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Dienstag, 28. Mai 2024
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Verschiedenes

Testlauf von zwei Jahren
(c) Daniel JĂ€ger
 
Testlauf von zwei Jahren
Freiburg, 4. April. Seit heute gibt es eine öffentliche ökologische Toilette im Eschholzpark

Drei weitere folgen demnÀchst in Landwasser, im Dietenbachpark und im Vauban.

Wo viel Trubel herrscht, braucht es auch stille Örtchen. Bisher gibt es in der Innenstadt sieben öffentliche Toilettenanlagen und außerhalb davon sieben weitere. Das ist schon recht ordentlich, in manchen Stadtbezirken aber nicht genug. Deshalb hat das stĂ€dtische GebĂ€udemanagement (GMF) vier barrierefreie ökologische Toiletten angemietet, die demnĂ€chst an vier Standorten aufgestellt werden: im Eschholzpark in der NĂ€he des roten Schlauchs, im Dietenbachpark (Lina-HĂ€hnle-Weg), beim Moosweiher in Landwasser und im Vauban.

Den Anfang macht aber die ökologische Toilette im Eschholzpark, die heute in der NĂ€he des roten Schlauchs aufgestellt wurde. Die ĂŒbrigen drei Standorte kommen im Laufe des Aprils und im Juni zum Zuge.

Die insgesamt vier Toiletten werden testweise fĂŒr einen Zeitraum von zwei Jahren aufgestellt. Der Betrieb erfolgt durch die Herstellerfirma, mit der das GMF einen Reinigungs- und Wartungsvertrag abgeschlossen hat. Nach dem Testlauf wird die Stadtverwaltung die Erfahrungen auswerten.

Bei den ökologischen Toiletten handelt es sich um Trockentoiletten, die fĂŒr den SpĂŒlvorgang kein Wasser benötigen. „GespĂŒlt“ wird mit SĂ€gespĂ€nen. Die Toiletten sind barrierefrei ausgestattet und unisex. Eine 200-Watt-Solaranlage mit Speicher produziert tĂ€glich den erforderlichen Strom. Das Wasser fĂŒr den Betrieb des Waschbeckens wird ĂŒber eine Regenwassersammelanlage auf dem Dach der Toilette gewonnen. FlĂŒssigkeiten werden automatisch von Feststoffen getrennt. Dadurch ist das System geruchlos. Mit einem Schlauchfahrzeug werden die FlĂŒssigstoffe aufgesaugt und in die örtliche KlĂ€ranlage gebracht. Nach Angaben des Anbieters erfolgt der Transport der Feststoffe alle ein bis zwei Monate. Zusammen mit anderen Feststoffen aus Baden-WĂŒrttemberg werden sie nach Brandenburg transportiert. Dort steht die deutschlandweit einzige Anlage, um zu testen ob sich die Feststoffe als DĂŒngemittel eignen.

FĂŒr den Testlauf mit den vier ökologischen Toiletten investiert die Stadt rund 210.000 Euro pro Jahr fĂŒr Miete und Bewirtschaftung.
 
 

Angriffslustiges MÀusebussardpÀrchen auf dem Mundenhof
(c) Daniel JĂ€ger
 
Angriffslustiges MÀusebussardpÀrchen auf dem Mundenhof
Warnschilder weisen auf Gefahr hin, Besuchende sollen den Bereich um das Bussardrevier meiden

Vorsicht angriffslustiger MĂ€usebussard: Auf dem Mundenhof brĂŒtet zurzeit ein wildlebendes MĂ€usebussardpĂ€rchen. Die werdenden Eltern verteidigen ihr Revier mit rabiaten Mitteln: In den letzten Tagen kam es zu Flugattacken auf Mitarbeitende und Besuchende.

WĂ€hrend der Brut- und Aufzuchtszeit reagieren MĂ€usebussarde mitunter aggressiver als sonst, auch Menschen erscheinen als mögliche Gefahr fĂŒr den Nachwuchs. Attacken gegenĂŒber Menschen sind zwar selten, kommen aber vor. Auf dem Mundenhof wurden entsprechende Warnschilder aufgestellt, Besuchende sollen den gekennzeichneten Bereich meiden.

Falls es dennoch zu einem Angriff kommen sollte, rĂ€t der Mundenhof den Betroffenen, sich ruhig zu verhalten und den Kopf- und Schulterbereich zu schĂŒtzen. In der Regel handelt es sich um Scheinattacken: Die Bussarde greifen von hinten an und nehmen den höchsten Punkt ins Visier, also Kopf und Schulter. Dabei sind keine ernsthaften Verletzungen zu befĂŒrchten. Kleinere Wunden durch MĂ€usebussardkrallen sollten die Betroffenen jedoch versorgen lassen.

MĂ€usebussarde stehen unter strengem gesetzlichem Schutz und dĂŒrfen daher nicht gestört werden. Besonders die Brut- und Aufzuchtzeit ist eine sensible Zeit. Sie dauert von Anfang April bis Ende Juli.
 
 

 
Informationstafeln runderneuert
In neuem Glanz: Tafeln des Naturerlebnispfads Naturschutzgebiet Freiburger Rieselfeld erneuert und ergÀnzt

Das stÀdtische Umweltschutzamt hat die Informationstafeln entlang des Naturerlebnispfades im Naturschutzgebiet (NSG) Freiburger Rieselfeld runderneuert und inhaltlich um neue Themenschilder ergÀnzt. Viele der Tafeln wurden im Lauf der Jahre unleserlich oder hatten veraltete Informationen.

So informieren beispielsweise neue und große Tafeln ĂŒber bodenbrĂŒtende Vögel im Rieselfeld oder die seit einigen Jahren im Bereich des Löhliteichs weidenden WasserbĂŒffel. ZusĂ€tzlich hat das Umweltschutzamt neue Wegweiser angebracht, damit Besucherinnen und Besucher des Naturerlebnispfades den Weg besser finden können.

Aus VerkehrssicherheitsgrĂŒnden musste – in Zusammenarbeit mit dem Forstamt – der alte Meditationsplatz verlegt werden, damit die dortige alte Eiche als wertvolles Habitat fĂŒr Vögel, FledermĂ€use und Totholzinsekten erhalten werden kann. Nachdem alle Informationstafeln an Ort und Stelle montiert wurden, stehen sie jetzt wieder fĂŒr die Besucherinnen und Besucher des Rieselfeldes zur VerfĂŒgung – in neuem Glanz mit allerlei Wissenswertem zum NSG Freiburger Rieselfeld.
 
 

 
Oster-Appell des Umweltschutzamtes
Wer ein Schutzgebiet besucht, sollte die Natur respektieren

Der FrĂŒhling hat begonnen, es grĂŒnt und blĂŒht – SpaziergĂ€nge und Sport im Freien sind fĂŒr viele Menschen jetzt besonders verlockend. Insbesondere an den Ostertagen wird deshalb die Natur gesucht. Menschen genießen sie, finden Erholung und haben Zeit fĂŒr Naturbeobachtungen: die BlĂŒte der Buschwindröschen im Mooswald, die ObstbaumblĂŒte am Schönberg, Nahrungssuche der zurĂŒckgekehrten Weißstörche im Rieselfeld.

Darum weist das Umweltschutzamt nun darauf hin, dass die Vogelbrutzeit begonnen hat, und bittet um umsichtiges, respektvolles Verhalten bei Aufenthalten in der Natur. Dies gilt besonders in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten, wie im Rieselfeld, HumbrĂŒhl-Rohrmatten und dem neu ausgewiesenen Naturschutzgebiet Schangen-Dierloch in Freiburg-Hochdorf, aber auch in den Landschaftsschutz- und Natura 2000-Gebieten wie zum Beispiel am Schönberg und am Schloßberg-Hirzberg.

Das Amt appelliert an die Menschen, die Vorgaben der Schutzgebietsverordnung einzuhalten und diese hochwertigen Naturgebiete und ihre Tiere und Pflanzen nicht zu beeintrĂ€chtigen. Wer Schutzgebiete besucht, soll auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und sich an Sperrungen halten, die LebensstĂ€tten aller Tier- und Pflanzenarten – insbesondere von brĂŒtenden Vögeln – nicht stören, Hunde an der Leine fĂŒhren, keine Pflanzen mitnehmen und auf das Lagern, Picknicken oder Sonnenbaden auf FreiflĂ€chen verzichten.

Nur so können umfangreiche Pflegemaßnahmen der Landschaft zur Erhaltung von artenreichen LebensrĂ€umen auch wirken. Zum Beispiel ist im Naturschutzgebiet Rieselfeld ein regelmĂ€ĂŸiger Schnitt von Brombeerhecken notwendig, um artenreichen KrautsĂ€umen und Altgrasstreifen Platz zu machen. So können viele Vogelarten in den vorhandenen Hecken und Strauchgruppen brĂŒten und finden in den artenreichen KrautsĂ€umen mehr Nahrung. Um diese offenen GrĂŒnlandflĂ€chen zu erhalten mĂŒssen im Winter hin und wieder grĂ¶ĂŸere Gehölze aus Feldhecken entnommen werden. Nur so kann den gefĂ€hrdeten WiesenbrĂŒtern eine Brut ĂŒberhaupt ermöglicht werden.

Wenn all das gelingt, können alle Menschen weiterhin draußen Erholung finden und die wunderschöne Freiburger Natur wird langfristig erhalten.
 
 

Kurz & Knapp: Argumente gegen neue AKW
(c) mitwelt.org
 
Kurz & Knapp: Argumente gegen neue AKW
Weltweit und auch in Deutschland wird gerade von Lobbygruppen, Medien und Parteien fĂŒr den Bau von neuen "Mini-AKW" geworben.

Die politisch Verantwortlichen fĂŒr Klimakatastrophe, WeltvermĂŒllung, Artenausrottung, AtommĂŒllproduktion und die Verbreitung von Atomwaffen setzten immer verzweifelter auf einen unkritischen Technikoptimismus. Mit Atomkraft, Gentechnik und Geoengineering wollen sie die Probleme lösen, die sie selber geschaffen und zu verantworten haben.

Was bei der Atomkraft gerne verschwiegen wird:

- Auch Mini-AKW sind gefÀhrlich
- In einem Klein-AKW von 50 MW Leistung entsteht jÀhrlich die kurz- und langlebige RadioaktivitÀt von 50 Hiroshima-Bomben
- Ein Mini-Akw "produziert" im Normalbetrieb AtommĂŒll, der eine Million Jahre gelagert werden muss
- Viele der neuen Reaktorkonzepte sind unausgereift
- Der "AtommĂŒll fressende Superreaktor" ist eine jahrzehntealte, unerfĂŒllte Versprechung der Atomlobby
- Der Strom aus Mini-AKW ist wesentlich teurer als Strom aus Sonne und Wind. (Das erste Großprojekt in den USA ist an den Kosten gescheitert)
- Der Export und weltweite Bau von Kleinstreaktoren wĂŒrde dazu fĂŒhren, dass immer mehr LĂ€nder, Diktaturen und Autokraten in den Besitz von Atomkraftwaffen gelangen. Das wĂ€re ein globales Selbstmordprogramm.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein
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GrĂŒn statt grau: PocketgĂ€rten werten die Komturstraße auf
Patenschaften machen Pilotprojekt möglich

Freiburg. BĂ€nke und Pflanztröge stehen in der Komturstraße dort, wo sich einst Autos und Straßenbahn den Raum teilten. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) hat auf Anregung von Anwohnenden sogenannte PocketgĂ€rten angelegt, kleine „TaschengĂ€rten“ anstelle von Beton und Asphalt. Nun wurde das temporĂ€re Pilotprojekt eingeweiht.

Die PocketgĂ€rten mit ihren BĂ€nken und Tischen zwischen den Pflanztrögen laden zum Ausruhen und zu nachbarschaftlichen Treffen ein. Weil bis 2022 hier noch die Straßenbahn Richtung Hornusstraße fuhr, ist die Straße breiter als ĂŒblich. Um die freiwerdende FlĂ€che nicht dem Durchgangsverkehr zu ĂŒberlassen, hat das GuT nun BĂ€ume gepflanzt und neben den PocketgĂ€rten auch GrĂŒnflĂ€chen und zusĂ€tzliche ParkplĂ€tze angelegt. Es ist eine Übergangslösung: In einigen Jahren wird die Straße endgĂŒltig umgebaut. Bis dahin soll das Pilotprojekt Erkenntnisse fĂŒr weitere potentielle Standorte liefern.

Wer sich um einen Trog kĂŒmmern und Blumen oder GemĂŒse anpflanzen möchte, kann sich ĂŒber fpa@stadt.freiburg.de bei „Freiburg packt an“ melden. Hier werden die Patenschaften vergeben. FĂŒr die zwölf Patinnen und Paten, die bereits mitanpacken, gab es bei der Eröffnung kostenloses Pflanzmaterial. Sie und alle, die mit Baumpatenschaften, urbanen GĂ€rten und anderen beispielhaften Aktionen zur Artenvielfalt in der Stadt beitragen, sind Teil des Programms „Freiburg packt an“, das es bereits seit 20 Jahren gibt. UnzĂ€hlige Menschen haben sich seither auf öffentlichen FlĂ€chen fĂŒr die Stadtökologie engagiert.
 
 

Barrierefreier Umbau der Haltestelle „Munzinger Straße“ abgeschlossen
(c) VAG
 
Barrierefreier Umbau der Haltestelle „Munzinger Straße“ abgeschlossen
Nach knapp fĂŒnf Monate Bauzeit wurden die umfangreichen Umbauarbeiten an der Haltestelle „Munzinger Straße“ jetzt abgeschlossen. Entstanden sind drei neue und barrierefrei erreichbare Bussteige, die mit FahrgastunterstĂ€nden ausgestattet und durch ein Blindenleitsystem miteinander verknĂŒpft sind. Auch sieben neue BĂ€ume zieren nun die Endhaltestelle. Nach den Schienenerneuerungen im Sommer 2023 und mit dem barrierefreien Umbau ist diese wichtige End- und Umsteigehaltestelle jetzt eine der modernsten ihrer Art im Streckennetz der Freiburger Verkehrs AG (VAG).

Welcher Aufwand fĂŒr die Arbeiten betrieben werden musste, wird deutlich, wenn man die Baumassen betrachtet: Mit 200 Tonnen Altasphalt, 300 Tonnen Schottertragschicht, 250 Quadratmeter neuem Pflaster, 120 Meter neue Bordsteine, 360 Blindenleitplatten und 510 Meter Kabelleerrohre wurde einiges bewegt.

Haltestelle „Munzinger Straße“ wird zur Mobilstation

Mit dem Umbau sind die PlĂ€ne fĂŒr die Endhaltestelle jedoch noch nicht abgeschlossen. Sie wird kĂŒnftig als Pilotprojekt zu einer von drei geplanten sogenannten Mobilstationen. An solchen Knotenpunkten werden viele verschiedene MobilitĂ€tsangebote miteinander vernetzt: Kundinnen und Kunden können zwischen Verkehrsmitteln wie Bus, Straßenbahn, Frelo, Carsharing oder E-Scooter wechseln oder Park-&-Ride-Angebote nutzen. Der Kiosk sowie Sitzgelegenheiten ergĂ€nzen die Infrastruktur.
Ein Baustein dieses Konzeptes ist auch, dass Teile der bisherigen P&R-ParkplÀtze auf der nun freiwerdenden BaustelleneinrichtungsflÀche zu einer Radabstellanlage umfunktioniert werden.

Weiter geht es auch mit den Arbeiten der Infrastruktur fĂŒr die E-Busse. Nachdem am 15. MĂ€rz ein zusĂ€tzlicher Trafo in die vorhandene Station eingebaut worden ist, werden die Arbeiten an der Ladetechnik im April fortgesetzt. Die drei Ladepunkte mit einer Leistung von je 300 Kilowatt sollen dann im Mai in den Betrieb gehen.
 
 

Eine gute Lösung fĂŒr alle
Visualisierung: Querschnitt KartĂ€user/Wallstraße – nachher (c) Link3D, Merzh.
 
Eine gute Lösung fĂŒr alle
Deutlich mehr Platz fĂŒr Rad- und Fußverkehr und kaum EinschrĂ€nkungen fĂŒr den Autoverkehr

Planungen fĂŒr den Umbau des östlichen Innenstadtrings

An kaum einer anderen Stelle hat das frĂŒhere Ziel einer autogerechten Stadt so sichtbare Spuren hinterlassen wie am Schlossbergring. Mit hohem Aufwand entstand dort Ende der 1960er Jahre eine vierspurige Autoschneise – ohne an den Rad- und Fußverkehr zu denken. Das soll sich jetzt Ă€ndern. Die Strecke zwischen SchwabentorbrĂŒcke und Europaplatz wird in Zukunft komfortabler und sicherer fĂŒr alle, die zu Fuß oder mit dem Radunterwegs sind.

BĂŒrgermeister Martin Haag betont: „Ich freue mich, dass wir hier eine Lösung gefunden haben, die allen Anforderungen gerecht wird: In Zukunft gibt es deutlich mehr Platz und mehr Sicherheit fĂŒr den Fuß- und Radverkehr. Doch auch wer mit dem Auto unterwegs ist, kommt flĂŒssig um die Innenstadt herum und erreicht die ParkhĂ€user. Ich bedanke mich bei dem Fuß- und Radentscheid fĂŒr den Impuls, dass wir uns diese Stelle genauer anschauen mĂŒssen. Das war ein wertvoller Beitrag fĂŒr den Freiburger Verkehr der Zukunft.“

Den Anfang hat die Stadtverwaltung bereits vor zwei Jahren gemacht: Nicht zuletzt aufgrund der Forderungen aus dem BĂŒrgerbegehren zum Fuß- und Radentscheid hat das Garten- und Tiefbauamt – zunĂ€chst provisorisch – eine Fahrspur des östlichen Schlossbergrings fĂŒr den Radverkehr umgewidmet. Der vorherige, sehr schmale Radweg entlang der StĂŒtzmauer zum Schlossberg ist seitdem ein Fußweg. Diese Lösung brachte deutlich mehr Komfort und Sicherheit fĂŒr den Fuß- und Radverkehr, auch der Autoverkehr lief von Beginn an flĂŒssig. Die befĂŒrchteten RĂŒckstaus bis auf die B31 blieben bis auf wenige Ausnahmen aus. Das hat inzwischen auch ein externes Gutachten bestĂ€tigt. Daher bleibt an dieser Stelle auch in Zukunft alles so wie es sich in den vergangenen Jahren bewĂ€hrt hat.

Um herauszufinden, wie flĂŒssiger und sicherer Verkehr fĂŒr alle Verkehrsteilnehmenden auch auf der restlichen Strecke gelingt, hat das Garten- und Tiefbauamt eine detaillierte Untersuchung mit genauer Simulation der VerkehrsablĂ€ufe beim Karlsruher BĂŒro Inovaplan in Auftrag gegeben. Als Planungsziele hat die Stadtverwaltung Verbesserungen fĂŒr den Fuß- und Radverkehr sowie die Verkehrssicherheit, die BerĂŒcksichtigung der Standards fĂŒr den geplanten Radschnellweg sowie die allgemeinvertrĂ€gliche Abwicklung aller vorhandenen Verkehrsströme vorgegeben. Seit vergangenem Dezember liegt das Gutachten aus Karlsruhe vor.

Gegenstand der Untersuchung waren mehrere Planungsideen. Überzeugt hat letztendlich nur eine Variante. Diese ist nach EinschĂ€tzung der Karlsruher Fachleute und auch des stĂ€dtischen Garten- und Tiefbauamts am besten geeignet, die Situation fĂŒr alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, deutlich zu verbessern und gleichzeitig auch den zukĂŒnftigen Autoverkehr so zu berĂŒcksichtigen, dass keine schwerwiegenden Auswirkungen auf die Stadtbahn, den B31-Tunnel oder das angrenzende Verkehrsnetz zu erwarten sind. Dies war den verantwortlichen Verkehrsplanenden neben der Verkehrssicherheit wichtig: Neben einer Verbesserung fĂŒr den Fuß- und Radverkehr will man auch zukĂŒnftig einen reibungslosen ÖPNV-Betrieb sowie die Kfz-Erschließung der Innenstadt weiter sicherstellen.

KernstĂŒck dieser favorisierten Variante ist die Verringerung der zwei getrennten Autospuren auf eine einzelne, sogenannte â€žĂŒberbreite“ Fahrspur, die von zwei Autos parallel genutzt werden kann. Diese Lösung findet sich bereits heute an vielen Stellen in Freiburg (z.B. auf dem nördlichen Innenstadtring zwischen Fahnenberg- und Europaplatz) und hat sich bewĂ€hrt. Auf Höhe der EinmĂŒndung von KartĂ€user- und Wallstraße (beim CafĂ© Atlantik) werden die Stadtbahngleise zudem in eine von Autos mitnutzbare Fahrspur umgewandelt. Damit gelingt es mit dieser Variante fast durchgĂ€ngig, die gewĂŒnschten Breiten fĂŒr die Radspuren zu ermöglichen, ohne dass es zu einer starken Behinderung des Autoverkehrs mit langen RĂŒckstaus kommt.

Abschnitt SĂŒd

Die grĂ¶ĂŸten VerĂ€nderungen gibt es zwischen Schwabentorplatz und SchwabentorbrĂŒcke. Am Schwabentorring ist Platz besonders rar, weil hier zusĂ€tzlich auch die Stadtbahn unterwegs ist – bislang auf einem separaten Gleiskörper. Damit jedoch fĂŒr den Autoverkehr nach der Umgestaltung zwei Spuren bleiben und in Zukunft auch Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, sicher vorankommen, soll an dieser Stelle ein „dynamischer Gleiskörper“ entstehen. Das heißt: Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen teilen sich dann eine Fahrspur. So stehen dem Kfz-Verkehr Ă€hnlich wie heute zwei Fahrstreifen zur VerfĂŒgung. Durch diese Regelung wird auch dieser Unfallbrennpunkt zwischen Stadtbahn und in die Wallstraße linksabbiegendem Autoverkehr beseitigt. Um die Gleise umzuwidmen, wird ein Rechtsverfahren nötig werden, das in den nĂ€chsten Monaten vorbereitet werden soll. Ein weiterer großer Unterschied zum Status quo sind die breiten Fuß- und Radwege – beide zusammen ĂŒber fĂŒnfeinhalb Meter breit statt heute jeweils knapp 1,50 Meter. Im Übergang zum Schlossbergring wird dann aus zwei eins – etwa so wie heute schon. Auch auf der SchwabentorbrĂŒcke stehen den FahrrĂ€dern kĂŒnftig fast drei Meter breite Spuren zur VerfĂŒgung; hier fĂ€llt eine Autospur ersatzlos weg, ebenso wie eine Abbiegespur aus der Schillerstraße Richtung Innenstadt. Von Osten kommend bleibt es bei den beiden Abbiegespuren in den Schwabentorring, sodass hier kein aufwendiger Umbau erforderlich ist und RĂŒckstaus in den Tunnel vermieden werden können.

Am Greiffeneggring war die Situation fĂŒr den Radverkehr in der Vergangenheit gefĂ€hrlich. Deswegen hat das Garten- und Tiefbauamt schon vor einigen Jahren eine Kfz-Spur in eine breite Radfahrspur umgewandelt. Diese Lösung hat sich bewĂ€hrt und wird beibehalten.

Abschnitt Mitte

Auf der Ostseite des Schlossbergrings bleibt es im Wesentlichen bei der heutigen VerkehrsfĂŒhrung mit jeweils einem Fahrstreifen fĂŒr den Pkw- und Radverkehr sowie einem separaten Fußweg. Auch die Zufahrt zur Schlossberggarage bleibt erhalten. Auf der Westseite, also zur Altstadt hin, wird der Kfz-Verkehr kĂŒnftig auf einer ĂŒberbreiten Fahrspur gefĂŒhrt. Vorteil auch hier: Mehr Platz fĂŒr alle, die zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren und kaum EinschrĂ€nkungen fĂŒr den Autoverkehr. Dieser wird in der Regel auch nach dem Umbau fast so fließen wie heute schon.

Abschnitt Nord

Im Leopoldring zwischen Europa- und Karlsplatz wird die bewĂ€hrte VerkehrsfĂŒhrung aus dem Abschnitt westlich der des Europlatzes fortgesetzt: Auch hier gibt es in beiden Fahrtrichtungen einen ĂŒberbreiten Fahrstreifen, der in der Regel das Nebeneinander von zwei Pkws erlaubt – Lkws brauchen aber die ganze Breite des Fahrstreifens. Dies klappt gut, weil der Anteil an breiteren Fahrzeugen hier nicht so groß ist. Gleichzeitig schafft diese Lösung genĂŒgend Platz fĂŒr einen Radstreifen, der fast durchgĂ€ngig deutlich breiter als zwei Meter ist. Östlich des Karlsplatzes ist die Situation seit dem Umbau dort vor einigen Jahren bereits recht radfahrerfreundlich – die Erasmusstraße bietet als ausgewiesene Fahrradstraße eine gute Radverkehrsbindung. In diesem Abschnitt können daher die heute vorhandenen zwei getrennten Kfz-Fahrspuren Richtung Osten bis zur EinmĂŒndung der Hermannstraße erhalten bleiben. In Fahrtrichtung Westen werden jedoch zwei Fahrspuren zu einem ĂŒberbreiten Fahrstreifen, um mehr Platz fĂŒr den Radverkehr zu schaffen. Der Radfahrstreifen wird hier drei Meter breit.

Die Umgestaltungen lassen sich in mehreren, voneinander unabhĂ€ngigen Bauabschnitten realisieren. Noch gibt es aber keine konkrete AusfĂŒhrungsplanung und damit weder einen Zeit- noch einen Kostenplan. Nicht zuletzt um die verschiedenen Planungsideen vergleichen zu können, enthĂ€lt das Gutachten dennoch eine grobe Kostenprognose, die auf Erfahrungswerten vergleichbarer Projekte, vereinfachten Kostenannahmen ĂŒber die umzubauenden FlĂ€chen einschließlich einer Risikopauschale basiert. Das mit Abstand beste Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis verspricht die Variante, die auch verkehrlich am meisten ĂŒberzeugt: Sie soll daher in den kommenden Jahren und abhĂ€ngig von der Haushaltslage Schritt fĂŒr Schritt RealitĂ€t werden.

Infos zu allen drei untersuchten Varianten und den jeweiligen Vor- und Nachteilen sowie Grafiken und ein Video gibt es online unter www.freiburg.de/schlossbergring. Auch das vollstÀndige Gutachten
steht dort zum Download bereit.
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