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Verschiedenes

Lucens Schweiz: Schwerer Atomunfall (GAU) vor 50 Jahren
Quelle: BUND SĂŒdlicher Oberrhein
 
Lucens Schweiz: Schwerer Atomunfall (GAU) vor 50 Jahren
Am 21.01.2019 jĂ€hrt sich einer der bestverdrĂ€ngten AtomunfĂ€lle der Welt zum fĂŒnfzigsten mal

Wer an schwere AtomunfĂ€lle, an Kernschmelzen und an den grĂ¶ĂŸten anzunehmenden Unfall (GAU) denkt, der denkt an Fukushima, Tschernobyl und Harrisburg. Aus dem kollektiven GedĂ€chtnis (fast) erfolgreich gelöscht wurde der schwere Atomunfall im Versuchsreaktor Lucens in der Schweiz am 21. Januar 1969.

Nichts auf der Homepage der kleinen Gemeinde Lucens (CH) lĂ€sst erahnen, daß dieser Ort in der Liste der schweren UnfĂ€lle in kerntechnischen Anlagen aufgefĂŒhrt ist. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trĂ€umten auch in der Schweiz einige Lobbyisten einen doppelten Traum. Den Traum vom "ewigen Strom durch Atom" und von der "eigenen, schweizer Atombombe". Aus diesen beiden GrĂŒnden wurde in der kleinen Gemeinde Lucens ein neuer Reaktortyp realisiert, eine schweizerische Eigenentwicklung. 100m weit in den Berg gebaut entstand in einer Felskaverne ein kleiner Natururan-Reaktor, in dem auch atombombenfĂ€higes Plutonium erzeugt werden sollte. Die Inbetriebnahme verzögerte sich wegen technischer Probleme immer wieder, aber am 10. Mai 1968 wurde der Betrieb des unterirdischen "Kleinst-AKW" aufgenommen. Am 21. Januar 1969 kam es durch eine Störung im KĂŒhlsystem zum teilweisem Schmelzen eines Brennelementes, was das Bersten des Druckrohres und schwere SchĂ€den im Reaktorkern zur Folge hatte.

Bei diesem schweren Atomunfall (GAU) wurde ein Brennelement ĂŒberhitzt und zerstört. In der Folge kam es zu einem Brand und einer Explosion, bei der das Druckrohr weggesprengt wurde. Dabei entwichen radioaktive Gase u.a. in die Kaverne, die daraufhin so stark verseucht war, daß sie fĂŒr Jahre zugemauert werden musste. Neben Fukushima, Tschernobyl, Sellafield und Harrisburg war dieser Atomunfall in einem Schweizer AKW einer der großen AtomunfĂ€lle in der Geschichte der Atomindustrie. Er fĂŒhrte nur deshalb nicht zu einer großen Katastrophe, weil der Versuchsreaktor sehr klein und in eine Felskaverne eingebaut war. Das radioaktive Potential war noch nicht so groß, weil der kleine Versuchsreaktor bereits kurz nach der Inbetriebnahme und nach wenigen ProbelĂ€ufen durchbrannte.

Seit 1969 versucht die Schweizer Atomlobby die Erinnerung an diesen Unfall in der "sicheren und sauberen" Schweiz zu löschen. AtomunfÀlle und Kernschmelzen, das gibt es im Bewusstsein der Menschen auch in Deutschland doch nur im "unsicheren Russland oder im fernen Japan". Die schweren UnfÀlle in Sellafield, Harrisburg und Lucens wurden und werden auch in Deutschland gerne verdrÀngt.

Mit der Zwischenlagerung der "atomaren Reste des Versuchs" in der grenznahen WĂŒrenlinger ZWILAG ist das Kapitel Lucens nun aber keinesfalls endgĂŒltig abgeschlossen. Der radioaktive Schrott des durchgebrannten Brennelements wird noch eine Million Jahre weiter strahlen. Ein vergleichbarer Unfall in einem anderen, großen AKW der Schweiz könnte diese auf Dauer unbewohnbar machen. Dass aus der beinahe- Katastrophe nichts gelernt wurde, zeigt die Tatsache, dass im schweizerischen Beznau das Ă€lteste und eines der gefĂ€hrlichsten AKW der Welt betrieben wird. Und jedes weitere Land das mit Hilfe der "friedlichen" Nutzung der Atomkraft zu Atomwaffen kommt, ist eine Katastrophe fĂŒr den Frieden und die Welt.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
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VAG entwickelt ihre digitale Informations- und Vertriebsplattform weiter
Übergabe der Förderungsurkunde / Foto: VAG
 
VAG entwickelt ihre digitale Informations- und Vertriebsplattform weiter
Dank einer Förderzusage des Bundes ĂŒber eine Millionen Euro im Rahmen des Projektes „Green City Masterplan“ gibt es fĂŒr die Freiburger Verkehrs AG (VAG) jetzt grĂŒnes Licht, um bereits vorhandene digitale Vertriebs- und Informationsangebote weiterzuentwickeln und auszubauen. Die VAG VorstĂ€nde Stephan Bartosch und Oliver Benz konnten den Förderbescheid am Donnerstag, 10. Januar, aus den HĂ€nden des Bundestagsabgeordneten Matern von Marschall entgegennehmen. "Die MobilitĂ€ts-App der VAG leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass Freiburg bei sauberer Luft die Nase vorn hat. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs wird damit fĂŒr die BĂŒrger einfacher und komfortabler. Es freut mich, dass auch die Freiburger VAG vom „Sofortprogramm zur Luftreinhaltung – Digitalisierung von Verkehrssystemen“ des Bundes profitiert. Besonders möchte ich mich bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer MdB fĂŒr die Förderung bedanken," erklĂ€rt Matern von Marschall bei der Übergabe.

„Wir werden die Fördermittel unter anderem dazu verwenden, die bestehende Fahrplanauskunft „VAGmobil“ zu einer multimodalen MobilitĂ€ts-App weiterzuentwickeln, aus der heraus man seine Wege mit allen umweltfreundlichen MobilitĂ€tsangeboten einfach planen, buchen und bezahlen kann,“ beschreibt Oliver Benz eines der geplanten Projekte. ZukĂŒnftig soll man also bei der Planung eines Weges von A nach B nicht nur den ÖPNV, sondern zum Beispiel auch das Fahrradverleihsystems Frelo einbeziehen können, die VerfĂŒgbarkeit von LeihrĂ€dern prĂŒfen, und diese sogleich auch buchen und bezahlen.

Um das neue Informationsangebot verwirklichen zu können sind vorbereitende Arbeiten in mehreren Handlungsfeldern notwendig. Eine Voraussetzung ist der Ausbau digitaler Vertriebswege und die Entwicklung kundenfreundlicher Prozesse fĂŒr eine einfache Handhabung und Kommunikation. Da sich die Kundenkommunikation immer auch an gemeinsame Kunden der Verbundpartner im RVF richtet, findet eine enge Abstimmung mit dem RVF statt. „Mit der Förderung durch den Bund ist es uns möglich, diese Digitalisierungsprojekte umzusetzen, das schon lange auf unserer Wunschliste stand, dafĂŒr ein herzliches Dankeschön an das Verkehrsministerium, “ bringt Stephan Bartosch die Bedeutung der zusĂ€tzlichen Bundesmittel fĂŒr die VAG auf den Punkt.

Die genannten Vorhaben sind Teil des stĂ€dtischen „Green City Masterplans“. Dies eröffnete die Möglichkeit einen Förderantrag im Bundesprogramm „Sofortprogramm zur Luftreinhaltung – Digitalisierung von Verkehrssystemen“ zu stellen, der nun auch bewilligt wurde: Die Gesamtkosten fĂŒr Investitionen und Personal belaufen sich auf 2 Millionen Euro, eine Million davon werden aus Mitteln des Bundesprogramms getragen. GemĂ€ĂŸ den Förderbedingungen ist das Projekt bis zum 31.12.2020 umzusetzen und abzurechnen.

Das Ziel des Projektes ist es, den Zugang zu Verkehrsmitteln des sogenannten Umweltverbundes erheblich zu vereinfachen. Zum Umweltverbund zĂ€hlen in diesem Sinne neben dem ÖPNV auch Bikesharing- und Carsharing- Angebote. Durch einen vereinfachten Zugang soll die Nutzung der umweltfreundlicheren Verkehrsmittel verstĂ€rkt und damit die Luft-Schadstoffbelastung – insbesondere bei den Stickoxiden – verringert werden.

Was ist der „Green City Masterplan“?

Im Green City Masterplan wurden seitens der Stadt Freiburg vielfÀltige Themen zur Luftreinhaltung zusammengetragen und mit konkreten Projekten hinterlegt.

Voraussetzung, um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sofortprogramm zur Luftreinhaltung“ zu erhalten ist , dass das zu fördernde Projekt zunĂ€chst als Teil des stĂ€dtischen Masterplans akzeptiert wurde.

Auch ĂŒber die nun geförderten Digitalisierungsprojekte hinaus wird die VAG in den kommenden Wochen und Monaten aktiv werden: Die AusrĂŒstung erster Busse und Stadtbahnen mit W-LAN ist in Arbeit und fĂŒr Sehbehinderte sind erweiterte digitale Orientierungshilfen an Haltstellen und in Fahrzeugen sowie die Einbindung digitalisierter Störungsmeldungen in Planung.
 
 

Riesenflohmarkt in der Messehalle Freiburg
Foto: Veranstalter
 
Riesenflohmarkt in der Messehalle Freiburg
Freiburg. Am Freitag, 4.1. und Samstag, 5.1. findet in der Freiburger Messehalle der beliebte Riesenflohmarkt statt. 250 Aussteller bieten mit Edeltrödel, Möbeln, Elektronik, Schmuck, 2nd-Hand, Briefmarken, bis hin zu Sammlerwaren und ausgesuchten RaritĂ€ten ein abwechslungsreiches Sortiment an. Viele ĂŒberregionale und internationale Aussteller, sowie das geöffnete Messerestaurant laden zum langwierigen Verweilen und Genießen in entspannter AtmosphĂ€re ein.
Frönen Sie ihrer Leidenschaft und ergattern Sie beim Streifzug durch die Halle mit ein wenig GlĂŒck den einen oder anderen Schatz. Denn hier findet sich fĂŒr jeden Geldbeutel das Richtige und die Aussteller geben gerne Auskunft ĂŒber jedes der unzĂ€hligen PrachtstĂŒcke.

Die Öffnungszeiten sind Freitag von 14-19 Uhr und Samstag von 9-17 Uhr

Besuchereintritt: 3,- Euro / vergĂŒnstigter Eintrittspreis durch den Erwerb von Mehrfach-Eintrittskarten möglich
Das GelĂ€nde ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und hat auch ausreichend BesucherparkplĂ€tze direkt vor der Messehalle. Somit ist der Trödelmarkt fĂŒr jedermann gut erreichbar.

Weitere Informationen und andere Flohmarkt-Termine erhalten Interessierte beim Veranstalter SĂŒMa Maier GmbH unter Telefon 07623 74192-0 oder im Internet unter www.suema-maier.de
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„Frelo“ startet Mitte 2019
Frelo / Foto: VAG
 
„Frelo“ startet Mitte 2019
Vergabe erfolgt: „nextbike“ aus Leipzig betreibt Fahrradverleihsystem

Das Fahrradverleihsystem „Frelo“ wird voraussichtlich Mitte kommenden Jahres mit 400 RĂ€dern und 55 Stationen seinen Betrieb in Freiburg aufnehmen. Betreiberin des Systems wird die „nextbike GmbH“ aus Leipzig sein, deren Angebot bei einer europaweiten Ausschreibung alle Anforderungen und QualitĂ€tsvorgaben von Stadt und Freiburger Verkehrs AG (VAG) erfĂŒllte und somit den Zuschlag erhalten hat. Der Vertrag lĂ€uft bis Ende 2024. Vertragspartnerin von nextbike ist die VAG. Deren Vorstand Oliver Benz macht die Rolle des Verkehrsunternehmens deutlich: „Seit 117 Jahren organisiert die VAG mit Straßenbahn- und Busverkehren einen betrĂ€chtlichen Teil der MobilitĂ€t in Freiburg. Jetzt sind wir in einer Phase, in der wir unsere Expertise als MobilitĂ€tsdienstleister auf weitere MobilitĂ€tsarten ausdehnen und sozusagen multimodal werden. Unser Ziel ist es mittelfristig auch, bestehende und neue hinzukommende MobilitĂ€tsangebote digital zu vernetzen.“ Freiburgs BaubĂŒrgermeister Martin Haag ergĂ€nzt dazu: „„Es geht uns beim Fahrradverleihsystem darum, das MobilitĂ€tsangebot fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sowie fĂŒr die
vielen Touristinnen und Touristen der Stadt um einen weiteren Baustein zu erweitern. Vor allem fĂŒr Menschen, die mit Bus und Bahn in Freiburg unterwegs sind oder mit dem öffentlichen Verkehr nach Freiburg kommen, erweitert das Fahrradverleihsystem den Aktionsradius abseits der Haltestellen und stellt eine gute ErgĂ€nzung zum ÖPNV dar. Gemeinsam mit der VAG machen wir es den kĂŒnftigen Nutzerinnen und Nutzern noch leichter, ohne Auto in Freiburg mobil zu sein.“

„Wir haben uns sehr ĂŒber den Zuschlag gefreut“, erklĂ€rt nextbike GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ralf Kalupner. „Freiburg ist eine wunderschöne Stadt, in der durch unser öffentliches Fahrradverleihsystem der Radverkehrsanteil weiter gefördert werden wird. Auch wenn man ein eigenes Rad hat, gibt es viele Situationen, in denen man „Frelo“ nutzen kann, z.B. in Kombination mit dem ÖPNV oder fĂŒr Radtouren mit dem Besuch.“

Bevor „Frelo“ endgĂŒltig starten kann sind noch einige Vorarbeiten notwendig. So beginnt im Januar zum Beispiel in enger Abstimmung von VAG, Garten- und Tiefbauamt und nextbike die Planung und Positionierung der 55 angestrebten Fahrrad-Standorte, die ĂŒber das gesamte Freiburger Stadtgebiet verteilt sein sollen.

Das Verleihsystem

Die VAG und die Stadt haben sich fĂŒr ein stationsbasiertes System entschieden, bei dem die RĂ€der nicht wild abgestellt werden. Dadurch soll ein geordnetes und sicheres Aufstellen der LeihrĂ€der gewĂ€hrleistet sein. Nutzerinnen und Nutzer können sich ein Leihrad an einer Station ausleihen und an derselben oder an einer beliebigen anderen Station wieder zurĂŒckgeben.

Der Ausleihvorgang:

Um eines der FahrrĂ€der nutzen zu können ist eine einmalige Registrierung ĂŒber Smartphone-App, Homepage, Terminal oder Telefonhotline notwendig. Die RĂ€der selbst sind dann ĂŒber die genannten KanĂ€le und mittels einer Kundenkarte ausleihbar. An zehn Stationen können sich zudem auch Personen, die spontan
radeln möchten und kein Smartphone besitzen, mittels dort befindlicher Terminals informieren, anmelden und ein „Frelo“ leihen.

Die Tarife:

Pro 30 Minuten Fahrt wird in der Regel 1 Euro fÀllig.

FĂŒr all jene, die mit nextbike ein Abo fĂŒr bestimmte NutzungszeitrĂ€ume abschließen, ist die erste halbe Stunde jeder Fahrt kostenlos. Auch fĂŒr alle, die eine RegioKarte ĂŒber eines der Abos beziehen (RegioKarte Erwachsene im Abo; RegioKarte SchĂŒler, Azubi im Abo; RegioKarte Job; JobTicket BW), sind die ersten 30 Minuten jeder Fahrt umsonst.

Gleiches gilt fĂŒr Studierende der Albert-Ludwigs-UniversitĂ€t und der Musikhochschule, die im Rahmen einer Kooperation fĂŒr eine geringe, im Semesterbeitrag enthaltene Summe, die RĂ€der fĂŒr die erste halbe Stunde jeder Fahrt kostenlos nutzen können und fĂŒr die folgenden Nutzungszeiten nur den halben Preis zahlen werden.

Wer ist nextbike?

nextbike wurde im Jahr 2004 in Leipzig gegrĂŒndet. Die Bike Sharing-Pioniere betreiben derzeit in mehr als 60 deutschen StĂ€dten und aktuell 27 LĂ€ndern öffentliche Fahrradverleihsysteme.

Das Freiburger Verleihsystem wird mit dem neuesten Radmodell von nextbike ausgestattet, das zwar robust, aber fĂŒr ein Leihfahrrad dennoch relativ leicht ist. Die FahrrĂ€der haben ein smartes, integriertes Rahmenschloss und verfĂŒgen ĂŒber 7 GĂ€nge.

Finanzierung

Die Stadt Freiburg stellt gemĂ€ĂŸ einem Gemeinderatsbeschluss fĂŒr die Finanzierung des Systems einen Zuschuss von höchstens 300.000 Euro pro Jahr zur VerfĂŒgung. Dieser wird aus Mitteln der Übernachtungsteuer finanziert.
 
 

 
Zehn neue Mitglieder unterstĂŒtzen die Chef Alliance von Slow Food Deutschland
In der Chef Alliance von Slow Food engagieren sich Köchinnen und Köche, die ihren Kochlöffel zukunftsfĂ€hig schwingen und es damit ernst meinen: Sie nutzen saisonale Zutaten sowie alte Sorten aus ihrer Region, kennen deren Erzeugerinnen und Erzeuger und verzichten vollstĂ€ndig auf industriell verarbeitete Produkte und Zusatzstoffe. Das Netzwerk besteht seit 2016, zĂ€hlt inzwischen 30 Mitglieder aus zehn BundeslĂ€ndern und schließt das Jahr 2018 mit seinem bislang grĂ¶ĂŸten Wachstum.

Die Mitglieder der Chef Alliance ĂŒbernehmen nicht nur fĂŒr den Genuss ihrer GĂ€ste Verantwortung, sondern ebenso fĂŒr die Herkunft ihrer Produkte und ihre Kultur- und Naturlandschaften. Als ÜberzeugungstĂ€ter begeistern sie ihre GĂ€ste mit allen Sinnen von einer ressourcenschonenden und in ihrer Region verankerten KĂŒche. Dabei verarbeiten sie unter anderem Passagiere der „Arche des Geschmacks“. Das sind Lebensmittel, Nutztierrassen sowie GemĂŒse- und Obstsorten, die aufgrund ihrer langsamen und vergleichsweise aufwendigen Herstellung oder Aufzucht von unseren SpeiseplĂ€nen zu verschwinden drohen. 2018 ist die Chef Alliance auf 30 Köchinnen und Köche angewachsen. „Die Zeichen der Chef Alliance stehen auf Wachstum und das hat enormes Potential fĂŒr unser Ziel, regionale und ökologische Wertschöpfung wiederzubeleben. Indem die Mitglieder ihre Speisekarten regional verorten, beeinflussen sie entsprechend Angebot und Nachfrage. Bei ihren GĂ€sten wecken sie ĂŒber den Geschmack Interesse fĂŒr das, was hinter den Produkten steckt. Und das sind Mensch, Tier und Umwelt,“ so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

Katharina BĂ€cker gehört zum Neuzuwachs der Chef Alliance und ist ihr erstes Mitglied in Hessen. Sie betreibt das „beet root“ in Frankfurt, wo sie ihren GĂ€sten ein tĂ€glich wechselndes Angebot frisch zubereiteter vegetarischer und veganer Speisen anbietet. Am Herd steht sie alleine, weshalb sie seit langem den Wunsch nach Austausch mit Gleichgesinnten hegte. Dieser erfĂŒllte sich mit dem Beitritt in die Chef Alliance. „In der Gastronomie wird viel ĂŒber nachhaltige KĂŒche geredet, aber außer WorthĂŒlsen steckt da oft nichts hinter. Als ich die Kolleginnen und Kollegen der Chef Alliance kennenlernte, hatte ich endlich das GefĂŒhl, auf das fĂŒr mich passende Netzwerk gestoßen zu sein. Uns verbinden Ă€hnliche Wert- und Genussvorstellungen und die Kontakte nĂ€hren mich in meiner beruflichen Weiterentwicklung“, erklĂ€rt BĂ€cker. Sie schĂ€tze außerdem, so BĂ€cker, den vertrauensvollen Erfahrungsaustausch darĂŒber, Arbeit- und Privatleben in eine gesĂŒndere Balance zu bringen. Um sich kĂŒnftig verstĂ€rkt regional austauschen zu können, hofft BĂ€cker auf die regionale „Strahlkraft“ der Chef Alliance innerhalb Hessens.

Die Kriterien des Netzwerkes sowie eine Übersicht aller Mitglieder finden Sie online ...
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ÜberwĂ€ltigendes Interesse fĂŒr neuartige Speicherwindkraftwerke
c) Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)-Landesverband Baden-WĂŒrttemberg
 
ÜberwĂ€ltigendes Interesse fĂŒr neuartige Speicherwindkraftwerke
In diesen Tagen lud der Bundesverband WindEnergie (BWE) Landesverband Baden-WĂŒrttemberg zur Mitgliederversammlung nach Gaildorf ein. Christian Oberbeck, BWE-Landesvorsitzender konnte weit ĂŒber 100 Mitglieder begrĂŒĂŸen, die mit großem Interesse das Pilotprojekt der Firma Bögl besichtigten. Im WindparkGaildorf werden neuartige Windturbinen errichtet, die mit integrierten Wasserbatterien versehen sind. In windstarkenZeiten kann aus einem Speicherbecken im Tal Wasser in die Speicher hochgepumpt werden, um bei hohem Strombedarf ĂŒberleistungsstarke Wasserturbinen im 160 m tieferen Kraftwerkelektrischen Strom fĂŒr das Netz zu produzieren. Die Exkursionsteilnehmer bestiegen die weltweit höchste Windenergieanlage bis auf das 40 m hohe Aktivbecken. Danach wurde das moderne Rohrverlegungssystem vom Wasserspeicherbecken zum Pumpspeicherkraftwerk und das noch in der Erstellung begriffene Wasserspeicherbecken im Tal besichtigt.

Bei der anschließenden Mitgliederversammlung wurden ohne Gegenstimmen Christian Oberbeck zum Landesvorsitzenden, Erhard Schulz zum stellvertretenden Landesvorsitzenden sowie Erwin Schweizer
zum SchriftfĂŒhrer gewĂ€hlt.

zum Bild oben:
Impression wĂ€hrend der Exkursion des BWE-Landesverbands Baden-WĂŒrttemberg nach Gaildorf: Zwei Teilnehmer der BWE-Landesverbandsversammlung Baden-WĂŒrttemberg betrachten wĂ€hrend der Exkursion zum Pilotprojekt Gaildorf das in einer Windenergieanlage integrierte Passiv- und Aktivbecken.
Fotograf: Monika Sanwald, MS, Sanwald Fotoggrafie, Bildrecht bei Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)-Landesverband Baden-WĂŒrttemberg.
 
Autor: Erhard Schulz, Stellv. BWE-Landesvorsitzender

Umweltpolitischer RĂŒckblick auf das Jahr 2018
 
Umweltpolitischer RĂŒckblick auf das Jahr 2018
Das Jahr 2018 war fĂŒr den BUND am Oberrhein ein Jahr mit Erfolgen und Niederlagen.
Wir leben in Zeiten, in denen Demokratie, Freiheit und Frieden in der Welt, in Europa, aber auch bei uns zunehmend gefĂ€hrdet sind. Gerade in solchen Zeiten muss sich auch die Zivilgesellschaft zu Wort melden und sich fĂŒr Demokratie, Freiheit, Frieden, Nachhaltigkeit, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit, soziale Gerechtigkeit und die Werte der AufklĂ€rung einsetzen. Der BUND am sĂŒdlichen Oberrhein ist Teil dieser wertebewahrenden Zivilgesellschaft. Naturschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit brauchen einen demokratischen Rahmen.

Es empört uns, dass Banken und MillionÀre
uns und unsere FinanzĂ€mter (bisher) ungestraft mit Cum-Ex GeschĂ€ften um 55 Milliarden Euro betrĂŒgen konnten. Dieses unglaubliche Unrecht, das erschreckend wenig Empörung ausgelöst hat, erinnert uns an die ungesĂŒhnten großen Umweltverbrechen der letzten Jahrzehnte. In der Vergangenheit konnten sich in fast allen großen Umweltprozessen (Bhopal, Seveso, Asbest, Bayer-Holzschutzgiftprozess, Contergan, Diesel-Betrug...) die großen Konzerne und die Verursacher von Leid, Tod und Krankheit mit teuren AnwĂ€lten und teilweise lĂ€cherlichen EntschĂ€digungszahlungen fast ungestraft aus der AffĂ€re ziehen. "Die Gerechtigkeit und das Recht sind wie ein Spinnennetz. Die Kleinen hĂ€lt es fest, die Großen zerreißen es einfach.", heißt ein altes lateinisches Zitat.

100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges
wurde viel von Frieden geredet und geschrieben und gleichzeitig massiv aufgerĂŒstet. Der RĂŒstungsanteil am Bruttoinlandsprodukt in Deutschland liegt zurzeit bei 1,2 Prozent – bis 2020 soll der Verteidigungsetat weiter steigen und die perfekt inszenierten PR-Kampagnen fĂŒr mehr AufrĂŒstung laufen (fast) unwidersprochen. Um das von Herrn Trump geforderte Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen, mĂŒsste Deutschland mehr als 75 Milliarden Euro (75.000.000.000) fĂŒr das MilitĂ€r ausgeben und die RĂŒstungsausgaben fast verdoppeln. Es passt in die zeitgemĂ€ĂŸen Durchsetzungsstrategien, dass Medien, Parteien und RĂŒstungslobby lieber von 2% reden, als von jĂ€hrlich 75 Milliarden Euro.

Der Sommer 2018 war extrem heiß und trocken,
ein "Jahrhundertsommer", wie wir ihn zwischenzeitlich aufgrund des Klimawandels in immer kĂŒrzeren AbstĂ€nden erleben.
Schwerpunkt der Hitze-Berichterstattung war die Forderung der LandwirtschaftsverbÀnde nach EntschÀdigung. Doch der BUND am Oberrhein erinnerte auch an die anderen Folgen der Hitze und Trockenheit. Auch wenn die Hitze und ihre Auswirkungen in Deutschland nicht ganz an das Jahr 2003 heranreichten, so starben auch im Jahr 2018, aufgrund der Hitze, Menschen (nicht nur) in Alten- und Pflegeheimen. Noch zwei, drei solcher Hitzesommer und Trockenjahre und wir werden den Schwarzwald nicht wiedererkennen. Wer heute mit offenen Augen durch den Schwarzwald fÀhrt und geht, erkennt massive, akute WaldschÀden, die stark an die Schadbilder der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern.
Der Ausstieg aus den fossilen Energien und der Wechsel zu umweltfreundlichen Energiequellen könnten die Probleme zumindest ansatzweise lösen. Doch industriegelenkte und industrienahe Klimawandelleugner, BĂŒrgerinitiativen gegen Windkraft und die Deutsche Wildtierstiftung bekĂ€mpfen mit vorgeschobenen Naturschutzargumenten ĂŒberall in Deutschland die umweltfreundlichen, zukunftsfĂ€higen Energien. Die Atomkonzerne nutzen den Klimawandel um mit der Tarnorganisation Nuclear Pride Coalition fĂŒr AKW zu werben.
Im Jahr 2018 ist das letzte mÀnnliche Nördliche Breitmaulnashorn gestorben.
Es ist gut und wichtig, dass sich Medien und Öffentlichkeit verstĂ€rkt mit Themen wie der Ausrottung der Nashörner in Afrika und Asien beschĂ€ftigen. Doch unsere "badischen Nashörner" sind Wolf, Luchs, Wildkatze und Schmetterlinge. FĂŒr sie tragen wir Verantwortung.
FĂŒnf Mal gab es in den vergangenen 540 Millionen Jahren gewaltige Artensterben, zeigen Fossilienfunde. Forscher sehen eine aktuelle, menschengemachte, sechste Welle in vollem Gange und das auch am Oberrhein. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen zur Artenvielfalt sterben bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten tĂ€glich aus. Der Mensch im AnthropozĂ€n hat auf die Artenvielfalt langfristig eine "Ă€hnlich verheerende" Wirkung wie der große Meteor-Einschlag vor 65 Millionen Jahren, der die Dinosaurier ausrottete.
Die zu bauende Arche kann kleiner ausfallen.

Vor zwei Jahren haben wir bundesweit mit als Erste begonnen,
mit Presse- und Internetarbeit und vielen kleinen Anzeigen auf das stille Insektensterben und seine Ursachen aufmerksam zu machen. Zwei Jahre spĂ€ter und zehn Jahre nach der großen Bienenvergiftung in SĂŒdbaden haben wir endlich auch erfreuliche Teilerfolge erzielt. Gegen den heftigsten Widerstand der Agrochemielobby ist es endlich gelungen, zumindest drei besonders gefĂ€hrliche Neonicotinoide zu verbieten. Der wichtige Streit um Neonics hat den kleinen BUND am Oberrhein im Jahr 2013, in einem massiven juristischen Konflikt mit dem Chemiegiganten Bayer, viel Geld gekostet. Umso mehr freuen wir uns ĂŒber den Erfolg fĂŒr die Natur. Aber noch sind manche Neonics erlaubt und der BUND muss darauf achten, dass die Folgegifte nicht Ă€hnlich problematisch sind. Wir freuen uns ĂŒber den Teilerfolg, wissen aber genau, dass das alles noch lange nicht reicht, um das regionale und globale Artensterben auch nur zu bremsen. Und mit Sorge blicken wir auf die geschickten Ablenkungsmanöver der Agrochemielobby. Wir freuen uns ĂŒber jeden blĂŒhenden Ackerrandstreifen, wissen aber auch, dass ein spritzmittelvergifteter BlĂŒhstreifen eine hĂŒbsch anzusehende Todesfalle fĂŒr Insekten ist.

Auch die "schwierigen" regionalen Themen
wie das IRP und der massive FlÀchenverbrauch waren Themen des BUND-Regionalverbandes. Gerade das Problem der zunehmenden Zersiedelung ist im Umland Freiburgs noch viel ausgeprÀgter als in der Stadt selbst. Bei vielen Themen stehen wir im Spannungsfeld zwischen dem notwendigen Schutz der Natur in Zeiten des Artensterbens und sozialer Mitverantwortung.

Der stÀndig expandierende Europapark Rust
plant eine Seilbahn ĂŒber das Naturschutzgebiet Taubergießen. Die NaturschutzverbĂ€nde und Planungsbehörden waren vom Vorstoß Herrn Macks, einer der mĂ€chtigsten und einflussreichsten Personen in SĂŒdbaden, ĂŒberrascht. Einer der genialsten SchachzĂŒge der Werbeabteilung von Herrn Mack ist es, aus dem naturgefĂ€hrdenden Projekt eine "Vision fĂŒr Europa" zu machen. Dennoch lehnen die badisch-elsĂ€ssischen UmweltverbĂ€nde dieses Projekt einhellig ab - VerbĂ€nde, die das Europa der Menschen seit Jahrzehnten praktizieren. Im Jahr 2017 besuchten mehr als 5,6 Millionen Besucher den Park und nach der Erweiterung sollen es noch einmal 800.000 mehr werden. Doch schon jetzt sind die ParkplĂ€tze hĂ€ufig ĂŒbervoll und BesucherInnen mĂŒssen nach Hause geschickt werden. Den alten Forderungen des BUND nach einer besseren Anbindung des Parks an den ÖPNV und nach einem nicht ganz so flĂ€chenfressenden, mehrgeschossigen Parkhaus ist der Europapark leider nicht nachgekommen. Jetzt rĂ€chen sich die Fehler der Vergangenheit. Eine Seilbahn zu einem neuen, flĂ€chenfressenden, ebenerdigen Parkplatz im Elsass ist kein ökologischer Fortschritt.

Bitcoin: Gier und Stromverbrauch
In diesem Jahr waren wir der erste Umweltverband, der auf den unglaublichen Energieverbrauch der Bitcoin-Gier aufmerksam gemacht hat. HĂ€lt der Trend an, könnte die KryptowĂ€hrung in wenigen Jahren so viel Energie verschlingen wie derzeit alle Solaranlagen weltweit erzeugen. Es ist unsere BUND-Aufgabe, frĂŒh auf solche Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen.

Fessenheim-Abschaltung 2020!?
Das alte Atomkraftwerk Fessenheim wird nach Angaben von Frankreichs StaatsprĂ€sident Macron im Jahr 2020 abgeschaltet. FĂŒr die Bevölkerung und den BUND am Oberrhein ist das nun die neunte AnkĂŒndigung eines Abschalttermins fĂŒr das Ă€lteste AKW Frankreichs.
Bei der vorletzten AnkĂŒndigung hatten wir "ein neues, rechtlich wasserdichtes Dekret" von Herrn Macron verlangt. Die AnkĂŒndigung des französischen PrĂ€sidenten nehmen wir zwischenzeitlich erfreut-hoffnungsfroh-illusionslos zu Kenntnis. Wir halten einen Abschalttermin 2020 fĂŒr möglich und wir hoffen, dass die beiden alten Reaktoren so lange durchhalten. Die Gefahr eines extrem schweren Unfalls ist aber erst gebannt, wenn die ReaktordruckbehĂ€lter und die extrem unsicheren Zwischenlagerbecken entleert sind. Es freut uns, dass auch andere französische Reaktoren abgeschaltet werden sollen.

WĂ€hrend wir mit Sorge nach Fessenheim, Leibstadt und Beznau schauen
beginnen perfekt organisierte, globale Kampagnen fĂŒr neue AKW. Nach Fukushima war die Atomlobby fĂŒr kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Jetzt beginnt eine massive, globale Werbekampagne fĂŒr die GefahrzeitverlĂ€ngerung der bestehenden Reaktoren und fĂŒr neue AKW. Die Atom-Propaganda wurde optimiert und die Konzerne treten nicht mehr öffentlich in Erscheinung. PR-Agenturen grĂŒnden Schein-BĂŒrgerinitiativen und rechte und neoliberale Netzwerke rĂŒhren die Werbetrommel. In der Nuclear Pride Coalition, tarnen sich Lobbyisten als Umwelt-Aktivisten und weltweit spielen Vorfeldorganisationen der Konzerne Umweltbewegung. Solche PR-Kampagnen wurden in der Vergangenheit hĂ€ufig begleitet von bezahlten Trollen, die unter wechselnden IdentitĂ€ten Hunderte von Leserbriefen schreiben und die Internetforen (nicht nur) der Medien mit Werbebotschaften fluten. Auch Wikipedia-Manipulation gehört zum AlltagsgeschĂ€ft von Werbeagenturen und Atomkonzernen.

Ein Maisfeld auf der Landesgartenschau in Lahr
löste einen Streit zwischen uns und dem Landwirtschaftsamt Ortenau aus. Auf Tafeln wurde ausgerechnet die Monokultur Mais als tolles Biotop fĂŒr bedrohte Arten dargestellt. Wir bezeichneten diese Infos als Fake-News und schrieben, dass sich im Mais wohl eher der Maiswurzelbohrer, der MaiszĂŒnsler und das Wildschwein wohlfĂŒhlen. Die Presse hat erfreulich kritisch ĂŒber diesen Konflikt berichtet.

Versalzenes Grundwasser
Neben Nitrat, Agrargiften und Altlasten ist insbesondere das Salz eines der großen Grundwasserprobleme in der Rheinebene.
Im Elsass wird gerade fĂŒr unglaublich viel Geld die marode GiftmĂŒlldeponie Stocamine – die „kleine Asse“ am Oberrhein -, saniert. Die hohen Kosten wĂ€ren den SteuerzahlerInnen erspart geblieben, wenn auf die frĂŒhe Kritik von Alsace Nature und BUND-Regionalverband gehört worden wĂ€re.

In Buggingen versalzt seit Jahrzehnten
der AbraumhĂŒgel "Kalimandscharo" das Grundwasser. Eine Anzeige unseres BUND-Regionalverbandes hatte vor vielen Jahrzehnten eine große Razzia und polizeiliche Durchsuchungsaktion bei der Kali und Salz AG ausgelöst. Vor 10 Jahren bestĂ€tigte ein Gerichtsurteil die Verantwortung der Kali und Salz AG fĂŒr dieses Problem und durchkreuzte die KonzernplĂ€ne, die Sanierungskosten auf die SteuerzahlerInnen abzuwĂ€lzen. Doch mit zunehmendem Ärger mĂŒssen wir feststellen, dass sich im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald in Sachen Sanierung wenig tut. Die Behörde sollte endlich einmal in die GĂ€nge kommen, den Salzberg sanieren und die Rechnung an die Kali und Salz AG senden. Zu diesem Thema hat der BUND im Dezember 2018 eine große Postkartenaktion an das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald gestartet.

Erfolge
Da ist das fĂŒr die Insekten so wichtige, lang erkĂ€mpfte Teilverbot fĂŒr Neonicotinoide. Der BUND hat mit dem Urteil vom 5.10.2018 einen vorlĂ€ufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst erreicht. Das Urteil sagt jedoch nichts ĂŒber die Zukunft des Hambacher Forstes aus. Es ist aber ein kleiner Schritt zur Entschleunigung der globalen Zerstörungsprozesse. Ein schöner Erfolg war die erfolgreiche GrĂŒndung eines BUND-Arbeitskreises-Botanik. Unsere regionalen Veranstaltungen, Exkursionen und Lesungen waren gut besucht und wir freuen uns ĂŒber die erfreuliche Zusammenarbeit mit unserer elsĂ€ssischen Schwesterorganisation Alsace Nature. Wir stellen unsere Texte nicht einfach so inÂŽs Netz, wir kĂ€mpfen um das Internet! Auf unserer kleinen regionalen Internetseite www.bund-rvso.de waren tĂ€glich fast 5.000 verschiedene BesucherInnen und wir haben ĂŒber 3.000 NistkĂ€sten verkauft.

So arbeiten wir - eingebunden in das Netzwerk der BUND-Aktiven - an den kleinen und großen Umwelt- und Naturschutzthemen in SĂŒdbaden und der Welt und sind manchmal verzagt angesichts der uns umgebenden Zerstörung und manchmal hoffnungsvoll angesichts von mĂŒhsam errungenen Erfolgen.

Axel Mayer, BUND GeschĂ€ftsfĂŒhrer
 
 

 
Weihnachten – entschleunigt und genussvoll zubereitet
Der Countdown bis Weihnachten steigert bei vielen den Stresspegel. Die notwendige Gelassenheit, um die Feiertage bewusst zu gestalten, kommt oft zu kurz. FĂŒr Slow Food Deutschland aber ist Zeit und WertschĂ€tzung nicht nur der SchlĂŒssel fĂŒr ein nahrhaftes und genussvolles Lebensmittel, sondern auch fĂŒr kulinarische und besinnliche Weihnachten. Der bundesweit aktive Verein empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich vom Genuss anstatt von der Hektik des WeihnachtsgeschĂ€fts leiten zu lassen, gute, nahrhafte Zutaten aus der Region auszuwĂ€hlen, sie kreativ zuzubereiten und gemeinsam zu genießen. Das spart eigene Ressourcen und die unseres Planeten.

Auch ein Feiertag hat nur 24 Stunden
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind um einen gefĂŒllten KĂŒhlschrank zu Weihnachten bemĂŒht. Doch ist gefĂŒllt das eine, ĂŒberfĂŒllt das andere. Zeiten, die sie außerhalb ihrer eigenen vier WĂ€nde, im Familien- und Bekanntenkreis verbringen, planen viele nicht ein und sind ĂŒberrascht, wenn am Ende der Festtage ein Großteil des Einkaufs weiterhin darauf wartet, verzehrt zu werden. Vieles landet auf dem MĂŒll. Um das zu vermeiden, rĂ€t Slow Food, sich zu Weihnachten mehr denn je an einem sorgsam gefĂŒhrten Einkaufszettel zu orientieren, die Reste frĂŒhzeitig weiterzuverarbeiten und haltbar zu machen. Davon profitieren nicht nur ihr Geldbeutel, sondern auch Klima und Umwelt, indem Lebensmittel nicht unnötig verschwendet werden. Um das richtige Maß ĂŒber die Festtage zu halten, hilft der Einkauf auf MĂ€rkten und Höfen. Im direkten Austausch mit kleinbĂ€uerlichen Landwirten und Lebensmittelhandwerkern erfahren ihre Kundinnen und Kunden, was sie aus traditionellen Obst- und GemĂŒsesorten sowie alten Tierrassen der Region Besonderes zubereiten können.

Gans oder gar nicht?
In vielen Haushalten verbindet sich das Weihnachtsfest mit Fleischgenuss. Wie aber entfaltet sich dessen „wahrer“ Genuss? „Einerseits indem wir um die unbedenkliche und somit artgerechte Herkunft von Fleisch wissen und lernen, sie als QualitĂ€t herausschmecken. Andererseits indem wir Fleisch in seiner Vielfalt zubereiten“, ist Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, ĂŒberzeugt. Das klassische WeihnachtsgeflĂŒgel sei etwas Köstliches und verdiene es, als Ganzes voll ausgekostet zu werden und zwar mehrfach, so Hudson weiter. „Verbraucherinnen und Verbrauchern, die beispielsweise Huhn als Ganzes braten, empfehle ich, es nicht beim einmaligen ‚VergnĂŒgen‘ zu belassen. Von einem großen Huhn können viele Menschen mehrfach satt werden. Das Fleisch, fĂŒr den Fall es bliebe was ĂŒbrig, lĂ€sst sich in Sandwiches, fĂŒr Frikassee oder Salate weiterverwenden. Und die abgenagte Karkasse, so ungewohnt es klingen mag, eignet sich hervorragend fĂŒr eine BrĂŒhe. Ich kann nur jedem dazu raten, diese Form der Ganztier- und Mehrfachverwertung auszuprobieren“, schwĂ€rmt Hudson. FĂŒr wen es Fleisch, nicht unbedingt aber Gans oder Ente sein muss, dem empfiehlt Slow Food SchmorstĂŒcke vom Rind. „Ihr Metzger des Vertrauens wird es ihnen danken. Der nĂ€mlich bekommt EngpĂ€sse, wenn zum Heiligabend alle dasselbe wollen“, erklĂ€rt Jens Witt, Leiter des Köche-Netzwerkes von Slow Food.

„Meerwert“
Fisch ist neben Gans und Ente ein weiteres beliebtes Lebensmittel, welches zu Weihnachten auf die Teller kommt. Und klug ausgewĂ€hlt ist es jeden Bissen wert: Slow Food rĂ€t auch hier auf die ökologisch unbedenkliche Herkunft zu achten, das GesprĂ€ch mit verantwortungsvollen FischhĂ€ndlern zu suchen anstatt gefĂ€hrdete Arten wie den Aal oder den Schwertfisch zu kaufen. Am besten lĂ€sst man sich möglichst Fisch aus regionaler und nachhaltiger Bewirtschaftung empfehlen - im Binnenland etwa Karpfen oder Zander aus Seen, FlĂŒssen oder Teichwirtschaften. „FĂŒr uns stehen solche sensiblen Kaufentscheidungen bei tierischen Produkten nicht fĂŒr Verzicht, sondern fĂŒr die Bereitschaft, bewusst mit unseren vorhandenen Ressourcen umzugehen und sich diese einzuteilen. Und in Zeiten in denen selbst die Spitzengastronomie Fleisch und Fisch als Beilage respektiert und Sterneköche durchaus auch vegetarisch kochen und pflanzliche Zutaten wie HĂŒlsenfrĂŒchten nutzen, ist ein solcher Appell salonfĂ€hig“, erklĂ€rt Hudson.

Kann denn SĂŒĂŸes SĂŒnde sein?
Was die Kalorien angeht kann und darf es das, nicht aber bei den Zutaten. Denn das geht auf Kosten des Gaumens. Slow Food ermutigt Verbraucherinnen und Verbraucher dazu, auch kurz vor Weihnachten das Backen fĂŒr sich zu entdecken und zwar mit der guten Zutat! Die Herkunft und die QualitĂ€t des Mehls, der GewĂŒrze und der NĂŒsse beeinflussen, so Witt, den Geschmack des GebĂ€cks. „Wer nussige Aromen mag, der sollte fĂŒr seine PlĂ€tzchen unbedingt alte Getreidesorten wie Emmer oder Dinkel von regionalen MĂŒhlen probieren. Und ich empfehle mit Eiern hauszuhalten. Denn die sind aus artgerechter Haltung vor Weihnachten in der Regel knapp“, so Witt.

Gute VorsÀtze sind dazu da gebrochen zu werden? Nicht unbedingt!
Gerade nach Weihnachten und dem Jahreswechsel beginnen viele mit KalorienzĂ€hlen, Fastenkuren und Verzicht. Slow Food hingegen macht im neuen Jahr mit dem Genuss weiter und lĂ€dt Menschen bei Aktionen und Veranstaltungen dazu ein, ĂŒber ErnĂ€hrung einmal anders nachzudenken. Sie lernen dabei, dass Genuss und Verantwortung unmittelbar zusammenhĂ€ngen und beginnen, „einfache“ Grundnahrungsmitteln ihrer Region fĂŒr die AlltagskĂŒche wieder wertzuschĂ€tzen. „Wenn ich frische und nahrhafte Lebensmittel zu genießen weiß, die im Einklang mit Mensch und Tier sowie der biologischen Vielfalt erzeugt wurden, verĂ€ndert das in der Regel mein Verantwortungsbewusstsein und mein Konsumverhalten. Das ist die Arbeit an der Basis, die wir leisten, um die notwendige Wende unseres Lebensmittelsystems voranzutreiben“, erklĂ€rt Hudson.
 
 



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