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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
NABU-Experten warnen: Fledermäuse finden immer weniger Nahrung
Deutschland muss dringend bundesweites Insekten-Monitoring aufbauen

Aktuell erwachen Deutschlands Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf. Nachts gehen sie auf die Jagd, um ihre leeren Reserven aufzutanken. Doch die Nahrungssuche wird für Fledermäuse immer schwieriger. Fledermausforscher des NABU warnten daher auf einer Tagung im hessischen Wetzlar vor einem möglichen starken Rückgang von Großem Mausohr, Zwergfledermaus und Co.

„Unsere Fledermäuse ernähren sich grundsätzlich von Insekten. Doch seit einiger Zeit beobachten wir einen alarmierenden Rückgang unter ihnen, dessen Umfang noch keiner genau kennt“, so Karl Kugelschafter, Sprecher der NABU-Bundesfachausschusses Fledermäuse. Betroffen seien nicht nur einzelne Insektenarten, sondern die Gesamtmasse. Für Fledermäuse sei dies eine fatale Aussicht, ebenso für die gesamte Nahrungskette. „Fledermäuse sind auf Insekten angewiesen, genauso wie Mauersegler oder Schwalben. Sterben die Insekten, werden Blumen und Bäume nicht mehr bestäubt. Unsere gesamte Nahrungskette steht mit dem Zustand der Insektenwelt auf der Kippe“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke, der die Tagung in Wetzlar eröffnete.

Ab der Abenddämmerung jagen unsere 25 heimischen Fledermausarten vor allem Mücken und Nachtfalter. Um zu überleben, muss eine Fledermaus täglich bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts fressen. Das entspricht bis zu zehn Gramm, allein in den Sommermonaten kommt so rund ein Kilogramm Insekten-Nahrung zusammen.

Neueste Studien werteten die 400 Fledermauskundler als Alarmsignal: Demnach könnte das Grundnahrungsmittel der Fledermäuse in einigen Teilen Deutschlands bald nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen. In Nordrhein-Westfalen hatten Untersuchungen unlängst belegt, dass die Gesamtbiomasse der Insekten hier in den vergangenen 15 Jahren um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist. Auch der Blick auf die Rote Liste ist alarmierend: Jede zweite Wildbienenart ist hierzulande inzwischen in ihrem Bestand gefährdet.

„Bislang existieren nur einzelne punktuelle Untersuchungen zum Rückgang der Insekten. Das kann nicht die Lösung sein. Wir brauchen endlich ein bundesweites Monitoring, das dauerhaft den Zustand unserer Insektenwelt erfasst“, forderte der NABU-Präsident. Schon zur kommenden Legislaturperiode müsse dies umgesetzt werden.

Als Hauptursache für den Rückgang der Fledermäuse zählt – neben dem Verlust an geeignetem Wohnraum – der Einsatz von Insektiziden in einer immer monotoneren intensiven Landwirtschaft. Durch Pflanzenschutzmittel und andere Pestizide seien Insekten oft mehrfach belastet. Nimmt eine Fledermaus solche Insekten auf, reichern sich die Gifte in ihrem Körper an, schwächen die Tiere selbst oder ihren Nachwuchs.

Der NABU fordert daher, alle kritischen Insektizide endlich auf ihre Auswirkungen hin zu überprüfen. Erst wenn nachgewiesen sei, dass diese Stoffe keine schädigenden Folgen für die Ökosysteme haben, sollten sie zugelassen werden. Außerdem müsse die Bundesregierung dafür sorgen, dass der Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft drastisch reduziert werde, auf EU-Ebene müsse sie sich zudem für ein grundsätzliches Verbot bienenschädlicher Neonikotinoide einsetzen. Auch die Kommunen sehen die Naturschützer in der Pflicht: Auf ihren eigenen öffentlichen Flächen sollten sie die Anwendung von Glyphosat und weiteren Pestiziden verbieten.

Derzeit befragt die EU-Kommission Europas Bürger zu ihren Erwartungen an die zukünftige Landwirtschaftspolitik. Bis zum 2. Mai können verschiedene Fragen beantworten werden, unter anderem zum Einsatz von Pestiziden und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Ergebnisse sollen in den Entscheidungsprozess der EU einfließen, wie die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2021 ausgestaltet wird. Derzeit machen die Agrar-Subventionen rund 60 Milliarden Euro pro Jahr und 40 Prozent des EU-Haushalts aus. EU-Agrarkommissar Phil Hogan will Ende des Jahres erste Optionen festlegen, im Frühjahr 2018 soll ein konkreter Vorschlag folgen, wie die Subventionen künftig verteilt werden.
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NABU Zahl des Monats
8 Prozent des Flächenzuwachs der Ökolandbaufläche in Deutschland durch den NABU

NABU-Projekt "Gemeinsam Boden gut machen" gefördert von der Alnatura-Bio-Bauern-Initiative unterstützt neue Bio-Bauern


Das NABU-Projekt „Gemeinsam Boden gut machen“ unterstützt von der Alnatura Bio-Bauern-Initiative konnte acht Prozent zum Flächenzuwachs der Ökolandbaufläche in Deutschland im Jahresvergleich 2014 auf 2015 beitragen.

Der Vergleich zwischen dem Flächenzuwachs ökologisch bewirtschafteter Fläche durch die Umstellungsbetriebe der Deutscher Naturschutzring- und NABU-Bewerbungsrunden in 2015 (insgesamt 3461 ha) mit dem Gesamtflächenzuwachs in Deutschland von 2014 auf 2015 (41.205 ha), zeigt, dass das Projekt „Gemeinsam Boden gut machen“ insgesamt acht Prozent zum Flächenzuwachs der Ökolandbaufläche in Deutschland im Jahresvergleich 2014 auf 2015 beigetragen konnte.

Die Ökolandwirtschaft erfährt u.a. nach Studien des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (2015) und des Bundesministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz ( „Ökolandbau: Mehr Betriebe, größere Fläche“ aus 2016) nach wie vor Zuspruch von Verbrauchern und eine gesteigerte Akzeptanz bei Landwirten.

Der NABU engagiert sich auch auf EU-Ebene für eine naturverträglichere Agrarpolitik. Unter der von europäischen Umwelt- NGOs gegründeten Initiative "LivingLand" sprechen sich europaweit Organisationen und Unternehmen für einen Wandel der EU-Agrarpolitik aus und beteiligen sich daher an der öffentlichen Konsultation der EU zur Zukunft der Agrarpolitik.
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Landwirte, Natur- und Umweltschutzvereine bilden BĂĽndnis
RegioBündnis gegen Bauen auf der „grünen Wiese“
und für ökologisch-sozialen Umbau fürs Wohnen -
Klares Nein zum geplanten Freiburger Neubaustadtteil Dietenbach

„Für den ökosozialen Umbau von Stadt und Region fürs Wohnen! Rettet die regionale Landwirt­schaft und Natur! Stoppt das Bauen auf der „grünen Wiese“ jetzt!“ Das sind drei aktuelle Hauptforderungen des neuen RegioBündnis Pro Landwirtschaft, Natur und ökosoziales Wohnen, einer einzigartigen wachsenden Allianz von 11 Landwirtschafts-, Umwelt- und Naturschutz- sowie Nachhaltigkeitsorganisationen aus Freiburg und Nahregion.

Das RegioBündnis wendet sich mit der Gründungs-Erklärung an die Bevölkerung und Kommunal­politik in Freiburg und im Breisgau. Es benennt über 12 Alternativen zum geplanten Freiburger Neubaustadtteil Dietenbach, der besser jetzt als später gestoppt werden müsse. Der Flächenver­brauch durch dieses Megaprojekt sei weder ökologisch noch sozial. Genug Wohnraum sei nachhaltig mit zahlreichen Alternativen zu verwirklichen. Diese vermeiden zudem die bekannte Mietpreisspiralen-Wirkung hoher Neubaukosten in unerschlossenen Gebieten wie Dietenbach.

Allgemeiner Anlass ist, dass in Freiburg und Region landwirtschaftli­cher Boden, Gärten, Natur und Naherholungsflächen durch Bebau­ung mit Gebäuden, Gewerbegebieten, Straßen und Parkplätzen verschwinden. Jetzt sei Einhalt geboten, damit die Bevölkerung, künftige Generationen und die Natur nicht grundgesetzwidrig (Art. 20 a GG) immer mehr natürliche Lebensgrundlagen verlieren.

Die in den Mitgründer-Organisationen vertretenen betroffenen Landwirte aus Freiburg und Region wollen ihr Land nicht aufgeben und mit betroffenen Pächtern und dem Bündnis den Verlust landwirtschaftlicher Flächen, von Wald und Gartenbau abwehren. Die Bündnis-Träger wollen über die unhaltbare, mit Flächenverlusten verbundene Baupolitik gemeinsam aufklären und aktiv für die Umsteuerung zum nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen und Böden werben.

Das RegioBündnis ruft weitere Organisationen auf, sich anzuschließen. Es bittet die Mitmenschen in Freiburg und Region, sich mit ihm und seinen Trägern für eine zukunftsfähige Stadt und Region Freiburg einzusetzen. Ziel ist der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen, von Wald, Kleingärten und Lebensräumen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Wichtig sei, den Wohnflächenbedarf und ökologisch-sozialen Umbau ohne „Bauen auf der grünen Wiese“ anzugehen.
 
 

Fessenheim-SchlieĂźung (mal wieder) verschoben!
Quelle: BUND SĂĽdlicher Oberrhein
 
Fessenheim-SchlieĂźung (mal wieder) verschoben!
Der Verwaltungsrat des französischen Energiekonzerns EdF hat heute (6. April) nach aktuellen, ersten Medienberichten die Schließung des ältesten französischen Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim wieder einmal "verschoben" und stellt vorerst keinen Antrag auf eine Stilllegung. Dies ist nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer nicht nur eine Niederlage für Mensch und Umwelt, sondern auch für die Demokratie.

Die in Frankreich immer "mitregierende" EDF hat wieder einmal die Ohnmacht des Staatspräsidenten Hollande gezeigt, der eine Abschaltung während seiner Amtszeit fest versprochen hatte. Der politisch mächtige, finanziell aber angeschlagene Atomkonzern EDF setzt auf eine Pro-Atom-Nachfolgeregierung. Was "die Märkte" von der EDF halten zeigt der Aktienkurs.

Französische Gewerkschaften demonstrierten heute in Paris wieder gegen die geplante Stilllegung des Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim. Gewerkschafter haben im EdF-Verwaltungsrat in Paris gegen die Regierungspläne zu Abschaltung gestimmt.

Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer geht es der strukturkonservativen CGT nicht alleine um die Arbeitsplätze (was nachvollziehbar wäre), sondern auch um die gigantischen Summen, mit denen der Atomkonzern EdF einige Gewerkschaften seit vielen Jahren schmiert. Diese "andere ökonomische Seite" der CGT-Interessen wird leider nicht öffentlich diskutiert.

Der BUND, die grenzüberschreitende Umweltbewegung und die von einem jederzeit möglichen Atomunfall betroffene Bevölkerung im Elsass, in Südbaden und in der Nordschweiz ist die unsägliche Verzögerungstaktik und das ständige Hin und Her in der Abschaltdebatte leid. Das Hin und Her und die Macht der Konzerne in der Politik führt zu einer zunehmenden Politikverdrossenheit.

Die alte, trinationale Forderung bleibt: Eine Abschaltung des Pannen-AKWs muss schnell geschehen und unumkehrbar sein. Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer darf der trinationale Abschaltdruck bis zur endgültigen Abschaltung nicht nachlassen.
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Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

Ă–KO-TEST: Schulranzen
Schulranzentest / Foto: Ă–ko-Test
 
Ă–KO-TEST: Schulranzen
Hausaufgaben beim Thema Sicherheit

Angesichts der Vielzahl von Unfällen auf dem Schulweg sollten Ranzen vor allem sicher sein. Leider haben zu wenig Produkte genügend Signalfläche. Dieses Resümee zieht ÖKO-TEST in einer aktuellen Untersuchung von zehn Ranzenmodellen. Ein weiterer Kritikpunkt sind teilweise auch die vielen Schadstoffe, die als krebserregend gelten.

Die Hersteller von Schulranzen haben in punkto Sicherheit noch einige Hausaufgaben zu machen. Denn die Warnwirkung der von ÖKO-TEST untersuchten Produkte war größtenteils nicht ausreichend. Laut Schulranzennorm sollten mindestens 20 Prozent der sichtbaren Flächen der Vorder- und Seitenteile aus fluoreszierendem und mindestens zehn Prozent aus retroreflektierendem Material bestehen. Fluoreszierendes Material ist bei Tageslicht selbstleuchtend, im Gegensatz zu retroreflektierendem Material, das nur leuchtet, wenn es etwa von Autoscheinwerfern angestrahlt wird. Die Laboruntersuchung, die ÖKO-TEST durchführen hat lassen, zeigt, dass es häufig an fluoreszierenden Flächen fehlt. Dabei sind diese besonders wichtig, da Schulkinder meist bei Helligkeit oder Dämmerung auf den Straßen unterwegs sind.

Ă„rgerlich ist auch, dass in manchen Produkten problematische Schadstoffe stecken. In drei Schulranzen fand das Labor Phthalatweichmacher, teilweise sogar in einer solchen Konzentration, die in Spielzeug und Babyartikeln verboten ist. Auch krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sowie der giftige Farbbaustein Anilin wurden nachgewiesen.

Wenigstens erwiesen sich die meisten Schulranzen im Praxistest als ziemlich robust. Bei Handhabung und Verarbeitung konnten sie überzeugen, ebenso bei den Trageeigenschaften und den Belastungsprüfungen. Einzig die Wasserdichtheit lässt zu wünschen übrig.

Das Ă–KO-TEST-Magazin April 2017 gibt es im Zeitschriftenhandel.

zum Bild oben:
Im Labor wurde mit Hilfe des Beregnungsrohrs die Wasserdichtheit der Schulranzen untersucht / Foto: Ă–ko-Test
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Imker und UmweltschĂĽtzer:
„Bienenkonferenz“ spart Ursachen des Insektensterbens aus

NABU, DBIB und Aurelia-Stiftung fordern mehr GlaubwĂĽrdigkeit beim Einsatz fĂĽr Honigbienen und andere Insekten

Der NABU, der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) und die Aurelia-Stiftung fordern von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt mehr Glaubwürdigkeit beim Einsatz für Honigbienen und andere Wildbestäuber. Das Bundeslandwirtschaftsministerium sendet mit der „Internationalen Bienenkonferenz“, die heute und morgen in Berlin stattfindet, zwar ein richtiges Signal, indem die „Bedeutung der Biene und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen“ zum Thema gemacht wird. Nicht nachvollziehbar ist, warum die intensive Landwirtschaft, die für den desolaten Zustand von Honigbienen und anderen Insekten maßgeblich verantwortlich ist, weitgehend ausgespart wird.

„Leider verpasst Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt die Chance, den Hauptverursacher des alarmierenden Rückgangs der Wildbienen und anderer Insekten beim Namen zu nennen. Insekten gehen durch ausgeräumte Agrarlandschaften die Nahrungsgrundlagen und Nistplätze verloren und sie leiden unter dem nach wie vor viel zu hohen Einsatz von Pestiziden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Neben ihrer Bestäubungstätigkeit haben Insekten eine große ökologische Bedeutung: Sie fressen landwirtschaftliche Schädlinge und sind selber auch Nahrungsgrundlage, zum Beispiel für Vögel. Damit dienen sie dem biologischen Pflanzenschutz und sorgen für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts.

Auch vom Vorsitzenden der Aurelia-Stiftung, Imkermeister Thomas Radetzki, kommt Kritik zur Konferenz: „Mit keinem einzigen Konferenz-Beitrag werden die Praktiken der konventionellen Landwirtschaft grundlegend in Frage gestellt. Fürsprecher einer Agrarwende kommen nicht zu Wort.“

„Das Bundeslandwirtschaftsministerium will durch die Konferenz den Eindruck erwecken, als ob lediglich die Varroa-Milbe für das Bienensterben verantwortlich sei. Es ist unerträglich, dass weder kritische wissenschaftliche Studien noch die Erfahrungen der Praktiker angemessen gewürdigt werden. Sie zeigen, dass die Widerstandskraft unserer Bienenvölker durch die Intensiv-Landwirtschaft erheblich geschwächt und dadurch ihre Anfälligkeit für die Milbe gesteigert wird“, ergänzt der Präsident des Deutschen Erwerbsimkerbundes (DBIB) Manfred Hederer.

Statt sich mit Aktivitäten wie der Bienenkonferenz in ein positives Licht zu rücken und damit aus der Verantwortung zu ziehen, sollte der Bundeslandwirtschaftsminister lieber wirksame Lösungsansätze in die Wege leiten, die Honigbienen und anderen Insekten wirklich zu Gute kommen. Dafür stehen dem Bundeslandwirtschaftsminister aus Sicht der Aurelia-Stiftung, des DBIB und NABU eine Reihe konkreter Möglichkeiten zur Verfügung, um den desolaten Zustand der Insekten zu verbessern:

- Einsatz fĂĽr eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik ab 2020.
- Nutzung der noch in dieser EU-Förderperiode zu realisierenden Möglichkeit zur Umschichtung der Fördergelder in Höhe von 15 Prozent von der 1. in die 2. Säule.
- Durchsetzung eines grundsätzlichen Verbotes des Pestizideinsatzes auf ökologischen Vorrangflächen, für die landwirtschaftliche Betriebe fünf Prozent ihrer Ackerflächen im Rahmen der Greening-Anforderungen bereitstellen müssen.
- Stärkere Förderung des ökologischen Landbaus, der gänzlich auf den Pestizid-Einsatz verzichtet.
- Im Rahmen des nationalen Pestizid-Zulassungsverfahrens sollten ökologische und ökotoxikologische Belange sowie negative Synergieeffekte, die durch gleichzeitigen Einsatz verschiedener Pestizide in einer Kultur entstehen können, stärker berücksichtigt werden. Darüber hinaus sollten bei der Risikobewertung nicht nur einzelne Pestizid-Anwendungen, sondern auch die negativen Effekte untersucht werden, die durch wiederholten Pestizideinsatz entstehen können. Daneben sollte die Analyse subletaler Effekte wie Orientierungsstörungen bei solitär lebenden Bestäubern und Honigbienen in die Risikobewertung mit einfließen.
- Konkrete und verbindliche Reduktionsziele fĂĽr den Pestizideinsatz in Deutschland sollten definiert werden.
- Ein Verbot von Pestiziden auf privaten und öffentlichen Flächen.
- Unterstützung und Durchsetzung des jüngsten Vorschlags der EU-Kommission eines vollständigen Verbotes von besonders bienenschädlichen Neonikotinoiden.
- Förderung eines dauerhaften, bundesweiten und repräsentativen Insekten-Monitorings.
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GroĂźteil der Agrarminister sperrt sich gegen eine Agrarwende
FĂĽr Landwirte muss sich Naturschutz lohnen - Initiative "LivingLand" fĂĽr eine bessere Landwirtschaft

Der NABU kritisiert den mangelnden Reformwillen der meisten Landwirtschaftsminister für die dringend notwendige Agrarwende. Das starre Festhalten am aktuellen System pauschaler Direktzahlungen für Landwirte sei nicht nachvollziehbar angesichts der enormen Umweltkosten, die die mit Steuermitteln geförderte Intensiv-Landwirtschaft verursacht. Im Interesse der Agrarminister steht derzeit lediglich der Bürokratieabbau und die Vereinfachung des Systems, von einer gezielteren Verteilung der Gelder für konkrete Umwelt-, Klima- und Naturschutzleistungen ist dagegen kaum die Rede. Als Mogelpackung kritisiert der NABU einen Vorstoß Bayerns, der zwar kleinere Betriebe stärker berücksichtigen will, aber weiter an den umweltschädlichen Pauschalzahlungen der sogenannten Ersten Säule festhält.

„Ausgeräumte Landschaften, Massentierhaltung, mit Gülle belastete Böden und Grundwasser sowie Pestizid-Rückstände in Lebensmitteln und im Körper der Menschen sind nicht das, was wir mit gesunder Ernährung und dem Erhalt unserer Kulturlandschaft verbinden. Blütenreiche Wiesen und Weiden verschwinden allerorts und mit ihnen Feldhamster, Feldhase, Feldlerche und viele andere ehemalige Allerweltsarten. Die Politik muss jetzt die Chance ergreifen, einen Kurswechsel vorzunehmen. Wir brauchen eine neue, faire und umweltfreundliche Landwirtschaftsförderung“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke mit Blick auf die heute zu Ende gehende Agrarministerkonferenz in Hannover.

Die Diskussion über die künftige Landwirtschafts- und Ernährungspolitik dürfe nicht den Agrarpolitikern alleine überlassen werden. Der NABU-Präsident ruft alle an einer Reform interessierten Verbände und Unternehmen auf, sich spätestens bis Ende April der „LivingLand“-Initiative anzuschließen. Damit könne Einfluss genommen werden auf die Vorschläge des EU-Agrarkommissars zur Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik, die für November 2017 erwartet werden. Bereits über 200 Unternehmen, Institutionen und Verbände haben sich LivingLand angeschlossen.

Der NABU spricht sich dafür aus, die Agrarförderung künftig ausschließlich an konkrete öffentliche Leistungen, zum Beispiel für den Naturschutz zu knüpfen. „Für Bäuerinnen und Bauern muss sich Naturschutz lohnen und Steuergelder sollten tatsächlich dem Allgemeinwohl zu Gute kommen“, so Tschimpke weiter. Dass dies möglich ist – auch ohne finanzielle Einbußen für die meisten Landwirte – zeigt der NABU in der Studie „Fit, fair und nachhaltig – für eine neue Agrarpolitik“. Das von Agrarökonomen und -ökologen entwickelte Modell stellt echte Alternativen zur derzeitigen pauschalen EU-Förderpolitik vor. Bei gleich bleibender Fördersumme könnten künftig drei Viertel der deutschen Agrarfläche besonders naturverträglich bewirtschaftet werden. Gleichzeitig würden die Einkommen der teilnehmenden Betriebe gleich bleiben oder sogar steigen.

„Wer mehr Umweltleistung erbringt, soll dafür finanziell unterstützt werden. Betriebe, die künftig nur die Mindeststandards der Umweltgesetze einhalten wollen, können das weiterhin, erhalten dann allerdings kein Geld mehr vom Steuerzahler“, so Tschimpke.

Insgesamt fließen derzeit 40 Prozent des EU-Haushalts, und damit jährlich rund 60 Milliarden Euro, in die Landwirtschaft. Das entspricht im Durchschnitt 112 Euro pro EU-Bürger und Jahr.
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Bildungspaten gesucht: GeflĂĽchteten Kindern beim Lernen helfen
Für Kinder, die aus anderen Ländern nach Deutschland
geflĂĽchtet sind, haben die Freiburger Schulen spezielle
Vorbereitungsklassen eingerichtet. Vor allem beim
Spracherwerb, dem SchlĂĽssel zur Integration und weiteren
Bildung, ist aber oft zusätzliche Unterstützung gefragt. Hier
setzt das Projekt Schulische Bildungspaten an, das
engagierte Menschen mit SchĂĽlerinnen und SchĂĽler der
Vorbereitungsklassen zusammenbringt. Das Projekt läuft seit
Juni 2016. Die FederfĂĽhrung liegt bei der Stabsstelle
Freiburger Bildungsmanagement im Amt fĂĽr Schule und
Bildung. Mittlerweile sind 30 ehrenamtliche Bildungspaten an
acht Freiburger Schulen im Einsatz. Aktuell werden weitere
Patinnen und Paten gesucht.

Der Aufruf richtet sich an alle interessierten BĂĽrgerinnen und
BĂĽrger. Besonders angesprochen sind Menschen mit einem
pädagogischen Hintergrund oder einer entsprechenden
Ausbildung, zum Beispiel pensionierte Lehrkräfte oder
Studierende der Pädagogik. Die Bildungspatenschaft ist ein
Ehrenamt, es erfolgt keine Bezahlung. Die Begleitung sollte
idealerweise ein Schuljahr dauern, mindestens jedoch ein
halbes. Die Patinnen und Paten treffen sich ein bis zwei Mal
pro Woche mit einem Kind, einem Jugendlichen oder einer
Kleingruppe von zwei bis drei SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern, um
sie beim Lernen zu unterstĂĽtzen. Die Treffen finden in der
Regel in der Schule statt – je nach Bedarf direkt im Unterricht,
in der Hausaufgabenbetreuung oder als gezielte Nachhilfe in
einzelnen Fächern. Auch der morgendliche Weg zur Schule
kann gemeinsam erprobt werden. Die zuständigen Lehrkräfte
legen den Förderbedarf, den Lernstoff und einen Zeitplan fest
und besprechen die Planung mit den Beteiligten. AuĂźerdem
gibt es an jeder beteiligten Schule eine Kontaktperson fĂĽr die
Bildungspaten.

Vorbereitungsklassen gibt es an allen allgemeinbildenden
Schulen in Freiburg, also in Grund- und Werkrealschulen,
Realschulen und Gymnasien. Wo welcher Bildungspate
eingesetzt wird, entscheidet sich nach einem persönlichen
Gespräch und mit Hilfe einer Informations- und Kontaktbörse.
Ein Qualifizierungskonzept bietet den Patinnen und Paten die
Möglichkeit, fachliche Workshops zu besuchen und sich
regelmäßig auszutauschen. Ebenso werden sie auf regionale
UnterstĂĽtzungsangebote hingewiesen.

Ziel ist es, die Integration der Kinder und Jugendlichen zu
verbessern. Dazu helfen die Bildungspaten ihren SchĂĽtzlingen
das Sprechen, Lesen und Schreiben der deutschen Sprache
zu lernen. Ebenso vermitteln sie die kulturellen
Gegebenheiten und Wertvorstellungen in der neuen Heimat.
Im Mittelpunkt stehen dabei die individuellen BedĂĽrfnisse der
einzelnen SchĂĽlerinnen und SchĂĽler. Die Patinnen und Paten
sollen Ratgeber auf Augenhöhe sein. Das bedeutet, die
Ressourcen der Kinder zu erkennen, zu fördern und eine
vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.
 
 



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