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Dienstag, 18. Februar 2020
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Verschiedenes

 
NABU fordert stÀrkere Kontrollen bei Windparks
Ignorieren von verhĂ€ngten Baustopps nicht hinnehmbar - Genehmigungsbehörden mĂŒssen schĂ€rfer und regelmĂ€ĂŸig kontrollieren / Profitgier bei einigen Betreibern setzt Akzeptanz der Energiewende aufs Spiel

Angesichts aktueller FĂ€lle in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, wonach Windpark-Betreiber trotz eines gerichtlich und behördlich verhĂ€ngten Baustopps weitergebaut haben, fordert der NABU eine stĂ€rkere Kontrolle von gerichtlichen BeschlĂŒssen sowie Umweltauflagen durch die zustĂ€ndigen Genehmigungsbehörden. Im Hochsauerlandkreis wurde Ende vergangener Woche am Windpark Meerhof weitergearbeitet, obwohl das Verwaltungsgericht Arnsberg mit einem Beschluss in einem Eilverfahren den Bau von elf Windkraftanlagen gestoppt hatte. Der NABU Nordrhein-Westfalen hatte daraufhin seinen Rechtsanwalt eingeschaltet, der den Hochsauerlandkreis als Genehmigungsbehörde informiert hatte. Auch bei Eckernförde schritten die Bauarbeiten auf dem GelĂ€nde des Windparks bei Loose trotz eines durch das zustĂ€ndige Landesamt verhĂ€ngten Baustopps voran. Auch die Androhung eines Strafgeldes durch den zustĂ€ndigen Rechtsdezernenten der Behörde zeigte keine Wirkung bei Betreibern und Baufirma. Offenbar versuchen die Investoren durch den Weiterbau im Blick auf die jeweils noch ausstehenden Hauptverhandlungen vor Gericht Fakten zu schaffen. Genau dies sollte durch die Baustopps verhindert werden.
„Es ist zu befĂŒrchten, dass das nicht die einzigen FĂ€lle sind, wenn in einer Woche allein zwei FĂ€lle bekannt werden, wo trotz Baustopps weitergebaut wird. Wenn aus Profitgier sogar Strafgelder in Kauf genommen werden und alles recht ist, was die Verluste minimiert, dann lĂ€uft etwas schief. Hier wird der Rechtsstaat mit FĂŒĂŸen getreten“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der NABU fordert eine strenge Einhaltung von GerichtsbeschlĂŒssen sowie allgemeine schĂ€rfere Kontrollen von Umweltauflagen durch die zustĂ€ndigen Genehmigungsbehörden. So mĂŒssten unter anderem auch die so genannten Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen, die die Auswirkungen auf Arten wie z.B. FledermĂ€use und Vögel reduzieren sollen, bei genehmigten und sich im Betrieb befindlichen Windkraftanlagen regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft werden.

Aus NABU-Sicht ist dazu ein sofortiger KapazitĂ€tenaufbau erforderlich, die Behörden mĂŒssten finanziell und personell besser ausgestattet werden, damit sie diese Aufgaben auch wahrnehmen können. ZusĂ€tzlich mĂŒssen die Strafgelder fĂŒr Verletzungen von Verboten deutlich erhöht werden, damit der Anreiz das Verbot zu verletzen, gar nicht erst gegeben ist.

„FĂŒr den NABU gibt es keine Alternative zu einer naturvertrĂ€glichen Energiewende. Der Bundesverband Windenergie sollte sich klar und deutlich von diesem Vorgehen distanzieren, damit der Ausbau der Windkraft und das Voranschreiten der Energiewende nicht durch solche Machenschaften in Misskredit geraten“, so Miller.

Baustopps werden regelmĂ€ĂŸig im Rahmen laufender Verfahren von Gerichten verhĂ€ngt, wenn eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass bestehende Baugenehmigungen rechtswidrig erteilt wurden, z.B. wenn geltendes Artenschutzrecht nicht ausreichend berĂŒcksichtigt wurde. Der NABU fordert von allen Windenergieplanungen insbesondere die Einhaltung von MindestabstĂ€nden zu Vorkommen besonders gefĂ€hrdeter Vogelarten, die den Fachempfehlungen des so genannten „HelgolĂ€nder Papiers“ der staatlichen Vogelschutzwarten entsprechen. Diese Empfehlungen bilden inzwischen auch bereits die Grundlage zahlreicher neuerer Gerichtsentscheidungen, so z.B. eines Urteils des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs MĂŒnchen vom 29.3.2016, das die Empfehlungen des HelgolĂ€nder Papiers ĂŒber die davon abweichenden Planungshinweise des Landes Bayern stellt.
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NABU: Batnight wird 20 Jahre alt
Am Wochenende wieder NachtschwÀrmer aus nÀchster NÀhe erleben

Neuer Rekord mit ĂŒber 240 Veranstaltungen


Am kommenden Wochenende wird endlich wieder die Nacht zum Tag gemacht: Bei ĂŒber 240 NABU-Veranstaltungen zur diesjĂ€hrigen 20. Batnight am 27. und 28. August können Besucher FledermĂ€use einmal aus nĂ€chster NĂ€he erleben. NABU-Gruppen informieren ĂŒber die Welt der „Schönen der Nacht“, machen bei Nachtwanderungen die lautlos fliegenden Tiere mit dem so genannten Batdetektor hörbar oder erklĂ€ren, was fĂŒr den Erhalt der LebensrĂ€ume notwendig ist.

Die Hauptveranstaltung zur 20. Batnight findet in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Outdoor Zentrum Lahntal in Hessen statt. In Hessen gibt es ĂŒber 500 unterirdische Quartiere, die von FledermĂ€usen genutzt werden. Mehr als 800 FledermĂ€use ĂŒberwintern beispielsweise jedes Jahr in der Grube Emma – nahe dem Outdoor Zentrum. Dort sind BartfledermĂ€use, das Große Mausohr, das Braune Langohr, die Fransen- sowie die Wasserfledermaus zu Hause.

Veranstaltet wird die Internationale Batnight von EUROBATS, dem EuropĂ€ischen BĂŒro fĂŒr Fledermausschutz. In der Bundesrepublik wird sie vom NABU organisiert. Mit der Aktion soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam gemacht werden. In Deutschland sind vier Arten stark gefĂ€hrdet, drei sind sogar vom Aussterben bedroht. Zwölf weitere sind gefĂ€hrdet, stehen auf der Vorwarnliste oder es gibt nicht genug Daten, um ihre GefĂ€hrdung genau einschĂ€tzen zu können.

Der NABU ist seit mehr als 20 Jahren aktiv im Fledermausschutz. Dieses Engagement fĂŒhrte bereits dazu, dass bundesweit bereits weit mehr als 2000 HĂ€user und Kirchen als gesicherter Lebensraum fĂŒr FledermĂ€use gewonnen werden konnten.

„Hauptursache fĂŒr die GefĂ€hrdung der 25 heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten LebensrĂ€umen. Alte BaumbestĂ€nde, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfĂ€ltigen Unterschlupf gewĂ€hren, verschwinden zunehmend“, sagt Sebastian Kolberg, NABU-Fledermausexperte. Zudem reduziert der Einsatz von Pestiziden Insekten als Nahrungsmittel fĂŒr FledermĂ€use oder vergiftet die Tiere ĂŒber die Nahrungskette selbst. Ritzen, Fugen und Spalten, die durch die Modernisierung von Fassaden und DĂ€chern verloren gehen, sollten durch kĂŒnstliche Ersatzquartiere an derselben Stelle ersetzt werden. So sieht es auch das Bundesnaturschutzgesetz vor.
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NABU kritisiert VorschlÀge des Bioökonomierates zur Holzverwendung
Keine Rolle rĂŒckwĂ€rts beim Naturschutz im Wald

Der NABU hat den aktuellen Entwurf des Bioökonomierates „Holz in der Bioökonomie – Chancen und Grenzen“ als nicht vereinbar mit den Zielen der Nationalen BiodiversitĂ€tsstrategie bezeichnet. Die VorschlĂ€ge des 17-köpfigen Beratungsgremiums der Bundesregierung zur Waldnutzung und wie viel Holz in Zukunft fĂŒr Bereiche wie Holzbau, Holzwerkstoffe, Papier, erneuerbare Energien oder fĂŒr Bioraffinerien zur VerfĂŒgung stehen wird, stehen aus Umweltsicht im Widerspruch zu den beschlossenen und notwendigen Naturschutz-Zielen im Wald.

„Die Ziele der BiodiversitĂ€tsstrategie der Bundesregierung, den drastischen Artenverlust zu bremsen, werden mit Sicherheit verfehlt, wenn die VorschlĂ€ge des Bioökonomierates umgesetzt werden. Diese Umsetzung der Empfehlungen wĂŒrde die BemĂŒhungen zum Waldnaturschutz der vergangenen zwei Jahrzehnte in Deutschland torpedieren“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Die VorschlĂ€ge des Expertenrates zielen vor allem darauf ab, die WĂ€lder deutlich jĂŒnger zu machen, den Holzvorrat zu reduzieren, schnellwachsende Baumarten wie Nadelhölzer zu fördern und den Gifteinsatz zu intensivieren.
Aus NABU-Sicht ist das genau der falsche Weg: zulasten der Natur und mit hohem Pestizideinsatz möglichst viel Holz zu ernten. DarĂŒber hinaus verringert sich dadurch auch die CO2-Speicherfunktion des Waldes. Vielmehr sollte Holz effizient eingesetzt werden – und wo möglich – der Holzverbrauch reduziert werden. Dies gilt insbesondere fĂŒr Papierprodukte und fĂŒr Holz zur energetischen Nutzung. „Aktuell werden mehr als 50 Prozent des Holzes einfach verbrannt. Das Ziel muss sein, die energetische Nutzung von Holz langfristig drastisch zu reduzieren, da Holz zu wertvoll zum Verbrennen ist“, so Miller weiter.

Der NABU fordert die Bundesregierung auf, die Ziele der BiodiversitĂ€tsstrategie zur Grundlage zu nehmen, wenn es um die Zukunft der Holzverwendung in Deutschland geht. Ziel muss es sein, die wichtigen umwelt- und klimaschutzpolitischen Funktionen des Waldes langfristig zu sichern und zu fördern. Die WĂ€lder mĂŒssen durch die Förderung der heimischen Laubbaumarten naturnĂ€her und stabiler werden, um z.B. Massenvermehrungen von Insekten vorzubeugen und auch um gegenĂŒber extremen Wetterereignissen, wie sie in Zukunft auf Grund des Klimawandels hĂ€ufiger erwartet werden, widerstandsfĂ€higer zu sein. Auch muss der Anteil von Totholz deutlich erhöht und der Einsatz von Pestiziden drastisch reduziert werden. Denn im Vergleich mit den natĂŒrlichen Potentialen ist der Wald in Deutschland mit durchschnittlichen 77 Jahren sehr jung, gerade die fĂŒr die biologische Vielfalt besonders wichtige Alters- und Zerfallsphase sind so gut wie nicht vorhanden und auf Grund der hohen Nadelbaumanteile werden gerade mal ein Drittel der WĂ€lder als naturnah eingestuft.

„Holz ist ein nachwachsender und wertvoller Rohstoff, der nur begrenzt zu VerfĂŒgung steht. Damit sein positives Image und der Lebensraum Wald nicht zunichte gemacht werden, dĂŒrfen Holzernte und Waldbewirtschaftung den Naturschutz-Zielen nicht entgegen stehen. Im Gegenteil: Sie mĂŒssen diese unterstĂŒtzen“, so NABU-Waldexperte Stefan Adler.
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Karlsruhe: Die Affen sind los
Die Lisztaffen dĂŒrfen das Exotenhaus erobern / Foto: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Die Affen sind los
Exotenhaus: Lisztaffen leben direkt in der großen Halle / Loris teilen Voliere mit KugelgĂŒrteltieren

Im Exotenhaus können Besucherinnen und Besucher derzeit viel Neues erleben und entdecken. WĂ€hrend im Untergeschoss eines der Aquarien zu einem echten Blickfang umgebaut wurde, toben sich in den Ästen und Lianen der großen Halle mittlerweile die Lisztaffen aus. Versteckt unter einem Blatt brĂŒtet die Prachtfruchttaube. Infos zu den Bewohnern des Exotenhauses und deren Speiseplan gibt es tĂ€glich um 15 Uhr von einem Tierpfleger.

Die SĂŒdlichen KugelgĂŒrteltiere Lilli und Fuleco, von den meisten kurz Eco genannt, haben in ihrem Gehege Gesellschaft bekommen. In der großen Voliere auf der Erdgeschossebene des Exotenhauses im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe machen sich mehrere Loris lautstark bemerkbar. Das stört die KugelgĂŒrteltiere wenig, schließlich sind sie am Boden zu Hause, wĂ€hrend die Papageien eher den oberen Teil der Voliere bevölkern. "Die sind ganz schön frech", berichtet Exotenhaus-Revierleiterin Michaela Gaum. "Sobald ich im Gehege bin, kommen sie zu mir und wollen Leckereien haben. Sie sind so zutraulich, dass sie sich auch immer wieder auf meine Schulter oder meinen Kopf setzen."

Prachtfruchttaube brĂŒtet

Weil in der großen Halle das Gleichgewicht zwischen BĂ€umen, StrĂ€uchern und Unterbewuchs zu kippen drohte, sind die Loris in die Voliere umgezogen. Bei den Lisztaffen wiederum ist es genau umgekehrt: Sie können neuerdings das gesamte Exotenhaus erobern. Die kleine Krallenaffenart ist geeignet, um ohne Abtrennung von den Besuchern in der Halle zu leben. Sicher zur Freude vieler ZoogĂ€ste, die dem Treiben der munteren Gesellen auf Lianen, Baumwipfeln oder auch Felsen nun auf dem Rundweg oder von der Empore aus zusehen können.

Zu entdecken gibt es bei den gefiederten Bewohnern die kleine, wunderschön gezeichnete Prachtfruchttaube und deren BrutgeschĂ€ft. Nur ein Ei, so wie es bei dem aus Australien stammenden Vogel ĂŒblich ist. Vor den Besuchern hat die Taube dabei keine Scheu. Ihr Brutplatz ist nur verdeckt von einem großen Blatt.

Tierpflegerteam gestalteten Unterwasserwelt fĂŒr Welse, ZebrabĂ€rblinge und FeuerschwĂ€nze

In der untersten Etage sind die Aquarien ein Hingucker. Bei einigen Becken hat Aquascaping-Weltmeister Oliver Knott bereits beeindruckende Unterwasserwelten entstehen lassen. Beim Aquascaping geht es um die naturnahe Gestaltung der Becken mit dem Ziel, den Tieren ein gut gestaltetes Revier zu schaffen, das zugleich fĂŒr den Betrachter Ă€ußerst Ă€sthetisch wirkt. Das Tierpflegerteam hat Knott dabei ĂŒber die Schultern geschaut und beschlossen, sich selbst an einem Becken zu versuchen. "Wir haben uns fĂŒr ein Aquarium entschieden, das zuvor durch glatte WĂ€nde und wenige Wurzeln eine verbesserungswĂŒrdige Optik hatte", erlĂ€utert Gaum.

"Nach unserem normalen Arbeitstag haben wir es zu unserem Privatprojekt gemacht und viel Spaß damit gehabt", so Gaum weiter. Alle sieben Tierpfleger des Exotenhauses haben sich dafĂŒr eingebracht. Und das Ergebnis kann sich nach rund 100 Arbeitsstunden wirklich sehen lassen und scheut keinen Vergleich. "Wir wollten einen richtigen Unterwassergarten schaffen, RĂŒckwĂ€nde gestalten, die man nicht als solche erkennt, die Technik fĂŒr den Betrachter unsichtbar machen und dennoch einen einfachen Pflegeaufwand fĂŒr die Zukunft erreichen. Das haben wir auch alles so umsetzen können", zeigt sich die Revierleiterin zufrieden. In den 3.500 Litern leben jetzt Welse, ZebrabĂ€rblinge, FeuerschwĂ€nze und Haibarben.

Was steht heute auf dem Speiseplan?

Interessant wird es fĂŒr Besucherinnen und Besucher jeden Tag um 15 Uhr auf der Erdgeschossebene in der großen Halle. Einer der Tierpfleger kommt dann mit einem großen Servierwagen voller Obst- und GemĂŒseschĂ€lchen sowie tierischer Leckereien: Es ist angerichtet - fĂŒr Enten und Tauben, Papageien oder Affen.

Welche Bewohner gibt es im Exotenhaus - und was steht auf deren Speiseplan. Das erfahren die Besucher dann direkt aus erster Hand und können einen Blick in die zahlreichen FutternĂ€pfe werfen. Und natĂŒrlich beantworten die Tierpfleger Fragen zu den Tieren oder der Arbeit des Zoopersonals. Nicht nur Kinder erfahren dabei allerhand Neues und Wissenswertes.
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Walderlebnis Wonnhalde
Das Waldhaus verleiht vier clevere kleine RucksĂ€cke fĂŒr Nachwuchsforscher

Der Freiburger Stadtwald ist ein Eldorado fĂŒr Nachwuchsforscher.
Wer ihn auf eigene Faust erkunden möchte, kann beim Waldhaus
einen kleinen Forscherrucksack leihen. Dieses neue Angebot fĂŒr
Kinder ist ab sofort und kostenlos erhÀltlich. Die vier RucksÀckchen
enthalten allerlei Werkzeug, das Waldforscher gut brauchen können
– von Keschern ĂŒber Lupen und Karten bis zu Taschenmessern.
Außerdem finden sie darin kleine ForschungsauftrĂ€ge, BroschĂŒren
und Anregungen zu Spielen im Wald.

Neu ist auch eine Hinweistafel neben dem Waldhaus. Sie informiert
Jung und Alt ĂŒber alle Angebote im „Walderlebnis Wonnhalde“. Ihre
Übersichtskarte enthĂ€lt zum Beispiel das Stadtwald-Arboretum, den
Pilzlehrpfad „Mycelium“ und den Waldmenschen-Skulpturenpfad und
zeigt den Weg zum höchsten Baum Deutschlands, der 65 Meter
hohen Douglasie namens „Waldtraud vom MĂŒhlwald“.

An Sonn- und Feiertagen hÀlt das Waldhaus-Café leckere regionale
Speisen und GetrĂ€nke fĂŒr hungrige Wanderer und Forscher bereit.
Das Waldhaus ist dienstags bis freitags von 10-17 Uhr und sonnund
feiertags von 12-17 Uhr geöffnet.
 
 

 
NABU fordert 500 Mio. Euro mehr EU-Agrargelder
Jetzt in Umwelt-, Klima- und Tierschutz investieren

VerbÀnde fordern von der Bundesregierung Umschichtung von Geldern der 1. in die 2. SÀule der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik

FĂŒr Leistungen von Landwirten im Umwelt-, GewĂ€sser-, Klima- und Tierschutz fehlt das Geld. BÖLW, BDEW, Greenpeace, NABU und WWF fordern die Bundesregierung deshalb auf, 15 Prozent der EU-Agrarsubventionen von der allgemeinen FlĂ€chenförderung (1. SĂ€ule) in den Topf fĂŒr Umwelt, Tier- und Klimaschutz (2. SĂ€ule) umzuschichten. Bisher nutzt Deutschland diesen Spielraum nicht aus und widmet nur 4,5 Prozent der Agrargelder um. Deshalb kann aktuell fĂŒr Umwelt- und Tierschutz sogar weniger investiert werden als vor der letzten EU-Agrarreform.

WĂŒrde die Bundesregierung jetzt die vollen möglichen 15 Prozent verlagern, stĂŒnden den heimischen Landwirten, die sich fĂŒr ihre Tiere und die Umwelt einsetzen, ab 2019 jĂ€hrlich rund 500 Mio. Euro zusĂ€tzlich zur VerfĂŒgung. Entscheidend bei der Umschichtung ist, dass das Geld zweckgebunden in Höfe investiert wird, die sich fĂŒr Öko-Landbau, Agrarumweltmaßnahmen, GewĂ€sser-, Klima- und Tierschutz engagieren.

Ein weiteres Plus der Umschichtung: Die neuen Mittel in der 2. SĂ€ule werden zu 100 Prozent von der EU finanziert. Mit ĂŒber 500 Mio. Euro können Bund und LĂ€nder neue SpielrĂ€ume fĂŒr eine umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft nutzen, ohne einen Cent selbst zahlen zu mĂŒssen.

Wenn sich die Bundesregierung der weiteren Umschichtung verweigert, wĂŒrde in den BundeslĂ€ndern der finanzielle Spielraum fĂŒr dringend notwendige Umweltmaßnahmen fehlen – die Unterfinanzierung zeigt sich bereits heute: In einigen BundeslĂ€ndern mussten wichtige Umweltprogramme wegen leerer Kassen gestoppt werden. Ohne zusĂ€tzliche Agrargelder ist auch absehbar, dass deutsche und europĂ€ische Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsziele nicht erreicht werden können. Das Greening, mit dem Umweltschutz in der 1. SĂ€ule erreicht werden soll, ist ineffizient und genĂŒgt fĂŒr die Ökologisierung der Landwirtschaft nicht.


Das sagen die VerbÀndevertreter:

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)
„Wir brauchen mehr Investitionen fĂŒr den Umbau der Landwirtschaft und nicht weniger. Jeder konventionelle Landwirt, der Bio als Chance fĂŒr seinen Betrieb sieht, sollte fĂŒr seine Leistungen beim GewĂ€sser-, Klima- und Artenschutz auch honoriert werden.“

Martin Weyand, BDEW-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Wasser/Abwasser
„Es sind mehr Anstrengungen im GewĂ€sserschutz notwendig. Landwirte, die keine chemisch-synthetischen Pestizide verwenden und NĂ€hrstoffĂŒberschĂŒsse vermeiden, sollten honoriert werden.“

Martin Hofstetter, Political Advisor Greenpeace
„Das Artensterben in der Kulturlandschaft hat dramatische Ausmaße angenommen. Es mĂŒssen viel mehr Agrargelder gezielt fĂŒr Umweltprogramme eingesetzt werden, um diejenigen Landwirte zu unterstĂŒtzen, die aktiv fĂŒr mehr Artenvielfalt sorgen.“

Olaf Tschimpke, NABU-PrÀsident
„Das Greening ist weder effektiv noch effizient. Statt Steuergelder aus BrĂŒssel wie bisher mit der Gießkanne zu verteilen, sollten sie dazu genutzt werden, die Leistungen der Landwirte zum Schutz und zur Pflege wertvoller GemeingĂŒter wie Boden, Wasser oder biologische Vielfalt zielgerichtet und angemessen zu honorieren.“

Martina Fleckenstein, Leiterin Landwirtschaft WWF Deutschland
„Die industrielle Landwirtschaft verursacht Artenschwund, Bodenerosion und belastet unsere GewĂ€sser und das Klima. Eine Reform der EU-Agrarpolitik ist ĂŒberfĂ€llig. Deutschland braucht eine Landwirtschaft, die gesunde Lebensmittel erzeugt, Artenreichtum erhĂ€lt und verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen fördert und fordert.“
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Karlsruhe: Äpfel und Birnen vom "eigenen" Baum
Liegenschaftsamt versteigert ObstertrÀge in Daxlanden, Knielingen und Hohenwettersbach / Keine Versteigerung in Hagsfeld

AlljĂ€hrlich versteigert das Liegenschaftsamt Obst von stadteigenen BĂ€umen. Interessierte können in diesem SpĂ€tsommer in drei Stadtteilen Äpfel und Birnen zum SelbstpflĂŒcken ersteigern, 2016 allerdings nicht in Hagsfeld. Die wenigen Birnen, die dort dieses Jahr anfallen, gehen zu großen Teilen an die Parzivalschule oder werden von den FeldhĂŒtern direkt vermarktet.

Zum ersten Versteigerungstermin trifft man sich am Freitag, 2. September, um 13 Uhr in Daxlanden auf dem Parkplatz der GaststĂ€tte "An den Saumseen" im Saumweg. Treffpunkt fĂŒr die Versteigerung in Knielingen ist am Dienstag, 6. September, ebenfalls um 13 Uhr, der Parkplatz vor dem Kleingartenverein "Am Kastanienbaum" am Ende der Wikingerstraße. Ebenfalls fĂŒr 13 Uhr angesetzt ist die Versteigerung in Hohenwettersbach. Wer in dem Höhenstadtteil Äpfel oder Birnen ernten möchte, kommt am Mittwoch, 7. September, zum Gewann Rehbuckel.
 
 

 
NABU zieht Bilanz
590.000 Mitglieder und Förderer unterstĂŒtzen Verband beim Einsatz fĂŒr die Natur

Kampf gegen Artensterben bleibt grĂ¶ĂŸte Herausforderung - Energiewende in Deutschland naturvertrĂ€glich umsetzen

Trotz vieler globaler Krisen war das Jahr 2015 mit dem Pariser KlimaschutzĂŒbereinkommen und der Verabschiedung weltweiter Nachhaltigkeitsziele ein entscheidendes fĂŒr den Umweltschutz. Der NABU engagierte sich mit zahlreichen Projekten fĂŒr den Schutz von LebensrĂ€umen, Arten und Umwelt und machte öffentlich deutlich, dass an ambitionierten Klimazielen, dem Stopp des Artenverlustes und einer nachhaltigen Wirtschaftsweise kein Weg vorbei fĂŒhrt. In diesem Engagement konnte Deutschlands grĂ¶ĂŸter Umweltverband auch im vergangenen Jahr auf eine breite UnterstĂŒtzung aus der Bevölkerung bauen und seine positive Entwicklung fortsetzen.

590.000 Mitglieder und Förderer unterstĂŒtzten den NABU, inklusive seines bayerischen Partners, Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV), im Jahr 2015 beim Einsatz fĂŒr Natur und Umwelt. Dies waren rund 30.000 mehr als im Vorjahr, wie der NABU anlĂ€sslich der Veröffentlichung seines Jahresberichtes mitteilte. Positiv fiel auch die Entwicklung der Einnahmen aus: So verzeichnete der NABU im Jahr 2015 GesamtertrĂ€ge von 38 Millionen Euro und damit einen Zuwachs von fast zehn Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Mit ihnen konnten die NaturschĂŒtzer zahlreiche konkrete Projekte fĂŒr den Natur- und Umweltschutz im In- und Ausland umsetzen.

Das finanzielle und ideelle RĂŒckgrat des NABU bleiben weiterhin seine Mitglieder, ihre BeitrĂ€ge machen fast 50 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Erfreulich viele Menschen wollten 2015 auch fĂŒr den Erhalt der Natur spenden: Mehr als 6,4 Millionen Euro gingen dem NABU aus Spenden zu, weitere 1,8 Millionen Euro aus Erbschaften.

Wichtigste Basis des NABU bleibt die ehrenamtliche Naturschutzarbeit vor Ort. In mehr als 2.000 Orts- und Kreisgruppen setzten sich insgesamt 37.000 NABU-Mitglieder aktiv fĂŒr die Natur ein und leisteten dabei rund 2,5 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit. „Mit seinen Aktiven prĂ€gt der NABU vielerorts in Deutschland den Naturschutz, ganz nach dem Motto ‚Wir sind, was wir tun‘. Es freut uns sehr, dass uns bei dieser wichtigen Aufgabe immer mehr Menschen unterstĂŒtzen wollen. Das zeigt auch den wachsenden Stellenwert des Naturschutzes in der Bevölkerung, der in Teilen der Politik bislang leider noch nicht ausreichend angekommen ist. Mit dem RĂŒckenwind von bald 600.000 Mitgliedern werden wir auch weiter die großen Herausforderungen fĂŒr Natur und Umwelt angehen“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Als eines der wichtigen Ziele bezeichnete der NABU-PrĂ€sident das Engagement gegen den Verlust an biologischer Vielfalt. Wie enorm die Herausforderungen hier seien, zeige allein der Blick auf die von Jahr zu Jahr lĂ€nger werdenden Roten Listen. So galten 2015 von den weltweit 79.800 untersuchten Tieren und Pflanzen mehr als 23.000 als vom Aussterben bedroht – das ist fast jede dritte Art. Auch der Artenschutzreport fĂŒr Deutschland offenbarte 2015 Verheerendes: Rund 30 Prozent der hierzulande vorkommenden Tier-, Pilz- und Pflanzenarten sind in ihrem Bestand gefĂ€hrdet. FĂŒr zahlreiche von ihnen konnte der NABU 2015 konkrete Erfolge erzielen: etwa fĂŒr stark gefĂ€hrdete WiesenbrĂŒter wie den Großen Brachvogel oder Kiebitz oder den Erhalt wichtiger LebensrĂ€ume wie das Moor.

Als eine der drĂ€ngendsten Aufgaben fĂŒr Deutschland und Europa nannte der NABU-PrĂ€sident die Neuausrichtung der Landwirtschaft. „Wir mĂŒssen hin zu einer nachhaltigeren und naturvertrĂ€glicheren Landwirtschaft, die Naturschutzleistungen angemessen honoriert“, so Tschimpke. Der NABU fordert seit Langem eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik, mit einem deutlich höheren Einsatz fĂŒr die BiodiversitĂ€t und Umwelt vonseiten der Landwirtschaft sowie einer besseren Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen. Im Zuge seines Einsatzes fĂŒr eine Agrarwende brachte der NABU im vergangenen Jahr in einer Protestaktion auch zahlreiche BaumĂ€rkte dazu, Glyphosat aus ihrem Sortiment zu nehmen.

Deutlichen Verbesserungsbedarf sieht der NABU auch in der Klima- und Energiepolitik. Die NaturvertrĂ€glichkeit mĂŒsse bei der Umsetzung der Energiewende stĂ€rker in den Fokus rĂŒcken, vor allem auch bei den Planungen vor Ort, forderte der NABU. „Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass grundsĂ€tzlich die Ausbauziele durch die Auswahl von Standorten mit geringem Artenschutzkonfliktpotenzial erreichbar sind“, so Tschimpke. Auch bei der nationalen Umsetzung des in Paris beschlossenen Ziels, die globale ErderwĂ€rmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, mĂŒsse die Bundesregierung dringend konkrete Maßnahmen einleiten.

Mit großer Erwartung blickt der NABU auf die Entscheidung der EU-Kommission zur Zukunft der EU-Naturschutzrichtlinien, die fĂŒr diesen Herbst angekĂŒndigt ist. 2015 hatte die EU-Kommission die bis heute Ă€ußerst erfolgreichen Naturschutzrichtlinien zur Debatte gestellt. Unter dem Deckmantel einer „EntbĂŒrokatisierung“ wollte sie die EU-Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) mit einem so genannten „Fitness-Check“ ĂŒberprĂŒfen und womöglich aufweichen. Der NABU mobilisierte gemeinsam mit weiteren VerbĂ€nden mehr als eine halbe Million Menschen, sich an der öffentlichen Konsultation zu beteiligen. Dies war die grĂ¶ĂŸte jemals erzielte Beteiligung an einer solchen EU-BĂŒrgerbefragung. Über 90 Prozent aller Teilnehmenden erteilten den PlĂ€nen der Kommission eine klare Absage und plĂ€dierten fĂŒr den Erhalt der Richtlinien. Mit Erfolg: 17 EU-Umweltminister und die große Mehrheit der Abgeordneten im EU-Parlament sprachen sich inzwischen gegen die PlĂ€ne aus. Inzwischen kommt die EU-Kommission in einer im Juli 2016 veröffentlichten Studie selbst zu dem Schluss: Die FFH- und Vogelschutzrichtlinien sind bis heute wirksam, modern, effizient und notwendig.

Die eigenstĂ€ndige RĂŒckkehr des Wolfes bleibt eine der großen Erfolgsgeschichten des Naturschutzes. Deutschland feierte 2015 ein JubilĂ€um: 15 Jahre zuvor kamen die ersten Tiere eigenstĂ€ndig aus Polen nach Deutschland zurĂŒck. FĂŒr den NABU ebenfalls ein Grund auf erfolgreiche zehn Jahre im NABU-Projekt „Willkommen Wolf!“ sowie auf fĂŒnf Jahre ehrenamtliche Arbeit seiner Wolfsbotschafter zurĂŒckzublicken. Heute leben rund 40 Wolfsfamilien in der Bundesrepublik. „Unserem Ziel, ein konfliktarmes Miteinander von Wolf und Mensch zu ermöglichen, sind wir einen großen Schritt nĂ€her gekommen“, sagte Tschimpke. Dies zeigte sich auch in einer reprĂ€sentativen Forsa-Umfrage des NABU: So findet es die große Mehrheit der BundesbĂŒrger (80 Prozent) erfreulich, dass der Wolf wieder Bestandteil unserer Natur und Landschaft ist.

2015 konnte der NABU auf der Bundesgartenschau auch sein europaweit einmaliges Fluss-Renaturierungsprojekt an der Unteren Havel mehr als 100.000 Menschen vor Ort zeigen. Seit elf Jahren lĂ€sst der NABU den Fluss wieder lebendig und naturnah werden – ein Mammutprojekt, das 2015 bundesweit im Fokus stand.

Auch international hat der NABU seine AktivitĂ€ten weiter verstĂ€rkt. In rund 20 LĂ€ndern setzte er 2015 Projekte um. In Indien konnte sich die Tigerpopulation im Valmiki-Reservat am Fuße des Himalaya dank Natur- und Artenschutzmaßnahmen mit UnterstĂŒtzung des NABU fast verdreifachen. Durch diesen Erfolg leistete der NABU einen entscheidenden Beitrag zu dem Ziel, die Zahl der wildlebenden Tiger bis 2022 zu verdoppeln. Äthiopiens grĂ¶ĂŸter SĂŒĂŸwassersee und Überwinterungsgebiet von Zehntausenden Zugvögeln, der Tanasee, wurde dank des NABU in das UNESCO-Weltnetz der BiosphĂ€renreservate aufgenommen. Inzwischen betreut der NABU alle vier BiosphĂ€renreservate in Äthiopien.
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