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Freitag, 23. August 2019
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Verschiedenes

 
Die zwei Seiten der Mistel
Heilpflanze breitet sich massiv aus, mit fatalen Folgen für Obstbäume - befallene Äste jetzt zurückschneiden

Im Winter sieht man sie von Weitem: Misteln. Den kugelig wachsenden Pflanzen werden Heilkräfte nachgesagt – und das nicht erst seit Asterix und Obelix. Die Laubholz-Mistel (Viscum album) ist deutschlandweit stark auf dem Vormarsch, für Obstbäume wird sie zunehmend zur Gefahr. Der NABU schlägt daher Alarm – vor allem mit Blick auf Streuobstwiesen.

„Für einige Gegenden sind Misteln inzwischen zum echten Problem geworden. Die Pflanzen leben als Halbschmarotzer und entziehen dem Wirt mit ihren Saugwurzeln Wasser und Nährstoffe. Besonders gefährlich wird es für Bäume, die nicht rechtzeitig und regelmäßig gepflegt werden“, so Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst.

Der NABU rät daher, jetzt, im Spätwinter und zeitigen Frühjahr, befallene Obstbäume zu beschneiden. Äste mit Mistelbefall sollten mindestens 30 bis 50 Zentimeter ins gesunde Holz zurück abgesägt werden. Damit kann die Ausbreitung der Pflanze in der Regel gestoppt werden, wenn der Baum noch nicht zu stark angegriffen ist. Andere Bekämpfungsmethoden, wie etwa das Abschneiden der Misteln oder ihr Abdecken mit schwarzer Folie, haben sich nicht als erfolgreich erwiesen. Besonders häufig betroffen sind Apfelbäume sowie Ebereschen, auch als Vogelbeere bekannt. Keine Gefahr besteht hingegen für Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Zwetschgen.

Für die Verbreitung der Misteln hat sich die Natur einen besonderen Trick einfallen lassen: Ihre weißen Früchte sind extrem klebrig. „Viele Vögel naschen gern an den Beeren. Ein Teil der Früchte bleibt dabei an ihren Schnäbeln haften. Wetzen die Vögel den Schnabel an einem Zweig oder hinterlassen dort ihren Kot, kleben die Mistelsamen an der Rinde des künftigen Wirtsbaumes fest. So kann sich die Mistel über mehrere Kilometer verbreiten“, erklärt Rösler. Untersuchungen in Berlin und Brandenburg hätten gezeigt, dass mindestens 27 Vogelarten die Mistelbeeren auf dem Speiseplan haben, darunter die vergleichsweise seltene Misteldrossel und der Seidenschwanz, ein Wintergast aus Skandinavien und Russland, aber auch häufige Arten wie Sing- und Wacholderdrossel.

Misteln wachsen vergleichsweise langsam. Erst im zweiten Jahr bildet sich der erste verzweigte Spross mit ledrigen Laubblättern. Bis die Pflanze ihre typische kugelige Form erreicht, vergehen viele weitere Jahre. Misteln können dabei bis zu 70 Jahre alt werden. Vor allem von Böden, die stark mit Stickstoff versorgt sind, profitieren die Misteln enorm.

Die Laubholz-Mistel breitet sich nahezu flächendeckend in Deutschland aus. Auffällig stark vermehrt sie sich in süd- und mitteldeutschen Regionen, beispielsweise im Saarland, der Pfalz, Franken aber auch den östlichen Bundesländern. Der Befall in den Streuobst-Beständen ist hier so massiv, dass NABU-Fachleute von einer Gefährdung der Streuobstbestände ausgehen. Im nördlichen Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie an der Ostseeküste ist die Mistel zwar auch auf dem Vormarsch, hier gilt sie aber noch nicht als Gefahr für Hochstamm-Obstbäume.

Als Ursachen für die Ausbreitung der Mistel sehen die NABU-Experten vor allem die unregelmäßige Pflege von Streuobstbeständen. Daneben begünstigen wohl auch klimatische Veränderungen, wie lange Trockenphasen und der daraus resultierende Stress für die Obstbäume, den Vormarsch. Gleichzeitig rückt die Mistel auch in höhere Lagen vor, inzwischen befällt sie Bäume in Lagen über 1.000 Meter. „In vielen Gegenden hält sich zudem das hartnäckige Gerücht, Misteln stünden unter besonderem Schutz – das ist falsch. Sie dürfen geschnitten werden und sollten es auch“, so Rösler.

Nach Ansicht des NABU sind längst noch nicht alle Fragen zur Ausbreitung sowie Methoden zur Bekämpfung der Mistel geklärt. Daher fordern die Streuobst-Experten von den Obst-Forschungseinrichtungen in Bund und Ländern, die Ausbreitung der Mistel systematisch zu untersuchen, biologische Bekämpfungsmethoden zu erproben und Kommunen sowie Verbände über den jeweils aktuellen Stand in Sachen Forschung und Bekämpfung zu informieren.
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35 Landkreise weigern sich, Bioabfall getrennt zu sammeln
NABU fordert von Kommunen die flächendeckende Einführung einer Biotonne zum Schutz von Klima und Ressourcen

Nach NABU-Recherchen weigern sich immer noch 35 aller 402 Landkreise und kreisfreien Städte, eine Biotonne einzuführen. Seit Januar 2015 schreibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz die Getrenntsammlung von Bioabfall jedoch vor. Die Gründe für die Verweigerung sind vielfältig: Mal muss sichergestellt sein, dass die örtliche Verbrennungsanlage genug Brennstoff hat, also Bioabfall gemeinsam mit dem Restmüll abgeholt wird. Mal wird die Getrenntsammlung als zu großer Aufwand in dünn besiedelten Regionen dargestellt und manchmal sollen die Bürgerinnen und Bürger schuld sein, die nicht ordnungsgemäß den Abfall trennen. Nach Ansicht des NABU sind dies keine Gründe, gängiges Recht zu missachten.

Mit einer Biotonne werden die Gesetzesvorgaben am verbraucherfreundlichsten mit hohem Sammelerfolg umgesetzt. Verdorbene Lebensmittel, Küchenabfälle und Grünschnitt fallen in jedem Haushalt an. Werden sie getrennt eingesammelt, kann daraus klimafreundliches Biogas oder wertvoller Kompost gemacht werden. In Deutschland fällt so viel Bioabfall an, dass klassische Komposthaufen in der Gartenecke keine Lösung darstellen. Weil die Bioabfälle so wertvoll sind, wurde vielerorts die Biotonne eingeführt. Biogas und Kompost werden daraus in industriellem Maßstab gewonnen. Die Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger tragen so erheblich zum Klima- und Bodenschutz vor der Haustür bei.

Der NABU fordert die Kommunen auf, flächendeckend Bioabfälle am besten in der Biotonne getrennt zu sammeln und die Menschen regelmäßig und umfassend über die Vorteile dieser Maßnahme zu informieren und zu beraten.
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Freiburg: Im Zeichen des Wassers
 
Freiburg: Im Zeichen des Wassers
Das Waldhaus stellt sein Jahresprogramm 2017 vor

Die Stiftung Waldhaus ist nach einem erfolgreichen Jahr 2016 dieser
Tage in die neue Saison gestartet. Im vergangenen Jahr haben ĂĽber
26.000 Besucherinnen und Besucher die Angebote im und vom
Waldhaus genutzt. Nun lockt wieder ein buntes Programm rund um
die Themen Wald und Nachhaltigkeit.

Eine der wichtigsten Funktionen des Ă–kosystems Wald liegt in seiner
Bedeutung fĂĽr den Wasserhaushalt und das Klima. Daher steht das
Waldhaus-Programm 2017 im Zeichen des Wassers. Vom 5. Mai
bis 22. Oktober lädt die Ausstellung „Ich sehe Was(ser), was du nicht
siehst“ ein, dem Verbrauch und der Nutzung unseres wichtigsten
Lebenselements interaktiv auf die Spur zu kommen. Begleitend dazu
gibt es fĂĽr alle Altersstufen Angebote zum Thema, von Exkursionen,
Vorträgen, Workshops und Bootstouren bis hin zu Konzerten. Am 25.
Juni findet ein ganztägiges Wasserfest in Kooperation mit dem EineWelt-Forum,
Regiowasser und anderen Partnern statt.

DarĂĽber hinaus zeigt das Waldhaus 2017 drei weitere Ausstellungen.
Bis zum 26. März sind noch die farbigen Holzschnitte von Brian
Curling zu sehen. Der Künstler bietet am 11. und 12. März im
Waldhaus einen Holzschnitt-Workshop an und führt am 12. März
persönlich durch die Ausstellung.
Im April zeigt das Waldhaus die Werksausstellung „Kunst trifft Natur“
der pädagogischen Ideenwerkstatt BAGAGE. Dazu passend gibt es
am 8. April einen Workshop zum Thema „Astwerke“.
Im November kommen dann „Wildtiere und Waldlandschaften“ ins
Waldhaus, eine Ausstellung mit Tierpräparaten und Acrylbildern von
Friedemann Knappe.

Die Grünholzwerkstatt lädt zu einer Vielzahl an Kursen,
Fortbildungen und Workshops ein, vom Skulpturenschnitzen ĂĽber
einen Staudenhalterworkshop bis zum traditionellen Bootsbaukurs in
den Herbstferien. Zum dreitägigen Hockerbaukurs mit Franz-Josef
Huber sollte man sich schnell anmelden. Er findet am 29. März und
am 11. und 12. Juli statt.

Natürlich kommt auch Fräulein Brehm wieder regelmäßig sonntags
ins Waldhaus und hat neben Wolf, Luchs, Bär und anderen
heimischen bedrohten Wildtierarten den Hering als
„schwärmerischen Individualisten“ neu im Gepäck. Der Eintritt ist für
Inhaber der Freiburger Familien-Card gratis. Das gilt auch fĂĽr die
Buchbindekurse, die sich neben den Backtagen, Papierschöpfen und
Grünholzschnitzen in der Reihe „Sonntagswerkstatt“ vor allem an
Familien mit Kindern richten.

Außerdem geht es auf Spaziergängen und Wanderungen das
ganze Jahr hindurch raus in die Natur. Am 17. September fĂĽhrt ein
ganztägiger Ausflug nach Inzigkofen und Hundersingen zu
Renaturierungsprojekten der Flusslandschaft Donau. Eine
Zweitageswanderung mit Übernachtung lädt vom 23. bis 24.
September dazu ein, das neue Biosphärengebiet zu erkunden.

Weitere Höhepunkte sind die beiden Veranstaltungen in der Reihe
„Wälder der Welt“: Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage geht die
Reise am 21. Mai in den Senegal und am 26. November nach Japan.
Am 8. Oktober gibt es eine Frischpilzschau und am 22. Oktober lädt
der „Waldherbst“ mit Rückepferden und Holzerntemaschinen
insbesondere wieder Familien ins Waldhaus ein.

Das Waldhaus öffnet ab März dienstags bis freitags 10 bis 17 Uhr,
sonn- und feiertags 12 bis 17 Uhr. Angebote fĂĽr Schulklassen gibt es
nach Absprache auch über die regulären Öffnungszeiten hinaus. Info
unter Tel. 0761/89647710 oder www.waldhaus-freiburg.de.
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NABU und LBV: Live im Wohnzimmer bei Familie Waldkauz
Zwei Webcams im Allgäu und in Berlin zeigen Brut und Aufzucht des Vogel des Jahres 2017

Nach dem Schlüpfen wiegen sie 28 Gramm und sehen aus wie kleine Federkugeln: Die Brut und Aufzucht von jungen Waldkäuzen – „Vogel des Jahres 2017“ – können ab sofort unter www.NABU.de/webcam mit verfolgt werden. Möglich ist dies über zwei Webcams des NABU und seines bayerischen Partners, Landesbund für Vogelschutz (LBV). Eine Webcam steht in Berlin, die andere in Kempten im Allgäu. Die Kameras verfolgen ab heute den Nestbau und das Ausbrüten der Eier und sind Tag und Nacht geschaltet.

Der Waldkauz brütet nur einmal im Jahr. Das Weibchen brütet allein, nur in den Brutpausen und zur Nahrungsübergabe kommt das Männchen hinzu. Bis dahin muss das Männchen jedoch das Weibchen von seinen Qualitäten überzeugen. Durch „kollerndes“ Nestlocken weisen verliebte Käuze der Dame ihres Herzens den Weg zu geeigneten Bruthöhlen. Bei der Balzfütterung präsentieren sie ihre Jagdkünste. Stimmt die Qualität und Menge der Beute und gefällt der Waldkauzdame der Brutplatz, entscheidet sie sich für eine meist lebenslang andauernde, treue Paarbeziehung.

„Eulen sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. Es gilt, sie zu schützen, ihre Bestände zu stabilisieren oder zu vermehren“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Stellvertretend für alle Eulenarten ist der Waldkauz daher der Vogel des Jahres 2017. Mit ihm wollen wir für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks werben und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisieren.“

In Berlin wird ein Waldkauz-Nistkasten der NABU-Gruppe Reinickendorf am grünen Rand der Hauptstadt von zwei Kameras beobachtet. Das Waldkauzpaar wohnt aktuell noch getrennt, das kann sich aber ändern. „Dort wird es spannend, denn in den vergangenen Jahren wurde der Kasten fast durchgehend von einem Männchen als Schlafplatz genutzt, gebrütet wurde in einem anderen Kasten. Doch in diesem Jahr sieht es so aus, als könnte das Männchen sein Weibchen zu einem Umzug in den Webcam-Kasten überreden. An den meisten Tagen halten sich beide Käuze im Kasten auf, die Brut könnte jederzeit beginnen“, sagt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann.

Die Waldkauzmutter bleibt während der Brutzeit fest auf dem Gelege, das in der Regel aus zwei bis vier Eiern besteht, die meist in zweitägigem Abstand gelegt werden. In Ausnahmefällen befinden sich auch mal ein bis sieben Eier im Nest. Die Brut beginnt häufig schon nach der Ablage des ersten Eis und dauert für jedes Ei 28 bis 29 Tage.

Im Alter von etwa einem Monat verlassen die noch nicht flugfähigen Jungen das Nest und sitzen meist – scheinbar verlassen – auf Zweigen in Nestnähe. Sie werden dann „Ästlinge“ genannt und geben ihre Position durch ständige heisere „kszik“-Rufe kund. Zwei bis drei Wochen später sind sie flugfähig, werden aber erst mit drei Monaten selbstständig. Bis dahin kümmern sich die Eltern weiter um die Jungen. „Nur die Hälfte der Jungvögel überlebt das erste Lebensjahr. Einmal erwachsen, können sie in freier Natur bis zu 19 Jahre alt werden“, so Lachmann.

„Bereits 2006 wurde der Nistkasten im Privatwald der Familie Markert montiert. Der schöne Buchen-Hangwald am Mariaberg im Allgäu ist ein ideales Brutrevier für den Waldkauz. Seit 2007 brüten die Eulen jedes Jahr in der von der LBV-Kreisgruppe entwickelten Rundhöhle und sind auch in diesem Jahr schon eingezogen“, sagt LBV-Kreisgruppenvorsitzender Kempten und Betreuer der Webcam Thomas Blodau. „Wir hoffen jetzt, dass es schöne Bilder vom Bruterfolg für die Zuschauer geben wird, bislang hat es jedes Jahr geklappt.“

Der Bestand des Waldkauzes in Deutschland beträgt laut dem Atlas deutscher Brutvogelarten 43.000 bis 75.000 Brutpaare und wird langfristig als stabil eingeschätzt. Der für die Arterhaltung entscheidende Bruterfolg hängt jedoch vor allem von der Qualität des Lebensraums ab. Das Fällen alter Höhlenbäume, eintönige Wälder und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind damit die größten Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand.
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NABU: Länder-Vorstoß zur Umschichtung der EU-Agrargelder zu zaghaft
Neuer EU-Bericht belegt massive Unterfinanzierung des Naturschutzes

Der NABU fordert nach der Veröffentlichung eines Berichtes des Europäischen Rechnungshofes (European Court of Auditors, ECA) am Dienstag eine massive Aufstockung der Mittel für den Naturschutz in der sogenannten zweiten Säule der EU-Agrarförderung. Der Rechnungshof kommt in seinem Sonderbericht 1/2017 zu dem Schluss, dass das EU-weite Schutzgebietsnetz Natura 2000 unzureichend finanziert ist. Insbesondere bei der Finanzierung aus den Programmen der Agrarförderung sehen die EU-Prüfer großen Verbesserungsbedarf. Der NABU hält die Vorschläge der Bundesländer zur Umschichtung der EU-Agrargelder daher für viel zu zaghaft. Nach einem Beschluss das Agrarausschusses des Bundesrates vom Montag sollen bundesweit sechs statt bislang 4,5 Prozent der Mittel aus der ersten in die zweite Säule der EU-Agrarförderung verschoben werden. Insgesamt entspricht das einem Betrag von etwa 300 Millionen Euro pro Jahr für die gesamte Bundesrepublik, und damit einer Aufstockung von lediglich 70 Millionen gegenüber der jetzigen Situation. „Angesichts der auch vom Europäischen Rechnungshof aufgezeigten Defizite wäre das nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Der NABU forderte daher, dass der Umweltausschuss des Bundesrates in seiner Sitzung am Donnerstag (23.2.) dringend nachbessern müsse. Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten im Bundesrat einen Antrag eingebracht, um bäuerliche Familienbetriebe und die nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum zu stärken. Die beiden Länder hatten vorgeschlagen, den EU-Rahmen zur Umschichtung der Gelder von bis zu 15 Prozent voll auszuschöpfen, was der NABU begrüßt hatte. „Der Vorschlag des Agrarausschusses zur Umschichtung geht zwar in die richtige Richtung, ist jedoch winzig angesichts dessen, was möglich und nötig ist. Bundesrat und Bundesregierung müssen hier noch deutlich nachlegen und ein Zeichen für eine naturverträglichere Landwirtschaft und eine bessere Finanzierung des Naturschutzes setzen“, so Miller weiter.

Die Bundesregierung muss bis zum 1. August an die EU-Kommission melden, welche Umschichtungsmöglichkeiten sie in Anspruch nehmen will. Mit der nächsten Agrarreform 2020 sollten, so fordert der NABU, die bedingungslosen flächenbezogenen Direktzahlungen gänzlich durch ein neues System ersetzt werden, das öffentliche Leistungen der Landwirte attraktiv und gezielt honoriert. Ansonsten drohen nicht nur weitere Gefahren für die Umwelt, sondern auch für die Akzeptanz der Agrarpolitik insgesamt. Diese hat EU-weit ein Volumen von insgesamt fast 60 Milliarden Euro pro Jahr.
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Bauernregeln & die Macht der Agrarlobby
Quelle: BUND SĂĽdlicher-Oberrhein
 
Bauernregeln & die Macht der Agrarlobby
"Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat nach der massiven Kritik an den vom Umweltministerium veröffentlichten „Bauernregeln“ eingelenkt und öffentlich um Entschuldigung gebeten." meldeten die Medien. Das Bundesumweltministerium konnte dem gut organisierten Druck und der Macht der Agrarlobby, von Bauernverbänden, Gift und Dünger produzierenden Chemiekonzernen und deren Paten in der Politik nicht länger standhalten. Die gut organisierte Kampagne in den Medien und der Shitstorm in den "sozialen" Netzwerken zeigten wieder einmal, wer in diesem Land die Macht hat. Die populistische Rücktrittsforderung gegen die Ministerin von Agrarminister Hauk im "GRÜN-Schwarzen" Baden-Württemberg ist ein politischer Skandal, den sich Herr Kretschmann nicht bieten lassen dürfte. In den Bauernregeln wurde niemand beleidigt, sondern es wurden real existierende Probleme auf den Punkt gebracht.

Hier drei Beispiele:

- In einer Zeit, in der die Nitratbelastung der Böden und des Grundwassers zunimmt und in der die EU Deutschland wegen mangelnden Grundwasserschutzes verklagt, kann der Satz "Zu viel Dünger auf dem Feld geht erst ins Wasser, dann ins Geld" nicht ganz falsch sein...

- In einer Zeit, in der das globale und bundesweite Artensterben zunimmt, in der Neonicotinoide Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten dezimieren, ist die Bauernregel "Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm" keine Bosheit, sondern eine pointierte Zuspitzung der Realität.

- Und die Umstände der Massentierhaltung werden mit der Bauernregel 1 "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein." doch recht freundlich beschrieben.

Die RĂĽcknahme der Kampagne und die Entschuldigung von Frau Hendricks ist nicht nur eine Niederlage fĂĽr das Umweltministerium.
Es ist auch eine Niederlage für die Umwelt und zeigt wieder einmal deutlich, dass die Lobby der Umwelt, der Natur und der Trinkwassertrinker wenig Chancen gegen die mächtige Agrarlobby hat.

Ärgerlich ist nicht nur der Erfolg von Bauernverbänden, Gift und Dünger produzierenden Chemiekonzernen und deren Paten in der Politik, sondern die erschreckende Wehrlosigkeit der Umweltbewegung, die solche Angriffe nicht angemessen pariert, teilweise nicht einmal als Angriff erkennt.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

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ZurĂĽckgezogene, richtige & nicht beleidigende, neue Bauernregeln

"1. Bauernregel: Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein."
"2. Bauernregel: Gibt's nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur."
"3. Bauernregel: Zu viel DĂĽnger auf dem Feld geht erst ins Wasser, dann ins Geld."
"4. Bauernregel: Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm."
"5. Bauernregel: Zu viel DĂĽnger, das ist Fakt, ist fĂĽrs Grundwasser beknackt."
"6. Bauernregel: Ohne Blumen auf der Wiese geht's der Biene richtig miese."
"7. Bauernregel: Steh'n im Stall zu viele Kühe, macht die Gülle mächtig Mühe."
"8. Bauernregel: Gibt's nur eine Pflanzenart, wird's fĂĽrs Rebhuhn richtig hart."
"9. Bauernregel: Wenn alles bleibt, so wie es ist, kräht bald kein Hahn mehr auf dem Mist."
"10. Bauernregel: Strotzt der Boden vor Nitraten, kann das Wasser arg missraten."
"11. Bauernregel: Bleibt Ackergift den Feldern fern, sieht der Artenschutz das gern."

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zum Bild oben: Bauernregel Vogelsterben

In einer Zeit, in der das globale und bundesweite Artensterben zunimmt, in der Neonicotinoide Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten dezimieren und so den Vögeln die Nahrung nehmen, ist die Bauernregel "Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm" keine Bosheit, sondern eine pointierte Zuspitzung der Realität.
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Geplanter Neubaustadtteil Dietenbach
Nach Termin der Stadt mit Landwirten ist klar: Ersatzflächenangebot unverändert viel zu klein.

Freiburger Flächenfraß lässt Ackerlandpreise im Umland spekulativ steigen

Sehr enttäuschend für die Landwirte verlief ein Gespräch zwischen der Planungsgruppe Dietenbach und betroffenen Landwirten, die zum größten Teil bereits in der Bürgerinitiative (BI) pro Landwirtschaft und Wald in Freiburg-Dietenbach & Regio (BI) organisiert sind. Die betroffenen und zum Teil in ihrer betrieblichen Existenz gefährdeten Landwirte erfuhren dabei kürzlich, dass es unverändert seit Mai 2016 nur ca. 29 Hektar (ha) Ersatzflächen für die Flächenverluste der Dietenbach-Landwirte gibt (*)- DRUCKSACHE G-16/136. Diese 29 ha würden aber wiederum dann anderen Pächtern bzw. anderen Landwirten fehlen. Insgesamt würden für den neuen Stadtteil ca. 130 ha Landwirtschaft wegfallen. Als Ausgleichsflächen für die Bebauung habe die Stadt noch keine Flächen, man denke an Gebiete beim Mundenhof. Damit würden jedoch weitere Flächen als Ackerland wegfallen, so die BI.

Wie die BI dem Gemeinderat jetzt mitteilte, ist es offensichtlich unmöglich, den Dietenbach-Landwirten gerecht und fair Ersatzland anzubieten: denn es gibt dafür so gut wie keine nahen Flächen mehr, die nicht von Landwirten bearbeitet werden. In dem die Stadt städtische Pachtflächen anderswo kündigt, nimmt sie diesen Landwirten auch wichtige Teile der Existenzgrundlage weg. Der BI sind sogar Kündigungs-Ankündigungen der Stadt an junge Landwirte bekannt. Es sei höchste Zeit, so die BI, die ausreichenden Alternativen bei der Stadtentwicklung auf den Tisch zu bringen und vom Neubau auf der grünen Wiese Abstand zu nehmen.

Der weiter um sich greifende Ackerflächenfraß der Stadt Freiburg für Neubaugebiete mit Höhepunkt Dietenbach samt fehlenden Möglichkeiten für ausreichend Ausgleichsflächen hat zudem die Ackerland-Preise rund um Freiburg stark erhöht. Für Landwirte ist es so gut wie unmöglich, bei solchen Preisen mitzuhalten. Private Nichtlandwirte kaufen spekulativ Ackerflächen auf, dem Vernehmen nach zu 7,00 € pro qm plus "Schwarzzahlung".

Es werde an der Zeit, zu begreifen, dass auch Freiburg die Grenzen des Wachstums erreicht hat, so die BI. So wie in den letzten Jahrzehnten Flächen für Baugebiete versiegelt wurden, darf es nicht weitergehen. Mit der Vernichtung von Ackerflächen fürs Bauen aller Art verlieren alle in Freiburg, mahnt die BI: Es gehen große Flächen für die Ernährung, Naherholung und Klima verloren. Die BI kämpfe deshalb nicht nur für die landwirtschaftlichen Flächen und Existenzen, sondern auch fürs Allgemeinwohl der Einwohnerschaft.

*FĂĽr die Anlage bei TOP 13 klicke auf "mehr" ...
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Photovoltaikversicherungen: Oft ist der Schutz löchrig
Feuer, Sturm, Überspannung, Marderbiss – auch die eigene Photovoltaik-Anlage ist diesen Risiken ausgesetzt. Sie zu versichern ist sinnvoll, Verträge gibt es schon für unter 100 Euro im Jahr. Doch oft ist der Schutz löchrig, wie ein Test von Photovoltaikversicherungen der Stiftung Warentest zeigt. Rundum empfehlenswert sind nur 9 der 42 Tarife, so die März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest.

Zwei Arten von Photovoltaikversicherungen gibt es. Kunden können sie als Zusatzbaustein ihrer Wohngebäudeversicherung abschließen oder als separate Police bei einem anderen Anbieter.

Die untersuchten Zusatzbausteine zur Gebäudeversicherung kosten zwischen 28 und 132 Euro pro Jahr. Es gibt zwar auch Wohngebäudetarife, die kleine Anlagen bis zehn Kilowatt mitversichern. Der Schutz bezieht sich dann aber oft nur auf Risiken, für die die Gebäudepolice greift, zum Beispiel Feuer, Sturm oder Hagel. Nicht dazu gehören u. a. Marderschäden, Diebstahl oder Kurzschluss. Finanztest hat insgesamt sieben Versicherungen gefunden, bei denen sowohl die zugrunde liegende Wohngebäudeversicherung empfehlenswert ist als auch der von Finanztest definierte Mindestschutz für die Solaranlage gilt.

Separate Photovoltaikversicherungen sind teilweise teurer, häufig ist ein Mindestbeitrag fällig. Die untersuchten Tarife kosten zwischen 60 und 250 Euro. Nur zwei Tarife erfüllen den Finanztest-Mindestschutz. Zahlreiche Policen zahlen hier nicht, wenn ein Schaden grob fahrlässig verursacht wurde.

Der ausführliche Test erscheint in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 15.02.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/photovoltaikversicherung abrufbar.
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369 370 371 372 373 


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