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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

Karlsruhe: Waldkauz, Blindschleiche und Klatschmohn
Der Klatschmohn ist Blume des Jahres / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Waldkauz, Blindschleiche und Klatschmohn
Manche "Art des Jahres" ist auch in Karlsruhe anzutreffen

Verschiedene Verbände und Institutionen benennen alljährlich Arten des Jahres. Der Naturschutzbund Deutschland zählt mehr als 30 „Jahreswesen“ auf, darunter beispielsweise das „gefährdete Nutztier des Jahres“, die deutsche Pekingente, oder den „Pilz des Jahres“, das Judasohr.

Vogel des Jahres ist der Waldkauz. Er bevorzugt Laub- und Mischwälder sowie reich strukturierte Landschaften wie Wälder, Wiesen oder Streuobstbestände. Die Forstverwaltung hilft ihm wie auch anderen Tieren durch ihr Alt- und Totholzkonzept, mit dem Habitatbaumgruppen von etwa zehn bis 15 Bäumen und rund einem bis drei Hektar große Waldrefugien ausgewiesen werden.

Den eigentlich im Wald lebenden Waldkauz gibt es im gesamten Karlsruher Stadtgebiet. Im Gegensatz zur Haselmaus, dem Wildtier des Jahres. Sie ist keine Maus, sondern gehört zur Familie der Bilche. Weil die Landschaft immer strukturärmer wird und weniger Hecken und Feldgehölze vorhanden sind, wird sie auch hier immer seltener. Das etwa sieben Zentimeter kleine, nachtaktive Tier ist sehr scheu. Es klettert gerne im Gebüsch, hält momentan aber Winterschlaf. Auch der Baum des Jahres, die Fichte, ist im Karlsruher Stadtgebiet nicht mehr nennenswert vorzufinden, weil die klimatischen Verhältnisse nicht geeignet sind. Es ist für den einstigen „Brotbaum der Forstwirtschaft“ in Karlsruhe zu warm und es gibt zu wenig Niederschläge. Der Flachwurzler ist durch den Klimawandel bedroht. Er war einstmals in Karlsruhe und an vielen anderen Orten im Übermaß angepflanzt.

Immer weitere Verbreitung, wahrscheinlich als Gewinnerin des Klimawandels, findet die Gottesanbeterin. Das Insekt des Jahres war frĂĽher nur am Kaiserstuhl zuhause, breitet sich aber seit etwa 15 Jahren auch in Karlsruhe aus. Wenn ein Garten nicht naturfern angelegt ist, bietet er Heimat fĂĽr die Blindschleiche, das Kriechtier des Jahres.

Relativ anspruchslos ist der Klatschmohn, die Blume des Jahres. Er ist, anders als andere Ackerwindenkräuter, noch nicht gefährdet, geht aber wegen intensiver Landwirtschaft zurück. Zu finden ist er auch auf Brachflächen. Blütenreiche, nicht hochgedüngte Wiesen liebt der Schmetterling des Jahres 2017, die Goldene Acht. Dort auch noch zu finden, aber eher selten, ist die Knautien-Sandbiene als Wildbiene des Jahres. Die Gemeine Keiljungfer, Libelle des Jahres, fliegt von Mai bis Juli an Ufern größerer Flüsse und an Seen.

zum Bild oben:
NOCH NICHT GEFÄHRDET: Der Klatschmohn ist Blume des Jahres. Seine Bestände gehen aber wegen intensiver Landwirtschaft zurück./ Foto: Stadt Karlsruhe
 
 

NABU setzt auf Mobilitätsangebote der Deutschen Bahn
Foto: DB/Christoph Dross
 
NABU setzt auf Mobilitätsangebote der Deutschen Bahn
Corporate-Carsharing-Station der DB Rent an der NABU-Bundesgeschäftsstelle eröffnet

Am 11. Januar haben Sylvia Lier, Vorsitzende der Geschäftsführung DB Rent und Andreas Gehlhaar, Umwelt-Chef der DB gemeinsam mit NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller eine Corporate-Carsharing-Station der DB Rent an der Bundesgeschäftsstelle des NABU eröffnet. In der Charitéstraße 3 in Berlin-Mitte werden künftig fünf Flinkster Carsharing-Fahrzeuge zu Hause sein. Das Besondere: Die Fahrzeuge sind sowohl für dienstliche und private Fahrten der NABU-Mitarbeiter als auch für Flinkster-Kunden zur Nutzung freigegeben. Mitarbeiter wie auch private Kunden können die Autos vorreservieren, um zum Zeitpunkt der geplanten Fahrt verlässlich auf ein Fahrzeug zurückgreifen zu können.

Weil die DB Rent das Risiko für die Auslastung der Fahrzeuge trägt, müssen dafür von Seiten des NABU keine Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Durch den innovativen Pay-per-use-Ansatz zahlt der NABU nur für die tatsächliche Nutzung der Fahrzeuge. Angeboten werden zwei Ford Fiesta, zwei Ford Focus Kombi und ein Ford Mondeo.
„Corporate Carsharing ist wirtschaftlich effizienter und umweltfreundlicher als der klassische Dienstwagen-Fuhrpark, sagt Sylvia Lier, Vorsitzende der Geschäftsführung DB Rent. „Gemeinsam mit dem NABU bieten wir intelligente und clever vernetzte Mobilität nach Maß.“

„Wir brauchen einen ehrlichen und aktiven Klimaschutz. Dazu reichen die Deutsche Bahn und der NABU sich die Hand. Als das grüne Mobilitätsunternehmen nehmen wir damit unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr“, sagt Andreas Gehlhaar, Umwelt-Chef der DB.

Ziel des NABU ist es, für Dienstreisen eine klimaschonende Mobilität aus einer Hand zu bekommen. Mit der Bahn als primärem Verkehrsmittel und bedarfsgerechten Anschlussmöglichkeiten durch Flinkster und Call a Bike. „Der NABU setzt in Sachen Mobilität insbesondere auf die Schiene. Wenn das Auto gebraucht wird, dann möglichst geteilt. Mit den Angeboten von DB Rent können wir auf verschiedene Fahrzeugkategorien zurückgreifen. Aber auch für Privatfahrten stehen die Fahrzeuge unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern künftig zur Verfügung. Dadurch wird das eigene Fahrzeug immer überflüssiger“, sagt Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des NABU, der NAJU und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe stehen am Standort Berlin darüber hinaus für Dienstwege im Stadtgebiet NABU-eigene Fahrräder zur Verfügung.
 
 

 
BUND und NABU sehen Bund und Länder in der Pflicht
Gesamtkonzept fĂĽr die Elbe darf kein Papiertiger bleiben

Bund und Länder haben heute am 17. Januar 2017 ein Gesamtkonzept für die Elbe (GKE) beschlossen. Damit wird eine wichtige Grundlage geschaffen für den zukünftigen Umgang mit der Elbe. Mit dem Konzept wollen Bund und Länder die Nutzung der Elbe als Wasserstraße mit den Zielen des Naturschutzes in Einklang bringen. Die Umweltverbände BUND und NABU sehen nun die Politik in Bund und Ländern in der Pflicht, das Konzept mit Leben zu füllen und die offenen Fragen und Konflikte zu klären. Die Elbe ist aus Naturschutzsicht von besonderer Bedeutung, weil sie der letzte weitgehend frei fließende Fluss in Deutschland ist.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Die Umweltverbände konnten bei Bund und Ländern erreichen, dass der Stopp und die Umkehr der Sohlerosion ganz oben auf die Agenda gesetzt wurde. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für den Schutz der Flussauen entlang der Elbe. Damit haben wir eines der wesentlichen Naturschutzziele verankert. Politik und Verwaltung müssen nun zeigen, dass sie diese Herausforderung zügig angehen. Wir werden den weiteren Prozess kritisch begleiten und sehr genau hinschauen.“

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Gut ist, dass Bund und Länder den Schutz der Elbe endlich gemeinsam angehen wollen. Um an der Elbe ökologische Hochwasserschutzmaßnahmen voranzubringen und mehr für die Sicherung der Flussauen zu tun, sind zwischen Bund und Ländern jetzt umgehend die Kompetenzen zu klären und die Fragen der Finanzierung zu beantworten.“
 
 

 
NABU: Zehn Jahre nach Orkan "Kyrill" – Waldumbau vorantreiben
Laubmischwälder trotzen Unwetter besser als Fichten-Monokulturen

Zehn Jahre nach dem Orkan „Kyrill“ sieht der NABU den Waldumbau hin zu naturnäheren und widerstandsfähigeren Wäldern als noch ausbaufähig an. Nach wie vor ist der Anteil naturferner Nadelwälder hoch. Naturnahe Laubmischwälder, die derzeit gerade mal auf gut einem Drittel der Waldfläche vorkommen, waren in der Vergangenheit kaum von den großen Stürmen betroffen. Der NABU sieht angesichts der schweren Schäden, die unter anderem „Kyrill“ vor zehn Jahren angerichtet hat, weiterhin großen Bedarf, die Entwicklung von naturnahen Wäldern in Deutschland voranzutreiben.

„Es ist davon auszugehen, dass schwere Unwetterereignisse, wie Stürme und Starkregen, als Folge des Klimawandels weiter zunehmen werden. Wir Menschen können dabei nur von der Natur lernen: Unsere heimischen Laubwälder haben über Jahrhunderte gute Strategien gegen extreme Wetterereignisse entwickelt. Deshalb müssen wir die Entwicklung widerstandsfähiger Wälder fördern und den Waldumbau hin zu naturnahen Wäldern vorantreiben. Das sollte eine prioritäre Aufgabe der Forstwirtschaft sein“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Viele Waldbesitzer setzen aus ökonomischen Gründen wieder vermehrt auf die Förderung von Fichte und Kiefer oder pflanzen nicht-heimische Baumarten wie Douglasie und Küstentanne an, weil diese Baumarten schnell wachsen und Nadelhölzer zu gut 80 Prozent den wirtschaftlichen Ertrag der Forst- und Holzindustrie ausmachen. Die zur Flachwurzel neigende Fichte wird im Zuge des Klimawandels mit Trockenheit zu kämpfen haben, in Kiefer-Monokulturen treten zudem zunehmend Massenvermehrungen von nadelfressenden Insekten auf. Auch der nach Kyrill verstärkte Anbau von Douglasien ist aus NABU-Sicht kritisch zu sehen, da diese in Deutschland nicht heimisch sind und als ähnlich anfällig für starke Winde gelten wie die Fichte.

„Bei Sturm sind Nadelhölzer besonders gefährdet. Sie tragen auch im Winter Nadeln und bieten damit eine große Angriffsfläche für den Wind. Gerade Fichten-Monokulturen sind oft so dicht aufgewachsen, dass die Bäume auf die Stabilisierung der Nachbarbäume angewiesen sind. Reißt der Wind ein Loch in solch einen Forst, kommt es zum Dominoeffekt und die Bäume kippen der Reihe nach um. Natürliche Laubmischwälder sind deutlich stabiler, weil sie im Winter keine Blätter haben und im Boden meist gut und tief verwurzelt sind“, so Tschimpke weiter.

Der NABU fordert von Bund und Ländern klare Anreize für den Umbau der Nadelforste in artenreiche heimische Laubmischwälder zu schaffen und auszubauen. Ziel müsse es sein, den ökologischen Zustand unserer Wälder deutlich zu verbessern und den Artenschwund im Wald zu stoppen. Politik, Waldbesitzer, Waldbewirtschafter und Naturschützer stünden gemeinsam in der Pflicht, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass der Schutz und die Nutzung des Waldes miteinander in Einklang gebracht und Deutschlands Wälder fit gemacht werden für die Herausforderungen des Klimawandels.

„Klimaschutz – und das heißt auch die Verringerung der Risiken für die Wirtschaftswälder – muss Hand in Hand gehen mit dem Schutz der biologischen Vielfalt. Deshalb sind auch in den Wirtschaftswäldern weiterhin die heimischen Laubbaumarten wie Rotbuche, Eiche, Birke, Linde und Vogelkirsche zu fördern“, so NABU-Waldexperte Stefan Adler.
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Wintererlebnis am Schauinsland
Forstamt appelliert an das Umweltbewusstsein aller Besucher

Auf den Wegen bleiben, Hunde an die Leine, Abfall mitnehmen

Tief verschneit präsentiert sich derzeit Freiburgs Hausberg,
der Schauinsland. Die ergiebigen Schneefälle der letzten
Wochenenden haben bis in die Tallagen ausgezeichnete
Bedingungen fĂĽr Wintersport geschaffen. So laden die Loipen,
Winterwanderwege, Rodelhänge und Skipisten zu
besonderem WintervergnĂĽgen ein.

Viele dieser Abfahrten, Loipen und Wege liegen im
Naturschutzgebiet Schauinsland. Sie wurden so angelegt,
dass ein Miteinander von Naturschutz, Erholung und Sport
möglich ist. „Leider führt die Unkenntnis über den
Streckenverlauf und die Lust auf ein Abenteuer abseits der
Massen dazu, dass der Bergwald im Naturschutzgebiet auf
immer neuen, individuellen AbkĂĽrzungen befahren wird. Dies
ist ein groĂźes Problem fĂĽr die Wildtiere, denen keine
Rückzugsbereiche mehr bleiben“, sagt Philipp Schell,
Revierförster am Schauinsland.

Wild lebende Tiere sind im Winter hohen Belastungen
ausgesetzt. Die Kälte zehrt an ihnen, Nahrung ist knapp und
schwer zu erreichen. Werden sie dann noch durch
Wintersportler gestört und zur Flucht gezwungen, verbrauchen
sie dabei viel Energie. Oft können sie diesen Energieverlust
nicht mehr ausgleichen und werden stark geschwächt. Im
Extremfall sterben sie den Erschöpfungstod.
Darum appelliert das städtische Forstamt an alle
Besucherinnen und Besucher des Naturschutzgebietes
Schauinsland:

o Seien Sie fair zur Natur! Bleiben Sie bei AusflĂĽgen am
Freiburger Hausberg und im winterlichen Bergwald
unbedingt auf den ausgewiesenen Pisten, Loipen und
Winterwanderwegen. Sie sind so angelegt, dass sie die
Ruhezonen fĂĽr Wildtiere nicht durchqueren.
o Gegen ein gemeinsames Wintererlebnis mit Ihrem
Hund spricht nichts, sie sollten ihn aber unbedingt an
die Leine nehmen.
o Das Erlebnis Winterwald lebt auch von der Stille.
Vermeiden Sie unnötigen Lärm. Das freut die Wildtiere
und die ĂĽbrigen Besucher.
o Nehmen Sie Ihre Eindrücke mit ins Tal – und Ihren
Abfall.
o Verzichten Sie auf Wintersportaktivitäten in der
Dämmerung oder bei Nacht. Das sind oft die einzigen
annähernd störungsfreien Zeiten, die den Wildtieren zur
Nahrungsaufnahme bleiben.

Die Winterwanderkarte zum Schauinsland gibt es bei der
Schauinslandbahn, dem Forstamt in der GĂĽnterstalstraĂźe 71
und der Tourist-Info am Rathausplatz.

Das Forstamt wĂĽnscht viel SpaĂź im Schnee!
 
 

 
Klage gegen Offshore-Park geht ans Oberverwaltungsgericht MĂĽnster
Windpark Butendiek vertreibt streng geschützte Vögel aus Schutzgebiet

Am 11. Januar hat der NABU Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln im Fall des umstrittenen Offshore Windparks Butendiek westlich von Sylt eingereicht. Die Richter hatten die Klage des NABU auf Sanierung eines Umweltschadens Ende November 2016 abgelehnt. Jetzt entscheidet in nächster Instanz das Oberverwaltungsgericht Münster darüber, ob die Klage begründet ist und wie der Gebietsverlust im Vogelschutzgebiet „Östliche Deutsche Bucht“ durch den Windpark saniert werden kann. „Leider stützt das Urteil das verantwortungslose Taktieren der zuständigen Bundesbehörden. Ein Vogelschutzgebiet wird zerstört und alle schauen weg“, kritisiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Frühjahr 2016 zeigen, dass seltene Stern- und Prachttaucher, aber auch Alken- und Möwenvögel die Windparks mit über sechs bis acht Kilometern Abstand viel weiträumiger meiden als vorhergesagt. Butendiek führt mit weiteren angrenzenden Windparks dazu, dass die Vögel aus dem Schutzgebiet heraus gedrängt werden. „Die Ergebnisse sind beunruhigend. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hält bis heute wichtige Monitoringergebnisse zurück, was im Rechtsverfahren dazu führte, dass das Bundesamt für Naturschutz die Frage des Umweltschadens nicht bewerten konnte“, so Miller. Jetzt hat der NABU einen Antrag nach Umweltinformationsgesetz gestellt, um die Daten selbst auswerten zu können.

Das Kölner Gericht wies die Klage des NABU auf Schadenssanierung ab, da es die Rechtsauffassung vertritt, dass das Umweltschadensgesetz wie hier bei genehmigten Windparks nicht anwendbar sei. Hiermit wäre dessen Anwendungsbereich drastisch eingeschränkt. Sollte sich diese Auffassung in Deutschland durchsetzen, würde nach NABU-Meinung die EU-Umwelthaftungsrichtlinie ad absurdum geführt. „Das Oberverwaltungsgericht muss diese dringende Frage jetzt klären. Das kann Jahre dauern. Diese Zeit haben die Vögel in der Nordsee aber nicht. BSH und BfN müssen sofort handeln und Maßnahmen zum Schutz der Arten im EU-Vogelschutzgebiet einleiten. Sonst ist es bald zu spät“, mahnt Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte.

Im April 2014 hatte der NABU Klage gegen den Offshore Windpark Butendiek westlich von Sylt eingelegt. Der NABU warnte vor Auswirkungen auf streng geschützte Seevögel und Schweinswale und stützte sich auf ein eigenes Rechtsgutachten, welches grobe Verstöße im Genehmigungsverfahren des BSH offenlegte. „Es folgten drei Verfahren an zwei Verwaltungsgerichten mit zweifelhaften Rechtsauffassungen, langen Zuständigkeitsdebatten und wiederholten Verzögerungstaktiken der Behörden. Jetzt stellen wir fest, dass streng geschützte Arten aus weiten Teilen des EU-Vogelschutzgebietes vertrieben werden. Ein klarer Verstoß gegen EU-Recht“, so Detloff.
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NABU: Viele Menschen, wenig Vögel
Erlenzeisig / Foto: Frank Hecker
 
NABU: Viele Menschen, wenig Vögel
Zwischenergebnisse zur Stunde der Wintervögel aus über 56.000 Gärten

Die siebte bundesweite „Stunde der Wintervögel“ steuert auf einen neuen Teilnahmerekord zu: Bis zum heutigen Dienstag sind deutschlandweit bereits Meldungen von mehr als 87.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunden aus über 56.000 Gärten beim NABU und seinem bayerischen Partner LBV eingegangen. Noch bis zum 16. Januar können Zählergebnisse nachgemeldet werden, und auch die Eingabe der postalisch eingegangenen Meldungen steht noch aus. Daher erwartet der NABU den Vorjahresrekord von 93.000 Teilnehmern deutlich zu übertreffen.

Weniger erfreulich sind die Zählergebnisse. Wie schon im Vorfeld befürchtet, fehlt ein Teil der sonst in den Gärten zu beobachtenden Wintervögel: Statt der knapp 42 Vogelindividuen pro Garten im langjährigen Mittel wurden in diesem Jahr nur 34 Vögel pro Garten gemeldet – ein Rückgang von knapp 20 Prozent. „Noch vor einem Jahr entsprachen die Zahlen den üblichen Werten. Damit bestätigen sich durch die systematische Bestandserfassung im Rahmen der Aktion die zahlreichen Meldungen von besorgten Bürgern, die in den vergangenen Monaten von gähnender Leere an den Futterhäuschen berichteten“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Ein genauer Blick auf die vorläufigen Ergebnisse macht den Experten des NABU jedoch Mut: „Die extrem niedrigen Beobachtungsraten beschränken sich auf solche Vogelarten, deren Winterbestände hierzulande sehr stark vom Zuzug von Artgenossen aus dem kälteren Norden und Osten abhängen“, sagt Miller.

Besonders deutlich wird dies bei allen sechs heimischen Meisenarten: Die häufigen Kohl- und Blaumeisen sind in diesem Winter um ein Drittel weniger, die selteneren Tannen-, Hauben-, Sumpf- und Weidenmeisen jeweils nur etwa halb so oft gesehen worden wie im Vorjahr. Auch die Hälfte der Kleiber und Schwanzmeisen fehlt. Die Winterbestände der Finkenarten Kernbeißer (Minus 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und Erlenzeisig (Minus 74 Prozent) sind dagegen lediglich – nach ihren Höhenflügen im vergangenen Winter – auf Normalmaß geschrumpft. „Andererseits haben wir ungewöhnlich hohe Zahlen von Arten, deren Bestände immer nur teilweise von uns nach Süden abwandern“, stellt Miller fest. Zu diesen Arten gehört vor allem der Star, außerdem Amsel, Ringeltaube, Heckenbraunelle und Singdrossel. Diese Arten sind jedoch generell im Winter in kleineren Zahlen bei uns vertreten, so dass sie das Fehlen der häufigen Wintervögel nicht ausgleichen können.

„Der Vergleich mit Daten aus der Beobachtung des Vogelzugs im vergangenen Herbst legt nahe, dass eine besonders geringe Wanderneigung vieler Vögel die auffallend niedrigen Vogelzahlen dieses Winters plausibel erklären“, so Miller. Dazu passe auch, dass die Rückgänge bei Meisen und Co. im Norden und Osten Deutschlands am geringsten ausfallen, Richtung Südwesten aber immer größer werden. „Vermutlich aufgrund des bis zum Beginn des Zählwochenendes extrem milden Winters haben manche Wintervögel in diesem Jahr wohl auf halber Zugstrecke Halt gemacht.“

Nicht ausgeschlossen werden kann jedoch, dass auch ein schlechter Bruterfolg bei Meisen und anderen Waldvögeln im vergangenen Frühjahr zur niedrigen Zahl an Wintervögeln in den Gärten beigetragen hat. Dies kann wiederum anhand der Ergebnisse der nächsten großen Vogelzählung überprüft werden, wenn im Mai wieder tausende Vogelfreunde im Rahmen der „Stunde der Gartenvögel“ die Brutzeitbestände der heimischen Gartenvögel erfassen.

Eine Endauswertung der Ergebnisse zur „Stunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar geplant.
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Ă–KO-TEST Feldsalat
Gefährliches Grün

In der aktuellen Januar-Ausgabe wollte ÖKO-TEST wissen, wie stark Feldsalat mit Pestiziden und anderen Schadstoffen belastet ist. Die Labore fanden in einigen Proben verschiedene Spritzgifte, teilweise waren besonders gefährliche Stoffe darunter. Bei manchen Salaten wurden zudem erhöhte Nitratwerte und bedenkliche Chlorverbindungen analysiert.

Das Verbrauchermagazin hat je drei Feldsalat-Proben von elf Lebensmittelgeschäften ins Labor geschickt. Ziel war es nicht nur, einzelne Salate zu testen, sondern auch zu prüfen, mit welcher durchschnittlichen Qualität Kunden in den einzelnen Supermärkten, Discountern und Bio-Läden rechnen können. Die Gesamtnote „sehr gut“ kann ÖKO-TEST nur ein einziges Mal attestieren: für die Proben eines Bio-Händlers.

Ausnahmslos alle konventionellen Handelsketten haben aber Probleme mit besonders gefährlichen Pestiziden wie etwa dem Pilzbekämpfungsmittel Iprodion, das als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft ist. Leider ist auch Bio nicht ganz ohne: Vier von sechs Bio-Feldsalaten enthalten das bienengiftige Insektenbekämpfungsmittel Spinosad.

Weitere Kritikpunkte bei den Feldsalaten sind unter anderem die zu hohen Nitratwerte und Perchlorat. Letzteres hemmt die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse. Nitrat ist zwar relativ unbedenklich, kann im Körper aber zu Nitrit umgebaut werden, was die Bildung krebserregender Nitrosamine begünstigt.

Das Ă–KO-TEST-Magazin Januar 2017 gibt es seit dem 29. Dezember 2016 im Zeitschriftenhandel.
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