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Verschiedenes

 
Zehn Jahre Gebäude.Energie.Technik
GETEC Award prämiert besten energetischen Neubau und beste energetische Sanierung

Stadt und Regierungspräsidium Freiburg unterstützen den Wettbewerb – Bewerbung jetzt online möglich – Mehr als 75 Prozent Ausstellungsfläche schon gebucht

Freiburg, 07. September 2016 – Im kommenden Jahr feiert die Gebäude.Energie.Technik (GETEC) vom 17. bis 19. Februar 2017 auf dem Freiburger Messegelände ihre zehnte Auflage. Seit 2008 präsentiert sich die Messe als Informationsplattform und Wegweiser für energieeffizientes Planen, Bauen und Wohnen. Das zehnjährige Jubiläum nehmen die Veranstalter zum Anlass, erstmals den GETEC Award auszuloben. Der Wettbewerb soll den besten energetischen Neubau und die beste energetische Sanierung aus der Stadt Freiburg und dem Regierungsbezirk Freiburg prämieren. „Mit dem Award möchten wir zeigen, was die GETEC in den zehn Jahren ihres Bestehens bewegt und hervorgebracht hat. Das lässt sich am anschaulichsten über in dieser Zeit initiierte und realisierte Projekte darstellen“, erklärt Markus Elsässer, Geschäftsführer des Veranstalters Solar Promotion GmbH. Die Preise des GETEC Award wird der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller auf der GETEC 2017 übergeben. Detaillierte Teilnahmebedingungen und sämtliche Informationen zum Bewerbungsverfahren gibt es ab sofort unter www.getec-freiburg.de/GETEC-AWARD. Die Frist zur Einreichung der Unterlagen endet am 15. November 2016. Der Wettbewerb GETEC Award ist mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 5.400 Euro dotiert. Der GETEC Award wird von der Stadt Freiburg und der Handwerkskammer Freiburg unterstützt.

Dem Aufwärtstrend der letzten Jahre folgend erwarten die Veranstalter bei der Jubiläumsmesse gegenüber der GETEC 2016 einen erneuten Zuwachs bei den Ausstellern auf über 220. So sind ein halbes Jahr vor Messestart bereits über 75 Prozent der Ausstellungsfläche vergeben. Auf rund 10.000 Quadratmetern Brutto-Ausstellungsfläche erwarten die Messebesucher innovative Produkte und Dienstleistungen zum zukunftsfähigen und energieeffizienten Modernisieren, Sanieren, Bauen und Wohnen – von der Gebäudehülle über Heizungs- und Anlagentechnik, erneuerbare Energien und Stromspeicherung bis zur ökologischen Haustechnik.

Potenzielle EnergiesparmaĂźnahmen fĂĽr rund 123 Millionen Euro

Produkt- und herstellerneutrale Impuls-Beratungen liefert das Messe-Herzstück, der „Marktplatz Energieberatung“ schon seit dem Start der GETEC 2008. Insgesamt gab es seit dem Startjahr 4.532 Beratungen. 77 Prozent der Beratenen gaben an, in nächster Zeit Energiesparmaßnahmen durchführen zu wollen. „Das birgt ein enormes Potenzial für die Region. Kumuliert liegen die potenziellen Investitionen in Energiesparmaßnahmen nur aus den Marktplatzberatungen bei rund 123 Millionen Euro“, betont Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM). Diesen Wert haben die Veranstalter anhand von Abfragen zu den geplanten Investitionssummen bei den Besuchern am „Marktplatz Energieberatung“ ermittelt. „Hierin wird deutlich, wie exakt die GETEC die Bedürfnisse der Bau- und Modernisierungsinteressierten mit ihrem Angebots-Mix aus Produktinformationen und darauf maßgeschneidertem Rahmenprogramm abbildet“, so Strowitzki.

GETEC Award mit zwei Kategorien

Bei dem anlässlich des Messejubiläums ausgeschriebenen GETEC Award legen die Veranstalter Wert auf eine gelungene Kombination aus guten energetischen Kennwerten und ansprechender Architektur. Die eingereichten Gebäude sollen zeigen, was in den zehn Jahren seit der ersten GETEC an energetisch guten bis sehr guten und gleichzeitig architektonisch gelungenen Gebäuden in der Regio gebaut beziehungsweise saniert worden ist.

Seit 1. September 2016 können sich Interessierte über das Online-Portal unter www.getec-freiburg.de/GETEC-AWARD bewerben. Die Frist zur Einreichung der Unterlagen endet am 15. November 2016. Daran anschließend wird sich eine achtköpfige Fachjury anhand detaillierter Bewertungskriterien der Vorauswahl der Nominierten und der Auswahl der Preisträger annehmen. Am 18. Februar 2017 folgen die feierliche Bekanntgabe der Gewinner und die Preisverleihung auf der GETEC. Darüber hinaus ist eine Jubiläums-Broschüre mit dem Titel „Erfolge aus 10 Jahren GETEC – herausragende Projekte“ und eine Posterausstellung auf der Messe geplant.

Es können in den beiden Kategorien „Neubau“ sowie „Sanierung/Modernisierung“ jeweils Wohngebäude bis maximal zwölf Wohneinheiten eingereicht werden, deren Bauzeit/Sanierungszeitraum zwischen 2008 und 2016 liegt und die im Regierungsbezirk Freiburg oder dem Stadtbezirk Freiburg stehen. Die Objekte müssen bestimmte energetische Standards (beim „Neubau“ mindestens Effizienzhaus 55 oder besser und bei „Sanierung/Modernisierung mindestens Effizienzhaus 70 oder besser) erfüllen. In der Kategorie „Neubauten“ werden außerdem auch Wohngebäude zur Teilnahme zugelassen, die den von 2009 bis 2012 gültigen ´Freiburger Effizienzhausstandard 60´ aufweisen. Weiterhin muss ein Planer/Architekt und ein Energieberater beteiligt gewesen sein (kann jedoch dieselbe Person sein), die vorzulegende Dokumentation des Objektes muss gewissen Ansprüchen genügen.

Preisgelder von 600 bis 1.200 Euro pro Kategorie

In den beiden Kategorien wird es jeweils zehn Nominierungen geben. Daraus erhält der erste Platz jeweils 1.200 Euro, der Zweitplatzierte bekommt 900 Euro und der Dritte 600 Euro. Das Preisgeld geht an den Bauherrn des Projektes. Die an der Einreichung beteiligten Planer, Energieberater oder ausführenden Unternehmen erhalten eine projektbezogene Urkunde. Und damit sie sich ein besseres Wärmebild ihres eingereichten oder weiterer Objekte machen können, wird unter allen Nominierten darüber hinaus eine Kompakt-Thermographiekamera (FLIR C2) im Wert von rund 800 Euro verlost.

GETEC mit praxisnahem Rahmenprogramm

Neben dem erstmals ausgelobten Award prägt die GETEC 2017 traditionell ihre typische Mischung aus Produktpräsentationen, Beratung und dem inhaltlich darauf abgestimmten Rahmenprogramm. Das für Messebesucher kostenfreie Rahmenprogramm lehnt sich stark an Themen aus der Bau- und Modernisierungspraxis an. Dazu gehören Fachvorträge und Bauherren- und Nutzerseminare mit hochkarätigen Referenten aus der Praxis. Qualifizierte Energieexperten führen Messerundgänge und Fachgespräche zu ausgewählten Themen, ergänzend zum Vortragsprogramm der Messe. Alle Themen und Termine der GETEC sind ab Januar 2017 online unter www.getec-freiburg.de verfügbar.

Sonderthemen: Von Zukunftsenergie bis Strom erzeugende Heizung

Auch 2017 wird die GETEC erneut mehrere Sonderflächen präsentieren. Zum vierten Mal vertreten ist die Sonderfläche „Strom erzeugende Heizungen - Mini-Blockheiz-Kraftwerke (BHKW)“. Ebenfalls zum vierten Mal präsentiert der Verein Zukunftsenergie e.V. auf seiner Sonderfläche „Zukunftsenergie Erfindermesse zeem“ Innovatives aus den Bereichen Energiegewinnung, -speicherung und -effizienz.

IMMO 2017

Ergänzend zur Gebäude.Energie.Technik findet am Samstag, 18. Februar und Sonntag, 19. Februar 2017 in Messehalle 1 die IMMO 2017 statt. Sie vermittelt einen kompakten und umfassenden Überblick über das Angebot der regionalen Immobilienbranche. Weitere Informationen unter www.immo-messe.freiburg.de.

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Gebäude.Energie.Technik 2017 auf einen Blick:

Datum: Freitag, 17. Februar - Sonntag 19. Februar 2017
Ort: Messe Freiburg, Halle 2 + 3, Messeboulevard (Freigelände) Europaplatz 1, 79108 Freiburg i. Br.
Öffnungszeiten: täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Turnus: jährlich
Ausstellerzahl: ĂĽber 220 (erwartet)
Besucherzahl: rund 10.000, davon ca. 25 % Fachbesucher (erwartet)
Ausstellungsfläche: 10.000 qm (brutto)
Eintrittspreise: Erwachsene 10,- Euro/Tag
Ermäßigt* 7,- Euro/Tag
Vorverkauf 7,- Euro/Tag
* Rentner, Schwerbehinderte, SchĂĽler/Studenten

Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen kostenfrei
Schulklassen** ab 10 Personen 3,-EUR/SchĂĽler
** Vorlage SchĂĽlerausweis erforderlich, 2 Lehrer kostenfrei

Kinderbetreuung für Kinder ab 3 Jahren während der Messeöffnungszeiten am Samstag und Sonntag.

Die Angebote im Rahmenprogramm der Gebäude.Energie.Technik sind für die Messebesucher kostenfrei.

Eintrittskarte = RFV Ticket
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Veranstalter der Gebäude.Energie.Technik:
- Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH und Co. KG (FWTM)
- Solar Promotion GmbH

Mitveranstalter:
- Handwerkskammer Freiburg

Premiumpartner:
- badenova AG & Co. KG
- Sparkasse Freiburg – Nördlicher Breisgau
- Volksbank Freiburg eG

UnterstĂĽtzende Kooperationspartner:
Klimapartnern Oberrhein e.V., Energieagentur Regio Freiburg GmbH, Sonnenhaus-Institut e.V., Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg, Wirtschaftsverband 100 Prozent GmbH Erneuerbare Energien, Bauinfozentrum bizzz Elztal, Netzwerk für Energie und Klima der Trinationalen Metropolregion Oberrhein TRION, Landesverband BW Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker (GIH BW), Deutsches Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN), Ingenieurkammer Baden-Württemberg (Ing BW), Architektenkammer Baden-Württemberg (AK BW)
 
 

Erneuter Fessenheimstörfall auf der INES-Stufe 1
Foto: BUND
 
Erneuter Fessenheimstörfall auf der INES-Stufe 1
Der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein informiert über einen "aktuellen" Störfall im AKW Fessenheim.

Der BUND hat bei den unglaublich vielen Fessenheimer-Störfall-Meldungen immer das gleiche Problem: Das Monopol zur Auswertung und Bewertung von Störfällen liegt zuerst immer beim Betreiber EDF. Das natürliche Interesse der EDF an einer „objektiven Bewertung“ solcher Unfälle kennen wir und wir haben auch immer erlebt, wie in Fessenheim versucht wurde, Störfälle herunter zu spielen. Leider kontrolliert die Kontrollbehörde ASN viel zu wenig.

Für ein "Alt-AKW dieser maroden Qualität" erscheint uns ein "Restwert / Entschädigung" von 400 Mio Euro, freundlich formuliert, ein wenig übertrieben...
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Kurzzusammenfassung des Regierungspräsidiums Freiburg i.Br.:

Information vom 01.09.2016 (KKW FSH)
Meldepflichtige Mitteilungen nach der Informationsvereinbarung:
Einstufung eines sicherheitssignifikanten Ereignisses auf INES-Stufe 1
Déclaration d`Evénement Significatif Sûreté de niveau 1

Gemäß der Informationsvereinbarung zwischen der Präfektur Haut-Rhin und dem KKW Fessenheim, informieren wir Sie darüber, dass gegenüber der französischen Atomaufsicht ASN am 31.08.2016 ein Ereignis der Stufe 1 nach der INES-Skala mitgeteilt wurde.
Am Samstag, dem 27. August, stellte die Betriebsmannschaft, im Rahmen der planmäßigen Abschaltung von Block 1, verschiedene Eingriffe an zwei Dampfdruckventilen im Turbinensaal im nicht nuklearen Bereich der Anlage fest.
Am 29. August, stellte die Betriebsmannschaft bei der Überprüfung der Dampfdruckventile fest, dass die Überwachungseinrichtungen nicht ordnungsgemäß funktionierten. Während der Überprüfung und der Neueinstellung der beiden Dampfdruckventile wurde die Leistung des Reaktors gedrosselt.
Dieses Ereignis hatte keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage oder die Umwelt.
Das Ereignis wurde in Stufe 1 der INES-Skala eingestuft, da der Fehler entgegen den Betriebsvorschriften zu spät lokalisiert wurde.

Pressestelle Regierungspräsidium Freiburg, Az: 16-4654.21/5
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Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

 
Seltene Wildbiene auf NABU-Flächen entdeckt
Unselt: Beweidung der Oderhänge bei Lebus zahlt sich aus - Erhalt von blütenreichen Wiesen und Weiden hilft heimischen Wildbestäubern

Berlin/Lebus – Die Ochsenzungen-Seidenbiene (Colletes nasutus) ist eine heimische Wildbiene, die nur noch in wenigen Regionen in Deutschland vorkommt. Jetzt wurde ein Exemplar dieser seltenen Art an den Pontischen Hängen bei Lebus in Brandenburg entdeckt, einem NABU-Schutzgebiet direkt an der Oder. Es war ein glücklicher Zufall für den Hobbybiologen, dem die Fotoaufnahmen gelangen. Denn Seidenbienen kann man in der Regel nur eine kurze Zeit ab Juni bis in den Spätsommer beobachten.

Wildbienen können nur dort leben, wo sie ausreichend Nistplätze und Blütenpflanzen finden. So sind die wilden Schwestern der Honigbiene häufig auf eine einzige Trachtpflanze spezialisiert und von deren Vorkommen abhängig. Die Ochsenzungen-Seidenbiene sammelt ausschließlich Nektar und Pollen der Gemeinen Ochsenzunge, eine im östlichen Mitteleuropa verbreitete Wildpflanze. Außerdem braucht diese Seidenbiene vegetationsarme Sandböden, in denen sie Nisträume für ihre Nachkommen bauen kann.

Mehr als die Hälfte der heimischen Wildbienenarten gelten inzwischen als stark gefährdet, weil sie keine geeigneten Lebensräume mehr finden. Als eine Ursache für den Artenrückgang gilt die zunehmende Intensivierung in der Landwirtschaft und die damit einhergehende Blütenarmut in der Landschaft. „Wir stellen uns diesem Trend entgegen, indem wir rund 4.500 Hektar blütenreiche Wiesen und Weiden in Deutschland erhalten“, erklärt Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.

An den Oderhängen bei Lebus bewahrt die NABU-Stiftung wertvolle Trockenrasen, die durch eine einzigartige Artenvielfalt gekennzeichnet sind. Jedes Jahr im Frühjahr blühen hier die seltenen Frühlings-Adonisröschen und lassen die Hänge in einer gelben Blütenpracht erleuchten. In der Vergangenheit drohten die Flächen jedoch mit Sträuchern und Bäumen zuzuwachsen, weil es an einer regelmäßigen Pflege fehlte.
Seit 2014 lässt die NABU-Stiftung die Adonishänge wieder traditionell beweiden. Für die Beweidung konnte eine Schäferin vor Ort gewonnen werden, die seither regelmäßig die steilen Hängen mit Schafen, Ziegen und Eseln offenhält. Und auch zum Wohl für die gefährdete Ochsenzungen-Seidenbiene und anderer Wildbienenarten, die dank der Beweidung ein reichhaltiges Blütenangebot an den Oderhängen finden. Vom Überleben dieser fleißigen Bestäuber sind schließlich nicht nur viele Wildpflanzen in der Region angewiesen. Eine lebendige Landschaft ist ein Gewinn für Mensch und Natur.

Hintergrund
Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe kauft seit 2002 wertvolle Naturschutzflächen in Deutschland, um diese als Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen zu bewahren. Bisher konnte sie 16.800 Hektar in über 270 Gebieten unter ihren Schutz stellen. Weitere Zahlen und Fakten zur NABU-Stiftung finden Sie im aktuellen Jahresbericht 2015 auf www.naturerbe.de
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Ă–KO-TEST-Magazin September 2016
 
Ă–KO-TEST-Magazin September 2016
Die September-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt im Zeitschriftenhandel – dieses Mal mit Extra Schlafen. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt

Test: Bio-Supermärkte
Bio-Supermärkte eröffnen fast wie am Fließband neue Filialen – für ÖKO-TEST Grund genug, den Eigenmarken von Denn’s und Co. genauer auf die Finger zu schauen. Das Ergebnis: Die meisten Produkte sind in Ordnung und erfüllen die Erwartungen an Bio. Rucola und Kräutertee haben Probleme.

Test: Kinderzahncremes ohne Fruchtgeschmack
Von den untersuchten Produkten sind einige empfehlenswert, jedoch nur eine einzige Paste erhält von ÖKO-TEST das Testurteil „sehr gut“. Kritikpunkte an den abgewerteten Kinderzahncremes sind etwa umstrittene Farb- und Süßstoffe, problematische Hilfsstoffe, die den Stoffwechsel und das Nerven- sowie Immunsystem beeinträchtigen können, oder PEG/PEG-Derivate, die die Mundschleimhaut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Test: Anilin in Kinderprodukten
Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Das Ergebnis ist bitter: Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.

Test: schwarze Mascaras
Naturkosmetikmarken liegen hier mit „sehr guten“ Produkten klar vorne. Aber auch bei den wasserfesten Wimperntuschen gibt es empfehlenswerte Produkte. Allerdings sind auch einige Mascaras erheblich mit Schadstoffen belastet. In einer exklusiv für dm hergestellten Wimperntusche steckt etwa krebsverdächtiges Naphthalin. Erdölprodukte wie Paraffine und Silikone sind ausnahmslos in jeder wasserfesten Mascara zu finden. Und auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) stecken in fast allen Produkten.

Test: Schlafmittel
Für die Wirkung rezeptfreier Schlafmittel gibt es keine Nachweise – das gilt sowohl für Präparate auf Baldrianbasis und für mit Baldrian kombinierte Extrakte etwa aus Hopfen und Passionsblumenkraut sowie für chemische Schlafmittel. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die von ÖKO-TEST untersuchten Baldrianmittel teilweise auch nicht den Qualitätsstandards entsprechen. So sind einige Produkte zu niedrig dosiert.

Test: Kunstfaserbetten
Dank eines Hohlraums im Innern sollen Duo-Kunstfaserbettdecken besonders gut wärmen, außerdem gelten sie als stark atmungsaktiv. Im Praxistest offenbaren die Produkte teils deutliche Unterschiede. So erwiesen sich sechs Produkte als besonders wärmend. Dafür konnten diese weniger gut Wasserdampf abtransportieren. Am deutlichsten unterschieden sich die Bettdecken aber in der Fähigkeit, Schweiß aufzunehmen. Was die Schadstoffbelastung angeht, kann ÖKO-TEST 14 Decken mit „gut“ und eine mit „sehr gut“ empfehlen.

Test: Einkaufstrolleys
Das Oma-Image sind die „Hackenporsche“ mittlerweile los: Immer mehr Junge kaufen umweltbewusst mit den Wagen ein. Leider gibt es für die Hersteller noch einiges zum Nachbessern. So haben gerade einmal vier Produkte der Belastungsprüfung standgehalten und fast keines ist wasserdicht. Dazu kommt, dass die Wagen schlingern, eiern, schwergängig sind oder einiges an Kraft beim Ziehen benötigen. Auch in puncto Schadstoffbelastung haben die Trolleys nicht überzeugt.

Test: Haftpflicht fĂĽr Hunde, 110 Tarife von 43 Anbietern
Hundebesitzer müssen für Schäden durch ihre Vierbeiner aufkommen. Das kann teuer werden. Davor schützt eine Haftpflicht für Hundebesitzer. Die gibt es mit Topleistungen für wenig Geld. Die Hälfte aller untersuchten Tarife erreicht Rang 1. Einige dieser Tarife sind sogar für unter 60 Euro im Jahr erhältlich.

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Dieses Mal im Heft: Extra Schlafen

Die Bedeutung des Schlafs: Viel los hinter geschlossenen Lidern
Schlaf hilft beim Wachsen, beim Verdauen und der Abwehr von Krankheiten. Vor allem aber ist er unerlässlich für das Denken, Lernen und Erinnern.

Schlafstörungen behandeln: Abend wird es wieder ...
Einfach die Augen schließen und seelenruhig schlafen: Davon können viele nur träumen. Jeder vierte Deutsche leidet gelegentlich unter Schlafstörungen, jeder zehnte findet seinen Schlaf „häufig nicht erholsam“. Die Gründe sind vielfältig – die Methoden doch zur Ruhe zu kommen glücklicherweise auch.

Traumforschung: Ich glaub, ich träume
Mit akribischen Forschungen in Schlaflabors kommen Wissenschaftler in jüngster Zeit der Entschlüsselung eines der großen Rätsel der Menschheit näher: Sie stoßen das Tor zu unseren Träumen auf.

Betten und Ausstattung: Da legst di nieder
Auch Betten sind der Mode unterworfen. So liegen zurzeit ĂĽppige Polsterbetten im Trend. Entscheidend sind aber die inneren Werte. Und die kann man nur durch Probeliegen ergrĂĽnden.

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Und auĂźerdem:

TTIP: Leere Versprechungen
Durch das Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen (TTIP) verschlechtert sich der Verbraucherschutz in Europa nicht, verspricht die EU-Kommission. Das Versprechen wird sich nicht halten lassen, wie unsere Analysen fĂĽr Pestizide und Kosmetika zeigen.
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NABU: Mehr als 23.000 Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste
Miller: Planet in der Umweltkrise - IUCN muss Impulse setzen

Hawaii - Mit Blick auf den Kongress der Weltnaturschutzunion IUCN (1.-10.9.) auf Hawaii fordert der NABU, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Zerstörung der Umwelt und das zunehmende Artensterben zu bremsen. Dafür müsse ein Umdenken stattfinden, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse. Um die biologischen Lebenserhaltungssysteme unseres Planeten zu bewahren, müssen wir alle bereit sein, unseren Energie- und Ressourcenhunger zu senken. Davon, wie schnell wir den Übergang zu einer nachhaltigen Lebensweise schaffen, hängt unser Erfolg ab. Eine realistische Alternative gibt es nicht".

Unser Planet befände sich in einer Umweltkrise, so Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung. Die Masse von Nutztieren habe die der menschlichen Bevölkerung überholt und beide überträfen die Biomasse wild lebender Säugetiere um ein Vielfaches. Wertvolle Lebensräume würden zugunsten der Landwirtschaft zerstört, die Meere versauerten, würden geplündert und erstickten an Plastik. "Innerhalb weniger Jahrzehnte werden weitere zwei bis drei Milliarden Menschen ernährt, mit Wasser versorgt, gekleidet und untergebracht werden müssen. Doch das Klima unseres Planeten befindet sich bereits jetzt in einem Alarmzustand. Dies alles hat katastrophale Auswirkungen auf die biologische Vielfalt: Mehr als 23.000 Tier- und Pflanzenarten stehen heute auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Vor 15 Jahren waren es weniger als die Hälfte", sagte Maas.

Unter dem Motto "Planet am Scheideweg" werden in den kommenden Tagen die Teilnehmer des IUCN-Kongresses darüber debattieren, wie die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung nachhaltig mit der Sicherung lebenserhaltender ökologischer Systeme eines endlichen Planeten vereinbart werden können. Dabei werden mehr als 1.000 IUCN-Mitgliedsorganisationen, zu denen auch der NABU gehört, über knapp 100 Anträge entscheiden. Diese bestimmen nicht nur den IUCN-Arbeitsplan der nächsten vier Jahre, sie sind auch richtungsweisend für den globalen Naturschutz. Die diesjährige IUCN-Konferenz knüpft an den Ende 2015 stattgefundenen Klimagipfel und den UN-Gipfel für Nachhaltige Entwicklung an und hat unter anderem die Aufgabe zu klären, wie die dort verabschiedeten Ziele konkret umgesetzt werden können. Gleichzeitig werden von der IUCN verabschiedete Anträge auch für die im September in Südafrika stattfindende CITES-Konferenz (24.9.-5.10.), die den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten reguliert, sowie die im Dezember anstehende Weltnaturschutzkonferenz CBD (Convention on Biological Diversity) in Cancun/Mexiko (4.-17.12.) entscheidende Signale setzten. "Gerade auch mit Blick auf die CITES-Artenschutzkonferenz muss von der IUCN ein wichtiges Signal ausgehen zum besseren Schutz Afrikanischer Elefanten, von denen jedes Jahr rund 35.000 der Wilderei zum Opfer fallen. Aber auch für weitere Arten wie Schuppentiere, Löwen, Haie und Rochen müssen effektive Schutzmaßnahmen identifiziert und vereinbart werden, um sie dauerhaft zu erhalten", sagte Maas.

"Die breitgefächerte Tagesordnung in Hawaii zeigt, wie vielfältig die Bedrohung der Artenvielfalt uns und die Natur unseres Planeten betrifft. Die IUCN-Delegierten stehen vor einer gewaltigen Aufgabe, die nur durch couragierte Erhaltungsmaßnahmen erfolgreich gelöst werden kann. Wir hoffen, dass die IUCN ihrer Rolle nachkommt und konkrete, der Artenerhaltung dienliche Maßnahmen vorantreibt. Die Vergangenheit zeigt, dass solche Bemühungen oft auf Widerstand treffen. Davon, wie der Kongress mit diesem umgeht, hängt letztendlich der Erfolg ab", sagte Maas.
 
 

Karlsruhe: Zwillinge bei den kleinsten Affen der Welt
Zwergseidenäffchen im Exotenhaus / Foto: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Zwillinge bei den kleinsten Affen der Welt
Zwergseidenäffchen sind mit ihrem Nachwuchs seit heute im Exotenhaus des Zoologischen Stadtgartens zu sehen

Winzig sind die Eltern mit einem Gewicht zwischen 100 und knapp 200 Gramm, noch winziger sind die Zwillinge, die Ende Juli im Exotenhaus zur Welt kamen: Nachdem den Eltern der Zwergseidenäffchen und ihrem Nachwuchs vier Wochen lang Ruhe hinter den Kulissen gegönnt wurde, lebt die kleine Familie seit heute (26. August) gegenüber der Krokodilanlage im Exotenhaus des Zoologischen Stadtgartens.

Der Vater der kleinsten echten Affen der Welt spielt meist das „Eltern-Taxi", trägt die Winzlinge nah am Körper - wenn die Kleinen nicht gerade hungrig sind und zum Milch trinken zur Mutter wechseln. An den tagaktiven Baumbewohnern dürften die Zoogäste ihre Freude haben.

Familienverband aufbauen

Es ist der erste Nachwuchs des Paares. Die beiden haben ihre Elternrolle gut angenommen. Ziel ist, mit dem Krallenaffen-Paar einen für diese Art typischen Familienverband aufzubauen. Drei Monate lang bevorzugen die Minis die Milchquelle der Mutter, dann greifen sie auch beim „Erwachsenen-Futter“ zu: bei Gummi arabicum, bei Insekten und anderen Kleintieren. Das Gedeihen ihrer jüngsten Pfleglinge haben Revierleiterin Michaela Gaum und ihr Team stets im Auge. Ob es sich bei den Zwillingen um Männchen oder Weibchen handelt werden die Tierpfleger erst feststellen, wenn die Jungtiere mit rund drei Monaten selbstständiger unterwegs sind.
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NABU-Kreuzfahrt-Ranking 2016: Branche glänzt vor allem durch Greenwashing
Miller: Reeder hängen eigenen Versprechen zu Umwelt- und Gesundheitsschutz weit hinterher

Hamburg/Berlin – Auf keinem der europäischen Kreuzfahrtschiffe ist eine Reise aus Umwelt- und Gesundheitssicht derzeit uneingeschränkt empfehlenswert. Dies ist das Ergebnis des NABU-Kreuzfahrt-Rankings 2016, das die Umweltschützer am heutigen Montag in Hamburg vorstellten.

Für seine Übersicht wertete der NABU den europäischen Kreuzfahrtmarkt in Hinblick auf das drängendste Umweltproblem der Branche, die massive Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Schiffsabgase aus. Wie bereits in den Vorjahren wurden die Installation von Systemen zur Abgasreinigung, der verwendete Kraftstoff sowie die Nutzung von Landstrom während der Liegezeit im Hafen untersucht.

Das betrübliche Ergebnis: Sämtliche Schiffe verfeuern weiterhin Schweröl. 80 Prozent der Flotte der in Europa fahrenden Schiffe verfügt über gar keine Abgasreinigung oder kommt allenfalls dem gesetzlichen Mindeststandard nach, der zumindest für Nordeuropa einen Abgaswäscher zur Reduktion der Schwefelemissionen vorschreibt. Zur Minderung stark gesundheitsgefährdender Luftschadstoffe wie Ruß, ultrafeinen Partikeln oder Stickoxiden werden an Bord dieser Schiffe hingegen nach wie vor keine effektiven Maßnahmen ergriffen. Auch die Menschen der Mittelmeerregion mit ihren beliebten Zielhäfen profitieren in der Regel nicht von diesen Nachrüstungen. Lediglich elf Schiffe gehen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus, um die Belastung von Mensch und Umwelt zu reduzieren. Am besten schnitt – wenn auch mit deutlichen Abstrichen – die AIDAprima ab, gefolgt von Hapag-Lloyds „Europa 2“ und den neuesten Schiffen von TUI Cruises, mein Schiff 3, 4 und 5.

„Seit Jahren verkünden die Reeder vollmundig, umweltfreundlicher werden zu wollen. Doch außer polierten PR-Texten kommt bisher kaum etwas Substanzielles in der Praxis an. Das ist Greenwashing in Reinform und angesichts der verursachten Schäden nicht hinnehmbar“, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Mit schönen Worten allein ist der Sache jedenfalls nicht gedient – das Gegenteil ist der Fall. Besonders zynisch findet der NABU die Tatsache, dass die Anbieter Unsummen für Bespaßung und den gastronomischen Service an Bord ihrer Luxusliner ausgeben, während sie beim Umweltschutz weiterhin sparen, wo es nur geht. „Diese Verantwortungslosigkeit geht vor allem auch zulasten der menschlichen Gesundheit, insbesondere von Anwohnern in Häfenstädten“, so Miller.
So ignoriere die Branche weiterhin erdrückende Studienergebnisse, etwa der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach Schiffsabgase Krebs erregend sind und die besonders herz- und lungenschädigenden Rußpartikel noch mehrere Hundert Kilometer weit ins Landesinnere geweht werden können. Dabei seien technische Lösungen zur Emissionsminderung für Dieselmotoren wie etwa Partikelfilter und Stickoxid-Katalysatoren ausgereift. Einzig aus Profitgründen verzichte ein Großteil der Branche bislang darauf, auf höherwertige Kraftstoffe umzusteigen und ihre Schiffe.mit Abgastechnik auszurüsten.

Doch auch der Sieger des dies- und letztjährigen Rankings, AIDA Cruises, sei keineswegs ein mustergültiges Vorzeigeunternehmen. So fahre das Unternehmen – entgegen einer Zusage aus dem Jahre 2012 – bis heute mit giftigem und umweltschädlichem Schweröl. Auch die bereits vor drei Jahren vollmundig für die gesamte Flotte versprochenen Rußpartikelfilter sind bis heute auf keinem einzigen Schiff in Betrieb. Ob die nächste AIDA-Schiffsgeneration tatsächlich, wie angekündigt, mit dem vergleichsweise sauberen Flüssiggas fahre, werde der NABU genauestens beobachten.

„AIDA Cruises steht als Marktführer und wegen seiner Ankündigungen, mehr für die Umwelt tun zu wollen, unter verschärfter Beobachtung. Von konsequentem Umweltschutz kann beim Rostocker Unternehmen bis heute kaum die Rede sein. Ein Beispiel ist die AIDAprima als jüngster Flottenzugang. Sie wurde als umweltfreundlichstes Kreuzfahrtschiff beworben. Doch auch ein halbes Jahr nach der Taufe kommt das Herzstück des Schiffes, das Abgassystem, noch immer nicht zum Einsatz“, so Dietmar Oeliger, NABU-Leiter Verkehrspolitik. Eine Abgasmessung des NABU nahe Hamburg hatte den Schwindel aufdecken können. Die Nagelprobe des Systems und seine tatsächliche Emissionsminderung stehe also noch aus.

Die Blockadehaltung der meisten Reedereien beim Umweltschutz zeige sich auch in Deutschlands wichtigster Kreuzfahrtdestination Hamburg. Von den rund 40 Schiffen, die 2016 den Hamburger Hafen anlaufen, sei eine Handvoll theoretisch in der Lage, Landstrom zu beziehen und daher die Motoren während der Liegezeit abzuschalten. Doch bislang nutzt einzig die AIDAsol diese Möglichkeit.

„Der Hafen und die oft so gefeierten Kreuzfahrteinläufe sind ein massives Problem für Hamburg. 38 Prozent der Stickoxide und 19 Prozent des Feinstaubs in der Hansestadt stammten laut aktuellem Luftreinhalteplan aus der Belastung der Seeschifffahrt. Obwohl die Konzerne durch eine Ausflaggung in Billigstaaten wie Malta, Bahamas oder Liberia jährlich hunderte Millionen Euro an Steuern sparen, ist ihnen eine Landstrom-Nachrüstung ebenso zu teuer wie die höheren Kosten für Strom aus dem Netz. Den Preis dafür zahlen die Hamburger Bürger mit erheblichen Gesundheitsschäden“, so Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg.

Hintergrund der Umstellung der Rankingsysthematik in diesem Jahr:

Erstmals erhielt der NABU in diesem Jahr die Daten für das Kreuzfahrt-Ranking aggregiert über den Kreuzfahrt-Dachverband CLIA anstatt gesondert von den einzelnen Anbietern. Der Verband agierte dabei offenbar bewusst mit falschen Zahlen. Laut CLIA sollen bereits 23 Schiffe mit Rußpartikelfiltern ausgerüstet sein, auf Nachfrage konnte CLIA allerdings kein einziges benennen. Besonders dreist präsentierte sich Royal Carribean mit der Behauptung, auf zwölf Schiffen Rußpartikelfilter mit einer Reduktionsleistung von 95 Prozent im Einsatz zu haben. Tatsächlich fährt nicht ein einziges Schiff des Unternehmens mit dieser Technik.

Besonders kreativ zeigte sich die CLIA auch in der Erfindung von Phantasietechniken wie einem „washwater particle filter“, zu dem keine Suchmaschine Ergebnisse liefert. Damit soll nach Ansicht des NABU besonderes Umweltengagement vorgegaukelt werden – letztlich verberge sich dahinter vermutlich nicht mehr als ein handelsüblicher Scrubber zur Reduzierung von Schwefelemissionen, wie er gesetzlich vorgeschrieben ist.
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NABU erneuert Kritik am Planergänzungsverfahren zum Fehmarnbelt
Miller: Ordentliche öffentliche Beteiligung wird erschwert / Unterlagen unzureichend / Frist zur Stellungnahme endet

Berlin/Kiel – Der NABU hat seine Kritik am Planergänzungsverfahren zur Fehmarnbeltquerung erneuert. Die Interessen des dänischen Vorhabenträgers Femern A/S werden weiterhin in völlig unangemessener Weise berücksichtigt, die Klärung wichtiger Fragen zu Umweltauswirkungen und Notwendigkeit des Großvorhabens bleiben auch in dieser Planungsrunde offen, so der NABU.
Am 26. August endet die Frist für öffentliche Stellungnahmen. Der NABU hatte bereits scharf kritisiert, dass die Landesregierung für die öffentliche Auslegung der Unterlagen die Sommerferien gewählt hat, was eine ordentliche öffentliche Beteiligung erschwert habe, da viele bereits ihren Urlaub geplant hatten. Seit dem 12. Juli konnten die Planergänzungsunterlagen zum Fehmarnbelttunnel öffentlich eingesehen werden. Die Ordner umfassen rund 16.000 Seiten. Bis Mitte der Woche wurden bereits 5000 Einwendungen von Bürgern bei der Planfeststellungsbehörde abgegeben.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Dass trotz der Ferienzeit so viele Menschen Widerspruch einlegen, unterstreicht die geringe Akzeptanz des Vorhabens in der Bevölkerung. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Fehmarnbelt-Querung allein aus diplomatischer Höflichkeit gegenüber Dänemark politisch gewollt ist. Nationale und europäische Umwelt- und Rechtsstandards werden zugunsten eines schnell zu erlassenden Planfeststellungsbeschlusses nicht ernst genommen und eine adäquate Beteiligung von Öffentlichkeit und Verbänden bewusst behindert. So eine offensichtliche Kumpanei zwischen Vorhabenträger und Landesregierung lässt für das weitere Verfahren nichts Gutes erwarten.“

In Bezug auf die Qualität der durch den Vorhabenträger Femern A/S ergänzten Unterlagen bleibt der NABU weiterhin skeptisch. Nach Einschätzung des Umweltverbandes sind die inhaltlichen Ergänzungen und Abschätzungen von Auswirkungen auf streng geschützte Schweinswale oder auch hinsichtlich der Sedimentverdriftung durch die Baggerung von rund 30 Millionen Kubikmetern Meeresboden nach wie vor unzureichend. Zudem stuft der Vorhabenträger quasi im Handstreich alle für ihn nicht genehmen Varianten wie die eines ökologisch nachweislich besseren Bohrtunnels als nicht durchführbar ein. Dabei sollen offensichtlich die umfangreich wirkenden Untersuchungen innerhalb der Umweltverträglichkeitsprüfung blenden und nur als Deckmantel und Legitimation für die eigentlich maßgeblichen ökonomischen Interessen des Vorhabenträgers dienen, nämlich die von ihm gewünschte billigste, aber ökologisch fatalste Absenktunnel-Variante zu realisieren.

„Es ist skandalös, wie ungeniert der dänische Vorhabenträger immer wieder versucht, die deutsche Planfeststellungsbehörde zu manipulieren. Die Dänen haben bis heute nicht verstanden, dass hier politische Entscheidungen nicht einfach per Dekret umgesetzt werden, sondern formale Prüfungsprozesse relevant sind. Wir beobachten das Vorgehen von Femern A/S mit wachsender Sorge und fordern die Landesregierung in Schleswig-Holstein auf, dem Vorhabenträger endlich seine Aufgaben besser zu erklären und ihm die Grenzen der Einflussnahme aufzuzeigen“, sagt Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU-Bundesverbandes. Die planerische Gesamtabwägung aller Belange sei schließlich die Aufgabe der Planfeststellungsbehörde und nicht die des Vorhabenträgers.

Wesentliche Forderungen des NABU wurden in den ergänzenden Unterlagen überhaupt nicht erfüllt. So fehle weiterhin eine europarechtlich vorgeschriebene Strategische Umweltprüfung (SUP), die durch den deutsch-dänischen Staatsvertrag in unzulässiger Weise ausgehebelt wurde. Zwingend sei der Nachweis einer fehlenden Alternative für das Vorhaben. Deswegen sei es auch kein Wunder, dass auf Gedeih und Verderb versucht werde, die einwandfrei funktionierende und in Bezug auf den tatsächlichen Bedarf völlig ausreichende Alternative von Hamburg über Jütland und die Storebelt-Brücke aus dem Verfahren herauszuhalten. „Die Art des Umgangs mit so offensichtlichen Schwachstellen wird Politik wie Planern vor die Füße fallen. Das Vorhaben ist inklusive der Hinterlandanbindungen mit rund zwölf Milliarden Euro absurd teuer, angesichts marginaler Verkehrsprognosen infrastrukturell überflüssig, hinsichtlich wahrscheinlicher ökologischer Schäden unverantwortlich und verstößt auch noch gegen nationales und europäisches Recht“, so Siegert.

Prominente Unterstützung in der Kritik an der Fehmarnbelt-Querung erhält der NABU von Rüdiger Joswig, „Küstenwache“-Schauspieler und Naturschützer. Gemeinsam mobilisieren sie unter dem Motto „Rettet die Lübecker Bucht - NEIN zum Fehmarn-Tunnel!, sich am Einspruch zu beteiligen ...
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