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Samstag, 24. August 2019
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Verschiedenes

Karlsruhe: Wie sieht die Ambrosie aus und wie lÀsst sie sich bekÀmpfen?
Erzeugt schwere Allergien: die Ambrosie / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Wie sieht die Ambrosie aus und wie lÀsst sie sich bekÀmpfen?
Am Samstag, 16. Juli, bei Neureut Spaziergang zu der hochallergenen Pflanze

Die Ambrosie erzeugt mit ihren Pollen bei empfindlichen Menschen schwere Allergien, Asthma, BindehautentzĂŒndungen und Hautreizungen. Auch in Karlsruhe kommt sie vor. Im Raum Neureut bekĂ€mpft das stĂ€dtische Amt Umwelt- und Arbeitsschutz (UA) die Ambrosie seit vorigem Jahr im Rahmen des Klimopass-Projekts mit drei unterschiedlichen Methoden: klassische Mahd, Ausrupfen mit der Hand und Wave-Methode, bei der die Pflanzen mit kochendem Wasser verbrĂŒht werden. Bislang scheint die Wave-Methode am erfolgreichsten zu sein. Erste diesjĂ€hrige BekĂ€mpfungsmaßnahmen fanden bereits im Juni auf den Neureuter VersuchsflĂ€chen statt.

Nun laden BĂŒrgermeister Klaus Stapf, eine Vegetationskundlerin und UA zu einer etwa eineinhalbstĂŒndigen Begehung der Neureuter VersuchsflĂ€chen ein. Treffpunkt ist am Samstag, 16. Juli, um 10 Uhr an der Bushaltestelle "An der Trift" bei der Linkenheimer Landstraße, Höhe Neureuter Querallee. Ziel des Spaziergangs ist es, Standorte der Ambrosie sowie die Pflanze besser kennenzulernen. Umwelt- und Arbeitsschutz möchte die Bevölkerung fĂŒr diese Pflanze und ihre Problematik sensibilisieren. Wer Standorte der Ambrosie im Stadtgebiet kennt, sollte sie unter Telefon 0721/133-3101 oder per Mail an umwelt-arbeitsschutz@karlsruhe.de melden.
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Karlsruhe:
"Das Ding geht ab wie eine Rakete" / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: "Das Ding geht ab wie eine Rakete"
Lastenrad mit Pedelecantrieb / Stadt startet wieder Testwochen

Stefan Kehr und Gerald Hammer rösten seit sieben Jahren im Schlachthofareal Kaffee und liefern ihre Ware mit einem herkömmlichen Lastenrad an ihre Karlsruher Kunden aus. FĂŒr die beiden eine ökologische Entscheidung und eine praktische, weil sie dann kein Parkplatzproblem bei ihren Kunden in der Innenstadt haben. Jetzt konnten sie beim stĂ€dtischen Lastenradprojekt „Umsteiger gesucht!“ drei Wochen lang testen, ob ein Lastenrad mit Pedelecantrieb, also mit einer elektrischen UnterstĂŒtzung beim „Trebbeln“, Vorteile bei der Auslieferung bringt.

„Ganz klar, mit dem Pedelec-Lastenrad können wir unsere Liefertour schneller durchfĂŒhren als frĂŒher, der Zeitgewinn ist spĂŒrbar, das Ding geht ab wie eine Rakete“, weiß Gerald Hammer aus eigener Erfahrung zu berichten. Aber darin sieht er auch eine Gefahr, denn der Pedelecantrieb verfĂŒhre zu schnellem Fahren. „Bei Außerortsfahrten, etwa nach Ettlingen, sind die hohen Geschwindigkeiten in Ordnung, innerorts benötigt man sie eigentlich nicht“, so Hammer. Da ihre Kunden vor allem in der Karlsruher Innenstadt sind, werden sie doch bei ihrem alten, von Muskelkraft angetriebenen Lastenrad bleiben. Stefan Kehr hat aber einen Wunsch: „Toll wĂ€re es, wenn es einen Lieferdienst mit LastenrĂ€dern gĂ€be, der uns diese Arbeit abnimmt, dann hĂ€tten wir mehr Zeit zum Rösten.“

Weitere Informationen zum Lastenradprojekt gibt es im Internet unter www.karlsruhe.de/radverkehr. Bewerben um eine dreiwöchige Testphase können sich Interessierte bis zum 15. August unter dem Stichwort „Umsteiger gesucht!“ per E-Mail an stpla@karlsruhe.de.

zum Bild oben:
TESTGEFÄHRT: Interessierte können bei einer Aktion der Stadt - wie hier die Kaffeeröster - ein Lastenrad mit Pedelecantrieb ausprobieren. / Foto: Stadt Karlsruhe
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NABU: EEG-Novelle macht deutsche Klimaschutzziele zunichte
NaturvertrÀgliche Energiewende wird ausgebremst

Mit Blick auf die am heutigen Freitag vom Bundestag beschlossene Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) befĂŒrchtet der NABU, dass die Energiewende ausgebremst wird.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Der naturvertrĂ€gliche Ausbau der erneuerbaren Energien erhĂ€lt mit der EEG-Novelle einen erheblichen DĂ€mpfer. Das neue Ausschreibungsverfahren begrenzt den Ausbau strikt. Damit gefĂ€hrdet die Bundesregierung ihre eigenen Klimaschutzziele und spielt Atom- und Kohle-BefĂŒrwortern massiv in die Karten. Außerdem benachteiligt das neue Verfahren kleinere Akteure systematisch – es wird nicht dadurch gerecht, dass Ausnahmen fĂŒr BĂŒrgerenergie-Projekte gemacht werden. FĂŒr den langfristigen Erfolg der erneuerbaren Energien hĂ€tte die Bundesregierung qualitative Ziele in das EEG aufnehmen mĂŒssen. Denn nur wenn Energieanlagen sauber geplant und gebaut sind, wird die Energiewende zum Erfolgsprojekt.“
 
 

 
NABU: Batnight wird 20 Jahre alt
Ende August wieder NachtschwÀrmer aus nÀchster NÀhe erleben

"International Batnight" informiert ĂŒber das Leben der FledermĂ€use

Am 27. und 28. August findet zum zwanzigsten Mal die „International Batnight“ statt: In Deutschland organisiert der NABU die Aktion, die mittlerweile in ĂŒber 35 LĂ€ndern weltweit stattfindet. Die Batnight bietet allen Interessierten die Möglichkeit, diese erstaunlichen Tiere einmal aus nĂ€chster NĂ€he kennen zu lernen. Ob bei abendlichen Exkursionen mit Detektoren die Laute der Tiere erforschen oder bei nĂ€chtlichen Wanderungen die LebensrĂ€ume der FledermĂ€use besuchen: Bundesweit laden NABU-Gruppen zu Exkursionen und Veranstaltungen ein. In Deutschland sind 25 Fledermausarten heimisch – von der hĂ€ufiger verbreiteten Zwergfledermaus bis zur sehr seltenen Großen Hufeisennase.

Die Hauptveranstaltung zur 20. Batnight findet in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Outdoor Zentrum Lahntal in Hessen statt. In Hessen gibt es ĂŒber 500 unterirdische Quartiere, die von FledermĂ€usen genutzt werden. Mehr als 800 FledermĂ€use ĂŒberwintern beispielsweise jedes Jahr in der Grube Emma – nahe dem Outdoor Zentrum. Dort sind BartfledermĂ€use, das Große Mausohr, das Braune Langohr, die Fransen- sowie die Wasserfledermaus zu Hause. In der Grube lassen sich die Tiere beim Ein- und Ausflug in ihre jeweiligen Quartiere beobachten. Dabei werden sie zu Forschungszwecken mit einer Lichtschranke erfasst.
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Mehr Naturerbegebiete in die Liste der Welterbe aufnehmen
Schneeleoparden-Lebensraum West-Tian-Shan soll UNESCO-Weltnaturerbegebiet werden

Zum Start der 40. Tagung des UNESCO-Weltnaturerbe-Komitees am kommenden Sonntag (10.7.) in Istanbul begrĂŒĂŸt der NABU das Engagement der LĂ€nder Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan, den West-Tian-Shan als Weltnaturerbe zu nominieren. Gleichzeitig kritisiert der Verband jedoch, dass der Anteil der NaturstĂ€tten nach wie vor sehr gering sei. „Von insgesamt 1.031 Welterbegebieten sind nur 197 Naturgebiete“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt und forderte mehr internationales Engagement bei der Nominierung von Weltnaturerbegebieten, wie es die drei mittelasiatischen LĂ€nder nun zeigten.

Das Naturgebiet im West-Tian-Shan besteht aus sieben Schutzgebieten mit einer GesamtflĂ€che ĂŒber 500.000 Hektar und ist unter anderem Lebensraum des bedrohten Schneeleoparden. „Die Landschaften der Schutzgebiete sind sehr unterschiedlich und reichen von Schluchten ĂŒber Gipfel und Gletscher bis zu Feuchtgebieten, Wiesen und Steppen. In ihrer Gesamtheit bilden sie einen einzigartigen, großen Naturkomplex“, sagte Vitalij Kovalev, Leiter des NABU-Kaukasusprogramms. Der West-Tian-Shan sei vor allem durch Überweidung, Ressourcenabbau, Infrastrukturausbau und den Klimawandel bedroht. „Eine Ernennung des West-Tian-Shan als grenzĂŒbergreifendes Weltnaturerbegebiet wĂŒrde dem Gebiet einen internationalen Schutzstatus verleihen, der vor allem wandernden Tierarten wie dem Schneeleoparden eine Chance gibt“, so Kovalev weiter. Bislang gibt es in den Bergregionen Zentralasiens drei WeltnaturerbestĂ€tten: Die „goldenen Berge des Altai“, der Baikalsee und das Uws-Nuur-Becken in der Mongolei und Russland.

Auch ĂŒber den Westkaukasus entscheidet das Welterbekomitee in diesen Tagen. Das rund 300.000 Hektar große Gebiet in Osteuropa und Westasien beheimatet viele bedrohte und europweit Ă€ußerst selten gewordene Tier- und Pflanzenarten, darunter Wölfe und BraunbĂ€ren. Der NABU war maßgeblich an der Ausschreibung des Westkaukasus als UNESCO-Weltnaturerbegebiet beteiligt und setzt sich seit 1999 mit Schutzprojekten fĂŒr die Region ein. Eine Nominierung zur Erweiterung des Naturerbegebietes hat die russische Regierung jedoch zurĂŒckgezogen. Der NABU kritisiert diese Entscheidung scharf, da diese den Bau weiterer Skikurorte direkt an der Grenze zum bisherigen Weltnaturerbegebiet ermöglicht und sich Russland nach den Naturzerstörungen fĂŒr die olympischen Spiele von Sotschi als Ausgleich zu einer Erweiterung verpflichtet hat. „Die Versprechungen und Verpflichtungen zum Schutz weltweit bedeutender Naturgebiete mĂŒssen eingehalten werden. Es ist sehr bedaurlich, wenn Staaten wie Russland im letzten Moment ihre Nominierungen zurĂŒckziehen“, sagte Kovalev.

Die UNESCO hat das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt 1972 verabschiedet. Inzwischen haben es 191 Staaten unterzeichnet. Es ist das international bedeutendste Instrument, das von der Völkergemeinschaft zum Schutz des Kultur- und Naturerbes beschlossen wurde. Das Komitee tagt bis zum 20. Juli und wird ĂŒber 29 Nominierungen fĂŒr die Welterbeliste entscheiden.
 
 

Millionenfacher Vogelfang im Mittelmeerraum
Neuntöter im Netz / Foto: Basem Rabia
 
Millionenfacher Vogelfang im Mittelmeerraum
Regierungsvertreter suchen bei UN-Konferenz nach Lösungen (12.-15.7., Kairo)

Millionen Zugvögel sterben jedes Jahr auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete und zurĂŒck. Sie werden illegal gejagt, in manchen LĂ€ndern ist der Fang und Verkauf von Wildvögeln ein MillionengeschĂ€ft. Vom 12. bis 15. Juli treffen sich nun erstmals im Rahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) Regierungsvertreter der MittelmeerlĂ€nder um gemeinsam in Kairo zu beraten, wie sie die illegale Verfolgung von Zugvögeln erfolgreich bekĂ€mpfen können.

„Diese Konferenz ist ein enorm wichtiger Schritt. WĂ€hrend einige LĂ€nder mit hohem finanziellen Aufwand Vögel und ihre LebensrĂ€ume schĂŒtzen, werden die Tiere in anderen LĂ€ndern illegal verfolgt. Besonders kritisch ist dabei der Mittelmeerraum von SĂŒdeuropa ĂŒber Nordafrika bis in den Nahen Osten“, so Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte. Er wird, gemeinsam mit Vertretern der Bundesregierung, die Konferenz vor Ort begleiten.

Ägypten ist einer der Schwerpunkte des illegalen Vogelfangs. Das gewaltige Ausmaß wurde im Jahr 2013 in Deutschland bekannt. Ein Filmteam des Bayerischen Rundfunks hatte auf einer Strecke von ĂŒber 700 Kilometern entlang der gesamten Ă€gyptischen MittelmeerkĂŒste – vom Gaza-Streifen im Osten bis zur libyschen Grenze im Westen – Fangnetze entdeckt. Eine Distanz so weit wie von Hamburg nach Stuttgart.

Ägypten ist zugleich auch das Land mit der grĂ¶ĂŸten Zahl getöteter Zugvögel im gesamten Mittelmeerraum. Einer aktuellen Studie zufolge, die im Auftrag der NABU-Dachorganisation BirdLife International erstellt wurde, landen wĂ€hrend des Herbstzugs von Mitte August bis Ende Oktober etwa zwölf Millionen Zugvögel in den Netzen entlang der Ă€gyptischen MittelmeerkĂŒste. Dies entspricht einem Handelswert von etwa 40 Millionen Euro. Die meisten der gefangenen Vögel werden auf MĂ€rkten verkauft, um als Delikatesse verspeist zu werden.

FĂŒr den gesamten Mittelmeerraum muss derzeit von mindestens 25 Millionen illegal geschossenen oder gefangenen Zugvögeln pro Jahr ausgegangen werden. Dies zeigte eine weitere Studie von BirdLife International. Die Brennpunkte sind dabei Malta, Zypern, Syrien, Libanon und Ägypten. Betroffen sind fast alle Zugvogelarten, darunter Neuntöter, Pirol, Nachtigall, Kuckuck und Ziegenmelker.

2013 hatte der NABU insgesamt 115.000 Unterschriften gegen den illegalen Vogelfang gesammelt und an die Ă€gyptische Regierung ĂŒbergeben. Der NABU unterstĂŒtzt intensiv die BemĂŒhungen seiner Partnerorganisation vor Ort und des Ă€gyptischen Umweltministeriums im Kampf gegen den massiven Vogelfang.



Die Konferenz in Kairo/Ägypten ist das erste Treffen einer zu diesem Thema neu gegrĂŒndeten Arbeitsgruppe im Rahmen der UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS), nach ihrem GrĂŒndungsort auch Bonner Konvention genannt. Die CMS hatte auf der 11. Vertragsstaatenkonferenz im November 2014 in Quito/Ecuador die Einsetzung einer „Zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe zur BekĂ€mpfung der illegalen Verfolgung von Vögeln im Mittelmeerraum“ beschlossen. Neben den Regierungen der MittelmeerlĂ€nder sind Regierungsvertreter aus den HerkunftslĂ€ndern der Zugvögel und NGOs als UnterstĂŒtzer und Beobachter eingeladen. Eine bereits seit 2013 bestehende internationale Arbeitsgruppe zur BekĂ€mpfung des Vogelfangs in Ägypten tagt im Zusammenhang mit dieser Konferenz.
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NABU kritisiert Vorgehen beim Fehmarnbelt
Einwendungsfrist fÀllt in die Ferienzeit

Landesregierung Schleswig-Holstein macht sich zum SteigbĂŒgelhalter dĂ€nischer Interessen

Der NABU hat die Vorgehensweise der schleswig-holsteinischen Landesregierung beim notwendig gewordenen PlanĂ€nderungsverfahren fĂŒr die Fehmarnbelt-Querung scharf kritisiert. Die Frist zur Stellungnahme innerhalb des laufenden Verfahrens mitten in die Ferienzeit aller BundeslĂ€nder zu legen, in der Gutachter, RechtsanwĂ€lte und Mitarbeiter vom NABU und anderen Organisationen Urlaub fest geplant hĂ€tten, sei ein Affront. „Das Verhalten der Landesregierung Schleswig-Holstein ist ein Angriff auf die Beteiligungsrechte von Betroffenen und VerbĂ€nden. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet die federfĂŒhrenden Sozialdemokraten mit wenig RĂŒcksicht auf soziale Belange aller Beteiligten die Terminierung allein im Sinne des dĂ€nischen VorhabentrĂ€gers vornehmen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Nach EinschĂ€tzung des NABU sind die von Femern A/S vorgelegten PlanergĂ€nzungen erneut löchrig und wurden erst durch die wohlwollende Mithilfe der schleswig-holsteinischen Verwaltung so optimiert, dass eine aktualisierte Fassung ĂŒberhaupt noch rechtzeitig kurz vor Ferienbeginn ausgelegt werden kann.

WĂ€hrend die mehrere Tausend Seiten umfassenden Ordner vom 12. Juli bis zum 12. August 2016 eingesehen werden können, endet die Frist fĂŒr Stellungnahmen am 26. August. Nötig geworden war eine Vielzahl von ErgĂ€nzungen seitens des VorhabentrĂ€gers, da der Erörterungstermin in Kiel im November 2015 auch durch die kritische Bewertung des NABU grobe MĂ€ngel der angeblich einwandfreien Unterlagen von Femern A/S zu Tage gebracht hatte.

„Die DĂ€nen stehen zeitlich enorm unter Druck und ausgerechnet die Landesregierung macht sich ungeniert zum SteigbĂŒgelhalter dĂ€nischer Interessen, statt die Interessen der Betroffenen zu schĂŒtzen. Das ist skandalös“, so Miller. Entsprechend sei auch von einer im Kieler Verkehrsministerium angesiedelten Planfeststellungsbehörde, die gegenĂŒber den Weisungen des Verkehrsministers gebunden ist, keine UnabhĂ€ngigkeit zu erwarten.

Angesichts der extrem kurzen Fristen und immer komplexer werdenden Verfahren fordert der NABU seit Langem eine Anpassung von Planfeststellungsverfahren an die RealitĂ€t. „Durch die Terminierung wird ganz offensichtlich darauf gehofft, dass weiterhin vorhandene, nicht zu beseitigende Schwachstellen des infrastrukturell ĂŒberflĂŒssigen und ökologisch hoch riskanten Projektes von uns ĂŒbersehen werden. Denn die Sichtung und Bewertung von mehreren Metern Aktenordnern ist schon unter regulĂ€ren UmstĂ€nden eine Herausforderung. Angesichts ferienbedingter Abwesenheiten maßgeblicher Mitarbeiter und Gutachter wird es beinah unmöglich sein, in der nötigen und grundsĂ€tzlich auch möglichen Tiefe die Masse des neuen Materials mit den Originaldokumenten zu vergleichen und in adĂ€quatem Umfang und entsprechender QualitĂ€t Stellung zu nehmen“, sagt Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU. Allein die Übersicht der Änderungen der Planfeststellungsunterlagen habe 135 Seiten.

Angesichts des zuvor veröffentlichten Inhaltsverzeichnisses geht der NABU davon aus, dass seitens des VorhabentrĂ€gers bei Weitem nicht alle offenen Fragen erschöpfend beantwortet werden können. Weiterhin fehlt unter anderem eine europarechtlich vorgeschriebene „Strategische UmweltprĂŒfung“ (SUP) möglicher Alternativen, wie zum Beispiel die Anbindung von Kopenhagen ĂŒber die JĂŒtlandroute.

Seit 2005 engagiert sich der NABU aktiv gegen Europas grĂ¶ĂŸtes Infrastrukturprojekt. Der NABU fordert angesichts eines nachweislich komplett fehlendenden Bedarfs und zahlreicher verĂ€nderter Parameter die Vertragsstaaten Deutschland und DĂ€nemark auf, Artikel 22 des Staatsvertrages ernst zu nehmen und das Vorhaben endlich grundsĂ€tzlich auf den PrĂŒfstand zu stellen.

Die Hauptkritikpunkte des NABU sind:

Rechtlich:
· Staatsvertrag einzige BegrĂŒndung fĂŒr das Projekt, statt tatsĂ€chlicher Notwendigkeit (Verkehrsaufkommen, sozio-ökonomische Bedeutung)
· Staatsvertrag hebelt die PrĂŒfung von Alternativen unrechtmĂ€ĂŸig aus
· Keine Bewertung der rĂ€umlichen ProjektabhĂ€ngigkeiten von Fehmarnbelt-Tunnel, FehmarnsundbrĂŒcke und B 207 (kumulative Effekte sowohl auf Menschen und Umwelt)
· Privatisierung einer deutschen Bundesstraße durch das Königreich DĂ€nemark

Verkehrlich:
· 97 Prozent Verkehrsverlagerung von der Storebelt-BrĂŒcke statt zusĂ€tzlichem Verkehr im gesamten Raum / auf der Fehmarnbeltquerung
· Veraltete Prognosen unterschiedlicher Quellen mit uneinheitlichen Zahlen (DK Transport Ministerium, Bundesministerium fĂŒr Verkehr)
· Keine Einbeziehung des FĂ€hrverkehrs, VernachlĂ€ssigung alternativer Routen (z. B. Rostock-Gedser, TravemĂŒnde-Trelleborg) und Verkehrsmittel (Flugzeug)

Ökologisch:
· VerlÀngerung der Bauzeit ohne zusÀtzliche Bewertung der ökologischen Auswirkungen
· Unzureichende Ermittlung negativer Folgen fĂŒr Schweinswale
· Fehlende Bewertung kumulativer Wirkungen auf Zug- und Rastvögel (Nahrungshabitate)
· Zu grobes Raster zur AbschĂ€tzung der Sedimentation in der Bauphase, mangelnde Prognose negativer Langzeitwirkungen auf LaichgrĂŒnde,zu kurzer Prognose-Horizont (40 statt 200 Jahre)

Bautechnisch:
· Unzureichende Untersuchung gĂŒnstiger und machbarer Bohrtunnelalternativen
· Havarie: Kein adĂ€quates Sicherheitskonzept fĂŒr Flachwasserbereiche
· Fehlendes kohĂ€rentes Konzept fĂŒr GefahrgĂŒter

Finanziell:
· Fehlende Finanzanalyse inklusive FÀhrverkehr
· VolatilitĂ€t des „Border-Shop“-Aufkommens (1/3 des Gesamtaufkommens durch gĂŒnstige Spezialtickets fĂŒr dĂ€nische Kunden)
· Reduzierte EU-Förderung (600 Mio. statt 1,4 Mrd.)
· Keine Preis-Reduzierung auf Storebelt-BrĂŒcke (Vermeidung attraktiver alternativer Querungsmöglichkeiten)

Barrieren:
· Maut, Sprache, WÀhrung
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Karlsruhe: „Offene Pforte“ in GrĂŒnwettersbach
Als Bestandteil der gleichnamigen stadtweiten Initiative lockt eine „Offene Pforte“ am Sonntag, 17. Juli, von 13 bis 18 Uhr in eine GrĂŒnwettersbacher Oase, TĂŒbinger Straße 2. Der etwa 350 Quadratmeter große Garten erstreckt sich als Band entlang des Hauses in Hanglage. In die von Hortensien, Stauden und Sommerblumen geprĂ€gte Pflanzung fĂŒgt sich ein kleines GewĂ€chshaus ein.

Die „Offene Pforte“ des stĂ€dtischen Gartenbauamts prĂ€sentiert private GĂ€rten und Höfe in Karlsruhe. Ein Konzept nach seit Jahrzehnten bewĂ€hrtem englischen Vorbild.
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