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Freitag, 17. August 2018
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Verschiedenes

 
Puppentheater, Eselboutique und hautnahe Begegnungen
Am 17. und 18. September findet das Eseltreffen auf dem Mundenhof statt

Die schwersten Esel der Welt, die Poitou-Esel, kann man auf dem
Mundenhof bestaunen. Dort findet am Samstag, 17., und Sonntag,
18. September, das jĂ€hrliche Eseltreffen statt. DafĂŒr bringen
Eselfreunde aus SĂŒddeutschland, Frankreich, Belgien und der
Schweiz verschiedene Eselrassen mit. Sie zeigen Interessierten, wie
Esel heute eingesetzt werden können. An beiden Tagen können
Besucher an den InfostÀnden Fragen zu den Eseln und ihrer
Huftechnik stellen und durch Danas Eselboutique schlendern.

Auch fĂŒr die kleinen Besucher ist etwas geboten. Am Samstag fĂŒhrt
das „Puppentheater aus der Suppengasse“ das StĂŒck „Der tapfere
Ritter mit seinem braven Esel“ auf. Ab 11 Uhr gibt es Seminare fĂŒr
Esel-Interessierte und Neulinge. Um 18 Uhr findet eine ökumenische
Abendandacht mit Tiersegnung statt. Dabei sind alle Besucher, auch
mit ihren Tieren, herzlich willkommen.

Mit „Kinder begegnen Eseln“ und anderen Aktionen startet der
Sonntag um 11 Uhr. Dabei können Kinder und Erwachsene den
Eseln hautnah begegnen. Ab 14 Uhr findet auf dem Sandplatz beim
Kontiki ein Showprogramm statt.

WĂ€hrend des gesamten Eselfestes werden weder Eselreiten noch
Kutschfahrten angeboten.

 
 

 
FĂŒnf Jahre Bundesfreiwilligendienst - NABU zieht positive Bilanz
Freiwilligendienst ist Erfolgsmodell / Platzangebot im ökologischen Bereich ausbaufÀhig

Der NABU hat mit Blick auf fĂŒnf Jahre Bundesfreiwilligendienst (BFD) eine positive Bilanz gezogen, sieht aber auch noch deutlichen Ausbaubedarf bei EinsatzplĂ€tzen im Umwelt-, Natur- und Tierschutzbereich sowie in der Umweltbildung. „Der Bundesfreiwilligendienst im ökologischen Bereich ist ein Erfolgsmodell. Mittlerweile sind die Freiwilligendienstleistenden vielerorts eine große UnterstĂŒtzung und Hilfe fĂŒr unsere rund 37.000 ehrenamtlichen NABU-Naturschutzmacher. Sie sind zu Kristallisationspunkten fĂŒr weiteres bĂŒrgerschaftliches Engagement geworden“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke anlĂ€sslich der heutigen Veranstaltung „5 Jahre BFD im NABU“ in Berlin, wo der NABU gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, anderer Zentralstellen und Engagement-Bereiche sowie Einsatzstellenverantwortlichen und Freiwilligen eine Bilanz zog.

Mit der EinfĂŒhrung des Bundesfreiwilligendienstes 2011 begann auch das Engagement des NABU als BFD-Zentralstelle. Gemeinsam mit 20 weiteren von VerbĂ€nden getragenen Zentralstellen organisieren die NaturschĂŒtzer seither den Einsatz der Bundesfreiwilligen. Der Schwerpunkt des NABU liegt dabei naturgemĂ€ĂŸ im Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie in der Umweltbildung. In Zusammenarbeit mit den NABU-LandesverbĂ€nden Hessen und Nordrhein-Westfalen, der Schutzstation Wattenmeer, dem Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV) und den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners werden seither jĂ€hrlich rund 550 Freiwillige betreut und in Seminaren weitergebildet. Eingesetzt sind sie deutschlandweit in etwa 320 Einsatzstellen.

Anders als beim Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) gibt es beim Bundesfreiwilligendienst keine Altersgrenze, so dass auch BerufstĂ€tige, die sich neu orientieren wollen, oder Senioren sinnvolle Möglichkeiten fĂŒr ein Engagement finden können. Viele Freiwillige aller Altersklassen entscheiden sich dafĂŒr, den Dienst im so genannten grĂŒnen Bereich zu leisten und helfen somit vor Ort in NABU-Einrichtungen, Naturparks, Tierheimen, WaldkindergĂ€rten, Wildtierpflegestationen und vielen anderen Bereichen mit ihrem Engagement.

Neben der Bilanz richteten die Teilnehmer der Veranstaltung den Blick in die Zukunft. So wurden ebenso Ideen fĂŒr die Weiterentwicklung der pĂ€dagogischen Begleitung diskutiert sowie darĂŒber, wie Freiwillige nach dem Dienst noch besser an das Ehrenamt gebunden werden und der Freiwilligendienst als Instrument der Verbandsentwicklung noch mehr Freiwillige und Einsatzstellen unterstĂŒtzen kann.

Vor diesem Hintergrund wurde vielfach der Wunsch nach mehr Stellen im ökologischen Bereich laut. „Maximal fĂŒnf Prozent der jĂ€hrlich zu besetzenden 40.000 BFD-PlĂ€tze stehen dem Umwelt-, Natur- und Tierschutz zur VerfĂŒgung“, so Tschimpke weiter und forderte von der Bundesregierung mehr Engagement beim Ausbau der PlĂ€tze im grĂŒnen Bereich: „Das muss mehr werden. Die Sicherung der natĂŒrlichen Grundlagen darf nicht hinter Sozialem und Wohlfahrt zurĂŒckstehen.“

Abschließend betonte der NABU-PrĂ€sident, den Freiwilligendienst nicht als Ersatz fĂŒr das Ehrenamt zu sehen: „Beim NABU, wie auch bei vielen anderen VerbĂ€nden und Vereinen sind die ehrenamtlich Aktiven das HerzstĂŒck. Bei aller Begeisterung fĂŒr die Freiwilligendienste darf die Politik die Förderung des normalen Ehrenamts nicht vergessen. FĂŒr die in Deutschland eingetragenen 600.000 Vereine brauchen wir schließlich ehrenamtliche VorstĂ€nde. Freiwilligendienstler helfen da nicht weiter.“
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Dialog statt Konflikt
„Forum Energiedialog“ des Landes unterstĂŒtzt Kommunen bei der Umsetzung der Energiewende


Umweltminister Franz Untersteller: „Die Energiewende ist ein viel diskutiertes und oft auch umstrittenes Vorhaben. Das „Forum Energiedialog“ moderiert und schlichtet in Konfliktsituationen vor Ort.“

GemeindetagsprĂ€sident Roger Kehle: „Bei der Umsetzung der Energiewende dĂŒrfen wir den BĂŒrgern kein X fĂŒr ein U vormachen. Das „Forum Energiedialog“ kann dabei helfen, den BĂŒrgern transparent und objektiv den Nutzen, aber auch die BeeintrĂ€chtigungen aufzuzeigen, die bei Energiewendeprojekten entstehen.“


1.101 Kommunen gibt es in Baden-WĂŒrttemberg. Die Frage, ob und wie Energieprojekte auf ihrer jeweiligen Gemarkung umgesetzt werden können, betrifft jede einzelne von ihnen. Um sie bei dieser Aufgabe zu unterstĂŒtzen, hat das Umweltministerium das „Forum Energiedialog“ initiiert.

Es handelt sich dabei um ein professionelles Dienstleistungsangebot, das von der Erstellung von Informationsmaterialien ĂŒber die Organisation und Moderation von Veranstaltungen bis hin zur KlĂ€rung von Streitpunkten und Konfliktschlichtung durch Mediationsverfahren reicht.

Nach einer mehrmonatigen Pilotphase steht das „Forum Energiedialog“ kĂŒnftig allen Kommunen im Land zur VerfĂŒgung.

Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller lĂ€dt die Verantwortlichen in den Kommunen ein, das Angebot besser frĂŒher als spĂ€ter wĂ€hrend eines Diskussions- und Planungsprozesses zu nutzen: „Die Energiewende stellt kommunale Verwaltung und BĂŒrgerinnen und BĂŒrger vor große Herausforderungen, die sie oft nur schwer alleine bewĂ€ltigen können. WidersprĂŒchliche Informationen und unterschiedliche Interessen können bei der Umsetzung von Energiewendeprojekten zu Konflikten fĂŒhren und GrĂ€ben aufbrechen, die nur sehr schwer wieder zuzuschĂŒtten sind. Um das zu verhindern, gibt es das „Forum Energiedialog“. Es soll informieren, beraten, moderieren und im Bedarfsfall schlichten. Das nĂŒtzt der kommunalen Verwaltung und den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern gleichermaßen.“

GemeindetagsprĂ€sident Roger Kehle lobte die Landesinitiative: „Das „Forum Energiedialog ist eine wichtige ErgĂ€nzung zu bestehenden Beratungsangeboten des Landes und des Gemeindetages. Eine frĂŒhzeitige und umfassende Kommunikation bei der Umsetzung der Energiewende ist genauso wichtig, wie eine fundierte rechtliche und wirtschaftliche Beratung.“

GrundsĂ€tzlich befasse sich das „Forum Energiedialog“ technologieoffen mit Projekten zur Umsetzung der Energiewende, erlĂ€uterte Umweltminister Franz Untersteller heute (12.09.) in Stuttgart. In der Pilotphase habe sich allerdings gezeigt, dass in den Kommunen insbesondere beim Thema Windkraft Bedarf an einer sachorientierten Beratung und UnterstĂŒtzung bestehe.

Die Berater des Forums warteten dabei nicht nur ab, bis sie gerufen wĂŒrden, sondern gingen aktiv auf die Kommunen zu, sagte Untersteller. In den letzten Wochen und Monaten seien bereits zahlreiche Kontakte geknĂŒpft worden, die in neun Pilotkommunen auch zu konkreter UnterstĂŒtzungstĂ€tigkeit gefĂŒhrt hĂ€tten. In allen sei es um Windkraft gegangen.

„Die Windkraft steht zwar im Moment noch im Mittelpunkt der Diskussionen. Wir werden in Zukunft aber auch Stromtrassen verlegen oder Energiewendeprojekte umsetzen, die wir heute noch gar nicht kennen. Deshalb ist es wichtig, dass wir mit professionellen Kommunikationsberatern zusammenarbeiten. Aus den jetzigen Erfahrungen wird man in den StĂ€dten und Gemeinden viel fĂŒr die zukĂŒnftigen Projekte lernen“, ergĂ€nzte GemeindetagsprĂ€sident Roger Kehle.

Hinter dem Forum Energiedialog stehen die DarmstĂ€dter KommunikationsbĂŒros team ewen und genius gmbh. Vorausgegangen war Ende 2015 eine europaweite Ausschreibung. UnterstĂŒtzt werden sie von den Kompetenzzentren Energie an den RegierungsprĂ€sidien des Landes. Im Haushalt des Umweltministeriums sind bis Ende 2018 knapp 2,5 Millionen Euro fĂŒr das „Forum Energiedialog“ eingeplant.

Untersteller machte deutlich, dass sich der Erfolg des „Forum Energiedialog“ nicht an der Zahl gebauter WindrĂ€der messe. Es gehe vor allem darum, einen Prozess zu gestalten, in dem sich alle Beteiligten ernst genommen fĂŒhlten und mit ihren Fragen, Bedenken und Hoffnungen wiederfĂ€nden: „NatĂŒrlich wollen wir Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Stroms und erneuerbarer WĂ€rme, das ist kein Geheimnis. Aber der Weg zum Ziel ist uns auch wichtig. Das „Forum Energiedialog“ kĂŒmmert sich um den Weg, das ist seine Aufgabe.“
 
 

 
International Coastal Cleanup Day 2016
NABU-Freiwillige reinigen deutschlandweit Flussufer und StrÀnde / starkes gemeinsames Engagement von REWE und NABU zum GewÀsserschutz

Am 17. September treffen sich weltweit Freiwillige, um ein Zeichen fĂŒr den Meeres- und GewĂ€sserschutz zu setzen. Der International Coastal Cleanup Day (ICC), zu deutsch Internationaler KĂŒstenputztag, jĂ€hrt sich zum 31. Mal. Damit beginnen auch die deutschlandweiten Sammelaktionen des NABU, erstmals in diesem Jahr unterstĂŒtzt durch REWE. Von Mitte September bis Anfang Oktober werden KĂŒstenabschnitte an Nord- und Ostsee, aber ebenso Ufer von Seen und FlĂŒssen von gefĂ€hrlichem ZivilisationsmĂŒll befreit.

PlastikabfĂ€lle sind zu einer globalen Bedrohung geworden. Unglaubliche zehn Millionen Tonnen gelangen Jahr fĂŒr Jahr allein vom Land ins Meer, Millionen Tiere sterben einen qualvollen Tod und lĂ€ngst flutet eine Armada aus Mikroplastik die marinen Nahrungsnetze, mit problematischen Folgen auch fĂŒr den Menschen. „Der NABU steht fĂŒr praktischen Natur- und Umweltschutz. Wir sind stolz auf unsere Gruppen, die helfen, Arten und LebensrĂ€ume vor unserer HaustĂŒr zu bewahren und die Auswirkungen der VermĂŒllung zu begrenzen. Gleichzeitig mĂŒssen wir aber auch unsere Anstrengungen verstĂ€rken, dass der MĂŒll erst gar nicht in der Natur landet,“ sagt Leif Miller, NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Seit Jahren wĂ€chst die Zahl der NABU-Freiwilligen, die sich am ICC beteiligen. Dass es in diesem Jahr einen neuen Beteiligungsrekord geben wird, liegt auch daran, dass der LebensmitteleinzelhĂ€ndler REWE den NABU erstmalig bei der Aktion unterstĂŒtzt. So konnten u.a. SammelsĂ€cke, Handschuhe, MĂŒllgreifer und Informationsmaterialien an die Gruppen gegeben werden, um die freiwilligen Helfer zu unterstĂŒtzen. DarĂŒber hinaus beteiligen sich Marktmitarbeiter der REWE-Filialen und der Kölner Zentrale auch direkt an einzelnen Sammelaktionen. „Wir freuen uns, dass wir uns in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem NABU und seinen Ortsgruppen fĂŒr saubere Meere, FlĂŒsse und Seen engagieren können. Gemeinsam machen sich die Kooperationspartner stark fĂŒr ein nachhaltigeres Kaufverhalten, fĂŒr Arten- und Meeresschutz und einen umweltvertrĂ€glicheren Umgang mit natĂŒrlichen Ressourcen. Mit der UnterstĂŒtzung der AufrĂ€umaktionen beschreiten wir einen neuen Weg unserer strategischen Partnerschaft mit dem NABU“, sagt Dr. Daniela BĂŒchel, bei der REWE Group als Bereichsvorstand Handel Deutschland fĂŒr die Ressorts Personal und Nachhaltigkeit verantwortlich.

Koordinierte AufrĂ€umaktionen sind wichtiger Bestandteil des NABU-Projektes Meere ohne Plastik. Doch um im Kampf gegen die zunehmende VermĂŒllung der Natur zu bestehen, gilt es vorsorgende Maßnahmen zu entwickeln. Dazu gehören neben MĂŒllvermeidung und Ressourcenschonung auch innovative Lösungen zur Reduzierung von PlastiktĂŒten und Einwegverpackungen. Als erster großer LebensmitteleinzelhĂ€ndler verzichtet REWE seit Juli 2016 auf die PlastiktĂŒte und setzt in seinen mehr als 3000 MĂ€rkten auf wiederverwertbare Mehrwegtragetaschen und Einkaufskartons.
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NABU-Stellungnahme zur Monsanto-Übernahme durch Bayer
Milliarden-Deal zementiert Monopol der Agrarindustrie mit schĂ€dlichen Folgen fĂŒr Mensch und Natur

Zur Übernahme von Monsanto durch den Bayer-Konzern erklĂ€rt NABU-BundegeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Diese RekordĂŒbernahme sendet ein fatales Signal fĂŒr die weltweite Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen und lĂ€sst die Alarmglocken schrillen bei allen, die sich eine umweltvertrĂ€glichere, gift- und gentechnikfreie Landwirtschaft wĂŒnschen. Mit diesem Milliarden-Deal wird die industrielle Landwirtschaft mit ihren schĂ€dlichen Folgen fĂŒr Mensch und Natur weltweit zementiert - zugunsten von Agrarkonzernen, die die Preise diktieren und Milliarden mit Pestiziden umsetzen. Wer so viel Geld zahlt, wird auch alles daran setzen, dass dieses System so bleibt.“

Bayer-Monsanto beherrschen nun gemeinsam mit fast 25 Prozent den Markt fĂŒr Agrochemikalien und besetzen 30 Prozent des Marktes fĂŒr Saatgut.

„Bayer und Monsanto werden alles daransetzen, dass TTIP durchgeht, das Vorsorgeprinzip in der EU dem Innovationsprinzip weicht und Gentechnik insbesondere die neuen Technologien (Crisp/Cas) ohne besondere GVO-Regulierung aufs Feld kommen“, so Miller.

Die Gefahr dieses Monopols besteht aus NABU-Sicht auch darin, dass der Monsanto-Konzern, der auch im Bereich „Digital Farming“ fĂŒhrend ist, in Zukunft ĂŒber enorme Datenmengen zur Beschaffenheit des Bodens, zur ProduktivitĂ€t, zu DĂŒngemengen, Saatgutmischung und den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft weltweit verfĂŒgen könnte. „Das bedeutet, dass dann ein Mega-Konzern die gesamte landwirtschaftliche Produktion steuern wird. Wir können nur hoffen, dass hier die Kartellbehörden noch ein Wort mitsprechen werden.“
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Saatgut der Freiburger Douglasien ist begehrt
ZapfenplĂŒcker / Quelle: Echle
 
Saatgut der Freiburger Douglasien ist begehrt
Baumkletterer ernten auf Freiburger Wipfeln rund eine Million Douglasienzapfen im Wert von 30.000 Euro

Erntezeit in schwindelnder Höhe: Etliche ZapfenpflĂŒcker sind
in den letzten Tagen durch die Kronen der mÀchtigen
Douglasien im Freiburger Bergwald geklettert. Auf 315
BĂ€umen haben sie rund eine Million der noch grĂŒnen Zapfen
geerntet. Die Erntemenge betrÀgt 27.500 Kilo und macht etwa
80 Prozent der in Baden-WĂŒrttemberg geernteten
Douglasienzapfen aus. Durch den Verkauf an fĂŒnf
ForstsamenhÀndler konnte das Forstamt einen Erlös von rund
30.000 Euro erzielen.

Die Zapfen kommen nach der Ernte in sogenannte
Forstsamendarren oder Klengen, von denen es in
Deutschland nur acht StĂŒck gibt. Die Darre ist ein Ofen, in
dem die Zapfen aufwendig getrocknet werden. Mit Hilfe eines
großen SchĂŒttelsiebes werden die Samen dann herausgelöst
und von den FlĂŒgelchen getrennt. In KĂŒhlhĂ€usern kann das
Freiburger Saatgut bis zu 25 Jahre gelagert werden, bis es ein
KĂ€ufer bei der Klenge bestellt und schließlich in seiner
Forstbaumschule aussÀht. Aus einem Kilo Saatgut zum Preis
von bis zu 1.000 Euro lassen sich rund 35.000 SĂ€mlinge
ziehen. Übrigens: Das Land Baden-WĂŒrttemberg betreibt eine
eigene „Staatsklenge“ in Nagold, in der dieses Jahr die Ernte
des Staatswaldes in Kappel verarbeitet wurde.

Das Saatgut aus Freiburgs WĂ€ldern ist sehr begehrt. Grund ist
die nordamerikanische Herkunft der Douglasien, die sich
durch schlanken, geraden Wuchs und feine Äste
kennzeichnet. In Deutschland wird die Baumart seit etwa 125
Jahren forstlich angebaut und fĂŒhlt sich hier sehr wohl. Auch
der höchste Baum Deutschlands auf dem Illenberg ĂŒber
GĂŒnterstal ist eine Douglasie. „Waltraut vom MĂŒhlwald“ misst
stolze 67 Meter und ist mit mehr als hundert Jahren noch jung:
Ein Verwandter gleicher Art namens „Red Creek Tree“ aus
Port Renfrew bei Vancouver ist heute 74 Meter hoch und
stammt aus dem Jahr 1000 nach Christus

 
 

 
Dobrindts Bundesverkehrswegeplan
Als Beschlussgrundlage fĂŒr das Parlament ungeeignet

UmweltverbÀnde fordern grundlegende Nachbesserungen durch Bundestag und LÀnder

Die UmweltverbĂ€nde Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Germanwatch, Naturschutzbund Deutschland (NABU), der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) haben den von der Bundesregierung in den Bundestag eingebrachten Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) als katastrophal fĂŒr Deutschland bezeichnet. SĂ€mtliche Eingaben und VorschlĂ€ge der Umweltseite seien ignoriert worden, substanzielle Korrekturen hĂ€tten nicht stattgefunden. Da die zwölf im begleitenden Umweltbericht des BVWP aufgefĂŒhrten Umweltziele verfehlt werden und bei keinem der 1281 geplanten Fernstraßenprojekte Alternativen geprĂŒft wurden, bewerten die UmweltverbĂ€nde die vorliegende Fassung des BVWP als EU-rechtswidrig und fordern erhebliche Nachbesserungen in Bundestag und Bundesrat.

Ludwig Wucherpfennig, DNR-PrĂ€sidiumsmitglied: „Die Anwendung des Struck‘schen Gesetzes, wonach kein Gesetz aus dem Parlament so herauskommt, wie es eingebracht worden ist, hat beim BVWP eine entscheidende Bedeutung. Denn der Plan muss deutlich ĂŒberarbeitet werden, um ĂŒberhaupt als solide Grundlage fĂŒr eine Beratung im Bundestag dienen zu können. In der Beteiligung sind fast alle aus Umweltsicht kritischen Punkte abgebĂŒrstet worden. Das gesamte Verfahren ist damit zu einer völligen Farce verkommen.“

Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik beim BUND: „Die Straßenbauverwaltungen der LĂ€nder, die heute schon ĂŒberfordert sind, sollen nun noch 1281 neue Fernstraßen planen und zugleich massiv in die BrĂŒckenerneuerung und Engpassbeseitigung einsteigen. Es ist bereits jetzt klar, dass Neubau-Prestigeprojekte dem BrĂŒckenerhalt und der Engpassbeseitigung vorgezogen werden, denn deren Vorrang ist im Bundesverkehrswegeplan und den Ausbaugesetzen nicht gesichert. Die Priorisierungsstrategie steht nur auf dem Papier, stattdessen werden die politischen Wunschprojekte gebaut. Überdimensionierte Autobahnen und mehr als 500 ĂŒberflĂŒssige Ortsumfahrungen, die keine nennenswerte Entlastung bringen, belasten die Umwelt und die Steuerzahler. Die Umweltzerstörung durch Straßenbau ist systemimmanent, denn BundeslĂ€nder, die umweltvertrĂ€gliche und kostengĂŒnstige Alternativen ignorieren, bekommen mehr Geld aus dem Bundeshaushalt.“

Christoph Bals, Politischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Germanwatch: „Der BVWP-Entwurf fĂŒhrt das Versagen der Bundesregierung beim Klimaschutz im Verkehr fort. Der Verkehrssektor ist der große Hemmschuh fĂŒr Klimaschutz in Deutschland. Mit dem vorliegenden BVWP tut die Bundesregierung sehr viel dafĂŒr, dass das auch so bleibt. Einige gute AnsĂ€tze beim Ausbau der Schiene konterkariert der Plan durch den stark ĂŒberdimensionierten Ausbau von Fernstraßen. Wer hofft, dass Deutschland beim Klimaschutz auf einen Umbau seiner Verkehrsinfrastruktur verzichten und ganz ĂŒberwiegend auf Elektroautos und Motoreneffizienz setzen kann, verhĂ€lt sich so naiv wie das Kraftfahrtbundesamt im Abgasskandal.“

Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik beim NABU: „Der Umweltbericht des BVWP dokumentiert zwar die Eingriffe in Natur und Umwelt, nennt aber keine Beispiele, wo eine grundsĂ€tzliche Änderung eines Projekts erfolgen sollte. Damit werden alle zwölf aufgefĂŒhrten Umweltziele verletzt. 170 Natura-2000-Gebiete wĂŒrden durch den Straßenbau erheblich beeintrĂ€chtigt und 250 noch unzerschnittene GroßrĂ€ume und bundesweite Achsen zerstört. Auch die Auswirkungen auf den FlĂ€chenverbrauch widersprechen den Zielen der Bundesregierung, denn mit der Umsetzung des Plans mĂŒssten tĂ€glich drei Hektar FlĂ€chen zusĂ€tzlich verbraucht werden.“

Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Der BVWP ist fĂŒr den VerkehrstrĂ€ger Schiene bis heute noch nicht einmal zur HĂ€lfte fertiggestellt. 26 Maßnahmen sind im neuen Plan als vordringlich gekennzeichnet worden, doch fĂŒr 40 weitere Vorhaben im ‚Potentiellen Bedarf‘ gibt es trotz jahrelanger Vorbereitung noch keine Bewertung. Gerade hier befinden sich noch viele Projekte, die fĂŒr die Verkehrsverlagerung und damit fĂŒr mehr Klimaschutz dringend benötigt werden. Hierzu gehören die Engpass-Beseitigung in den Knoten, wo mindestens 5 Mrd. Euro fehlen, oder auch die KapazitĂ€tserweiterung des Netzes durch Schaffung von Korridoren fĂŒr 740 m lange GĂŒterzĂŒge. Gerade fĂŒr diese Vorhaben wie auch fĂŒr den Deutschland-Takt fehlt schon jetzt die Finanzierung in den kommenden Jahrzehnten. Denn eine Realisierung allein der bereits bewerteten und als vordringlich gekennzeichneten Projekte wird selbst beim Hochfahren der Investitionsmittel mindestens 20 Jahre benötigen. Ohne eine deutlich höhere Anpassung der Investitionen bleiben viele Vorhaben auf der Schiene auf lange Sicht WunschtrĂ€ume – und damit auch der Klimaschutz“.
 
 

 
Licht und Schatten bei Klimaschutz-VorschlĂ€gen fĂŒr Land- und Forstwirtschaft
BeirÀte des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit guten AnsÀtzen bei Konsum und Landwirtschaft, Forstwirtschaft deutlich von Lobby diktiert

Bis 2050 wollen Deutschland und die EU rund 95 Prozent ihrer Treibhausgasemissionen einsparen. Welchen Beitrag dazu die Land- und Forstwirtschaft sowie die BĂŒrger mit ihrem Lebensmittel-Konsum leisten können, stellten am heutigen Freitag zwei wissenschaftliche BeirĂ€te des Bundeslandwirtschaftsministeriums vor. Insbesondere beim Konsum tierischer Lebensmittel und in der Landwirtschaft sieht der NABU positive AnsĂ€tze im Gutachten. In der Forstwirtschaft hingegen befĂŒrchten die UmweltschĂŒtzer eine Rolle rĂŒckwĂ€rts.

„Wenn wir den Klimawandel noch stoppen wollen, brauchen wir kluge VerĂ€nderungen und ein Umdenken in allen gesellschaftlichen Bereichen. Neben einer naturvertrĂ€glichen Energiewende und dem Umbau des Verkehrssektors mĂŒssen wir uns auch fragen, was wir kĂŒnftig essen wollen, wie wir unsere Nahrungsmittel produzieren und wie wir mit unseren WĂ€ldern, begrenzten FlĂ€chen und Ressourcen umgehen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

FĂŒr das Gutachten entwickelten die wissenschaftlichen BeirĂ€te des Bundeslandwirtschaftsministeriums fĂŒr Waldpolitik sowie Agrarpolitk, ErnĂ€hrung und gesundheitlicher Verbraucherschutz zwei Einspar-Szenarien. Je nachdem wie weitreichend einzelne Maßnahmen umgesetzt werden, könnten so zwischen 65 und 135 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden – etwa so viele Emissionen wie Portugal oder Tschechien pro Jahr ausstoßen. Die grĂ¶ĂŸten Einsparpotenziale sehen die Gutachter bei der Forstwirtschaft und Holzverwendung, gefolgt von der Landwirtschaft und dem Konsum von Lebensmitteln.

Der NABU begrĂŒĂŸt, dass die Gutachter insbesondere fĂŒr die Landwirtschaft einige, nach Ansicht des NABU lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige, Maßnahmen vorschlagen. So finden sich im Empfehlungspapier etwa eine VerschĂ€rfung des DĂŒngerechts sowie eine Stickstoffabgabe. Zudem sollen Moore und das immer stĂ€rker abnehmende GrĂŒnland besser geschĂŒtzt werden, auch eine Korrektur der Biokraftstoff-Politik wird vorgeschlagen. „Diese Maßnahmen sind aus Umwelt-, Naturschutz- und Klimasicht begrĂŒĂŸenswert und dringend notwendig. Denn der Agrarbereich muss dringend klimafreundlicher und naturvertrĂ€glicher werden. Wenn Deutschland und die EU nicht gegensteuern, wĂŒrde der Agrarsektor bis zum Jahr 2050 rund ein Drittel der Treibhausgase der EU ausstoßen – und zum echten klimapolitischen Sorgenkind werden“, sagte Miller.

Wie die Gutachter sieht auch der NABU im Schutz von Mooren und einer angepassten Nutzung von organischen Böden große Potenziale fĂŒr den Klimaschutz. KostengĂŒnstig und effektiv könnten so die hohen Emissionen aus Torfböden verringert und die biologische Vielfalt gleichzeitig erhalten werden. Der NABU plĂ€diert daher fĂŒr eine zĂŒgige Umsetzung von bundesweiten Moorschutzmaßnahmen. Auch das im Gutachten genannte Ziel, den Einsatz von Torf deutlich zu reduzieren, begrĂŒĂŸt der NABU. Aus HobbygĂ€rten sollte der wertvolle Stoff möglichst bald komplett verschwinden. FĂŒr den Erwerbsgartenbau fordern die NaturschĂŒtzer eine Ausstiegstrategie, die ĂŒber einen festgelegten Zeitraum den Einsatz von Torfersatzstoffen mit steigenden Quoten festschreibt.

Ebenfalls positiv bewertet der NABU, dass die Gutachter die Reduktion des Konsums tierischer Produkte als wesentlichen Ansatzpunkt im Bereich ErnĂ€hrung sehen. Mit der Abschaffung steuerlicher VergĂŒnstigungen bringen die Gutachter auch sinnvolle finanzpolitische Maßnahmen ins Spiel. „Was im Gutachten allerdings gĂ€nzlich fehlt, ist ein Hinweis auf die Notwendigkeit, die Agrarsubventionen fĂŒr die industrielle Landwirtschaft, einschließlich der Massentierhaltung, abzuschaffen. Auch die derzeitige Strategie der deutschen Agrarindustrie – möglichst viel Fleisch und Milch zu exportieren – muss ein Ende haben. Denn langfristig schadet diese Ausrichtung nur den Landwirten, der Natur und dem Klima“, so Miller.

Weniger positiv bewertet der NABU die VorschlĂ€ge der Gutachter zur Forstwirtschaft. Zwar finden sich hier einzelne Ideen, in denen Natur- und Klimaschutz konsequent zusammen gedacht werden, beispielsweise die Funktionen des Waldbodens stĂ€rker zu schĂŒtzen und Au-, Bruch- und MoorwĂ€lder wiederzuvernĂ€ssen. Auch, dass Holz kĂŒnftig stĂ€rker wieder verwendet werden sollte, die Subventionierung von Energieholz zurĂŒckgefahren und neue Technologien entwickelt werden sollen, um Laubholz in langlebigen Produkten zu nutzen, begrĂŒĂŸt der NABU.

Doch im Wesentlichen zielen die VorschlĂ€ge darauf ab, den derzeit hohen Nadelholzanteil zu halten oder zu erhöhen. Die Gutachter empfehlen bis zu 70 Prozent Nadelhözer anzubauen, auch stĂ€rker aus nicht-heimischen Arten wie Douglasie, KĂŒstentanne und Schwarzkiefer. „Hier wird die Handschrift der Forstlobby deutlich: Nadelhölzer ermöglichen höheren Profit. Doch mit Blick auf die biologische Vielfalt wĂ€re eine solche Weichenstellung katastrophal. Die Erfolge im Waldnaturschutz der letzten Jahrzehnte wĂŒrden zunichte gemacht“, sagte der NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Er mahnte an, solche Konflikte, in denen der Klimaschutz mit anderen Zielen – etwa dem Natur- und Artenschutz – kollidiert, von vornherein zu vermeiden. „Was fĂŒr die Energiewende gilt, muss auch fĂŒr die Land- und Forstwirtschaft gelten: Klima- und Naturschutz mĂŒssen konsequent zusammen gedacht werden“, so Miller. FĂŒr den Wald etwa fordert der NABU, dass bis 2020 fĂŒnf Prozent der deutschen WĂ€lder dauerhaft ohne forstwirtschaftliche Nutzung sein sollen. Der Anteil an naturnahen und alten LaubwĂ€ldern mĂŒsse deutlich erhöht werden, um den nationalen und internationalen Verpflichten im Artenschutz nachzukommen. Mit Blick auf die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals) werden nach Ansicht des NABU kĂŒnftig noch mehr solcher Gutachten, die zu einem Thema verschiedene Bereiche zusammendenken und gegeneinander abwĂ€gen, notwendig sein – idealerweise sogar ressortĂŒbergreifend.
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