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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
NABU zum neuen Verpackungsgesetz: Umwelt und Verbraucher verlieren
Ohne Mehrwegquote und striktere Herstellerpflichten bleibt das Gesetz hinter seinen Möglichkeiten zurĂŒck

Bei der morgigen Abstimmung zum Verpackungsgesetz entscheiden die Abgeordneten des Bundestags ĂŒber die Zukunft von Mehrweg fĂŒr GetrĂ€nkeverpackungen in Deutschland. Ebenso zur Debatte steht die Frage, wie viele Wertstoffe in Zukunft recycelt und zu neuen Produkten und Verpackungen verarbeitet werden sollen und wie die Sammlung und Entsorgung von VerpackungsabfĂ€llen besser kontrolliert werden kann. Aus Sicht des NABU bleibt das Gesetz mit unverbindlichen Quoten und geringen Anreizen fĂŒr ein ökologisches Design von Verpackungen weit hinter seinen Möglichkeiten zurĂŒck. Nur ein wirkliches Wertstoffgesetz kann das erfĂŒllen. Dies muss ein Schwerpunktthema fĂŒr die nĂ€chste Legislaturperiode sein.

„Umwelt und Verbraucher verlieren. Das Verpackungsgesetz ist zu lasch, um beim Ressourcenschutz einen echten Schritt voranzukommen. Im vorliegenden Gesetzesentwurf fehlen nach wie vor eine verbindliche Mehrwegquote, ein strenges ökologisches Bonus-Malus-System fĂŒr Verpackungshersteller sowie Mindestsammelmengen und dynamische Recyclingquoten“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Bundesumweltministerin Hendricks wollte sich nach jahrelangem Streit zwischen privaten und kommunalen Entsorgern ĂŒber die Sammelverantwortung der AbfĂ€lle mit voller Kraft den Umweltzielen im Gesetz widmen. „Seit dem ersten Entwurf des Gesetzes wurden Mindestsammelmengen gestrichen und Recyclingvorgaben kontinuierlich nach unten korrigiert. Das ist nicht volle Kraft, das ist Laufen auf Sparflamme,“ so Miller weiter. Ein wenig Hoffnung mache der aktuelle Änderungsantrag von SPD und CDU, der eine Mehrwegquote fĂŒr GetrĂ€nkeverpackungen von 70 Prozent vorsieht. „Wir begrĂŒĂŸen dieses wichtige Signal an die GetrĂ€nkewirtschaft. Wirkung kann die Quote aber nur entfalten, wenn sie verbindlich ist und durch flankierende Maßnahmen wie eine GetrĂ€nkeverpackungssteuer und klare Einweg-Mehrweg-Kennzeichnungen auf den Flaschen gestĂŒtzt wird“, so Miller weiter.

Der NABU ist enttĂ€uscht ĂŒber fehlende Regeln und Anreize fĂŒr Hersteller von Verpackungen. Recyclingquoten alleine funktionieren nicht. Genauso wichtig ist es, dass Produzenten Verpackungen recyclingfreundlicher gestalten und recycelte Wertstoffe wieder einsetzen. „Der Gesetzesplan, dass die Dualen Systeme zu diesem Zweck ihre Entgelte ökologischer gestalten, wĂ€re grundsĂ€tzlich sinnvoll. Weil es aber keine konkreten Vorgaben dafĂŒr gibt, weil bei Nichthandeln keine Sanktionen folgen und weil die Systeme nicht öffentlich ĂŒber die Ziele zum Erreichen ihrer Maßnahmen berichten mĂŒssen, wird ein Umdenken in der Verpackungsbranche ausbleiben. Ein erster Schritt hĂ€tte sein können, Hersteller fĂŒr den Einsatz von SekundĂ€rrohstoffen zu belohnen. Doch so bleibt das Gesetz weit hinter seinen Möglichkeiten zurĂŒck“, kritisiert Sascha Roth, NABU-Abfallexperte die PlĂ€ne der Regierungskoalition.

Wieder ist eine Bundesregierung an der EinfĂŒhrung einer bundeseinheitlichen Wertstofftonne gescheitert. FĂŒr die BĂŒrger bedeutet das die Fortsetzung eines komplizierten Trennsystems, in dem eine Verpackung aus Kunststoff im Gelben Sack und die KĂŒchenschĂŒssel aus dem gleichen Material im RestmĂŒll landen soll und dann verbrannt wird. So werden auch in Zukunft jĂ€hrlich rund 450.000 Tonnen Wertstoffe aus so genannten stoffgleichen Nichtverpackungen fĂŒr ein umweltfreundliches Recycling verloren gehen.

Abhilfe können nur die Kommunen schaffen, indem sie die Wertstofftonne freiwillig einfĂŒhren. Der NABU appelliert an die StĂ€dte und Gemeinden, auf lokaler Ebene voranzugehen und sich fĂŒr die verbraucherfreundliche gemeinsame Sammlung aller wertstoffhaltigen AbfĂ€lle in einer Tonne zu entscheiden. „Denn nur im Ausbau des Wertstofftonnensystems liegt die Zukunft. Das erlöst die Bundespolitik aber nicht von ihrer umweltpolitischen Pflicht, in der nĂ€chsten Legislaturperiode mit Hochdruck an einem ambitionierten Wertstoffgesetz zu arbeiten, das das Verpackungsgesetz ablösen muss,“ so Sascha Roth.

Der NABU lehnt darĂŒber hinaus PlĂ€ne der Bundesregierung ab, die Kontrolle zur Lizenzierung von Verpackungen auf eine zentrale Stelle zu ĂŒbertragen, die vom Handel und der Industrie geleitet wird. Solch eine Funktion mĂŒsse unter staatlicher Kontrolle bleiben und nicht der Wirtschaft ĂŒberlassen werden – schon allein, um eine transparente unabhĂ€ngige sowie ordnungsgemĂ€ĂŸe Lizenzierung und Entsorgung von Verpackungen zu gewĂ€hrleisten.
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Umweltministerium fördert vier Smart-Grids-Projekte mit ĂŒber 1,2 Millionen Euro
Ministerialdirektor Helmfried Meinel: „In unserem Energiesystem der Zukunft mĂŒssen viel mehr Informationen ausgetauscht und Daten verarbeitet werden, und das alles mit viel höherer Geschwindigkeit als frĂŒher.“

Der Amtschef des Umweltministeriums, Ministerialdirektor Helmfried Meinel, hat heute (04.04.) in Stuttgart vier Förderbescheide fĂŒr innovative Projekte aus dem Bereich Smart-Grids ĂŒberreicht. „Die Energiewende stellt die bisherige Netzlogik auf den Kopf“, sagte Meinel. So werde die Energieversorgung zwar umweltfreundlicher, ein zunehmend schwankendes Angebot aus erneuerbaren Energiequellen und die vielen dezentralen Stromerzeugerinnen und -erzeuger stellten das System aber vor große Herausforderungen. „Um die Versorgungssicherheit auf höchstem Niveau zu gewĂ€hrleisten, mĂŒssen in Zukunft viel mehr Informationen ausgetauscht und viel mehr Daten verarbeitet werden, und das alles mit viel höherer Geschwindigkeit als frĂŒher“, betonte Meinel. Mit verschiedenen Förderprogrammen unterstĂŒtze die Landesregierung daher die betroffenen Akteure dabei, die hierzu notwendige Technik erforschen, entwickeln und testen zu können.

Zusammen knapp 230.000 Euro aus dem Förderprogramm „Demonstrationsvorhaben Smart Grids und Speicher“ erhalten die Partner des Projektes „DOSE – Dezentrales Open Source Energiemanagement in Liegenschaften“. In einem Musterquartier in Heidelberg soll hierbei demonstriert werden, wie verschiedene Steuerboxen miteinander vernetzt und optimiert und so den Kunden spezielle Energiedienstleistungen bereitgestellt werden können.

Aus dem Förderprogramm „Smart Grids Forschung – digital vernetzt“ fördert das Ministerium fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft nun drei Vorhaben: Das federfĂŒhrend von der UniversitĂ€t Stuttgart erarbeitete Projekt „VIPEEER – VersorgungsqualitĂ€t und -sicherheit in der industriellen Produktion bei Einspeisung aus Erneuerbaren Energien“ erhĂ€lt einen Zuschuss von fast 290.000 Euro. Das Projekt untersucht und modelliert komplexe technische ZusammenhĂ€nge moderner Netzkomponenten und misst detailliert SpannungsqualitĂ€tsmerkmale.

FĂŒr ihr Projekt „IT-Grid-Design – IT-basierte Netzausbauplanung im Verteilnetz fĂŒr ein erneuerbares dezentrales Energiesystem“ erhalten die Duale Hochschule Baden-WĂŒrttemberg Ravensburg, das Frauenhofer Institut fĂŒr Solare Energiesysteme ISE Freiburg und das International Solar Energy Research Center Konstanz zusammen knapp 300.000 Euro. Ziel des Projektes ist es, das bestehende Verteilnetz optimal zu nutzen und somit die Kosten des Netzausbaus zu reduzieren.

Fast 420.000 Euro erhĂ€lt schließlich das Projekt „Heat4Smart-Grid BW – Intelligente dezentrale erneuerbare WĂ€rme fĂŒr Smart Grids in Baden-WĂŒrttemberg – Lastflexibilisierung zur Verteilnetzentlastung mit WĂ€rmepumpen“ der UniversitĂ€t Stuttgart und der Hochschule Reutlingen. Zentrales Ziel des Projektes ist es zu untersuchen, ob sich ein grĂ¶ĂŸerer Anteil erneuerbarer WĂ€rme in Baden-WĂŒrttemberg mithilfe von WĂ€rmepumpen realisieren lĂ€sst und wie eine netzdienliche Steuerung dieser PV- und WĂ€rmepumpensysteme das Verteilnetz entlasten kann.
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UmweltverbÀnde starten Online-Aktion zur EU-Agrarpolitik
Zukunft der europĂ€ischen Landwirtschaft entscheidet sich jetzt - NABU zeigt dramatischen „Ausverkauf“ der Landschaft

Die VerbĂ€nde BUND, DNR, NABU und WWF setzen bei der Diskussion um die kĂŒnftige EU-Agrarpolitik auf eine echte BĂŒrgerbeteiligung. Mit Hilfe eines praktischen Online-Tools sollen alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger die Möglichkeit erhalten, sich direkt an die EU-Kommission zu wenden, um einer Forderung nach einer verantwortungsbewussten Landwirtschaft Nachdruck zu verleihen.

Die VerbĂ€nde fordern von EU-Agrarkommissar Phil Hogan einen drastischen Kurswechsel bei den milliardenschweren Agrarsubventionen, die immerhin 38 Prozent des EU-Haushalts ausmachen. Sie kritisieren, dass der Großteil der landwirtschaftlichen Fördergelder in pauschale, flĂ€chenbezogene Agrarsubventionen fließt. Dies zwinge die Landwirte zu immer intensiveren Produktionsmethoden, die erhebliche SchĂ€den an Natur und Umwelt verursachen. Eine neue Landwirtschaftspolitik ab 2020 mĂŒsse fair zu Landwirten und Verbrauchern, ökologisch nachhaltig und global verantwortungsvoll ausgerichtet sein. Die VerbĂ€nde fordern daher eine gezielte Förderung von Leistungen der Agrarbetriebe zum Beispiel im Naturschutz. Eine verbesserte Tierhaltung mĂŒsse unterstĂŒtzt und aktiv vorangetrieben werden sowie der Einsatz von weniger Pestiziden und DĂŒngemitteln. Wer die Forderungen der UmweltverbĂ€nde unterstĂŒtzt, kann sich ab heute daher in einem vereinfachten Verfahren auf der Internetseite www.NABU.de/abstimmen an BrĂŒssel wenden. Im Februar hatte die EU-Kommission die öffentliche Befragung zur Zukunft der Agrarpolitik nach 2020 gestartet. Diese Befragung lĂ€uft noch bis zum 2. Mai.

Mit aufrĂŒttelnden Motiven zeigt der NABU, wie dramatisch der „Ausverkauf“ der Landschaft, der Artenvielfalt und unserer ErnĂ€hrungsgrundlagen ist. So ist der Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft mitverantwortlich fĂŒr das massive Insektensterben. RĂŒckstĂ€nde von Pestiziden landen ĂŒber die Lebensmittel auch auf unseren Tellern. Ein Apfel wird im konventionellen Obstanbau beispielsweise durchschnittlich 32 Mal vor der Ernte mit Pestiziden bespritzt. Besonders dramatisch ist der Mangel an Nahrung und Lebensraum in der Agrarlandschaft auch fĂŒr das Rebhuhn. Seine BestĂ€nde sind in den letzten 25 Jahren um 94 Prozent zurĂŒckgegangen, heute ist der ehemals typische Agrarvogel nahezu ausgerottet.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Die Situation in der Agrarlandschaft ist alarmierend. Wir brauchen endlich eine neue, faire und umweltfreundliche EU-Agrarpolitik. Ziel muss es sein, den Pestizideinsatz einzudĂ€mmen und die Artenvielfalt auf Äckern zu fördern. Das schĂŒtzt nicht nur die Insekten, Rebhuhn, Feldhamster und Co., sondern kĂ€me auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern zugute, die eine giftfreie und lebenswerte Umwelt wĂŒnschen. Leider bremst Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bislang alle ReformansĂ€tze fĂŒr die dringend notwendige Agrarreform aus. Genau wie der Deutsche Bauernverband beharrt er alleine auf dem Status Quo der bedingungslosen Pauschalzahlungen nach dem Prinzip Gießkanne. „Davon profitieren vor allem die großen, intensiv wirtschaftenden Betriebe – und schaden der Natur und dem Steuerzahler. Wir als NABU sagen: Geben auch Sie Ihr JA fĂŒr eine bessere Landwirtschaft fĂŒr Mensch und Natur!“
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Karlsruhe: Biologische Vielfalt geht zurĂŒck
Stadt will BiodiversitĂ€t bewahren / Zahlreiche Maßnahmen

Die Biologische Vielfalt, also die Vielfalt von LebensrĂ€umen, Arten und genetischen Varianten, ist weltweit bedroht. Letztlich ist sie die Grundlage auch fĂŒr unser Leben. Die Vereinten Nationen haben deshalb das laufende Jahrzehnt zur Dekade der Biologischen Vielfalt ausgerufen. Aktuell machen die NaturschutzverbĂ€nde mit einer Resolution auf das heimische Insektensterben und den Vogelschwund aufmerksam. So wurden bei den periodischen SingvogelzĂ€hlungen auffĂ€llige RĂŒckgĂ€nge verzeichnet. Ebenso ist bezeichnend, dass nach aktuellen Beobachtungen die Insektenvielfalt in stĂ€dtischen RĂ€umen grĂ¶ĂŸer ist als auf der Feldflur.

Erhebliche Anstrengungen

BĂŒrgermeister Klaus Stapf: "Die Stadt Karlsruhe ist sich mit den NaturschutzverbĂ€nden darin einig, dass die BiodiversitĂ€t ein unschĂ€tzbares Gut ist, weshalb sie auch erhebliche Anstrengungen unternimmt, um sie zu bewahren." Was vor Jahrzehnten beispielsweise mit der Ausweisung von Schutzgebieten oder mit naturnahen Umgestaltungen an GewĂ€ssern begann, ist heute ein breites Aufgabenfeld, das in viele stĂ€dtische Handlungsfelder hineinwirkt. Mit der Initiative GrĂŒne Stadt wird auch nach außen deutlich, dass die Stadt die Thematik ernst nimmt.

Rasen- und WiesenflÀchen

Von den 567 Hektar Rasen- und WiesenflĂ€chen werden derzeit 124 Blumenwiesen ein- bis zweimal jĂ€hrlich gemĂ€ht. ErgĂ€nzend dazu wird an ausgewĂ€hlten Standorten gebietsheimisches Saatgut von WiesenkrĂ€utern eingebracht, um die standorttypische Entwicklung zu einer artenreichen Pflanzengesellschaft zu beschleunigen. Weitere 306 Hektar erhalten aus KostengrĂŒnden eine dreimalige Mulchmahd. Allerdings werden regelmĂ€ĂŸig Inseln ausgespart, um an wechselnden Standorten blĂŒhende WiesenkrĂ€uter zu erhalten. Ein Pestizideinsatz findet auf stĂ€dtischen GrĂŒnflĂ€chen grundsĂ€tzlich nicht statt. Auch bei der Verpachtung stĂ€dtischer GrĂŒnflĂ€chen an Private wird der Einsatz von Pestiziden vertraglich generell ausgeschlossen.

Forstwirtschaft

In der Forstwirtschaft setzt die Stadt das Alt- und Totholzkonzept des Landes auch auf ihren eigenen WaldflĂ€chen um. So werden LebensrĂ€ume fĂŒr die große Zahl totholzbewohnender Arten erhalten. Der Einsatz von Glyphosat im Staats- oder Stadtwald in Form der sogenannten Stockbehandlung gegen den invasiven Neophyt SpĂ€tblĂŒhende Traubenkirsche (Prunus serotina) wurde bereits vor drei Jahren aufgrund der FSC-Zertifizierung beendet. Andere synthetische Pestizide werden im Wald nicht angewendet.

Landwirtschaftliche FlÀchen

Auch auf ihren selbst bewirtschafteten landwirtschaftlichen FlĂ€chen geht die Stadt schonend mit der Natur um. Die Wiesen werden in der Regel extensiv gepflegt, das heißt zweimalige Mahd mit AbrĂ€umen des MĂ€hgutes. Bei Ansaaten wird grundsĂ€tzlich heimisches Saatgut verwendet und es werden entsprechende Möglichkeiten der Bewirtschaftung genutzt, wie beispielsweise der MĂ€hgutĂŒbertrag. FĂŒr den Umgang mit BrachflĂ€chen hat die Stadt ein Konzept entwickelt, ein Streuobstwiesenkonzept ist in Arbeit.

Landwirtschaftliche FlĂ€chen, die von der Stadt selbst bewirtschaftet werden, sind bio-zertifiziert. Es werden dort keine chemischen Erzeugnisse ausgebracht. Hier werden aber auch die Grenzen der stĂ€dtischen Einflussnahme deutlich. Pestizide, die nach der Gesetzeslage zugelassen sind, kann die Stadt auf ihren verpachteten Äckern nicht verbieten. Es kann lediglich die ordnungsgemĂ€ĂŸe Anwendung ĂŒberwacht werden. Auch indirekt fördert die Stadt die BiodiversitĂ€t. GegenwĂ€rtig werden in Schulen und anderen stĂ€dtischen Einrichtungen forciert „Bio“-zertifizierte Speisen angeboten. Neben dem Ziel der besseren Gesundheitsvorsorge soll damit auch die biologische Landwirtschaft gefördert werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Stadt betreibt auch gezielt Öffentlichkeitsarbeit, um die PrivateigentĂŒmer anzusprechen: mit Hinterhof- und Blumenschmuckwettbewerben oder der Auszeichnung von GrĂŒnbereichen in Industrie- und Gewerbegebieten. Der ökologische Aspekt, etwa die Anlage von NaturgrĂŒn im Privatgarten, soll kĂŒnftig noch mehr Gewicht erhalten.

GrĂŒne Stadt

Die Initiative „Meine GrĂŒne Stadt Karlsruhe“ bietet hierfĂŒr eine geeignete Plattform. Zum einen kann ĂŒber stĂ€dtische Zielkonzepte (Alt- und Totholzkonzept, Streuobstkonzept, Ausweisung von Schutzgebieten und geschĂŒtzten Objekten, gegebenenfalls Artenschutzkonzept und anderes) steuernd Einfluss im Hinblick auf eine positive Entwicklung genommen werden, zum anderen können mit BĂŒrgerbeteiligungsprojekten neue Wege gefunden werden, um verbreitet die BiodiversitĂ€t zu fördern.
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Karlsruhe: Verwunschene und vitale Oasen

Offene Pforte lockt den April ĂŒber mit ganz unterschiedlichen Einblicken

Der April lĂ€sst sich nicht nur wettertechnisch gut an, sondern hĂ€lt auch interessante Einblicke ĂŒber die Offene Pforte Karlsruhe bereit. Am Palmsonntag, 9. April, ist ein Garten in GrĂŒnwinkel besuchbar. Von 14 bis 18 Uhr offenbart die Besitzerin die durch einen schmalen Weg von der Eichelbergstraße zu erreichende, zirka 350 Quadratmeter große Oase unter Hausnummer 60. In dem Hausgarten, der einen verwunschenen und lebendigen Eindruck macht, sind viele interessante Pflanzen in sonnigen und schattigen Bereichen zu entdecken. Rankpflanzen, ein Rhododendron aus Irland, eine große Korkenzieherhaselnuss, manch WohlfĂŒhlplatz fĂŒr Mensch und Tier und vieles mehr.

In der Innenstadt-West, Jahnstraße 8, steht am Samstag, 22. April, von 14 bis 18 Uhr ein leicht verwilderter naturnaher Vor- und Hausgarten offen, der sich ĂŒber etwa 400 Quadratmeter erstreckt. Dominierend ist die große alte Eiche aus der Zeit der StadtgrĂŒndung. Die Mauern sind begrĂŒnt, die Straßenseite des Hauses schmĂŒckt eine Glyzinie. Vorgarten und Garten zeigen FrĂŒhjahrsblĂŒher, einige Stauden und Ziergehölze wie StrauchpĂ€onie, Forsythie, Scheinquitte und Rosen.

Einen imposanten Blick hinter die Kulissen gewĂ€hrt das federfĂŒhrend beteiligte Gartenbauamt am Dienstag, 25. April, mit FĂŒhrungen durch die StadtgĂ€rtnerei in RĂŒppurr, GebrĂŒder-Grimm-Straße 9, um 9, 11 und 14 Uhr. Dort wird angezogen und gepflegt, was spĂ€ter auf öffentlichen FlĂ€chen im Stadtgebiet grĂŒnt und blĂŒht. Auf 6500 Quadratmetern AnzuchtflĂ€che werden rund 230000 Pflanzen fĂŒr die WechselflorflĂ€chen kultiviert, KĂŒbelpflanzen ĂŒberwintert und vermehrt, außerdem 1500 JungbĂ€ume aufgeschult. Die FĂŒhrungen - Info unter Telefon 133-6780 oder -6783 - finden in der heißen Phase der Auslieferung statt, wenn die Pflanzen die GewĂ€chshĂ€user verlassen.

Erneut ein innerstĂ€dtischer Garten, Herrenstraße 56, beschließt diesen Monat - am 30., zwischen 14 und 18 Uhr. Zwei große Grau-Birken prĂ€gen diesen Hof, der von begrĂŒnten hohen Mauern umgeben ist und eine besondere AtmosphĂ€re bietet. Nach Eröffnung einer homöopathischen Praxis wurde ein HeilkrĂ€utergarten angelegt. Beim Hinterhofwettbewerb 2006 gab es einen Preis fĂŒr den Hof.

Gemeinsam mit freiwillig engagierten BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern gewĂ€hrt das stĂ€dtische Gartenbauamt ĂŒber die offene Pforte allen Interessierten Einblicke in private FreirĂ€ume - Garten oder Hof.
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NABU: Töne fĂŒr einzigartiges MusikstĂŒck gesucht
DJ Dominik Eulberg komponiert mit GerÀuschen der Nacht eine musikalische Reise

Seit Jahrtausenden bezaubert die Nacht den Menschen – mit all ihren Facetten, vom geheimnisvollen Halbdunkel bis hin zur mystischen Dunkelheit. Nachts sehen Menschen bekanntlich weniger. Die Ohren ĂŒbernehmen es dann, die Geschehnisse im Dunkeln zu entschlĂŒsseln. Doch wie klingt die Nacht? Der NABU macht sich auf die Suche und jeder kann seine persönlichen NachtgerĂ€usche ĂŒber www.NABU.de/nachtkonzert einsenden. Aus den GerĂ€uschen entstehen soll ein einzigartiges NachtnaTour-Konzert, das von Dominik Eulberg komponiert wird.

Dominik Eulberg ist seit ĂŒber zehn Jahren ein renommierter DJ und Produzent in der internationalen Techno-Szene. Auf einzigartige Weise verknĂŒpft der begeisterte Naturfreund und -schĂŒtzer sein persönliches und pĂ€dagogisches Anliegen mit seiner Arbeit als KĂŒnstler.

Zu gewinnen gibt es Backstage-Festivaltickets, Konzertgutscheine, Luxus-Insektenhotels und die Teilnahme an einer NABU-Fledermaus-Exkursion mit Dominik Eulberg.

2017 steht bei NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV), ganz im Zeichen des Waldkauzes, dem aktuellen "Vogel des Jahres". Der Waldkauz steht als nĂ€chtlicher JĂ€ger fĂŒr alle Tiere der Nacht. Mit der Aktionsreihe „NABU- bzw. LBV-NachtnaTour“ bieten die beiden VerbĂ€nde Exkursionen, VortrĂ€ge und Veranstaltungen zu den Besonderheiten der nĂ€chtlichen Tier- und Pflanzenwelt an. Am 20. Mai 2017 wird eine bundesweite NABU-NachtnaTour durchgefĂŒhrt. Von der DĂ€mmerung bis zum frĂŒhen Morgen stehen in der Nacht zum Sonntag Waldkauz, FledermĂ€use und Co. im Mittelpunkt.
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„LivingLand“
Unternehmen und VerbÀnde fordern eine andere Agrarpolitik

Tschimpke: EU- Agrarkommissar Phil Hogan muss ambitionierte ReformvorschlÀge vorlegen

Europaweit rufen immer mehr VerbĂ€nde, Unternehmen und Institutionen EU-Agrarkommissar Hogan dazu auf, einen mutigen Vorschlag fĂŒr eine andere Landwirtschaftspolitik vorzulegen. Zur Halbzeit der laufenden BĂŒrgerbefragung des Kommissars zur EU-Agrarpolitik veröffentlichte das VerbĂ€ndebĂŒndnis „LivingLand“ die Logos der bereits teilnehmenden Organisationen. Unter den bisher fast 200 UnterstĂŒtzern finden sich neben UmweltverbĂ€nden aus ganz Europa auch Unternehmen wie Alnatura, der Kosmos Verlag und Veolia Deutschland. Aber auch eine Vielzahl kleiner und mittelstĂ€ndischer Unternehmen sowie Organisationen aus den Bereichen ErnĂ€hrung, Kosmetik, Wissenschaft, Medien und Tourismus engagieren sich. Sie fordern gemeinsam eine „zukunftsfĂ€hige ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftspolitik in Europa. Diese muss gesund und fair fĂŒr alle sein, mit kurz- und langfristigem Nutzen fĂŒr alle Menschen, einschließlich der Landwirte, und fĂŒr die Natur.“

„Agrarpolitik geht alle an. Nicht nur fĂŒr Verbraucher, Steuerzahler, Bauern und den Lebensmittelhandel steht viel auf dem Spiel, wenn die Landwirtschaftsförderung nach 2020 verhandelt wird. Auch unser europĂ€isches Naturerbe und das Klima sind betroffen. Das Thema ist zu wichtig, um es alleine Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und anderen Agrarpolitikern zu ĂŒberlassen“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Die Unternehmen und Organisationen fordern eine Politik die „fair, ökologisch nachhaltig, gesund und global verantwortungsvoll“ sein muss. Die derzeitige Agrarpolitik zwinge immer mehr Betriebe in eine immer intensivere Produktion, auf Kosten der Allgemeinheit und kĂŒnftiger Generationen. Zudem hĂ€nge die wirtschaftliche Zukunft vieler Unternehmen von sauberem Wasser, unbelasteten Böden und attraktiven, vielfĂ€ltigen Erholungslandschaften ab. So wird es beispielsweise fĂŒr Wasserwerke immer teurer, das durch ÜberdĂŒngung eingetragene Nitrat aus dem Grundwasser zu entfernen.

Olaf Tschimpke kritisiert das völlig fehlgeleitete Fördersystem: „Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit hier doppelt zur Kasse gebeten wird: Erst fĂŒr die pauschalen Subventionen und dann fĂŒr die Reparatur der dadurch verursachten UmweltschĂ€den. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die von vornherein diejenigen fördert, die sorgsam mit Wasser, Boden und Artenvielfalt umgehen und aktiv etwas fĂŒr die Gesellschaft leisten.“

Der NABU-PrĂ€sident ruft alle an einer Reform interessierten VerbĂ€nde und Unternehmen dazu auf, sich spĂ€testens bis Ende April der „LivingLand“-Initiative anzuschließen. Damit könne Einfluss genommen werden auf die VorschlĂ€ge des EU-Agrarkommissars, die fĂŒr November 2017 erwartet werden.
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NABU legt Position zu Windenergie und Naturschutz vor
Strenge Kriterien fĂŒr Windenergie im Wald

Beim Ausbau der Windenergie kommt es immer wieder zu Konflikten mit dem Naturschutz. In seinem jetzt vorgelegten Positionspapier „NaturvertrĂ€gliche Nutzung der Windenergie an Land und auf See“ stellt der NABU dar, wie der Ausbau der Windenergie in Deutschland insgesamt möglichst im Einklang mit der Natur geschehen kann.

„Dass wir in Deutschland die Windenergie brauchen, um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, steht außer Frage. Wir dĂŒrfen dabei aber den Klimaschutz nicht gegen den Naturschutz ausspielen. Deshalb sind klarere Regeln zum naturvertrĂ€glichen Ausbau der Windenergie notwendig. Ziel muss es sein, bei der Planung neuer Anlagen Konflikte von vornherein zu vermeiden und fĂŒr VorhabentrĂ€ger mehr Rechtssicherheit zu schaffen. Naturschutzbelange mĂŒssen von Beginn an in den Planungen ausreichend berĂŒcksichtigt werden“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

In dem Papier fordert der NABU, die NaturvertrĂ€glichkeit stĂ€rker als politisches und planerisches Leitbild in den Ausbau der erneuerbaren Energien aufzunehmen. „Damit aus Naturschutzsicht besonders wertvolle Gebiete kĂŒnftig frei von Anlagen gehalten werden, muss der Ausbau ĂŒber eine verbindliche Regionalplanung mit klaren Ausschlussgebieten rĂ€umlich gesteuert werden“, so Tschimpke weiter. Als solche Gebiete sieht der NABU fast alle des europĂ€ischen Natura-2000-Netzwerks und Gebiete, in denen „windenergie-sensible“ Arten wie zum Beispiel FledermĂ€use, Rotmilan oder Schreiadler stark verbreitet sind. Auch in der Ostsee sollte aufgrund ihrer besonderen hydrografischen und ökologischen Besonderheiten kein weiterer Ausbau der Offshore-Windenergie stattfinden.

Den Verzicht auf Windenergie im Wald hĂ€lt der NABU auch in waldarmen Regionen fĂŒr notwendig. „Unsere WĂ€lder sind wertvolle LebensrĂ€ume, die wir unbedingt erhalten mĂŒssen. Offenlandstandorte sollten daher grundsĂ€tzlich bevorzugt werden“, so der NABU-PrĂ€sident. Bei der Wahl von möglichen Standorten in WĂ€ldern unterscheidet der NABU zwei Kategorien: „waldreiche“ und „waldarme“ Regionen. Als "waldarm" gelten Gebiete, deren Waldanteil unter dem Bundesdurchschnitt von derzeit 32 Prozent liegt. Hier muss aus NABU-Sicht grundsĂ€tzlich auf den Ausbau der Windenergie im Wald verzichtet werden. In waldreichen Regionen hingegen könnten einzelne Windenergieanlagen im Wald gebaut werden.

„Als Standort kommen naturferne NadelwĂ€lder in Frage oder Waldgebiete, die bereits durch Infrastruktur wie Straßen, Leitungen oder Schienen beeintrĂ€chtigt sind. GrundsĂ€tzlich vermieden werden sollte der Ausbau in naturnahen, ĂŒber hundert Jahre alten Laub- und MischwĂ€ldern sowie in WĂ€ldern, die in großen, unzerschnittenen und verkehrsarmen RĂ€umen liegen“, so NABU-Energiereferentin Inga Römer. „Das Positionspapier ist auch eine Empfehlung an Politik und Planer, da es auflistet, wie Naturschutz beim Ausbau der Windenergie integriert werden kann.“
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