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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
ECOtrinova fordert Stopp des stÀdtebaulichen Wettbewerbs Dietenbach
Angeblicher Bedarf fĂŒr Neubaustadtteil Dietenbach beruht auf einer seltsamen Rechnung:
WohnflĂ€chen fĂŒr alle in Freiburg jedes Jahr erhöhen bis 2030. -
FĂŒr Familie dann typisch 140 Euro höhere Monatsmiete fĂŒr 14 qm mehr WohnflĂ€che


„Gemeinderatsmehrheit und Stadt wollen den Neubaustadtteil Dietenbach bauen fĂŒr den Luxus, die WohnflĂ€chen pro Kopf fĂŒr alle Freiburger bis 2030 um 18 mal jĂ€hrlich um 0,2 qm zu erhöhen, also um 3,6 qm, fĂŒr eine 4-Personen-Familie sind das rund 14 qm mehr oder typisch monatlich 140 Euro höhere Warmmiete. Wer kann das bezahlen?“, protestierte der Freiburger Verein ECOtri­nova kĂŒrzlich in Schreiben an den Gemeinderat, an den OberbĂŒrger­meister Dr. Salomon und die BĂŒrgermeisterriege. „Die Aufgabe, Wohnraum fĂŒr eine wachsende Einwohnerschaft zu schaffen, umfasst nicht die Aufgabe, den Wohnraum pro Kopf fĂŒr alle in Freiburg jĂ€hrlich zu vergrĂ¶ĂŸern. Gerade das haben jedoch Stadt und Gemeinderat zu einer ent­scheidenden Grundlage fĂŒr den angeblichen Bedarf fĂŒr Dietenbach gemacht,“ so ECOtrinova-Vorsitzender Dr. Georg Löser. Die WohnflĂ€che pro Person in Freiburg liegt bei 37 bis 38 qm (1). Sie war zuletzt von 2011 auf 2012 etwas gesunken.(1) Ein angeblicher Freiburger Nachholbedarf an WohnflĂ€che pro Person, so in der Gemeinderats-Drucksache 12-194 Anlage 2 Grafik S.10 (2), ergebe mit jĂ€hrlich 0,2 qm pro Person bis 2030 den dort ausgewiesenen angeblichen Zusatzbedarf an 837.000 qm WohnflĂ€che (2), dies wĂ€re fĂŒr die ganze schon vorhandene Bevölkerung. Das sei aber zwei Drittel mehr als die bei Dietenbach in der Testplanung vom Okt. 2015 vorgese­henen rund 500.000 qm Wohn­flĂ€che fĂŒr 5.000 Wohnungen. (3) Laut MietshĂ€usersyndikat betragen bei deren 21 Freiburger Projekten die WohnflĂ€chen durchschnittlich nur 29 bis 30 qm. (4) Bekanntlich benötigen junge Familien mit Kindern i.d.R. 20 – 30 qm pro Person.

ECOtrinova riet Gemeinderat und Stadt nun, den jĂ€hrlichen Pro-Kopf-WohnflĂ€chenzuwachs fĂŒr alle Freiburger als Hauptgrundlage fĂŒr Dietenbach abzuschaffen, den anstehenden stĂ€d­tebaulichen Wettbewerb fĂŒr Dietenbach zu stoppen, die hohen Kosten zu sparen und sich auf die Alternativen zu konzentrieren. Weit ĂŒber 100 Hektar landwirtschaftliche FlĂ€chen wĂŒrden sonst bei Dietenbach unnötig vernichtet, und es wĂŒrde von der Stadt versucht, Landwirte zu enteig­nen fĂŒr angebliches Gemeinwohl, das unter obigen Voraussetzungen nicht vorliege.

Der Nachholbedarf an WohnflĂ€che pro Kopf bestehe fĂŒr Freiburg eigentlich gar nicht. Ein Anstieg in Richtung des höheren deutschen Durchschnittwerts sei nicht nötig und sei ver­meidbar. Denn Freiburg habe rund 35.000 Studierende bei kleinem Wohnraum pro Kopf. Es gebe im Durch­schnitt relativ kleine Einkommen, die relativ kleine WohnflĂ€chen benötigen. Und Frei­burg habe viel weniger Leerstand als der deutsche Durchschnitt. Es gebe Instrumente, um die Wohn­flĂ€che pro Kopf sogar zu senken: Bauliche Instrumente seien, kleinere bezahl­barere und auf­teilbare Woh­nungen zu bauen, bestehende Wohnungen zu verkleinern oder zu teilen; soziale seien z.B. Wohnen fĂŒr Hilfe, Senioren-WGs, Mehrgenerationenwohnen.

Der WohnflĂ€chenbedarf fĂŒr eine ggf. stĂ€rker wachsende Bevölkerung kann, so ECOtrinova, u.a. mit dem FNP 2020 (2), vorliegenden Baurechten (2), mit dem geplanten kleinen Neubau-Stadt­teil ZĂ€hringen-Nord plus ggf. mit Teilen des kommenden Perspektivplans – ohne Dietenbach -, mit Dachausbauten und Aufstockungen sowie regionaler Koordination und ökosozialem Stadtum­bau gedeckt werden.
 
 

 
NABU: Erneut Verdacht auf illegale Wolfstötung
Zweiter Fall innerhalb von 14 Tagen - NABU initiiert VerbÀndegesprÀch mit Deutschem Bauernverband, Vereinigung deutscher SchafzuchtverbÀnde und Deutschem Jagdverband

Am Sonntag wurde auf einer Weide bei Köhlen, Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen, ein Tier gefunden, bei dem es sich nach EinschĂ€tzung des niedersĂ€chsischen Umweltministeriums um einen erschossenen Wolf handeln soll. Dies ist der zweite Fall eines getöteten Wolfes innerhalb von 14 Tagen. Erst am 12. September wurde ein geköpfter Wolf in der NĂ€he von Schenkendöbern (Spree-Neiße) im SĂŒden Brandenburgs gefunden.
Der Kadaver, der nach Augenzeugenberichten eine Schussverletzung aufwies, wurde am Montag fĂŒr eine umfassende Untersuchung nach Berlin in das Institut fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gebracht. Das IZW ist Teil des Dokumentations- und Beratungszentrums des Bundes zum Wolf (DBBW) und ĂŒbernimmt dort vor allem die wissenschaftliche Untersuchung und Forschung der in Deutschland tot aufgefundenen Wölfe. Dabei kann auch mit modernster Computertomographie festgestellt werden, ob der Kadaver die Folgen einer Schussverletzung trĂ€gt.

Der NABU verurteilt diesen offensichtlichen Fall einer erneuten Straftat gegen das streng geschĂŒtzte Tier. Seit dem Jahr 2000 ist dies der 20. illegal getötete Wolf in Deutschland. Der NABU begrĂŒĂŸt, dass die LandesjĂ€gerschaft Niedersachsen Strafanzeige gestellt und eine Belohnung von 3.000 Euro fĂŒr sachdienliche Hinweise ausgesetzt hat, die zur Ergreifung des TĂ€ters fĂŒhren. Doch leider haben in Aussicht gestellte Belohnungen in der Vergangenheit bislang nicht dazu gefĂŒhrt, dass die TĂ€ter im Fall illegal getöteter Wölfe tatsĂ€chlich ermittelt wurden. „Es kann nicht sein, dass wir alle paar Wochen einen illegal getöteten Wolf finden und Belohnungen aussetzen, die niemand in Anspruch nimmt. Wir mĂŒssen jetzt gemeinsam mit JĂ€gern, Landwirten und Nutztierhaltern dafĂŒr sorgen, dass eine solche Straftat in Zukunft verhindert und strenger geahndet wird“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Aus diesem Grund hat NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller seine GeschĂ€ftsfĂŒhrerkollegen von Bauernverband, Jagdverband und Vereinigung der SchafzĂŒchterverbĂ€nde zu einem VerbĂ€ndegesprĂ€ch eingeladen.

Wer auf Wölfe schieße, der torpediere auch die Erfolge des Wolfsmanagements. „Daher wĂŒnschen wir uns einen schnellstmöglichen Austausch mit Vertretern des Deutschen Bauernverbandes, der Vereinigung deutscher SchafzuchtverbĂ€nde und des Deutschen Jagdverbandes im Rahmen eines KrisengesprĂ€ches, um zu beraten, was getan werden muss, um gemeinsam solche kriminellen AuswĂŒchse zu verhindern“, so Miller weiter.
Das unerlaubte Töten eines streng geschĂŒtzten Wolfes ist eine Straftat und kann nach Bundesnaturschutzgesetz mit GefĂ€ngnisstrafen von bis zu fĂŒnf Jahren geahndet werden.
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UmweltverbĂ€nde kritisieren Vorstoß der deutschen Bundesregierung
zur Streichung der EU-Recyclingziele

Höhere EU-Recyclingquoten und schnell wirksame Maßnahmen gegen die zunehmende Abfallverbrennung gefordert


Der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) kritisieren den aktuellen Versuch der deutschen Bundesregierung, die Erhöhung der Recyclingquoten auf europĂ€ischer Ebene zu verhindern. Wie aus einem den VerbĂ€nden vorliegenden Papier der fĂŒr das Kreislaufwirtschaftspaket zustĂ€ndigen EU-Arbeitsgruppe hervorgeht, hatte die Bundesregierung die Festlegung höherer Recyclingquoten zu verzögern versucht, weil sie die von der EU-Kommission vorgeschlagene Berechnungsmethode ablehnt. Deutschland drĂ€ngte demnach in der EU-Arbeitsgruppe darauf, Zielvorgaben fĂŒr die stoffliche Verwertung von SiedlungsabfĂ€llen jahrelang auszusetzen.

Die UmweltverbĂ€nde warnen vor einem falschen und verheerenden Signal Deutschlands als selbst ernanntem „Recycling-Weltmeister“ an die anderen EU-Mitgliedstaaten und fordern von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, sich fĂŒr die frĂŒhzeitige Festlegung ambitionierter EU-Recyclingquoten einzusetzen und den jetzigen Vorschlag Deutschlands zur Streichung der Recyclingquoten aus dem EU-Kreislaufwirtschaftspaket zurĂŒckzuziehen.

Eine frĂŒhzeitige Festlegung höherer Recyclingquoten sei notwendig, damit langfristige Investitionsentscheidungen in den Aufbau von Sammelsystemen, Sortieranlagen und Recycling-Technologien getroffen werden können. Stattdessen befördere die Bundesregierung mit ihrer jetzigen Linie ein bloßes Deponierungsverbot fĂŒr unbehandelte AbfĂ€lle ohne zusĂ€tzliche Recyclingvorgaben. Dadurch entstĂŒnden lediglich Anreize fĂŒr den Bau weiterer MĂŒllverbrennungsanlagen, deren lange Laufzeiten und niedrige Entsorgungspreise den Aufbau einer starken Recyclingwirtschaft verhindern, so die VerbĂ€nde. Deutschland mĂŒsse daher auch die von der EU-Kommission vorgeschlagene Berechnungsmethode annehmen, nach der AbfĂ€lle erst als recycelt gelten, wenn sie einem abschließenden Recyclingverfahren zugefĂŒhrt werden, also auch Fremdmaterialien und FehlwĂŒrfe zuvor aussortiert werden.

Bislang werden in Deutschland bei den meisten getrennt erfassten Siedlungsabfallströmen auch Fremdmaterialien und FehlwĂŒrfe als recycelt gewertet, was zu unrealistisch hohen Recyclingquoten fĂŒhrt. Die Bundesregierung mĂŒsse nun alles daransetzen, die EU-Abfallhierarchie konsequent umzusetzen und ambitionierte Ziele zur Abfallvermeidung, Wertstofferfassung und zum Recycling zu erreichen, fordern die VerbĂ€nde. Sollte sich Deutschland mit dem neuen Vorstoß durchsetzen, werde dies langfristig negative Folgen fĂŒr die Kreislaufwirtschaft in der EU haben, warnen die VerbĂ€nde.
 
 

 
50 Jahre Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht
Festakt und Spatenstich zur Erweiterung mit Umweltminister Franz Untersteller

„50 Jahre Abwasserzweckverband bedeuten fĂŒnf Jahrzehnte kostengĂŒnstige und umweltgerechte Abwasserbeseitigung.“


Mit einem Festakt begeht der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht heute (23.09.) auf seiner VerbandsklĂ€ranlage in Forchheim nördlich von Freiburg sein 50-jĂ€hriges GrĂŒndungsjubilĂ€um. Der Abwasserzweckverband besteht aus 29 StĂ€dten und Gemeinden, in denen mehr als 370.000 Menschen leben.

Umweltminister Franz Untersteller sprach heute von einer Erfolgsgeschichte von Anfang an: „Vor der GrĂŒndung des Abwasserzweckverbandes gab es in der Region mit ihren vielen ineffizienten KlĂ€ranlagen eine massive Belastung der GewĂ€sser. Mit der Inbetriebnahme der zentralen KlĂ€ranlage in Forchheim Ă€nderte sich das schlagartig. Die Schadstoffbelastung ging zurĂŒck, die GewĂ€sser erholten sich.

In den letzten Jahrzehnten habe der Abwasserzweckverband ĂŒber 230 Millionen Euro in die Infrastruktur seiner Abwasserbeseitigung investiert, sagte Untersteller. Wie erfolgreich er mit seiner Arbeit sei, zeige sich daran, dass der Verband heute fast ohne LandeszuschĂŒsse auskomme. Die aktuell anstehende rund

40 Millionen Euro teure Erweiterung seiner biologischen Abwasserreinigungsstufe werde nur mit gut 80.000 Euro vom Land bezuschusst.

Spatenstich Erweiterung biologische Reinigung

Unter anderem mit dem Vorsitzenden des Zweckverbandes, Freiburgs Erstem BĂŒrgermeister Otto Neideck, ĂŒbernahm Umweltminister Franz Untersteller auch den Spatenstich fĂŒr die Erweiterung der KlĂ€ranlage. Geplant ist der Bau von zwei Belebungsbecken und zwei NachklĂ€rbecken, die die KapazitĂ€t der Anlage nennenswert erhöhen. Die dafĂŒr nötigen Eingriffe in die Natur werden durch Aufforstungen und Gestaltungsmaßnahmen ausgeglichen, dazu werden Artenschutzmaßnahmen ergriffen.

Er hoffe, dass mit der erweiterten biologischen Abwasserreinigung noch nicht das Ende der Modernisierung der Anlage erreicht sei, sagte Umweltminister Untersteller beim heutigen Festakt. Die Abwasserbeseitigung insgesamt und damit auch der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht stĂŒnden vor großen Herausforderungen: „So genannte Spurenstoffe, Arzneimittelwirkstoffe, Hormone oder Biozide verunreinigen unser Wasser in immer stĂ€rkerem Maß. Das hat die EU erkannt, das hat auch der Bund erkannt – reagieren mĂŒssen wir mit umfangreichen Reinigungsverfahren auf der kommunalen Ebene.“

Eine Anlage zur Spurenstoffelimination könne auch fĂŒr den Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht ein großer Schritt nach vorne sein, so Untersteller.

FĂŒr ebenso wichtig halte er das Thema Phosphor-RĂŒckgewinnung. In einer KlĂ€rschlamm-Mono-Verbrennungsanlage auf dem BetriebsgelĂ€nde dieser KlĂ€ranlage könnten die KlĂ€rschlĂ€mme dieser und weiterer KlĂ€ranlagen im Umfeld verbrannt werden. 80 Prozent des Phosphors könnten aus der Asche zurĂŒckgewonnen werden.

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Weltweite Nashornpopulation könnte enorme Horn-Nachfrage nicht befriedigen
NABU-Studie zeigt: Freigabe von Nashorn-Handel könnte Nashorn-Wilderei noch verstÀrken

Die Wilderei auf afrikanische Nashörner nimmt seit Jahren dramatisch zu. Mit 1.342 erlegten Tieren in nur einem Jahr erreichte sie 2015 einen traurigen Höhepunkt. Auf dem Schwarzmarkt in China und Vietnam werden fĂŒr ein Kilogramm Rhinozeros-Horn nach aktuellen SchĂ€tzungen derzeit bis zu 100.000 US-Dollar bezahlt - damit ist es wertvoller als Gold. Im Vorfeld der CITES-Konferenz in Johannesburg ist die Diskussion um eine Freigabe des Handels mit Nashorn-Horn aufgeflammt. Swaziland möchte seine LagerbestĂ€nde und durch Enthornung gewonnenes Nashorn-Horn an asiatische Kunden verkaufen. Eine neue Studie der NABU International Naturschutzstiftung zeigt: Selbst die weltweite Nashorn-Population von knapp 30.000 Tieren wĂŒrde nicht annĂ€hernd ausreichen, um die enorme Nachfrage an Rhinozeros-Horn zu befriedigen.

Die meisten Nashörner, etwa 20.000, leben ĂŒbrigens im CITES-Gastgeberland SĂŒdafrika. Bei der Konferenz wird auch darĂŒber entschieden, wie Arten vor dem Aussterben gerettet werden können. FĂŒr den NABU ist das Aufheben eines Handelsverbots der falsche Weg.

"Den Markt mit legalem Horn zu fluten, um durch den Preisverfall den Anreiz fĂŒr Wilderer und HĂ€ndler zu reduzieren, ist eines der Hauptargumente der HandelsbefĂŒrworter. Aus unserer Studie geht jedoch klar hervor: Ein solches Szenario ist nicht realistisch. Eine Freigabe des internationalen Handels mit Nashorn-Horn wĂŒrde im Gegenteil dafĂŒr sorgen, dass die Nashorn-Wilderei weiter eskaliert und somit den Todesstoß fĂŒr die Nashörner weltweit bedeuten", erklĂ€rte Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung und Autorin der Studie.

Die Studie untersucht unterschiedliche Angebot- und Nachfrage-Szenarios und zeigt die Diskrepanz zwischen tatsĂ€chlich verfĂŒgbarem Horn und der Nachfrage in den beiden grĂ¶ĂŸten VerbrauchermĂ€rkten Vietnam und China auf. Als Basis fĂŒr die Berechnungen dienten, neben der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) empfohlenen Dosis fĂŒr eine Einzelbehandlung mit Nashornpulver, der potenzielle Markt an erwachsene Konsumenten in Vietnam und China sowie die geschĂ€tzten 141 Tonnen Horn, die von allen in Freiheit lebenden Nashörnern theoretisch "geerntet" werden könnten. Die Analyse zeigt: Schon eine einzige Standard-Dosis von drei, fĂŒnf oder 50 Gramm Nashornpulver, die von lediglich 3,8 Prozent, 1,3 Prozent oder 0,2 Prozent der chinesischen und vietnamesischen Erwachsenen eingenommen wird, wĂŒrde das gesamte, weltweit zur VerfĂŒgung stehende Horn aufbrauchen. "Egal, welches Szenario wir durchgerechnet haben - die Ergebnisse zeigen eindeutig: Eine 'MarktĂŒberflutung' ist völlig illusorisch - schon bei einer einzigen Nashorn-Pulver-Dosis versagt das Argument", erklĂ€rte Maas.

Um die drohende Ausrottung der letzten Nashörner zu verhindern, fordert NABU International nationale und internationale stark kontrollierte Handelsverbote sowie gezielte Kampagnen zur Reduzierung der Nachfrage in AbnehmerlĂ€ndern wie Vietnam und China. Dazu unterstĂŒtzt die Stiftung eine Initiative der International Buddhist Confederation in Vietnam, dem weltweit grĂ¶ĂŸten Abnehmerland fĂŒr Nashorn-Horn.

Nashorn besteht, ebenso wie menschliche NĂ€gel oder Haare, aus Keratin und wird in der TCM schon seit tausenden Jahren gegen eine Reihe von Beschwerden eingesetzt. In extrem hohen Dosen wirkt Nashorn leicht fiebersenkend - jedoch weniger effektiv als Aspirin. Seit einigen Jahren geht in Vietnam und China zudem das GerĂŒcht um, dass Nashorn-Pulver gegen Krebs hilft. Obwohl es hierfĂŒr weder in der TCM, noch in der konventionellen Medizin Hinweise gibt, ist der Verbrauch von Nashorn-Pulver seither sprunghaft angestiegen. Zudem dient Nashorn-Horn in China und Vietnam als Statussymbol und Wertanlage.

"Seit 1977 besteht ein internationales Handelsverbot mit Nashorn-Horn. Dennoch ist der Markt riesig und wird von weltweit operierenden Verbrecherkartellen und in SĂŒdafrika von korrupten Naturschutzinsidern und Vollzugsbeamten bedient, deren professionelle AusrĂŒstung denen der WildhĂŒter meist deutlich ĂŒberlegen ist. So werden selbst Nashörner in gut gesicherten Schutzgebieten wie dem Kruger Nationalpark immer wieder getötet. Ein regulierter Handel ist genauso wenig möglich, wie das Überfluten des Marktes mit 'nachhaltig geerntetem' Nashorn", sagte Maas.
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NABU: Gutes Signal - Deutschland ratifiziert Pariser Klimaabkommen
Abkommen muss in ehrliche und weitreichende nationale Klimapolitik umgesetzt werden

Zur Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens durch die Bundesregierung erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: "Deutschland zieht mit seiner Ratifizierung China und den USA nach. Wenn nun auch die ĂŒbrigen EU-MitgliedslĂ€nder schnell ratifizieren, stehen die Chancen gut, dass das Abkommen noch in diesem Jahr, am besten vor der Klimakonferenz im November in Marrakesch, in Kraft tritt. Das wĂ€re ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft. Denn zur Begrenzung der ErderwĂ€rmung auf deutlich unter zwei Grad mĂŒssen den vielen AnkĂŒndigungen fĂŒr mehr Klimaschutz auch endlich Taten folgen. In Marrakesch können dann konkrete Regeln zur Erreichung der Klimaziele ausgearbeitet werden."

Mit den grĂ¶ĂŸten Verursachern von Treibhausgasen, wie den USA und China, haben nun aktuell 60 Vertragsstaaten das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Diese 60 Staaten sind zusammen fĂŒr rund 48 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das Abkommen tritt allerdings erst in Kraft, wenn mindestens 55 Vertragsparteien unterzeichnen, die zusammen 55 Prozent oder mehr der weltweiten Treibhausgase ausstoßen.

"Es ist gut, dass die Mehrheit im Bundestag hinter der internationalen Klimapolitik steht. Komisch ist nur, dass es Widerstand gibt, sobald das Pariser Abkommen in die nationale Politik ĂŒbersetzt werden soll", kritisierte Tschimpke. "Der Entwurf fĂŒr den Klimaschutzplan 2050 ist dafĂŒr ein gutes Beispiel. Er wurde schon vor der Ressortabstimmung von den einzelnen Ministerien so stark verwĂ€ssert, dass die Ziele von Paris in Deutschland keinesfalls erreichbar sind. Besonders erschreckend: Nicht einmal das anfĂ€nglich formulierte Ziel des Klimaschutzplans stimmt mit jenem von Paris ĂŒberein. So hieß es, Deutschland wolle bis 2050 80 bis 95 Prozent seiner Treibhausgase einsparen - notwendig sind aber mindestens 95 Prozent. Die Bundesregierung muss sich dringend an ihre globale Verantwortung erinnern und eine ehrliche Klimaschutzpolitik fĂŒr Deutschland auf den Weg bringen", forderte Tschimpke.

FĂŒr den Erfolg des Klimaschutzes sei entscheidend, dass Klimaschutz kĂŒnftig nicht mehr nur als Nischenthema des Umweltministeriums begriffen werde. "Wir brauchen umfangreiche VerĂ€nderungen und verbindliche Ziele in allen Wirtschaftsbereichen. Auch um allen Beteiligten kĂŒnftig mehr Planungssicherheit zu geben. Das muss endlich auch bei den Fachpolitikern im Energie-, Bau-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsbereich ankommen", forderte Tschimpke.
 
 

 
Wieder Amselsterben durch Usutu-Virus
NABU ruft Bevölkerung zur Mithilfe auf

In Deutschland gibt es wieder ein Vogelsterben, das durch das tropische Usutu-Virus ausgelöst wird. Vor allem Amseln sind betroffen. NABU und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung erneut um Mithilfe, erkrankte oder verendete Vögel ĂŒber ein Online-Formular zu melden oder Proben toter Tiere zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin (BNI) in Hamburg zu senden.

Unter www.nabu.de/usutu-melden können Beobachtungen toter Vögel gemeldet werden. Dort findet sich auch eine Anleitung zum Verschicken toter Tiere.
Erstmals wurde das nach einem sĂŒdafrikanischen Fluss benannte tropische Virus 2010 in StechmĂŒcken in Deutschland festgestellt. Es löste 2011 und 2012 in Deutschland erstmals ein Massensterben unter heimischen Vögeln, darunter vor allem Amseln, aus. Nach einigen Jahren ohne grĂ¶ĂŸere AusbrĂŒche, tritt das Virus nun in diesem Jahr wieder vermehrt auf.

Seit Ende Juli hĂ€ufen sich beim NABU Meldungen kranker und kurze Zeit spĂ€ter verstorbener Amseln. Etwa 100 dieser Beobachtungen aus Deutschland sind bisher eingegangen. Die meisten Meldungen kranker und toter Amseln stammen aus den bereits zuvor betroffenen wĂ€rmebegĂŒnstigten Regionen Deutschlands entlang des gesamten Rheintals sowie am Untermain und am unteren Neckar. Weitere Verdachtsmeldungen erreichten den NABU aber auch aus bisher nicht betroffenen Regionen, z.B. aus dem Leipziger Raum und aus Berlin. Inzwischen konnten Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts fĂŒr Tropenmedizin fĂŒr einige dieser FĂ€lle bestĂ€tigen, dass das Usutu-Virus tatsĂ€chlich die Todesursache ist. Auch in Frankreich, Belgien und den östlichen Niederlanden wurde das Virus in diesem Jahr bereits in toten Vögeln nachgewiesen.

„Durch das Virus verursachte TodesfĂ€lle unter Vögeln treten jeweils wĂ€hrend der MĂŒckensaison von Mai bis November auf. Befallene Vögel wirken offensichtlich krank, werden apathisch und flĂŒchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als ‚Amselsterben‘ bekannt wurde“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und können auch daran sterben. Das Überwiegen der Amseln lĂ€sst sich zum Teil durch deren HĂ€ufigkeit und NĂ€he zum Menschen erklĂ€ren, was die Wahrscheinlichkeit des Auffindens toter Amseln erhöht. Aber eine besondere Empfindlichkeit dieser Art gegenĂŒber dem Virus ist ebenfalls möglich.

Das Virus ist fĂŒr Menschen ungefĂ€hrlich. In ganz Europa konnten bisher erst fĂŒnf Infektionen beim Menschen festgestellt werden, meist bei Personen mit vorgeschĂ€digtem Immunsystem.

„Der Ausbruch dieses fĂŒr Deutschland neuen Virus stellt eine einmalige Chance dar, die Ausbreitung und Folgen einer neuen Vogelkrankheit zu verfolgen und zu analysieren. Die wichtigste Datengrundlage dazu bilden Meldungen toter und kranker Amseln aus der Bevölkerung, sowie eingeschickte Proben toter Vögel, die auf das Virus untersucht werden können“, so Lachmann weiter. Der NABU arbeite daher mit den BNI-Wissenschaftlern daran, die Ausbreitung des Virus und seine Auswirkungen auf unsere Vogelwelt zu dokumentieren und zu verstehen, um diese neuartige GefĂ€hrdungsursache von Vogelarten auch im Vergleich mit anderen GefĂ€hrdungsursachen beurteilen zu können.

Hintergrund
Mit Hilfe einer Internet-Meldeaktion 2011 konnte der NABU den Verlauf des Ausbruchs 2011 gut dokumentieren und auswerten. Eine Auswertung der Daten aus den großen wissenschaftlichen Mitmach-Aktionen des NABU „Stunde der Wintervögel“ und „Stunde der Gartenvögel“, konnte nachweisen, dass die AmselbestĂ€nde in den damals nachweislich vom Virus betroffenen 21 Landkreisen zwischen 2011 und 2012 merklich zurĂŒckgegangen sind und somit bei einem bundesweiten Gesamtbestand von rund acht Millionen Brutpaaren möglicherweise 300.000 Amseln dem Virus zum Opfer gefallen sein könnten.

Der weitere Verlauf des Auftretens von Usutu-Erkrankungen lĂ€sst sich schwer vorhersagen. Die Vermehrung und Verbreitung der Viren hĂ€ngt vor allem von der Witterung in den Sommermonaten ab: je wĂ€rmer der Sommer umso mehr Viren, StechmĂŒcken und infizierte Vögel sind zu erwarten. Andererseits geht man davon aus, dass die Vögel zunehmend individuell erworbene Resistenzen gegen dieses neue Virus entwickeln, so dass sich das Virus vermutlich rĂ€umlich weiter ausbreiten, aber nicht mehr zu so offensichtlichen Massensterben wie im Jahr 2011 fĂŒhren wird. Stattdessen ist zu erwarten, dass es in den betroffenen Gebieten zu zyklisch wiederholten AusbrĂŒchen kommen wird, sobald eine Generation von Amseln mit erworbener Resistenz von der nĂ€chsten Amselgeneration abgelöst wird.
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Quelle: BUND
 
"Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"
Alte LĂŒgen - Neu verpackt bei ARTE

Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der "zivilen" Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl fĂŒr kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Das globale atomare Dorf, die alten mĂ€chtigen Seilschaften aus Konzernen, Lobbyisten und Atomparteien funktionieren noch. Es werden zwar viel mehr alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in LĂ€ndern in denen der Markt nicht funktioniert werden immer noch AKW gebaut.
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