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Freitag, 23. August 2019
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Verschiedenes

 
Slow Food bedauert Einstampfen der Bauernregeln
"Eine Posse und ein Kniefall vor der Agrarlobby". Die von Barbara Hendricks lancierten neuen Bauernregeln waren leicht verständlich und trafen voll ins Schwarze. Slow Food Deutschland Vorsitzende Ursula Hudson: Kritik an der Ministerin ist "schamloses politisches Getrumpel"

Im Streit zwischen Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die Ern√§hrungsorganisation Slow Food Deutschland der Umweltministerin den R√ľcken gest√§rkt und sie aufgerufen, ihre "neuen Bauernregeln" doch noch zu plakatieren. Nach heftiger Kritik der Bauernlobby und massivem Druck auf das Ministerium hatte Hendricks von der geplanten Kampagne mit beeindruckender Haltung Abstand genommen. Slow Food Vorsitzende Ursula Hudson sagte, die von Hendricks lancierten Bauernregeln h√§tten "die Misere der Landwirtschaft in leicht zug√§nglicher Form f√ľr jedermann verst√§ndlich gemacht: humorvoll, komprimiert, pointiert und inhaltlich auf den Punkt." Nicht die Bauern seien hier aufs Korn genommen worden, sondern eine desastr√∂se Landwirtschaftspolitik, die von der √ľbergro√üen Mehrheit der Bev√∂lkerung abgelehnt werde. Dass die Plakatierung jetzt unter dem Protestgeschrei des Landwirtschaftsministers gestoppt werde, sei eine "undemokratische Posse und ein Kniefall der Bundesregierung vor der Agrarlobby" (Hudson). √úber die Internet-Medien w√ľrden die Plakate aber auf jeden Fall weiterverbreitet, das k√∂nne keine noch so m√§chtige Interessenpolitik verhindern.

Die elf zur Plakatierung vorgesehenen neuen Bauernregeln sind in Reimform verfasst und sch√∂n illustriert: "Ohne Blumen auf der Wiese, geht's den Bienen richtig miese!" Oder: "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein!" Und: "Zuviel D√ľnger auf dem Feld, geht erst ins Wasser, dann ins Geld!"

Inhaltlich, so die Slow Food Vorsitzende, w√ľrden hier unbestreitbare Probleme der Landwirtschaft thematisiert, die auch wissenschaftlich ausreichend belegt seien. Hudson: "Der Aufschrei der Agrarlobby und die ma√ülose Kritik an der Umweltministerin belegen doch nur eines: dass die Plakate voll ins Schwarze getroffen h√§tten! Machen Sie weiter, Frau Hendricks, lassen Sie sich jetzt blo√ü nicht einsch√ľchtern!"

Hudson bezeichnete die an die Adresse der Ministerin gerichteten R√ľcktrittsforderungen als "schamloses politisches Getrumpel". Offenbar sei die deutsche Agrarlobby nicht nur herzlos, sondern auch vollkommen humorlos; sie habe die Reime als Angriff auf die Bauern umgedeutet und bewusst missverstanden.

Der Streit zwischen den beiden Ministerien schwele seit vielen Jahren unproduktiv vor sich hin, sagt Tierarzt und Slow Food Vorstand Rupert Ebner. Immer wieder h√§tten das Bundesamt f√ľr Naturschutz und das Umweltbundesamt - beide Beh√∂rden unterstehen dem Umweltministerium - Maulk√∂rbe verpasst bekommen. Kritik an der Landwirtschaftspolitik werde regelm√§√üig abgeblockt, deshalb sei es mutig und in der Sache vollkommen richtig, wenn Ministerin Hendricks das lange S√ľndenregister des Agrarmolochs endlich aus dem Dunkel der Kabinettsdisziplin herausgeholt habe. "Und das auch noch in einer kommunikativen Form, die jedes Kind versteht", so Ebner. Im direkten Dialog mit Minister Christian Schmidt und seinen vielen Vorg√§ngern sei √ľber viele Jahre nichts herausgekommen als Sch√∂nf√§rberei und wohlfeile Lippenbekenntnisse.

An den Gift- und G√ľlleorgien, an einer zu weiten Teilen grausamen Tierhaltung, an H√∂festerben, Artenschwund und Bienensterben habe sich viel zu wenig ge√§ndert. Im Gegenteil: Die biologische Vielfalt gehe von Jahr zu Jahr weiter zur√ľck, die Ackerfl√§chen der Intensivlandwirtschaft seien zunehmend totes Land. Und die √ľberf√§llige Agrarwende komme seit Jahren keinen Millimeter voran.

Der ewige Streit zwischen den beiden Ministerien zeige aber auch, so Ursula Hudson, dass die alten Ressortzuschnitte reformbed√ľrftig seien. Die Kompetenzen f√ľr eine neue Ern√§hrungspolitik m√ľssten dringend zusammengebracht werden - ressort√ľbergreifend. Wir brauchen keine Agrarpolitik, die einseitig Interessen vertritt, sondern eine Ern√§hrungspolitik, die das Ganze in den Blick nimmt und verantwortungsvoll gestaltet - eine gute Zukunft f√ľr uns alle.
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Karlsruhe: Nutzen schaffen statt wegwerfen
Upcycling bei der Waldpädagogik / Foto: Waldpädagogik Karlsruhe
 
Karlsruhe: Nutzen schaffen statt wegwerfen
Realsch√ľler bauen Palettenm√∂bel im Waldklassenzimmer

Nutzen schaffen statt wegwerfen - unter diesem Motto stand das Projekt der Waldp√§dagogik Karlsruhe. An insgesamt sechs Terminen haben Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der Realschule plus des Albert-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern im Waldklassenzimmer M√∂bel aus alten Paletten gebaut. Dabei wurden lediglich das Werkzeug sowie das Grundmaterial gestellt, die Planung, Gestaltung und Umsetzung erarbeiteten die Jugendlichen in Eigenregie. Unterst√ľtzt wurden sie dabei von den drei Freiwilligendienstleistenden der Waldp√§dagogik.

Das Projekt steht im engen Zusammenhang mit dem Konzept der Schule "Keiner ohne Abschluss", das auch lernschwachen und sozial benachteiligten Jugendlichen eine bessere Chance am Arbeitsmarkt eröffnen will. Die Ergebnisse des Projekts können fortan im Außenbereich der Waldpädagogik genutzt werden.

zum Bild oben:
Sch√ľler der Realschule plus des Albert-Grosser-Schulzentrums haben im Waldklassenzimmer M√∂bel aus alten Paletten gebaut. / Foto: Waldp√§dagogik Karlsruhe
 
 

 
Gericht bremst Elbvertiefung aus
BUND, NABU und WWF: Planung nach zehn Jahren immer noch nicht rechtskonform

Umweltverbände fordern Kooperation der Seehäfen und bessere Flusspolitik

Leipzig: Es gibt weiterhin kein gr√ľnes Licht f√ľr die geplante Elbvertiefung. Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) in Leipzig hat heute verk√ľndet, dass der vorliegende Planfeststellungsbeschluss zur Elbvertiefung rechtswidrig ist und nicht vollzogen werden kann. Das Gericht folgt damit √ľberwiegend einer vom WWF unterst√ľtzen Klage der Umweltverb√§nde BUND und NABU. ‚ÄěDen Beh√∂rden ist es erneut nicht gelungen, eine rechtskonforme Planung f√ľr die geplante Elbvertiefung vorzulegen ‚Äď und dies nach zehn Jahren Verfahrensdauer. Die Planungsbeh√∂rden w√§ren gut beraten, das Umweltrecht endlich ernst zu nehmen‚Äú, kommentieren die Verb√§nde.

Die Richter kritisierten, dass die Auswirkungen auf die Natur untersch√§tzt wurden und die geplanten Reparaturma√ünahmen bei weitem nicht ausreichen. ‚ÄěDie Planungsbeh√∂rden wollten das Naturschutzpflichtprogramm als speziellen Ausgleich f√ľr den schweren Eingriff in die Elbe verkaufen. Dieser Etikettenschwindel ist aufgeflogen. Nun sind zus√§tzliche Schutzma√ünahmen erforderlich, damit ein so schwerer Eingriff mit dem Recht vereinbar w√§re‚Äú, sagen die Umweltverb√§nde BUND, NABU und WWF.

√úber den konkreten Fall hinaus, ist dieses Urteil bedeutsam f√ľr die notwendige Beachtung der deutschen und europ√§ischen Naturschutzvorschriften auch bei gro√üen Infrastrukturplanungen. Das fr√ľhere ‚ÄěWegw√§gen‚Äú von Naturschutzbelangen f√ľhrt nach heutiger Rechtslage zum Scheitern von Planungen.

Die Umweltverb√§nde favorisieren weiterhin eine Kooperation der drei norddeutschen Seeh√§fen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven als √∂kologisch und volkswirtschaftlich beste L√∂sung. Es sei unverantwortbar, die Elbe und deren einzigartige Natur f√ľr wenige Gro√ücontainerschiffe weiter zu zerst√∂ren, w√§hrend der f√ľr √ľber eine Milliarde Euro gebaute Jade-Weser-Port keinerlei Tiefgangsbeschr√§nkungen habe, aber nur zu rund 20 Prozent ausgelastet sei. ‚ÄěF√ľr die ganz gro√üen Schiffe gibt es eine Alternative, f√ľr die Natur nicht‚Äú, so die Umweltsch√ľtzer von BUND, NABU und WWF.

Bei der geplanten Elbvertiefung handelt es sich um den historisch gr√∂√üten Eingriff in die Tideelbe zwischen Hamburg und der Nordsee. Mit rund 40 Mio. Kubikmetern soll drei Mal mehr Sediment aus dem Fluss gebaggert werden als bei der letzten Vertiefung im Jahr 1999. Es besteht das Risiko, dass das √Ėkosystem der Elbe dann durch ver√§nderte Str√∂mungsverh√§ltnisse, erh√∂hten Schwebstofftransport und sinkenden Sauerstoffwerte stark gesch√§digt wird. Das Flussm√ľndungsgebiet an der Ems ist bereits zum Sanierungsfall geworden.
 
 

Freiburg wird f√ľr starke Hochwasser ger√ľstet
Hochwasserschutz im Bohrertal / Quelle: GD 90 Gestaltung Digital
 
Freiburg wird f√ľr starke Hochwasser ger√ľstet
Planungen f√ľr Hochwasserr√ľckhaltebecken Bohrertal nahezu abgeschlossen

Konzept f√ľr Breitmatte soll im Sommer vorgestellt werden ‚Äď Kommunale Zusammenarbeit f√ľhrt zum Ziel

Freiburg wird f√ľr starke Hochwasser ger√ľstet. Daf√ľr plant das
Garten- und Tiefbauamt (GuT) zwei
Hochwasserr√ľckhaltebecken (HRB), um G√ľnterstal, die
Wiehre, Haslach und Weingarten vor starkem Hochwasser zu
sch√ľtzen: Das HRB Bohrertal auf Gemarkung Horben und
das HRB Breitmatte.

Die Pl√§ne f√ľr das HRB Bohrertal sind so weit gediehen, dass
sie den B√ľrgerinnen und B√ľrgern am Mittwoch, 8. Februar,
beim B√ľrgergespr√§ch mit Oberb√ľrgermeister Dieter Salomon
in G√ľnterstal vorgestellt werden k√∂nnen. Die Planungen vom
HRB Breitmatte sind noch nicht soweit und sollen im Sommer
vorgestellt werden.

Das R√ľckhaltebecken Bohrertal wird auf ein statistisch alle
hundert Jahr einmal auftretendes Hochwasserereignis
ausgelegt. Dazu ist ein rund 13 Meter hoher Damm
erforderlich, der 275 Meter lang und an der breitesten Stelle
rund 80 Meter breit ist.

Durch den Damm kann die Staufläche bei Hochwasser bis zu
200.000 Kubikmeter Wasser speichern; das Wasser kann
danach langsam wieder abfließen. Der durch das
Hochwasser entstehende See wird so groß wie sechs
Fu√üballfelder - genau 4,4 Hektar - , dies aber nur f√ľr ganz
kurze Zeit. Die Ingenieure kamen in ihrer Modellrechnung auf
30 Stunden, die es beim hundertjährigen Hochwasserereignis
dauert, bis der See gef√ľllt und wieder entleert ist.

Neben dem Weg auf dem k√ľnftigen Damm selbst befindet
sich auch auf jeder Seite des Dammes ein Weg. Der Damm
kann von Spaziergängern genutzt werden und wird auch
Sitzmöglichkeiten zum Verweilen bieten. Die
Umweltgutachten zum HRB Bohrertal sind nahezu
abgeschlossen.

Gegen Ende 2016 wurden die B√∂den auf den k√ľnftigen
Standorten der beiden HRB Bohrertal und HRB Breitmatte
analysiert. Diese erforderlichen und aufwändigen
Untersuchungen f√ľr beide geplanten Becken werden die
bislang kalkulierten Kosten voraussichtlich erhöhen. Aus
diesem Grund soll das von der Stadt beauftragte
Ingenieurb√ľro eine genaue Kostenberechnung erstellen und
diese zusammen mit dem HRB Breitmatte vor der
Sommerpause vorstellen.

Der Bau der beiden Hochwasserr√ľckhaltebecken soll
voraussichtlich im Herbst 2019 beginnen und die Becken
können gegen Ende 2021 in Betrieb gehen.




 
 

 
Der Mundenhof stellt sein Jahresprogramm vor
Buntmarder im Anmarsch, Umbau der Exotischen Mitte, Rote Achse im Juli, Vorbereitung f√ľr die Pr√§rie auf der Bisonkoppel

Auch 2016 kamen √ľber 360.000 Besucher in Freiburgs Naturerlebnispark

3.706 Kinder und Jugendliche und 81 Schulklassen im Kontiki

Der Mundenhof bleibt ein Phänomen. Die Besucherzahlen in
Freiburgs Naturerlebnispark halten ein beeindruckendes Niveau. Im
vergangenen Jahr kamen wiederum √ľber 360.000 Besucherinnen
und Besucher, nachdem er in den Jahren 2015 (369.000) und 2014
(364.000) jeweils neue Rekorde aufgestellt hatte.

Was in diesem Jahr auf den Mundenhof und sein Publikum
zukommt, haben Umweltb√ľrgermeisterin Gerda Stuchlik und das
Leitungs-Duo des Mundenhofs, Susanne Eckert und Berno
Menzinger, heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Dabei hob
Stuchlik hervor: ‚ÄěDer Mundenhof ist nach wie vor ein
Besuchermagnet. Der konstant hohe Zuspruch freut uns sehr und
ermuntert uns auch das Gelände stetig weiterzuentwickeln.“

Programm 2017
Mit dem Tod des B√§ren Joschi ist im Juni 2015 die √Ąra der
Bärenhaltung auf dem Mundenhof zu Ende gegangen. Die Bären
waren ein Publikumsmagnet gewesen, gleichzeitig war jedoch klar,
dass sie auf dem Mundenhof unter den gegebenen Bedingungen
nicht artgerecht zu halten sind. Seit Ende 2016 wird das alte
Bärengehege in der Exotischen Mitte umgebaut, damit im Idealfall
noch diesen Herbst zwei Buntmarder einziehen können.

Durch bauliche und gestalterische Elemente soll das Gehege nun f√ľr
Tier und Mensch erlebbar werden. Daf√ľr ist eine Gro√ü-Investition in
Höhe von rund 300.000 Euro nötig. Dies wäre ohne die
Unterst√ľtzung der F√∂rdergemeinschaft Mundenhof nicht zu
stemmen. B√ľrgermeisterin Stuchlik betonte: ‚ÄěAuch Spenden aus der
Bevölkerung sind notwendig und sehr willkommen.“

F√ľr das neue Mardergehege wurden bereits die hintere gro√üe
Betonwand (Richtung Sandbahn) und die Pflastersteine des
ehemaligen Bärengeheges entfernt. Nun folgt das Anlegen der
Entwässerung und der Sauberkeitsschicht. Außerdem werden zwei
Tierpfleger f√ľr einige Tage in den Tiergarten N√ľrnberg delegiert, um
mehr √ľber die Haltung und Zucht der Buntmarder zu erfahren.

Jenseits dieser zentralen Großbaustelle sollen auch kleinere
Baumaßnahmen die Haltungsbedingungen im Gehege verbessern.
So erhalten die Haus- und Poitouesel einen neuen Stallboden und
der Wollschweineber eine neue Futterplatte mit Abgrenzung.

Die Veranstaltungen werden auch 2017 in bewährter Weise
stattfinden. Zusätzlich wird zum 30-jährigen Firmenjubiläum des
Umweltversandes Waschbär, der den Mundenhof seit Jahren mit
gro√üz√ľgigen Gaben bedenkt, vom 2. bis 29. Juli ein Zelt mit der
‚ÄěRoten Achse‚Äú im Erfahrungsfeld der Sinne aufgebaut. Im September
findet wieder ein einwöchiges Bildhauersymposium des Vereins
Kunstgehege statt.

Im Jahr 2018 wird die Stadt Freiburg ihre dreißigjährige Partnerschaft
mit Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Wisconsin,
feiern. Dazu trägt der Mundenhof ein Prärieprojekt auf der
Bisonkoppel bei, f√ľr das die Planungen bereits begonnen haben.

Durch die Erfahrungen aus diesen ersten Begegnungen konnte der
Mundenhof dann das ganze Jahr √ľber Besch√§ftigungsm√∂glichkeiten
f√ľr Gefl√ľchtete anbieten. So absolvierte ein junger Mann aus Eritrea
ein mehrwöchiges Praktikum im KonTiKi (Kontakt Tier-Kind). Ein
Kurde aus dem Irak leistet seit September ein Bundesfreiwilligenjahr
im Tiergehege. Im Herbst fand eine zweimonatige Qualifizierung f√ľr
sechs Interessierte am Garten- und Landschaftsbau aus Algerien,
Gambia, Nigeria und Afghanistan statt.

Im Fr√ľhjahr wurde ein Gro√üprojekt verwirklicht, das seit Jahren auf
dem Wunschzettel des Mundenhofs gestanden hatte: der Neubau
der Hauptwasserleitung vom Bienenhaus bis zur Stadtgärtnerei und
die Übernahme in das öffentliche Wassernetz der Badenova. Zwar
hatte die Großbaustelle am Hauptweg monatelang Behinderungen
f√ľr Besucher und Tierpfleger zur Folge. Seither spart der Mundenhof
aber viel Wasser und entsprechende Geb√ľhren ein. Zudem existiert
endlich eine genaue Kartierung des bestehenden Rohrsystems, samt
Schiebern und Abzweigungen.

In die offenen Gräben wurde gleich die Nahwärmeleitung einer
Holzhackschnitzelheizung gelegt. Diese Heizung wird derzeit in der
Stadtg√§rtnerei errichtet und geht dieses Fr√ľhjahr in Betrieb. Sie
versorgt dann auch den Mundenhof mit ‚Äď was in der Verwaltung, im
Kontiki und im alten und neuen Futterhaus w√§rmstens begr√ľ√üt wird.
Im Dezember wurde das neue Futterhaus eingeweiht, das die Arbeit
der Tierpfleger in der Futterzubereitung erleichtert.

Personalien
Nach 27 Jahren auf dem Mundenhof hat sich Manfred Fruhmann am
30. November als Leiter des Tiergeheges in ein Sabbatjahr und den
folgenden Ruhestand verabschiedet. Dies hatte eine intensive
Vorbereitung zur Folge, um die dadurch entstehende L√ľcke so klein
wie möglich zu halten und den Erfahrungs- und Wissenstransfer zu
gew√§hrleisten. Seither obliegt die Verantwortung f√ľr die Tiere den
Leitern des KonTiKi, Till Meinrenken, und des Tiergeheges, Matthias
Hiltmann. Neu eingestellt f√ľr die neue Organisationseinheit ‚ÄěService,
Gr√ľn und Bauen‚Äú wurde im Dezember Axel Steiert.

Tierbestand
Am stärksten prägen die Tiere und ihre Gesunderhaltung das Leben
im Tiergehege und im KonTiKi. Jungtiere wie das im April geborene
Kamelfohlen Amir oder kranke Tiere wie das Pfauenmännchen, das
sich im Mai ein Bein gebrochen hat, wollen versorgt sein. Und wenn
das nasse, kalte Wetter sich √ľber Wochen hinzieht, kann auch die
beste F√ľrsorge der Tierpfleger einen Teil der geschl√ľpften
Strau√üenk√ľken nicht retten. Die KonTiKi-Kinder mussten sich im Mai
von der Poitoueselstute ‚ÄěCecile‚Äú trennen, die wegen eines
Darmverschlusses eingeschläfert wurde.

Das Jahr 2016 startete mit diversen Geburtskomplikationen bei
Schafen und Ziegen. Kälte, falsche Lage im Mutterleib, zu wenig
Milch oder das Nichtannehmen der Jungtiere durch die Mutter
f√ľhrten dazu, dass die Tierpfleger in den ersten Monaten vollauf mit
diesen Tieren besch√§ftigt waren ‚Äď h√§ufig auch in Nachtschichten. Als
Segen erwies sich dabei die neu umgebaute Krankenstation, die
zwischendurch voll belegt war.

Von drei Jungtieren konnte ein kleiner Bock gerettet und aufgezogen
werden. Dazu wurde er zunächst zu einer Burenziegenmutter gelegt,
die ihn als Amme annahm. Da es eine Fr√ľhgeburt war, waren die
Tierpfleger vollauf beschäftigt, ihm beim Aufbau der Muskulatur und
beim ‚ÄěLaufen lernen‚Äú zu helfen. Inzwischen h√ľpft der kleine ‚ÄěForest‚Äú
√ľber einen Schulbauernhof, auf dem er sich schnell eingelebt hat.

Wegen der Vielzahl alter und dadurch oft schwacher oder kranker
Tiere waren √∂fter als fr√ľher Besuche beim Tierarzt n√∂tig. Auch dies
stellt das Personal vor Herausforderungen. Viele Tiere sind
inzwischen so alt, dass man sich im Tiergehege Gedanken um den
Erhalt und eine Verj√ľngung des Bestandes machen muss. Daf√ľr
wurden 2016 zum Beispiel ein neuer Hengst bei den Trampeltieren
und eine neue Stute bei den Pintopferden in die Herden integriert.

KonTiKi
Auch nach 26 Jahren ist das Nachmittagsangebot im KonTiKi in
Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft Mundenhof weiterhin
f√ľr viele Kinder und Familien attraktiv. Doch der Schulstress nimmt
zu, das Alltagsverhalten junger Familien ändert sich, also bleiben
weniger Kinder und Jugendliche langfristig im KonTiKi. Spätestens
nach der Grundschulzeit werden viele KonTiKi-Kinder abgemeldet.
Das beschert den Betreuerinnen in den Nachmittagsgruppen mehr
M√ľhe, da die √§lteren, erfahrenen Jugendlichen als ‚ÄěMit-Betreuerin‚Äú
fehlen. Und die hohe Fluktuation lässt stabile Gruppen kaum zu.

Daher versucht die KonTiKi-Leitung die wenigen verbliebenen
Jugendlichen gezielt anzusprechen und in der Einrichtung zu halten.
Alle zwei Jahre machen etwa f√ľnf Jugendliche die Ausbildung zum
Jugendleiter, um dann in den Ferienfreizeiten zu helfen.

Insgesamt kamen im Jahr 2016 an 112 Nachmittagen (Vorjahr 108)
3.706 Kinder und Jugendliche (Vorjahr 4.048): Das sind 8 Prozent
weniger als im Vorjahr. Nach dem 20%-Zuwachs 2014 und dem
13%-R√ľckgang 2015 sind Schwankungen dieser Gr√∂√üenordnung
normal. Der R√ľckgang ist f√ľr alle drei Nachmittage in etwa gleich
groß, liegt also wohl nicht am Wochentag. Es fällt aber auf, dass die
Kinder innerhalb eines Schuljahres öfter den Nachmittag wechseln
m√ľssen, weil die Stundenpl√§ne sich √∂fters √§ndern.

Ein Viertel der KonTiKi-Kinder sind Jungs. Dieser Wert ist seit Jahren
konstant. √úber den Jahresverlauf gibt es dagegen leichte
Schwankungen, so kommen im Fr√ľhjahr mehr Kinder als im Herbst
oder Winter. Wenn alle Helfer und √úbungsleiter da sind, kann das
KonTiKi jeden Nachmittag mindestens sechs Gruppen anbieten. Und
inzwischen leitet auch wieder eine Jugendliche aus dem ‚Äěeigenen
Stall“ eine Gruppe.

An den schulspezifischen Angeboten haben 2016 insgesamt 81
Schulklassen und Gruppen (Vorjahr 85) mit 1.511 Sch√ľlern (Vorjahr
1.593) teilgenommen. Zunehmend wollen sich auch Kita-Gruppen
anmelden. Dagegen scheint das KonTiKi auf Lehrkräfte aus
weiterf√ľhrenden Schulen weniger Reiz auszu√ľben. Insbesondere
junge Lehrerinnen und Lehrer haben neuerdings Sorge, dass
zwischen November und M√§rz die Angebote im KonTiKi nicht g√ľnstig
seien, weil es zu nass oder zu kalt oder zu ‚Äědreckig‚Äú sei.


Grundschule: 1231 Kinder (1215) 57 Klassen (60)
Hauptschule: 0 Kinder (0) 0 Klasse (0)
Realschule: 12 Kinder (0) 1 Klassen (0)
Gymnasium: 0 Kinder (139) 0 Klassen (6)
Fördergruppen: 81 Teilnehmer (28) 3 Gruppen (4)
Gemeinschafts.: 0 Kinder (24) 0 Klasse (1)
Kindergarten: 159 Kinder (108) 18 Gruppen (8)
Sonstige: 28 Teilnehmer (104) 2 Gruppe (6)
Von den 81 Gruppen kamen 69 (1269 Teilnehmer) aus Freiburg und
12 (242 Teilnehmer) aus dem Umland und Landkreis.

Alle Kooperationsprojekte (einmal pro Woche) liefen auch 2016
kontinuierlich weiter. Teilgenommen haben: 20 Sch√ľler der
Michaelschule (Freie Schule f√ľr Erziehungshilfe), 5-8 Sch√ľler der
Klinikschule f√ľr psychisch belastete Kinder/Jugendliche und viele
Kinder der ‚ÄěKiKaMu‚Äú (Kindertagesst√§tte auf dem Mundenhof).
Daneben gab es zwei Kooperationen zum therapeutischen Reiten.

Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Verein Lebenshilfe
konnten 2016 wieder einige beeinträchtigte Kinder am KonTiKiNachmittagsangebot
teilnehmen. Es kamen auch wieder behinderte
Kinder ohne spezielle Begleitung ins KonTiKi, die entweder schon
mal mit der Lebenshilfe hier Erfahrungen gesammelt haben oder
durch befreundete Kinder mitbetreut wurden.

In den Sommerferien 2016 bot das im KonTiKi wiederum zwei
einwöchige Ferienfreizeiten an, jeweils unter Leitung von Markus
Stickling. Wieder kamen jeweils 50 Kinder zwischen 8 und 12
Jahren; zwei F√ľnftel davon waren KonTiKi-Kinder. Zudem haben der
Mundenhof und die Naturschule Freiburg jeweils vier einwöchige
Ferienfreizeiten im KonTiKi veranstaltet.

Chronik 2016 im Tiergehege: Eine Auswahl
Im Januar wird eine der beiden Kanadagänse von dem Hund eines
Besuchers getötet. Die zweite Kanadagans fällt wenig später einem
Fuchs zum Opfer.

Im Februar kommt Ojuna, eine Trampeltierstute aus dem Zoo
Z√ľrich, auf den Mundenhof und wird von der bestehenden Herde gut
aufgenommen. Das Nest der Mönchsittiche wird komplett entfernt,
um Schädlinge zu bekämpfen; das stimuliert den Schwarm zu neuen
Nestbauaktivit√§ten. Ein Pfauenk√ľken √ľberfliegt die Abgrenzung des
Geheges und wird von den Erdmännchen angegriffen.

Im März erhält die Javaneraffendame Akhir ein Hormonimplantat zur
Empf√§ngnisverh√ľtung. Die Breinierenimpfung bei den Schafen und
Ziegen wird durchgef√ľhrt, der Yakbulle Saikhan zugekauft und ein
altes Erdmännchen (vermutlich nach einem Schlaganfall) in der
Tierklinik eingeschläfert.

Seit April ergänzt eine weibliche Zwergziege aus Waldkirch den
Bestand. Wahrscheinlich durch den Hornstoß eines anderen Tieres
erleidet ein Jungtier bei den Walliserziegen einen schweren
Bluterguss im Auge, der sich entz√ľndet und stark eitert. Die
Entz√ľndung kann gestoppt werden, das Auge bleibt aber blind. Ein
neuer Heidschnuckenbock ergänzt die Herde, ein weibliches
Zackelschaf wird zugekauft.

Im Mai melden die Erdmännchen wieder Nachwuchs. Zuerst sieht
alles gut aus, plötzlich wird die Gruppe aber unruhig und die
Jungtiere verschwinden. Wahrscheinlich liegt es am Bau der
Wasserleitung mit den dazugeh√∂rigen Bagger- und R√ľttelarbeiten.
Nach intensivem Nestbau haben die Mönchsittiche wieder Gelege in
ihrem neuen Nest. Der Pintostute Pica m√ľssen zwei Z√§hne gezogen
werden. Die Bisons und Yaks werden gegen die
Blauzungenkrankheit geimpft. Weil er sich das Bein gebrochen hat,
wird ein männlicher Pfau in der Krankenstation separiert. Die Fraktur
verheilt gut, weshalb er nach einiger Zeit wieder frei laufen kann.
Vier Strau√üenk√ľken schl√ľpfen. Im nass-kalten Wetter erleiden sie
aber eine hochgradige Nabelentz√ľndung. Trotz tier√§rztlicher
Behandlung kann nur eines gerettet werden.

Im Juni gebiert die neu zugekaufte Yak-Kuh ein Yak-Kalb und
bekommt daf√ľr viele Scrabble-Punkte. Das alte Wollschwein
Agnetha stirbt wegen eines sehr hohen Selengehaltes. Die
Trampeltierstute Chiara kommt aus der Wilhelma zum Decken. Bei
den Bisons und Hochlandrindern werden gesunde Kälber geboren.

Im Juli wird bei den Watussirindern ein Stierkalb geboren, liegt aber
wenig sp√§ter tot im Wassergraben. Acht Nanduk√ľken schl√ľpfen.

Im August bricht in ganz Freiburg die Kaninchenpest (Myxomatose)
aus. Auch auf dem Mundenhof weisen tote Tiere eindeutige
Anzeichen auf. Vorsorglich wird der eigene Bestand geimpft;
Eine Pfauenhenne hat eine tiefe Kopfwunde. Wahrscheinlich wurde
sie von einer Katze oder einem ähnlich großen Raubtier angefallen.
Am Hals liegen die Sehnen frei, die Wunde geht bis auf den
Knochen. Dank guter Behandlung kann sie aber bald genesen.
Bei den Bisons werden weiterhin Jungtiere geboren. Bei den
Javaneraffen kommt es zu einer Todgeburt.
Nach langem Leiden und intensiver tierärztlicher Behandlung muss
der Damhirsch eingeschläfert werden. Die Untersuchung ergibt unter
anderem, dass er sehr schlechte Zähne hatte.

Im September schl√ľpfen drei Pfauenk√ľken, eines verstirbt kurz
darauf. Die Pintostute Minette hat eine Euterentz√ľndung mit
Verdacht auf Geb√§rmutterentz√ľndung, wahrscheinlich durch
Bakterien √ľbertragen. Die Entz√ľndung kann zwar erfolgreich
behandelt werden, das Euter bleibt aber dauerhaft geschädigt.

Im Oktober erblicken junge Heidschnucken und Damwild das Licht
des Mundenhofs. Der Gibbondame Suria wird ein Hormonimplantat
zur Empf√§ngnisverh√ľtung gesetzt.
Bei den Javaneraffen treten vermehrt Rangstreitigkeiten auf. Der
erwachsene Nachwuchs sucht jetzt seinen Platz in der Gruppe und
fordert das alte Establishment heraus. Die Javaner-Dame Asli segnet
mit 28 Jahren das Zeitliche. Nachwuchs bei den Javaneraffen.

November: Wieder Nachwuchs bei den Javaneraffen. Einige der
Affen sehen struppig und geschwächt aus. Sie sind von Amöben
befallen. Mega und Rami werden dagegen behandelt;
Wegen der Vogelgrippe wird eine Aufstallungspflicht erlassen. Die
Mönchsittiche kommen ins Innengehege, die Pfaue ins ehemalige
Javanergehege, das eine Plane erh√§lt. F√ľr die Laufv√∂gel gibt es eine
Ausnahmegenehmigung, zum Preis regelmäßiger Kotuntersuchung.
Ein Jungtier ist bei den Javaneraffen verstorben, weil es zu wenig
Milch bekommen hat. Es dauert einige Tage, bis es aus dem Gehege
genommen werden kann ‚Äď die Mutter will es nicht loslassen.
Bei den Wasserb√ľffeln werden zwei gesunde K√§lber geboren.

Im Dezember tritt Manfred Fruhmann sein Sabbatjahr an.
Ein weibliches Steppenrind kommt aus dem Tierpark Bernburg, um
die Mundenhof-Herde zu ergänzen. Bis zur Deckreife wird es zu den
Hinterwäldern gebracht, wo bereits eine Steppenrindkuh steht.
Die beiden √§lteren Erdm√§nnchen-M√§nner m√ľssen nach langer
Behandlung getötet werden. Altersgebrechen und massive
Schwächen machen ein artgerechtes Leben unmöglich.
Die k√ľrzlich integrierte Zwergziege aus Waldkirch bringt ein
wunderschönes gesundes Jungtier zur Welt. Vier gesunde
Kaschmirziegen werden geboren.



 
 

 
Auch 2017 gibt es wieder F√∂rdermittel f√ľr energetische Sanierungen
Förderanträge können beim Umweltschutzamt gestellt werden

Auch 2017 gibt es wieder F√∂rdermittel f√ľr energetische Sanierungen. Seit 2002 und damit seit 15 Jahren unterst√ľtzt die Stadt Freiburg die energiebewusste Sanierung von Wohngeb√§uden. In den Jahren 2002 bis heute sind bislang 2.850 Antr√§ge eingegangen. Damit wurden 10 Prozent der Geb√§ude in Freiburg bezuschusst, davon 3,7 Prozent f√ľr umfassende Sanierungen im W√§rmeschutz. Diese Ma√ünahmen haben 73.000 Tonnen CO2 . Die zust√§ndige B√ľrgermeisterin Gerda Stuchlik dazu: ‚ÄěDas F√∂rderprogramm ist ein wesentlicher Baustein zur Erreichung der Freiburger Klimaschutzziele. Denn 65 Prozent des Energieverbrauchs von privaten Haushalten stammt aus dem W√§rmebedarf f√ľr die Heizung.‚Äú

Auch die F√∂rderkonditionen der KfW-Bank und der baden-w√ľrttembergischen L-Bank sind nach wie vor sehr attraktiv.
Die Tilgungszusch√ľsse bei den Kreditprogrammen wurden nochmals deutlich auf bis zu 32,5 Prozent erh√∂ht, die Zinsen bleiben mit 0,75 Prozent sehr niedrig. Freiburger Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer profitieren daher doppelt: die Konditionen des st√§dtischen F√∂rderprogramms sind auf die Bundes- und Landesprogramme abgestimmt und mit diesen kumulierbar.

Das st√§dtische F√∂rderprogramm unterst√ľtzt Investitionen zum W√§rmeschutz des Geb√§udes, die Energieberatung f√ľr Wohngeb√§ude und die Optimierung der Heizung.

Was wird gefördert?

Wärmedämmung von Wohngebäuden
Die F√∂rderung von W√§rmed√§mmung von Wand, Dach oder Kellerdecke sowie des Fensteraustauschs ist abh√§ngig von der Gr√∂√üe der sanierten Fl√§che. Zusch√ľsse bis zu 5.000 Euro, f√ľr Ein- oder Zweifamilienh√§user beziehungsweise bis zu 14.000 Euro f√ľr Mehrfamilienh√§user werden pro Antragsteller ausbezahlt. Besonders attraktiv sind weitreichende Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus. Hierf√ľr gibt die Stadt Freiburg einen Bonus von 1.000 bis 7.000 Euro je nach Effizienzklasse. Denkmalgesch√ľtzte Geb√§ude werden ebenfalls gef√∂rdert, in begr√ľndeten F√§llen mit Ausnahmeregelungen bei den Standards.

F√∂rdermittelberatung und Unterst√ľtzung bei Antragstellung
Eine Beratung und Antragsstellung f√ľr die F√∂rdermittel durch einen Energieberater ist in vielen F√§llen hilfreich und bei Bundesf√∂rderungen oft sogar obligatorisch. Als besonderen Service werden die Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer finanziell bei den Kosten f√ľr den Energieberater mit bis zu 600 Euro unterst√ľtzt.

Umweltfreundliche Heizung
Umweltfreundliche Heizkessel werden mit einem einmaligen, pauschalen Beitrag von 500 Euro bezuschusst. Voraussetzungen sind, dass der alte Kessel vor dem 1. Januar 2000 eingebaut wurde und die neue umweltfreundliche Heizung erneuerbare Energien, zum Beispiel Solarthermie, Pellet oder Holzhackschnitzel, nutzt. Auch der Anschluss an ein Wärmeversorgungsnetz oder der Einbau eines Blockheizkraftwerks sind förderfähig. Biogas oder Bioöl sind nicht förderfähig.

Energiemanagementsystem
Besonders bei gr√∂√üeren Geb√§uden k√∂nnen bestehende Heizungsanlagen durch den Einbau eines Energiemanagementsystems mit Fern√ľberwachung besser und schneller √ľberwacht, gewartet, optimiert und dadurch Energieeinsparungen realisiert werden. Die F√∂rderung betr√§gt pauschal 1.000 Euro.

Vor-Ort-Checks f√ľr Blockheizkraftwerke
Die Vor-Ort-Checks f√ľr Blockheizkraftwerke (stromerzeugende Heizungen) werden stadtweit mit 250 Euro unterst√ľtzt. Bei diesen Checks wird die wirtschaftliche und technische Eignung von Geb√§uden f√ľr eine Nutzung dieser Heiztechnik von Experten √ľberpr√ľft.

Die F√∂rderrichtlinien sind mit den Antragsunterlagen und F√∂rderrichtlinien unter www.freiburg.de/waermeschutz zu finden und k√∂nnen online ausgef√ľllt werden.

F√ľr den Baustein 1 W√§rmed√§mmung muss der Antrag vor Auftragsvergabe gestellt werden, bei den anderen Antr√§gen reicht es nachtr√§glich zusammen mit den Rechnungen. Weitere Details zu den F√∂rderm√∂glichkeiten k√∂nnen Sie telefonisch beim Umweltschutzamt unter 201-6142, Robert Voggesberger, oder Iris Basche unter 201-6145 erfragen.

Im Beratungszentrum Bauen und Energie (BZBE) im Technischen Rathaus, Fehrenbachallee 12, können Sie sich im Rahmen einer Einstiegsberatung näher zu Ihrem Sanierungsvorhaben beraten lassen.
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Agrarlobby will verfehlte Landwirtschaftspolitik nicht wahrhaben
Bauernverband soll klären, wessen Interessen er vertritt - Umweltprobleme in der Landwirtschaft nicht kleinreden

Mit Blick auf die laufende √∂ffentliche Befragung zur EU-Agrarpolitik hat der NABU die Agrarlobby aufgefordert, sich nicht l√§nger der Debatte um eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik zu verweigern. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat j√ľngst mit der √∂ffentlichen B√ľrgerbefragung zur Zukunft der EU-Agrarpolitik nach 2020 eine Debatte angesto√üen. Bundesumweltministerin Hendricks hatte sich f√ľr eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik ausgesprochen. Der Bauernverband sollte sich aus NABU-Sicht konstruktiv in die √∂ffentliche Debatte einbringen und nicht l√§nger reflexartig jede Kritik an einer verfehlten Landwirtschaftspolitik als Pauschalkritik und Attacken auf die Bauern darstellen. Werden, wie in der aktuellen √Ėffentlichkeitskampagne des Bundesumweltministeriums zu neuen Bauernregeln, einfache und v√∂llig korrekte Fakten √ľber Umweltprobleme in der Landwirtschaft kommuniziert, so hei√üt es aus dem Bauernverband ein ‚ÄěBerufsstand w√ľrde diffamiert‚Äú oder es w√ľrde mit ‚Äěpseudo-Wahrheiten‚Äú operiert. Die Kampagne des Bundesumweltministeriums kritisiert vereinfachend und humorvoll ein System, das der NABU seit √ľber 20 Jahren ebenfalls kritisiert.

‚ÄěDie √Ąu√üerungen aus dem Deutschen Bauernverband und seiner Landesverb√§nde in den vergangenen Wochen werfen die Frage auf, ob es hier nicht eher um die Interessen von Gro√ükonzernen aus der Agrar- und Lebensmittelbranche geht, als um die von Bauernfamilien‚Äú, sagte NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. Es sei legitim f√ľr jeden Verband, f√ľr die eigenen Interessen einzutreten, und von einem Bauernverband k√∂nne auch nicht unbedingt erwartet werden, die Interessen der Steuerzahler und der gesamten Gesellschaft zu vertreten. Aber es m√ľsse transparent zugehen. Aus NABU-Sicht verteidigt der DBV ein System, das nur wenigen n√ľtzt und die Krise in den meisten Betrieben nicht aufh√§lt. In seiner Position zur Europ√§ischen Agrarpolitik spricht sich der DBV vehement f√ľr die pauschalen Direktzahlungen, die sogenannte ‚ÄěErste S√§ule‚Äú aus. Diese macht den Gro√üteil der fast 60 Milliarden aus, die jedes Jahr in die EU-Agrarf√∂rderung flie√üen. Klar ist: die allermeisten Gelder der Ersten S√§ule kommen nur bei wenigen Gro√übetrieben und Konzernen an, da sie pro Hektar und unabh√§ngig von der Art der Wirtschaftsweise ausgezahlt werden (80 Prozent der Betriebe in der EU m√ľssen sich 16 Prozent des Geldes teilen). W√ľrden die Gelder stattdessen nur f√ľr konkrete Leistungen vergeben, zum Beispiel im Naturschutz, k√∂nnten viele Betriebe, gerade auf ung√ľnstigen Standorten ihr Einkommen verbessern. Dies zeigt auch eine Studie des NABU vom vergangenen Jahr.

Der DBV erweckt dar√ľber hinaus gern den Eindruck, dass die F√∂rderungen auch nach 2020 in unver√§nderter H√∂he und ohne Reformen erhalten bleiben. Bereits EU-Agrarkommissar Hogan hatte j√ľngst K√ľrzungen in Aussicht gestellt, schon alleine wegen des Brexit. Auch Bundesfinanzminister Sch√§uble hatte die hohen EU-Ausgaben f√ľr die Gemeinsame Agrarpolitik als nicht mehr zeitgem√§√ü bezeichnet. Ohne eine drastische Reform droht die Agrarpolitik also g√§nzlich ihre Akzeptanz gerade bei den Finanzministern zu verlieren. Folge w√§re ein massives Wegbrechen jeglicher F√∂rderung f√ľr die Landwirte.

‚ÄěDas hei√üt nichts anderes, als dass das krampfhafte Verteidigen des ‚ÄöStatus quo‚Äė, wie es der Bauernverband betreibt, f√ľr die Existenz gerade der Familienbetriebe sehr viel riskanter ist als die Reformvorschl√§ge der Umweltverb√§nde. Im Gegenteil: Diese wollen n√§mlich nach wie vor, dass Landwirte f√ľr ihre gesellschaftlichen Leistungen vom Steuerzahler honoriert werden‚Äú, so Miller. Der Bauernverband sollte kl√§ren, ob er tats√§chlich die Interessen aller Bauernfamilien vertrete.

Die Forderungen nach einer Neuausrichtung der Agrarpolitik werden auch von der Mehrheit der Deutschen unterst√ľtzt, wie eine vom NABU in Auftrag gegebene repr√§sentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa zeigt. Darin sprechen sich 78 Prozent der Befragten daf√ľr aus, dass Landwirte Gelder nach ihrem Beitrag f√ľr die Gesellschaft erhalten sollten. Nur neun Prozent wollten eine Beibehaltung des derzeitigen Systems.
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NABU: Urbane Fledermaussch√ľtzer gesucht
Projekt ‚ÄěBatCities‚Äú startet in Berlin, Hamburg und Leipzig

St√§dte bieten Flederm√§usen wichtige Lebensr√§ume ‚Äď doch diese schwinden immer mehr. Mit dem neuen Projekt ‚ÄěBatCities‚Äú m√∂chte der NABU den Fledermausschutz in der Stadt st√§rken. Den Auftakt machen die Fledermausst√§dte Berlin, Hamburg und Leipzig. Dort k√∂nnen sich jetzt Interessierte, die sich kostenlos zum Fledermaussch√ľtzer ausbilden lassen wollen, bis zum 5. M√§rz bewerben.

‚ÄěIn unserer Stadt sind wir Menschen nicht allein. Neben uns gibt es noch weitere versteckt lebende Bewohner dieses √Ėkosystems ‚Äď Flederm√§use. Hier setzt das BatCities-Projekt an. Es versteht sich als ein Dach, unter dem sich Fledermaussch√ľtzer und Fledermausinteressierte gemeinsam f√ľr den Fledermausschutz stark machen k√∂nnen. Wir m√∂chten Menschen einladen, sich aktiv daran zu beteiligen‚Äú, erkl√§rt NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller.

Denn Flederm√§use, die in der Stadt leben, haben ein Problem: ihre Lebensr√§ume schwinden. ‚ÄěWo vorher Ritzen und Geb√§udespalten Zuflucht und Quartier geboten haben, wird h√§ufig unbedacht saniert und so wichtiger Lebensraum vernichtet. Dabei gibt es M√∂glichkeiten, unsere n√§chtlich fliegenden Nachbarn zu sch√ľtzen‚Äú, sagt Miller.

Zum Auftakt wird es dazu in den St√§dten Berlin, Hamburg und Leipzig Seminare zur Ausbildung von Fledermaussch√ľtzern geben. Dabei spielt die Anbindung an eine erfahrene Ehrenamtsstruktur die entscheidende Rolle. BatCities bietet Interessierten nach der Ausbildung den direkten Anschluss an das aktive Ehrenamt vor Ort. ‚ÄěDiejenigen, die noch einen Schritt weiter gehen wollen, k√∂nnen sich zu ehrenamtlichen Multiplikatoren fortbilden lassen. Schulungsthemen sind unter anderem Umweltkommunikation und -organisation‚Äú, so Miller.

Die Städte Berlin, Hamburg, Leipzig sind nur der Anfang. Über die Pilotphase hinaus sollen weitere Fledermausstädte entstehen. Ziel des NABU ist es, Menschen miteinander zu vernetzen, die den Fledermausschutz in Deutschland bekannter machen und voran bringen.
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