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Dienstag, 19. Februar 2019
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Verschiedenes

Waldsterben 2.0: Klimawandel, Hitzesommer & Trockenjahre
Quelle: BUND SĂĽdlicher Oberrhein
 
Waldsterben 2.0: Klimawandel, Hitzesommer & Trockenjahre
Noch zwei, drei solche Hitzesommer und Trockenjahre wie im Jahr 2018 und wir werden den Schwarzwald nicht wieder erkennen.

Wer heute mit offenen Augen (nicht nur) durch den Schwarzwald fährt und geht, erkennt massive, akute Waldschäden, die stark an die Schadbilder der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern. Es gibt mit zunehmender Tendenz immer mehr abgestorbene Einzelbäume und Baumgruppen, schüttere Wipfel von Laubbäumen, Fichten und Tannen mit starken Nadelverlusten - die Ursachen sind vielfältig. Einerseits, und das ist positiv, gibt es bei der Forstverwaltung mehr Mut zu Totholz als in früheren Jahrzehnten. Andererseits sind die aktuellen massiven Waldschäden insbesondere auf den Klimawandel und seine Begleiterscheinungen (extrem trockene Jahre, Hitze, Zunahme von Schadinsekten wie dem Borkenkäfer...) zurückzuführen. Gerade der Hitze- und Trockensommer 2018 hat zu einer Schwächung der Bäume und zur massiven Zunahme von Schadinsekten geführt.

Der Bund Deutscher Forstleute warnt: "Die Schäden im Wald [waren] noch nie so groß wie in diesem Jahr. Der Klimaschützer Wald sei zunehmend selbst vom Klimawandel bedroht: Stürme, Dürre, Waldbrände und der Borkenkäfer hätten hier bislang fast 30 Millionen Festmeter Schadholz verursacht, teilte der Verband mit. Das seien mehr als 1,5 Millionen aneinander gereihte Holz-Lastwagen. 300 Millionen Jungpflanzen seien vertrocknet, 300.000 Hektar durch Borkenkäfer und weitere 300.000 Hektar durch die Dürre beschädigt.[…]
Durch die Trockenheit der vergangenen Monate seien zudem fast 30 Prozent der in den vergangenen drei Jahren gepflanzten Bäume abgestorben. […] Die Schäden durch den Borkenkäfer bezifferte Schirmbeck auf 270 Millionen Euro. Viele Käfer überwintern, deshalb sei im kommenden Jahr damit zu rechnen, dass sie noch mehr der ohnehin geschwächten Bäume zum Absterben bringen." FAZ

Bei Fichten gibt es ein flächenhaftes Absterben. Der zunehmende Klimawandel wird die Situation der Wälder verschlechtern. Lange, trockene Sommer wie in diesem Jahr werden wahrscheinlicher. Forscher beobachten, dass sich Luftströme auf der Nordhalbkugel seit einigen Jahren abschwächen, vermutlich ausgelöst durch eine wärmere Arktis. Weniger Hoch- und Tiefdruckgebiete wechseln sich dann über Mitteleuropa ab. Einzelne Hochdruckgebiete können dann wochenlang über einem Fleck hängen bleiben, und es fällt kaum mehr Regen. Die Folgen für den Wald und andere Ökosysteme sind verheerend.

Der Ausstieg aus den fossilen Energien und der Wechsel zu umweltfreundlichen Energiequellen könnten die Probleme zumindest ansatzweise lösen. Doch industriegelenkte und industrienahe Klimawandelleugner, Bürgerinitiativen gegen Windkraft und die Deutsche Wildtierstiftung bekämpfen mit vorgeschobenen Naturschutzargumenten überall in Deutschland die umweltfreundlichen, zukunftsfähigen Energien.

Darf im Zusammenhang mit den aktuellen Waldschäden der alte, umstrittene Begriff des Waldsterbens wieder gebraucht werden? Die Debatten in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts haben den ökologischen Fortschritt beschleunigt und die Luftreinhaltung verbessert. Die damaligen Proteste und Aktionen gegen das Waldsterben und für saubere Luft, Flüsse und eine menschengerechte Umwelt führten mittel- und langfristig zu einer massiven Verbesserung der Luftqualität und zu einer Zunahme des Umweltbewusstseins. Gesetze wurden auf Druck der Umweltbewegung und gegen die Lobbyisten verschärft, der PKW-Katalysator wurde eingeführt, verbleites Benzin wurde verboten, Kraftwerke und Industrieanlagen wurden entstickt, entschwefelt und zum Teil technisch auch sicherer. Auch die Düngung mancher Wälder ist ein Ergebnis der Debatte. Eine von vielen Ursachen der Walderkrankungen war der Ausstoß von Schwefeldioxid und der damit verbundene saure Regen. Hier brachte der Protest die größten Erfolge. "So konnten zum Beispiel alleine in Baden-Württemberg die SO2-Emissionen von 334.200 Tonnen 1973 auf 58.800 Tonnen 1995 reduziert werden, was einem Rückgang um über 80 % entspricht." schreibt die LUBW Baden-Württemberg. "In den alten Bundesländern lagen schon im Jahr 1994 die SO2-Emissionen um 76% unter dem Niveau des Jahres 1970." schreibt das Umweltbundesamt in den "Daten zur Umwelt" 1997.
Weitere Kollateralerfolge der damaligen Debatte und Aktionen um das Waldsterben und des geschärften Umweltbewusstseins waren regional die Einführung der preisgünstigen Regiokarte in und um Freiburg und der Ausbau des ÖPNV. Bundesweit und global kam nach massiven Protesten das Verbot von FCKW (und damit die Rettung der Ozonschicht) und die Verbesserung der Luftreinhaltung bei Industrieanlagen und Müllverbrennungsanlagen. Gesundheitsgefährdende Dioxinemissionen gingen zurück. Die bessere Luftqualität und die massive Verringerung von Schwefeldioxid und des sauren Regens war auch ein Segen für Baudenkmäler.

Heute wird gerne von "Waldumbau" geredet und die abgestorbenen Bäume werden ja immer schnell aus dem Wald gebracht. "Waldumbau" klingt zwar schöner und nach aktiver Problemlösung, aber der pointierte Begriff Waldsterben beschreibt das Phänomen deutlicher. Die aktuelle, bedrohliche Situation des Waldes, zeigt die Gefahren des Klimawandels. Wir müssen jetzt handeln. Der Streit um den Hambacher Forst war in diesem Zusammenhang ein wichtiger, weiterer Schritt gegen Klimawandel und Umweltzerstörung. Jetzt muss die Energiewende voran gebracht werden.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
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Naturverträgliche Energiewende im Biosphärengebiet Schwarzwald
fesa e.V. und NABU SĂĽdbaden laden nach Schluchsee

Freiburg, 25.10.2018: Klima- und Naturschutz - beides unter einem Hut im Biosphärengebiet Schwarzwald. Geht das überhaupt und wie könnte das umgesetzt werden? Am 9. November werden diese Themen ab 16:00 Uhr im Kurhaus Schluchsee von Fachleuten in Redebeiträgen beleuchtet und in einem Podiumsgespräch diskutiert. Doch auch die Besucher*innen sollen ihre Beiträge zu Chancen und Herausforderungen der Energiewende im Biosphärengebiet kundtun.

Dass der Klimawandel auch im Schwarzwald immer größere Auswirkungen auf unser Zusammenleben hat, war diesen Sommer spürbar. Doch auch die belebte Umwelt wird vor große Herausforderungen gestellt. Einigkeit herrscht darüber, dass durch einen ungebremsten Klimawandel die Anpassungsfähigkeit vieler Arten und Biotope stark überschritten würde. Die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen ist daher eine dringliche Notwendigkeit, um erhebliche Auswirkungen des Klimawandels auf Flora und Fauna zu verhindern.

Bei der Umsetzung der Energiewende ist allerdings zu beachten, dass – insbesondere in Schutzgebieten wie dem Biosphärengebiet Schwarzwald – die Erzeugung und Nutzung der erneuerbaren Energien nicht zu Lasten der biologischen Vielfalt und des Naturschutzes gehen darf.

Neben Daniel Bannasch, der die Energiewende auf dem Bierdeckel erklären wird, sollen Ingrid Eberhardt-Schad vom NABU Landesverband Baden-Württemberg und Florian Noll vom Saarbrücker Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme in Impulsvorträgen verschiedene Perspektiven auf das Thema vorstellen.

Eingeladen zur kostenlosen Teilnahme sind alle am Biosphärengebiet und der Energiewende Interessierten gleichermaßen wie aktive Bürger*innen aus Klima-, Umwelt- und Naturschutz.

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Biosphärengebiet Schwarzwald beim Regierungspräsidium Freiburg und finanziert durch Mittel des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) bzw. des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR).
 
 

 
Kostenlose Energiesparberatungen beim stadtweiten Projekt A+++
Große Resonanz – Frist ist bis Mittwoch, 7. November, verlängert

Freiburg. Über 650 Freiburger Haushalte haben am Projekt A+++ teilgenommen und durch die kostenlosen Energiesparberatungen viel Energie und Geld gespart. In den nächsten zwei Wochen können sich Freiburgerinnen und Freiburger noch kurzfristig anmelden und ihr Haushaltsbudget aufbessern.

Das Umweltschutzamt hat die Anmeldefrist auf Mittwoch, 7. November, verlängert. Das Angebot, das seit 2014 besteht, organisiert die Stadt Freiburg in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Die Beratungen selbst werden bis Mitte Dezember von den Energieberaterinnen und Energieberatern des Agenda 21 BĂĽros durchgefĂĽhrt.

Das städtische Projekt „Zuhause A+++ bietet allen Interessierten umfangreiche und individuelle Informationen zum effizienten Umgang mit Energie. Die Beratungen finden Zuhause statt, so dass man direkt die Experten vor Ort Fragen kann.

Alle Haushalte, die an der Energiesparberatung teilnehmen, bekommen ein LED-Leuchtmittel als Geschenk. Zudem können sie auch ein Strommessgerät ausleihen und die Stromfresser in ihrem Haushalt finden. Private Haushalte verbrauchen in Deutschland fast 30 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs.

Demensprechend gibt es in den verschiedenen Haushalten besonders hohe Einsparmöglichkeiten. Und ein hoher Anteil an effizienten Haushalten in Freiburg trägt wesentlich dazu bei, das ambitionierte Ziel der Stadt Freiburg, eine klimaneutrale Kommune bis 2050 zu werden, erreichen zu können.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die eine kostenlose Energiesparberatung wollen, können sich online unter www.freiburg.de/zuhause-a-plus anmelden.
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Neue Studie: Erd- und FlĂĽssiggas werden das Klimaproblem im Verkehrssektor nicht
Miller: Bericht macht Schluss mit Ammenmärchen vom klimafreundlichen Gasantrieb

Berlin, 24.10.18; – Erdgas (CNG) und Flüssiggas (LNG) werden den Klimaschutz im Lkw- und Schiffsverkehr nicht entscheidend voranbringen. Im Gegenteil: Sie könnten die Treibhausgasemissionen sogar erhöhen. So lautet das Ergebnis einer heute in Brüssel vorgestellten Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Transport & Environment, dem europäischem Dachverband des NABU im Verkehrsbereich.

Erst am gestrigen Dienstag hatte Bundeskanzlerin Merkel verkündet, 500 Millionen Euro in den Aufbau eines ersten deutschen LNG-Importterminals investieren zu wollen, um künftig verstärkt Gas aus den USA beziehen zu können. Aus Sicht des NABU eine klimapolitische Fehlinvestition.

„Die Studie macht endgültig Schluss mit dem Ammenmärchen vom klimafreundlichen Gasantrieb. Fossiles Gas ist nicht die Antwort auf das Klimaproblem des Verkehrssektors. Die CO2-Emissionen werden so, wenn überhaupt, nur minimal reduziert. Die Bundesregierung darf mit Gas nicht das Zeitalter der Verbrennungsmotoren künstlich verlängern. Alle Verkehrsträger, auch Schiffe und Lkw, müssen endlich emissionsfrei werden“, forderte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Erdgas und Flüssiggas seien nicht nur unwirksam beim Klimaschutz, sie führten auch technologisch in die Sackgasse. „Die Bundesregierung muss daher sämtliche Steuervorteile für beide Kraftstoffe schnellstmöglich abschaffen und auch die öffentliche Förderung für weitere LNG- und CNG-Infrastruktur stoppen“, so Daniel Rieger, NABU-Verkehrsexperte.

Staatliche Förderungen müssten vielmehr das Ziel verfolgen, den Verkehrssektor vollständig zu dekarbonisieren. Flüssiggas jedoch könne dieses Ziel nicht erfüllen. „Der vielzitierte Klimavorteil von angeblich bis zu 20 Prozent Treibhausgasminderung stürzt bei genauerer Betrachtung ein wie ein Kartenhaus“, so Rieger. Laut Studie müsse man schon froh sein, wenn sich die CO2-Bilanz nicht deutlich verschlechtere, da in der Gesamtbetrachtung durchaus bis zu neun Prozent Mehremissionen entstehen könnten.

Im Bereich der Seeschifffahrt ließen sich immerhin die Luftschadstoffemissionen – im Vergleich zu Schweröl und Marinediesel – deutlich senken. Gegenüber modernen Lkw-Motoren der Abgasnorm Euro VI böte der Einsatz von Gas jedoch kaum Verbesserungspotenzial.

Zudem stünden für Lkw zunehmend emissionsfreie Antriebskonzepte zur Verfügung, die schnell und flächendeckend zum Einsatz kommen sollten. Subventionierte Gas- und Dieselpreise jedoch sowie höhere Anschaffungskosten der Fahrzeuge verhindern deren Durchsetzung am Markt bisher. So wird die Förderung von Erd- und Flüssiggas zum massiven Hindernis für Oberleitungs-Lkw, Wasserstoff- sowie batterieelektrische Antriebe. „Es kann nicht sein, dass wir jetzt darüber reden, im Straßengüterverkehr einen fossilen Kraftstoff durch einen anderen zu ersetzen, während alle namhaften Hersteller längst elektrifizierte Antriebe im Angebot haben“, so Rieger.

Die ausfĂĽhrliche Studie finden Sie online ...
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NABU: EU will steigende Einweg-MĂĽllberge endlich reduzieren
Tschimpke: Mitgliedstaaten sind jetzt gefordert, die Vorschläge in den weiteren Verhandlungen nicht zu verwässern

Straßburg/Berlin, 24.10.18; – Der NABU begrüßt, dass das EU-Parlament am heutigen Mittwoch mit sehr großer Mehrheit dafür gestimmt hat, den Verbrauch von Kunststoff-Einwegprodukten zu reduzieren und bestimmte Produkte auch zu verbieten.

„Es ist höchste Zeit, dass die Politik gesetzgeberisch in dem Markt eingreift. Allein in Deutschland fallen jährlich fast 350.000 Tonnen Abfall durch Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen an. Fast ein Drittel davon aus Plastik. Besonders erschreckend: Die Abfall-Berge wachsen seit Jahren. So hat sich etwa der Müll aus Einweg-Besteck in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Daher ist es gut, dass jetzt auch die Parlamentarier die Reißleine ziehen und diese unnötigen Müllberge abbauen wollen. Denn auch in Deutschland landet Plastikmüll viel zu oft in der Natur“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Ideen und Konzepte für umweltfreundliche Mehrweg-Alternativen seien längst vorhanden, würden aber wegen fehlender Gesetzgebung und aufgrund fehlender finanzieller Anreize bisher kaum genutzt. Nun sei die Bundesregierung gefordert, sich in den weiteren EU-Verhandlungen dafür einzusetzen, dass die Richtlinie in den weiteren Verhandlungen nicht verwässert wird, um die schädlichen Auswirkungen von Einwegprodukten auch tatsächlich wirkungsvoll einzudämmen.

Zahlen und Daten zu Einweg-Geschirr in Deutschland online ...
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Rund 350.000 Tonnen Abfall durch Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen
Einwegverpackungen (c) NABU/Sandra KĂĽhnapfel
 
Rund 350.000 Tonnen Abfall durch Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen
Miller: EU-Parlament muss Entwurf zum Verbot bestimmter Plastik-Einwegprodukte zustimmen

Berlin, 22.10.18; – 346.831 Tonnen Abfall fielen 2017 in Deutschland durch Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen an, darunter 222.419 Tonnen Papier, Pappe und Karton sowie 105.524 Tonnen Kunststoff. Das sind Ergebnisse einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) im Auftrag des NABU. Erstmals seit 1994 wurde umfassend erhoben, wie viel Abfall für Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen in Deutschland anfällt, wie stark der Zuwachs seit 1994 ist und wer die Einwegprodukte in Umlauf bringt.

Die Systemgastronomie und Imbisse verursachen jeweils ein Drittel der Abfälle. In den letzten 25 Jahren stieg der Verbrauch dramatisch, so haben sich die Abfälle für Heißgetränke versechsfacht, die Abfälle für Einwegbesteck haben sich mehr als verdoppelt. Überflüssige Einwegprodukte, die viel zu oft auch in Meeren oder Flüssen landen.

„Unsere neue Studie verdeutlicht, wie stark Einwegprodukte bereits zum Abfallaufkommen in Deutschland beitragen. Wenn die Politik nicht gesetzgeberisch in dem Markt eingreift, werden die To-Go-Abfälle immer weiter steigen. Daher ist das von der EU-Kommission geplante Verbot bestimmter Einwegprodukte aus Kunststoff ein wichtiger erster Schritt für den Meeres- und Umweltschutz“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Wir fordern daher das EU-Parlament auf, das heute über den Richtlinienentwurf diskutiert, diesen zu unterstützen und sich für einen breiten Anwendungsbereich einsetzen: Auch so genannte Biokunststoffe und beschichtete Papierprodukte und -verpackungen müssen von der Richtlinie abgedeckt werden, um Verlagerungseffekten vorzubeugen“, so Miller.

„In den kommenden Monaten sind auch die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten gefordert, das Vorhaben der EU-Kommission zu unterstützen und anschließend die Richtlinie ambitioniert umzusetzen. „Dazu gehört vor allem eine konsequente Förderung von Mehrweg-Alternativen, damit Kunststoff-Einweg nicht nur durch Papier-Einweg ersetzt wird. Kontraproduktiv wäre auch die Umstellung von Kunststoff-Einwegtellern auf Kunststoff-Snackboxen. Da letztere nicht verboten werden sollen, könnten die Müllberge sogar steigen“, sagt NABU-Konsumexpertin Katharina Istel.

Die europäische Plastikstrategie und der Richtlinienentwurf der EU-Kommission zu Einwegplastik sollen dazu beitragen, das Problem der Meeresvermüllung zu lösen. Weltweit gelangen mehr als 80 Prozent der Plastikabfälle von Land ins Meer. „Auch an deutschen Küsten werden bei Aufräumaktionen des NABU regelmäßig Einweggeschirr, Styropor für den To-Go-Verzehr und andere Lebensmittelverpackungen gefunden. Diejenigen, die an der Umweltverschmutzung durch Einweg verdienen, müssen viel stärker in die finanzielle Verantwortung für Prävention und Reinigung genommen werden“, fordert Istel.

Hintergrund:
Das EU-Parlament berät heute über den Richtlinien-Entwurf der EU-Kommission über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt. Der im Mai 2018 vorgelegte Entwurf ist Teil der Ende 2017 veröffentlichten EU-Plastikstrategie. Im Richtlinienentwurf gibt es unterschiedliche Herangehensweisen für verschiedene Einwegprodukte und To-Go-Verpackungen. So schlägt die Kommission ein Verbot von Trinkhalmen, Plastikbesteck und -tellern sowie Wattestäbchen und Luftballonstäben vor. Für andere To-Go-Verpackungen fordert die Kommission lediglich präventive Maßnahmen und eine stärkere Produzentenverantwortung zur Reduktion.
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Rad-Zähl-Diplay an der Wiwilibrücke erreicht drei Millionen Radfahrende
Einen Monat früher als 2017 - 50 Prozent Steigerung seit Zählbeginn

Über 20 Millionen Fahrräder seit Zählbeginn erfasst – über 10.000 Tonnen CO2 eingespart

Freiburg. Über drei Millionen Radfahrende fuhren bislang in diesem Jahr über die Wiwilibrücke. Im vierten Jahr wird nun die DreiMillionen-Marke überschritten. War dies in den letzten Jahren Mitte bis Ende November der Fall, wurde die Marke dieses Jahr fast einen Monat früher als bislang erreicht - wohl auch Dank des schönen langen Sommers.

Bislang fuhren über 10 Prozent Radfahrende mehr über die Brücke als im Vorjahr. Durchschnittlich passierten den Zähler dieses Jahr täglich über 10.500 Menschen mit dem Rad, an den Wochentagen Montag bis Freitag sogar fast 12.000. Der Spitzentag war mit erstmals über 18.000 Radfahrenden am 8. Mai. Aktuelle Zahlen vom Vortag gibt es unter www.freiburg.de/radzaehldisplay.

Gegenüber dem ersten Jahr der Zählungen in 2012 haben sogar über 50 Prozent mehr Radler die Brücke überquert. Das Land hatte die Zähl-Säule der Stadt zur Anerkennung Freiburgs als „Fahrradfreundliche Stadt“ geschenkt. Seitdem wurden von Jahr zu Jahr immer mehr Radfahrer gezählt, in den letzten Jahren auch durch die nun bald zu Ende gehende Sperrung des Dreisamuferradwegs (FR1) in Höhe der Kronenbrücke begünstigt.


Insgesamt wurden seit Aufstellung der Zählsäule im April 2012 nun schon die beeindruckende Zahl von über 20 Millionen Radfahrende gezählt. Gegenüber gleichviel durchschnittlichen Autofahrten wurden so über 10.000 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid eingespart.

Im Vergleich von weltweit über 220 anderen Rad-Zählstellen nimmt die Wiwilibrücke in Freiburg mit fast 1 Million Radfahrenden Abstand zum Folgenden den Platz 1 ein - vor Calgary (Kanada), Hamburg, Erlangen und Münster .

Bei der Auswertung der Zahlen von der Wiwilibrücke fanden die städtischen Verkehrsexperten auch bestätigt, dass die Freiburgerinnen und Freiburger ihr Verhalten flexibel an die Gegebenheiten anpassen: Vor dem Megasamstag im Mai hat die Stadtverwaltung angesichts vieler Baustellen aufgerufen, ÖPNV und Rad zu nutzen. Das wirkte - knapp 15.000 Radfahrende fuhren an diesem Samstag allein über diese Brücke. Das waren erheblich mehr als an allen bisherigen Samstagen in den letzten Jahren, an denen bis zu rund 12.000 Menschen über die Wiwilibrücke fuhren.

An den anderen Zählstellen wurden in diesem Jahr bislang so viele Radfahrende gezählt:

FR1 Dreisam HindenburgstraĂźe: 2,2 Millionen
FR2 GĂĽterbahn/Ferdinand-WeiĂź-StraĂźe: 655.000
FR3 EschholzstraĂźe/ EgonstraĂźe. 835.000
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NABU: Bundesratsinitiative zum Wolf setzt falschen Fokus
Miller: Leichtere Entnahmen sind kein Gewinn fĂĽr den Herdenschutz

Berlin, 19. Oktober. – Zum heute von den Ländern Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen in den Bundesrat eingebrachten Antrag zum Umgang mit dem Wolf kritisiert der NABU, dass zum wiederholten Male der Fokus in der Wolfsdebatte auf den Schutzstatus und leichtere Entnahme von Wölfen gelegt wird.

„Die Sicherheit des Menschen steht auch für den NABU an erster Stelle. Wölfe, die für Menschen kritisches Verhalten zeigen, können allerdings auch unter der momentanen Rechtslage schon entnommen werden“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „Auffälliges Verhalten ist der absolute Ausnahmefall.“

„Wir begrüßen das Bestreben der Länder, die Weidetierhaltung zu unterstützen, sofern es kein Lippenbekenntnis bleibt. Die Anwesenheit des Wolfes verlangt von den Tierhaltern einen erhöhten Arbeitsaufwand – welcher entschädigt werden muss, gerade wenn die Schäfer auch in Zukunft noch wichtige Leistungen für Natur und Gesellschaft erbringen sollen“, so Miller. „Das ist jedoch nur mit fachgerechtem Herdenschutz möglich.“ Der NABU appelliert an die Länder, ihre Kapazitäten für die Bearbeitung von Herdenschutz- und Kompensationsanträgen personell und strukturell auszubauen. Wenn es um Fragen der Akzeptanz für Wölfe geht, sind Transparenz und Erreichbarkeit der entscheidenden Behörden das A und O. Miller: „Erleichterte Entnahmen hingegen bringen keinerlei Gewinn beim Herdenschutz, und das sollte den Tierhaltern und der Gesellschaft auch nicht vorgegaukelt werden.“
 
 



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