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Verschiedenes

Erneuerbare Energien im Biosphärengebiet
Rappenecker Hof / Foto: Fraunhofer ISE
 
Erneuerbare Energien im Biosphärengebiet
Wanderung zum Solargasthof Rappenecker HĂĽtte

Freiburg, 02.08.2016: Erneuerbare Energien erleben! Der Freiburger Verein fĂĽr Erneuerbare Energien, fesa e.V., bietet am 3. September in Kooperation mit dem BUND eine Wanderung zum energieautarken Gasthof Rappenecker HĂĽtte an. Anmeldeschluss ist am 11. August.

Anlässlich des neu ausgewiesenen Biosphärengebietes Schwarzwald wandert der fesa e.V. am Samstag, den 3. September mit Interessierten zum „Gipfel“ des Rappenecks zwischen Oberried und Schauinsland. Der idyllisch gelegene, energieautarke Solargasthof Rappenecker Hütte gilt als Europas erste solarbetriebene Gaststätte. Der typische Schwarzwaldhof, der nie ans öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde, wird seit 1987 mit einer PV-Anlage und einem Windrad und seit 2003 zusätzlich mit einer Brennstoffzelle ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Los geht’s um 10:30 Uhr von der Bushaltestelle „Hofsgrund Hof“. Die Bushaltestelle ist beispielsweise über die Buslinie 7215 Freiburg – Todtnau zu erreichen (Abfahrt Freiburg HBF 09:40, Ankunft 10:20). Nach ca. 1 ½ Stunden Fußmarsch wird die Rappenecker Hütte erreicht, wo Inhaber Dirk Behringer ausführlich die Anlagen zur regenerativen Selbstversorgung erklären wird. Wer nur an der Führung teilnehmen möchte, bezahlt 3,- Euro. Bei Einkehr mit Essen und Trinken ist die Führung kostenlos.

Dieser fesa-Event findet in Kooperation mit dem BUND statt. Geleitet wird die Wanderung von fesa-Geschäftsführerin Diana Sträuber, die bei der Säulenversammlung Naturschutz am 19.7.2016 für den Naturschutzbund Südbaden (Nabu) in Beirat und Lenkungskreis für das Biosphärengebiet gewählt wurde.

Anmeldung bis zum 11. August unter mail@fesa.de oder 0761 / 40 73 61, weitere Infos gibt es unter www.fesa.de oder www.rappeneck.de
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NABU-Zahl des Monats:
250.000 Fledermäuse sterben im Jahr an Windkraftanlagen

Rotorenblätter drehen sich genau auf der Flughöhe der Tiere

Eine neue Pilotstudie des Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung sorgt für neue, überaschende Erkenntnisse – selbst für erfahrene Fledermausforscher. Demnach finden 95 Prozent der Flüge des Großen Abendseglers in einer Höhe zwischen Null und 144 Metern statt. Dies ist problematisch für diese Fledermausart, da sich die Rotorblätter der meisten Windkraftanlagen in einer ähnlichen Höhe drehen. Forscher gehen davon aus, dass jährlich 250.000 Fledermäuse der Windkraft zum Opfer fallen. Aus diesem Grund ist eine naturverträgliche Standortwahl unabdingbar, um den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter voranzubringen und gleichzeitig den Schutz der sogenannten „windenergiesensiblen Arten“ zu gewährleisten.

Der Große Abendsegler ist eine der heimischen Fledermausarten, die durch Windkraft besonders gefährdet sind. Die Studie zeigt, dass besonders Weibchen nach der Aufzuchtszeit von Windkraftanlagen angezogen werden. Begründet wird dieses Phänomen mit der Suche nach neuen Quartieren. Die Tiere verwechseln die Anlagen mit großen abgestorbenen Bäumen. Zu dieser Zeit verfügen die Männchen bereits über etablierte Quartiere und entgehen so der Kollisionsgefahr weitestgehend. Auch fliegen die Weibchen im Durchschnitt höher und sind damit einem höheren Risiko ausgesetzt. Für die Populationsentwicklung einer Fledermausart sind Weibchen von besonderer Bedeutung. Sie gebären durchschnittlich nur ein, selten zwei Junge im Jahr.


Um auf die Bedrohung der Fledermäuse aufmerksam zu machen, findet jedes Jahr am letzten Augustwochenende die „Internationale Batnight“ statt. Initiiert von EUROBATS, dem Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermausarten, wird die Batnight in Deutschland vom NABU organisiert. Dabei organisieren NABU-Gruppen mehr als 200 Veranstaltungen rund um die Fledermäuse. Die Hauptveranstaltung zur 20. Batnight findet in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Outdoor Zentrum Lahntal in Hessen statt.
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Der Bundesverkehrswegeplan
Ein Konzept wie aus den 1970er Jahren

Verkehrsminister peitscht Pläne an den Bürgern in der Sommerpause vorbei

Der NABU kritisiert scharf, dass das Kabinett bereits am heutigen Mittwoch den Bundesverkehrswegeplan von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beschlossen hat.

„Ganze drei Werktage hat Herr Dobrindt den Umweltverbänden Zeit gelassen, zu den Ausbaugesetzen Stellung zu beziehen – und das mitten in den Sommerferien. Wie es aussieht, will der Verkehrsminister mit Vollgas und geschlossenen Augen sein fragwürdiges Konzept möglichst schnell durchpeitschen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Bei ähnlich gelagerten Großprojekten haben Umweltverbände und Bürger normalerweise mehrere Wochen lang Gelegenheit, zu den Plänen Stellung zu beziehen. „Herr Dobrindt tritt die Beteiligungsrechte von Bürgern und Verbänden mit Füßen. Seit Beginn der Arbeiten am Bundesverkehrswegeplan 2030 haben das Verkehrsministerium und Minister Dobrindt immer wieder betont, wie wichtig ihnen eine fundierte Öffentlichkeitsbeteiligung ist. Doch diese Ankündigungen waren wohl nicht mehr als heiße Luft – mit der Gefahr, dass sich Herr Dobrindt daran ordentlich verbrennen könnte“, so Miller.

Angesichts zahlreicher sensibler Verkehrsprojekte im ganzen Bundesgebiet drohen im Nachgang Konflikte, beispielsweise bei Neu- und Ausbauten von Autobahnen. Eine gründliche fachliche Prüfung und breite Öffentlichkeitsbeteiligung hätte diesen Konflikten vorbeugen können. So hatten in den vergangenen Monaten bereits das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt und zahlreiche Umweltverbände Kritikpunkte geäußert. Bei mehreren Projekten stellt sich überhaupt die Frage, ob sie einen konkreten Nutzen für den Verkehr haben.

Neben methodischen Mängeln bei der Erarbeitung des Konzepts wirft der NABU dem Bundesverkehrsministerium auch eine zu geringe Berücksichtigung der Umweltbelange vor. „Die Verkehrsprognosen sind in vielen Fällen nicht plausibel, gleiches gilt für den daraus abgeleiteten Investitionsbedarf für die Verkehrsinfrastruktur. Das Verkehrsministerium hat außerdem mögliche Alternativen oft gar nicht erst geprüft. Auch fehlt ein Plan, wie Verkehrsflächen künftig rückgebaut und Landschaften so wieder vernetzt werden können“, kritisierte Miller. Darüber hinaus laufe der Verkehrswegeplan den Zielen zuwider, die sich Deutschland selbst zum Klimaschutz und Flächenverbrauch gesetzt hat.

„Der Bundesverkehrswegeplan von Minister Dobrindt liest sich inhaltlich und methodisch inzwischen wie ein Verkehrsplan der 1970er-Jahre. Dass der Minister jetzt, ohne das Umweltministerium zu beteiligen und ohne die Einwände der Verbände zu prüfen, wenige Monate nach dem Pariser Klimaabkommen einen solchen Gesetzentwurf durchs Kabinett bringen will, ist in diesem Jahrtausend vollkommen inakzeptabel“, so Miller.
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NABU zur neuen EU-Liste invasiver Arten: Zu kurz gesprungen
Liste mit 37 Arten kann nur ein Anfang sein

Der NABU begrüßt die am morgigen Mittwoch in Kraft tretende so genannte „Unionsliste“ invasiver Arten. Mit ihr benennt die EU erstmals 37 Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme stark beeinträchtigen und so der biologischen Vielfalt schaden können.

„Dass es diese Liste gibt, ist ein großer Fortschritt für den Schutz der biologischen Vielfalt. Dass aber letztlich nur 37 Arten auf dieser Liste stehen, ist deutlich zu wenig. Viele kritische Arten hat die EU-Kommission bislang überhaupt noch nicht unter die Lupe genommen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

So findet sich auf der Liste zwar der in Deutschland bereits weit verbreitete Waschbär, nicht aber der für die menschliche Gesundheit gefährliche Riesenbärenklau. Gleiches gilt für das insbesondere an Fließgewässern verstärkt auftretende Drüsige Springkraut. Und auch der Mink findet sich nicht auf der Liste – obwohl dieser lokal, ähnlich wie der Waschbär, als Nesträuber erheblichen Einfluss auf die Bestände bedrohter Vogelarten nehmen kann. „Ein großer Sprung ist die Liste zum jetzigen Zeitpunkt daher leider noch nicht“, bilanziert Tschimpke.

Allein in Deutschland sind mindestens 168 Tier- und Pflanzenarten bekannt, die nachweislich negative Auswirkungen haben – oder haben könnten. So viele Arten listete unlängst das Bundesamt für Naturschutz in seinem Managementhandbuch für invasive Arten auf. In der gesamten EU gehen Experten sogar von rund 12.000 gebietsfremden Arten aus, von denen etwa 15 Prozent als invasiv eingestuft werden und damit potenziell Schäden ausrichten.

Und diese Schäden werden in Deutschland und in der gesamten EU zunehmend größer – sowohl in ökologischer Hinsicht als auch in wirtschaftlicher und gesundheitlicher. Die Europäische Kommission beziffert allein den ökonomischen Schaden auf rund zwölf Milliarden Euro pro Jahr. Viele Experten gehen sogar von noch höheren Summen aus.

Und das Problem wird sich in absehbarer Zeit nicht verringern. Globale Transportwege überwinden die natürlichen Ausbreitungsgrenzen von Pflanzen, Tieren und Pilzen. Zunehmend wird durch den Klimawandel auch die Ausbreitung eingeschleppter Arten begünstigt. Die EU hatte sich daher mit einer neuen Verordnung das Ziel gesetzt, einheitliche Mindeststandards zu definieren, um so eine bessere Prävention, Früherkennung und schnelle Reaktion auf invasive Arten zu ermöglichen. Zudem soll so die Kontrolle und Verringerung möglicher Schäden verbessert werden.
 
 

 
UNESCO-Biosphärenreservat im Schwarzwald
Umweltministerium, Regierungspräsidium Freiburg und beteiligte Kommunen und Kreise stellen UNESCO-Antrag

Umweltminister Franz Untersteller und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer: „Wir stärken den Schutz der biologischen Vielfalt und sichern Lebensräume für Mensch und Natur.“

Der Antrag, das Biosphärengebiet Schwarzwald international als UNESCO-Biosphärenreservat anzuerkennen, ist heute (29.07.) in der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets in Schönau unterzeichnet worden. Zu den Unterzeichnern gehören Umwelt- und Naturschutzminister Franz Untersteller, die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, der Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald Walter Kemkes, sowie Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Kreise und Kommunen. Der Antrag wird vom deutschen Nationalkomitee für das UNESCO-Programm „Man and the Biosphere“ an die UNESCO weitergeleitet. Eine Anerkennung wäre dann bis Ende 2017 möglich.

„Gemeinsam erleben wir hier im Schwarzwald, in den Grenzen des Biosphärengebiets, wie eine einzigartige Modellregion mit erheblichem Mehrwert für Wirtschaft, Tourismus und Natur entsteht“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller. Er lobte das Engagement der beteiligten Kreise und Kommunen und hob die naturschutzfachlich herausragende Bedeutung des Biosphärengebiets Schwarzwald hervor: „Das Biosphärengebiet begeistert mit seiner typischen und durch die Allmendweiden einmaligen Landschaft, mit seinen Wäldern, Mooren und Felsen und mit seinen Gewässern. Es lohnt sich, diese Natur- und Kulturlandschaft mit ihrem Reichtum an Pflanzen und Tieren zu schützen und weiter zu entwickeln.“

Das künftige Biosphärenreservat umfasst ein Gebiet von über 63.000 Hektar. Etwas mehr als zwei Drittel davon sind als so genannte Entwicklungszone deklariert, rund 30 Prozent sind Pflegezone und gut drei Prozent bilden die Kernzone des Reservats. Während die Kernzone ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden muss, kann und soll in den beiden anderen Zonen naturschonend und nachhaltig gewirtschaftet und gepflegt werden. In der Pflegezone steht die naturschonende Nutzung der Kulturlandschaften im Vordergrund, in der Entwicklungszone ist die nachhaltige Entwicklung der Flächen das Ziel, wobei die Flächen grundsätzlich uneingeschränkt wirtschaftlich, landwirtschaftlich oder touristisch genutzt werden können.

Für Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer ist die Unterzeichnung ein Meilenstein: „Mit der Unterzeichnung des UNESCO-Antrags gehen wir einen weiteren Schritt in der Erfolgsgeschichte des Biosphärengebiets im Schwarzwald. Die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat wird mit vielen kreativen Ideen einen spürbaren Impuls für die Steigerung der Qualität und Attraktivität dieser Region und somit für das Wohlergehen der Menschen, die hier leben, geben.“ Sie ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir weitere 200 Hektar Staatswald in die Kernzone des Biosphärengebiets einbringen können. Das ist nochmals ein starkes Bekenntnis der Landesregierung zum Biosphärengebiet.“

Ergänzende Informationen:

Der Antrag auf Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat ist von Umwelt- und Naturschutzminister Franz Untersteller, der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, dem Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald, Walter Kemkes, sowie Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Kreise Lörrach, Waldshut und Breisgau-Hochschwarzwald sowie der Stadt Freiburg unterzeichnet worden.

Außerdem unterstützen die 28 Kommunen des Biosphärengebiets Schwarzwald den Antrag: Aitern, Böllen, Fröhnd, Hausen im Wiesental, Häg-Ehrsberg, Kleines Wiesental, Schönau im Schwarzwald, Schönenberg, Schopfheim, Todtnau, Tunau, Utzenfeld, Wembach, Wieden, Zell im Wiesental (alle Landkreis Lörrach), Albbruck, Bernau im Schwarzwald, Dachsberg, Höchenschwand, Häusern, Ibach, St. Blasien, Ühlingen-Birkendorf, Wehr (Landkreis Waldshut), Hinterzarten, Horben, Oberried, Schluchsee (Landkreis Breisgau-Hochschwarz-wald).

Die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets ist in Schönau eingerichtet. Neben Geschäftsführer Walter Kemkes, einer Verwaltungskraft und einer Assistenz werden dort Fachleute für Naturschutz, für Landnutzung, für Wirtschaft/

Tourismus/Regionalentwicklung/Vermarktung und fĂĽr Bildung/Kultur/

Gesellschaft/Soziales arbeiten.

Ein Besucherzentrum für das Biosphärengebiet wird voraussichtlich in Todtnau entstehen.

Die Kosten für das Biosphärengebiet von etwa 660.000 Euro jährlich trägt in den ersten drei Jahren das Land, danach übernehmen die Kreise und Kommunen 30 Prozent der Kosten.
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Klimaschutzplan fĂĽr Deutschland verkommt zu Wirtschaftsschutzplan
NABU: Der NABU kritisiert den Umgang des Bundeskanzleramts mit den Klimaschutzplänen für Deutschland scharf. Den Umweltschützern liegt die Bewertung des sogenannten „Klimaschutzplans 2050“ durch das Bundeskanzleramt vor – und dieses Papier zeigt, wie stark die Wirtschaft ihre Interessen zur Verhinderung eines effektiven Klimaschutzes in diesen Prozess hinein lobbyiert. Streich-Wunschkonzert des Bundeskanzleramts macht effektiven Klimaschutz unmöglich

Den „Klimaschutzplan 2050“ hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vor wenigen Wochen vorgestellt. Darin schlug sie konkrete Maßnahmen für CO2-Einsparungen vor. „Doch nach dem Zerpflücken des Dokuments durch das Bundeswirtschaftsministerium und Bundeskanzleramt ist der Klimaschutzplan inzwischen zu einem Wirtschaftsschutzplan verkommen. Würden alle gewünschten Streichungen des Kanzleramts durchgesetzt, liefe Deutschland sehenden Auges auf das Verfehlen seiner Klimaziele zu“, kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Einige der wichtigsten Streichungen im Ăśberblick:

Land- und Forstwirtschaft: Nach den Plänen von Bundesumweltministerin Hendricks sollten hier bis zum Jahr 2050 bis zu 50 Prozent der Emissionen eingespart werden. Dazu sollte es künftig unter anderem eine strikte Obergrenze für Stickstoffüberschüsse geben und der deutsche Fleischkonsum sollte auf den Prüfstand. Diese und weitere für den Klimaschutz essenzielle Maßnahmen, wie der Schutz von Moorböden und die Ausweitung des wertvollen Dauergrünlands, sollen nach den Plänen des Bundeskanzleramtes wieder gestrichen werden. Gleiches gilt für das feste und bereits beschlossene Ziel der Bundesregierung, ein Fünftel der landwirtschaftlichen Fläche künftig mit Ökolandbau zu bewirtschaften.

Verkehr: Auf Deutschlands Straßen soll nach Ansicht des Bundeskanzleramts künftig vieles beim Alten bleiben. So sollen hier weiterhin vor allem Verbrennungsmotoren auf Basis fossiler Energieträger unterwegs sein – dies gilt auch für Neufahrzeuge.

Gebäude: Neubauten müssten nach Vorstellung des Kanzleramts künftig keine strengeren energetischen Standards erfüllen. Auch liefe die Förderung von Heizungsanlagen auf Basis fossiler Energieträger ungehindert weiter.

Energieerzeugung: Der Ausstieg aus der Kohleförderung und -verstromung stünde auf der Kippe.

Industrie: Wenn sich das Kanzleramt durchsetzt, muss der Energiebedarf der Industrie künftig nicht durch CO2-freie Energieträger gedeckt werden. Auch müssten neue Produktionsanlagen nicht besonders effizient sein.


„Wenn wir uns diese Liste möglicher Streichungen anschauen, muss man sich schon fragen, ob das Bundeskanzleramt die Beschlüsse von Paris überhaupt verstanden hat. Es ist erschreckend, dass nicht einmal die Begriffe Dekarbonisierung und Treibhausgasneutralität im Klimaschutzplan genannt werden sollen – beide Ziele sind international Standard und klar in Paris vereinbart worden“, so Tschimpke. Er forderte die Bundesregierung auf, mehr Mut zu zeigen und auch kontroverse Themen anzugehen.

Bereits jetzt hinkt die Bundesregierung ihren eigenen Ansprüchen an die Energie- und Klimapolitik hinterher. „Derzeit sieht es nicht so aus, als könnte Deutschland seine selbstgesteckten Klimaschutzziele für 2020 noch erreichen. Seit Jahren passiert insbesondere im Gebäude- und Verkehrsbereich zu wenig. Auch im Energiebereich wird der Klimaschutz durch die jüngste EEG-Novelle massiv ausgebremst. Nur die sofortige Stilllegung von Braunkohle-Kapazitäten könnte so kurzfristig noch helfen, die notwendigen CO2-Einsparungen zu erreichen“, sagte NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz.
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Ab in die Biotonne: PapiertĂĽten optimal
Kompostierbare Biobeutel in Freiburg nicht geeignet.

PapiertĂĽten fĂĽr die Biotonne sind optimal, Biobeutel dagegen
nicht. Die kompostierbaren Beutel haben in Freiburg einen
groĂźen Nachteil, auf den die Freiburger Abfallwirtschaft (ASF)
hinweist.

Aus hygienischer Sicht ist es sinnvoll, den KĂĽchenabfall nicht
lose in die Biotonne zu geben. Deshalb verpacken viele
Freiburgerinnen und Freiburger ihre GemĂĽse- und Obstreste
in Papiertüten, inzwischen werden aber auch öfter
kompostierbare Beutel verwendet.

Weil sie stabil und hygienisch wirken, greifen viele
umweltbewusste Kunden zu den kompostierbaren Beuteln,
die aus Maisstärke hergestellt sind. Die Beutel sehen auf den
ersten Blick aus wie PlastiktĂĽten und werden in vielen
Geschäften verkauft. Die Beutel bauen sich auf dem
Komposthaufen oder in einer Kompostanlage im Garten
biologisch ab, sie brauchen dafĂĽr aber mindestens drei
Monate.

In der Freiburger Vergärungsanlage bleibt der Bioabfall
dagegen nur etwa drei Wochen unter Luftabschluss in einem
Silo, dieser kurze Zeitraum reicht aber nicht zum Abbau der
Maisstärkefolien. Deswegen müssen die störenden Folien vor
der Verarbeitung mechanisch aus dem Bioabfall entfernt
werden. Aus diesen Gründen rät die ASF vom Kauf dieser
Beutel ab; sie werden in Freiburg als RestmĂĽll entsorgt und
leisten leider keinen Beitrag zum Umweltschutz.
Grundsätzlich sind Papiertüten oder Zeitungspapier die beste
Wahl fĂĽr den Bioabfall. Papier ist ein natĂĽrliches Material, das
gerade in der warmen Jahreszeit die Feuchtigkeit von Obst-
und Gemüseabfällen bindet. Es ist ökologisch unbedenklich,
lässt sich gemeinsam mit dem Bioabfall kompostieren und
trägt zu einem hochwertigen Recycling der Freiburger Abfälle
bei.
 
 

 
Abfallbilanz 2015
Umweltminister Franz Untersteller: „Das Pro-Kopf-Aufkommen an häuslichen Abfällen sinkt zwar weiter, Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum führen dennoch zu insgesamt größeren Abfallmengen im Land.“

Umweltminister Franz Untersteller hat heute (01.08.) in Stuttgart die Abfallbilanz 2015 für Baden-Württemberg vorgestellt. Die insgesamt 123 Seiten umfassende Bilanz enthält zahlreiche Daten und Schaubilder zum aktuellen Stand der kommunalen Kreislaufwirtschaft im Land.

Ausgewählte landesweite Kennzahlen

Die Abfallbilanz weist für das vergangene Jahr 47 Millionen Tonnen an Abfällen aus, die insgesamt in Baden-Württemberg zusammengekommen sind. Gegenüber dem Jahr 2014 bedeutet dies eine Zunahme von einer Million Tonnen. Diese Zahl beinhaltet 35,45 Millionen Tonnen Abfälle, die Industrie- und Gewerbebetriebe direkt entsorgt haben. Hinzu kommen 11,55 Millionen Tonnen Abfälle der privaten Haushalte, der Bauwirtschaft und haushaltsähnliche Abfälle der Industrie, um die sich die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in den Stadt- und Landkreisen gekümmert haben.

„Für die kommunale Abfallwirtschaft sind letztes Jahr rund 415.000 Tonnen oder gut drei Prozent weniger Abfälle angefallen als noch im Jahr zuvor“, erklärte Umweltminister Untersteller. Dass die Abfallmenge insgesamt dennoch zugenommen habe sei auf das Wirtschaftswachstum im Land zurückzuführen. „Dass unsere Wirtschaft weiter wächst, ist gut. Die Zahlen belegen aber, dass das in unserer Landesstrategie Ressourceneffizienz enthaltene Ziel, das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch und damit auch vom Abfallaufkommen zu entkoppeln, wichtig und richtig ist.“

Das Gesamtaufkommen an häuslichen Abfällen, die Haus- und Sperrmüll einschließlich Geschäftsmüll aus öffentlicher Sammlung, getrennt erfasste Wertstoffe aus Haushalten sowie Abfälle aus der Biotonne umfassen, ist gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen auf nunmehr 3,81 Millionen Tonnen. „Allerdings ist auch die Bevölkerung im Land um mehr als 100.000 Einwohner gewachsen“, erklärte der Minister. “Das Pro-Kopf-Aufkommen ist daher um drei Kilogramm je Einwohner und Jahr auf nun 353 Kilogramm weiter gesunken.“

Auch das Pro-Kopf-Aufkommen an Haus- und Sperrmüll ist weiter rückläufig. „Mit 142 Kilogramm je Einwohner und Jahr haben wir den niedrigsten Wert erreicht seit 1990, dem Jahr, als die Abfallbilanz im Land zum ersten Mal erstellt wurde“, sagte Franz Untersteller.

Beim Bioabfall ging die getrennt gesammelte Menge um ein Kilogramm auf durchschnittlich 45 Kilogramm je Einwohner und Jahr zurĂĽck. Fachleute fĂĽhren dies auf den trockenen Sommer 2015 zurĂĽck.
Mit Blick auf den Hohenlohekreis und die Kreise Lörrach und Ravensburg, in denen seit Beginn des Jahres 2016 der Bioabfall gesammelt wird, erklärte der Umweltminister: „Für unsere nächste Abfallbilanz erwarten wir wieder einen Anstieg des im Land gesammelten Bioabfalls. Unser Ziel ist es, die wertvolle Ressource Bioabfall in ganz Baden-Württemberg separat zu erfassen und mit modernsten Technologien bestmöglich zu verwerten.“

Die durchschnittliche Jahresabfallgebühr für einen Vier-Personen-Haushalt im Jahr 2016 beträgt 150,41 Euro, im Jahr 2015 waren es 150,07 Euro. „Trotz erheblicher Investitionen in Entsorgungs- und Verwertungsanlagen sind die Müllgebühren damit auf dem sehr niedrigen Niveau der Vorjahre geblieben“, erklärte Minister Untersteller.

Entwicklung in den Stadt- und Landkreisen

Spitzenreiter in der Kategorie „Kreisfreie Großstädte“ ist wie im Vorjahr die Stadt Freiburg mit einem Aufkommen an Haus- und Sperrmüll (einschließlich Geschäftsmüll) von insgesamt 110 Kilogramm je Einwohner und Jahr. Das höchste Pro-Kopf-Aufkommen fiel mit 246 Kilogramm in Mannheim an. Gegenüber dem Vorjahr stellt dies einen weiteren Rückgang um vier Kilogramm dar.

Die Kategorie „Städtische Kreise“ führt mit 68 Kilogramm je Einwohner und Jahr der Kreis Calw an. Am anderen Ende der Tabelle befindet sich der Ortenaukreis, in dem das Aufkommen gegenüber dem Vorjahr jedoch um zwei Kilogramm auf nun 203 Kilogramm je Einwohner und Jahr gesunken ist.

Bei den „ländlichen Kreisen“ liegt traditionell der Landkreis Freudenstadt vorn, mit 71 Kilogramm je Einwohner und Jahr. Schlusslicht in dieser Kategorie ist der Hohenlohekreis mit durchschnittlich 220 Kilogramm Haus- und Sperrmüll je Einwohner und Jahr.

„Die großen Differenzen in den einzelnen Kreisen erscheinen auf den ersten Blick zwar erstaunlich“, betonte Franz Untersteller weiter. „Allerdings unterscheiden sich die Strukturen zum Teil erheblich, dies muss man berücksichtigen.“ So spiele beispielsweise die Größe eines Kreises ebenso eine Rolle wie die Bevölkerungsdichte oder die Frage, wie in den einzelnen Kreisen die gewerblichen Abfälle entsorgt werden und wie viel Mengen Geschäftsmüll die Statistik im Bereich Haus- und Sperrmüll daher enthalte. Trotzdem gebe der Vergleich eine gewisse Orientierung und helfe dabei, noch vorhandene Optimierungspotenziale aufzudecken, so Untersteller.

"Die Abfallbilanz 2015 zeigt, dass wir trotz positiver Entwicklungen noch ein gutes Stück Arbeit vor uns haben auf dem Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft“, erklärte Umweltminister Untersteller. „Baden-Württemberg ist so wirtschaftsstark wie es rohstoffarm ist. Unser Ziel ist es daher, die vielen Wertstoffe, die in der Bananenschale, dem nicht mehr genutzten Handy oder dem abgerissenen alten Haus stecken, wiederzugewinnen und erneut zu nutzen.“
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