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NABU: Gewinner des Journalistenpreises "Klartext für Wölfe" ausgezeichnet
Je 3.000 Euro für die Kategorien Text, Bewegtbild, Hörfunk, Fotografie

Die Sieger des NABU-Journalistenpreises „Klartext für Wölfe“ stehen fest. Sie wurden am Donnerstagabend bei einer Festveranstaltung im Meistersaal in Berlin von NABU-Präsident Olaf Tschimpke geehrt. Prämiert mit je 3.000 Euro in vier Kategorien wurden deutschsprachige Arbeiten, die in beispielhafter Weise Fragestellungen und Lösungsansätze im Zusammenhang mit frei lebenden Wölfen in Deutschland und Europa differenziert und publikumsnah darstellen.

Der erste Platz in der Kategorie Print ging an den Leiter des Kulturressorts vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, Martin Schulte. In der von ihm initiierten und realisierten Artikelserie „Unter Wölfen“ hat Martin Schulte im vergangenen Jahr nicht nur die üblichen Interessengruppen zu Wort kommen lassen, sondern Künstlern und Wissenschaftlern die Gelegenheit gegeben, ihre Gedanken zum Wolf aufzuschreiben, darunter der Liedermacher Wolf Biermann, die Bestsellerautorin Cornelia Funke, der Cartoonist Wolf-Rüdiger Marunde. Aber auch Angstforscher, Statistiker und Tierfilmer kommen zu Wort. Herausgekommen ist ein vielschichtiges, lesenswertes und originelles Kaleidoskop aus lehrreichen Analysen, leidenschaftlichen Plädoyers und Geschichten voller Poesie und Leichtigkeit.

Der NABU-Journalistenpreis 2016 „Klartext für Wölfe“ in der Kategorie Hörfunk geht an die Journalistin Martina Bittermann für ihre Reportage „Wölfe willkommen? Der Wolf zurück in Niedersachsen“ (2015). Der Beitrag schöpft die vielfältigen und besonderen Möglichkeiten aus, die insbesondere das Medium Radio bietet und zeigt, was Radio kann. Klug eingesetzte, technisch perfekt aufgezeichnete und geschnittene „Atmos“ durchziehen die Reportage, so dass der Kopf stets das dazugehörige Bild produziert – von der Schafsherde auf der Weide oder dem grantigen Landwirt bis zu den Menschen, die den Geruch von Wolfskot beschreiben. Eingebettet in für den Hörer wunderbar verständliche, treffende Worte kommen die Menschen vor Ort zu Wort. Eine Reportage, die so unterhaltsam, so rund ist, wie ein Hörspiel.

Der Gewinner in der Kategorie Bewegbild ist der Biologe und Filmemacher Axel Gomille mit seinem 2015 gesendeten Beitrag „Wölfe im Visier“ für die ZDF-Dokumentationsreihe „planet e.“. Axel Gomille hat sich auf eine spannende Spurensuche begeben: Er zeigt Wölfe in ihrem Lebensraum und geht der Frage nach, warum es immer wieder zu Abschüssen des streng geschützten Tieres kommt. Axel Gomille lässt Wolfsforscher, Kriminalbeamte und Pferdezüchter zu Wort kommen. Entstanden ist ein beeindruckender und mitreißender Film über den Wolf und das Leben mit dem Wildtier.

Den Preis in der Kategorie Foto erhielt Jürgen Borris für sein Motiv „Wolf mit Frischling“. Jürgen Borris begleitet die Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen schon seit einiger Zeit mit der Kamera. Als er bei einer Pirschfahrt durch das Wolfsrevier sechs Wölfe entdeckte und plötzlich ein starkes Wildschwein durch die Szenerie raste, blieb er professionell ruhig und griff zur Kamera. So gelang es ihm, erstmals fotografisch zu dokumentieren, wie ein Wolf einen Frischling erbeutet. Die Bild-Qualität und die Szenerie überzeugte die Jury – ein Foto wie es nur in seltenen Fällen und mit einem Quäntchen Glück gelingt.

Die Ausschreibung des NABU-Journalisten-Preises startete am 30. April 2015, dem „Tag des Wolfes“. 15 Jahre frei lebende Wölfe in Deutschland, zehn Jahre „Willkommen Wolf!“-Projekt im NABU und fünf Jahre NABU-Wolfsbotschafter waren Anlass, den ersten NABU-Journalisten-Preis auszuschreiben – für herausragende journalistische Arbeiten zum Thema „Wolf“, die 2015 und 2016 im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurden. Hintergrund ist, dass die Frage, ob der Wolf dauerhaft bei uns überleben kann, keine Frage von Ökologie oder Biologie ist. Wölfe finden auch in unserer heutigen Kulturlandschaft genug Beute und Rückzugsgebiete. Die Zukunft der Wölfe wird in den Köpfen der Bevölkerung entschieden.

Jurymitglieder: Karsten Schwanke (ARD), Olaf Stampf (Der Spiegel), Jaane Christensen und Lars Lindemann (GEO), Horst Kläuser (WDR) und Kathrin Klinkusch (NABU).
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Life Food nominiert fĂĽr Deutschen Nachhaltigkeitspreis und fĂĽr Umweltpreis
 
Life Food nominiert fĂĽr Deutschen Nachhaltigkeitspreis und fĂĽr Umweltpreis
Grund zur Freude bei der Life Food GmbH/Taifun-Tofuprodukte: Der Tofuhersteller aus Freiburg wurde sowohl fĂĽr den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 als auch fĂĽr den Umweltpreis fĂĽr Unternehmen 2016 des Landes Baden-WĂĽrttemberg nominiert. Beide Preise wĂĽrdigen Unternehmen und Organisationen mit besonderen Leistungen in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist eine der renommiertesten Auszeichnungen dieser Art in Europa und wird unter anderem von der Bundesregierung vergeben – in diesem Jahr zum neunten Mal. Er geht an „grüne Vorreiter“, die in vorbildlicher Weise ihren wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden und nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum nutzen. Zu den Finalisten in fünf Kategorien gehören DAX-Unternehmen genauso wie Familienbetriebe. Die Preisverleihung findet am 25. November beim Deutschen Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf statt.

Eine hochkarätige Expertenjury hatte Life Food aus insgesamt über 800 Bewerbern in die Top 5 der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste KMU“ gewählt. „Ökologisches Handeln ist für uns schon immer selbstverständlich“, sagt Elisabeth Huber, Geschäftsführerin des Biopioniers. Dazu gehöre auch der Bezug von Rohwaren aus regionaler Erzeugung. „Wir wollen unsere gesamte Wertschöpfungskette so ressourcenschonend und umweltfreundlich gestalten, wie möglich.“ Dabei leistet Life Food mit seinen Tofuprodukten der Marken Taifun und Tukan einen wichtigen Beitrag für eine ausgewogene Ernährungsweise. Punkten kann das Unternehmen auch auf anderer Ebene: Es ist zu 100 Prozent Eigentum der heck-unternehmensstiftung, das sich die Förderung einer pflanzlichen Eiweißversorgung und einer nachhaltigen Wirtschaftsweise auf die Fahne geschrieben hat.

Auf der Landesebene großes Ansehen genießt der vom Umweltministerium Baden-Württemberg ausgelobte Umweltpreis für Unternehmen, für den der Freiburger Lebensmittelhersteller ebenfalls in der engen Auswahl steht. Er zeichnet Firmen aus, die unter den Gesichtspunkten des Umwelt- und Klimaschutzes, der Ressourcenschonung sowie der Energieeffizienz als wegweisend gelten. Die Life Food GmbH ist hier insbesondere in Bezug auf ihr Engagement für den heimischen und ökologischen Sojaanbau beispielhaft. 90 % der verwendeten Sojabohnen stammt aus europäischem Vertragsanbau.

Der Umweltpreis wird in vier Kategorien vergeben, das Preisgeld muss in betriebliche Umweltschutzmaßnahmen investiert werden. Für den baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller, der die Preise am 17. November in Stuttgart an die Sieger verleiht, ist der Umweltpreis ein „Ansporn, in den Betrieben neue Wege beim umweltschonenden und nachhaltigen Wirtschaften zu gehen.“ Der Umweltpreis für Unternehmen wird im zweijährlichen Turnus vergeben, dieses Jahr zum 17. Mal.
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Ă–KO-TEST SPEZIAL - Energie
Das aktuelle ÖKO-TEST SPEZIAL – Energie ist seit dem 6. Oktober 2016 im Handel
 
Ă–KO-TEST SPEZIAL - Energie
Die Energiewende bauen: Immer wieder wird der Sinn der Wärmedämmung von Häusern bezweifelt. Dabei wäre mit ein wenig gesundem Menschenverstand die Debatte schnell beendet. Schließlich geht niemand bei zehn Grad minus ohne Pullover, Jacke, Mütze und Handschuhe vor die Tür. Warum sollte man es bei einem Haus nicht genauso machen? Das ist schon deshalb nötig, weil ohne deutliche Fortschritte bei der Sanierung alter Häuser die Energiewende scheitern wird. Denn der Heizenergieverbrauch der Privathaushalte ist viel höher als ihr Stromverbrauch. Aber lohnt sich das Ganze auch oder zahlen Hausbesitzer und Mieter am Ende drauf? Tatsächlich ist Wärmedämmung nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel. Selbstverständlich nur, wenn die Energiepreise nicht auf Dauer so niedrig bleiben wie aktuell. Es ist also an der Zeit, dass wir zum Motor der Energiewende werden. Wie, das erfahren Sie in dem neuen ÖKO-TEST Spezial – Energie.

Aus dem Inhalt

• Energieeffiziente Hauskonzepte: Gebäude sollen immer weniger Energie verbrauchen und ihre Umweltbelastung reduzieren. Erreichen wollen Architekten und Baufamilien das mit ganz unterschiedlichen Konzepten. ÖKO-TEST stellt die drei wichtigsten Modelle vor: Passivhaus, Sonnenhaus und das Aktivplus-Haus.

• Gesetze und Verordnungen: Einfach bauen oder sanieren ist nicht. Schon gar nicht, wenn es ums Energiesparen und den Einsatz klimaschonender erneuerbarer Energien geht. ÖKO-TEST schildert, welche Standards vorgeschrieben sind.

• TEST Öko-Stromtarife: Das „Interesse an Öko-Strom erlahmt“ verkündete im Sommer die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Wirklich? Und wenn ja, woran liegt das? Vielleicht auch daran, dass völlig unklar ist, wie sich Öko-Strom überhaupt definiert. ÖKO-TEST hat geprüft, wie grün die Tarife tatsächlich sind.

• Nano-BHKW: Die Abkürzung BHKW für Blockheizkraftwerk kennen viele. Früher lohnte sich die Technik nur für größere Gebäude. Doch seit ein paar Jahren funktioniert die gleichzeitige Produktion von Wärme und Strom auch im Ein- oder Zweifamilienhaus.

• Dachausbau: Im Dachgeschoss schlummert eine oft ungeahnte Wohnreserve. Der Ausbau verbraucht kein Bauland, dockt an die vorhandene Haustechnik an und bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Doch einfach loslegen geht nicht. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

• Solarthermische Systeme: Zwar gelten solarthermische Anlagen als Klassiker unter den erneuerbaren Heizsystemen. Doch ihr Absatz schwächelt. Dabei sprechen gute Argumente für die direkte Nutzung der Sonnenwärme.

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Bestnote fĂĽr EWS Ă–kostrom
Schönau, den10. Oktober 2016: Der neue Test von Ökostromtarifen in „Ökotest
Spezial Umwelt und Energie 2016“ hat der EWS wieder die Bestnote ausgestellt.


Wie schon im Jahr 2015 und in den Jahren davor erhielt die EWS beim Test der
Ökostromtarife von Ökotest im Oktober 2016 das Gesamturteil „Sehr gut“.
Für die Beurteilung fordert Ökotest u.a. die Einhaltung von ökologischen Mindestkriterien:
„Damit das Produkt wirklich einen ökologischen Mehrwert hat, muss ein Drittel
des verkauften Stroms aus Neuanlagen stammen oder ein Teil des Strompreises muss
in den Ausbau regenerativer Stromerzeugung investiert werden“. Das Produkt der
EWS ĂĽbersteigt diese Mindestkriterien bei weitem. Sie garantiert ihren Kunden 70 %
Strom aus Neuanlagen und mit dem im Strompreis enthaltenen Sonnencent unterstĂĽtzt
sie den Ausbau neuer Ökostromanlagen bei ihren Kunden. Dies lässt sie jährlich
ebenso von einem unabhängigen und fachkundigen Gutachter überprüfen und zertifizieren
wie die Unabhängigkeit des EWS Stroms von Atom- und Kohlestromproduzenten.
Auch der Preis spielt bei der Beurteilung eine Rolle. Der Preis des EWS
Ökostroms übersteigt in vielen Fällen nicht den Preis für konventionellen Strom aus
Atom und Kohle. Entgegen dem allgemeinen Trend am Markt steigt die EWS Kundenzahl
kontinuierlich an.
 
 

Unser
Quelle: BUND SĂĽdlicher Oberrhein
 
Unser "badisches Nashorn" ist der Wolf!
"Der langsam zurĂĽckkehrende Wolf war in Deutschland lange ausgestorben" steht immer wieder in den Medien.
"Ausgestorben" ist ein seltsam beschönigendes Neusprech-Wort. Es klingt nach "still von uns gegangen". Bekämpft, verfolgt, ausgerottet, ausgemerzt..., diese Begriffe beschreiben den Umstand des "Aussterbens" ein wenig treffender.

Jetzt kommt der Wolf langsam zurĂĽck und wie wird er empfangen?
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Ăśber 2.000 Stromspar-Checks in Freiburg seit 2008
Jeder Haushalte konnte durchschnittlich 139 Euro im Jahr fĂĽr Energie und Wasser einsparen

Freiburger Kühlschrank-Austauschprogramm bundesweit vorbildlich - rund 560 Geräte wurden bislang ausgewechselt

Genau 2.093 Stromspar-Checks in Freiburg – eine stolze
Bilanz fĂĽr die Stromsparhelfer des Caritasverbands FreiburgStadt,
der gemeinnĂĽtzigen Freiburger Qualifizierungs- und
Beschäftigungsgesellschaft f.q.b. und der Stadt Freiburg.
Stromsparhelfer kommen seit 2008 in Haushalte mit geringem
Einkommen und helfen anhand eines Stromspar-Checks die
Ausgaben fĂĽr Strom und Wasser zu reduzieren. Die Stadt
Freiburg unterstĂĽtzt den Stromspar-Check mit 50.000 Euro pro
Jahr. „Bei diesem Projekt profitieren viele: Haushalte, in dem
sie bares Geld sparen, das Klima mit deutlichen CO2-
Einsparungen und die Stadt Freiburg insgesamt, da wir
unseren ambitionierten Klimaschutzzielen ein weiteres StĂĽck
näher kommen“, so Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik bei
der Vorstellung der aktuellen Zahlen der Stromspar-CheckKampagne.

Die Rechnung geht auf: Bis zu 25 Prozent der Energiekosten
können in den teilnehmenden Haushalte einspart werden. Wer
unnötigen Stromverbrauch vermeidet, spart also Geld und
trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Insgesamt haben die bislang
besuchten 2.093 Freiburger Haushalte im Durchschnitt 125
Tonnen CO2 im Jahr eingespart - ein stattlicher KlimaschutzErfolg
vor Ort, erreicht in den vielen teilnehmenden
Haushalten.
 
 

 
NABU zieht Bilanz zur CITES-Konferenz
Besserer Schutz für Haie, Rochen, Schuppentiere und Perlboote - Verlierer sind Löwen und Elefanten

Insgesamt bewertet der NABU die Ergebnisse der am heutigen Dienstag in Johannesburg zu Ende gegangenen 17. CITES-Konferenz positiv, für den Löwen und Afrikanischen Elefanten hätte sich der NABU jedoch noch strengere Handelsbeschränkungen gewünscht. Viele Arten wie der kaukasische Steinbock, die Pangoline, der Berberaffe, der Graupapagei, verschiedene Chamäleon-und Gecko-Arten sowie Seiden-, Fuchshai, Mobularochen und Perlboote können sich ab jetzt über einen besseren Schutzstatus freuen. Auch der Wanderfalke darf, genauso wie das Horn des Rhinozeros, künftig nicht gehandelt werden. Aber es gibt auch Verlierer in Johannesburg: Die vom NABU erhoffte Hochstufung für Löwen auf Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) ist genauso ausgeblieben wie der höchste Schutzstatus für die Afrikanischen Elefanten.

Pangoline, auch Schuppen- oder Tannenzapfentiere genannt, sind die am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt. Um die vier asiatischen und die vier afrikanischen Arten steht es schlecht – ihre Schuppen und ihr Fleisch werden in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Mit der Anhang-I-Listung haben die Delegierten der CITES-Konferenz jetzt einen internationalen Handelstopp für diese scheuen Tiere verhängt. Auch der Graupapagei kann sich über eine bessere Zukunft freuen: Der wegen seines Sprachtalents auch bei deutschen Haltern sehr beliebte Vogel darf nicht mehr international gehandelt werden. „Eine der größten Bedrohungen für diese Art waren die Wildentnahmen. Diese Vögel sind extrem sensibel, bis zu 60 Prozent sterben, noch bevor sie die Reise in ferne Länder antreten. Damit ist Schluss. Ab jetzt können Graupapagei-Liebhaber nur noch Tiere aus Nachzuchten kaufen“, so Heike Finke, NABU-Präsidiumsmitglied und Expertin für internationalen Artenschutz im NABU in Johannesburg.

Anlass zur Freude gab auch das weiterhin bestehende internationale Handelsverbot des Wanderfalken. Kanada hatte einen Antrag gestellt, den Wanderfalken, der 1971 der erste vom NABU ausgerufene „Vogel des Jahres“ war, von Anhang I auf Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens herabzustufen. Der NABU hatte diese Entwicklung mit Sorge beobachtet, denn die illegalen Entnahmen aus Nestern und der internationale Schmuggel mit Eiern und Jungtieren ist nach wie vor ein Problem. Mit ihrem „Nein“ zu diesem Antrag haben die Delegierten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens ein klares Zeichen gesetzt. Wie auch beim Handel mit Rhinozeros-Horn. Swasiland hatte den Antrag gestellt, den Handel mit Lagerbeständen und Horn aus Enthornung wiederaufnehmen zu dürfen und hat eine deutliche Absage bekommen. „Wir sind sehr glücklich über diese Entscheidung. Wäre der Handel wieder erlaubt worden, hätte das die Nashorn-Wilderei nur noch weiter befeuert, was der Todesstoß für die so bedrohten Nashörner hätte sein können“, so Finke weiter. Weltweit gibt es nur noch knapp 30.000 Tiere.

Mehr Schutz gibt es künftig auch für den Seidenhai, die Fuchshaie und die Teufelsrochen – sie alle sind auf der Konferenz auf Anhang-II von CITES geschwommen. Ab jetzt wird es strenge Handelskontrollen für diese Fische geben. Schon auf der letzten Konferenz in Bangkok 2013 haben sich die Mitglieder der CITES-Konferenz für fünf Hai- und eine Rochenart stark gemacht. „Es sieht beinahe so aus, als würde sich hier die so dringend notwendige Trendwende abzeichnen. Die Plünderung der Meere muss ein Ende haben – das sehen wohl mittlerweile auch immer mehr Delegierte des Washingtoner Artenschutzübereinkommens so. Das stimmt uns sehr zuversichtlich “, so Claudia Praxmayer, internationale Artenschutzexpertin im NABU.

Doch es gibt nicht nur Gewinner in Johannesburg. Den Afrikanischen Löwen und den Afrikanischen Elefanten wurde eine Anhang-I -Listung unter CITES verwehrt. Bei den Löwen hat sich die Konferenz zu einem Kompromiss durchgerungen. Satt eines vollständigen Handelsverbotes wurde nur der kommerzielle Handel mit Löwenknochen, die von freilebenden Tieren stammen, verboten. Für gezüchtete Löwen muss Südafrika dafür nur eine Exportquote festlegen. Woher die Knochen stammen? Aus sogenannten „Captive Breeding Farms“, die Löwen oft nur zum Zweck des „canned huntings“ (Gatterjagd) züchten.

Die Ergebnisse bei den Verhandlungen zu den Elefanten hätten deutlicher ausgehen können. Zwar wurde der Antrag von Namibia und Zimbabwe, wieder mit Elfenbein handeln zu dürfen, abgeschmettert, aber die Hochlistung aller Elefantenpopulationen Afrikas auf Anhang I scheiterte. Leider hat hier die EU eine unrühmliche Rolle gespielt und den Antrag der afrikanischen Länder nicht unterstützt. „Es wäre so wichtig gewesen mit der höchsten Schutzkategorie für alle afrikanischen Elefanten ein starkes Signal in die Welt und vor allem an die Wilderer, Schmuggler und Käufer da draußen zu schicken. Vor allem, nachdem der neueste Zensus enthüllt hat, wie schlecht es tatsächlich um die grauen Riesen steht. Nur noch 350.000 Elefanten ziehen durch Afrika und damit deutlich weniger, als bisher angenommen wurde“, so Finke. Ein kleiner Trost bleibt: Die CITES-Konferenz hat aufgerufen, alle nationalen Elfenbeinmärkte zu schließen.
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NABU: Amselsterben breitet sich aus
Über 600 Verdachtsfälle in knapp zwei Wochen - NABU ruft Bevölkerung weiter zur Mithilfe auf


In Deutschland gibt es nach 2011 und 2012 wieder ein Vogelsterben, das durch das von Stechmücken übertragene tropische Usutu-Virus ausgelöst wird. Zahlreiche Meldungen toter Vögel und Ergebnisse von Virenforschern bestätigen eine Ausweitung des Ausbruchsgebiets. Vor allem Amseln sind betroffen. Vor zwei Wochen hatte der NABU die Bevölkerung erneut um Mithilfe gebeten, erkrankte oder verendete Vögel über ein Online-Formular zu melden (www.nabu.de/usutu-melden ) oder Proben toter Tiere zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg zu senden. Seit dem 23. September wurden dem NABU 611 Usutu-Verdachtsfälle aus Deutschland gemeldet – eine bemerkenswert große Zahl im Vergleich zu etwa 400 Meldungen im Herbst 2011 bzw. 1040 Meldungen im gesamten Ausbruchsjahr 2012.

„Die größte Anzahl von Meldungen kranker und toter Amseln stammt diesmal aus Nordrhein-Westfalen, insbesondere vom Niederrhein und aus dem Raum Aachen. Zahlreiche Meldungen gingen auch aus dem bekannten Ausbruchsgebiet der Jahre 2011 und 2012 ein, nämlich aus der Region entlang des Rheins von Freiburg bis Köln. Hinzu kommen Meldungen besonders aus dem Raum Leipzig und aus Berlin sowie aus dem Norden Niedersachsens und aus Schleswig-Holstein“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Ein klareres Bild der tatsächlichen Verbreitung des Usutu-Virus werde sich ergeben, sobald die aktuell eingegangenen Meldungen überprüft wurden, ob es sich um am Usutu-Virus oder aus anderen Gründen erkrankte oder verstorbene Vögel handelt. „Häufig werden z.B. auffällige Gefiederveränderungen, wie kahle Federstellen am Kopf lebender Amseln als Usutu-Fälle gemeldet. Nach derzeitigem Wissen steht dieses Phänomen jedoch nicht im Zusammenhang mit Usutu-Erkrankungen“, so Lachmann weiter.

Über 20 verstorbene Amseln wurden bisher dem Aufruf des NABU folgend an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg zur Untersuchung geschickt. Insgesamt konnten das BNI und andere Labore bereits in mindestens 21 Fällen den Verdacht auf einen Usutu-Befall bestätigen. Es handelte sich neben 15 Amseln auch um sechs in Gefangenschaft gehaltene Bartkäuze. Offensichtlich bestätigt sich die Beobachtung aus den Ausbruchsjahren 2011 und 2012, dass neben Amseln besonders Eulen von Usutu-Erkrankungen betroffen sind. Alle bestätigten Fälle stammen wie die meisten Meldungen aus Nordrhein-Westfalen, aus dem früheren Ausbruchsgebiet entlang des Rheins oder aus dem Raum Leipzig. Auch für den Osten der Niederlande und den Süden Belgiens, direkt angrenzend an die bisherigen Brennpunkte in Nordrhein-Westfalen, häuften sich in den vergangenen Wochen Meldungen und Nachweise am Usutu-Virus verstorbener Amseln.

„Das vermehrte Auftreten von Usutu-Infektionen wurde in diesem Jahr sicherlich durch den Witterungsverlauf begünstigt. Auf einen milden Winter folgten ein feuchter Frühsommer und ein trockener und warmer Spätsommer – ideale Bedingungen für Stechmücken“, so Lachmann. Die derzeitigen Ausbruchsgebiete entsprächen weitgehend den Gebieten mit den höchsten spätsommerlichen Tagestemperaturen in Deutschland. Das 2010 erstmals in Stechmücken in Deutschland festgestellte tropische Usutu-Virus, löste 2011 und 2012 in Deutschland ein Massensterben unter heimischen Vögeln, darunter vor allem Amseln, aus. Nach einigen Jahren ohne größere Ausbrüche, tritt das Virus 2016 wieder vermehrt auf. Bereits seit Ende Juli gingen Meldungen kranker und kurze Zeit später verstorbener Amseln beim NABU ein. Ab dem 23. September rief der NABU daraufhin zur Online-Meldung entsprechender Beobachtungen auf.

Befallene Vögel wirken offensichtlich krank, werden apathisch und flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als „Amselsterben“ bekannt wurde. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und können daran sterben. Das Überwiegen der Amseln lässt sich zum Teil durch deren Häufigkeit und Nähe zum Menschen erklären, was die Wahrscheinlichkeit des Auffindens toter Amseln erhöht. Aber eine besondere Empfindlichkeit dieser Art gegenüber dem Virus ist ebenfalls möglich.
Über die Auswirkungen des neuerlichen Amselsterbens auf den Bestand dieser Art im Ausbruchsgebiet kann zum derzeitigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Die beim letzten Ausbruch lokal stark dezimierten Bestände hatten sich in den vergangenen vier Jahren wieder langsam erholt. Genauere Aussagen werden aufgrund der Ergebnisse der großen vom NABU veranstalteten Gartenvogelzählungen möglich sein. Das Virus ist für Menschen ungefährlich. In ganz Europa konnten bisher erst fünf Infektionen beim Menschen festgestellt werden, meist bei Personen mit vorgeschädigtem Immunsystem.

Der Ausbruch dieses für Deutschland neuen Virus stellt eine einmalige Chance dar, die Ausbreitung und Folgen einer neuen Vogelkrankheit zu verfolgen und zu analysieren. Der NABU arbeitet daher mit Wissenschaftlern des BNI daran, die Ausbreitung des Virus und seine Auswirkungen auf unsere Vogelwelt zu dokumentieren und zu verstehen, um diese neuartige Gefährdungsursache von Vogelarten auch im Vergleich mit anderen Gefährdungsursachen beurteilen zu können. Die wichtigste Datengrundlage dazu bilden Meldungen toter und kranker Amseln aus der Bevölkerung, sowie eingeschickte Proben toter Vögel, die auf das Virus untersucht werden können.

Hintergrund
Mit Hilfe einer Internet-Meldeaktion konnte der NABU den Verlauf des Ausbruchs 2011 gut dokumentieren und auswerten. Eine Auswertung der Daten aus den großen wissenschaftlichen Mitmach-Aktionen des NABU „Stunde der Wintervögel (www.stundederwintervoegel.de) und „Stunde der Gartenvögel“ (www.stunde-der-gartenvoegel.de), konnte nachweisen, dass die Amselbestände in den damals nachweislich vom Virus betroffenen 21 Landkreisen zwischen 2011 und 2012 merklich zurückgegangen sind und somit bei einem bundesweiten Gesamtbestand von rund acht Millionen Brutpaaren möglicherweise 300.000 Amseln dem Virus zum Opfer gefallen sein könnten.
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