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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
NABU und Rewe ziehen Bilanz zum International Coastal Cleanup Day 2016
Freiwillige sammelten bei 31 Aktionen mehr als 4.300 Kilogramm MĂŒll aus FlĂŒssen, Seen und an StrĂ€nden

Ein Motorroller, verrostete Einkaufswagen, ausgediente Fischernetze, AngelschnĂŒre sowie tausende Zigarettenkippen, Verpackungsreste und Kronkorken: Mehr als 4,3 Tonnen MĂŒll sammelten mehrere hundert Freiwillige von NABU und REWE bei Aktionen rund um den International Coastal Cleanup Day am 17. September. Mit ĂŒber 590 Teilnehmern bei 31 Aktionen waren es mehr Freiwillige als je zuvor, die sich im gesamten Bundesgebiet beteiligten und von Borkum bis Greifswald, von Flensburg bis Köln FlĂŒsse, Seen und StrĂ€nde von fĂŒr die Umwelt gefĂ€hrlichen AbfĂ€llen befreiten.

„Über vier Tonnen MĂŒll sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, wie weit die VermĂŒllung unserer Natur fortgeschritten ist. Insbesondere Plastikabfall ist zu einer echten Gefahr geworden. Oft beginnt das Problem vor unserer HaustĂŒr, wenn die Reste der letzten Grillparty im Park oder der Coffee-to-go-Becher am Strand achtlos liegen gelassen werden. Daher freuen wir uns ĂŒber das große Engagement der vielen Freiwilligen. Mit ihrem Einsatz setzten sie ein deutliches Zeichen fĂŒr MĂŒllvermeidung und einen nachhaltigen Umgang mit wertvollen Ressourcen“, sagte Leif Miller, NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Von Mitte September bis Anfang Oktober wurden KĂŒstenabschnitte von Nord- und Ostsee, aber ebenso Ufer von Seen und FlĂŒssen von fĂŒr die Natur und ihre Bewohner schĂ€dlichen AbfĂ€llen befreit. Denn jedes Jahr gelangen allein von Land zehn Millionen Tonnen PlastikmĂŒll in unsere Ozeane. Millionen Seevögel, Delfine und Fische sterben an den Folgen. Sie verfangen sich in weggeworfenen Folien oder Netzen oder verwechseln SchraubverschlĂŒsse mit Nahrung und verhungern mit einem Magen voll Plastik. Das Gleiche passiert tausendfach in Seen und FlĂŒssen.

In diesem Jahr wurden die Freiwilligen des NABU und seiner Jugendorganisation NAJU erstmals von REWE unterstĂŒtzt. In Kiel, Hamburg und Köln beteiligten sich Mitarbeiter von REWE-MĂ€rkten und Verwaltungen direkt an den Sammelaktionen. „Durch die Einbindung unserer Mitarbeiter stĂ€rken wir unsere strategische Partnerschaft mit dem NABU und machen unser Engagement fĂŒr den Natur- und GewĂ€sserschutz fĂŒr Mitarbeiter und REWE-Kunden sichtbar“, so Dr. Daniela BĂŒchel, bei der REWE Group als Bereichsvorstand Handel Deutschland fĂŒr die Ressorts Personal und Nachhaltigkeit verantwortlich.

Die Aktionen des NABU zum ICC sind Bestandteil des Projektes „Meere ohne Plastik“. Neben Reinigungsaktionen und Umweltbildungsmaßnahmen entwickelt der NABU gemeinsam mit KĂŒstenkommunen und Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft Strategien zur MĂŒllvermeidung und mehr Ressourceneffizienz.
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NABU begrĂŒĂŸt, dass Schiffskraftstoffe kĂŒnftig schwefelĂ€rmer werden
NÀchster Schritt muss ein grundsÀtzliches Schwerölverbot auf See sein

Der NABU begrĂŒĂŸt die heutige Einigung des Ausschusses zum Schutz der Meeresumwelt der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) zur Absenkung des Schwefelgehalts fĂŒr Schiffskraftstoffe. Marine Kraftstoffe dĂŒrfen demnach kĂŒnftig nur noch maximal 0,5 Prozent Schwefel enthalten. Nach Ansicht der UmweltschĂŒtzer ein richtiger, wenn auch lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lliger Schritt.

„Die Seeschifffahrt hat ein massives Abgasproblem. Und das sowohl bei Kreuzfahrt- als auch Containerschiffen. Es ist richtig, den Ausstieg aus dem Schweröl jetzt einzuleiten und die Seeschifffahrt insgesamt zu mehr Umwelt- und Klimaschutz zu bewegen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Jahrzehntelang habe sich die Branche mit ihren verantwortlichen Akteuren vor dem Problem weggeduckt. Es sei jetzt das richtige Signal, dass die internationale Gemeinschaft wieder das Ruder in die Hand nehme, um die Abgase zu reduzieren.

Die Abstimmung der IMO war mit Spannung erwartet worden, da auf DrĂ€ngen von Ölindustrie, Reedern und einflussreichen Flaggenstaaten auch eine Verschiebung der Entscheidung auf das Jahr 2025 erwogen worden war. Und das obwohl zuvor eine geleakte Studie im Auftrag der IMO ermittelt hatte, dass eine Verzögerung – aufgrund der immensen Abgasbelastung – rund 200.000 weitere vorzeitige TodesfĂ€lle verursacht hĂ€tte. Schiffsabgase sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) Krebs erregend und allein in Europa pro Jahr fĂŒr mehr als 50.000 TodesfĂ€lle verantwortlich.

Auch nach der baldigen Reduzierung des Schwefelanteils ist die Gefahr, die von Schweröl ausgeht, lĂ€ngst nicht gebannt. Der Schiffskraftstoff wird noch immer rund 500mal so dreckig sein wie Lkw-Diesel. Funktionierende Abgastechnik, wie sie an Land lĂ€ngst Pflicht ist, ist auf dem Meer kaum verbreitet. „Es ist unklar, woher die Reeder das Recht nehmen, die menschliche Gesundheit, die Umwelt und das Klima so massiv und weitaus mehr als andere zu belasten“, kritisierte NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger.

So können die Reeder auch kĂŒnftig weiterhin billiges Restöl verfeuern, wenn sie es mit höherwertigen Kraftstoffen mischen oder einen SchwefelwĂ€scher, so genannte Scrubber, einsetzen. „Selbst in sensiblen Regionen wie der Arktis fahren Schiffe weiter mit Schweröl und setzen die gesamte Region einem unverantwortlichen Risiko aus. Es wird Zeit, dass das giftige Abfallprodukt Schweröl ein fĂŒr alle mal von unseren Weltmeeren verschwindet. Die volkswirtschaftlichen Kosten fĂŒr diesen nur scheinbar billigen Kraftstoff sind einfach zu hoch. Wir brauchen dringend ein weltweites Schwerölverbot – und damit auch den Anreiz, kĂŒnftig stĂ€rker auf umweltfreundlichere Antriebsarten zu setzen“, sagte Rieger.
 
 

 
800 SchĂŒler begreifen Boden
Slow-Food-Schulprojekt geht mit hervorragenden Ergebnissen und neuer Webseite in das 2. Projektjahr

Die Ressource Boden ist zentral fĂŒr die Produktion von Nahrungsmitteln und damit unser Überleben, aber kaum jemand weiß wirklich, wie es um sie steht. Das Slow-Food-Schulprojekt BODEN BEGREIFEN hat im letzten Jahr mehr als 800 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern das Thema Boden nĂ€her gebracht und ihnen die Auswirkungen ihres eigenen Lebensstils auf das Umweltmedium Boden veranschaulicht. Dazu hat das Projekt fast 460 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler direkt auf die Äcker im Umland von Berlin gebracht und darĂŒber hinaus Bodenproben aus Berlin, Potsdam und MĂŒnchen in insgesamt 15 Schulen zur Veranschaulichung genutzt.

Herausragende globale Probleme sind schwindende Fruchtbarkeit von Böden sowie ein steigender FlĂ€chenbedarf der wachsenden Weltbevölkerung. Verschiedene Bildungsangebote fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Jahrgangsstufen 4-8 thematisieren diese Herausforderungen. Zu den drei ThemenstrĂ€ngen Klima, Bodenfruchtbarkeit und Landfuß-Abdruck sind knapp 20 Bildungsangebote entstanden und erprobt worden. Als Teil des Projekts werden z.B. die Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft auf die Bodenfruchtbarkeit und der Einfluss des individuellen Bodennutzens auf die Verteilung und den Zugang zu Boden weltweit spielerisch erarbeitet und diskutiert. In AnknĂŒpfung an die Themen Klima, Hunger und WelternĂ€hrung des Rahmenlehrplans wurde das Thema Boden in den Schulunterricht integriert und die Schule direkt mit dem Lernort "Acker" verbunden.

Durch das Projekt können Stadtkinder erfahren wie Lebensmittel produziert werden und selber einen Bezug dazu herstellen, da sie lernen, wie "cool" es ist mal selbst eine Kartoffel zu ernten, zu schĂ€len, zu kochen und auf dem Acker zu verspeisen. Bei den Teilnehmern vollzieht sich dabei auch eine WahrnehmungsĂ€nderung: So kommt doch fĂŒr viele Kinder die Kartoffel geputzt und in Plastik verpackt aus dem Supermarkt, da die Weitergabe praktischen Wissens um Lebensmittel und deren Herstellung wie auch Verarbeitung oft weder zu Hause noch in der Schule stattfindet.

Der Mehrheit der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler war die Bedeutung des Bodens fĂŒr ihre ErnĂ€hrung zwar grundsĂ€tzlich bewusst, doch nur sehr wenige brachten Boden in Verbindung mit der Produktion von Futtermitteln, obwohl diese fĂŒr den grĂ¶ĂŸten FlĂ€chenverbrauch verantwortlich ist und deshalb die grĂ¶ĂŸte Klimarelevanz hat. Das Projekt setzt an diesem Punkt an, indem es die globalen Auswirkungen fleischlastiger ErnĂ€hrung und des hohen Verschwendungsanteils zum Thema macht und SchĂŒler ermutigt, gemeinsam Handlungsalternativen im Alltag und in der Schule zu erarbeiten.

Das Slow-Food-Schulprojekt "Boden Begreifen" verbindet globales Lernen mit praktischen Erfahrungen im realen Produktionskontext landwirtschaftlicher Betriebe. Am heutigen 1. November geht das Projekt in die nĂ€chste Runde mit vielen weiteren teilnehmenden SchĂŒlern, um der Generation von morgen den Boden nahe zu bringen und die Grundlage ihres und unser aller Leben zu bewahren.

Jetzt wird auch im virtuellen Raum eine Grundlage fĂŒr ein bodenstĂ€ndiges Bewusstsein geschaffen, denn seit Neuestem ist nun auch die BODEN BEGREIFEN Webseite Online. Die Internetseite www.boden-begreifen.de informiert ĂŒber das Slow-Food-Bildungsangebot zum Thema Boden auf dem Acker und in der Schule. Die Webseite liefert Hintergrundinformationen zur weltweiten GefĂ€hrdung von Böden im Kontext eines steigenden FlĂ€chenbedarfes fĂŒr die ErnĂ€hrung der wachsenden Weltbevölkerung. Außerdem werden auch die Lernorte vorgestellt und die Teilnahmebedingungen erlĂ€utert.
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NABU: Zahl des Monats
11,9 Tonnen Kohlendioxid verursacht jeder BundesbĂŒrger im Jahr

KlimaschÀdliches CO2 heizt die ErderwÀrmung weiter an

Jeder BundesbĂŒrger hat einen durchschnittlichen CO2-Fußabdruck von 11,9 Tonnen CO2 pro Jahr, wie der NABU-CO2-Rechner darstellt. Grundlage fĂŒr diesen Durchschnittswert ist eine Studie des Umweltbundesamtes, die den CO2-Fußabdruck analysiert. Mit Blick auf den voranschreitenden Klimawandel leben die Deutschen damit auf viel zu großem Fuß. Bis 2050 mĂŒsste jeder BundesbĂŒrger auf eine Zielmarke von rund einer Tonne CO2 pro Jahr kommen – und damit mehr als 90 Prozent aller persönlichen CO2-Emissionen einsparen, wenn die globalen Klimaziele erreicht werden sollen.

Den grĂ¶ĂŸten Teil der Emissionen verursacht mit rund 4,5 Tonnen der Konsum – also der Verbrauch von Waren, GĂŒtern und Dienstleistungen. Aber auch ErnĂ€hrung, MobilitĂ€tsbedĂŒrfnisse sowie Heizung und Strom gehen wesentlich zulasten des CO2-Fußabdrucks. Die Zielmarke des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015 lautet, die ErderwĂ€rmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius – besser noch auf 1,5 Grad Celsius – zu begrenzen. FĂŒr Deutschland mĂŒssen dazu die CO2-Emissionen um mindestens 95 Prozent bis zum Jahr 2050 sinken. Das geht nur, wenn Deutschland ganz auf fossile EnergietrĂ€ger verzichtet, der Energie- und Ressourcenverbrauch insgesamt deutlich reduziert und Treibhausgassenken wie Moore und WĂ€lder nachhaltig geschĂ€tzt werden.

Vom 7. bis zum 18. November findet im marokkanischen Marrakesch die 22. Weltklimakonferenz statt. Hier sollen die Ziele des Pariser Klimaabkommens in konkreten Maßnahmen mĂŒnden. Der NABU nimmt als Beobachter an der Konferenz teil und bloggt live von der Veranstaltung.
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AlljÀhrliche BaumfÀllaktion beginnt
Kranke und geschĂ€digte BĂ€ume mĂŒssen gefĂ€llt werden

Rund 50.000 BĂ€ume werden regelmĂ€ĂŸig kontrolliert

In KĂŒrze beginnt die alljĂ€hrliche BaumfĂ€llaktion. Die
Mitarbeiter des Garten- und Tiefbauamts (GuT) werden im
gesamten Stadtgebiet einzelne kranke und geschÀdigte Parkund
StraßenbĂ€ume fĂ€llen mĂŒssen.

Bei Baumkontrollen haben die Mitarbeiter des GuT in den
vergangenen Monaten die kranken und bruchgefÀhrdeten
BĂ€ume ermittelt. FĂŒr die entfernten BĂ€ume wird in der Regel
ein neuer Baum gepflanzt, um den Baumbestand in Freiburg
langfristig zu sichern.

So mĂŒssen in der Erwinstraße zwölf Scheinakazien wegen
StockfĂ€ule gefĂ€llt werden. Auch in Hochdorf mĂŒssen etwa
zehn Pyramidenpappeln entlang des Sportplatzes gefÀllt
werden, da sie nicht mehr standsicher sind.

In den Parkanlagen werden die zu dicht wachsenden Gehölze
ausgelichtet. DafĂŒr mĂŒssen einige BĂ€ume gefĂ€llt werden,
damit die verbleibenden BÀume besser wachsen können.

Alle BĂ€ume werden regelmĂ€ĂŸig kontrolliert, ob sie noch
verkehrssicher sind. In Freiburg gibt es rund 25.000
ParkbĂ€ume und ebenso viele StraßenbĂ€ume. Zwei
Baumkontrolleure untersuchen die BĂ€ume und neun GĂ€rtner
pflegen die etwa 50.000 BĂ€ume das ganze Jahr ĂŒber mit drei
Hubsteigern; sie entfernen trockene und bruchgefÀhrdete
Äste, fĂ€llen kranke und abgestorbene BĂ€ume und pflanzen
anschließend neue BĂ€ume.

Die Baumkontrolle findet in der Regel einmal jÀhrlich statt, die
Ergebnisse werden protokolliert. ZusÀtzlich gibt es im
Stadtgebiet Freiburg rund 120 Naturdenkmale, die zweimal im
Jahr kontrolliert werden. Das GuT arbeitet dabei eng mit der
Forstwissenschaftlichen FakultÀt der Albert-LudwigsUniversitÀt
und externen Gutachtern zusammen.

Nicht alle SchÀden sind an den BÀumen ersichtlich. Durch die
Kontrolle kann aber das Risiko wesentlich eingegrenzt
werden. Im Laufe der letzten Jahre konnten die Fachleute des
GuT die SchadensfÀlle auf durchschnittlich zehn pro Jahr
durch AstabbrĂŒche reduzieren. Auch bei grĂ¶ĂŸeren Gewittern
und starken Winden blieben die SchĂ€den ĂŒberschaubar.
 
 

Warenkunde Öl: Gute Fette, schlechte Fette
 
Warenkunde Öl: Gute Fette, schlechte Fette
Ein Öl fĂŒr alle FĂ€lle gibt es nicht. Manche mögen es heiß, andere verlieren in der Pfanne ihr Aroma und ihre gesunden Inhaltsstoffe. Die Wahl des Speiseöls kann entscheiden, ob ein Gericht gelingt.

Das neue Buch der Stiftung Warentest „Warenkunde Öl“ wartet mit Expertenwissen und Testergebnissen auf und erklĂ€rt, welche Rolle Herstellung, Lagerung und GĂŒteklasse spielen – abgerundet mit Rezepten von Sternekoch Markus Semmler.
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Neuer Arche-Passagier: VerstĂ€rkung fĂŒr das Rote Höhenvieh
Das Harzer Rotvieh wurde kĂŒrzlich in die Slow Food Arche des Geschmacks aufgenommen. Das internationale Projekt der Slow Food Stiftung fĂŒr BiodiversitĂ€t schĂŒtzt weltweit ĂŒber 3.500 Nutztiere, Nutzpflanzen und Lebensmittel vor dem Vergessen und Verschwinden.

Jeder Arche-Passagier ist besonders. Eine wesentliche Besonderheit des neuen Passagiers, der nun in die Arche des Geschmacks aufgenommen wurde, das Harzer Rotvieh, liegt darin, dass er einem bereits aufgenommenen Passagier VerstĂ€rkung bringt: Bereits vor einem Jahr, im Juli 2015, war das Rote Höhenvieh (RHV) als 55. Passagier in die Arche aufgenommen worden. Eine Besonderheit, denn erstmals hatten zwei Convivien - Slow Food Sauerland und Slow Food Regensburg-Oberpfalz - je einen Antrag fĂŒr den gleichen Arche-Passagier gestellt - fĂŒr den Gleichen, aber nicht fĂŒr Denselben!

Nun unterstĂŒtzt das Convivium Slow Food Harz mit dem Harzer Rotvieh Passagier Nr. 55 - quasi als weiterer Gleicher.

Aber vorab zu den speziellen Besonderheiten, das heißt den Unterschieden, die der Passagier Harzer Rotvieh im Vergleich zum Roten Höhenvieh anderer Mittelgebirge aufweist: Im Oberharz hatte sich eine enge, fast symbiotische Beziehung zwischen dem Harzer Schlag des Rotviehs und dem Bergbau entwickelt. Bergleute versorgten sich im Nebenerwerb mit Milch und Fleisch. WĂ€hrend im Unter- und Vorharz der Einsatz des Harzer Rotviehs als Zugtier in der Landwirtschaft ĂŒblich war, wurde es im Oberharz z.T. auch eingesetzt, um mit Schießpulver beladene Karren zu den Bergwerken zu ziehen.

Hingegen basiert die Gleichheit ĂŒber die einheitliche rotbraune FĂ€rbung und die mittlere GrĂ¶ĂŸe hinaus auf drei Gemeinsamkeiten: Erstens war das Rote Höhenvieh im 18. und 19. Jahrhundert das typische Rind aller (deutscher) Mittelgebirge. Zweitens die grundsĂ€tzliche Bedeutung - als klassisches Dreinutzungsrind fĂŒr Milch, Fleisch und Arbeit. Und drittens der Niedergang im 20. Jahrhunderts durch die Auswirkungen der Industrialisierung auf Ackerbau und Milchwirtschaft.

So wurde das Rote Höhenvieh zu einer gefĂ€hrdeten Rasse. Und das hat eine weitere und besondere Gemeinsamkeit bedingt: Das in seinen FĂ€higkeiten und im PhĂ€notyp Ă€hnliche Rotvieh der in den verschiedenen Mittelgebirgen entstandenen regionalen "SchlĂ€ge" wurde 1985 in der "Bundesarbeitsgemeinschaft Rotes Höhenvieh" zĂŒchterisch zusammengefasst. So sollte das Ausmaß der Inzucht begrenzt und der Rasse insgesamt ein Überleben ermöglicht werden.

Mit Erfolg, denn nun spricht vieles fĂŒr eine Renaissance dieser genĂŒgsamen und robusten Rinderrasse, zum Beispiel in arbeitsextensiver Viehhaltung in der Nebenerwerbslandwirtschaft. Die Tiere zeichnen sich durch gute Konstitution aus, sind leicht kalbend, sehr mĂŒtterlich und gelten als ideale Partner in der Mutterkuh-Haltung. So bietet die Rasse Rotes Höhenvieh auch Einsatzmöglichkeiten in extensiver Haltung im Naturschutz. Ihr Fleisch ist feinfaserig, leicht marmoriert und schmackhaft.
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Rote FruchtsÀfte: Teure Tropfen ohne SuperkrÀfte
Bis zu 12 Euro pro Liter verlangen die Anbieter fĂŒr ihre Cranberry-, Aronia- und GranatapfelsĂ€fte. Nicht alle Tropfen sind das wert. Bei einem Test von 16 roten FruchtsĂ€ften vergaben die Tester Urteile von gut bis mangelhaft. FĂŒr die ihnen nachgesagten gesundheitlichen Vorteile gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Veröffentlicht sind die Ergebnisse in der November-Ausgabe der Zeitschrift test sowie online unter www.test.de/roter-fruchtsaft.

Alle fĂŒnf CranberrysĂ€fte im Test schneiden gut ab, der beste kostet 10 Euro pro Liter. Er schmeckt und riecht aromatisch und krĂ€ftig fruchtig nach Cranberry. Auch drei AroniasĂ€fte ĂŒberzeugen in Geruch und Geschmack und haben auch dadurch ein gutes Gesamturteil verdient. Im Gegensatz dazu ist ein Aroniasaft mangelhaft, weil er verwĂ€ssert ist. Von den sechs getesteten GranatapfelsĂ€ften fallen drei negativ auf. Einer ist verdorben, hat einen vergleichsweise hohen Aluminiumgehalt und ist insgesamt nur mangelhaft. Ein weiterer Saft ist leicht verdorben, ein anderer erhĂ€lt Fremdaroma, das nicht aus GranatĂ€pfeln stammt. Zwei GranatapfelsĂ€fte sind hingegen empfehlenswert, darunter auch ein preisgĂŒnstiger zu 3,30 Euro pro Liter.

Den roten FrĂŒchten und ihren SĂ€ften werden viele gesundheitliche Vorteile nachgesagt: Cranberrys sollen etwa gegen BlasenentzĂŒndungen helfen, Granatapfel sei gut fĂŒrs Herz und Aroniabeeren werden sogar als „Gesundheitsbeeren“ gepriesen. Wissenschaftliche Belege fĂŒr solche SuperkrĂ€fte fehlen jedoch.

Der ausfĂŒhrliche Test roter Fruchtsaft erscheint in der November-Ausgabe der Zeitschrift test (seit 27.10.2016 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/roter-fruchtsaft abrufbar.
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346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 


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