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Samstag, 24. August 2019
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Verschiedenes

 
UmweltÀmter von Suwon und Freiburg unterschreiben Vertrag
Die UmweltÀmter der StÀdte Suwon und Freiburg haben einen
Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist es,
eine nachhaltige Stadtentwicklung zu ermöglichen, die die
natĂŒrlichen Ressourcen schont. Auch wollen beide StĂ€dte von
den jeweilig erfolgreichen Strategien wie zum Beispiel beim
Einsatz von erneuerbaren Energien, der Verminderung von
Treibhausgas oder dem Schutz des Ökosystems profitieren. Im
Rahmen der Nachhaltigkeitstage am letzten Wochenende
unterschrieben der stellvertretende Direktor des Umweltamtes in
Suwon, Kim Do-Hyun, und der Leiter des Freiburger
Umweltschutzamtes, Klaus von Zahn, den bis 2022 laufenden
Vertrag.

Do-Hyun war mit mehreren Vertretern des Umweltamtes aus der
sĂŒdkoreanischen Partnerstadt angereist, um einen intensiven
Austausch der beiden StÀdte zu Umweltthemen zu ermöglichen.
 
 

 
NABU: Spatz bleibt hÀufigster Gartenvogel
Rekordbeteiligung bei der 13. "Stunde der Gartenvögel"

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich ĂŒber eine neue Rekordbeteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel, die am zweiten Mai-Wochenende vom 12. bis 14. Mai stattfand. 60.000 Teilnehmer haben aus fast 40.000 GĂ€rten Beobachtungen gemeldet. Der Haussperling bleibt mit 4,8 erfassten Individuen pro Meldung hĂ€ufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise. Nach der Premierensaison 2005 gab es in diesem Jahr die grĂ¶ĂŸte Beteiligung an der „Stunde der Gartenvögel“.

„Der NABU freut sich nicht nur ĂŒber den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dieser Mitmachaktion. Die Daten zeigen auch, dass die wiederholte Teilnahme an der ‚Stunde der Gartenvögel‘ zu besserer Kenntnis der Vogelwelt fĂŒhrt. Das lĂ€sst auch darauf hoffen, dass sich immer mehr Menschen fĂŒr eine besonders vogel- und naturfreundliche Gartengestaltung entschließen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Mit durchschnittlich 35,22 Vögeln pro Garten wurden in diesem Jahr 4,1 Prozent weniger Vögel gezÀhlt als im vergangenen Mai, allerdings immer noch etwas mehr als im langjÀhrigen Mittel von 35 Vogelindividuen pro Garten. Dieses Ergebnis bewegt sich innerhalb der normalen Schwankungen der bisherigen ZÀhlergebnisse und ist eine willkommene Entwarnung nach dem bei der vergangenen Stunde der Wintervögel festgestellten auffÀlligen Fehlen von Vögeln am FutterhÀuschen. Die Winterzahlen lagen damals satte 16 Prozent unter dem Vorjahr bzw. 15 Prozent unter dem langjÀhrigen Durchschnitt.

Die erhoffte eindeutige ErklĂ€rung fĂŒr das Fehlen der Wintervögel konnte die Mai-ZĂ€hlung nicht liefern. „Waren die Winterzahlen unserer Meisenarten noch um 30 bis 60 Prozent niedriger als im Vorjahr, sind es nun zur Brutzeit lediglich zehn bis 20 Prozent. Dies passt sowohl zur Theorie, dass ein Großteil des Fehlens durch geringen Winterzuzug aus dem Norden und Osten verursacht wurde, als auch dazu, dass ein schlechter Bruterfolg 2016 die Ursache war“, so Miller. Insgesamt zeige das Ergebnis, dass von den Zahlen eines Jahres nicht sofort auf langjĂ€hrige Bestandszu- oder -abnahmen geschlossen werden könne. Mauersegler und Mehlschwalbe, die ĂŒber Jahre stark abgenommen hatten, trotzten den allgemein in diesem Jahr etwas niedrigeren Zahlen und wurden um 29 Prozent (Mauersegler) bzw. 18 Prozent (Mehlschwalbe) hĂ€ufiger gesehen als im Vorjahr. Leider reicht dieses Hoffnungszeichen noch nicht, um den langjĂ€hrig abnehmenden Trend umzukehren. Sie erreichen immer noch nur 70 Prozent der Zahlen von 2006. „Der Verlust von NistplĂ€tzen an GebĂ€uden und ein starker RĂŒckgang ihrer Fluginsektennahrung macht ihnen zu schaffen“, so Miller. Gerade beim Mauersegler sei zu beobachten, dass die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr besonders im Norden deutlich höher seien, wĂ€hrend sie im SĂŒden des Landes im Bereich des Vorjahres lĂ€gen. Hier zeigt sich der Einfluss der Witterung auf die ZĂ€hlergebnisse eines einzelnen Jahres. Im Norden war 2016 vermutlich schlechteres Flugwetter fĂŒr diesen spezialisierten Luftakrobaten.

„Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die im Rahmen der ‚Stunde der Gartenvögel‘ ermittelten Bestandsdaten vor allem durch die jĂ€hrliche Wiederholung wertvoll werden. Nur langjĂ€hrige Datenreihen können ĂŒber wetterbedingte AusschlĂ€ge einzelner Jahre hinaus zuverlĂ€ssige Bestandstrends anzeigen“, so Miller weiter. Die kontinuierlichen Abnahmen bei Amsel, GrĂŒnfink und Hausrotschwanz setzen sich fort. Die ursprĂŒnglichen Waldvogelarten Ringeltaube und Buntspecht werden hĂ€ufiger in GĂ€rten gezĂ€hlt, wĂ€hrend die bisher beobachtete starke Bevölkerungszunahme beim Feldsperling zum Stillstand gekommen ist.

WĂ€hrend sich bei den Vögeln unserer Dörfer und StĂ€dte ĂŒber die Jahre Zu- und Abnahmen unter den Vögeln die Waage halten, gibt es auf den Wiesen und Feldern fast nur Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren brechen dort die BestĂ€nde typischer Vogelarten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn regelrecht zusammen.

Die nĂ€chste „Stunde der Wintervögel“ findet vom 5. bis 7. Januar 2018 statt.
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NABU: Gaspipeline Nord Stream 2 bedroht Ostsee
Projekt gefÀhrdet Klimaziele und zerstört Schutzgebiete

Am 31. Mai hat er NABU eine umfangreiche Stellungnahme zum geplanten Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 abgegeben. Die Pipeline soll auf mehr als 1200 Kilometer LÀnge durch die gesamte Ostsee gebaut werden, um russisches Erdgas nach Deutschland zu transportieren. Der NABU ist sicher: Das Vorhaben gefÀhrdet Klimaziele, es steht in krassem Widerspruch zu geltendem Energie- und Umweltrecht und zerstört Schutzgebiete in der Ostsee.

„Der Bau einer zusĂ€tzlichen Pipeline ist völliger Irrsinn. Wir brauchen weniger und nicht mehr fossile Energie, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Statt Investitionen in fossile Infrastruktur zu versenken, muss in Energiesparen, Energieeffizienz und naturvertrĂ€gliche erneuerbare Energien investiert werden“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller, der auch dem Argument der BrĂŒckentechnologie nichts abgewinnen kann: „Erdgas ist eine BrĂŒckentechnologie, aber diese BrĂŒcke fĂŒhrt ins Nichts. Auch wenn beim Verbrennen weniger direkte Treibhausgase ausgestoßen werden als bei Öl oder Kohle – schon geringste Mengen Erdgas, die bei der Förderung, Transport oder Nutzung entweichen, machen diesen Vorteil zu Nichte, denn Erdgas selbst ist sehr viel klimaschĂ€dlicher als CO2.“

Die Pipeline ist fĂŒr die Gasversorgung Deutschlands nicht erforderlich, so dass ihr Bau ĂŒberhaupt nicht gerechtfertigt ist. Damit widerspricht der Bau dem Bundesnaturschutzgesetz, das klar festlegt: „Erhebliche BeeintrĂ€chtigungen von Natur und Landschaft sind vom Verursacher vorrangig zu vermeiden“ (Paragraph 13). Trotzdem schafft die Nord Stream 2 AG heute bereits Fakten und setzt EntscheidungstrĂ€ger damit unter Druck. Obwohl eine Genehmigung des Vorhabens noch nicht absehbar ist, rollen die Pipelinerohre schon Richtung Ostsee.

„FĂŒr das sensible Ökosystem Ostsee wĂ€re das Vorhaben eine Katastrophe. Die Ostsee ist durch Fischerei, Sand- und Kiesabbau, Schiffahrt und massive NĂ€hrstoffeintrĂ€ge bereits extrem belastet. FĂŒr das Projekt Nord Stream wird der Meeresboden aufgebaggert und dadurch weitere NĂ€hrstoffmassen freigesetzt. Allein im Greifswalder Bodden sind es 15 Tonnen Phosphor. Beim Bau werden Seetaucher und Meeresenten gestört und durch den LĂ€rm die extrem bedrohten Schweinswale vertrieben – und das alles im Schutzgebiet“, so NABU-Meeresschutzexpertin Anne Böhnke-Henrichs. In den deutschen MeeresgewĂ€ssern verlĂ€uft die Trasse vollstĂ€ndig durch NATURA 2000-Gebiete, die fĂŒr den Schutz von z.B. Seevögeln, Riffen oder Seegraswiesen eingerichtet wurden. Der geplante Bau der Gaspipeline wĂŒrde die Zielvorgaben gleich mehrerer EU-Umweltrichtlinien, nĂ€mlich der Wasserrahmenrichtlinie, Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL), Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-RL) und Vogelschutzrichtlinie (VRL) konterkarieren und bestehende Schutzgebiete entwerten. Dabei lĂ€uft gegen Deutschland bereits ein Vertragsverletzungsverfahren der EuropĂ€ischen Kommission. Grund: Eine unzureichende Umsetzung des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000.
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NABU: Schwalben suchen ein Zuhause
Sitzende Rauchschwalbe / Foto: NABU/Klemens Karkow
 
NABU: Schwalben suchen ein Zuhause
Jetzt die Sommerboten unterstĂŒtzen / Hausbesitzer können sich als "Schwalbenfreundliches Haus" auszeichnen lassen

Schwalben gelten als typische Sommerboten: Kehren sie im April und Mai aus ihren afrikanischen Winterquartieren nach Deutschland zurĂŒck, lĂ€sst der Sommer nicht mehr lange auf sich warten. Doch die gern gesehenen GĂ€ste werden hierzulande immer weniger. Grund dafĂŒr ist ein Mangel an ihrer Nahrungsgrundlage, den Fluginsekten. Außerdem fehlen zunehmend geeignete NistplĂ€tze an HĂ€usern. Daher ruft der NABU mit seiner Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ jetzt dazu auf, Rauch- und Mehlschwalben zu unterstĂŒtzen und ihnen an den eigenen vier WĂ€nden eine Unterkunft zu bieten.

Erstmals hat der NABU dazu eine bundesweite Beratungsstelle eingerichtet. Projektkoordinatorin Julia Ehritt unterstĂŒtzt Interessierte zu allen Fragen rund um die hierzulande vorkommenden Mehl- und Rauchschwalben: Sie gibt unter anderem Tipps zum Bau und zur Anbringung von kĂŒnstlichen Nestern und zur Förderung einer schwalbenfreundlichen Umgebung.

Zudem können sich Menschen, die Rauch- oder Mehlschwalben bereits jetzt Unterschlupf bieten, vom NABU fĂŒr ihr Engagement auszeichnen lassen. Als „Schwalbenfreundliches Haus“ können sich alle Hausbesitzer bewerben, die das Brutgeschehen der wendigen FlugkĂŒnstler dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei ihrem GebĂ€ude um ein Wohnhaus, Pension, GeschĂ€ft, Pferde- oder Bauernhof oder FabrikgebĂ€ude handelt. Neben einer Urkunde erhalten die Schwalbenfreunde eine spezielle Plakette, die sie an ihrer Hauswand anbringen können. Mit dieser Aktion möchte der NABU das Engagement der zahlreichen Menschen in Deutschland wĂŒrdigen, die sich fĂŒr die geselligen Tiere einsetzen. Bislang nehmen schon mehr als 10.000 Menschen an der Aktion teil.

Um Rauch- und Mehlschwalben aktiv zu unterstĂŒtzen, können Haus- und Gartenbesitzer vor allem zwei Dinge unternehmen: Zum einen sollten sie DachvorsprĂŒnge oder andere Einflugmöglichkeiten fĂŒr die Schwalben freihalten und diese nicht verbauen. Damit sich Schwalben auch tatsĂ€chlich niederlassen, können Hausbesitzer zudem PfĂŒtzen anlegen und diese ĂŒber den Sommer feucht halten. Denn fĂŒr ihren Nestbau sind Schwalben auf Lehm angewiesen, den sie aus den PfĂŒtzen sammeln. Aus dem feuchten Baumaterial formen sie ihre typischen halbrunden Kugelnester, die vor allem von den schwarz-weißen Mehlschwalben bewohnt werden. Schwalben sind außerdem typische KoloniebrĂŒter, meist brĂŒten gleich mehrere Paare dicht nebeneinander.

Zum anderen können Hausbesitzer kĂŒnstliche Nester fĂŒr Schwalben an ihren GebĂ€uden anbringen. Vor allem in StĂ€dten verschwinden natĂŒrliche Schwalbennester zusehends, etwa durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen. HĂ€ufig werden die Nester auch illegal abgeschlagen – und das, obwohl Schwalben streng geschĂŒtzt sind und das Zerstören ihrer BrutstĂ€tten unter Strafe steht. Ein solches kĂŒnstliches, im Handel erhĂ€ltliches Schwalbennest besteht meist aus einer SĂ€gemehl-Gips-Mischung und sollte am besten zusammen mit einem unterliegenden Brett montiert werden, sodass Gehwege und HauseingĂ€nge nicht vom Kot der Schwalben getroffen werden.

Hausbesitzer sollten zudem ein wenig Geduld mitbringen: Oft werden solch kĂŒnstliche UnterkĂŒnfte erst nach ein, zwei Jahren von den Schwalben entdeckt und dann auch bewohnt. GrundsĂ€tzlich siedeln sich die Flugakrobaten an Orten an, in deren NĂ€he sie fliegende Insekten finden. Dies gilt vor allem fĂŒr GrĂŒnflĂ€chen in StĂ€dten, aber auch fĂŒr GewĂ€sser sowie artenreiche Wiesen und Felder.
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Neue Analyse zeigt
Fast jede zweite Vogelart Europas muss besonders geschĂŒtzt werden

Tschimpke: Deutschland muss mehr fĂŒr Rotmilan und Austernfischer tun

AnlĂ€sslich des ersten europĂ€ischen „Natura 2000“-Tags hat die NABU-Dachorganisation BirdLife International eine Liste aller europĂ€ischen Vogelarten veröffentlicht, die als schutzbedĂŒrftig gelten. Demnach befinden sich 44 Prozent aller Vögel in Europa in einem schlechten Erhaltungszustand.

Gleichzeitig benennt die Liste fĂŒr alle LĂ€nder Europas jene Arten, fĂŒr die sie besondere Verantwortung tragen. Deutschland muss sich demzufolge stĂ€rker fĂŒr den Schutz des weltweit gefĂ€hrdeten Rotmilans einsetzen, mehr als die HĂ€lfte aller Rotmilane lebt hierzulande. Sehr hohe Verantwortung kommt Deutschland auch beim Schutz der global bedrohten Wiesenvogelarten Austernfischer (neun Prozent des europĂ€ischen Bestandes), Kiebitz (vier Prozent) und Uferschnepfe (drei Prozent) zu.

„Unsere Vögel sind gute Indikatoren, um zu erkennen, was in der Entwicklung unserer Natur schief lĂ€uft. Um viele Arten mĂŒssen wir uns inzwischen große Sorgen machen, auch die Gesamtzahl der Vögel nimmt europaweit ab“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Die neue Liste der schutzbedĂŒrftigen Arten sei daher als klarer Auftrag an die Politik zu verstehen. „Wir brauchen eine deutlich bessere Planung und Auswahl von Standorten fĂŒr Windkraftanlagen, um den Rotmilan zu schĂŒtzen. Und wir brauchen ein grundlegendes Umsteuern in der EU-Agrarpolitik, damit Wiesenvögel wie der Kiebitz eine Chance zum Überleben haben und ihre LebensrĂ€ume, vor allem Feuchtwiesen, erhalten bleiben“, so Tschimpke.

Die Liste von BirdLife dient der ErgĂ€nzung der Roten Liste der Brutvögel Europas. In ihr sind 13 Prozent der europaweit vorkommenden Vogelarten als vom Aussterben bedroht aufgefĂŒhrt. ErgĂ€nzt hat BirdLife nun auch alle weiteren stark abnehmenden, nur noch in kleinen RestbestĂ€nden vorkommenden oder von Natur aus extrem seltenen Vogelarten. Damit mĂŒssen fortan 44 Prozent aller 541 Vogelarten Europas als besonders schutzbedĂŒrftig gelten.

Neben dem Rotmilan und Wiesenvögeln kommt Deutschland auch fĂŒr hierzulande ĂŒberwinternde Arten eine sehr hohe Verantwortung zu. „Unsere KĂŒstengewĂ€sser an Nord- und Ostsee sind europaweit die wichtigsten Überwinterungsgebiete gefĂ€hrdeter Seevögel, wie Ohrentaucher, Eisente, Samtente und Eiderente“, so Tschimpke. Auch das Wattenmeer sei fĂŒr Watvögel wie Austernfischer, Große Brachvögel und Knutts ĂŒberlebenswichtig.

„Mit Blick auf Nord- und Ostsee ist es erschreckend und unverstĂ€ndlich, dass Deutschland es bislang offensichtlich nicht schafft, seine Meeresschutzgebiete angemessen zu schĂŒtzen. Aktuell stehen wieder empfindliche Aufweichungen bei den deutschen Meeresschutzgebieten im Bundestag zur Debatte“, so Tschimpke. So könnten kĂŒnftig die Ministerien fĂŒr Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Forschung ein Vetorecht bei der Umsetzung von Schutzgebieten erhalten. Der NABU-PrĂ€sident appellierte an die Bundestagsabgeordneten, sich gegen diese möglichen Änderungen im Bundesnaturschutz auszusprechen.

Die aktuell vorgelegte Liste ist die dritte Bewertung dieser Art. Waren 1994 noch 38 Prozent aller Vogelarten als schutzbedĂŒrftig eingestuft worden, standen 2004 bereits 43 Prozent auf der Liste, nun fast 44. Dies ist auch ein deutliches Zeichen dafĂŒr, dass die EU ihr eigenes Ziel, die Zahl ungefĂ€hrdeter Vogelarten bis 2020 im Vergleich zu 2004 um die HĂ€lfte zu erhöhen, deutlich verfehlen wird.

Der europÀische "Natura 2000"-Tag findet am 21. Mai erstmals offiziell statt, es ist zugleich der 25. Jahrestag der Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Richtlinie der EU. Mit ihr will die EU wildlebende Arten, ihre LebensrÀume und die europaweite Vernetzung dieser LebensrÀume sichern. Teil dieses EU-weiten Schutzgebietsnetzes sind auch die europÀischen Vogelschutzgebiete.

„Die Auswertung zeigt einmal mehr, dass die EU-Naturschutzrichtlinien und die Vogelschutzrichtlinie fĂŒr einen effektiven Schutz seltener Vogelarten sorgen. Beispielsweise Seeadler, Wanderfalken oder Schwarzstörche haben in den vergangenen Jahrzehnten stark vom Schutz durch die EU profitiert. Doch die Richtlinien haben keinen ausreichenden Einfluss auf Vogelarten außerhalb von Schutzgebieten, wie etwa in der Agrarlandschaft. Hier greifen andere Mechanismen, etwa die derzeitige Agrarpolitik, und wirken zum Teil massiv gegen den Schutz von Vogelarten“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.
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NABU zum Internationalen Tag des Ostseeschweinswals (21.5.)
Nur noch 450 Tiere leben in der zentralen Ostsee – selbst in den fĂŒr sie eingerichteten Schutzgebieten sind sie nicht sicher

AnlĂ€sslich des Internationalen Tags des Ostseeschweinswals (21. Mai) fordert der NABU, dass Deutschland seine einzige Walart deutlich besser schĂŒtzt. Nur noch 450 Tiere leben in der zentralen Ostsee, östlich der Halbinsel Darß. Dazu NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Es ist frappierend: Zum Schutz des Schweinswals hat Deutschland extra Schutzgebiete in der Ostsee eingerichtet – doch selbst hier sind die Tiere nicht sicher. Die Meeresschutzgebiete existieren nur auf dem Papier. Denn auch dort, wo sich die Tiere eigentlich zurĂŒckziehen sollten, stehen Stellnetze, in denen die Wale ertrinken. Tausende lĂ€rmende Schiffe fahren durch die geschĂŒtzten Zonen, Rohstoffe werden ab- und Pipelines neu gebaut. So werden die Wale systematisch aus den fĂŒr sie gedachten Gebieten vertrieben und finden keinen ungestörten Ort, um sich zu vermehren.“

Zudem drohe jetzt ausgerechnet durch das neue Bundesnaturschutzgesetz weitere Gefahr fĂŒr die letzten Schweinswale.

„Die Bundesregierung plant, den Ministerien fĂŒr Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Forschung ein Vetorecht bei der Umsetzung von Schutzgebieten einzurĂ€umen. Das wĂ€re der Sargnagel fĂŒr einen effektiven Meeresschutz. TĂŒr und Tor wĂ€ren geöffnet fĂŒr die ungebremste Ausbeutung unserer Meere“, so Miller weiter.

Am 1. Juni steht die entscheidende Abstimmung ĂŒber das neue Bundesnaturschutzgesetz im Bundestag an. Schon die kommende Woche wird zeigen, ob die geplante Einvernehmensregelung noch zu stoppen ist. Die Entscheidung liegt bei der Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD. Mit seiner Aktion „SOS fĂŒrs Meer“ will der NABU auf die Tragweite der geplanten Regelung aufmerksam machen und appelliert an die Bundestagsabgeordneten und Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich fĂŒr die Ostseeschweinswale und andere bedrohte Arten und LebensrĂ€ume einzusetzen.
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Ettersberg bleibt Naturparadies
NABU-Stiftung sichert 289 Hektar Naturschutzland bei Weimar

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat am heutigen Mittwoch die letzten 54 Hektar Naturschutzland im neuen NABU-Naturparadies „SĂŒdhang Ettersberg“ bei Weimar erworben. Blumenreiche Trockenrasen, alte Streuobstwiesen und WĂ€lder machen das Naturschutzgebiet zu einem artenreichen Naturschatz. Damit das auch in Zukunft so bleibt, kauft die NABU-Stiftung seit 2015 Schritt fĂŒr Schritt die von der Landesentwicklungsgesellschaft ThĂŒringen zum Verkauf stehenden NaturschutzflĂ€chen. Der Kauf des insgesamt 289 Hektar großen GelĂ€ndes am Ettersberg stieß bundesweit auf große Resonanz und konnte dank der großen Spendenbereitschaft vieler Naturfreunde ein Jahr frĂŒher als geplant abgeschlossen werden.

Der Ettersberg hat eine wechselvolle Geschichte, heute ist er ein wertvolles Naturparadies vor den Toren Weimars. WĂ€hrend der NS-Zeit wurde im Nordwesten das Konzentrationslager Buchenwald errichtet. Große Teile des GelĂ€ndes am SĂŒdhang wurden jahrzehntelang als militĂ€risches ÜbungsgelĂ€nde genutzt und blieben so von einer intensiven land- und forstwirtschaftlichen Nutzung verschont. Heute bietet das Naturschutzgebiet ĂŒber 500 Pflanzenarten und rund 90 Vogelarten einen Lebensraum. Besonders viele in der intensiven Agrarlandschaft bedrohte Arten wie SperbergrasmĂŒcke, Heidelerche oder Wendehals lassen sich hier noch beobachten. Auch seltene Orchideen, Schmetterlinge und FledermĂ€use zeugen vom hohen naturschutzfachlichen Wert des Gebietes.

„Die immense Artenvielfalt am Ettersberg bleibt nur erhalten, wenn die Wiesen weiterhin beweidet werden. Als neuer EigentĂŒmer können wir auch fĂŒr die Zukunft sicherstellen, dass die Nutzung regelmĂ€ĂŸig und naturschonend fortgesetzt wird“, sagt Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Deshalb arbeitet die Stiftung mit dem ortsansĂ€ssigen SchĂ€fer zusammen, der seit ĂŒber 20 Jahren die großflĂ€chigen Trockenrasen mit Schafen und Ziegen beweidet. Einen Überblick zur Artenzusammensetzung auf den neuen FlĂ€chen bekam die NABU-Stiftung auch dank einer Feldforschungsaktion, die im Sommer 2016 mit 50 Artenkundlern am Ettersberg stattfand. Die erstellten Artenlisten lieferten wertvolle Hinweise zur kĂŒnftigen Wiesenpflege am SĂŒdhang. Die ĂŒbernommenen WaldflĂ€chen entwickelt die NABU-Stiftung kĂŒnftig ohne weiteren Holzeinschlag zu einem „Urwald von morgen“. Vor Ort begleiten Ehrenamtliche des NABU Weimar die Entwicklung des neuen NABU-Naturparadieses und informieren die Öffentlichkeit mit FĂŒhrungen ĂŒber die wertvolle Tier- und Pflanzenwelt.
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Bundesweiter Fahrradklima-Test des ADFC
Freiburg gewinnt den dritten Platz

Wie fahrradfreundlich ist ihre Stadt? Diese Frage hat der
Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) im vergangenen
Herbst in ganz Deutschland gestellt. Rund 120.000
Radfahrerinnen und Radfahrer haben daraufhin ihre
HeimatstĂ€dte bewertet, in Freiburg waren es 587. FĂŒr 539
StÀdte wurde so ein bundesweites Ranking der FahrradFreundlichkeit
in drei GrĂ¶ĂŸengruppen ermittelt: ĂŒber 200.000,
100.000 bis 200.000 sowie unter 100.000 Einwohnern.

Freiburg hat in seiner GrĂ¶ĂŸenklasse (ĂŒber 200.000
Einwohner) in der Gesamtwertung den dritten Platz errungen,
hinter Spitzenreiter MĂŒnster und dem zweitplatzierten
Karlsruhe. Die Reihenfolge ist damit gleich wie beim letzten
Test 2014. Freiburg ist somit zum dritten Mal in Folge unter
den drei bundesweiten Spitzenreitern. Cornelia Lutz,
stellvertretende Leiterin des Garten- und Tiefbauamtes (GuT),
nahm den Preis heute in Berlin entgegen. Dabei betonte sie:
„Dieses Ergebnis bestĂ€tigt den hohen Stellenwert, den das
Radfahren seit vielen Jahren in Freiburg hat. Schon jetzt
werden 34 Prozent der Wege innerhalb der Stadt mit dem
Rad zurĂŒckgelegt. Mit dem Radkonzept 2020 erhöht die Stadt
die Förderung des Radverkehrs nochmals. Dazu baut die
Stadt derzeit mit Förderung des Landes Baden-WĂŒrttemberg
drei Rad-Vorrang-Routen aus, auf denen Radfahrer bequem
und zĂŒgig durch die ganze Stadt und langfristig auch in die
Region fahren können.

Besonders gut abgeschnitten hat Freiburg
(Durchschnittsbewertung 3,28) in den Kategorien Alle fahren
Rad (1,82), Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,11), ZĂŒgiges,
und direktes Radfahren (2,02) und „Infrastruktur
Radverkehrsnetz“ (2,56). Relativ gut im Vergleich zu anderen
StĂ€dten bewertet wurden auch die Werbung fĂŒr das
Radfahren (2,6) sowie Reinigung und Winterdienst auf den
Radwegen (3,0 bzw. 3,2).

Nachholbedarf gibt es dagegen nach Meinung der
Umfrageteilnehmer noch beim Umgang mit „Falschparkern
auf Radwegen“ (4,13), bei der FĂŒhrung an Baustellen (3,83),
bei Ampelschaltungen fĂŒr Radfahrer (4,1) und
Fahrraddiebstahl (5,1). Negativ zu Buche schlug die
Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln (5,12) und
das Fehlen eines öffentlichen Radverleihsystems (3,9).

Auch BaubĂŒrgermeister Martin Haag freut sich ĂŒber die gute
Platzierung: „Dieser dritte Platz bestĂ€tigt unsere Arbeit, aber
wir wollen uns noch weiter verbessern. und beim nÀchsten
Test des ADFC weiter oben sein. Diese Auszeichnung durch
den ADFC-Bundesverband auf Basis der Bewertung der
Radfahrenden vor Ort ist fĂŒr uns also Freude und Ansporn
zugleich. Bei allen Planungen und Baumaßnahmen in
Freiburg wird der Radverkehr berĂŒcksichtigt und seine
Bedingungen verbessert. Auch ein Fahrradverleihsystem ist in
der Planung und könnte in den nÀchsten Jahren aufgebaut
werden. Wie auch beim kĂŒrzlich veröffentlichten
StÀdteranking von Greenpeace zur Nachhaltigen MobilitÀt, bei
dem Freiburg als Paradebeispiel außerhalb der Wertung
aufgefĂŒhrt wurde, freuen wir uns auch beim ADFC Test ĂŒber
die hervorragende Bewertung unserer Verkehrspolitik.“

Der Fahrradklima-Test des ADFC wird vom
Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
gefördert. Die Umfrage wurde sowohl online als auch mit
Postkarten durchgefĂŒhrt, die in GaststĂ€tten und
FahrradgeschÀften auslagen. Einzusehen ist das
StÀdteranking samt aller Detailergebnisse auf
www.fahrradklima-test.de .
 
 



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