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Dienstag, 18. Februar 2020
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Verschiedenes

oekom verlag feiert 30. Geburtstag
(c) oekom verlag
 
oekom verlag feiert 30. Geburtstag
Noch mehr Nachhaltigkeit im JubilÀumsjahr

Seit nunmehr drei Jahrzehnten liefert der oekom verlag nachhaltige DenkanstĂ¶ĂŸe und ermutigt mit seinem Buch- und Zeitschriftenprogramm zu nachhaltigem und umweltbewusstem Handeln. 2019 begeht der Verlag seinen 30. Geburtstag – und beweist einmal mehr seine Vorreiterrolle im Nachhaltigkeitsengagement.
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Campact-Kommentar zum Attac-Urteil
"Demokratie braucht mehr Menschen, die sich auch abseits von Parteien politisch engagieren"

226.2.2019. Das heutige Urteil des Bundesfinanzhofs zur GemeinnĂŒtzigkeit von Attac kommentiert Dr. Felix Kolb, Mitglied des geschĂ€ftsfĂŒhrenden Vorstands von Campact e.V.:

"Das heutige Urteil des Bundesfinanzhofes atmet den obrigkeitsstaatlichen Geist der 60er Jahre. Demokratie braucht mehr Menschen, die sich auch abseits von Parteien politisch engagieren. Wenn jetzt gemeinnĂŒtzige Organisationen aus dem politischen Diskurs ausgeschlossen werden, leistet dies der grassierenden Politikverdrossenheit weiteren Vorschub.

Außerdem steigert das Urteil den Einfluss von Unternehmen auf die Politik. Denn UnternehmensverbĂ€nde und Konzerne können ihre Lobby-Ausgaben unbegrenzt steuermindernd absetzen, um ihre Interesse durchzusetzen. Einfachen BĂŒrger/innen dagegen wird die Möglichkeit verwehrt, wenn sie fĂŒr Frieden, soziale Gerechtigkeit oder Umweltschutz spenden wollen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz muss jetzt durch eine unverzĂŒgliche Änderung der Abgabenordnung dafĂŒr sorgen, dass gemeinnĂŒtzige Organisationen vollumfĂ€nglich an der politischen Meinungsbildung zu tagesaktuellen Themen teilnehmen dĂŒrfen."
 
 

 
1. Stellungnahme zum BĂŒrgerentscheid Neubaustadtteil Dietenbach
Erste Stellungnahme des RegioBĂŒndnis zum BĂŒrgerentscheid ĂŒber den Freiburger Riesen-Neubaustadtteil Dietenbach:
Guter Achtungserfolg – nur noch 2:3! Weiterhin ungelöste große Probleme

„Das Ergebnis von 40 Prozent der Stimmen gegen den Riesen-Neubaustadtteil Dietenbach ist ein kaum erwarteter Achtungserfolg der von uns unterstĂŒtzten BĂŒrgerAktion Rettet Dietenbach in einer David-gegen-Goliath-Situation!“, erklĂ€rten die vier gewĂ€hlten Sprecher des RegioBĂŒndnis pro Landwirtschaft, Natur und ökosoziales Wohnen aus 16 Vereinigungen.

Die Sprecher bedauern, dass es nicht wie in Erlangen und Emmendingen zur Mehrheit gegen die Planungen kam. Das Ergebnis 60:40 pro Bau des Neubaustadtteils ist zwar deutlich: Mit Blick auf die MehrheitsverhĂ€ltnisse von 39:4 pro Bau am 24.7.2018 im Gemeinderat ist das 3:2 beim BĂŒrgerentscheid sehr viel knapper.

Sie danken der BĂŒrgerschaft fĂŒr ihr stark gewachsenes Interesse an der Baupolitik in Freiburg und an der direkten Demokratie. Sie danken besonders auch den vielen Aktiven beim BĂŒrgerbegehren und BĂŒrgerentscheid gegen den Neubaustadtteil in der Dietenbach-Niederung und hoffen auf deren weiteres Engagement fĂŒr das Gemeinwesen.

Das BĂŒndnis erwartet in KĂŒrze wegweisende Ergebnisse der Technischen UniversitĂ€t Darmstadt und des Pestel-Instituts, Hannover, zu den Freiburger Wohnbaumöglichkeiten beim Aufstocken und auf ParkplĂ€tzen. Das BĂŒndnis schlĂ€gt vor, gute Alternativen zu realisieren, um auf das Bauen auf der „grĂŒnen Wiese“ und auf Äckern in Freiburg und Region ganz zu verzichten. So haben es 18 OBs großer StĂ€dte wie Karlsruhe, Heidelberg und Leipzig gemeinsam erklĂ€rt. Dann wĂŒrden wie grundgesetzlich geboten, mit dem Erhalt landwirtschaftlichen Bodens Lebensgrundlagen fĂŒr kĂŒnftige Generationen bewahrt.

Es bestehen weiterhin ungelöste große Probleme beim Neubaustadtteil, die ihn scheitern lassen können, u.a. die ungeklĂ€rte Finanzierung und hohe HĂŒrden beim Genehmigungsverlauf der kommenden Jahre. Auch nehmen nach stadteigener Vorschau vom Nov. 2018 der GeburtenĂŒberschuss und der Wanderungsgewinn an Bevölkerung in der Summe nach 2022 stark ab, bevor frĂŒhestens in 2026 erste Wohnungen in Dietenbach beziehbar wĂ€ren. Der Bedarf fĂŒr einen großen Neubaustadtteil entfiele dann unter diesem Gesichtspunkt.

Das RegioBĂŒndnis umfasst 16 große und kleine Landwirte-, Natur-, Umweltschutz-, Kleingarten- und Nachhaltigkeits-Vereinigungen mit ĂŒber 7000 Mitgliedern
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NABU: EU-Umweltausschuss gibt Anstoß fĂŒr nachhaltigere Landwirtschaftspolitik
Wiesenpieper (c) Andreas Trepte / nabu
 
NABU: EU-Umweltausschuss gibt Anstoß fĂŒr nachhaltigere Landwirtschaftspolitik
Miller: Mehr Geld fĂŒr Naturschutz gefordert - EU-Parlament muss Agrarreform weiter vorantreiben

Straßburg, 14.2.19 – Erstmals in der Geschichte der EuropĂ€ischen Union hat am heutigen Donnerstag der Umweltausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments ĂŒber die kĂŒnftige Ausrichtung der Agrarpolitik mitbestimmt. Die Ausschussmitglieder forderten parteiĂŒbergreifend, ab 2021 deutlich stĂ€rker in den Schutz von Arten und LebensrĂ€umen zu investieren. Sie empfehlen kĂŒnftig 15 Milliarden Euro des EU-Agrarbudgets in den konkreten Schutz der Natur fließen zu lassen. Diese Summe ist pro Jahr mindestens erforderlich, um das rasante Artensterben in Europa zu stoppen. Derzeit fließen SchĂ€tzungen zufolge lediglich zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr in den konkreten Naturschutz.

Gleichzeitig verpassten die Abgeordneten heute aber die Gelegenheit, eine komplette Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik zu fordern und damit das Ende der ineffizienten Direktzahlungen. Das Agrarbudget ist der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Posten des EU-Haushalts. Mit 58 Milliarden Euro jĂ€hrlich macht er rund 40 Prozent des EU-Haushalts aus.

„Die Umweltpolitiker haben heute ein starkes Signal gesendet und die Agrarpolitiker herausgefordert: Europas Agrarpolitik muss naturvertrĂ€glicher werden. Es liegt nun am Agrarausschuss und dem Plenum des EU-Parlaments, diesen Kurs weiter zu stĂ€rken. Sie mĂŒssen sicherstellen, dass kĂŒnftig genĂŒgend Geld fĂŒr Landwirte zur VerfĂŒgung steht, um naturvertrĂ€glich zu arbeiten. Denn ob Bienen und Vögel ĂŒberhaupt noch eine Zukunft haben, hĂ€ngt ganz entscheidend von der EU-Agrarpolitik ab“, so Miller.

Neben der Notwendigkeit, mehr Geld in den Naturschutz zu investieren, stimmten die Abgeordneten heute auch fĂŒr den Abbau umweltschĂ€dlicher Subventionen, beispielsweise fĂŒr viehintensive Betriebe. Zudem sollen kĂŒnftig die Umweltanforderungen fĂŒr Landwirte steigen, um Direktzahlungen zu erhalten. Die Umweltpolitiker forderten zudem klarere EU-weite Umweltstandards in der Landwirtschaft.

Voraussichtlich im MĂ€rz stimmt der EU-Agrarausschuss ĂŒber die VorschlĂ€ge aus dem Umweltressort ab. Dann drohen starke VerwĂ€sserungen. „Seit Jahrzehnten sehen wir wohin es fĂŒhrt, wenn der Agrarausschuss der Agrarlobby folgt: Milliarden an Steuergeld werden mit der Gießkanne verteilt, nach FlĂ€chenbesitz und ohne RĂŒcksicht darauf, wie auf Wiesen und Feldern gewirtschaftet wird. Von dieser Klientelpolitik profitieren bislang einige wenige, die Natur und Tausende Betriebe jedoch bleiben auf der Strecke“, so der NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Er forderte den Agrarausschuss und das EU-Parlament auf, dem Wunsch der Bevölkerung nach einem umweltvertrĂ€glichen Kurs in der Agrarpolitik endlich zu folgen. In Bayern forderten zuletzt binnen weniger Tage mehr als eine Million BĂŒrgerinnen und BĂŒrger die Rettung der Insekten und damit grundlegende Änderungen in der Landwirtschaft. Es lĂ€ge jetzt an der Politik diesen Wandel europaweit umzusetzen. „Auch Bundesagrarministerin Klöckner muss sich endlich klar und deutlich fĂŒr eine klimaschonende, naturvertrĂ€gliche Agrarpolitik positionieren“, so Miller.

Hintergrund zur heutigen Abstimmung des Umweltausschusses zur GAP:

Es ist ein Meilenstein, dass der Umweltausschuss des EU-Parlaments erstmals die EU-Agrarpolitik mitbestimmt. Angesichts der gravierenden SchĂ€den, die eine immer intensivere Landwirtschaft an Natur und Umwelt anrichtet, war dies nach Ansicht des NABU auch dringend notwendig. Seit 1980 verschwand mehr als jeder zweite Feldvogel in Europa, wie Feldlerchen, Kiebitze oder Stare. Vor wenigen Tagen wurde zudem publik, dass 40 Prozent der Insektenarten weltweit vom Aussterben bedroht sind. Als Treiber des Insektensterbens nannten die Forscher den Verlust von LebensrĂ€umen in der Agrarlandschaft und den Einsatz synthetischer Pestizide und DĂŒngemittel. Das Agrarbudget ist der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Posten des EU-Haushalts. Mit 58 Milliarden Euro pro Jahr macht er rund 40 Prozent des EU-Haushalts aus. Über die konkrete Verteilung der Milliarden-Subventionen hatte bislang maßgeblich der Agrarausschuss entschieden.
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Kooperation der Katholischen Akademie mit dem LastenVelo-Verein Freiburg
Lastenvelo / Foto: presse
 
Kooperation der Katholischen Akademie mit dem LastenVelo-Verein Freiburg
Die Katholische Akademie Freiburg stellt einen Platz fĂŒr ein weiteres LastenVelo in Freiburg zur VerfĂŒgung und trĂ€gt damit zu einem StĂŒck mehr sauberer MobilitĂ€t im Stadtgebiet bei.

Schon lange setzt die Katholische Akademie ethische Fragen und Umweltanliegen praktisch um. Neben der seit 1999 bestehenden Umwelt-Zertifizierung EMAS hat die Katholische Akademie viele unterschiedliche Maßnahmen durchgefĂŒhrt, um den ökologischen Fußabdruck ihrer Arbeit und die des Hauses im Gesamten zu verkleinern: „Wir haben schon lange keine Dienstwagen mehr und nutzen regelmĂ€ĂŸig Car-Sharing Angebote“, erlĂ€utert Dr. Karsten Kreutzer, Direktor der Katholischen Akademie. Mit der Kooperation mit dem LastenVelo-Verein Freiburg geht man nun einen weiteren Schritt hin zu einer saubereren MobilitĂ€t. So stellt die Akademie neben dem Stellplatz fĂŒr das Lastenrad auch den Strom zur VerfĂŒgung, der ĂŒber ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach generiert wird. „Ein rundum nachhaltiges Projekt!“, freut sich der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Katholischen Akademie, Martin Immenschuh.

Das Dreirad mit der großen Tranportkiste vorne kann rund 100 kg Last transportieren, was dank der ElektrounterstĂŒtzung auch keine Schwerarbeit ist. Da der Laderaum so groß ist wie bei einem Auto und die LastenrĂ€der intensiv genutzt werden, werden durch das Projekt ca. 0,8 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart – rund 1/3 der Emissionen eines PKW’s pro Jahr. Finanziert wird das Rad von den ElektrizitĂ€tswerken Schönau (EWS), bei denen die Katholische Akademie ebenfalls Kunde ist. Vor der Nutzung des Verleihs ist eine kostenfreie Anmeldung erforderlich. Das Lastenrad lĂ€sst sich dann einfach ĂŒber die Website www.lastenvelofreiburg.de online ausleihen und reservieren. Dreißig Minuten vor Reservierungsbeginn werden die Kombinationen fĂŒr die zwei Zahlenschlösser, mit denen das Rad gesichert ist, automatisch per Mail ĂŒbermittelt. Mit den Codes werden die beiden Schlösser vor Ort geöffnet. Nach der Nutzung wird das Fahrrad wieder zurĂŒckgestellt und falls nötig der Akku mit der LadesĂ€ule verbunden.

„Wir freuen uns, dass wir dieses innovative Projekt mit unseren Mitteln unterstĂŒtzen können und somit nachhaltige MobilitĂ€t weiter voran treiben“, meint Karsten Kreutzer abschließend.
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Vom Paradiesvogel zur Feldlerche
Lina HÀhnle an Schreibmaschine (c) Archiv Magda und Wilfried Knöringer
 
Vom Paradiesvogel zur Feldlerche
Der NABU feiert 120. Geburtstag

Berlin – „Vom Paradiesvogel zur Feldlerche“ – Unter diesem Motto blickt der NABU auf seinen 120. Geburtstag am 1. Februar 2019. 1899 grĂŒndete Lina HĂ€hnle den Deutschen Bund fĂŒr Vogelschutz (BfV), der seit 1990 mit dem Zusammenschluss ost-und westdeutscher NaturschĂŒtzer Naturschutzbund Deutschland heißt. Heute ist der NABU ein moderner Umweltverband mit einem breiten Themenspektrum. Er engagiert sich fĂŒr eine naturvertrĂ€gliche Landwirtschaft, in der Insekten und Vögel eine Zukunft haben, den Schutz der Meere, streitet fĂŒr eine umweltvertrĂ€gliche Energie- und Verkehrswende, entwickelt Konzepte zur Abfallvermeidung und mischt sich in die politischen Debatten ein – in Berlin, BrĂŒssel und bundesweit mit seinen mehr als 2.000 Gruppen. Mit 700.000 Mitgliedern und Förderern ist er der grĂ¶ĂŸte deutsche Umweltverband. Rund 40.000 ehrenamtlich aktive Naturschutzmacherinnen und Naturschutzmacher engagieren sich fĂŒr die Natur vor Ort: Sie initiieren Artenschutzprojekte vom Fledermaus- bis zum Schwalbenschutz, pflegen artenreiche LebensrĂ€ume, erklĂ€ren die Natur bei FĂŒhrungen und erheben ihre Stimme in Beteiligungsverfahren beispielsweise bei Ortsumgehungen und anderen Infrastrukturplanungen.

„Es ist ein stolzes Alter und ein langer, erfolgreicher Weg, den unser Verband seit seiner GrĂŒndung durch Lina HĂ€hnle zurĂŒckgelegt hat. Die Motivation heute und damals ist gleich geblieben. Es geht im Kern darum, unseren faszinierenden Planeten mit seiner atemberaubenden Vielfalt zu erhalten und zu schĂŒtzen, vor unserer HaustĂŒr und in unseren Projektregionen. Ich danke unseren Mitgliedern, UnterstĂŒtzern, Partnern und besonders unseren Naturschutzmacherinnen und Naturschutzmachern fĂŒr ihren unermĂŒdlichen Einsatz“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Den RĂŒckgang von LebensrĂ€umen und den Schwund von Insekten, Feldvögeln und vielen weiteren Arten aufzuhalten, die Zerschneidung und Versiegelung der Landschaft einzudĂ€mmen und ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz werden in diesem Jahr wichtige Herausforderungen fĂŒr die Umweltpolitik.

Auch hat der NABU lĂ€ngst VorschlĂ€ge vorgelegt, wie eine umweltvertrĂ€glichere Förderung von Landwirten kĂŒnftig aussehen kann. „Wir brauchen eine neue EU-Agrarpolitik. Steuergelder mĂŒssen so verteilt werden, dass Natur und Landwirte gleichermaßen profitieren. Statt pauschaler Förderung sollten Leistungen an Naturschutzmaßnahmen gekoppelt sein. Wir brauchen Vielfalt in der Landschaft, mehr Wiesen und Weiden statt öder Nutzpflanzensteppen“, so der NABU-PrĂ€sident.

Starke Nicht-Regierungsorganisationen seien ein wichtiger Teil einer funktionierenden lebendigen Demokratie. Vor diesem Hintergrund warnte der PrĂ€sident vor Bestrebungen aus der Politik, die Klagerechte von UmweltverbĂ€nden, vor Gericht gegen umstrittene Behördenentscheidungen vorzugehen, einzuschrĂ€nken. Erst Ende vergangenen Jahres gab es dazu einen Vorstoß der BundeslĂ€nder. „Diese Beteiligung ist ein hohes Gut, davon profitieren alle letztlich durch Planungssicherheit. Die Verbandsklage gibt der Natur, die sich nicht selbst verteidigen kann, eine starke Stimme. Wir klagen nicht um des Klagens Willen, sondern da, wo nicht sorgfĂ€ltig geplant oder Vorgaben nicht ausreichend berĂŒcksichtigt wurden“, so Tschimpke.

Unter Lina HĂ€hnle erzielte der Verband 1908 den ersten großen Erfolg mit der VerschĂ€rfung des Reichs-Vogelschutzgesetzes, das den bis dahin in Deutschland noch ĂŒblichen Krammetsvogelfang, den Fang vor allem von Wacholderdrosseln, verbot. Die erste internationale und damals schon bildstarke Kampagne setzte sich 1910 gegen die „Schmuckvogelausrottung“ ein. Die Motive zeigen Damen mit opulentem Kopfputz. Denn die prachtvollen Schmuckfedern der Paradiesvögel und vieler Reiher waren seinerzeit ein begehrtes Objekt fĂŒr die Hutmode. Der Einsatz fĂŒr Vögel ist bis heute zentral fĂŒr die NABU-AktivitĂ€ten: Das reicht vom Klassiker unter den Naturobjekten, dem „Vogel des Jahres“ aktuell mit der gefĂ€hrdeten Feldlerche als Jahresvogel 2019 , ĂŒber die Citizen-Sciene-Aktionen „Stunde der Gartenvögel“ und „Stunde der Wintervögel“, an denen sich ĂŒber 130.000 Menschen beteiligen, bis zur klassischen praktischen Naturschutzarbeit und fachlichen und umweltpolitischen Öffentlichkeits- und Gremienarbeit.

Der Kauf aus Naturschutzsicht wertvoller FlĂ€chen, um Ökosysteme dauerhaft zu schĂŒtzen, ist bis heute aktuell. Am Federsee erwarb Lina HĂ€hnle 1911 mit privatem Kapital das erste große Naturschutzgebiet in einer GrĂ¶ĂŸe von damals 16 Hektar. Im Federseemoor in Baden-WĂŒrttemberg besitzt der NABU heute etwa 500 Hektar. Diese Tradition fĂŒhrt die 2002 gegrĂŒndete NABU-Stiftung Nationales Naturerbe erfolgreich fort. Inzwischen hat sie mehr als 20.000 Hektar Lebensraum fĂŒr seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen gesichert.

Mit Blick auf ein weiteres JubilĂ€um in diesem Jahr – 30 Jahre Mauerfall – ist der NABU stolz auf den erfolgreichen Zusammenschluss der NaturschĂŒtzerinnen und NaturschĂŒtzer in Ost und West. Der heutige NABU ist eine der wenigen Organisationen, die bei der Vereinigung den Namen des Ost-Partners (damals „Naturschutzbund in der DDR“) ĂŒbernehmen. NABU-Markenzeichen ist der Weißstorch. Den Wappenvogel trĂ€gt der Verband seit 1966 im Logo. Die Zuteilung des „Nationalvogels“ erfolgte damals durch den Internationalen Rat fĂŒr Vogelschutz, heute BirdLife International.
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Feinstaub & Stickoxide / LĂŒgen & Lobby / Rauchen ist gesund
Asbest ist kein Gesundheitsproblem, Rauchen verursacht keinen Lungenkrebs, FCKWs haben nichts mit dem Ozonloch zu tun, schwere AtomunfÀlle sind undenkbar, es gibt keinen menschengemachten Klimawandel...

Seit Jahrzehnten gab und gibt es weltweit industriegelenkte Debatten und Schein-BĂŒrgerinitiativen, manipulierte Untersuchungen, Angriffe auf kritische WissenschaftlerInnen und UmweltverbĂ€nde, um die Gefahren von Asbest, FCKW, DDT, Rauchen, Atomkraft und Klimawandel herunterzuspielen. Industrienahe "Experten" haben es geschafft, daß Asbest weiterhin verwendet wurde, obwohl die Gefahren bekannt waren. Immer noch gibt es in Deutschland mehr TodesfĂ€lle durch Asbest-Belastungen als tödliche ArbeitsunfĂ€lle. Zehntausende von Menschen sind auch aufgrund von organisierten und nie bestraften Propagandaverbrechen der Asbest-Industrie und ihrer PR-Abteilungen gestorben und die LĂŒgenkampagnen von Big-Oil und Big-Coal zum Klimawandel werden Millionen von Opfern fordern. Die TĂ€ter wurden nie bestraft und diese Kampagnen waren und sind ein blinder Fleck der Medien-Berichterstattung.

Jahrzehntelang haben Konzerne, MilliardÀre, neoliberale Think Tanks und auch die Autolobby solche Desinformationskampagnen organisiert, finanziert und z. B. politisches Handeln gegen den Klimawandel verzögert und verhindert. Mit vergleichbaren Kampagnen werden auch die regenerativen Energien und die Energiewende in Deutschland bekÀmpft.

Eine Ă€hnlich gut organisierte Desinfomationskampagne lĂ€uft aktuell in Deutschland: In einer gut geplanten PR-Kampagne greift eine kleine Minderheit der LungenĂ€rzte die aktuellen Grenzwerte zu Feinstaub und Stickoxiden an. Das so genannte Positionspapier wurde vom Lungenexperten Dieter Köhler verfasst. Es wurde nach Medienberichten bereits Anfang Januar 2019 an 3800 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Pneumologie (DGP) verschickt - aber nur 112 haben es nach aktuellem Stand unterschrieben, also weniger als 3 Prozent der angefragten Lungenexperten. Die UnterstĂŒtzer dieser Kampagne sind u.a. die Bild-Zeitung, die Welt, neoliberale Netzwerke und Afd, CDU, CSU und FDP. Die Methoden erinnern an die schrecklich erfolgreichen Kampagnen der industriegelenkten Klimawandelleugner in den USA. Die gezielt gestreute Meinung einer kleinen Gruppe der LungenĂ€rzte wird geschickt genutzt, um Zweifel an etablierten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu erzeugen.

Auch Grenzwerte sind nicht "heilig" und wir brauchen wissenschaftlich fundierte Debatten und Studien. Diese sollten dann aber nicht nur von wirtschaftlichen Interessen geprÀgt sein.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
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Neue Daten: Seit 1980 verschwand mehr als jeder zweite Feldvogel in Europa
Uferschnepfe (c) NABU/Natalie Meyer
 
Neue Daten: Seit 1980 verschwand mehr als jeder zweite Feldvogel in Europa
NABU: EU-Agrarpolitik wirkt fatal auf Vogelwelt

Prag/Berlin – Europas Feldvögel kommen nicht auf die Beine: Dies zeigen neueste Daten des europaweiten Vogelmonitorings, veröffentlicht vom European Bird Census Council. Demnach sind zwischen 1980 und 2016 in der EU 56 Prozent aller Feldvögel verschwunden – und damit mehr als jedes zweite Tier, darunter Feldlerchen, Kiebitze, Feldsperlinge oder Stare.

„Diese Zahlen sind alarmierend. Vögel zeigen uns zuverlĂ€ssig an, wie gesund eine Landschaft ist. Wenn die BestĂ€nde von Feldlerche und Co. einbrechen, ist es ein Zeichen dafĂŒr, dass unsere Wiesen und Felder veröden. Und auch dafĂŒr, wie fatal sich die aktuelle EU-Agrarpolitik auf die Vogelwelt auswirkt“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Viele der frĂŒher hĂ€ufigen und weit verbreiteten Arten fĂ€nden heute in den ausgerĂ€umten Landschaften kaum mehr Brut- und LebensrĂ€ume, ebenso fehlt Nahrung wie Insekten und WildkrĂ€uter.

Seit 2012 scheinen die europĂ€ischen FeldvogelbestĂ€nde auf diesem Ă€ußerst niedrigen Niveau zu verharren, ohne dass der bisherige AbwĂ€rtstrend gestoppt wurde oder Zeichen eines Aufschwungs erkennbar sind. In den neu hinzugekommenen EU-Mitgliedstaaten gehen die FeldvogelbestĂ€nde sogar weiter zurĂŒck. „Seit die EU-Agrarsubventionen auch in Bulgarien, Polen oder Lettland eine umweltschĂ€dliche Landwirtschaft anheizen, gerĂ€t auch in Mittel- und Osteuropa die einst so vielfĂ€ltige Natur zunehmend unter die RĂ€der. Von dem Ziel der EU-Vogelschutzrichtlinie, alle Arten in einen guten Erhaltungszustand zu bringen, sind wir weiterhin meilenweit entfernt“, kritisierte Miller.

Auch in Deutschland ist die Lage weiterhin Ă€hnlich alarmierend: Der Agrarvogelindex der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, der die Entwicklung der wichtigsten Feldvögel zusammenfasst, ging zwischen 1990 und 2015 um ĂŒber 20 Prozent zurĂŒck. FĂŒr den Zeitraum ab 1980 muss man davon ausgehen, dass hierzulande deutlich ĂŒber 40 Prozent der Feldvögel verschwanden. Der aktualisierte Index fĂŒr Deutschland wird im FrĂŒhjahr dieses Jahres veröffentlicht.

Eine Trendwende ist nach Ansicht des NABU nur durch eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik möglich, die grundlegend umweltvertrĂ€glicher werden muss. Aktuell verhandeln in BrĂŒssel die EU-Mitgliedstaaten ĂŒber die kĂŒnftige Verteilung der milliardenschweren Agar-Subventionen ab 2021. „FĂŒr Landwirte muss es sich finanziell lohnen, auf ihren FlĂ€chen Lebensraum fĂŒr Feldlerchen oder Kiebitze zu erhalten. Bislang bewirkt die EU das Gegenteil: Durch die Förderung von FlĂ€chenbesitz, ohne RĂŒcksicht auf die Art und Weise wie auf den FlĂ€chen gewirtschaftet wird, sind Landwirte zu einer immer stĂ€rkeren AusrĂ€umung ihrer Felder gezwungen. Damit muss Schluss sein, im Interesse von Natur, Verbrauchern und Landwirten“, so Miller.

Durch eine sinnvolle Umverteilung des derzeit grĂ¶ĂŸten EU-Haushaltspostens könnten ausreichend Mittel frei werden, um eine fĂŒr Landwirte und Natur gleichermaßen profitable Agrarpolitik zu schaffen. So könnte sich das Anlegen von Schutzstreifen fĂŒr Feldlerchen oder Kiebitze, der Erhalt von Hecken, Brachen oder FeuchtflĂ€chen fĂŒr Landwirte finanziell lohnen. Ein besserer Feldvogelschutz kommt zudem vielen weiteren Arten zugute, etwa Bienen und Hummeln, die fĂŒr die BestĂ€ubung in der Landwirtschaft unersetzlich sind.

Am 28. Januar verhandeln die EU-Agrarminister in BrĂŒssel die konkreten Umweltmaßnahmen fĂŒr die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Jahre 2021 bis 2028. Wie sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner dann positionieren wird, ist unklar, bislang lĂ€sst sie jegliche konkrete VorschlĂ€ge fĂŒr die Umweltaspekte der GAP vermissen. „Frau Klöckner muss sich endlich fĂŒr eine naturvertrĂ€glichere Agrarpolitik einsetzen. Die Datenlage zum Niedergang der Natur in der Agrarlandschaft ist so eindeutig wie erdrĂŒckend. Sollte Frau Klöckner diese Fakten weiter in Frage stellen, macht sie sich mitschuldig am Verschwinden von Millionen Vögeln und dem Ausbluten des lĂ€ndlichen Raums“, so Miller.
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