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Mittwoch, 21. August 2019
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Verschiedenes

NABU fordert klares Bekenntnis zum Schutz des Wolfes
Wolf MT6 mit Senderhalsband / Foto: NABU/JĂŒrgen Borris
 
NABU fordert klares Bekenntnis zum Schutz des Wolfes
Debatten ĂŒber Aufweichung des Schutzstatus sind unnötig

Der NABU hĂ€lt die in den vergangenen Wochen von Politikern der CDU/CSU und verschiedenen InteressenverbĂ€nden der Nutztierhalter und JĂ€ger gefĂŒhrte öffentliche Debatte zur Aufweichung des Schutzstatus von Wölfen fĂŒr unnötig und fordert von der Politik ein klares Bekenntnis zum Schutz des Wolfes. Wölfe sind durch nationale und internationale Gesetze streng geschĂŒtzt. So fordern die umweltpolitischen Sprecher der Fraktionen von CDU und CSU in den BundeslĂ€ndern in einer kĂŒrzlich veröffentlichten „Dresdner Resolution“, die Zahl der Wölfe zu regulieren. Der sĂ€chsische Umweltminister Thomas Schmidt hat aktuell einen entsprechenden Antrag bei der Umweltministerkonferenz zur „Definition des Erhaltungszustandes des Wolfes“ eingebracht.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: ‘Wie‘, nicht ‚ob‘ wir mit dem Wolf leben können, ist die entscheidende Frage. Wir brauchen keine Diskussion um die Begrenzung der WolfsbestĂ€nde, sondern bestenfalls die Optimierung im bestehenden und bewĂ€hrten Wolfsmanagement.“ Der NABU lehnt eine Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes in den AnhĂ€ngen der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie sowie die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht strikt ab. Vielmehr muss das Ziel sein, eine flĂ€chendeckende Anwendung von standortangepassten Herdenschutzmaßnahmen in Wolfsgebieten noch besser umzusetzen und schnelle, unbĂŒrokratische Hilfen fĂŒr Nutztierhalter möglich zu machen. Dazu gehört auch die Verbesserung der wissenschaftlichen Datenlage zu Umsetzungsdefiziten im Herdenschutz und deren Ursachen.

Obwohl die Zuwachsraten der Wolfspopulation in Deutschland derzeit als hoch empfunden werden, sind die gegenwĂ€rtigen Wachstumsraten aus biologischer Sicht normal – und der Bestand mit aktuell 46 Rudeln keinesfalls ausreichend stabil. „Die Bestandsentwicklung des Wolfes wird rein durch das Nahrungsangebot gesteuert. Dies ist in Deutschland aufgrund der historisch höchsten Reh-, Rot- und SchwarzwildbestĂ€nde sehr hoch“, so Miller. GrĂŒnde hierfĂŒr seien unter anderem die jahrzehntelange falsch ausgeĂŒbte Hege durch die JĂ€gerschaft zur Optimierung von Jagdstrecken und die alarmierenden Fehlentwicklungen durch die Intensivierung der Landwirtschaft. Insbesondere die enorme Zunahme des Maisanbaus fĂŒr die Energiegewinnung (Vermaisung) trĂ€gt zu deutlich ĂŒberhöhten WildbestĂ€nden und damit verbundenen Großrotten- und Großrudelbildungen bei. „Wenn die CDU/CSU-Sprecher ihre Verantwortung fĂŒr die Umweltpolitik ernst nehmen, sollten sie diese ZusammenhĂ€nge betrachten. FĂŒr die jahrzehntelangen Fehlentwicklungen im Jagdrecht und in der Landwirtschaftspolitik ist die CDU/CSU hauptverantwortlich“, so Miller. Der NABU begrĂŒĂŸt allerdings die Forderungen der umweltpolitischen Sprecher der CDU/CSU, das staatenĂŒbergreifende Wolfsmonitoring zwischen Deutschland und den NachbarlĂ€ndern zu verbessern. „Die Zusammenarbeit mit Polen ist hier ein sehr gutes Vorbild und eine solche Zusammenarbeit ist auch mit den anderen Nachbarstaaten anzustreben“, so Miller.

Unter dem Titel „Wölfe in Deutschland – Leitlinien zum Schutz von Canis lupus“ hat der NABU am Freitag sein aktuelles Positionspapier veröffentlicht. Es zeigt die gegenwĂ€rtige Bestandssituation des Wolfes, formuliert die Forderungen des NABU an den Schutz und greift dabei wichtige Fragen zum Umgang des Menschen mit dem Wolf auf. Ein Problem sieht der NABU nach wie vor bei illegalen Wolfstötungen. Vor diesem Hintergrund hatte der NABU am 27. September die Initiative zu einer VerbĂ€ndeverstĂ€ndigung ergriffen und den Deutschen Bauernverband (DBV), den Deutschen Jagdverband (DJV) sowie die Vereinigung Deutscher LandesschafzuchtverbĂ€nde (VDL) zu einem GesprĂ€ch am 5. Dezember eingeladen, um gemeinsame LösungsansĂ€tze bezĂŒglich des fortdauernden Problems der illegalen Bejagung zu finden. Der NABU hofft, dass trotz allen Diskussionsbedarfes zwischen den vier VerbĂ€nden eine Reihe von Gemeinsamkeiten bestehen, nicht nur zur Frage der EindĂ€mmung illegaler Wolfstötungen, sondern auch bei der Verbesserung von Herdenschutz und PrĂ€ventions- und Kompensationsleistungen fĂŒr Nutztierhalter, und freut sich auf einen offenen, sachlichen Dialog.
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NABU-Tipps zur ökologischen Weihnachtszeit
So werden die Feiertage abfallfrei

Alle Jahre wieder quellen MĂŒlltĂŒten, Tonnen und Container ĂŒber: Weihnachten, das ‚Fest der Liebe und Freude‘, wird zur Abfallorgie. Berge von Geschenkpapier, Lametta und Plastik wandern in den MĂŒll. Der NABU gibt Tipps fĂŒr abfallarme Feiertage.

Tipp 1: Oh, echter Tannenbaum!
Auch wenn modisch gefĂ€rbte Plastik-ChristbĂ€ume als „letzter Schrei“ gelten: Besser, man bleibt beim guten alten echten Tannenbaum. BĂ€ume aus Kunststoff nadeln zwar nicht, belasten aber die Umwelt und enden irgendwann als PlastikmĂŒll. Echte WeihnachtsbĂ€ume dagegen lassen sich problemlos zu Humus verarbeiten.

Tipp 2: WeihnachtsbÀume aus heimischen Kulturen
Beim Weihnachtsbaum sollte man sich fĂŒr einheimische Fichten, Kiefern oder Tannen entscheiden. Das ist umweltfreundlicher als die Wahl nicht heimischer Blaufichten – „Edeltanne“ oder „Blautanne“ –, die in Christbaumplantagen gezĂŒchtet werden, hĂ€ufig mit hohem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Unter Umweltgesichtspunkten schneiden zertifizierte Bio-WeihnachtsbĂ€ume sowie NadelbĂ€ume aus FSC-zertifizierten WĂ€ldern am besten ab. WeihnachtsbĂ€ume haben in unseren Wohnzimmern zudem nur eine kurze Verweildauer und werden anschließend entsorgt. Statt sich jedes Jahr einen neuen Baum zu kaufen, kann man aus den Samen eines Nadelbaums seinen eigenen Baum im Topf ziehen. Bis eine ansprechende WeihnachtsbaumgrĂ¶ĂŸe erreicht ist, vergehen zwar ein paar Jahre, dennoch ist es eine Freude, seinen eigenen Baum wachsen zu sehen. Alternativ können auch Zweige dekoriert werden, oder grĂ¶ĂŸere Zimmerpflanzen werden fĂŒr die Weihnachtszeit geschmĂŒckt.

Tipp 3: Öko-Style fĂŒr WeihnachtsbĂ€ume
Zum umweltvertrĂ€glichen Christbaumschmuck gehören NĂŒsse, Holz, PlĂ€tzchen, StoffbĂ€nder, Obst und Figuren aus Papier, Holz, Stroh oder Wachs. Damit lassen sich ChristbĂ€ume wunderschön dekorieren. Vermeiden sollte man Schnee- und Glitzersprays.

Tipp 4: Kerzen – Bienenwachs statt Erdöl oder Palmöl
Kerzen bestehen heute meistens aus Erdöl (Paraffin) oder Pflanzenöle (Stearin), letztere sehr oft aus nicht nachhaltig angebautem Palmöl. Daher sollte bei Kerzen aus Pflanzenölen darauf geachtet werden, dass der Rohstoff aus nachhaltigem Anbau kommt. Besonders zu empfehlen sind Kerzen aus Bienenwachs, die auch sehr schön aussehen. Das „RAL-GĂŒtezeichen“ steht bei Kerzen fĂŒr gesundheits- und umweltorientierte Grenzwerte fĂŒr die Inhaltsstoffe, Dochte und Lacke. Teelichter gibt es auch ohne Aluschale und Glasschalen lassen sich neu befĂŒllen. So wird ĂŒberflĂŒssiger MĂŒll vermieden.

Tipp 5: Geschenke pfiffig verpackt
Es muss nicht immer Geschenkpapier sein, erst recht nicht alubeschichtetes Schmuckpapier. Als Alternative bieten sich GeschenkhĂŒllen aus Recyclingpapier, Kartons und Packpapier an, phantasievoll bemalt oder mit GebĂ€ck, Zweigen, getrockneten BlĂ€ttern und Blumen beklebt. BĂ€nder aus Stoff mĂŒssen nicht im MĂŒll landen, sondern können im kommenden Jahr wieder benutzt werden. Goldrichtig als geheimnisvoll schimmernde Verpackungen und gleichzeitig schöne Geschenke sind getönte GlĂ€ser und transparente SeidentĂŒcher.

Tipp 6: KĂŒsse unter dem Mistelzweig?
Naajaa! Ein Fichtenzweig tut’s doch auch mal als dezente Botschaft, oder? Die mystische Mistel sollte man Druiden fĂŒr ZaubertrĂ€nke ĂŒberlassen. Durch das Überangebot auf den WeihnachtsmĂ€rkten könnten Misteln wieder gefĂ€hrdet werden. Und Vögel freuen sich im Winter ĂŒber die Beeren.

Tipp 7: Silvester Naturkorken knallen lassen!
Wenn zum Jahreswechsel die Korken knallen, dann lieber aus Flaschen ohne umweltbelastende Zinn- oder AluminiumaufsÀtze. Es gibt inzwischen zahlreiche Winzer und Sektkellereien, die auf zinn- oder aluminiumhaltige Flaschenverzierungen verzichten. Der prickelnde Inhalt hat garantiert die gleiche Wirkung.

Tipp 8: Wachs statt Blei gießen
Warum nicht mal Kerzenwachs als Orakel? Das schont die Umwelt und sagt die Zukunft mindestens genauso zuverlĂ€ssig voraus wie giftiges Schwermetall. Roter Wachs soll ĂŒbrigens ideal sein fĂŒr sichere Prognosen in Sachen Liebe.
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NABU zum Start der Weltnaturschutzkonferenz in CancĂșn
EU muss globale Agrarwende vorantreiben

Zum Auftakt des UN-Gipfels zur Biologischen Vielfalt im mexikanischen CancĂșn hat der NABU an die EU appelliert, sich an die Spitze einer weltweiten Agrarwende zu setzen. „Der Raubbau an unseren natĂŒrlichen Lebensgrundlagen nimmt dramatische Ausmaße an. Intensivste Agrarproduktion, Zerstörung von WĂ€ldern, Monokulturen und leergefischte Meere haben einen wesentlichen Anteil daran, dass das Netz des Lebens, die Artenvielfalt, immer grĂ¶ĂŸere Löcher aufweist“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Die Staats- und Regierungschefs und ihre VerhandlungsfĂŒhrer vor Ort mĂŒssten sich bei ihrem diesjĂ€hrigen Gipfeltreffen in Mexiko klar zu einer nachhaltigen Landnutzung bekennen. „Von EU-Kommission und Bundesregierung erwarten wir die AnkĂŒndigung einer grundlegenden Reform der EU-Agrarpolitik. Bisher befördern die europĂ€ischen Steuerzahler ĂŒber große Teile der Agrarsubventionen das Artensterben – nicht nur in Europa, sondern auch weltweit“, so Tschimpke.

Die Vertreter der 196 Vertragsstaaten der UN-Konvention ĂŒber die Biologische Vielfalt (CBD) treffen sich vom 4. bis 17.Dezember zu ihrer dreizehnten Konferenz (COP13) im mexikanischen CancĂșn. Zuvor findet ein internationales Ministertreffen statt, an dem auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und EU-Umwelt-und Fischereikommissar Vella anreisen. Bei dem Treffen vom 2. bis 3. Dezember wollen die zustĂ€ndigen Minister eine „CancĂșn -ErklĂ€rung“ zur Integration von BiodiversitĂ€t in andere Politikbereiche verabschieden. Der vorliegende Entwurf der ErklĂ€rung reicht dem NABU jedoch bei weitem nicht aus. So wird in einem Halbsatz am Ende des Dokuments vorsichtig daran erinnert, dass naturschĂ€dliche staatliche „Anreize auslaufen“ und positive verstĂ€rkt werden sollen. Es bleibt jedoch unerwĂ€hnt, dass die Regierungen bereits vor vier Jahren ein Fahrplan zur Beendigung von umweltschĂ€dlichen Subventionen verabschiedet haben – und diesen bis heute offenbar weitestgehend ignorieren. Bis spĂ€testens 2016 mĂŒssen danach alle Vertragsstaaten ihre Subventionen auf NaturvertrĂ€glichkeit analysieren und bis 2018 konkrete ReformplĂ€ne vorlegen.

„Es ist ein Skandal, dass die meisten Staaten, einschließlich der EU, weiterhin die einflussreiche Agrarindustrie mit Steuergeldern zufrieden stellen, anstatt vorrangig diejenigen Bauern zu fördern, die nachhaltige Landwirtschaft betreiben“ so Konstantin Kreiser, Leiter Globale Naturschutzpolitik im NABU, der die Verhandlungen in CancĂșn begleiten wird. Die EU hat hier eine Chance zum Vorreiter zu werden. Der NABU und viele weitere Organisationen fordern die EU-Kommission seit Monaten auf, einen schonungslosen „Fitness-Check“ der Gemeinsamen Agrarpolitik durchzufĂŒhren – und bis 2018 konkrete ReformplĂ€ne vorzulegen, mit denen ab 2021 die pauschalen de-facto bedingungslosen und ĂŒberwiegend naturschĂ€dlichen Subventionen beendet werden. Stattdessen sollten Landwirte von Staat und Verbraucher viel mehr Geld fĂŒr die Erbringung von Umweltleistungen und hochqualitativen Lebensmitteln bekommen, so der NABU.
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Der Stadt zig Millionen-Euro verbotenes Defizit ersparen
Wohnalternativen vorhanden

Enteignung der Landwirte aussichtslos - Dietenbach nicht notwendig!

Offene Briefe an Gemeinderat, OB und BĂŒrgermeister-Riege:



In Schreiben kĂŒrzlich an den Gemeinderat und jetzt an OberbĂŒrgermeister Dr. Salomon sowie die Freiburger BĂŒrgermeister hat der Freiburger regionale Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsverein ECOtrinova e.V. gefordert, anlĂ€sslich der Gemeinderatssitzung am 6.12.2016 den geplanten Neubaustadtteil Dietenbach und das Millionen-teure EU-weite stĂ€dtebauliche Wettbewerbsverfahren fĂŒr Dietenbach zu stoppen. Damit sei das durch Dietenbach absehbare zig-Millionen-Euro große haushaltsrechtlich sogar verbotene Defizit fĂŒr die Stadt zu vermeiden. Zudem seien von der Stadt angedachte Enteignungen betroffener Landwirte nach EinschĂ€tzung von ECOtrinova aussichtslos, u.a. weil kein Bedarf und kein Gemeinwohl fĂŒr Dietenbach bestehen. Denn der bisher vorgerechnete Hauptteil des angeblichen Bedarfs sei komplett entfallen, weil die prognostizierte luxuriöse Zunahme der WohnflĂ€che (2) als eine der beiden Hauptgrundlagen fĂŒr den behaup­teten Bedarf wegfalle. ECOtrinova-Vorsitzender Dr. Georg Löser dazu: „Nach Analyse neuester Daten der Stadt Freiburg kann bis 2030 ein durchschnittlicher „Zubau-Luxus-Bedarf“ von 3,6 qm Wohn­flĂ€che pro Kopf fĂŒr alle rund 230.000 Menschen in Freiburg entsprechend rund 10.000 Wohnungen komplett wegfallen. Das ist rund die HĂ€lfte des von Stadt und Gemeinderats­mehr­heit bisher zugrunde gelegten Zusatzbedarfs bis 2030 und fast das Doppelte des in Dietenbach geplanten Zubaus. Die WohnflĂ€che pro Kopf in Freiburg ist 2015 nicht höher als 2008 und sinkt seit 2011.“ (3)

FĂŒr eine wachsende Freiburger Bevölkerung als zweiter noch bestehender Bedarfsfaktor ist der WohnflÀ­chenbedarf deckbar. ECOtrinova dazu weiter: „Durch das Ende des Vorhabens Dietenbach werden Mittel und Personal frei fĂŒr einen kleinen „Neubaustadtteil“ ZĂ€hringen-Nord, fĂŒr den nötigen ökosozialen Stadtum­bau fĂŒr mehr Wohnraum, der fĂŒr mehrere Stadtquartiere schon in Vorbereitung ist, fĂŒr zahlreiche auf Wohnen bezogene sozialökologische Instrumente, fĂŒr noch ausstehende FlĂ€chen des FNP 2020, soweit diese sinnvoll, ökologisch und kostengĂŒnstig umsetzbar sind und mit anderen Baurechten (2).

Die 3 grĂ¶ĂŸten Wanderungsgewinne seit 2010/11 beruhen auf 3 Einmaleffekten: der EinfĂŒhrung der Zweitwohnungssteuer in Freiburg 2011, dem Doppel-Abiturjahrgang 2012, dem Ende von Wehr- und Zivildienst 2011/2012 und dem großen Zustrom an GeflĂŒchteten 2015 (1). Stadt und Gemeinderatsmehr­heit nutzten diese Einmaleffekte bisher, um die Einwohnerprognose bis 2030 nach oben zu schrauben und noch mehr Wohnungsbau zu verlangen. Das wirke als selbsterfĂŒllende Prognose: Bauen um zu wachsen. Folge bei Annahme gleichbleibender Bevölkerung in D und B-W sei mehr Leerstand anderswo.

Durch Bauen auf unerschlossenen FlĂ€chen, erst recht auf der „GrĂŒnen Wiese“ wie in Dietenbach entstehe kein kostengĂŒnstiger Wohnraum, der den Mietspiegel senken könnte, eher umgekehrt. Der Leerstand in Freiburg sei beachtlich, darunter rund 800 Neubauwohnungen, die 1 Jahr nach Fertigstellung noch leer stehen laut Empirica-Gutachten 2014, erst recht in den benachbarten Landkreisen.
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NABU: EU-Naturschutzrichtlinien bleiben
Meilenstein – Kommissar Vella hat RĂŒckwĂ€rtsgang in der Umweltpolitik abgewehrt

Der NABU begrĂŒĂŸt die heutige Entscheidung der EU-Kommission zur Beibehaltung der EU-Naturschutzrichtlinien. Bei ihrem wöchentlichen Treffen beendete das Kollegium der 28 EU-Kommissare unter Jean-Claude Juncker damit eine heftige Debatte, die der PrĂ€sident vor ĂŒber zwei Jahren selbst gestartet hatte: Unter dem Vorwand der „EntbĂŒrokratisierung“ hatte Juncker seinen Umweltkommissar Vella aufgefordert, eine „Modernisierung und Verschmelzung“ der beiden Richtlinien zu prĂŒfen.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Diese Entscheidung ist ein Meilenstein – nicht nur fĂŒr alle, denen die Bewahrung unseres Naturerbes am Herzen liegt. Dass sich Kommissar Vella durchgesetzt hat, ist richtungsweisend auch fĂŒr den Schutz von Klima, Wasser, Luft und Boden. Der erste bedeutende Versuch in der EU-Umweltpolitik, den RĂŒckwĂ€rtsgang einzulegen, ist damit gescheitert. BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wollen eine EU mit hohen Umweltstandards – und keine, in der kurzfristige Profitinteressen die Agenda bestimmen.“

Im vergangenen Jahr hatte eine BĂŒrgerbefragung der EU zu den Naturschutzrichtlinien zu einer Rekordbeteiligung gefĂŒhrt. Über eine halbe Million Menschen nahmen daran teil, fast alle forderten die Beibehaltung der Richtlinien. Im Anschluss forderten auch das EU-Parlament und der Rat der Umweltminister die Kommission auf, die Richtlinien nicht zu Ă€ndern, sondern besser umzusetzen und zu finanzieren. Die Bundesregierung setzte sich ebenfalls dafĂŒr ein, insbesondere Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Mit ihrer Entscheidung sendet die EU-Kommission damit auch ein wichtiges Signal an die UN-BiodiversitĂ€tskonferenz, die aktuell in CancĂșn/Mexiko ĂŒber den Stopp des weltweiten Artensterbens verhandelt. „Nach zwei Jahren Unsicherheit geht die EuropĂ€ische Union nun wieder mit ihrer erstklassigen Gesetzgebung voran“, kommentiert Konstantin Kreiser, NABU-Leiter fĂŒr Globale und EU-Naturschutzpolitik. FĂŒr den NABU hatte er die Koordination der deutschen UmweltverbĂ€nde zur Rettung der Naturschutzrichtlinien ĂŒbernommen.

„Nun muss die Umsetzung der beiden Richtlinien endlich wieder im Vordergrund stehen. Wir erwarten von der Kommission Anfang 2017 hierzu konkrete VorschlĂ€ge. Der Fokus muss dabei auf einem konsequenteren Vollzug vor Ort sowie einer besseren finanziellen Honorierung der Naturschutzleistungen von Landnutzern liegen. Hierzu ist ein Umbau der Gemeinsamen Agrarpolitik entscheidend“, so Kreiser.

Bei einer Aufweichung der Richtlinien hĂ€tten bislang streng geschĂŒtzte Tierarten wie der Wolf oder auch viele Zugvögel zum Abschuss frei gegeben werden können. Natura 2000, das weltgrĂ¶ĂŸte Netzwerk an Schutzgebieten stĂŒnde zur Debatte. Die unvermeidlichen jahrelangen Verhandlungen hĂ€tten zudem sofort das Engagement vieler Regierungen bei der Verfolgung von Umweltdelikten reduziert, wie zum Beispiel dem Abholzen von UrwĂ€ldern in Polen, der Jagd auf Singvögel in Zypern oder dem UmpflĂŒgen von artenreichen Wiesen in Deutschland.
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NABU: Neu entdeckt und schon gefÀhrdet
Globale Rote Liste gefÀhrdeter Vogelarten

Wildvogelhandel bringt Graupapagei an den Rand des Aussterbens


Auf unserer Erde gibt es ĂŒber 700 Vogelarten mehr als zuvor gedacht, doch 20 Prozent dieser neu entdeckten Vogelarten sind bereits weltweit vom Aussterben bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt die NABU-Dachorganisation BirdLife International, die am Mittwochabend bei der dreizehnten Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention ĂŒber die Biologische Vielfalt (CBD) in CancĂșn/Mexiko die jĂ€hrliche Aktualisierung der Roten Liste nach den Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN vorgestellt hat. Auch fĂŒr viele beliebte KĂ€figvögel birgt die neue Liste schlechte Nachrichten: Arten wie der Afrikanische Graupapagei, der wegen seines Sprachtalents auch bei deutschen Haltern ein sehr beliebte Vogel ist, werden durch den Vogelfang fĂŒr die KĂ€fighaltung an den Rand des Aussterbens gebracht.

ZunĂ€chst die gute Nachricht fĂŒr alle Vogelbeobachter, die sich ĂŒber lange Listen gesehener Arten freuen: Nach der aktuellen globalen Roten Liste werden 742 Vogelarten neu anerkannt. Damit gibt es nun weltweit 11.121 Vogelarten. Grund dafĂŒr sind jedoch keine sensationellen Neuentdeckungen versteckt lebender Arten, sondern vielmehr eine von BirdLife International nach einer einheitlichen Methode durchgefĂŒhrte ÜberprĂŒfung der Arteinteilungen, die in vielen FĂ€llen zu einer Aufteilung einer bekannten Art in mehrere neue Arten fĂŒhrte.

20 Prozent dieser erstmals beurteilten neuen Arten mussten sofort auf die Liste der global vom Aussterben bedrohten Arten bzw. auf die Vorwarnliste der bedrohten Arten gesetzt werden. „Sie werden damit zu neuen prioritĂ€ren Zielarten internationaler Naturschutzmaßnahmen. Bisher flogen sie sozusagen unter dem Radar von ArtenschĂŒtzern und hĂ€tten leicht verloren gehen können, bevor ihre Einzigartigkeit erkannt worden wĂ€re“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Genau dieses Schicksal hatte den erst jetzt als eigene Art anerkannten San-CristĂłbal-Rubintyrann ereilt, der damit posthum den zweifelhaften Ruf der ersten ausgestorbenen endemischen Vogelart des Galapagos-Archipels erwirbt. Die Aufteilung des auf den Kanaren heimischen Teydefinken, eines blau gefĂ€rbten verwandten unseres Buchfinks, in zwei Arten, fĂŒhrt dazu, dass die nur auf Gran Canaria vorkommende Population von nur 250 Individuen jetzt Europas seltenste Singvogelart ist.

Insgesamt bleibt trotz der vielen neuen Arten, der Anteil als gefĂ€hrdet gelisteter Arten bei 23 Prozent, davon zehn Prozent Arten der Vorwarnliste. Unter den nicht von Änderungen der Artabgrenzung betroffenen Vogelarten mussten 19 in eine höhere GefĂ€hrdungskategorie eingeordnet werden, immerhin acht Arten konnten heruntergestuft werden.
Vor allem der Handel ist ein Problem fĂŒr Wildvögel, die weltweit zu beliebten Haustieren zĂ€hlen. So landete der Afrikanische Graupapagei erstmalig in der zweithöchsten GefĂ€hrdungskategorie, da eine Studie von BirdLife International nachweisen konnte, dass die Art in Teilen ihres Verbreitungsgebiets um mehr als 99 Prozent abgenommen hat. Eine der grĂ¶ĂŸten Bedrohungen fĂŒr diese Art sind Wildentnahmen. Daher hat der NABU die Entscheidung des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) im September begrĂŒĂŸt, dass der Graupapagei nicht mehr international gehandelt werden darf. Ab jetzt können nur noch Tiere aus Nachzuchten gekauft werden. „Besonders hoch ist der Druck des KĂ€figvogel-GeschĂ€fts in SĂŒdost-Asien, insbesondere auf der Insel Java. So mussten einige nur in Indonesien vorkommende Arten wie Reisfink, Bali-Allfarblori und Gelbwangen-Kakadu deswegen als global gefĂ€hrdet eingestuft werden”, so Lachmann.

FĂŒr einige bedrohte Vogelarten, insbesondere solche, die nur auf kleinen Inseln vorkommen, hat sich das Aussterberisiko jedoch dank intensiver Schutzmaßnahmen verringert. Azoren-Gimpel, St. Helena-Regenpfeifer und Seychellen-Brillenvogel, die zuvor kurz vor dem Aussterben standen, konnten herabgestuft werden.

Bei der vorangegangenen Aktualisierung der weltweiten Roten Liste im Jahr 2015 wurden elf deutsche Vogelarten neu als weltweit gefĂ€hrdet aufgenommen, darunter vor allem Arten der Agrarlandschaft wie Turteltaube, Kiebitz und Wiesenpieper und KĂŒstenvögel wie Austernfischer, Knutt und Pfuhlschnepfe. Alle diese Arten werden weiterhin als global gefĂ€hrdet aufgefĂŒhrt. Insgesamt stehen 22 regelmĂ€ĂŸig in Deutschland vorkommende Arten auf der Liste der weltweit vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Die Entwicklung effektiver Schutzmaßnahmen ist damit eine noch viel grĂ¶ĂŸere Herausforderung geworden. Sie bedarf neben der Arbeit von NaturschĂŒtzern auch grundsĂ€tzlicher Entscheidungen der Politik, zum Beispiel fĂŒr eine echte ökologische Wende in der Agrarpolitik.


Nach der kĂŒrzlich aktualisierten Roten Liste der Brutvögel Deutschlands sind mit 118 Arten 45 Prozent aller heimischen Brutvogelarten in ihrem deutschen Bestand bedroht.
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Ein Hauch von Orient auf dem Mundenhof
Weihnachtsbasar am 10. und 11. Dezember mit Tierkarawane

So viel Welt auf 150 Hektar findet man selten. WÀhrend die weitlÀufigen
Gehege auf dem Mundenhof an die eurasischen Steppen erinnern und
die Bewohner des Aquariums was von Indischem oder Pazifischem
Ozean blubbern, gucken muntere Äffchen aus Jawa/Indonesien auf
aufmerksame ErdmĂ€nnchen aus dem sĂŒdlichen Afrika.

Alle Jahre wieder weht im Advent aber auch ein Hauch von Orient
ĂŒber den Mundenhof. In dessen besonderem Ambiente findet am
dritten Adventswochenende (Samstag, 10., und Sonntag, 11.
Dezember) der Weihnachtsbasar statt. Rund 60 hauptsÀchlich
private Anbieter bieten in der Scheune und im KonTiKi-Innenhof
Kunsthandwerk, Schmuck, Weihnachtsdekoration, Gestricktes,
Seifen, Honig, Kerzen und mehr an. Auch fĂŒr das leibliche Wohl ist
gesorgt. Neben dem Angebot der GaststĂ€tte gibt es GlĂŒhwein,
Maroni, Waffeln, Kaffee und Kuchen.

Höhepunkt ist die Tierkarawane mit festlich geschmĂŒckten Kamelen,
Eseln, Pferden, Alpakas, Schafen und Ziegen. Die Karawane zieht
am Samstag um 17 Uhr, am Sonntag um 15 und 17 Uhr ĂŒber den
Basar. Dazu gibt es BauchtÀnzerinnen, Musiker und am Sonntag um
12.30 Uhr eine Reitformation mit Pferden und Eseln.

Erwachsene zahlen 2 Euro Eintritt, Kinder haben freien Zutritt. Der
Basar ist am Samstag, 10. Dezember, von 13 bis 18 Uhr und am
Sonntag, 11. Dezember, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Veranstaltet
wird er vom Mundenhof und der Fördergemeinschaft Mundenhof e.V.
 
 

Importiertes Palmöl landet immer hÀufiger in europÀischen Tanks
Regenwald auf Gorontalo. / Foto: B. v. Gemerden/Vogelbescherming Netherland
 
Importiertes Palmöl landet immer hÀufiger in europÀischen Tanks
Biokraftstoffe sind der falsche Weg, Klimaziele im Verkehr zu erreichen

Der NABU sieht seine grundlegende Kritik an der Verwendung von Palmöl in Biokraftstoffen durch eine neue Studie der Umweltorganisation „Transport & Environment“ bestĂ€tigt. Demzufolge landet erstmals der grĂ¶ĂŸte Anteil europĂ€ischer Palmöl-Importe im Sprit – noch vor Lebensmitteln und Kosmetik. Im vergangenen Jahr stieg die Verwendung von Palmöl in europĂ€ischem Biodiesel noch einmal um drei Prozent auf insgesamt 3,35 Millionen Tonnen an. Zudem wiesen die Autoren der Studie nach, dass Biodiesel auf Basis von Palmöl keineswegs sauber ist: Er verursacht dreimal mehr CO2-Emissionen als fossiler Diesel.

„WĂ€hrend sich viele Konsumenten zu Recht Gedanken um palmölfreie Lebensmittel machen, wird ein Großteil des Palmöls einfach in unseren Motoren verfeuert. Das ist nicht nachvollziehbar und fĂŒhrt klimapolitisch in die Sackgasse“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Gerade am Beispiel von Palmöl zeige sich, dass Biokraftstoffe der falsche Weg seien, die Klimaziele im Verkehrsbereich zu erreichen. „Die Rechnung, verbrauchsstarke Verbrennungsmotoren mit scheinbar treibhausgasneutralen Kraftstoffen betreiben zu wollen, geht nicht auf. Jedes Jahr werden gigantische FlĂ€chen an Tropenwald gerodet und fĂŒr immer zerstört, nur um billiges Palmöl zu produzieren. Dabei ist der Weg fĂŒr die Zukunft des Verkehrs doch klar: Fahrzeuge mĂŒssen deutlich effizienter werden und wir brauchen mehr E-MobilitĂ€t bei gleichzeitigem Ausbau der Erneuerbaren Energien“, so Miller. Strengere CO2-Grenzwerte seien das deutlich wirksamere Mittel zur Emissions-Reduzierung bei Pkw und Lkw als der Versuch der Automobilkonzerne, die Klima-Verantwortung auf die Mineralölindustrie abzuwĂ€lzen.

Geradezu grotesk ist es nach Ansicht des NABU, dass in vielen Tropenwaldregionen mit hohem Aufwand versucht wird, verbleibende WĂ€lder als Kohlenstoffspeicher zu schĂŒtzen, wĂ€hrend auf der anderen Seite des Waldes FlĂ€chen fĂŒr Palmöl gerodet werden. „Die Auswirkungen der verfehlten europĂ€ischen Biokraftstoff-Politik können wir jeden Tag beobachten, zum Beispiel in unseren Projektregionen in Indonesien. Die WaldflĂ€chen schrumpfen hier bedrohlich und damit auch der Lebensraum fĂŒr gefĂ€hrdete Arten und indigene Völker. Herrschte in anderen Weltregionen ein Ă€hnlicher Durst nach palmölbasiertem Diesel wie in Europa, brĂ€uchten wir eine AnbauflĂ€che in der GrĂ¶ĂŸe der verbleibenden RegenwĂ€lder Borneos, Sumatras und Malaysias“, so Tom Kirschey, Leiter des NABU-Asienprogramms.

Derzeit erarbeitet die EuropĂ€ische Kommission einen Vorschlag zur Novellierung der Richtlinie fĂŒr Erneuerbare Energien (RED), die unter anderem den zulĂ€ssigen Anteil von Biokraftstoffen regeln wird. Der geleakte Entwurf sieht derzeit eine minimale Reduktion des Biokraftstoffanteils im Verkehrsbereich von 4,9 Prozent auf 3,8 Prozent im Jahr 2030 vor. Damit wĂ€re auch kĂŒnftig eine Beimischung von problematischen Pflanzenölen wie Palmöl mit seinen negativen Auswirkungen fĂŒr Natur und Klima zulĂ€ssig. Der NABU fordert stattdessen einen phasenweisen Ausstieg aus landbasierten Biokraftstoffen bis hin zum völligen Verbot.
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