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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

Umweltpolitischer RĂŒckblick auf das Jahr 2018
 
Umweltpolitischer RĂŒckblick auf das Jahr 2018
Das Jahr 2018 war fĂŒr den BUND am Oberrhein ein Jahr mit Erfolgen und Niederlagen.
Wir leben in Zeiten, in denen Demokratie, Freiheit und Frieden in der Welt, in Europa, aber auch bei uns zunehmend gefĂ€hrdet sind. Gerade in solchen Zeiten muss sich auch die Zivilgesellschaft zu Wort melden und sich fĂŒr Demokratie, Freiheit, Frieden, Nachhaltigkeit, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit, soziale Gerechtigkeit und die Werte der AufklĂ€rung einsetzen. Der BUND am sĂŒdlichen Oberrhein ist Teil dieser wertebewahrenden Zivilgesellschaft. Naturschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit brauchen einen demokratischen Rahmen.

Es empört uns, dass Banken und MillionÀre
uns und unsere FinanzĂ€mter (bisher) ungestraft mit Cum-Ex GeschĂ€ften um 55 Milliarden Euro betrĂŒgen konnten. Dieses unglaubliche Unrecht, das erschreckend wenig Empörung ausgelöst hat, erinnert uns an die ungesĂŒhnten großen Umweltverbrechen der letzten Jahrzehnte. In der Vergangenheit konnten sich in fast allen großen Umweltprozessen (Bhopal, Seveso, Asbest, Bayer-Holzschutzgiftprozess, Contergan, Diesel-Betrug...) die großen Konzerne und die Verursacher von Leid, Tod und Krankheit mit teuren AnwĂ€lten und teilweise lĂ€cherlichen EntschĂ€digungszahlungen fast ungestraft aus der AffĂ€re ziehen. "Die Gerechtigkeit und das Recht sind wie ein Spinnennetz. Die Kleinen hĂ€lt es fest, die Großen zerreißen es einfach.", heißt ein altes lateinisches Zitat.

100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges
wurde viel von Frieden geredet und geschrieben und gleichzeitig massiv aufgerĂŒstet. Der RĂŒstungsanteil am Bruttoinlandsprodukt in Deutschland liegt zurzeit bei 1,2 Prozent – bis 2020 soll der Verteidigungsetat weiter steigen und die perfekt inszenierten PR-Kampagnen fĂŒr mehr AufrĂŒstung laufen (fast) unwidersprochen. Um das von Herrn Trump geforderte Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen, mĂŒsste Deutschland mehr als 75 Milliarden Euro (75.000.000.000) fĂŒr das MilitĂ€r ausgeben und die RĂŒstungsausgaben fast verdoppeln. Es passt in die zeitgemĂ€ĂŸen Durchsetzungsstrategien, dass Medien, Parteien und RĂŒstungslobby lieber von 2% reden, als von jĂ€hrlich 75 Milliarden Euro.

Der Sommer 2018 war extrem heiß und trocken,
ein "Jahrhundertsommer", wie wir ihn zwischenzeitlich aufgrund des Klimawandels in immer kĂŒrzeren AbstĂ€nden erleben.
Schwerpunkt der Hitze-Berichterstattung war die Forderung der LandwirtschaftsverbÀnde nach EntschÀdigung. Doch der BUND am Oberrhein erinnerte auch an die anderen Folgen der Hitze und Trockenheit. Auch wenn die Hitze und ihre Auswirkungen in Deutschland nicht ganz an das Jahr 2003 heranreichten, so starben auch im Jahr 2018, aufgrund der Hitze, Menschen (nicht nur) in Alten- und Pflegeheimen. Noch zwei, drei solcher Hitzesommer und Trockenjahre und wir werden den Schwarzwald nicht wiedererkennen. Wer heute mit offenen Augen durch den Schwarzwald fÀhrt und geht, erkennt massive, akute WaldschÀden, die stark an die Schadbilder der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern.
Der Ausstieg aus den fossilen Energien und der Wechsel zu umweltfreundlichen Energiequellen könnten die Probleme zumindest ansatzweise lösen. Doch industriegelenkte und industrienahe Klimawandelleugner, BĂŒrgerinitiativen gegen Windkraft und die Deutsche Wildtierstiftung bekĂ€mpfen mit vorgeschobenen Naturschutzargumenten ĂŒberall in Deutschland die umweltfreundlichen, zukunftsfĂ€higen Energien. Die Atomkonzerne nutzen den Klimawandel um mit der Tarnorganisation Nuclear Pride Coalition fĂŒr AKW zu werben.
Im Jahr 2018 ist das letzte mÀnnliche Nördliche Breitmaulnashorn gestorben.
Es ist gut und wichtig, dass sich Medien und Öffentlichkeit verstĂ€rkt mit Themen wie der Ausrottung der Nashörner in Afrika und Asien beschĂ€ftigen. Doch unsere "badischen Nashörner" sind Wolf, Luchs, Wildkatze und Schmetterlinge. FĂŒr sie tragen wir Verantwortung.
FĂŒnf Mal gab es in den vergangenen 540 Millionen Jahren gewaltige Artensterben, zeigen Fossilienfunde. Forscher sehen eine aktuelle, menschengemachte, sechste Welle in vollem Gange und das auch am Oberrhein. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen zur Artenvielfalt sterben bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten tĂ€glich aus. Der Mensch im AnthropozĂ€n hat auf die Artenvielfalt langfristig eine "Ă€hnlich verheerende" Wirkung wie der große Meteor-Einschlag vor 65 Millionen Jahren, der die Dinosaurier ausrottete.
Die zu bauende Arche kann kleiner ausfallen.

Vor zwei Jahren haben wir bundesweit mit als Erste begonnen,
mit Presse- und Internetarbeit und vielen kleinen Anzeigen auf das stille Insektensterben und seine Ursachen aufmerksam zu machen. Zwei Jahre spĂ€ter und zehn Jahre nach der großen Bienenvergiftung in SĂŒdbaden haben wir endlich auch erfreuliche Teilerfolge erzielt. Gegen den heftigsten Widerstand der Agrochemielobby ist es endlich gelungen, zumindest drei besonders gefĂ€hrliche Neonicotinoide zu verbieten. Der wichtige Streit um Neonics hat den kleinen BUND am Oberrhein im Jahr 2013, in einem massiven juristischen Konflikt mit dem Chemiegiganten Bayer, viel Geld gekostet. Umso mehr freuen wir uns ĂŒber den Erfolg fĂŒr die Natur. Aber noch sind manche Neonics erlaubt und der BUND muss darauf achten, dass die Folgegifte nicht Ă€hnlich problematisch sind. Wir freuen uns ĂŒber den Teilerfolg, wissen aber genau, dass das alles noch lange nicht reicht, um das regionale und globale Artensterben auch nur zu bremsen. Und mit Sorge blicken wir auf die geschickten Ablenkungsmanöver der Agrochemielobby. Wir freuen uns ĂŒber jeden blĂŒhenden Ackerrandstreifen, wissen aber auch, dass ein spritzmittelvergifteter BlĂŒhstreifen eine hĂŒbsch anzusehende Todesfalle fĂŒr Insekten ist.

Auch die "schwierigen" regionalen Themen
wie das IRP und der massive FlÀchenverbrauch waren Themen des BUND-Regionalverbandes. Gerade das Problem der zunehmenden Zersiedelung ist im Umland Freiburgs noch viel ausgeprÀgter als in der Stadt selbst. Bei vielen Themen stehen wir im Spannungsfeld zwischen dem notwendigen Schutz der Natur in Zeiten des Artensterbens und sozialer Mitverantwortung.

Der stÀndig expandierende Europapark Rust
plant eine Seilbahn ĂŒber das Naturschutzgebiet Taubergießen. Die NaturschutzverbĂ€nde und Planungsbehörden waren vom Vorstoß Herrn Macks, einer der mĂ€chtigsten und einflussreichsten Personen in SĂŒdbaden, ĂŒberrascht. Einer der genialsten SchachzĂŒge der Werbeabteilung von Herrn Mack ist es, aus dem naturgefĂ€hrdenden Projekt eine "Vision fĂŒr Europa" zu machen. Dennoch lehnen die badisch-elsĂ€ssischen UmweltverbĂ€nde dieses Projekt einhellig ab - VerbĂ€nde, die das Europa der Menschen seit Jahrzehnten praktizieren. Im Jahr 2017 besuchten mehr als 5,6 Millionen Besucher den Park und nach der Erweiterung sollen es noch einmal 800.000 mehr werden. Doch schon jetzt sind die ParkplĂ€tze hĂ€ufig ĂŒbervoll und BesucherInnen mĂŒssen nach Hause geschickt werden. Den alten Forderungen des BUND nach einer besseren Anbindung des Parks an den ÖPNV und nach einem nicht ganz so flĂ€chenfressenden, mehrgeschossigen Parkhaus ist der Europapark leider nicht nachgekommen. Jetzt rĂ€chen sich die Fehler der Vergangenheit. Eine Seilbahn zu einem neuen, flĂ€chenfressenden, ebenerdigen Parkplatz im Elsass ist kein ökologischer Fortschritt.

Bitcoin: Gier und Stromverbrauch
In diesem Jahr waren wir der erste Umweltverband, der auf den unglaublichen Energieverbrauch der Bitcoin-Gier aufmerksam gemacht hat. HĂ€lt der Trend an, könnte die KryptowĂ€hrung in wenigen Jahren so viel Energie verschlingen wie derzeit alle Solaranlagen weltweit erzeugen. Es ist unsere BUND-Aufgabe, frĂŒh auf solche Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen.

Fessenheim-Abschaltung 2020!?
Das alte Atomkraftwerk Fessenheim wird nach Angaben von Frankreichs StaatsprĂ€sident Macron im Jahr 2020 abgeschaltet. FĂŒr die Bevölkerung und den BUND am Oberrhein ist das nun die neunte AnkĂŒndigung eines Abschalttermins fĂŒr das Ă€lteste AKW Frankreichs.
Bei der vorletzten AnkĂŒndigung hatten wir "ein neues, rechtlich wasserdichtes Dekret" von Herrn Macron verlangt. Die AnkĂŒndigung des französischen PrĂ€sidenten nehmen wir zwischenzeitlich erfreut-hoffnungsfroh-illusionslos zu Kenntnis. Wir halten einen Abschalttermin 2020 fĂŒr möglich und wir hoffen, dass die beiden alten Reaktoren so lange durchhalten. Die Gefahr eines extrem schweren Unfalls ist aber erst gebannt, wenn die ReaktordruckbehĂ€lter und die extrem unsicheren Zwischenlagerbecken entleert sind. Es freut uns, dass auch andere französische Reaktoren abgeschaltet werden sollen.

WĂ€hrend wir mit Sorge nach Fessenheim, Leibstadt und Beznau schauen
beginnen perfekt organisierte, globale Kampagnen fĂŒr neue AKW. Nach Fukushima war die Atomlobby fĂŒr kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Jetzt beginnt eine massive, globale Werbekampagne fĂŒr die GefahrzeitverlĂ€ngerung der bestehenden Reaktoren und fĂŒr neue AKW. Die Atom-Propaganda wurde optimiert und die Konzerne treten nicht mehr öffentlich in Erscheinung. PR-Agenturen grĂŒnden Schein-BĂŒrgerinitiativen und rechte und neoliberale Netzwerke rĂŒhren die Werbetrommel. In der Nuclear Pride Coalition, tarnen sich Lobbyisten als Umwelt-Aktivisten und weltweit spielen Vorfeldorganisationen der Konzerne Umweltbewegung. Solche PR-Kampagnen wurden in der Vergangenheit hĂ€ufig begleitet von bezahlten Trollen, die unter wechselnden IdentitĂ€ten Hunderte von Leserbriefen schreiben und die Internetforen (nicht nur) der Medien mit Werbebotschaften fluten. Auch Wikipedia-Manipulation gehört zum AlltagsgeschĂ€ft von Werbeagenturen und Atomkonzernen.

Ein Maisfeld auf der Landesgartenschau in Lahr
löste einen Streit zwischen uns und dem Landwirtschaftsamt Ortenau aus. Auf Tafeln wurde ausgerechnet die Monokultur Mais als tolles Biotop fĂŒr bedrohte Arten dargestellt. Wir bezeichneten diese Infos als Fake-News und schrieben, dass sich im Mais wohl eher der Maiswurzelbohrer, der MaiszĂŒnsler und das Wildschwein wohlfĂŒhlen. Die Presse hat erfreulich kritisch ĂŒber diesen Konflikt berichtet.

Versalzenes Grundwasser
Neben Nitrat, Agrargiften und Altlasten ist insbesondere das Salz eines der großen Grundwasserprobleme in der Rheinebene.
Im Elsass wird gerade fĂŒr unglaublich viel Geld die marode GiftmĂŒlldeponie Stocamine – die „kleine Asse“ am Oberrhein -, saniert. Die hohen Kosten wĂ€ren den SteuerzahlerInnen erspart geblieben, wenn auf die frĂŒhe Kritik von Alsace Nature und BUND-Regionalverband gehört worden wĂ€re.

In Buggingen versalzt seit Jahrzehnten
der AbraumhĂŒgel "Kalimandscharo" das Grundwasser. Eine Anzeige unseres BUND-Regionalverbandes hatte vor vielen Jahrzehnten eine große Razzia und polizeiliche Durchsuchungsaktion bei der Kali und Salz AG ausgelöst. Vor 10 Jahren bestĂ€tigte ein Gerichtsurteil die Verantwortung der Kali und Salz AG fĂŒr dieses Problem und durchkreuzte die KonzernplĂ€ne, die Sanierungskosten auf die SteuerzahlerInnen abzuwĂ€lzen. Doch mit zunehmendem Ärger mĂŒssen wir feststellen, dass sich im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald in Sachen Sanierung wenig tut. Die Behörde sollte endlich einmal in die GĂ€nge kommen, den Salzberg sanieren und die Rechnung an die Kali und Salz AG senden. Zu diesem Thema hat der BUND im Dezember 2018 eine große Postkartenaktion an das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald gestartet.

Erfolge
Da ist das fĂŒr die Insekten so wichtige, lang erkĂ€mpfte Teilverbot fĂŒr Neonicotinoide. Der BUND hat mit dem Urteil vom 5.10.2018 einen vorlĂ€ufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst erreicht. Das Urteil sagt jedoch nichts ĂŒber die Zukunft des Hambacher Forstes aus. Es ist aber ein kleiner Schritt zur Entschleunigung der globalen Zerstörungsprozesse. Ein schöner Erfolg war die erfolgreiche GrĂŒndung eines BUND-Arbeitskreises-Botanik. Unsere regionalen Veranstaltungen, Exkursionen und Lesungen waren gut besucht und wir freuen uns ĂŒber die erfreuliche Zusammenarbeit mit unserer elsĂ€ssischen Schwesterorganisation Alsace Nature. Wir stellen unsere Texte nicht einfach so inÂŽs Netz, wir kĂ€mpfen um das Internet! Auf unserer kleinen regionalen Internetseite www.bund-rvso.de waren tĂ€glich fast 5.000 verschiedene BesucherInnen und wir haben ĂŒber 3.000 NistkĂ€sten verkauft.

So arbeiten wir - eingebunden in das Netzwerk der BUND-Aktiven - an den kleinen und großen Umwelt- und Naturschutzthemen in SĂŒdbaden und der Welt und sind manchmal verzagt angesichts der uns umgebenden Zerstörung und manchmal hoffnungsvoll angesichts von mĂŒhsam errungenen Erfolgen.

Axel Mayer, BUND GeschĂ€ftsfĂŒhrer
 
 

 
Weihnachten – entschleunigt und genussvoll zubereitet
Der Countdown bis Weihnachten steigert bei vielen den Stresspegel. Die notwendige Gelassenheit, um die Feiertage bewusst zu gestalten, kommt oft zu kurz. FĂŒr Slow Food Deutschland aber ist Zeit und WertschĂ€tzung nicht nur der SchlĂŒssel fĂŒr ein nahrhaftes und genussvolles Lebensmittel, sondern auch fĂŒr kulinarische und besinnliche Weihnachten. Der bundesweit aktive Verein empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich vom Genuss anstatt von der Hektik des WeihnachtsgeschĂ€fts leiten zu lassen, gute, nahrhafte Zutaten aus der Region auszuwĂ€hlen, sie kreativ zuzubereiten und gemeinsam zu genießen. Das spart eigene Ressourcen und die unseres Planeten.

Auch ein Feiertag hat nur 24 Stunden
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind um einen gefĂŒllten KĂŒhlschrank zu Weihnachten bemĂŒht. Doch ist gefĂŒllt das eine, ĂŒberfĂŒllt das andere. Zeiten, die sie außerhalb ihrer eigenen vier WĂ€nde, im Familien- und Bekanntenkreis verbringen, planen viele nicht ein und sind ĂŒberrascht, wenn am Ende der Festtage ein Großteil des Einkaufs weiterhin darauf wartet, verzehrt zu werden. Vieles landet auf dem MĂŒll. Um das zu vermeiden, rĂ€t Slow Food, sich zu Weihnachten mehr denn je an einem sorgsam gefĂŒhrten Einkaufszettel zu orientieren, die Reste frĂŒhzeitig weiterzuverarbeiten und haltbar zu machen. Davon profitieren nicht nur ihr Geldbeutel, sondern auch Klima und Umwelt, indem Lebensmittel nicht unnötig verschwendet werden. Um das richtige Maß ĂŒber die Festtage zu halten, hilft der Einkauf auf MĂ€rkten und Höfen. Im direkten Austausch mit kleinbĂ€uerlichen Landwirten und Lebensmittelhandwerkern erfahren ihre Kundinnen und Kunden, was sie aus traditionellen Obst- und GemĂŒsesorten sowie alten Tierrassen der Region Besonderes zubereiten können.

Gans oder gar nicht?
In vielen Haushalten verbindet sich das Weihnachtsfest mit Fleischgenuss. Wie aber entfaltet sich dessen „wahrer“ Genuss? „Einerseits indem wir um die unbedenkliche und somit artgerechte Herkunft von Fleisch wissen und lernen, sie als QualitĂ€t herausschmecken. Andererseits indem wir Fleisch in seiner Vielfalt zubereiten“, ist Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, ĂŒberzeugt. Das klassische WeihnachtsgeflĂŒgel sei etwas Köstliches und verdiene es, als Ganzes voll ausgekostet zu werden und zwar mehrfach, so Hudson weiter. „Verbraucherinnen und Verbrauchern, die beispielsweise Huhn als Ganzes braten, empfehle ich, es nicht beim einmaligen ‚VergnĂŒgen‘ zu belassen. Von einem großen Huhn können viele Menschen mehrfach satt werden. Das Fleisch, fĂŒr den Fall es bliebe was ĂŒbrig, lĂ€sst sich in Sandwiches, fĂŒr Frikassee oder Salate weiterverwenden. Und die abgenagte Karkasse, so ungewohnt es klingen mag, eignet sich hervorragend fĂŒr eine BrĂŒhe. Ich kann nur jedem dazu raten, diese Form der Ganztier- und Mehrfachverwertung auszuprobieren“, schwĂ€rmt Hudson. FĂŒr wen es Fleisch, nicht unbedingt aber Gans oder Ente sein muss, dem empfiehlt Slow Food SchmorstĂŒcke vom Rind. „Ihr Metzger des Vertrauens wird es ihnen danken. Der nĂ€mlich bekommt EngpĂ€sse, wenn zum Heiligabend alle dasselbe wollen“, erklĂ€rt Jens Witt, Leiter des Köche-Netzwerkes von Slow Food.

„Meerwert“
Fisch ist neben Gans und Ente ein weiteres beliebtes Lebensmittel, welches zu Weihnachten auf die Teller kommt. Und klug ausgewĂ€hlt ist es jeden Bissen wert: Slow Food rĂ€t auch hier auf die ökologisch unbedenkliche Herkunft zu achten, das GesprĂ€ch mit verantwortungsvollen FischhĂ€ndlern zu suchen anstatt gefĂ€hrdete Arten wie den Aal oder den Schwertfisch zu kaufen. Am besten lĂ€sst man sich möglichst Fisch aus regionaler und nachhaltiger Bewirtschaftung empfehlen - im Binnenland etwa Karpfen oder Zander aus Seen, FlĂŒssen oder Teichwirtschaften. „FĂŒr uns stehen solche sensiblen Kaufentscheidungen bei tierischen Produkten nicht fĂŒr Verzicht, sondern fĂŒr die Bereitschaft, bewusst mit unseren vorhandenen Ressourcen umzugehen und sich diese einzuteilen. Und in Zeiten in denen selbst die Spitzengastronomie Fleisch und Fisch als Beilage respektiert und Sterneköche durchaus auch vegetarisch kochen und pflanzliche Zutaten wie HĂŒlsenfrĂŒchten nutzen, ist ein solcher Appell salonfĂ€hig“, erklĂ€rt Hudson.

Kann denn SĂŒĂŸes SĂŒnde sein?
Was die Kalorien angeht kann und darf es das, nicht aber bei den Zutaten. Denn das geht auf Kosten des Gaumens. Slow Food ermutigt Verbraucherinnen und Verbraucher dazu, auch kurz vor Weihnachten das Backen fĂŒr sich zu entdecken und zwar mit der guten Zutat! Die Herkunft und die QualitĂ€t des Mehls, der GewĂŒrze und der NĂŒsse beeinflussen, so Witt, den Geschmack des GebĂ€cks. „Wer nussige Aromen mag, der sollte fĂŒr seine PlĂ€tzchen unbedingt alte Getreidesorten wie Emmer oder Dinkel von regionalen MĂŒhlen probieren. Und ich empfehle mit Eiern hauszuhalten. Denn die sind aus artgerechter Haltung vor Weihnachten in der Regel knapp“, so Witt.

Gute VorsÀtze sind dazu da gebrochen zu werden? Nicht unbedingt!
Gerade nach Weihnachten und dem Jahreswechsel beginnen viele mit KalorienzĂ€hlen, Fastenkuren und Verzicht. Slow Food hingegen macht im neuen Jahr mit dem Genuss weiter und lĂ€dt Menschen bei Aktionen und Veranstaltungen dazu ein, ĂŒber ErnĂ€hrung einmal anders nachzudenken. Sie lernen dabei, dass Genuss und Verantwortung unmittelbar zusammenhĂ€ngen und beginnen, „einfache“ Grundnahrungsmitteln ihrer Region fĂŒr die AlltagskĂŒche wieder wertzuschĂ€tzen. „Wenn ich frische und nahrhafte Lebensmittel zu genießen weiß, die im Einklang mit Mensch und Tier sowie der biologischen Vielfalt erzeugt wurden, verĂ€ndert das in der Regel mein Verantwortungsbewusstsein und mein Konsumverhalten. Das ist die Arbeit an der Basis, die wir leisten, um die notwendige Wende unseres Lebensmittelsystems voranzutreiben“, erklĂ€rt Hudson.
 
 

NABU: Trotz extremer DĂŒrre ein gutes Jahr fĂŒr den Star
Star / Foto: istock/kruwt
 
NABU: Trotz extremer DĂŒrre ein gutes Jahr fĂŒr den Star
GrĂ¶ĂŸte SchwĂ€rme des "Vogel des Jahres 2018" im SĂŒdwesten, viele SchwĂ€rme im Osten

Berlin – FĂŒr welche Region schwĂ€rmt der Star am meisten? Der NABU hatte fĂŒr 2018 dazu aufgerufen, SchwĂ€rme des Stars, Vogel des Jahres, zu melden. Die Auswertung zeigt: Der grĂ¶ĂŸte Schwarm des Jahres mit bis zu 2 Millionen Vögeln konnte bei Worms in Rheinland-Pfalz beobachtet werden. „Mehrere hunderttausend Stare in einem Schwarm traten in vergangenen Jahren sonst nur in KĂŒstenregionen auf, wo der Star im GrĂŒnland viel zu Fressen und in großen Schilfgebieten sichere SchlafplĂ€tze findet. Große SchwĂ€rme sind ansonsten heutzutage leider selten geworden. In Rheinland Pfalz gab es in diesem Jahr jedoch gĂŒnstige Voraussetzungen. Durch die außergewöhnlich lange Trockenheit des Sommers gab es im rheinhessischen Raum eine ĂŒppige Weinlese, von deren Resten die Stare wohl gut satt wurden“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling.

WĂ€hrend im September noch rund 80.000 Stare im Umkreis gezĂ€hlt wurden, wuchsen die SchwĂ€rme im Oktober und November durch Zuzug aus dem Osten und Norden an. So auch an SchlafplĂ€tzen bei Riedstadt in Hessen und in Schallstadt in Baden-WĂŒrttemberg, wo der zweit- und drittgrĂ¶ĂŸte Schwarm Deutschlands im SpĂ€therbst gemeldet wurden. Auch in Obstplantagen, GĂ€rten und Streuobstwiesen war die Obsternte ĂŒppig, so dass die Stare im gesamten SĂŒdwesten viel Fallobst oder vertrockneten FrĂŒchte als die nötige energiereiche Kost vor dem Weiterzug nach Italien oder Nordafrika fanden. Viele Stare werden auch bleiben, wenn es ein milder Winter wird. Die grĂ¶ĂŸten SchwĂ€rme auf dem FrĂŒhjahrszug mit bis zu 70.000 Vögeln wurden im MĂ€rz in Bayern erfasst.

Vor allem in den nördlichen und östlichen BundeslĂ€ndern wurden viele, dafĂŒr aber kleinere SchwĂ€rme gesichtet, Höhepunkt war hier bereits der August. In Brandenburg waren es insgesamt 206 Schwarmbeobachtungen ĂŒber 1.000 Stare, die ĂŒber die Meldeplattformen ornitho.de und naturgucker.de abgegeben wurden. „Unsere Auswertung hat gezeigt, dass die Stare sich das ganze Jahr ĂŒber, vor allem aber im FrĂŒhjahr, bevorzugt auf gemĂ€hten Wiesen, Viehweiden oder AckerflĂ€chen aufhalten. Dort sammeln sie Bodeninsekten“, so Neuling. Fast die HĂ€lfte der Sichtungen stammen von solchen FlĂ€chen, am zweithĂ€ufigsten wurden StarenschwĂ€rme an Orten mit VogelfĂŒtterungen gesichtet, auf Platz drei liegen Orte mit und Obst-und Beerengehölzen. „Die DĂŒrre hat zwar dazu gefĂŒhrt, dass im Osten vielerorts die Brut abgebrochen wurde, die umherstreifenden Trupps aber scheinbar mit Heuschrecken, MaikĂ€fern und anderen Insekten gut ĂŒber die Runden kamen“, ergĂ€nzt Neuling.

Entwarnung kann es fĂŒr den Star dennoch nicht geben. Trotz leichtem Anstieg 2018 hat die durchschnittliche Zahl der Stare pro Beobachtung seit 2012 um mindestens fĂŒnf Prozent abgenommen. Das heißt, BrutbestĂ€nde und SchwĂ€rme werden insgesamt kleiner. Die Auswertung unterstĂŒtzt die offiziellen Daten des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA), die zwischen 1998 und 2009 einen RĂŒckgang um 42 Prozent des Brutbestandes zeigen – ein Verlust von 2,6 Millionen Paaren. „Insektenreiches GrĂŒnland ist fĂŒr sie und viele andere Vogelarten notwendig. Jeder einzelne kann dem Star im eigenen Garten mit einem Nistkasten helfen oder Fallobst und vertrocknete Beeren im Winter dort belassen. Klimawandelbedingt werden unsere Winter milder, mehr Stare ĂŒberwintern bei uns und besuchen unsere GĂ€rten“, sagt Neuling.
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Freiburg: Energieeffizienz an der Stadtbahn ZĂ€hringen
(c) VAG
 
Freiburg: Energieeffizienz an der Stadtbahn ZĂ€hringen
Ihren zweiten Schwungradspeicher hat die Freiburger Verkehrs AG (VAG) am 10. Dezember in Betrieb genommen. Die rund 420.000 Euro teure Anlage wird mit 380.000 € durch das Klimaschutzprogramm der Stadt Freiburg gefördert und wird eine jĂ€hrliche Energieeinsparung von rund 250.000 kWh bringen.

Der neue Energiespeicher steht an der Stadtbahn ZĂ€hringen, rund einen Kilometer von der Wendeschleife „Gundelfinger Straße“ entfernt. Er kann auf der Strecke zwischen Komturplatz und Gundelfinger Straße anfallende Bremsenergie von Stadtbahnfahrzeugen aufnehmen und an dort anfahrende Fahrzeuge wieder abgeben.

Bei der presseöffentlichen Vorstellung der neuen Anlage gratulierte UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik der VAG zur Realisierung des zweiten Schwungradspeichers in Freiburg: „Mit der Anlage können rund 250.000 kWh/Jahr Strom eingespart werden, das entspricht dem jĂ€hrlichen Strombedarf von gut 70 Haushalten und einer COÂČ-Einsparung von 1.500 Tonnen.“ Der neue Schwungradspeicher leiste auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in Freiburg. „Die Stadt hat daher dieses Projekt auch gerne mit einem relevanten 6-stelligen Betrag aus den Mitteln aus der Konzessionsabgabe fĂŒr zusĂ€tzliche Klimaschutzmaßnahmen unterstĂŒtzt. Ich freue mich, dass die VAG in Freiburg beim Klimaschutz mit innovativen Ideen voran geht“ begrĂŒndete die BĂŒrgermeisterin das finanzielle Engagement der Stadt Freiburg.

Die Freiburger Stadtbahnfahrzeuge verfĂŒgen seit langem ĂŒber die Technologie, dass beim Bremsen gewonnene elektrische Energie wieder zurĂŒck in das Stromnetz gespeist wird. FĂ€hrt eine andere Bahn in der NĂ€he vorbei, kann diese den Strom aufnehmen. Die rĂŒckgespeiste Bremsenergie geht jedoch verloren, wenn keine andere Bahn in der Umgebung ist. Dies ist besonders hĂ€ufig in der NĂ€he von Endhaltestellen oder auf weniger befahrenen Strecken der Fall. Entsprechend dieser Vorgaben „war dies das Hauptkriterium fĂŒr die Standortwahl fĂŒr den neuen Energiespeicher“, erlĂ€uterte VAG Vorstand Stephan Bartosch. „Daneben spielten aber auch noch Fragen wie GrundstĂŒcksverhĂ€ltnisse, die NĂ€he zur Wohnbebauung oder die Zuwegung eine Rolle.“

Bartoschs Vorstandskollege Oliver Benz dankte der Stadt Freiburg fĂŒr die finanzielle UnterstĂŒtzung: „Ohne die Mittel aus dem Klimaschutzprogramm der Stadt Freiburg wĂ€re diese Anlage – wie auch viele andere im Sinne des nachhaltigen Wirtschaftens sinnvolle Produkte – nicht darstellbar. Hier wird das alte Motto ‚Global denken – lokal handeln‘ aufs Beste mit Leben gefĂŒllt.“

Die Anlage ist nahezu baugleich mit der bereits seit MÀrz 2013 an der Wendeschleife Landwasser befindlichen Einrichtung. Beim Speicher in Landwasser liegen wir bei einer jÀhrlichen Einsparung von 230.000 kWh.

Funktionsweise des Schwungradspeichers

In einem kleinen GebĂ€ude wird ein mĂŒhlsteinartiges Schwungrad, das einen Durchmesser von einem Meter aufweist und 1,9 Tonnen Gewicht auf die Waage bringt, installiert. Dieses Schwungrad wird durch ĂŒberschĂŒssigen Bremsstrom in eine Rotationsbewegung versetzt. Dabei kann eine Drehzahl von bis zu 3450 Umdrehungen je Minute erreicht werden. Auf diese Weise wird die elektrische Energie in Bewegungsenergie umgewandelt. Immer dann, wenn die Spannung in der Oberleitung aufgrund einer anfahrenden Stadtbahn sinkt, wird die im Schwungrad gespeicherte Energie als Fahrstrom zur VerfĂŒgung gestellt.
 
 

 
Bienenvolk verlÀsst das Museum Natur und Mensch
Freiburg, 11.12.18. Bislang haben ĂŒber 30.000 GĂ€ste die Familienausstellung „Mensch Biene!“ im Museum Natur und Mensch gesehen. Leider muss das Bienenvolk heute die Ausstellung verlassen und in die Freiburger Stadtimkerei Roland KĂ€lble zurĂŒckkehren. Wie viele Artgenossen wurden auch die „Museumsbienen“ durch die Varroa-Milbe geschwĂ€cht. Das Volk, dessen Wohlergehen tĂ€glich ĂŒberwacht wird, ist inzwischen zu klein, um den Winter eigenstĂ€ndig zu ĂŒberleben. Deshalb wird es nun noch einmal gegen die Varroa-Milbe behandelt und mit einem anderen, ebenfalls zu kleinem Volk, vereint. Gemeinsam können die Bienen dann dem Winter trotzen.

Mit vielen spannenden Exponaten, Geschichten und interaktiven Stationen ist die Mitmach-Ausstellung aber immer noch einen Besuch wert! Sie lĂ€uft bis Sonntag, 10. Februar, im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fĂŒr Erwachsene 5 Euro, ermĂ€ĂŸigt 3 Euro, unter 18 Jahren und mit Museums-PASS-MusĂ©es ist er frei.
 
 

 
Neuer Ärger um HochwasserrĂŒckhaltebecken in Horben
Stadt und Gemeinderat mĂŒssen Fristen fĂŒr Naturschutz beachten.

BĂŒrgerentscheid zu Dietenbach wĂŒrde Gemeinderatsbeschluss pro HochwasserrĂŒckhaltebecken entgegenstehen.

Engpass-Maßnahmen in GĂŒnterstal vorziehen fĂŒr Schutz von GĂŒnterstal und Wiehre

Mit Schreiben an OberbĂŒrgermeister Martin Horn und den Gemeinderat wandte sich der in Freiburg i.Br. ansĂ€ssige Verein ECOtrinova e.V. kĂŒrzlich gegen die fĂŒr am 11.12. vorgesehenen BeschlĂŒsse des Freiburger Gemeinderats speziell zum HochwasserrĂŒckhaltebecken (HRB) in der Nachbargemeinde Horben mit einem als „Talsperre“ wirkenden Damm im schönen Bohrertal. Drei zusĂ€tzliche kleinere Hochwasserschutz-Maßnahmen an Engpassstellen in GĂŒnterstal sollten aber unverzĂŒglich vorangebracht werden als wichtige Schritte insbesondere fĂŒr GĂŒnterstal und die Wiehre.

ECOtrinova-Vorsitzender Dr. Georg Löser wies die Adressaten darauf hin, dass auf der Ebene des Landkreises Breisgau Hochschwarzwald die gesetzlich anerkannten NaturschutzverbĂ€nde bis einschließlich Dienstag 11.12., dem Tag der Freiburger Gemeinderatssitzung, das Recht haben, Stellung zu nehmen zur geplanten Befreiung des HRB Horben von der Landschaftsschutzgebietsverordnung "Horben" und vom gesetzlichen Biotopschutz, der ebenfalls beeintrĂ€chtigt wĂŒrde. Die Medienmitteilung der Stadt vom 4.12. und die Freiburger Ratsvorlage haben diesen Sachverhalt bestenfalls ĂŒbersehen, die Meldung einer Zeitung vom 6.12.2018 zur angeblichen Frist Montag 10.12. war irrtĂŒmlich. Daher ist klar, dass der Landkreis seine Entscheidung ĂŒber zu erwartende ablehnende Stellungnahmen zu Befreiungen nicht am 11.12. tĂ€tigen kann. Auch das RegierungsprĂ€sidium Freiburg darf bei der Genehmigung der Planfeststellung zum HRB Horben die Beteiligung der VerbĂ€nde nicht verkĂŒrzen.

Auch der anstehende BĂŒrgerentscheid zu Dietenbach steht den geplanten BeschlĂŒssen zum HRB Horben entgegen. Denn nach Gemeindeordnung Baden-WĂŒrttemberg dĂŒrfen Gemeindeorgane nach Feststellung der ZulĂ€ssigkeit des BĂŒrgerbegehrens bis zur DurchfĂŒhrung des BĂŒrgerentscheids (24.2.2019) keine dem BĂŒrgerbegehren entgegenstehende Entscheidung treffen oder vollziehen. Der geplante Neubaustadtteil Dietenbach hĂ€ngt aber mit den Projekten HRB Horben und Breitmatte klar zusammen, wie aus Gemeinderatsunterlagen von 2013 und jĂŒngst hervorgeht, anders als es die Stadtverwaltung seit einiger Zeit heruntergespielt. Denn ohne speziell das Becken in Horben entfiele dann in Dietenbach ein erheblicher Teil an wohnbebaubarem GelĂ€nde. Der Neubaustadtteil hĂ€tte dann weniger Wohnungen und wĂ€re unwirtschaftlicher und könnte auch dadurch scheitern.
 
 

 
NABU-Kommentar zur Roten Liste heimischer Wildpflanzen
Miller: Dramatisches Artensterben in Agrarlandschaften und GewÀssern

Berlin – In Deutschland sind fast ein Drittel der heimischen Wildpflanzen gefĂ€hrdet. Das geht aus der Roten Liste der Farn- und BlĂŒtenpflanzen, Moose und Algen hervor, die das Bundesamt fĂŒr Naturschutz am heutigen Mittwoch in Berlin vorgestellt hat.

Dazu NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die heutige Liste zeigt einmal mehr, wie dramatisch das Artensterben in unserer Agrarlandschaft und GewĂ€ssern ist. Die Liste ist ein erneuter Weckruf, dass wir endlich Möglichkeiten nutzen und Maßnahmen ergreifen, um diesen alarmierenden Verlust fĂŒr ein intaktes Ökoystem zu stoppen. Wir wissen, dass Ackerrandstreifen, SchutzĂ€cker und weitere Agrarumweltmaßnahmen wie Brachen eine positive Wirkung fĂŒr die Tiere und Pflanzen in der Agrarlandschaft haben – sie werden jedoch viel zu selten umgesetzt. Aus diesem Grund muss die Agrarförderung endlich naturvertrĂ€glicher werden und Landwirte fĂŒr Naturschutzmaßnahmen besser entlohnt werden. Die Verhandlungen ĂŒber die Zukunft der EU-Agrarpolitik laufen derzeit in BrĂŒssel und sie sind der SchlĂŒssel zum Stopp des Artensterbens in der Agrarlandschaft. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner muss hier endlich Farbe bekennen. Neben dem Verlust der Wildpflanzen auf dem Acker sind durch die Eutrophierung der GewĂ€sser auch viele Wasserpflanzen gefĂ€hrdet. Deshalb ist es so wichtig, dafĂŒr zu sorgen, dass die Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt wird und alle GewĂ€sser in einen guten ökologischen Zustand versetzt werden. Durch den Verlust von Pflanzen sind auch viele damit verbundene Insektenarten gefĂ€hrdet und von diesen hĂ€ngen wiederum Vögel, Amphibien, Reptilien und SĂ€ugetiere ab.“
 
 

 
Zahl des Monats: 7.700 Quadratkilometer fĂŒr den Traum vom Haus im GrĂŒnen
Forsa-Umfrage macht deutlich: Eine nachhaltige Siedlungsentwicklung darf nicht alle WohnungswĂŒnsche erfĂŒllen

Berlin – Zwei Drittel der Bevölkerung Deutschlands wĂŒrden gern in einem Einfamilienhaus wohnen. Das ergab eine vom NABU in Auftrag gegebene reprĂ€sentative forsa-Umfrage zum WohnflĂ€chenbedarf. Um diese WohnwĂŒnsche zu erfĂŒllen, mĂŒssten ĂŒber 15 Millionen zusĂ€tzliche GebĂ€ude gebaut werden. Derzeit leben in Deutschland etwa 30 Prozent der Bevölkerung in insgesamt 12 Millionen EinfamilienhĂ€usern. Bei einer durchschnittlichen GrundstĂŒcksgrĂ¶ĂŸe von 500 Quadratmetern wĂŒrden 7.700 Quadratkilometer, also eine FlĂ€che halb so groß wie Schleswig-Holstein, benötigt, um ausreichend EinfamilienhĂ€user zu bauen. Der Bau von Straßen, Kitas, Schulen und Einrichtungen der Nahversorgung wĂ€re dabei noch gar nicht berĂŒcksichtigt.

Neue Baugebiete am Stadtrand gehen jedoch zu Lasten der Natur. Der NABU fordert, dass nicht weiter ungebremst neue Baugebiete am Stadtrand ausgewiesen werden dĂŒrften, wenn die Ziele der Bundesregierung zum sparsameren Umgang mit Boden und FlĂ€che erfĂŒllt werden sollen. Bis 2050 ist eine FlĂ€chenkreislaufwirtschaft angestrebt, dann – so die Idee – dĂŒrften auf der grĂŒnen Wiese nur noch neue Baugebiete entstehen, wenn im Gegenzug entsprechend viel bebaute FlĂ€che wieder einer natĂŒrlichen oder landwirtschaftlichen Nutzung zurĂŒckgefĂŒhrt wird. Doch das 2017 geĂ€nderte Baurecht gefĂ€hrdet dieses Ziel enorm: durch die schnelle Umwandlung von landwirtschaftlicher FlĂ€che zu Baugebieten – ohne UmweltprĂŒfung und mit nur eingeschrĂ€nkter BĂŒrgerbeteiligung. Der NABU fordert, dass der fragwĂŒrdige und auch in der Stadtplanung Ă€ußerst umstrittene Paragraph §13b Baugesetzbuch nach seiner Frist bis Ende 2019 nicht verlĂ€ngert werden darf.
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