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Samstag, 22. September 2018
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Verschiedenes

 
NABU zum Umgang mit dem Wolf: Tatsachen statt Spekulationen
Praktikabler Herdenschutz anstelle von Scheindebatten

Berlin/Bremen – Der NABU appelliert zum Treffen der Umweltminister an Bund und LĂ€nder, das Thema Herdenschutz endlich in den Fokus zu rĂŒcken, um eine möglichst konfliktarme Koexistenz von Mensch, Weidetier und Wolf zu ermöglichen.

„Wolf und Weidehaltung schließen sich nicht aus. Herdenschutz ist das A und O fĂŒr das Zusammenleben mit Wölfen. Deshalb mĂŒssen Weidetierhalter, die in Herdenschutz investieren, grundlegend finanziell unterstĂŒtzt und beraten werden. Das Wildtier Wolf kennt keine Landesgrenze. Wir erwarten, dass die LĂ€nder ĂŒber ihre Grenzen hinaus zusammenarbeiten, um gemeinsame Standards im Herdenschutz zu entwickeln. Daneben ist die aktive Mitarbeit der landwirtschaftlichen VerbĂ€nde notwendig, um den Herdenschutz auch praxisnah umsetzen zu können“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller anlĂ€sslich der Umweltministerkonferenz in Bremen.

Weidetierhaltung ist aus Sicht des NABU unersetzbar fĂŒr den Erhalt des DauergrĂŒnlands und der biologischen Vielfalt. Dass heute aber immer weniger KĂŒhe auf Weiden zu sehen sind, ist nicht dem Wolf, sondern der verfehlten Agrarpolitik geschuldet. Der Wolf ist in vielen FĂ€llen, besonders fĂŒr die SchĂ€ferei, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die grundlegend prekĂ€re Situation der Weidehaltung darf durch den Wolf nicht vertuscht werden. Der NABU arbeitet beim Thema Wolf bereits aktiv mit Weidetierhaltern zusammen und sucht gemeinsam nach praktikablen Lösungen. Hier ist insbesondere das Bundeslandwirtschaftsministerium gefordert, neben bestehenden und bewĂ€hrten Herdenschutzpraktiken auch die Erforschung neuer intelligenter Herdenschutzkonzepte zu fördern.

„Das Artenschutzrecht lĂ€sst es bereits heute zu, Wölfe, die von Experten als verhaltensauffĂ€llig eingestuft werden, zu entnehmen. StĂ€ndige Forderungen nach einer Bejagung von Wölfen schießen jedoch konsequent am Ziel vorbei und lenken von den eigentlichen Herausforderungen im Herdenschutz ab. Denn es ist unerheblich, ob sich ein oder zehn Wölfe in einem Gebiet befinden: solange Weidetiere ungeschĂŒtzt bleiben, sind und bleiben sie leichte Beute“, so NABU-Leiterin Artenschutz Claudia GrĂŒnewald.

Wer als GesprĂ€chspartner ernst genommen werden wolle, sollte bei den Fakten bleiben und dĂŒrfe nicht lĂ€nger wissenschaftliche Erkenntnisse oder juristische Tatsachen im Sinne der eigenen Interessen verdrehen und instrumentalisieren. Die Bejagung der Wölfe in Finnland und Schweden sei EU-rechtswidrig. GegenwĂ€rtig seien deshalb vom EuGH Verfahren gegen Schweden und Finnland anhĂ€ngig bzw. eingeleitet worden Die Bundesrepublik Deutschland wĂ€re schlecht beraten, diesen Beispielen blind zu folgen. Zumal damit den beteiligten Interessengruppen am wenigsten geholfen sei. „Bund und LĂ€nder dĂŒrfen bisherige VersĂ€umnisse im Herdenschutz nicht lĂ€nger ignorieren und mĂŒssen sich endlich fĂŒr die Belange der Weidetierhalter einsetzen“, so GrĂŒnewald.
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Dem Wegwerftrend Grenzen setzen
Statement von Klaus MĂŒller, Vorstand des vzbv, zur Reduzierung von Einwegplastik

Die EU-Kommission hat am Montag, 28. Mai 2018, ihre PlĂ€ne zur Begrenzung von Einwegplastik vorgestellt. Klaus MĂŒller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), fordert die Bundesregierung auf, ein ambitioniertes Vorgehen zu unterstĂŒtzen:

„Statt MĂŒll teuer beseitigen zu mĂŒssen, ist es besser, den MĂŒll gar nicht erst zu produzieren. Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher wĂŒnscht sich weniger und umweltfreundlichere Verpackungen. Deshalb ist es richtig, ĂŒber Verbote bestimmter Einwegplastik-Produkte zu sprechen, wenn es gute und preiswerte Alternativen gibt. Sie mĂŒssen aber in eine Strategie eingebunden sein, die einen Systemwandel zur Kreislaufwirtschaft ermöglicht.

Die Bundesregierung muss die Initiative gegen Einwegplastik unterstĂŒtzen. Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, lassen sich die MĂŒllberge verkleinern. Und auch auf nationaler Ebene kann die Politik dem Wegwerftrend Grenzen setzen: durch verpflichtende Mehrwegquoten, eine verbraucherfreundliche Ausweitung des Pfandsystems und Mehrwegpflicht bei Großveranstaltungen.“
 
 

 
Trendwende auf Freiburgs DĂ€chern anhaltend
Auf Erfolgskurs - Seit einem Jahr lĂ€uft die Photovoltaikkampagne „Dein Dach kann mehr!“ – Weitere Informationsveranstaltungen im Juni – Zuwachs in Freiburg stĂ€rker als im Bundesgebiet

Im Jahr 2017 wurden mehr Photovoltaik-Anlagen gebaut als in den vergangenen Jahren. Dieser Trend geht weiter! In Deutschland gab es 2017 rund 15 Prozent mehr PV-Anlagen gegenĂŒber den beiden Jahren davor. In Freiburg hat sich der Zuwachs 2017 in Bezug auf das Jahr 2016 sogar mehr als verdreifacht.

„Wir freuen uns, dass der Zuwachs an PV-Anlagen auf Freiburgs DĂ€chern anhĂ€lt und hoffen natĂŒrlich, dass er noch weiter steigen wird. Es gibt weiterhin noch großes Potenzial zur wirtschaftlichen Erzeugung von Solarstrom auf Freiburgs DĂ€chern“, so UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.

Im Mai 2017 startete die PV-Kampagne „Dein Dach kann mehr!“. Als Vorbereitung der Photovoltaik-Kampagne hatte die Stadt Freiburg eine Studie zur Wirtschaftlichkeit von PVAnlagen in Auftrag gegeben. Die Studie kam zu dem Schluss, dass PV-Anlagen auf DĂ€chern von Ein- und MehrfamilienhĂ€usern wirtschaftlich sind, und zwar sowohl bei vollstĂ€ndiger Einspeisung, als auch bei Eigennutzung des erzeugten Stromes.

Daraufhin entwickelte die Stadt Freiburg die PV-Kampagne mit vielen Informations- und Beratungsangeboten fĂŒr Freiburgerinnen und Freiburger.


Im Juni wird die Stadt weitere Informationsveranstaltungen im Rahmen der PV-Kampagne organisieren. So gibt es am Montag, 11. Juni, im BĂŒrgerhaus Seepark und am Donnerstag, 21. Juni, im GrĂŒnhof jeweils von 20 bis 22 Uhr nochmals zwei Informationsveranstaltungen. Dort werden die Fragen der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, wie eine Photovoltaik-Anlage gewartet oder wie eine Jahresendabrechnung gemacht wird, welche steuerlichen Aspekte zu beachten sind und viele weitere Fragen geklĂ€rt.

Auch ein Workshop zu den Kosten und Leistungen der eigenen PV-Anlage, der im letzten Jahr von den Teilnehmenden sehr gut bewertet wurde, wird wiederholt. Am Montag, 25. Juni, können Interessierte von 18 bis 21 Uhr in der Fabrik in der Habsburgerstraße zusammen mit einem Experten der Energieagentur die Wirtschaftlichkeit der eigenen PV-Anlage durchrechnen.

Wie bisher werden zweimal im Monat Beratungen im neuen Rathaus im StĂŒhlinger angeboten. ZusĂ€tzlich gibt es die Möglichkeit, dass ein Solarexperte direkt nach Hause kommt.

Neu hinzugekommen ist ein Informationsfilm. Er erklÀrt die Vorteile einer PV-Anlage auf dem Dach, wie die UnabhÀngigkeit von steigenden Strompreisen, der eigene Beitrag zum Klimaschutz und last but not least das Geld, das die PV-Anlage langfristig verdient.

„Mit diesem Paket wird der Zubau von neuen PV-Anlagen in Freiburg weiterhin ansteigen“, ist sich Klaus von Zahn, Leiter des Umweltschutzamtes, sicher.

Interessierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger können sich unter www.freiburg.de/pv ĂŒber die gesamte PV-Kampagne informieren und sich zu den Beratungen oder dem Workshop anmelden.
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Freiburg: Jungkröten wandern dieses Jahr so frĂŒh wie noch nie
Waldwege am östlichen und sĂŒdlichen Waldseeufer gesperrt

Die Jungkröten am Waldsee wandern dieses Jahr so frĂŒh wie noch nie. Damit die an Land gehenden jungen Grasfrösche und junge Erdkröten sicher in den Sternwald gelangen können und nicht von Radlerinnen und Radlern oder Wandernden ĂŒbersehen und ĂŒberfahren werden, sind die Waldwege am östlichen und sĂŒdlichen Waldseeufer fĂŒr die Zeit der Jungkrötenwanderung gesperrt.
 
 

 
Förderung der BiodiversitÀt - Es summt auf den Friedhöfen in Freiburg
Bienenvölker haben sich auf dem Hauptfriedhof, in St. Georgen und auf dem BergÀckerfriedhof angesiedelt

Es summt auf den Friedhöfen in Freiburg. Viele Bienenvölker haben sich auf den Freiburger Friedhöfen angesiedelt. So zum Beispiel drei Bienenvölker im ruhigen, nordwestlichen Teil des Hauptfriedhofs. In St. Georgen stehen BienenkĂ€sten mit zehn bis 20 Völkern auf der großen Wiese hinter der Einsegnungshalle. Dort werden demnĂ€chst die ersten Jungvölker einziehen. Auf dem BergĂ€ckerfriedhof in Littenweiler sind schon seit zwei Jahren Bienen mit zehn bis 20 Völkern.

Durch die derzeit vielen blĂŒhenden Blumen, StrĂ€ucher und BĂ€ume sind die Bienen sehr aktiv, sie bestĂ€uben die unterschiedlichen Pflanzen und tragen so zur biologischen Vielfalt bei. Zudem sichern sie auch die Nahrungsquellen vieler Tiere. Auf den sorgfĂ€ltig bepflanzten Freiburger Friedhöfen finden sie ein vielfĂ€ltiges BlĂŒtenangebot vom FrĂŒhling bis zum SpĂ€tsommer. Menschen brauchen ĂŒbrigens keine Angst vor den Honigbienen zu haben, denn sie sind grundsĂ€tzlich friedlich.

Über den ganzen Sommer werden die Bienen von BlĂŒte zu BlĂŒte fliegen können. Je nach BlĂŒtenvielfalt und Standort kann der Honig von Jahr zu Jahr unterschiedlich schmecken. Gespannt kann man auf den diesjĂ€hrigen Honig vom Hauptfriedhof sein, der von den Stadtimkern Freiburg hergestellt und vermarktet wird. Seit kurzem gibt es auch auf dem BergĂ€ckerfriedhof den Friedhofshonig.
 
 

 
NABU und WWF: OVG Greifswald lehnt Baustopp von Nord Stream 2 ab
Entscheidung gegen Naturschutz und Beteiligungsrecht der NaturschutzverbÀnde

Berlin/Greifswald – Zwei Wochen nach Beginn der Baggerarbeiten in der Ostsee hat das Oberverwaltungsgericht Greifswald den Antrag des NABU auf einen vorlĂ€ufigen Baustopp fĂŒr die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 abgelehnt. NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Wir können diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Es ist ein schwarzer Tag fĂŒr den Naturschutz, wenn den privatwirtschaftlichen Interessen von Nord Stream 2 Vorrang vor dem Schutz bedrohter Arten und LebensrĂ€ume eingerĂ€umt wird. Auf der Grundlage eines aus unserer Sicht rechtswidrigen Beschlusses werden Schutzgebiete in der Ostsee zerstört. Nord Stream 2 hat erfolgreich auf die Kostenkarte im Falle eines Baustopps gesetzt. Offensichtlich wiegt Geld mehr als die Natur. Wir werden die Entscheidung jetzt prĂŒfen. Gleichzeitig bestĂ€tigt das Urteil, dass der Rechtsstreit in der Hauptsache völlig offen ist. Das wĂŒrde bei einer erfolgreichen Klage des NABU bedeuten, dass die Pipeline zurĂŒckgebaut werden muss. Ein unkalkulierbares Risiko fĂŒr die am Projekt beteiligten Firmen.“

Am 2. MĂ€rz hatte der NABU in einem Eilverfahren Klage gegen den Bau von Nord Stream 2 eingereicht. Ein Planfeststellungsbeschluss des Bergamtes Stralsund hatte den Baubeginn im Greifswalder Bodden ab dem 15. Mai erlaubt. Daher sah sich der NABU gezwungen, eine zusĂ€tzliche ZwischenverfĂŒgung zu beantragen, sozusagen einen Eilantrag im Eilverfahren. Dieser ist jetzt abgelehnt worden. Das Gericht argumentiert mit der KomplexitĂ€t des Verfahrens und behandelt dabei maßgebliche Fragen des Rechtstreits noch gar nicht. Drei Monate nach Eröffnung des Verfahrens.

Die Entscheidung ist auch deshalb nur schwer nachzuvollziehen, weil nur wenige Tage nach Beginn der Baggerarbeiten massive Verschmutzungen durch Schmierfette im Baugebiet aufgetreten sind. Es wurden Proben vom Staatlichen Umweltamt genommen und die Polizei ermittelt. Es gilt als sicher, dass Nord Stream 2 der Verursacher ist.

NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff: „Die Verunreinigungen an den StrĂ€nden des Greifswalder Boddens sind ein klares Alarmsignal und zeigen, welche Risiken das Projekt Nord Stream 2 fĂŒr Mensch und Umwelt bringt. Die heutige Entscheidung macht uns betroffen, da die möglichen Folgen fĂŒr Mergelriffe und Wasserpflanzen, Schweinswale und Meeresenten noch schwerer wiegen können. Erstaunlich ist auch, dass das Gericht den ĂŒberholten Argumenten von Nord Stream 2 zur Energiesicherheit folgt anstatt auf fĂŒhrende Energiexperten zum Beispiel des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung zu hören, welche die Gaspipeline fĂŒr energiepolitisch falsch halten. Jetzt hoffen wir auf eine andere Entscheidung im Hauptsacheverfahren.“

Im Hauptsacheverfahren kritisiert der NABU neben den schĂ€dlichen Umweltauswirkungen auch Fehler im Genehmigungsverfahren, so sind zum Beispiel UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfungen unvollstĂ€ndig. ZusĂ€tzlich wird auf die noch ausstehenden Genehmigungen in anderen Ostsee-Anrainerstaaten hingewiesen.

Die Klage des NABU wird fachlich und finanziell vom WWF Deutschland unterstĂŒtzt.
Jochen Lamp, Leiter des WWF-OstseebĂŒros: „Wir sind entsetzt ĂŒber das Signal, das von dieser Entscheidung ausgeht. Sie schwĂ€cht den Stellenwert des Meeresnaturschutzes. Wenn man bei wirtschaftlich wichtigen Vorhaben zunĂ€chst den Schaden zulĂ€sst und ernsthafte PrĂŒfungen erst stattfinden, wenn UmweltschĂ€den nicht mehr repariert werden können, verschlechtert man Naturschutzstandards gravierend. Dies wird auch die Entscheidungen in DĂ€nemark und Schweden beeinflussen, deren Genehmigungen fĂŒr das Projekt noch ausstehen.“
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GAP-PlĂ€ne der EU-Kommission sind ein Drama fĂŒr die Artenvielfalt
Tschimpke: Merkel und Klöckner mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass fĂŒr den Naturschutz ausreichend Mittel bereitgestellt werden

Berlin/BrĂŒssel – Die EU-Kommission hat heute ihre lang erwarteten GesetzesvorschlĂ€ge fĂŒr die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) vorgelegt. Das KernstĂŒck der ReformvorschlĂ€ge sieht eine massive Renationalisierung der Entscheidungskompetenz ĂŒber die Agrarsubventionen vor. Fördergelder fĂŒr den Naturschutz werden noch immer nicht ausreichend bereitgestellt, obwohl hier eklatanten FinanzierungslĂŒcken bestehen.

Dazu NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Die PlĂ€ne der EU-Kommission sind ein Drama fĂŒr die Artenvielfalt. Sie ignorieren auf geradezu groteske Weise eine dringend erforderliche Zweckbindung von Geldern fĂŒr den Naturschutz. Mit der GAP wird sich eine neue Welle von Subventionen fĂŒr umweltschĂ€dliche und ineffiziente Formen der Landwirtschaft ĂŒber die Landschaft ergießen. So können die VerĂ€nderungen nicht angegangen werden, die die Landwirtschaft in Europa dringend braucht fĂŒr eine nachhaltige Zukunft. Die EU-Kommission zeigt mit diesen VorschlĂ€gen, dass sie nicht vorhat, entschieden gegen den vielfach wissenschaftlich belegten dramatischen Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft vorzugehen. Es werden keine zweckgebundenen Gelder fĂŒr das europĂ€ische Schutzgebietsnetzwerk Natura2000 bereitgestellt, stattdessen sind KĂŒrzungen fĂŒr den Naturschutz vorgesehen. Das dringend nötige Umsteuern zu einer nachhaltigeren Landnutzung ist mit diesen VorschlĂ€gen jedenfalls nicht möglich.

Mitgliedsstaaten und EU-Parlament mĂŒssen jetzt ran, um die Artenvielfalt vor dem Kollaps zu retten. Frau Merkel, Frau Klöckner und die deutschen EU-Parlamentarier mĂŒssen sicherstellen, dass auf europĂ€ischer Ebene genĂŒgend Geld fĂŒr den Naturschutz zur VerfĂŒgung steht, dass die Landwirtschaft mit einer fundamentalen Umgestaltung beginnen kann und dass das Konsumverhalten nachhaltiger ausgerichtet wird. Es ist höchste Zeit, die Interessen der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in der Agrarpolitik der EU durchzusetzen.“
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Schicksal von Uferschnepfe, Kiebitz & Co. hÀngt am seidenen Faden
Kiebitz im Maisfeld / Foto: NABU, Marco Sommerfeld
 
Schicksal von Uferschnepfe, Kiebitz & Co. hÀngt am seidenen Faden
Vogelschutz-Experten: Ohne naturvertrĂ€gliche Agrarpolitik haben WiesenbrĂŒter in Europa keine Chance

Berlin, BrĂŒssel – Der NABU begrĂŒĂŸt den neuen EU-Aktionsplan zum Schutz von WiesenbrĂŒtern im landwirtschaftlich genutzten FeuchtgrĂŒnland, der heute vom Michael-Otto-Institut im NABU in BrĂŒssel gemeinsam mit europĂ€ischen Partnern des BirdLife-Netzwerks vorgestellt wird.

Die EU-Mitgliedstaaten, insbesondere Bund und LĂ€nder in Deutschland, sind nun aufgefordert, die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen. Voraussetzung dazu ist aber vor allem eine entsprechende Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Ansonsten haben WiesenbrĂŒter in Europa keine Zukunft. Am 1.Juni werden die VorschlĂ€ge der EU-Kommission zur neuen GAP erwartet – bisher durchgesickerte EntwĂŒrfe lassen laut NABU das Schlimmste fĂŒr Vögel und Insekten befĂŒrchten.

Aktuelle Analysen zeigen europaweit dramatische Abnahmen der BrutbestĂ€nde vieler einstmals hĂ€ufig in Wiesen brĂŒtenden Watvögeln. „Erfolgreich brĂŒten können die Vögel heutzutage fast nur noch in speziell fĂŒr sie unterhaltenen Schutzgebieten. Doch fĂŒr das Ziel, die BestĂ€nde europaweit zu erhalten, gibt es hiervon zu wenige. Auch fehlt das Geld, fĂŒr ein wirkungsvolles Management“, sagt Dr. Hermann Hötker, Institutsleiter des Michael-Otto-Institut im NABU.

Da die Vögel vor allem in landwirtschaftlich genutzten LebensrĂ€umen vorkommen, hĂ€ngt ihr Überlegen von der aktuellen Landwirtschaftspolitik ab. Das Fördersystem der GAP, das vor allem pauschal FlĂ€che und Grundeigentum fördert, statt konkrete Leistungen von Landwirten, fĂŒhrt dazu, dass immer intensiver gewirtschaftet wird, GrĂŒnland verschwindet, oder hĂ€ufiger gemĂ€ht und gedĂŒngt wird. Das hat auf die BestĂ€nde der WiesenbrĂŒter fatale Auswirkungen.

Außerdem fehlt es an attraktiven Anreizen fĂŒr Naturschutzmaßnahmen von Landwirten. Diese können sehr effektiv sein und werden gerne angenommen – sie mĂŒssen sich aber auch wirtschaftlich lohnen, wie aktuelle Auswertungen im Rahmen des Aktionsplans gezeigt haben. Der NABU fordert daher einen EU-Naturschutzfonds in der GAP in Höhe von 15 Milliarden Euro pro Jahr.

Die im neuen Aktionsplan behandelten Vogelarten sind traditionell auf eine landwirtschaftlich geprĂ€gte Kulturlandschaft angewiesen, die ihnen in der Vergangenheit einen fĂŒr sie produktiven Lebensraum boten. Und hier liegen die LösungsansĂ€tze, die der Plan aufzeigt: In Schleswig-Holstein zum Beispiel werden in GrĂŒnlandregionen erfolgsorientierte Artenschutzmaßnahmen, gezielter Vertragsnaturschutz und FlĂ€chenerwerb als koordinierte Instrumente eingesetzt und verschaffen den Vögeln einen im Durchschnitt ĂŒber die Jahre ausreichenden Bruterfolg.

Zusatzinfo:
Bei einem Treffen der zustĂ€ndigen Vertreter aller EU-Mitgliedstaaten wurden in den vergangenen Tagen neben dem Wiesenlimikolen-Plan acht weitere ArtenschutzplĂ€ne fĂŒr bedrohte Vogelarten in GrundzĂŒgen verabschiedet. Darunter befindet sich auch ein Aktionsplan fĂŒr die weltweit und in Deutschland stark bedrohte Turteltaube. Der NABU begrĂŒĂŸt, dass dieser Plan ein zumindest vorĂŒbergehendes Verbot der in SĂŒdeuropa immer noch legalen Jagd auf diese Art vorsieht. Denn im Rahmen der Planerstellung konnten Wissenschaftler nachweisen, dass die jĂ€hrlich in der EU geschossenen 1,5 Millionen Turteltauben mehr sind als die Art vertragen kann. Auch das Überleben der Turteltaube hĂ€ngt jedoch maßgeblich von einer Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik ab.
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