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Freitag, 23. August 2019
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BUND-Umwelttipp: Nistkästen bauen - Ein ökologisches Weihnachtsgeschenk
Quelle: BUND S√ľdlicher Oberrhein
 
BUND-Umwelttipp: Nistkästen bauen - Ein ökologisches Weihnachtsgeschenk
Amsel, Drossel, Fink und Star... Wer kennt nicht zumindest diese eine Zeile des alten Liedes. V√∂gel erfreuen uns mit ihrem Gesang, sie vertilgen gro√üe Mengen Sch√§dlinge und sind beliebt. Dennoch herrscht nicht nur bei "Amsel, Drossel, Fink und Star" Wohnungsnot. Die Landschaft ist ausger√§umt, der Wald ist h√§ufig "aufger√§umt", Hecken verschwinden und in den St√§dten und D√∂rfern finden sich immer weniger Nischen f√ľr die ganze bunte Vogel- und Tierwelt. Mit dem Bau von Nistk√§sten und Nisthilfen k√∂nnen insbesondere Kinder und Jugendliche f√ľr die Tierwelt, die Natur und auch f√ľr den Umweltschutz begeistert werden.
Auf der BUND-Homepage www.bund-freiburg.de finden Sie eine Vielzahl von Bauanleitungen f√ľr Nistk√§sten. Ein selbst gebauter Nistkasten ist ein sch√∂nes Weihnachtsgeschenk. Und f√ľr die handwerklich weniger begabten Menschen gibt es beim BUND in der Freiburger Wilhelmstrasse 24a (Hinterhaus), und im BUND-Shop unter www.bund-freiburg.de auch einen Nistkastenbausatz, gefertigt in einer regionalen Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung.
Ein Nistkasten ist ein √∂kologisches, umweltfreundliches Geschenk. Wer einmal einen Nistkasten gebaut hat, wer V√∂gel und Natur beobachtet, wird auch sehen, dass der Bau von Nisthilfen nur ein erster, wichtiger, (kleiner) Schritt ist. Denn die Bedrohung von V√∂geln, Natur und Umwelt erfordert weitergehende Schritte. Auf diesem Wege lernt man, dass Natur in G√§rten, W√§lder, St√§dte und D√∂rfer zur√ľckgebracht werden muss und dass Vogel-, Natur- und Umweltschutz langfristig auch dem Menschen dient und nutzt.
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10 Jahre Stromsparcheck
Genau 2.626 Stromsparchecks in einkommensschwachen Haushalten durchgef√ľhrt - Rund 800 alte, ineffiziente K√ľhlschr√§nke ausgetauscht

Projekt verbindet soziale und √∂kologische Aspekte ‚Äď Vermittlung von Langzeitarbeitslosen

Der Stromsparcheck feiert jetzt sein 10j√§hriges Bestehen. Er startete als einer der ersten Pilotstandorte des inzwischen bundesweit erfolgreichen Klimaschutzschutzprojektes f√ľr einkommensschwache Freiburger Haushalte. Der Caritasverband Freiburg-Stadt, die gemeinn√ľtzige Freiburger Qualifizierungs- und Besch√§ftigungsgesellschaft f.q.b. organisieren dieses Projekt gemeinsam, die Stadt Freiburg begleitet das Projekt seit Beginn fachlich und finanziell.

Genau 2626 Stromsparchecks wurden in den letzten 10 Jahren durchgef√ľhrt - eine eindrucksvolle Bilanz. Seit Projektbeginn vermittelt das Jobcenter Freiburg langzeitarbeitslose Menschen, die im Stromsparcheck zu Stromsparhelferinnen und -helfern qualifiziert werden. Diese geschulten ALG-II-Empf√§ngerinnen und -Empf√§nger gehen dann in die Haushalte und helfen anhand eines Stromsparchecks die Ausgaben f√ľr Strom und Wasser zu reduzieren. Durch diese Qualifizierung soll ihnen einen Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtert werden. Die Stadt Freiburg unterst√ľtzt den Stromsparcheck mit 52.000 Euro pro Jahr.

‚ÄěBei diesem Projekt profitieren viele: Einkommensschwache Haushalte, in dem sie bares Geld sparen, das Klima mit deutlichen CO2-Einsparungen und die Stadt Freiburg, da wir unserem ambitionierten Klimaschutzziel eines klimaneutralen
Freiburgs bis 2050 ein weiteres St√ľck n√§her kommen‚Äú, so Umweltb√ľrgermeisterin Gerda Stuchlik anl√§sslich des 10j√§hrigen Jubil√§ums des Stromsparchecks.

Und Christiane Bl√ľmle, Gesch√§ftsf√ľhrerin der f.q.b.: ‚ÄěDie erfolgreiche Entwicklung des Stromsparchecks in den letzten 10 Jahren ist auch das Ergebnis der ausgezeichneten Kooperation mit der Stadt Freiburg, der Badenova und der Energieagentur Regio Freiburg. Das Bundesministerium f√ľr Umweltschutz, Natur und Reaktorsicherheit, das Jobcenter Freiburg und die Stadt Freiburg finanzieren das Projekt gemeinsam ma√ügeblich und unterst√ľtzen es auch ideell.‚Äú Insgesamt waren bisher 97 Menschen in diesem Projekt t√§tig, davon 89 M√§nner und 8 Frauen. Der Altersdurchschnitt lag bei rund 45 Jahren. Das Projekt bietet den Teilnehmenden relativ gute Vermittlungschancen in den Arbeitsmarkt, da es in einem zukunftstr√§chtigen Segment arbeitet und M√∂glichkeiten zur Besch√§ftigung sowohl im Energiebereich, in anderen Servicebereichen als auch in angrenzenden Handwerksbereiche, wie beispielsweise Heizung und Sanit√§r, bietet.

Zu den Zahlen: In den letzten 10 Jahren hat der Stromsparcheck √ľber 3.500 Haushalte erreicht und genau 2.626 Stromsparchecks (Stand: 30. September 2018) in den Haushalten durchgef√ľhrt. Es wurden 16.726 Energiesparlampen, 1.526 Steckerleisten, 3.440 Wassersparperlatoren und 1.982 Duschk√∂pfe eingebaut. Das prognostizierte j√§hrliche Einsparpotenzial f√ľr Strom liegt momentan bei rund 210.000 Euro beziehungsweise rund 80 Euro pro Haushalt und Jahr. Die eingesparte Menge CO2 betr√§gt durch bisher eingebaute Energiesparartikel rund 693.000 Kilogramm j√§hrlich, ein √§u√üerst erfreulicher Beitrag zum Umweltschutz. Auch beim Wasserverbrauch gab es Einsparungen. Bei den bisher beratenen Haushalten geht die f.q.b. von einer Einsparung in den n√§chsten sieben Jahren von rund 477.000 Euro aus. Diese Zahlen zeigen eindr√ľcklich, wie in den eigenen vier W√§nden Energie gespart werden kann.

Zus√§tzlich finanziert die Stadt Freiburg seit 2012 den Austausch alter, ineffizienter K√ľhlschr√§nke in einkommensschwachen Haushalten gegen Ger√§te mit einer Energieeffizienzklasse A+++ mit j√§hrlich 50.000 Euro. Voraussetzung daf√ľr ist ein Stromspar-Check. Rund 800 Ger√§te wurden seitdem ausgetauscht, etwa 95 Euro lassen sich zus√§tzlich pro Haushalt j√§hrlich an Stromkosten einsparen: Die neuen stromsparenden K√ľhlger√§te leisten dadurch ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Von den Einsparungen profitiert indirekt auch die Stadt, denn sie tr√§gt entsprechend der gesetzlichen Grundlagen die Unterkunftskosten f√ľr die Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe.

Die Energieagentur Regio Freiburg, Mitinitiator des Stromsparchecks, begleitet in fachlichen Fragen und bei der Ausbildung der Stromsparhelferinnen und Stromsparhelfer. Damit verbindet das Projekt soziale und √∂kologische Aspekte. Die Badenova hat das Projekt als Starthilfe in der Startphase √ľber ihren Innovationsfonds gef√∂rdert.
 
 

 
Bachpaten kontrollieren die Nistkästen an Freiburgs Gewässern
J√§hrlich √ľber 350 Nistk√§sten werden gereinigt - Interessierte k√∂nnen gerne mithelfen

Was haben V√∂gel und Nistk√§sten mit dem Lebensraum Gew√§sser zu tun? Gew√§sser haben √ľblicherweise auch angrenzende Ufer mit ihren Geh√∂lzen. Aus diesem Grund haben die Freiburger Bachpaten √ľber die Jahre etwa 350 Nistk√§sten an B√§umen nahe am Wasser angebracht. Sie kontrollieren und reinigen diese K√§sten einmal im Jahr, da diese Vogelarten jedes Jahr ein neues Nest bauen.

Die Nisthilfen am Wasser werden haupts√§chlich von Meisen und Sperlingen, aber auch von Rotschw√§nzen, Zaunk√∂nigen und Kleibern bezogen. Diese V√∂gel finden kaum noch Bruth√∂hlen in alten B√§umen mit nat√ľrlichen H√∂hlen. Aber nicht nur f√ľr V√∂gel gibt es k√ľnstliche H√∂hlen, auch f√ľr Flederm√§use stehen Wohnungen bereit. Diese werden in der warmen Jahreszeit von den nachtaktiven Tieren tags√ľber als Schlafplatz genutzt.

An den beim Nestbau verwendeten Materialien k√∂nnen die Bachpaten R√ľckschl√ľsse auf die Bewohner ziehen. Besteht das Nest haupts√§chlich aus Moos, waren hier Meisen zu Gast. Sperlinge verwenden fast nur trockene Halme, bauen aber auch Zivilisationsm√ľll wie Plastik mit ein. Man kann sich fragen, ob diese Vogelart nicht auch deshalb den Spitznamen ‚ÄěDreckspatz‚Äú erhalten hat. Das erstaunlichste Nest ist eigentlich gar kein zusammenh√§ngendes Gebilde: Der Kleiber f√ľllt seinen Nistkasten schlicht bis obenhin mit feinen Rindenst√ľcken auf.

Bei den Kontrollgängen der Bachpaten zeigt sich die Wohnungsnot der Vögel ganz deutlich, fast in jedem Nistkasten ist ein Nest zu finden. Die Kästen werden bis Mitte Februar gereinigt, da dann bereits die ersten Vögel wieder mit dem Nestbau beginnen.

Neben Vögeln oder Fledermäusen nutzen auch andere Tiere die aufgehängten Bruthöhlen. Oft befinden sich Wespen- oder Hornissennester darin. Diese Nester sind im Winter jedoch verwaist und können ebenfalls problemlos entfernt werden. Die größte Freude macht den Freiburger Bachpaten jedoch, wenn Mäuse mit von der Partie sind. Vor allem die Gelbhalsmaus baut gerne ihr Winternest auf leere Vogelnester und bringt zusätzlich trockene Blätter und Futter ein.

An fast allen naturnahen B√§chen, die ein begleitendes Gr√ľn besitzen und in denen eine vielf√§ltige Tierwelt vorhanden ist, sind die Bachpaten Freiburg im Einsatz. Es sind 64 Gruppen mit √ľber 1.300 Menschen vom Kinder- bis zum Rentenalter, die tatkr√§ftig und ehrenamtlich die Stadt in deren Auftrag zur Gew√§sserpflege unterst√ľtzen.

Gerne k√∂nnen sich interessierte B√ľrgerinnen und B√ľrgern bei Ann Zirker vom Garten- und Tiefbauamt unter der Telefonnummer: 201-4656 oder per E-Mail: ann.zirker@stadt.freiburg.de melden, wenn sie die Bachpaten Freiburg unterst√ľtzen m√∂chten.
 
 

 
Am Black Friday von ‚ÄúKauf nix‚ÄĚ zu ‚ÄúSchraub‚Äô mal‚ÄĚ
Petition zum ‚ÄúRecht auf Reparatur‚ÄĚ schon bei 100.000 Unterschriften

Verden, 22. November 2018. Parallel zu den globalen Kaufr√§uschen des Black Friday und des Cyber Monday findet am 24. November der Kauf-Nix-Tag (Buy-nothing-Day) statt, eine kanadische Erfindung. Von ‚ÄúKauf nix‚ÄĚ zum ‚ÄúSchraub‚Äô mal‚ÄĚ ist die Devise der Petition ‚ÄúRecht auf Reparatur‚ÄĚ, die auf der Petitionsplattform WeAct von Campact schon √ľber 100.000 Unterst√ľtzerinnen und Unterst√ľtzer gefunden hat. Gerade bei technischen Ger√§ten geht der Trend zur K√ľrze: spontan angeschafft, kurz benutzt und schnell weggeworfen.

Drei engagierte Frauen aus Berlin und G√∂ttingen haben den Appell an Umweltministerin Svenja Schulze und Wirtschaftsminister Peter Altmaier gestartet, die sich in der EU f√ľr ein Recht auf Reparatur einsetzen sollen. ‚ÄúDie Herstellung neuer Produkte verbraucht immer mehr Ressourcen und Energie. Es ist ein Wahnsinn, dass wir nicht viel sorgsamer mit den Produkten umgehen, die wir bereits haben‚Äú, sagt Katrin Meyer von der Initiative ‚ÄúSchraube locker‚ÄĚ, die die Petition gestartet hat.

Beim Recht auf Reparatur steckt die T√ľcke im Detail. Es gibt zwar europaweit immer mehr Initiativen und Gruppen, die sich zum gemeinsamen Austauschen von Kleinteilen und Zum-Laufen-Bringen treffen. Doch immer √∂fter sind Geh√§use fest verklebt, die Knopfzelle l√§sst sich nicht ersetzen, den Hebel gibt es nicht als Ersatzteil, er muss m√ľhsam aus Fimo nachgebaut werden. Sollbruchstellen sind von vorneherein eingeplant.

Schon 2014 w√ľnschten sich 77 Prozent der EU-B√ľrgerinnen und B√ľrger in einer Umfrage, ihre Produkte reparieren zu k√∂nnen statt neue kaufen zu m√ľssen. Bisher gibt keine EU-weiten gesetzlichen Regeln. Das Recht auf Reparatur sichert den Zugang zu Ersatzteilen, Reparaturinformationen sowie zu Diagnose-Werkzeugen f√ľr alle Reparateure. ‚ÄúSo k√∂nnen nicht nur Vertragswerkst√§tten, sondern auch freie Initiativen Ger√§te reparieren. Dadurch, dass ein Wahlrecht auf Reparatur w√§hrend Gew√§hrleistung und Garantie gefordert wird, werden zudem die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern gesch√ľtzt‚Äú, erg√§nzt Joyce-Anne Syhre, ebenfalls von ‚ÄúSchraube locker‚ÄĚ.

In der EU-√Ėkodesign-Richtlinie k√∂nnten die EU-Mitgliedsstaaten einen leichteren Zugang zu Ersatzteilen und Informationen vorschreiben. Die Bundesregierung stimmt dazu Anfang Dezember in Br√ľssel ab - vertreten durch das SPD-gef√ľhrte Umweltministerium von Svenja Schulze. Wie, das ist bisher nicht bekannt. Doch wenn aus Deutschland das Votum f√ľr ein starkes Recht auf Reparatur kommt, w√§re das ein erster Schritt aus der Wegwerfgesellschaft.
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Tiefsee-Fanggrenzen 2019/2020
EU umschifft eigenen Nachhaltigkeitsstandard

Die Fischereiminister der EU, darunter Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl√∂ckner, haben √ľber die Fanggrenzen f√ľr wirtschaftlich bedeutende Best√§nde von Tiefseefischarten f√ľr 2019 und 2020 entschieden - darunter die f√ľr Deutschland relevanten Arten Schwarzer Degenfisch, Rundnasengrenadier und Gabeldorsch. "Herzst√ľck der Gemeinsamen Fischereipolitik ist das rechtlich verbriefte Ziel nachhaltiger Nutzungsgrade f√ľr alle fischereilich genutzten Populationen bis 2020. Dieser sogar global geltende Nachhaltigkeitsstandard wurde nun umschifft, indem zahlreiche Fanggrenzen einfach aufgehoben wurden", so Nina Wolff, Fischerei-Expertin von Slow Food Deutschland.

Die Tiefsee z√§hlt zu den empfindlichsten Bereichen der Meere. Sie birgt eine F√ľlle von Lebewesen und Lebensr√§umen. Vieles davon ist uns Menschen noch unbekannt. Trotzdem fischen industrielle Fischereiflotten, auch aus EU-L√§ndern, in diesen Gefilden, weil sie in einigen K√ľstengew√§ssern Europas nicht mehr ausreichend Fang und Gewinne erzielen. Viele Tiefseefische jedoch reproduzieren sich langsamer als andere Fischarten. Sie sind entsprechend anf√§llig f√ľr √úberfischung. Einige dieser Arten sind bereits stark dezimiert, darunter der Granatbarsch sowie mehrere Haiarten. Der Internationale Rat f√ľr Meeresforschung (ICES) hat im Vorfeld der gestrigen Entscheidung empfohlen, bei vielen der Tiefseebest√§nde die F√§nge erheblich zu reduzieren oder g√§nzlich zu vermeiden.

Diesen wissenschaftlichen Empfehlungen ist die EU mit ihrer getroffenen Entscheidung nicht ausreichend nachgekommen. "Die EU h√§tte gestern f√ľr 19 Tiefsee-Best√§nde Fanggrenzen festlegen sollen. Stattdessen wurden sechs Best√§nde der Quote entzogen. Der Ministerrat ist kritiklos diesem unverantwortlichen Vorschlag der EU-Kommission gefolgt. Die wissenschaftlichen Kenntnisse √ľber die besonders schutzbed√ľrftigen Tiefseepopulationen sind nach wie vor gering. Eine Bewirtschaftung dieser Best√§nde im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip h√§tte deshalb besonders strenge Fanggrenzen bis hin zu Fangverboten erfordert", so Wolff und erkl√§rt entschieden weiter: "Die EU und auch das zust√§ndige Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft sind sich der gro√üen Bedeutung der Tiefseefische f√ľr die marinen √Ėkosysteme durchaus bewusst. Dennoch wurden erneut wichtige Erhaltungsma√ünahmen einer schlanken Quotenverwaltung geopfert. Das ist, als h√∂be man Geschwindigkeitsbegrenzungen auf weniger befahrenen Stra√üen auf, um die Verkehrspolitik zu entschlacken".

In ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) hat die EU rechtsverbindlich beschlossen, bis 2020 alle EU-Fischbest√§nde auf einem √∂kologisch vertretbaren Niveau zu bewirtschaften. Mit der j√ľngst getroffenen Entscheidung hat sie sich davon erneut einen Schritt entfernt und das wirtschaftliche Interesse einiger weniger Mitgliedstaaten √ľber wissenschaftliche Expertise und geltendes Recht gestellt. "Ich bin sprachlos dar√ľber, dass der Ministerrat nicht st√§rker agiert hat, um die f√ľr uns √ľberlebenswichtigen marinen √Ėkosysteme zu erhalten. Da die EU weiterhin nicht die Grundlagen f√ľr einen verantwortungsvollen Fischverzehr schafft, kann ich nur an die Verbraucherinnen und Verbraucher appellieren, sensible und kluge Entscheidungen zu treffen. Wenn eine der biologischen Empfindlichkeit entsprechende vorsichtige Bewirtschaftung nicht gew√§hrleistet ist, gibt es nur eine Konsequenz. Die Tiefsee geh√∂rt nicht auf den Teller, und wir sollten auch auf Reisen einen kulinarischen Bogen um Tiefseefischarten schlagen und stattdessen zu regionalem Fisch greifen, dessen √∂kologisch unbedenklicher Herkunft wir uns vergewissert haben", sagt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.
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Kohlekraftwerke abschalten und am Klimaziel 2020 festhalten
 
Kohlekraftwerke abschalten und am Klimaziel 2020 festhalten
Berlin/Verden, 16. November 2018. Die Bundesregierung soll in den n√§chsten zwei Jahren ausreichend Kohlekraftwerke abschalten, um das Klimaziel f√ľr 2020 noch zu erreichen. Das fordern einer von Campact beauftragten Emnid-Umfrage zufolge 74 Prozent der B√ľrgerinnen und B√ľrger in Deutschland.

Die Kohle-Kommission der Bundesregierung ber√§t heute, wie viele Kohlekraftwerke kurzfristig abgeschaltet werden sollen. Dazu sagt Gerald Neubauer von Campact: ‚ÄúDie Menschen in Deutschland stehen zum Klimaziel f√ľr 2020. Die Kohle-Kommission muss jetzt einen mutigen Abschaltplan vorlegen. Dann k√∂nnen wir das Ziel noch schaffen.‚ÄĚ Um das das Klimaziel sicher zu erreichen, muss bis 2020 die H√§lfte der Kohlekraftwerke abgeschaltet werden (20 Gigawatt). Das haben mehr als 50 Umweltverb√§nde, kirchliche Institutionen und Entwicklungsorganisationen mit dem Sofortprogramm Klimaschutz 2018-2020 gefordert.

F√ľr eine gro√üe Mehrheit der Befragten ist die Hitze und D√ľrre im vergangenen Sommer ein wichtiger Grund f√ľr mehr Ehrgeiz zum Schutz des Klimas. 84 Prozent finden, dass die Bundesregierung nach dem Hitzesommer mehr f√ľr den Klimaschutz tun solle. ‚ÄúDer Klimawandel trifft auch Deutschland, das hat uns dieser Hitzesommer eindrucksvoll gezeigt. Wenn die Kohle-Kommission das Klimaziel jetzt aufgibt, stellt sie sich gegen drei Viertel der Bev√∂lkerung‚ÄĚ, sagt Gerald Neubauer weiter.

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren (gegen√ľber 1990). Doch seit 2009 sind die Emissionen nicht mehr gesunken. Die Bundesregierung hat das Klimaziel daher bereits aufgegeben. Sie will nur noch die L√ľcke zur Zielerreichung m√∂glichst klein halten. Die Kohle-Kommission mit dem offiziellen Titel ‚ÄúWachstum, Strukturwandel und Besch√§ftigung‚ÄĚ soll Vorschl√§ge f√ľr die Bundesregierung zum Ausstieg aus der klimasch√§dlichen Kohlenutzung machen.

Campact ruft zur Demonstration "Kohle stoppen ‚Äď Klimaschutz jetzt!" am 1. Dezember in K√∂ln und Berlin auf. Getragen von einem breiten B√ľndnis Umwelt- und zivilgesellschaftlicher Organisationen werden um 12 Uhr viele Tausend Menschen in K√∂ln von der Deutzer Werft zum Dom und in Berlin vom Kanzleramt zur Friedrichstra√üe ziehen.
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NABU: Verschwendung von Rohstoffen muss aufhören!
Miller: Deutschland bei Verpackungsm√ľll EU-weit an der Spitze

Berlin ‚Äď Anl√§sslich der Europ√§ischen Woche der Abfallvermeidung vom 17. bis 25. November 2018 ruft der NABU neben Verbrauchern auch die Bundesregierung auf, sich vehement gegen die Verschwendung von Rohstoffen zu positionieren. Um den Ressourcenkonsum zu senken, muss das Programm zum Schutz der nat√ľrlichen Ressourcen (ProgRess III) ambitionierte Ziele in Bau- und Kreislaufwirtschaft, Siedlungsentwicklung sowie Konsum aufstellen. Dazu muss es au√üer F√∂rder- und Informationsinstrumenten auch √∂konomische Anreize beinhalten, wie eine Getr√§nkeverpackungssteuer oder eine Energiesteuerpflicht f√ľr Abfallverbrennungsanlagen. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen und damit zum Klimaschutz.

‚ÄěExtremer Konsum, immer mehr Verpackungen, kurzlebige Elektronikprodukte und die Wegwerfmentalit√§t haben unseren Rohstoffhunger in den vergangenen zehn Jahren befeuert‚Äú, so NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. ‚ÄěAllein in Deutschland fallen jedes Jahr √ľber 18 Millionen Tonnen Verpackungsabf√§lle an ‚Äď 2010 waren es noch 16 Millionen Tonnen. Damit stehen wir EU-weit an der Spitze.‚Äú

Vor diesem Hintergrund spricht sich der NABU f√ľr weniger Steuern auf ressourcenschonende Produkte aus, um den Rohstoffverbrauch zu senken und den Fokus auf Abfallvermeidung zu legen. Damit werde die Abh√§ngigkeit der Wirtschaft von Rohstoffimporten minimiert, Sch√§den am √Ėkosystem gering gehalten und das Klima gesch√ľtzt.

Das gr√∂√üte Potenzial zur Schonung von Ressourcen liegt in der Bau- und Stadtentwicklung. ‚ÄěEs ist gesetzlich bereits jetzt m√∂glich, eine Prim√§rbaustoffsteuer f√ľr Baufirmen einzuf√ľhren, damit recycelter Kies und Sand g√ľnstiger werden. Au√üerdem sollten statt Neubau mehr alte H√§user saniert und Geschossbauwohnungen gef√∂rdert werden. So finden wir den Weg in eine Gesellschaft, die weniger Ressourcen verbraucht und schaffen gr√ľne Arbeitspl√§tze‚Äú, so NABU-Ressourcenexpertin Verena Bax, ‚ÄěF√ľr einen gesellschaftlichen Wandel ist es au√üerdem sinnvoll, gemeinschaftliche und ressourcenschonende Konsumformen, wie Sharing, Tauschen und Reparatur zu st√§rken.‚Äú
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RegioB√ľndnis gegen Neubaustadtteil Dietenbach w√§chst
Arbeitskreis Freiburg-Kaiserstuhl des Landesnaturschutzverbands Baden-W√ľrttemberg (LNV) e.V. beigetreten.

Das RegioB√ľndnis pro Landwirtschaft, Natur und √∂kosoziales Wohnen sieht sich mit dem k√ľrzlichen Beitritt des Arbeitskreises Freiburg-Kaiserstuhl des Landesnaturschutzverbands Baden-W√ľrttemberg (LNV) e.V. weiter gest√§rkt und umfasst nun 16 Vereinigungen. Im Arbeitskreis sind elf in Freiburg aktive Naturschutzverb√§nde zusammengeschlossen. Sie befassen sich intensiv mit der √∂kologischen Situation im Breisgau und geben zu Genehmigungsverfahren in der Region Stellungnahmen ab.

Ziel des B√ľndnisses ist, das Bauen auf der "gr√ľnen Wiese" in Freiburg und Region zu unterbinden. F√ľr bezahlbares Wohnen m√ľssen vorhandener Wohnraum besser ausgenutzt und die Innenentwicklungsm√∂glichkeiten ausgesch√∂pft werden. Zudem setzt sich das B√ľndnis f√ľr die Erhaltung der Natur und der Landwirtschaft ein. Insbesondere wendet es sich gegen den geplanten Riesen-Neubaustadtteil in der Dietenbach-Niederung in Freiburg.

Bei den 4 gew√§hlten Sprechern des RegioB√ľndnis hat Ralf Schmidt (NABU Freiburg e.V. und Plan B e.V.) die Nachfolge von Alexander Milles (NABU Freiburg e.V.) angetreten. Die Sprecher danken Herrn Milles f√ľr die vielf√§ltige Unterst√ľtzung seit dessen Gr√ľndung.
 
 



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