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Dienstag, 16. Juli 2024
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Weihnachten – entschleunigt und genussvoll zubereitet
Der Countdown bis Weihnachten steigert bei vielen den Stresspegel. Die notwendige Gelassenheit, um die Feiertage bewusst zu gestalten, kommt oft zu kurz. FĂŒr Slow Food Deutschland aber ist Zeit und WertschĂ€tzung nicht nur der SchlĂŒssel fĂŒr ein nahrhaftes und genussvolles Lebensmittel, sondern auch fĂŒr kulinarische und besinnliche Weihnachten. Der bundesweit aktive Verein empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich vom Genuss anstatt von der Hektik des WeihnachtsgeschĂ€fts leiten zu lassen, gute, nahrhafte Zutaten aus der Region auszuwĂ€hlen, sie kreativ zuzubereiten und gemeinsam zu genießen. Das spart eigene Ressourcen und die unseres Planeten.

Auch ein Feiertag hat nur 24 Stunden
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind um einen gefĂŒllten KĂŒhlschrank zu Weihnachten bemĂŒht. Doch ist gefĂŒllt das eine, ĂŒberfĂŒllt das andere. Zeiten, die sie außerhalb ihrer eigenen vier WĂ€nde, im Familien- und Bekanntenkreis verbringen, planen viele nicht ein und sind ĂŒberrascht, wenn am Ende der Festtage ein Großteil des Einkaufs weiterhin darauf wartet, verzehrt zu werden. Vieles landet auf dem MĂŒll. Um das zu vermeiden, rĂ€t Slow Food, sich zu Weihnachten mehr denn je an einem sorgsam gefĂŒhrten Einkaufszettel zu orientieren, die Reste frĂŒhzeitig weiterzuverarbeiten und haltbar zu machen. Davon profitieren nicht nur ihr Geldbeutel, sondern auch Klima und Umwelt, indem Lebensmittel nicht unnötig verschwendet werden. Um das richtige Maß ĂŒber die Festtage zu halten, hilft der Einkauf auf MĂ€rkten und Höfen. Im direkten Austausch mit kleinbĂ€uerlichen Landwirten und Lebensmittelhandwerkern erfahren ihre Kundinnen und Kunden, was sie aus traditionellen Obst- und GemĂŒsesorten sowie alten Tierrassen der Region Besonderes zubereiten können.

Gans oder gar nicht?
In vielen Haushalten verbindet sich das Weihnachtsfest mit Fleischgenuss. Wie aber entfaltet sich dessen „wahrer“ Genuss? „Einerseits indem wir um die unbedenkliche und somit artgerechte Herkunft von Fleisch wissen und lernen, sie als QualitĂ€t herausschmecken. Andererseits indem wir Fleisch in seiner Vielfalt zubereiten“, ist Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, ĂŒberzeugt. Das klassische WeihnachtsgeflĂŒgel sei etwas Köstliches und verdiene es, als Ganzes voll ausgekostet zu werden und zwar mehrfach, so Hudson weiter. „Verbraucherinnen und Verbrauchern, die beispielsweise Huhn als Ganzes braten, empfehle ich, es nicht beim einmaligen ‚VergnĂŒgen‘ zu belassen. Von einem großen Huhn können viele Menschen mehrfach satt werden. Das Fleisch, fĂŒr den Fall es bliebe was ĂŒbrig, lĂ€sst sich in Sandwiches, fĂŒr Frikassee oder Salate weiterverwenden. Und die abgenagte Karkasse, so ungewohnt es klingen mag, eignet sich hervorragend fĂŒr eine BrĂŒhe. Ich kann nur jedem dazu raten, diese Form der Ganztier- und Mehrfachverwertung auszuprobieren“, schwĂ€rmt Hudson. FĂŒr wen es Fleisch, nicht unbedingt aber Gans oder Ente sein muss, dem empfiehlt Slow Food SchmorstĂŒcke vom Rind. „Ihr Metzger des Vertrauens wird es ihnen danken. Der nĂ€mlich bekommt EngpĂ€sse, wenn zum Heiligabend alle dasselbe wollen“, erklĂ€rt Jens Witt, Leiter des Köche-Netzwerkes von Slow Food.

„Meerwert“
Fisch ist neben Gans und Ente ein weiteres beliebtes Lebensmittel, welches zu Weihnachten auf die Teller kommt. Und klug ausgewĂ€hlt ist es jeden Bissen wert: Slow Food rĂ€t auch hier auf die ökologisch unbedenkliche Herkunft zu achten, das GesprĂ€ch mit verantwortungsvollen FischhĂ€ndlern zu suchen anstatt gefĂ€hrdete Arten wie den Aal oder den Schwertfisch zu kaufen. Am besten lĂ€sst man sich möglichst Fisch aus regionaler und nachhaltiger Bewirtschaftung empfehlen - im Binnenland etwa Karpfen oder Zander aus Seen, FlĂŒssen oder Teichwirtschaften. „FĂŒr uns stehen solche sensiblen Kaufentscheidungen bei tierischen Produkten nicht fĂŒr Verzicht, sondern fĂŒr die Bereitschaft, bewusst mit unseren vorhandenen Ressourcen umzugehen und sich diese einzuteilen. Und in Zeiten in denen selbst die Spitzengastronomie Fleisch und Fisch als Beilage respektiert und Sterneköche durchaus auch vegetarisch kochen und pflanzliche Zutaten wie HĂŒlsenfrĂŒchten nutzen, ist ein solcher Appell salonfĂ€hig“, erklĂ€rt Hudson.

Kann denn SĂŒĂŸes SĂŒnde sein?
Was die Kalorien angeht kann und darf es das, nicht aber bei den Zutaten. Denn das geht auf Kosten des Gaumens. Slow Food ermutigt Verbraucherinnen und Verbraucher dazu, auch kurz vor Weihnachten das Backen fĂŒr sich zu entdecken und zwar mit der guten Zutat! Die Herkunft und die QualitĂ€t des Mehls, der GewĂŒrze und der NĂŒsse beeinflussen, so Witt, den Geschmack des GebĂ€cks. „Wer nussige Aromen mag, der sollte fĂŒr seine PlĂ€tzchen unbedingt alte Getreidesorten wie Emmer oder Dinkel von regionalen MĂŒhlen probieren. Und ich empfehle mit Eiern hauszuhalten. Denn die sind aus artgerechter Haltung vor Weihnachten in der Regel knapp“, so Witt.

Gute VorsÀtze sind dazu da gebrochen zu werden? Nicht unbedingt!
Gerade nach Weihnachten und dem Jahreswechsel beginnen viele mit KalorienzĂ€hlen, Fastenkuren und Verzicht. Slow Food hingegen macht im neuen Jahr mit dem Genuss weiter und lĂ€dt Menschen bei Aktionen und Veranstaltungen dazu ein, ĂŒber ErnĂ€hrung einmal anders nachzudenken. Sie lernen dabei, dass Genuss und Verantwortung unmittelbar zusammenhĂ€ngen und beginnen, „einfache“ Grundnahrungsmitteln ihrer Region fĂŒr die AlltagskĂŒche wieder wertzuschĂ€tzen. „Wenn ich frische und nahrhafte Lebensmittel zu genießen weiß, die im Einklang mit Mensch und Tier sowie der biologischen Vielfalt erzeugt wurden, verĂ€ndert das in der Regel mein Verantwortungsbewusstsein und mein Konsumverhalten. Das ist die Arbeit an der Basis, die wir leisten, um die notwendige Wende unseres Lebensmittelsystems voranzutreiben“, erklĂ€rt Hudson.
 
 

 
NABU: Trotz extremer DĂŒrre ein gutes Jahr fĂŒr den Star
GrĂ¶ĂŸte SchwĂ€rme des "Vogel des Jahres 2018" im SĂŒdwesten, viele SchwĂ€rme im Osten

Berlin – FĂŒr welche Region schwĂ€rmt der Star am meisten? Der NABU hatte fĂŒr 2018 dazu aufgerufen, SchwĂ€rme des Stars, Vogel des Jahres, zu melden. Die Auswertung zeigt: Der grĂ¶ĂŸte Schwarm des Jahres mit bis zu 2 Millionen Vögeln konnte bei Worms in Rheinland-Pfalz beobachtet werden. „Mehrere hunderttausend Stare in einem Schwarm traten in vergangenen Jahren sonst nur in KĂŒstenregionen auf, wo der Star im GrĂŒnland viel zu Fressen und in großen Schilfgebieten sichere SchlafplĂ€tze findet. Große SchwĂ€rme sind ansonsten heutzutage leider selten geworden. In Rheinland Pfalz gab es in diesem Jahr jedoch gĂŒnstige Voraussetzungen. Durch die außergewöhnlich lange Trockenheit des Sommers gab es im rheinhessischen Raum eine ĂŒppige Weinlese, von deren Resten die Stare wohl gut satt wurden“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling.

WĂ€hrend im September noch rund 80.000 Stare im Umkreis gezĂ€hlt wurden, wuchsen die SchwĂ€rme im Oktober und November durch Zuzug aus dem Osten und Norden an. So auch an SchlafplĂ€tzen bei Riedstadt in Hessen und in Schallstadt in Baden-WĂŒrttemberg, wo der zweit- und drittgrĂ¶ĂŸte Schwarm Deutschlands im SpĂ€therbst gemeldet wurden. Auch in Obstplantagen, GĂ€rten und Streuobstwiesen war die Obsternte ĂŒppig, so dass die Stare im gesamten SĂŒdwesten viel Fallobst oder vertrockneten FrĂŒchte als die nötige energiereiche Kost vor dem Weiterzug nach Italien oder Nordafrika fanden. Viele Stare werden auch bleiben, wenn es ein milder Winter wird. Die grĂ¶ĂŸten SchwĂ€rme auf dem FrĂŒhjahrszug mit bis zu 70.000 Vögeln wurden im MĂ€rz in Bayern erfasst.

Vor allem in den nördlichen und östlichen BundeslĂ€ndern wurden viele, dafĂŒr aber kleinere SchwĂ€rme gesichtet, Höhepunkt war hier bereits der August. In Brandenburg waren es insgesamt 206 Schwarmbeobachtungen ĂŒber 1.000 Stare, die ĂŒber die Meldeplattformen ornitho.de und naturgucker.de abgegeben wurden. „Unsere Auswertung hat gezeigt, dass die Stare sich das ganze Jahr ĂŒber, vor allem aber im FrĂŒhjahr, bevorzugt auf gemĂ€hten Wiesen, Viehweiden oder AckerflĂ€chen aufhalten. Dort sammeln sie Bodeninsekten“, so Neuling. Fast die HĂ€lfte der Sichtungen stammen von solchen FlĂ€chen, am zweithĂ€ufigsten wurden StarenschwĂ€rme an Orten mit VogelfĂŒtterungen gesichtet, auf Platz drei liegen Orte mit und Obst-und Beerengehölzen. „Die DĂŒrre hat zwar dazu gefĂŒhrt, dass im Osten vielerorts die Brut abgebrochen wurde, die umherstreifenden Trupps aber scheinbar mit Heuschrecken, MaikĂ€fern und anderen Insekten gut ĂŒber die Runden kamen“, ergĂ€nzt Neuling.

Entwarnung kann es fĂŒr den Star dennoch nicht geben. Trotz leichtem Anstieg 2018 hat die durchschnittliche Zahl der Stare pro Beobachtung seit 2012 um mindestens fĂŒnf Prozent abgenommen. Das heißt, BrutbestĂ€nde und SchwĂ€rme werden insgesamt kleiner. Die Auswertung unterstĂŒtzt die offiziellen Daten des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA), die zwischen 1998 und 2009 einen RĂŒckgang um 42 Prozent des Brutbestandes zeigen – ein Verlust von 2,6 Millionen Paaren. „Insektenreiches GrĂŒnland ist fĂŒr sie und viele andere Vogelarten notwendig. Jeder einzelne kann dem Star im eigenen Garten mit einem Nistkasten helfen oder Fallobst und vertrocknete Beeren im Winter dort belassen. Klimawandelbedingt werden unsere Winter milder, mehr Stare ĂŒberwintern bei uns und besuchen unsere GĂ€rten“, sagt Neuling.
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Freiburg: Energieeffizienz an der Stadtbahn ZĂ€hringen
Ihren zweiten Schwungradspeicher hat die Freiburger Verkehrs AG (VAG) am 10. Dezember in Betrieb genommen. Die rund 420.000 Euro teure Anlage wird mit 380.000 € durch das Klimaschutzprogramm der Stadt Freiburg gefördert und wird eine jĂ€hrliche Energieeinsparung von rund 250.000 kWh bringen.

Der neue Energiespeicher steht an der Stadtbahn ZĂ€hringen, rund einen Kilometer von der Wendeschleife „Gundelfinger Straße“ entfernt. Er kann auf der Strecke zwischen Komturplatz und Gundelfinger Straße anfallende Bremsenergie von Stadtbahnfahrzeugen aufnehmen und an dort anfahrende Fahrzeuge wieder abgeben.

Bei der presseöffentlichen Vorstellung der neuen Anlage gratulierte UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik der VAG zur Realisierung des zweiten Schwungradspeichers in Freiburg: „Mit der Anlage können rund 250.000 kWh/Jahr Strom eingespart werden, das entspricht dem jĂ€hrlichen Strombedarf von gut 70 Haushalten und einer COÂČ-Einsparung von 1.500 Tonnen.“ Der neue Schwungradspeicher leiste auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz in Freiburg. „Die Stadt hat daher dieses Projekt auch gerne mit einem relevanten 6-stelligen Betrag aus den Mitteln aus der Konzessionsabgabe fĂŒr zusĂ€tzliche Klimaschutzmaßnahmen unterstĂŒtzt. Ich freue mich, dass die VAG in Freiburg beim Klimaschutz mit innovativen Ideen voran geht“ begrĂŒndete die BĂŒrgermeisterin das finanzielle Engagement der Stadt Freiburg.

Die Freiburger Stadtbahnfahrzeuge verfĂŒgen seit langem ĂŒber die Technologie, dass beim Bremsen gewonnene elektrische Energie wieder zurĂŒck in das Stromnetz gespeist wird. FĂ€hrt eine andere Bahn in der NĂ€he vorbei, kann diese den Strom aufnehmen. Die rĂŒckgespeiste Bremsenergie geht jedoch verloren, wenn keine andere Bahn in der Umgebung ist. Dies ist besonders hĂ€ufig in der NĂ€he von Endhaltestellen oder auf weniger befahrenen Strecken der Fall. Entsprechend dieser Vorgaben „war dies das Hauptkriterium fĂŒr die Standortwahl fĂŒr den neuen Energiespeicher“, erlĂ€uterte VAG Vorstand Stephan Bartosch. „Daneben spielten aber auch noch Fragen wie GrundstĂŒcksverhĂ€ltnisse, die NĂ€he zur Wohnbebauung oder die Zuwegung eine Rolle.“

Bartoschs Vorstandskollege Oliver Benz dankte der Stadt Freiburg fĂŒr die finanzielle UnterstĂŒtzung: „Ohne die Mittel aus dem Klimaschutzprogramm der Stadt Freiburg wĂ€re diese Anlage – wie auch viele andere im Sinne des nachhaltigen Wirtschaftens sinnvolle Produkte – nicht darstellbar. Hier wird das alte Motto ‚Global denken – lokal handeln‘ aufs Beste mit Leben gefĂŒllt.“

Die Anlage ist nahezu baugleich mit der bereits seit MÀrz 2013 an der Wendeschleife Landwasser befindlichen Einrichtung. Beim Speicher in Landwasser liegen wir bei einer jÀhrlichen Einsparung von 230.000 kWh.

Funktionsweise des Schwungradspeichers

In einem kleinen GebĂ€ude wird ein mĂŒhlsteinartiges Schwungrad, das einen Durchmesser von einem Meter aufweist und 1,9 Tonnen Gewicht auf die Waage bringt, installiert. Dieses Schwungrad wird durch ĂŒberschĂŒssigen Bremsstrom in eine Rotationsbewegung versetzt. Dabei kann eine Drehzahl von bis zu 3450 Umdrehungen je Minute erreicht werden. Auf diese Weise wird die elektrische Energie in Bewegungsenergie umgewandelt. Immer dann, wenn die Spannung in der Oberleitung aufgrund einer anfahrenden Stadtbahn sinkt, wird die im Schwungrad gespeicherte Energie als Fahrstrom zur VerfĂŒgung gestellt.
 
 

 
Bienenvolk verlÀsst das Museum Natur und Mensch
Freiburg, 11.12.18. Bislang haben ĂŒber 30.000 GĂ€ste die Familienausstellung „Mensch Biene!“ im Museum Natur und Mensch gesehen. Leider muss das Bienenvolk heute die Ausstellung verlassen und in die Freiburger Stadtimkerei Roland KĂ€lble zurĂŒckkehren. Wie viele Artgenossen wurden auch die „Museumsbienen“ durch die Varroa-Milbe geschwĂ€cht. Das Volk, dessen Wohlergehen tĂ€glich ĂŒberwacht wird, ist inzwischen zu klein, um den Winter eigenstĂ€ndig zu ĂŒberleben. Deshalb wird es nun noch einmal gegen die Varroa-Milbe behandelt und mit einem anderen, ebenfalls zu kleinem Volk, vereint. Gemeinsam können die Bienen dann dem Winter trotzen.

Mit vielen spannenden Exponaten, Geschichten und interaktiven Stationen ist die Mitmach-Ausstellung aber immer noch einen Besuch wert! Sie lĂ€uft bis Sonntag, 10. Februar, im Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fĂŒr Erwachsene 5 Euro, ermĂ€ĂŸigt 3 Euro, unter 18 Jahren und mit Museums-PASS-MusĂ©es ist er frei.
 
 

 
Neuer Ärger um HochwasserrĂŒckhaltebecken in Horben
Stadt und Gemeinderat mĂŒssen Fristen fĂŒr Naturschutz beachten.

BĂŒrgerentscheid zu Dietenbach wĂŒrde Gemeinderatsbeschluss pro HochwasserrĂŒckhaltebecken entgegenstehen.

Engpass-Maßnahmen in GĂŒnterstal vorziehen fĂŒr Schutz von GĂŒnterstal und Wiehre

Mit Schreiben an OberbĂŒrgermeister Martin Horn und den Gemeinderat wandte sich der in Freiburg i.Br. ansĂ€ssige Verein ECOtrinova e.V. kĂŒrzlich gegen die fĂŒr am 11.12. vorgesehenen BeschlĂŒsse des Freiburger Gemeinderats speziell zum HochwasserrĂŒckhaltebecken (HRB) in der Nachbargemeinde Horben mit einem als „Talsperre“ wirkenden Damm im schönen Bohrertal. Drei zusĂ€tzliche kleinere Hochwasserschutz-Maßnahmen an Engpassstellen in GĂŒnterstal sollten aber unverzĂŒglich vorangebracht werden als wichtige Schritte insbesondere fĂŒr GĂŒnterstal und die Wiehre.

ECOtrinova-Vorsitzender Dr. Georg Löser wies die Adressaten darauf hin, dass auf der Ebene des Landkreises Breisgau Hochschwarzwald die gesetzlich anerkannten NaturschutzverbĂ€nde bis einschließlich Dienstag 11.12., dem Tag der Freiburger Gemeinderatssitzung, das Recht haben, Stellung zu nehmen zur geplanten Befreiung des HRB Horben von der Landschaftsschutzgebietsverordnung "Horben" und vom gesetzlichen Biotopschutz, der ebenfalls beeintrĂ€chtigt wĂŒrde. Die Medienmitteilung der Stadt vom 4.12. und die Freiburger Ratsvorlage haben diesen Sachverhalt bestenfalls ĂŒbersehen, die Meldung einer Zeitung vom 6.12.2018 zur angeblichen Frist Montag 10.12. war irrtĂŒmlich. Daher ist klar, dass der Landkreis seine Entscheidung ĂŒber zu erwartende ablehnende Stellungnahmen zu Befreiungen nicht am 11.12. tĂ€tigen kann. Auch das RegierungsprĂ€sidium Freiburg darf bei der Genehmigung der Planfeststellung zum HRB Horben die Beteiligung der VerbĂ€nde nicht verkĂŒrzen.

Auch der anstehende BĂŒrgerentscheid zu Dietenbach steht den geplanten BeschlĂŒssen zum HRB Horben entgegen. Denn nach Gemeindeordnung Baden-WĂŒrttemberg dĂŒrfen Gemeindeorgane nach Feststellung der ZulĂ€ssigkeit des BĂŒrgerbegehrens bis zur DurchfĂŒhrung des BĂŒrgerentscheids (24.2.2019) keine dem BĂŒrgerbegehren entgegenstehende Entscheidung treffen oder vollziehen. Der geplante Neubaustadtteil Dietenbach hĂ€ngt aber mit den Projekten HRB Horben und Breitmatte klar zusammen, wie aus Gemeinderatsunterlagen von 2013 und jĂŒngst hervorgeht, anders als es die Stadtverwaltung seit einiger Zeit heruntergespielt. Denn ohne speziell das Becken in Horben entfiele dann in Dietenbach ein erheblicher Teil an wohnbebaubarem GelĂ€nde. Der Neubaustadtteil hĂ€tte dann weniger Wohnungen und wĂ€re unwirtschaftlicher und könnte auch dadurch scheitern.
 
 

 
NABU-Kommentar zur Roten Liste heimischer Wildpflanzen
Miller: Dramatisches Artensterben in Agrarlandschaften und GewÀssern

Berlin – In Deutschland sind fast ein Drittel der heimischen Wildpflanzen gefĂ€hrdet. Das geht aus der Roten Liste der Farn- und BlĂŒtenpflanzen, Moose und Algen hervor, die das Bundesamt fĂŒr Naturschutz am heutigen Mittwoch in Berlin vorgestellt hat.

Dazu NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die heutige Liste zeigt einmal mehr, wie dramatisch das Artensterben in unserer Agrarlandschaft und GewĂ€ssern ist. Die Liste ist ein erneuter Weckruf, dass wir endlich Möglichkeiten nutzen und Maßnahmen ergreifen, um diesen alarmierenden Verlust fĂŒr ein intaktes Ökoystem zu stoppen. Wir wissen, dass Ackerrandstreifen, SchutzĂ€cker und weitere Agrarumweltmaßnahmen wie Brachen eine positive Wirkung fĂŒr die Tiere und Pflanzen in der Agrarlandschaft haben – sie werden jedoch viel zu selten umgesetzt. Aus diesem Grund muss die Agrarförderung endlich naturvertrĂ€glicher werden und Landwirte fĂŒr Naturschutzmaßnahmen besser entlohnt werden. Die Verhandlungen ĂŒber die Zukunft der EU-Agrarpolitik laufen derzeit in BrĂŒssel und sie sind der SchlĂŒssel zum Stopp des Artensterbens in der Agrarlandschaft. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner muss hier endlich Farbe bekennen. Neben dem Verlust der Wildpflanzen auf dem Acker sind durch die Eutrophierung der GewĂ€sser auch viele Wasserpflanzen gefĂ€hrdet. Deshalb ist es so wichtig, dafĂŒr zu sorgen, dass die Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt wird und alle GewĂ€sser in einen guten ökologischen Zustand versetzt werden. Durch den Verlust von Pflanzen sind auch viele damit verbundene Insektenarten gefĂ€hrdet und von diesen hĂ€ngen wiederum Vögel, Amphibien, Reptilien und SĂ€ugetiere ab.“
 
 

 
Zahl des Monats: 7.700 Quadratkilometer fĂŒr den Traum vom Haus im GrĂŒnen
Forsa-Umfrage macht deutlich: Eine nachhaltige Siedlungsentwicklung darf nicht alle WohnungswĂŒnsche erfĂŒllen

Berlin – Zwei Drittel der Bevölkerung Deutschlands wĂŒrden gern in einem Einfamilienhaus wohnen. Das ergab eine vom NABU in Auftrag gegebene reprĂ€sentative forsa-Umfrage zum WohnflĂ€chenbedarf. Um diese WohnwĂŒnsche zu erfĂŒllen, mĂŒssten ĂŒber 15 Millionen zusĂ€tzliche GebĂ€ude gebaut werden. Derzeit leben in Deutschland etwa 30 Prozent der Bevölkerung in insgesamt 12 Millionen EinfamilienhĂ€usern. Bei einer durchschnittlichen GrundstĂŒcksgrĂ¶ĂŸe von 500 Quadratmetern wĂŒrden 7.700 Quadratkilometer, also eine FlĂ€che halb so groß wie Schleswig-Holstein, benötigt, um ausreichend EinfamilienhĂ€user zu bauen. Der Bau von Straßen, Kitas, Schulen und Einrichtungen der Nahversorgung wĂ€re dabei noch gar nicht berĂŒcksichtigt.

Neue Baugebiete am Stadtrand gehen jedoch zu Lasten der Natur. Der NABU fordert, dass nicht weiter ungebremst neue Baugebiete am Stadtrand ausgewiesen werden dĂŒrften, wenn die Ziele der Bundesregierung zum sparsameren Umgang mit Boden und FlĂ€che erfĂŒllt werden sollen. Bis 2050 ist eine FlĂ€chenkreislaufwirtschaft angestrebt, dann – so die Idee – dĂŒrften auf der grĂŒnen Wiese nur noch neue Baugebiete entstehen, wenn im Gegenzug entsprechend viel bebaute FlĂ€che wieder einer natĂŒrlichen oder landwirtschaftlichen Nutzung zurĂŒckgefĂŒhrt wird. Doch das 2017 geĂ€nderte Baurecht gefĂ€hrdet dieses Ziel enorm: durch die schnelle Umwandlung von landwirtschaftlicher FlĂ€che zu Baugebieten – ohne UmweltprĂŒfung und mit nur eingeschrĂ€nkter BĂŒrgerbeteiligung. Der NABU fordert, dass der fragwĂŒrdige und auch in der Stadtplanung Ă€ußerst umstrittene Paragraph §13b Baugesetzbuch nach seiner Frist bis Ende 2019 nicht verlĂ€ngert werden darf.
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Kehrtwende oder taktische Verschiebung in Sachen Europapark Seilbahn?
Wie wir hören, hat Michael Mack, einer der Inhaber des Parks, ĂŒber Twitter mitgeteilt, dass die „Seilbahn ĂŒber das Naturschutzgebiet Taubergießen", jetzt sprachlich gut verpackt "Seilbahn der Freundschaft" genannt, in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren nicht weiterverfolgt werden soll.

Der BUND Regionalverband begrĂŒĂŸt den jetzigen Schritt des Europaparks, der erst einmal Druck aus dem Kessel nimmt. Wir hoffen, dass es jetzt nicht darum geht, das naturgefĂ€hrdende Projekt "netter" als bisher durchzusetzen und einfach nur geschickter und besser zu kommunizieren. Neue Begrifflichkeiten wie "Seilbahn der Freundschaft" klingen eher nach nach neuen Durchsetzungskonzepten.

Die massiven Parkplatzprobleme des expandierenden Parks dĂŒrfen auch in fĂŒnf Jahren nicht auf Kosten der Natur gelöst werden.

Wenn Herr Mack den Park endlich besser an den ÖPNV anzuschließen will, wenn ein ICE Halt gefordert wird und dieser umweltfreundlich angeschlossen werden soll, dann ist der BUND gerne bereit, solche Konzepte zu unterstĂŒtzen.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
 
 



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