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Mittwoch, 21. August 2019
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Verschiedenes

Gegen die Fusion von Bayer und Monsanto
v.l.n.r. (A. Michelmann, S. Ober, V. Shiva, S. Wiener, B. Geier) / Foto: NABU
 
Gegen die Fusion von Bayer und Monsanto
Der Kampf fĂŒr eine gentechnikfreie Landwirtschaft muss verstĂ€rkt werden

Aktuelle Ereignisse und Aspekte zur Gentechnik in Landwirtschaft und bei Lebensmitteln standen im Mittelpunkt einer Pressekonferenz, die am 27. Juni in Berlin gemeinsam von NABU, Navdanya International, dem weltweiten Dachverband fĂŒr biologischen Landbau IFOAM – Organics International und der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) veranstaltet wurde.

In ihrer BegrĂŒĂŸung positionierte Dr. Steffi Ober den NABU mit seiner Kritik an einer industriellen Landwirtschaft, welche die nationalen und weltweiten Nachhaltigkeits-und BiodiversitĂ€tsziele gefĂ€hrdet. „Die industrielle Landwirtschaft, wie sie heute in Deutschland und weltweit betrieben wird, hat keine Zukunft. Eine Ökologisierung der Landwirtschaft ist ĂŒberfĂ€llig, um die Klimaziele auf der einen und mehr weltweite Gerechtigkeit auf der anderen Seite zu erreichen. Hierzu brauchen wir vielfĂ€ltige und innovationsfreudige Landwirte, ZĂŒchter sowie Technikentwickler, die regional verwurzelt sind – das Gegenteil von weltweiten, großtechnischen Monopolisten.“

Alarmierender Anlass fĂŒr die Pressekonferenz ist die geplante Fusion von Bayer und Monsanto, die der neue GeschĂ€ftsfĂŒhrer von CBG, Antonius Michelmann, u.a. wie folgt kommentierte: „Eine Fusion von Bayer und Monsanto wĂŒrde eine neue Dimension der Monopolisierung des Nahrungsmittelsektors im globalen Maßstab bedeuten, mit all den negativen Auswirkungen auf Millionen von Kleinbauern und -bĂ€uerinnen, die ErnĂ€hrungssouverĂ€nitĂ€t, die Gesundheit der Menschen und auf die Natur. Statt die ErnĂ€hrung der Menschheit mit ‚Gift und Genen‘ auf kurzfristigen Profit auszurichten, brauchen wir eine Landwirtschaft, welche die Lebensgrundlagen der Menschheit fĂŒr kommende Generationen pflegt und erhĂ€lt. “

Einigkeit herrschte, dass das Monsanto Tribunal im Oktober in Amsterdam ein Meilenstein in der Widerstandsbewegung gegen die Monopolinteressen der Großkonzerne Monsanto und auch Bayer werden wird, und dass das Engagement bei diesem Thema nicht nur beibehalten, sondern gesteigert werden muss.

Die weltweit bekannte Aktivistin und Öko-Feministin sowie TrĂ€gerin des alternativen Nobelpreises, Dr. Vandana Shiva aus Indien, gab nicht nur aktuelle Informationen zum bevorstehenden Monsanto Tribunal. Ein Schwerpunkt ihrer AusfĂŒhrungen drehte sich um die GefĂ€hrlichkeit und die illusionĂ€ren Versprechungen neuer Technologien zur gentechnischen Manipulation. Sie meinte u.a. dazu: „Es gibt neue Versuche wie etwa das ‚gene editing‘, die gescheiterte Gentechnik zu retten, die ja noch immer illusionĂ€r und verlogen verspricht mit ‚Gen-Wundern‘ alle Probleme der Landwirtschaft zu lösen und den weltweiten Hunger zu beenden. Diese sind nicht nur genau so bedrohlich fĂŒr die Umwelt, sondern weitere Versuche der Biopiraterie. Dazu kommen die Mega-Fusionen in der GVO- und Chemieindustrie, wie gerade von Bayer angestrebt. Bayer und Monsanto agierten ja schon in der Vergangenheit gemeinsam mit dem Übel der chemischen Kriegswaffe und des Umwelt- und Menschenkillers Agent Orange. All das sind vergebliche Versuche, die zum Scheitern verurteilte Gentechnik in der Landwirtschaft zu retten. Was wir wirklich brauchen, sind bewĂ€hrte und nachhaltige Optionen wie die biologische Landwirtschaft.“

Der IFOAM Botschafter Bernward Geier versicherte die SolidaritĂ€t und UnterstĂŒtzung der weltweiten Bio-Bewegung fĂŒr das Tribunal und den Kampf fĂŒr eine GVO-freie Welt, und die prominente Köchin und Imkerin Sarah Wiener betonte in diesem Zusammenhang: „Bis heute sind die BefĂŒrworter von Gentechnik den Nachweis schuldig, dass diese Vorteile fĂŒr Mensch und Umwelt bringt. Gentechnik ist nicht die Lösung. Wir brauchen eine Landwirtschaft, die die Natur respektiert und nicht gegen sie ankĂ€mpft. Gewinner sind die Großkonzerne und Verlierer Kleinbauern, die in AbhĂ€ngigkeit geraten. Bevor neue Techniken wie CRISPR/CAS angewendet werden, mĂŒssen wir die Risiken genauestens abschĂ€tzen und bei jedem Schritt das europĂ€isches Vorsorgeprinzip wahren.“
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NABU zur heutigen Entscheidung zum Fracking-Gesetz im Bundestag
VerschÀrfte Regeln, aber kein klares Nein zur klimaschÀdlichen Risiko-Technologie

Zum heute im Bundestag verabschiedeten Fracking-Gesetz erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Das beschlossene Gesetzespaket stellt nicht sicher, dass Mensch und Natur ausreichend vor den Gefahren des Frackings geschĂŒtzt werden. Es ist gut, dass es endlich ein Fracking-Gesetz gibt, aber ein klares Nein zur klimaschĂ€dlichen Risiko-Technologie wĂ€re das richtige Signal gewesen statt nur schĂ€rfere Regelungen.“ So wird Fracking in dichtem Sandstein im Gesetzespaket nicht ausgeschlossen und soll selbst in Natura-2000-Gebieten möglich sein. Durch die EinfĂŒhrung einer Pflicht zur UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung (UVP) wĂŒrde immerhin eine Öffentlichkeitsbeteiligung möglich sein.

Die große Koalition ist sich einig und will den BundeslĂ€ndern zukĂŒnftig die Entscheidung ĂŒberlassen, ob und in welchem Umfang Probe­bohrungen erfolgen können. An Orten, an denen Probebohrungen durchgefĂŒhrt werden, soll anschließend eine Expertenkommission einen Erfahrungsbericht erstellen. Mit diesem Bericht will sich dann der Bundestag erneut beschĂ€ftigen. Die geplanten Forschungs- und Entwicklungsvorgaben mittels Probebohrungen sind aus NABU-Sicht nicht zielfĂŒhrend, da die Erkenntnisse aufgrund der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten nicht auf andere Bohrstandorte ĂŒbertragbar sind.

Den Einsatz von Fracking-Technologien, mit denen aus tiefliegenden Gesteinsschichten unter erhöhtem Druck und unter Einsatz von Chemikalien Gas gewonnen wird, lehnt der NABU aus energie-, klima-, umwelt- und gesundheitspolitischen GrĂŒnden ab. „Wir brauchen die Risiko-Technologie Fracking nicht fĂŒr unseren Energiemix. Der Schutz von Klima, Natur, Trinkwasser und Gesundheit muss höchste PrioritĂ€t haben und darf nicht durch die wirtschaftlichen Interessen der Erdgas- und Erdölindustrie untergraben werden“, so Miller. Weitere Öl- und Gasvorkommen durch Fracking zu erschließen, widersprĂ€che dem Pariser Klimaschutzabkommen und fĂŒhre zu einem kontraproduktiven globalen Emissionsanstieg.
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NABU: Posse um Glyphosat-Zulassung geht weiter
Vorsorgeprinzip ernst nehmen - Schutz von Mensch und Natur steht an oberster Stelle

Schon dreimal konnten sich die EU-Mitgliedstaaten nicht ĂŒber eine GenehmigungsverlĂ€ngerung des Pestizids einigen, die zum 30. Juni auslĂ€uft. Auch heute kam die nötige Mehrheit in der EU nicht zustande, nun entscheidet die EU-Kommission im Alleingang.

Dazu erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Posse um die Zulassung des Totalherbizids Glyphosat in der EU geht weiter. Die EU-Kommission hatte wohl darauf vertraut, dass die Staaten irgendwann mĂŒrbe werden und fĂŒr eine GenehmigungsverlĂ€ngerung stimmen. Das ist nicht passiert. Statt zu akzeptieren, dass es keine Mehrheit fĂŒr Glyphosat gibt, entscheidet nun die Kommission im Alleingang. Das widerspricht dem Vorsorgeprinzip. Eine GenehmigungsverlĂ€ngerung darf nicht erfolgen, solange nicht alle Risiken fĂŒr Mensch und Natur einwandfrei widerlegt sind. Zehntausende von Landwirten kommen alleine in Deutschland im Ackerbau ohne Glyphosat aus.“

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt mĂŒsse endlich das Vorsorgeprinzip und die WĂŒnsche der Verbraucher anerkennen, von denen eine große Mehrheit eine weitere Zulassung von Glyphosat in Europa ablehne, und nationale Verbote verhĂ€ngen. „Statt sich regelmĂ€ĂŸig zu enthalten, sollte die Bundesregierung mit einer Stimme sprechen, und zwar gegen die GenehmigungsverlĂ€ngerung. Glyphosat ist nur ein Beispiel fĂŒr den viel zu hohen Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, der zum Insektenschwund und Verlust von Artenvielfalt insgesamt fĂŒhrt. Die Kommission hatte die Mitgliedsstaaten mehrfach darauf hingewiesen, dass sie beim Thema Glyphosat Handlungsspielraum haben.

Zum Hintergrund
Glyphosat ist das weltweit am hĂ€ufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel, ĂŒber 700.000 Tonnen werden pro Jahr versprĂŒht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund 39 Prozent aller AckerflĂ€chen behandelt werden. Eine aktuelle Übersichtsliste der noch zugelassenen glyphosathaltigen Mittel fĂŒr den Haus- und Kleingartenbereich hat der NABU unter www.NABU.de/glyphosat-im-garten veröffentlicht. Sie macht deutlich, welche Gefahren vom Totalherbizid ausgehen. Nicht nur BlĂŒten- und Samenpflanzen werden mit dem Einsatz von Glyphosat zerstört, sondern auch Fische und Amphibien sind gefĂ€hrdet, wenn es in OberflĂ€chengewĂ€sser gelangt. Diese Auswirkungen werden in KĂŒrzeln (NW261, NW264) auf den Packungen angegeben. In der Grafik stellt der NABU die einzelnen im Handel erhĂ€ltlichen Mittel und ihre Auswirkungen dar. Auch das Bundesumweltministerium fordert, die Auswirkungen von Glyphosat auf die BiodiversitĂ€t viel stĂ€rker zu beachten.
 
 

 
Brennstoffzellen-BHKW
FĂŒhrung des Samstags-Forums Regio Freiburg in Denzlingen

Eine neuartige Strom erzeugende Heizung mit Brennstoffzelle statt Motor (Brennstoffzellen-Mini-BHKW) zur praktischen Energiewende im Heizungskeller wird am Samstag, 2. Juli 14:00 bis 15 Uhr vorgestellt in Denzlingen im Schauraum der Baral GmbH, Lise-Meitnerstr. 1, im Rahmen des Samstags-Forum Regio Freiburg des gemeinnĂŒtzigen Vereins ECOtrinova e.V. und mehreren Mitveranstaltern, darunter BUND Regionalverband, BI Energiewende Waldkirch und Badisch-ElsĂ€ssische BIs. Der Eintritt ist frei. Wegen begrenzten Platzes ist Anmeldung erbeten bis 1. Juli an ecotrinova@web.de oder Tel. 0761-5950161 privat. Anfahrt mit Bahn/Bus ÖPNV ist möglich.

Zuvor finden von 10:30 bis 12:45 Uhr in der UniversitĂ€t Freiburg, Platz der UniversitĂ€t 3, KollegiengebĂ€ude 1, Hörsaal 1015, beim Samstags-Forum Regio Freiburg u.a. mit dem Verband VDE e.V. anmeldefrei und kostenlos drei populĂ€rwissenschaftliche VortrĂ€ge statt zu den Themen "Energiequartiers- und Klimaschutzkonzepte in Freiburg und Region", "Sichere dezentrale Energie fĂŒr GebĂ€ude, Quartiere, Stadt, Region und Land" und "Brennstoffzellen-Mini-BHKW – Strom erzeugende Heizungen." Schirmherrin des Forum ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.


Energie-Revolution im Heizungskeller: GebĂ€udeeigentĂŒmer sind entscheidende Akteure fĂŒr die Energiewende von unten zu Hause
FĂŒr die GebĂ€udeheizung und Warmwasser bei Ein- bis DreifamilienhĂ€usern stehen seit kurzem von mehreren Anbietern neu und großserienreif hocheffiziente umweltfreundliche Strom erzeugende Heizungen (Mini-BHKW) mit Brennstoffzellen statt Motoren zur VerfĂŒgung in der Leistungsklasse mit rund 1 Kilowatt elektrischer und 2 Kilowatt WĂ€rmeleistung. ECOtrinova mit Samstags-Forum Regio Freiburg zeigt eine Anlage dieser ganz neuen langlebigen GerĂ€tegeneration in Betrieb fĂŒr Heizung, Eigenstrom und Netzeinspeisung.
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NABU zur Eröffnung des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende
Wichtiges Signal fĂŒr den naturvertrĂ€glichen Ausbau erneuerbarer Energien

Der NABU sieht die Eröffnung des neuen Kompetenzzentrums „Naturschutz und Energiewende“ als Chance fĂŒr Bund und LĂ€nder, den Weg hin zu einer naturvertrĂ€glichen Energiewende einzuschlagen. Der NABU hatte die Einrichtung einer solchen „Clearingstelle“ wie des Kompetenzzentrums maßgeblich mit vorangetrieben und sich fĂŒr eine neutrale Plattform engagiert, die einen wissenschaftlichen Informationsaustausch und Beratung zum Ausbau erneuerbarer Energien anbietet, Fragen rund um die naturvertrĂ€gliche Energiewende beantwortet und bei Konflikten vermittelt.

„Wir sind sehr froh, dass das Kompetenzzentrum endlich seine Arbeit aufnimmt. Vor allem bei der Windenergie, wo die Konflikte auf regionaler Ebene vorzufinden sind, ist es eine Chance, ĂŒber Konfliktberatung vor Ort, konstruktive Lösungen fĂŒr eine naturvertrĂ€gliche Standortwahl zu finden“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller anlĂ€sslich der Eröffnung in Berlin. Denn eine Kernaufgabe des Kompetenzzentrums wird die Konfliktberatung vor Ort sein, wozu ein Mediatorenprogramm ab dem kommenden Winter starten soll. Speziell ausgebildete Mediatoren sollen den Akteuren bei der Lösung von Konflikten helfen und sie ĂŒber Möglichkeiten der außergerichtlichen KonfliktklĂ€rung beraten. „Dies gibt auch dem NABU Gelegenheit, sich ĂŒber seine LandesverbĂ€nde und Kreisgruppen mehr in den Prozess der Standortfindung zu integrieren und vor Ort einen direkten Beitrag zu leisten, damit eine naturvertrĂ€gliche Energiewende gelingen kann“, so Miller.

DarĂŒber hinaus soll das Kompetenzzentrum Fachdialoge initiieren, in denen betroffene Akteure der Energiewende an einen Tisch geholt werden. „Dadurch werden hoffentlich teilweise verhĂ€rtete Fronten, die besonders beim Windenergieausbau zwischen der Windindustrie und dem Artenschutz zu beobachten sind, aufgeweicht und die Debatte endlich versachlicht“, so Miller weiter. Der NABU engagiert sich fĂŒr eine naturvertrĂ€gliche Energiewende und fordert, dass die NaturvertrĂ€glichkeit stĂ€rker als politisches und planerisches Leitbild und als integraler Bestandteil der gesamten Energiewende betrachtet wird. Der NABU ist ĂŒberzeugt, dass grundsĂ€tzlich die Ausbauziele durch die Auswahl von Standorten mit geringem Artenschutzkonfliktpotenzial erreichbar sind.
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NABU kritisiert erneute Glyphosat-Zulassung
NABU-Protestaktion gegen Glyphosat / Grafik: NABU/Diana Neumerkel
 
NABU kritisiert erneute Glyphosat-Zulassung
Verhandlungspartner boten bis zuletzt ein "Schwarzer-Peter-Spiel"

Der NABU hat die AnkĂŒndigung des EU-Kommissars fĂŒr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, die Zulassung des Totalherbizids Glyphosat um weitere 18 Monate zu verlĂ€ngern, heftig kritisiert. Gerade auch unter dem Eindruck des Brexit sei die Entscheidung der EU-Kommission nicht akzeptabel.

„Der Zulassungspoker um Glyphosat belegt exemplarisch die Probleme, die das Misstrauen der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger gegen die EU-Institutionen in den vergangenen Jahren verstĂ€rkt haben. Statt sich am Vorsorgeprinzip zu orientieren und bis zum Beweis der Unbedenklichkeit fĂŒr Gesundheit und Umwelt Glyphosat zu verbieten, haben sich EU-Kommission und die meisten Vertreter der Mitgliedstaaten offenkundig von den Interessen der Agrarindustrie leiten lassen. Statt Verantwortung zu ĂŒbernehmen und eine klare Entscheidung zu treffen, boten die Verhandlungspartner den BĂŒrgern bis zuletzt ein ‘Schwarzer-Peter-Spiel‘“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation WHO hatten das Mittel im vergangenen Sommer als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Da die EU-Kommission ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden ist, sollte sich jetzt wenigstens die Bundesregierung zu einem nationalen Verbot von Glyphosat durchringen, wie andere EU-Mitgliedstaaten es schon vorgemacht haben oder jetzt planen. So hat Frankreich, das sich gegen die VerlĂ€ngerung der Zulassung ausgesprochen hat, parallel zum Verhandlungsprozess in BrĂŒssel auf nationaler Ebene bereits 132 Glyphosat-haltigen PrĂ€paraten die Zulassung entzogen.

Der NABU fordert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erneut auf, das Pestizid in Parkanlagen und auf KinderspielplĂ€tzen, sowie im Privat- und Kleingartenbereich unverzĂŒglich zu verbieten.
Hinsichtlich des Einsatzes in der Landwirtschaft beweist nicht nur der ökologische Landbau seit Jahren, dass der Verzicht auf Glyphosat möglich ist.

Zum Hintergrund
Glyphosat ist das weltweit am hĂ€ufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel, ĂŒber 700.000 Tonnen werden pro Jahr versprĂŒht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund 39 Prozent aller AckerflĂ€chen behandelt werden. Eine aktuelle Übersichtsliste der noch zugelassenen glyphosathaltigen Mittel fĂŒr den Haus- und Kleingartenbereich hat der NABU unter www.NABU.de/glyphosat-im-garten veröffentlicht. Sie macht deutlich, welche Gefahren vom Totalherbizid ausgehen. Nicht nur BlĂŒten- und Samenpflanzen werden mit dem Einsatz von Glyphosat zerstört, sondern auch Fische und Amphibien sind gefĂ€hrdet, wenn es in OberflĂ€chengewĂ€sser gelangt. Diese Auswirkungen werden in KĂŒrzeln (NW261, NW264) auf den Packungen angegeben. In der Grafik stellt der NABU die einzelnen im Handel erhĂ€ltlichen Mittel und ihre Auswirkungen dar. Auch das Bundesumweltministerium fordert, die Auswirkungen von Glyphosat auf die BiodiversitĂ€t viel stĂ€rker zu beachten.
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Förderung von Dauerausstellung zum Nationalpark Schwarzwald
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, DBU, fördert Dauerausstellung zum Nationalpark Schwarzwald mit knapp einer Million Euro

UmweltstaatssekretĂ€r Andre Baumann: „Die Bundesstiftung unterstĂŒtzt ein großartiges Ausstellungskonzept. Der Nationalpark bekommt einen echten Besuchermagneten.“

Die Dauerausstellung im neuen Besucher- und Informationszentrum des Nationalparks Schwarzwald, BIZ, wird „Eine Spur wilder“ heißen. Der Baubeginn fĂŒr das Zentrum ist im Oktober geplant, eröffnet werden sollen BIZ und Ausstellung im April 2019.

Dass die Deutsche Bundesstiftung Umwelt die Ausstellung mit fast einer Million Euro unterstĂŒtzt, ist fĂŒr UmweltstaatssekretĂ€r Andre Baumann ein Beleg dafĂŒr, dass das Konzept innovativ, stimmig und vor allem attraktiv ist: „Ich bin der DBU dankbar, dass sie mit ihrer Förderung auch generell die Bedeutung des Nationalparks und des BIZ unterstreicht. Wir mĂŒssen den Mut und die Weitsicht haben, Wildnis wieder zuzulassen und wir mĂŒssen den Menschen die Faszination, die Schönheit und den Wert dieser neuen Wildnis nahe bringen.“

Der Schutz unserer natĂŒrlichen Lebensgrundlagen könne nur gelingen, wenn die Menschen dieses Ziel auch mittragen, sagte Baumann weiter. DafĂŒr zu werben sei Aufgabe des Besucher- und Informationszentrums: „Die Besucherinnen und Besucher des Informationszentrums sollen erfahren, was 'Natur Natur sein lassen' bedeutet – staunend, verstehend und mit allen Sinnen fĂŒhlend. Wir möchten zeigen, was Bewahrung der Schöpfung in seiner konsequentesten Form heißt. Ich bin ĂŒberzeugt, die Dauerausstellung und das Besucherinformationszentrum werden auch der Besuchermagnet der Nationalparkregion."
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Ökostation Freiburg: Modellprojekt „GesundheitsfĂŒchse“
Kinder in der Ökostation
 
Ökostation Freiburg: Modellprojekt „GesundheitsfĂŒchse“
Freiburger SchĂŒler*innen aus Grund- und Förderschulen werden zu Gesundheitsexpert*innen ausgebildet.
Besuch der 3. Klasse der Karlschule am 16.Juni zum „Aktionstag Wiesenapotheke“ an der Ökostation Freiburg

„Hallo Herr Daschner“ begrĂŒĂŸte Arvo Mavergames aus der 3. Klasse der Karlschule Herrn Daschner. „Ich kenne Sie, weil Sie mein Nachbar sind. Ich war auch schon in Ihrem Garten, weil mal mein Fußball ĂŒber den Zaun geflogen ist.“ Alle Kinder und die Erwachsenen haben gelacht. Das war die spontane OuvertĂŒre zu Beginn des „Aktionstages Wiesenapotheke“ an der Ökostation Freiburg zu dem besondere GĂ€ste eingeladen waren. Dass von der Ökostation aus den vielen Bewerbungen auch die Karlschule fĂŒr die Teilnahme an dem Modellprojekt ausgewĂ€hlt wurde, hat Prof. Dr. Franz Daschner als Stifter besonders gefreut, da hier seine Kinder zur Schule gegangen waren und er sich auch heute noch der Schule in seiner Nachbarschaft verbunden fĂŒhlt. Daschner fördert ĂŒber die von ihm gegrĂŒndete viamedica – Stiftung das 3-jĂ€hrige Modellprojekt GesundheitsfĂŒchse der Ökostation, „weil mir als frĂŒherem Kinderarzt neben Kindern auch die Umwelt und Gesundheit sehr am Herzen liegen und diese Themen hier vorbildlich verbunden werden“ so Daschner.

Die ebenfalls anwesende Umwelt- und SchulbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik betonte, dass ihr das Gesundheitsbewusstsein der Freiburger Kinder sehr am Herzen liege und hat die aufgeweckte 3. Klasse zu einem Besuch ins Rathaus eingeladen.

Mit etwas Verzögerung starteten die Kinder dann in die praktischen Lernstationen der Wiesenapotheke im Garten, den Außenanlagen und auf der Wiese. Projektleiter Markus Stickling hatte mit den SchĂŒlern allerlei KrĂ€uter im Garten und auf der Wiese gesammelt, um gemeinsam eine Wund- und Heilsalbe anzurĂŒhren. Zuerst zerzupften die Kinder den Spitzwegereich, Schafgabe, Ringelblume und etwas LavendelblĂŒten, um die HeilkrĂ€utermischung und 80 Grad heißem Öl exakt 20 Minuten auf dem Herd auszulassen. Dann durften die Kinder nach dem Aussieben noch zerkleinertes Bienenwachs hinzugeben und haben abwechselnd durch permanentes rĂŒhren das Öl mit dem Wachs gemischt. In die kleinen von den Kindern mitgebrachten GlĂ€schen fĂŒllte Markus Stickling vorsichtig die heiße Öl-Wachs-KrĂ€utermischung. Die Kinder beschrifteten dann ihre GlĂ€schen und brachten sie zum AbkĂŒhlen in den Wintergarten.
„Solche praktischen Aktionen zum Selbermachen und die Kleingruppenarbeit an der Ökostation begeistert die Kinder ungemein“ sagt die Klassenlehrerin Katharina SchĂ€fer. „Als ich die Zusage bekommen hatte an den UmweltfĂŒchsen teilnehmen zu können, da war das so wie ein Lottogewinn. Wunderbar ist die konstante Betreuung der Klasse mit dem gleichen UmweltpĂ€dagogen ĂŒber 2 Schuljahre hinweg“ so SchĂ€fer weiter und hebt den Daumen mit Blick zu Markus Stickling.

Weitere Lernstationen an diesem „Aktionstag Wiesenapotheke“ waren die KrĂ€uter als Apotheke im Biogarten. Die Kinder malten KrĂ€utermĂ€nnchen mit Spritzwegerich, Beinwell und Pfefferminze und trinken selbst hergestellten KrĂ€utertee. Zum Abschluss sagt Laslo Steinhart, dass er gerne Salben und Cremes herstellt. „Die Creme beim letzten Treffen war echt cool, so richtig angenehm und cremig. Und dann haben wir unsere Gesichter eingecremt, Gurken auf die Augen gelegt und Markus hat 10 Minuten Meeresrauschen-Musik abgespielt. Das war super entspannend“ so Laslo Steinhart weiter. Er kommt immer gerne zur Ökostation. Dem kann Stefanie Willmann, die als Mutter die Klasse begleitet, nur zustimmen. Ihre Tochter kommt auch immer voll begeistert nach Hause und hat manche Rezepte aus den Aktionstagen auch schon nachgekocht.

Mit dem Projekt „GesundheitsfĂŒchse“ der Ökostation Freiburg erlangen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ein Bewusstsein schon frĂŒh durch gesunde ErnĂ€hrung und Bewegung auf ihre Gesundheit zu achten und lernen, die Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Luft zu schĂŒtzen. Sie erkunden wie und wo Lebensmittel in der Region wachsen indem sie auch Exkursionen zu Bauernhöfen unternehmen. Über zwei Schuljahre hinweg werden SchĂŒlerinnen und SchĂŒler je einer 3. Klasse der Karlschule, der Anne-Frank-Schule, der Mooswaldschule und der Gerhart-Hauptmann Schule mit jeweils 20 Aktionstagen zu Gesundheitsexperten ausgebildet.

Im Rahmen einer Vorab-Recherche hatte die Ökostation mehrere Schulleit*innen, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen von Förder-und Grundschule befragt was nach ihrer Erfahrung und EinschĂ€tzung die zentralen Eckpunkte fĂŒr ein Modellprojekt im Bereich gesunde ErnĂ€hrung sein sollte. Von allen Befragten wurden fĂŒr eine entsprechende Kooperation zwischen Schule und Umweltbildungszentrum insbesondere das Interesse an praktischen Angeboten und der Bedarf an einer kontinuierlichen Betreuung von SchĂŒlergruppen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum bei konstantem Betreuungspersonal gewĂŒnscht wird. Die 4 Klassen werden deshalb ĂŒber zwei Schuljahre (September 2015 bis Juli 2017) jeweils einmal im Monat durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Ökostation betreut.

Viele der AktivitĂ€ten an den Aktionstagen finden an der Ökostation im Freien statt, an der Schule, auch in der SchulkĂŒche, im Schulgarten, auf dem Sportplatz, in GĂ€rtnereien und am Bauernhof. Die Aktionstage sind ĂŒber das ganze Kalenderjahr verteilt sodass verschiedene Angebote zu allen Jahreszeiten stattfinden: Streuobstwiese erkunden, Apfelernte, Zubereitung von Apfelsaft, Lehm als Baustoff, Plastik im Meer, verpackungsarmes FrĂŒhstĂŒck, Wellnesstag mit Peeling und Salben herstellen. Besuche auf dem Bauernhof finden zu allen Jahreszeiten statt und Themen wie „Wiesenapotheke“ und GemĂŒse ernten und verkosten bevorzugt im Sommerhalbjahr.

Eine besondere Veranstaltung ist fĂŒr den Weltkindertag am 25.September geplant. An diesem Tag treffen sich im SeeparkgelĂ€nde die 4 Gesundheitsfuchs-Klassen gemeinsam im Seepark. Sie werden den anderen Kindern auf dem Weltkindertag aus ihren Erblebnissen berichten und darĂŒber informieren, was SchĂŒlerinnen und SchĂŒler fĂŒr ihre Gesundheit machen können.

Das Modellprojekt „GesundheitsfĂŒchse“ wird mit 20.000,- Euro durch die Freiburger viamedica-Stiftung des Gesundheits- und Hygienewissenschaftlers und UmweltpreistrĂ€gers Prof. Dr. Franz Daschner gefördert.


 
 



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