögel“ ein. Vom 13. bis 15. Mai sind Naturfreunde in ganz Deutschland aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zĂ€hlen und fĂŒr eine gemeinsame Auswertung zu melden.

Mehr als 47.000 Vogelfreunde hatten im vergangenen Jahr mitgemacht und insgesamt 1,1 Millionen Vögel gemeldet. Damit handelt es sich – gemeinsam mit der Schwesteraktion, der „Stunde der Wintervögel“ – um Deutschlands grĂ¶ĂŸte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

Aus den seit ĂŒber zehn Jahren flĂ€chendeckend gesammelten Beobachtungen der BĂŒrger können die Forscher des NABU inzwischen deutliche Bestandstrends fĂŒr Vögel im Siedlungsraum ablesen. „Die typischen GebĂ€udebrĂŒter Mehlschwalbe und Mauersegler haben seit Beginn der Aktion kontinuierlich abgenommen. Ihre Zahl ist im Vergleich zu 2006 um 40 Prozent zurĂŒckgegangen. Verantwortlich fĂŒr ihren Bestandseinbruch sind unbedachte Hausmodernisierungen und der allgemeine RĂŒckgang ihrer Nahrung, den Fluginsekten. Auch bei Amsel, Rotkehlchen, Hausrotschwanz und Zaunkönig beobachten wir sinkende Zahlen“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Dem gegenĂŒber stehen erfreulicherweise deutliche ZuwĂ€chse bei Arten wie Feldsperling, Ringeltaube oder Buntspecht.

Und so wird es gemacht: Von einem ruhigen PlĂ€tzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon – kostenlose Rufnummer am 14. und 15. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115 – oder einfach im Internet unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden. Meldeschluss ist der 23. Mai.

Aktuelle ZwischenstÀnde und erste Ergebnisse sind ab dem ersten ZÀhltag auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden. Interaktive Karten stellen dar, wie sich eine Vogelart bundesweit oder in einem ausgesuchten Bundesland oder Landkreis entwickelt hat.

FĂŒr kleine Vogelexperten hat die NAJU außerdem die „Schulstunde der Gartenvögel“ (9. bis 13. Mai) ins Leben gerufen. Ein großes Aktionspaket versorgt teilnehmende Gruppen und Klassen mit ZĂ€hlkarten, mit dem NAJU-Klassiker „VogelbĂŒchlein fĂŒr die Hosentasche“, einem NABU-Poster mit den zehn hĂ€ufigsten Vogelarten in Deutschlands GĂ€rten und einem Begleitheft. Hierin finden Gruppenleiter, Lehrer und Erzieher die Anleitung fĂŒr eine Gartenvogel-Rallye mit spannenden Wissens- und Spielstationen, die mit wenig Aufwand ĂŒberall im Freien durchgefĂŒhrt werden können. Das Aktionspaket kann unter www.NAJU.de/sdg bestellt werden.
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Messungen des NABU entlarven AIDAprima als Abgasschleuder
Umweltbilanz alles andere als prima - Neues AIDA-Flaggschiff bleibt entgegen aller Werbeversprechen dreckig

Die Umweltbilanz der neuen AIDAprima ist alles andere als prima: Messungen des NABU im Vorfeld des Hamburger Hafengeburtstags weisen auf eine fehlende Abgastechnik beim neuen Flaggschiff der AIDA-Flotte hin. Die UmweltschĂŒtzer widersprechen damit vehement Behauptungen von AIDA Cruises, der jĂŒngste Flottenzugang setze beim Emissionsschutz höchste MaßstĂ€be.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Entgegen aller Werbeversprechen ist die AIDAprima keinesfalls das umweltfreundliche Schiff, als das es AIDA Cruises seit Monaten vermarktet. Das neue Schiff hat weiterhin Unmengen der besonders Krebs erregenden Rußpartikel im GepĂ€ck.“

Der Konzern hatte zuletzt angekĂŒndigt, einen Partikelfilter im neuesten Flottenzugang einbauen zu wollen, um so den Großteil der giftigen Schadstoffe aus dem Abgas zu filtern. Damit wĂ€re die AIDAprima Branchenvorreiter gewesen. Doch die Messungen des NABU legen die Vermutung nahe, dass dieser angekĂŒndigte Filter gar nicht zum Einsatz kommt.

In der Abgasfahne des Schiffs maßen die UmweltschĂŒtzer in Altona und entlang der Elbe eine besorgniserregende Konzentration ultrafeiner Partikel. Bis zu 160.000 Partikel je Kubikzentimeter zeigten die MessgerĂ€te an. Ein extrem hoher Wert, der rund 150mal ĂŒber den Werten „sauberer“ Luft liegt und noch einmal um den Faktor acht ĂŒber der ohnehin schon hohen Hintergrundbelastung im Hafengebiet. Dies ist nach Ansicht der UmweltschĂŒtzer ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die von AIDA versprochene Reduktion der gefĂ€hrlichen Rußpartikel um ĂŒber 90 Prozent nicht erfolgt. Dabei stuft die Weltgesundheitsorganisation WHO Rußpartikel als genauso Krebs erregend ein wie Asbest.

„AIDA's Umweltstrategie existiert bisher nur auf dem Papier. Die hohen Abgaswerte der AIDAprima reihen sich nahtlos ein in eine ganze Serie nicht gehaltener Versprechungen: vom Verzicht auf Schweröl ĂŒber die kaum genutzte FlĂŒssiggas-Powerbarge bis hin zu den angeblich auf allen Schiffen installierten Filter. Der Öffentlichkeit wird mit markigen Werbebotschaften eine Scheinwelt prĂ€sentiert. In Wirklichkeit mĂŒssen Passagiere und Hafenanwohner weiterhin giftige Rußpartikel einatmen“, kritisierte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.

Bereits im Jahr 2013 hatte AIDA angekĂŒndigt, die gesamte Flotte mit Partikelfiltern und Stickoxidkatalysatoren ausrĂŒsten zu wollen, wie sie fĂŒr Pkw und Lkw seit Jahren vorgeschrieben sind. Dieses öffentliche Statement des deutschen BranchenfĂŒhrers wurde von UmweltverbĂ€nden wie dem NABU als wichtiges und ĂŒberfĂ€lliges Zeichen gewertet, die niedrigen Umweltstandards auf See durch freiwillige Maßnahmen anzuheben. „AIDA muss den vollmundigen Versprechungen endlich Taten folgen lassen. Das umweltfreundliche Schiff ist heute schon machbar. Es wird Zeit, dass AIDA es zeigt“, sagte Oeliger.
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GlanzstĂŒcke der Naturfotografie
Ein GlanzstĂŒck der Naturfotographie / Foto: Klaus Echle
 
GlanzstĂŒcke der Naturfotografie
Klaus Echle und Joachim Wimmer stellen am Dienstag, 3. Mai,
im Waldhaus ihren Bildband „Nationalpark Schwarzwald“ vor

Der Nationalpark Schwarzwald, 2014 um den Ruhestein und die
Hornisgrinde neu gegrĂŒndet, birgt auf seinen 100 Quadratkilometern
FlÀche zahlreiche Geheimnisse. Er hat verwunschene Moorseen,
urige WÀlder, rauschende WasserfÀlle und viele versteckt lebende
Tierarten. Sie alle waren Grund genug, dem Gebiet den
höchstmöglichen Schutzstatus zu verleihen.

Auf der Suche nach Motiven haben die preisgekrönten
Naturfotografen Klaus Echle und Joachim Wimmer viele Wochen im
Nationalpark verbracht. Das Resultat sind Tausende von Bildern –
einmalige Aufnahmen von Tieren, Pflanzen und Landschaften. Die
GlanzstĂŒcke finden sich in ihrem Bildband „Nationalpark
Schwarzwald“, der nunmehr am Dienstag, 3. Mai, um 19 Uhr im
Waldhaus (Wonnhaldestraße 6) der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen und kommen der
Stiftung Waldhaus zu gute.

Nach der BegrĂŒĂŸung referiert Wolfgang Schlund, Leiter des
Nationalparks Schwarzwald, ĂŒber dessen Entstehung und
Besonderheiten. In ihrem Vortrag geben dann die Fotografen einen
Überblick ihres bisherigen Schaffens und berichten vom Werdegang
des Buches, das mit gemeinsamen Fotoprojekten ĂŒber FledermĂ€use,
AuerhĂ€hne und einer Bergfinkeninvasion im SĂŒdschwarzwald seinen
Anfang nahm. Über zwei Jahre hinweg stellten Echle und Wimmer
schließlich den großen und kleinen Schönheiten des Nationalparks
nach. Die Kameras waren dabei ihre steten Begleiter. Einen
Schwerpunkt des Vortrags bilden die Charakterarten des
Nationalparks: Auerhuhn, Kreuzotter und Sperlingskauz. Aber auch
zahlreiche andere Aspekte werden bildlich beleuchtet.

Die Geduld, die bei der fotografischen Dokumentation unserer
heimischen Tierwelt vonnöten ist, hat sich hier bezahlt gemacht.
Selbst Kenner des Gebietes können sich von manchem Motiv noch
ĂŒberraschen lassen. Wer Naturfotografie nicht als reines Ablichten
unserer Umgebung ansieht, sondern auch Àsthetische
Kompositionen schÀtzt, kommt bei diesem Vortrag auf seine Kosten.
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Zweites Freiburger FrĂŒhlingsfest
Der Andrang war gewaltig / Foto: FWTM
 
Zweites Freiburger FrĂŒhlingsfest
Buntes Rahmenprogramm und viele Mitmachaktionen sorgten fĂŒr viel Spaß bei den großen und kleinen Besuchern

Unter dem Motto „Freiburg blĂŒht auf“ ist am vergangenen Wochenende
das zweite Freiburger FrĂŒhlingsfest mit einer positiven
Resonanz zu Ende gegangen. Gemeinsam mit dem traditionellen
„Tag der offenen TĂŒr“ der StadtgĂ€rtnerei (f.q.b. gGmbH) veranstaltete
die FWTM das Familienfest, das bei kostenfreiem Eintritt
den rund 15.000 Besuchern Unterhaltung und Spaß geboten
hat.

In den Straßen und Gassen des StadtgĂ€rtnerei-GelĂ€ndes und in
einem Teilbereich des Mundenhofes wurde der Besucher von einem
bunten Kunsthandwerker- und Pflanzenmarkt von attraktiven
AusstellungsstÀnden empfangen. VielfÀltige Mitmachaktionen
und ein buntes Rahmenprogramm sorgten fĂŒr gute Stimmung.

Das typisch wechselhafte Aprilwetter hielt die Besucher nicht davon
ab, das vielfÀltige Angebot zu erkunden, das abwechslungsreiche
Showprogramm auf der BĂŒhne zu genießen und bei den
zahlreichen Mitmachaktionen selbst aktiv zu werden.

„Das Freiburger FrĂŒhlingsfest bietet fĂŒr jeden etwas“, so FWTMGeschĂ€ftsfĂŒhrer
Daniel Strowitzki. „Die FWTM als Veranstalterin
zusammen mit ihrem Partner der StadtgÀrtnerei ist dankbar um
die tollen Aussteller, die dem schlechten Wetter getrotzt haben.
Die noch junge Veranstaltung entwickelt sich weiter und wir
freuen uns auf das dritte Freiburger FrĂŒhlingsfest im kommenden
Jahr.“
 
 

 
NABU-Stellungnahme zu den Ergebnissen der Abgas-Messungen bei Pkw
Messungen widerlegen das MĂ€rchen vom sauberen Diesel endgĂŒltig

Im Zuge des Abgasskandals bei Volkswagen hat das Kraftfahrtbundesamtes (KBA) auch die Abgaswerte bei anderen Autoherstellern geprĂŒft. Zu den heute bekannt gewordenen Untersuchungsergebnissen erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Die Messungen des KBA widerlegen das MĂ€rchen vom sauberen Diesel endgĂŒltig. Wenn 56 von 58 Fahrzeugen die Grenzwerte ĂŒberschreiten, lĂ€uft ganz grundsĂ€tzlich etwas falsch. Diesel-Fahrzeuge können nur dann eine Zukunft haben, wenn sie auf der Straße gleiche Abgasgrenzwerte einhalten wie Benziner. So wie es derzeitig lĂ€uft, belastet die Automobilindustrie die Umwelt in unverantwortlicher Weise mit viel zu hohen Stickoxidemissionen.“

Angesichts der jetzt bekannt gewordenen tatsĂ€chlichen Emissionen bei den vom KBA geprĂŒften Fahrzeugen fordert der NABU die umgehende Entfernung sĂ€mtlicher Abschaltvorrichtungen sowie die NachrĂŒstung der betroffenen Modelle mit funktionierender Abgastechnik wie etwa SCR-Katalysatoren zur Reduzierung von Stickoxiden. Doch nicht nur die Hersteller, auch die Bundesregierung sieht der NABU in der Pflicht. „Die Bundesregierung hat ihren Anteil an der heutigen Misere. Denn weder wurden in Verkehr gebrachte Fahrzeuge ordnungsgemĂ€ĂŸ kontrolliert noch ist bis heute die europĂ€ische Richtlinie umgesetzt, wonach Strafen fĂŒr Hersteller im Falle von VerstĂ¶ĂŸen festzulegen sind. Wenn die Bundesregierung jetzt nicht handelt und streng durchgreift, stellt sie wieder einmal die Interessen der Automobilindustrie ĂŒber die Gesundheit der BĂŒrger“, so Miller.
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NABU: Nach ĂŒber 100 Jahren ist die Schliepenlanke wieder ein FließgewĂ€sser
Altarm-Anschluss weiterer Erfolg beim grĂ¶ĂŸten Fluss-Renaturierungsprojekt in Europa/ Spenden machen es möglich/ 70 Kilometer westlich von Berlin entsteht ein Naturparadies

Nach ĂŒber 100 Jahren ist die Schliepenlanke bei Rathenow wieder ein FließgewĂ€sser. Der Altarm-Anschluss bei Rathenow ist fĂŒr den NABU ein weiterer wichtiger Schritt bei der naturnahen Gestaltung der Unteren Havelniederung. Der Anschluss des Havel-Altarms flankiert das Großvorhaben, das der NABU gemeinsam mit dem Bundesamt fĂŒr Naturschutz sowie den LĂ€ndern Brandenburg und Sachsen-Anhalt umsetzt: Die Untere Havel, 70 Kilometer westlich von Berlin, soll sich in den nĂ€chsten Jahren wieder zu einem lebendigen Fluss entwickeln.

„Der Anschluss der Schliepenlanke wurde vollstĂ€ndig aus Spenden finanziert. DafĂŒr möchte ich mich herzlich bedanken. Zahlreiche Mitglieder, UnterstĂŒtzer und auch Unternehmen haben dafĂŒr gespendet. Sie wollen, wie der NABU, dass an der Unteren Havel wieder ein Naturparadies entsteht. Hier zeigt sich, was praktischer Naturschutz leisten kann“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller am Freitag bei einer Feierstunde in Rathenow. Unter FederfĂŒhrung des NABU und gemeinsam mit den Partnern des NABU habe das Gesamt-Projekt Modellcharakter, weit ĂŒber die Region hinaus. „Wir brauchen lebendige FlĂŒsse mit Auen und natĂŒrlichen ÜberflutungsflĂ€chen. Sie bieten nicht nur Unterschlupf fĂŒr viele Arten, sondern auch einen natĂŒrlichen Hochwasserschutz“, so Miller weiter. Bundesweit bestehe nach wie vor großer Handlungsbedarf an FlĂŒssen, besonders an den Bundeswasserstraßen, von denen nur etwa ein Prozent momentan in einem guten ökologischen Zustand seien.

„Der NABU engagiert sich fĂŒr Mensch und Natur. Bei der Schliepenlanke trifft es das genau. Nicht nur die Natur profitiert, sondern auch die Anlieger am Fluss sowie die Menschen, die in die Region kommen und Erholung suchen“, sagte Rocco Buchta, Leiter des NABU-Instituts fĂŒr Fluss- und Auenökologie. Mit dem Anschluss der Schliepenlanke wurde unter anderem eine ca. zwei Hektar große Insel geschaffen, auf einer FlĂ€che von ca. 1.000 Quadratmetern wurde hier Auenwald initialisiert. Eine rund 70 Meter breite Öffnung entstand, durch die das Wasser in den Altarm fließt. WĂ€hrend der Bauarbeiten wurden aus dem GewĂ€sser rund 1.000 Kubikmeter Schlick-Wasser-Gemisch geholt. Insgesamt kostete die Maßnahme eine halbe Million Euro. Der Havel-Altarm bei Rathenow war vor ĂŒber 100 Jahren im Zuge des Baus der Neuen Schleuse vom Hauptstrom der Havel abgetrennt worden, als der Fluss an dieser Stelle begradigt wurde, um den damals langen SchleppzĂŒgen die Passage zu erleichtern.
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Bundesregierung muss Klimaschutzziele bis 2050 nachschÀrfen
Schnelle Anpassung an Paris-Agreement / Klimaschutz nur mit naturvertrÀglichen erneuerbaren Energien

Zur heutigen Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens „Paris-Agreement“ in New York erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Dem historischen Ereignis der Unterzeichnung des Paris-Agreements mĂŒssen nun auch entschlossene Taten folgen. Die Bundesregierung muss endlich die Klimaschutzziele bis 2050 nachschĂ€rfen – nur dann passen sie mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens zusammen und tragen zur Umsetzung der Sustainable Development Goals in Deutschland bei, wozu sich Deutschland verpflichtet hat.“ Nur wenn die Treibhausgase bis 2050 um mindestens 95 Prozent gegenĂŒber 1990 gemindert wĂŒrden, sei das Ziel, die ErderwĂ€rmung auf deutlich unter zwei Grad – besser noch auf 1,5 Grad – zu begrenzen, ĂŒberhaupt noch zu erreichen. „Die bisherigen PlĂ€ne der Bundesregierung gehen nicht weit genug, um die Pariser Ziele zu erreichen. Auch die Novelle des EEG ist völlig kontraproduktiv fĂŒr die Klimaziele, denn statt der notwendigen Beschleunigung bremst das neue EEG den naturvertrĂ€glichen Ausbau der erneuerbaren Energien völlig aus. Man bekommt den Eindruck, es fehlt der Bundesregierung an einer Gesamtstrategie fĂŒr den Klimaschutz und sie liefert nur StĂŒckwerk“, so Tschimpke.

Auch auf europĂ€ischer Ebene ist die Euphorie von Paris lĂ€ngst dem politischen Pragmatismus gewichen. „Wenn EU-Energiekommissar Arias Cañete die viel zu schwachen 2030-Ziele der EU erst in der nĂ€chsten Legislatur anfassen will, kommt das einem Verrat am Pariser Klimaabkommen gleich, denn das 1,5-Grad-Ziel rĂŒckt dann in weite Ferne“, so NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz.

Gemeinsam mit rund 40 Organisationen hat der NABU den „Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft“ erarbeitet. Darin werden konkrete VorschlĂ€ge unterbreitet, welche Maßnahmen eingeleitet werden mĂŒssen, um die Klimaschutzziele bis 2050 erreichen zu können.
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369 370 371 372 373 


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