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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
Warnung vor hoher Abgasbelastung an Deck von Kreuzfahrtschiffen
Luftschadstoffmessungen des ZDF-Magazins „WISO“ an Bord der AIDA Sol sind alarmierend

Nachdem verdeckte Abgasmessungen des ARD Magazins „Plusminus“ erst vor wenigen Wochen das Kreuzfahrtschiff AIDA Prima als Dreckschleuder entlarvt haben, dokumentierte nun das ZDF Magazin „WISO“ wĂ€hrend einer Kanarenkreuzfahrt alarmierende Konzentration besonders gesundheitsgefĂ€hrdender ultrafeiner Partikel an Bord der AIDA Sol.

Bis zu 475.000 Partikel je Kubikzentimeter Umgebungsluft zeigte das MessgerÀt bei verschiedenen Messungen auf dem Sonnendeck des Rostocker Kreuzfahrtanbieters an. Eigentlich wÀren bei sauberer Seeluft Werte von gerade einmal 1000 Partikeln je Kubikzentimeter erwartbar.

„Die nunmehr dritte verdeckte Abgasmessung von verschiedenen Fernseh-Teams auf Kreuzfahrtschiffen verschiedener Anbieter in unterschiedlichen Regionen zeigen, dass die Kreuzfahrtindustrie seinen Passagieren und der Umwelt ein gewaltiges Abgasproblem zumutet. UnabhĂ€ngig davon, ob jemand eine Seereise auf Nord- und Ostsee, im Mittelmeer oder im Atlantik plant, ist davon auszugehen, dass man erhebliche Feinstaubmengen an Deck der Schiffe einatmen muss. Nur der Umstieg auf höherwertigen Kraftstoff und der Einsatz von Systemen zur Abgasreinigung können hier effektiv Abhilfe schaffen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

AIDA Cruises hatte das Problem der Abgasbelastung bereits 2012 erkannt und versprochen, die gesamte eigene Schiffsflotte bis Ende 2016 mit Rußpartikelfiltern auszustatten. Bis heute sei jedoch kein einziges Schiff nachgerĂŒstet, kritisiert der NABU. Bereits im vergangenen Jahr konnten die UmweltschĂŒtzer zudem aufdecken, dass das vollmundig angepriesene Filtersystem der AIDA Prima nicht in Betrieb war, was das Unternehmen darauf hin auch eingestand.

Auch Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Pneumologen, bewertet die neuerlichen Messungen an Bord der AIDA Sol als höchst gesundheitsgefĂ€hrdend: „Die Abgaswerte auf der AIDA Sol sind extrem hoch. Crew und Passagiere an Bord werden einer Konzentration von Luftschadstoffen ausgesetzt, die weit ĂŒber dem Niveau stark befahrender Straßen liegen. Ich kann keinem Passagier empfehlen, sich lange an Deck eines Kreuzfahrtschiffes aufzuhalten.“

Leider lehnen die Reeder nach wie vor das Angebot ab, mit dem NABU und unabhĂ€ngigen Gutachtern offizielle Messungen auf ihren Schiffen durchzufĂŒhren und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Branche weiß um das Problem, weigert sich aber aus KostengrĂŒnden, auf das giftige Schweröl zu verzichten und die nötigen Filter einzusetzen. „Die neuerlichen Messungen offenbaren den Handlungsdruck fĂŒr die Kreuzfahrtbranche. Wir fordern AIDA und andere Reeder im Interesse der Umwelt und der Gesundheit der Passagiere auf, ihre Schiffsflotte bis 2020 komplett mit Rußpartikelfilter und Stickoxidkatalysatoren nachzurĂŒsten“, sagt NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.
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ÖKO-TEST-Magazin Mai 2017
 
ÖKO-TEST-Magazin Mai 2017
Die Mai-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem
27. April 2017 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt
Test: vegane Brotaufstriche
Mehr als die HĂ€lfte schneidet „sehr gut“ oder „gut“ ab. Was die Kalorien angeht, können allerdings viele vegane Brotaufstriche mit Leberwurst oder Gouda mithalten. Und frei von Schadstoffen sind sie leider auch nicht immer. AuffĂ€llig viele enthalten etwa Mineralölbestandteile. Dazu kommen noch in einigen Produkten Fettschadstoffe, die Nieren, Hoden und BrustdrĂŒsen schĂ€digen können oder als krebserregend und genotoxisch gelten.

Test: Craft-Biere
Deutsches Bier? „Industrieplörre!“, sagen viele Craft-Bier-Brauer. Deshalb experimentieren sie, beleben alte Biersorten neu und pfeifen dabei oft auf das Reinheitsgebot. Mit Erfolg, wie der Test zeigt. ÖKO-TEST kann fast alle getesteten Craft-Biere empfehlen. Ein bisschen Luft nach oben gibt’s bei einigen Bieren trotzdem: Die Themen Glyphosat, MilchsĂ€urebakterien und leichte Geschmacksfehler mĂŒssen manche Brauer noch in den Griff bekommen.

Test: Babytees
Viele Eltern greifen zu Babytees, wenn das Baby Bauchschmerzen hat. Der Fenchel soll beruhigend wirken. Zu empfehlen sind die Tees aber nur dann, wenn sie frei von Schadstoffen sind. Das sind zwar die meisten im Test, allerdings gibt es auch Marken, die schĂ€dliche, krebserregende BeikrĂ€uter enthalten. Besonders Ă€rgerlich ist, dass viele Bio-Tees auch Spuren von Pestiziden aufweisen. Auch mischen zwei Anbieter unnötigerweise dem Tee sĂŒĂŸende Zutaten bei.

Test: RosenstrĂ€uße
RosenstrĂ€uße sind erheblich mit Pestiziden verseucht. Das Labor fand etwa mehr als 100 mg/kg Spritzgifte in einem Blumenstrauß. Leider ist das gesetzlich erlaubt, denn einen Grenzwert fĂŒr Schnittblumen gibt es nicht. Die Belastung setzt sich aus bis zu 20 verschiedenen Pestiziden zusammen. Zudem ist etwa jede dritte der nachgewiesenen Substanzen besonders bedenklich. Die Chemiekeule trifft vor allem die Arbeiter in den Farmen.

Test: Bartpflegeprodukte
Die Probleme dieser Bartöle, Bartbalsame und Bartfluids sind vielfĂ€ltig und beschrĂ€nken sich nicht auf eine Produktgruppe. So stecken beispielsweise problematische Duftstoffe in ihnen wie das fortpflanzungsgefĂ€hrdende Lilial oder kĂŒnstlicher Moschusduft, der in Verdacht steht, LeberschĂ€den zu verursachen. In zwei Marken analysierte das Labor auch Mikroplastik, welches in der Umwelt nur schwer abgebaut werden kann.

Test: Gleitgele
Der Trend zum NatĂŒrlichen macht vor der intimen Zweisamkeit nicht halt: Aktuelle Gleitmittel werben damit, schadstoff- und parfĂŒmfrei zu sein. Leider sind nicht alle der 20 Gele im Test unbeschwert zu genießen. Das liegt unter anderem an den bedenklichen oder umstrittenen Konservierungsmitteln und PEG/PEG-Derivaten, die die Haut fĂŒr Fremdstoffe durchlĂ€ssiger machen. Immerhin zwölf Produkte halten aber uneingeschrĂ€nkt, was sie versprechen.

Test: PVC-Böden
Von der Produktion ĂŒber die Nutzung bis hin zur Entsorgung ist der gesamte PVC-Lebenszyklus eine einzige Schadstoffgeschichte. Trotzdem erleben PVC-Böden seit Jahren eine Art Renaissance. Zu Unrecht, wie der Test zeigt: Acht von zwölf Böden sind „ungenĂŒgend“. Das liegt vor allem an den weichmachenden Inhaltsstoffen. Mehr als die HĂ€lfte aller geprĂŒften Böden ĂŒberschreitet die Abwertungsgrenzen fĂŒr gesetzlich reglementierte Phthalate deutlich. Zwei Marken enthalten abwertungsrelevante Gehalte an Dibutylzinn, welcher bereits in kleineren Dosierungen das Immun- und Hormonsystem von Tieren und vermutlich auch das des Menschen beeintrĂ€chtigen kann.

Test: Pflegeversicherungen
Bei den Pflegeversicherungen lauern viele Fallstricke. Ein Tarif baut etwa keine AltersrĂŒckstellungen auf. Das Angebot ist jetzt zwar gnadenlos gĂŒnstig, im Alter von 60 Jahren zahlt der Kunde dann horrende BeitrĂ€ge. Ein weiterer Fallstrick ist der Rechnungszins: Denn bei einem hohen rechnerischen Zins ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser gesenkt wird und die BeitrĂ€ge dann deutlich steigen, sehr hoch. Das erklĂ€rt möglicherweise auch, warum fast die HĂ€lfte der am Test teilnehmenden Versicherer sich nicht in die Karten schauen lĂ€sst und eine Angabe zum Rechnungszins verweigert hat.

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Dieses Mal im Heft: Extra Vegetarisch und vegan leben


Wertewandel oder Marketing? Vegane Wurst aus der Fleischfabrik
Unternehmen der Fleischwarenindustrie fĂŒllen – mit freundlicher UnterstĂŒtzung des Vegetarierbunds – Supermarktregale mit veganen Produkten. Nicht weil sie plötzlich umdenken, sondern weil die Branche unter Druck steht. Das Nachsehen haben oft die kleinen Pionierbetriebe.

Nachhaltig, gesund, ĂŒberlegen?
Um vom tierfreien Essen zu ĂŒberzeugen, scheint Veganern jedes Argument recht. Die Speisen seien gesĂŒnder, die Ersatzprodukte besser und das fleischfreie Leben schone die Umwelt. ÖKO-TEST nimmt alte Behauptungen und neue Erkenntnisse genauer unter die Lupe.

Heimisches Superfood: Warum in die Ferne schweifen ...
... sieh, das Gute liegt so nah. Statt Chia- lieber Leinsamen, statt Goji- besser Heidelbeeren: Viele heimische Lebensmittel strotzen nur so vor Vitaminen und Mineralstoffen. Und haben außerdem keine langen Transportwege hinter sich.

Vegane Textilien: Neues aus dem Faserreich
Ob Stoffe aus Algen oder AnanasblĂ€ttern: Junge Modedesigner experimentieren mit neuen Materialien. Die ambitionierten KleidungsstĂŒcke, die daraus entstehen, sind zwar noch Nischenprodukte. Aber Innovation ist in der Textilbranche wichtig.

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Und außerdem:

Klimawandel im Faktencheck: Von Wahrheit und Wissenschaft
Die Erde heizt sich auf, kaum jemand bestreitet das heute noch. Aber ist die Ursache fĂŒr die globale ErwĂ€rmung tatsĂ€chlich der Mensch mit seiner Lebensweise? Oder sind es nicht doch die Sonne und andere natĂŒrliche Faktoren, die das Klimageschehen lenken? Immer wieder melden sich sogenannte Klimaskeptiker zu Wort, die den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel bezweifeln. Dabei können Laien oft nicht erkennen, ob es um seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse, gezielte Falschbehauptungen oder politische Panikmache geht. ÖKO-TEST hat die hĂ€ufigsten Argumente der Klimaskeptiker ĂŒberprĂŒft.

GemĂŒsegarten: GĂ€rtnern mal ganz anders
Die Beete sauber gezupft, die PflĂ€nzchen in Reih und Glied – das typische Bild des deutschen Nutzgartens. Dabei gibt es jenseits von Monotonie, Hacken und DĂŒngen noch ganz andere Wege zur erfolgreichen GemĂŒseernte. ÖKO-TEST stellt einige außergewöhnliche Anbaumethoden vor.
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NABU: Herdenschutz schĂŒtzt auch Wölfe
Anstrengungen fĂŒr einen flĂ€chendeckenden Herdenschutz in Wolfsgebieten mĂŒssen intensiviert werden

Zum diesjĂ€hrigen „Tag des Wolfes“ (30.4.) appelliert der NABU an Bund und LĂ€nder sowie Nutztierhalter, Herdenschutzmaßnahmen intensiv voranzutreiben. Auch 15 Jahre nach RĂŒckkehr der Wölfe nach Deutschland sind selbst in BundeslĂ€ndern, in denen Wölfe bereits seit vielen Jahren leben, noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Schafe und andere Nutztiere vor möglichen Übergriffen zu schĂŒtzen. UngeschĂŒtzte Nutztiere können fĂŒr Wölfe der Auslöser sein, hĂ€ufiger auf Weiden nach Beute zu suchen.

„Die Pflicht zum Schutz von Nutztieren vor SchĂ€den liegt bei den EigentĂŒmern. Diese Aufgabe wird von sehr vielen Nutztierhaltern Ă€ußerst ernst genommen. Wichtigstes Ziel muss es jedoch sein, dass Herdenschutz in Wolfsregionen auch flĂ€chendeckend umgesetzt wird“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. In den Teilen Deutschlands, wo Wölfe erst seit kurzem heimisch seien, mĂŒssten Nutztierhalter aktiv unterstĂŒtzt werden, um das Zusammenleben von Mensch und Wolf in einer besiedelten Landschaft möglichst konfliktfrei zu regeln.

Ein Erfolgsmodell dafĂŒr ist der Herdenschutzhund. Der NABU stellt diese Arbeitshunde daher in den Mittelpunkt des diesjĂ€hrigen „Tag des Wolfes“. Herdenschutzhunde, offiziell als „Hirtenhund im Herdenschutzeinsatz“ bezeichnet, werden weltweit seit Jahrtausenden erfolgreich eingesetzt – nicht nur zum Schutz von Schafen, sondern auch bei Rindern, Pferden oder Gatterwild. Die Methode ist uralt und hat sich rund um den Globus bewĂ€hrt: Über 50 verschiedene Rassen existieren. Einige davon schĂŒtzen auch in Deutschland die ihnen anvertraute Herde gegen Übergriffe.

„Herdenschutzhunde wachsen schon als Welpe in ‚ihrer‘ Herde auf. Sie binden sich sowohl an das Territorium als auch an die Herdentiere. Bei Gefahr demonstrieren sie StĂ€rke und Dominanz und schlagen Alarm. Wölfe riskieren in den seltensten FĂ€llen einen Kampf mit den mindestens ebenbĂŒrtigen Hunden und ziehen weiter. Diese Erfahrungen werden von Nutztierhaltern, die Herdenschutzhunde einsetzen, immer wieder bestĂ€tigt“, sagt NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Die Zahl der durch Herdenschutzhunde bewachten Herden in Deutschland nimmt stetig zu – was wiederum den Wölfen nĂŒtzt. „Weniger Konflikte fĂŒhren zu mehr Akzeptanz – richtiger Herdenschutz nutzt also auch den Wölfen. Übrigens: Herdenschutzhunde stellen keine Gefahr fĂŒr Touristen und Haushunde dar, sofern diese außerhalb des Zaunes bleiben oder sich auf Almweiden ruhig und besonnen verhalten“, so Bathen weiter.

Damit Herdenschutz in Wolfsgebieten flĂ€chendeckend angewendet und Herdenschutzhunde eingesetzt werden können, mĂŒssen fĂŒr Nutztierhalter Anreize geschaffen und politische Rahmenbedingungen zĂŒgig angepasst werden. So sind zum Beispiel die Bestimmungen der Bundes-Hundehaltungsverordnung noch nicht auf den Einsatz von Herdenschutzhunden ausgerichtet. Auch ist die Vermeidung von Nutztierrissen immer noch kein Bestandteil der Ausbildung von Nutztierhaltern. Pauschale BeschrĂ€nkungen der finanziellen Höhe staatlicher UnterstĂŒtzung, beispielsweise bei der so genannten De minimis Beihilfe der EU, bewertet der NABU als absolut unzureichend und fordert eine entsprechende Nachbesserung.
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NABU-Studie zeigt: Kohleausstieg bis 2035 ist machbar
PlÀne liegen auf dem Tisch - Politik hinkt hinterher

Der beschleunigte Ausstieg aus der Kohle in Deutschland ist nicht nur notwendig fĂŒr den Klimaschutz, sondern auch bis spĂ€testens 2035 umsetzbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute vom NABU vorgestellte Meta-Studie. Unter dem Titel „Kohleausstieg – Analyse von aktuellen DiskussionsvorschlĂ€gen und Studien“ haben Experten vom Wuppertal Institut fĂŒr Klima, Umwelt und Energie die in den vergangenen zweieinhalb Jahren veröffentlichten Szenarien, Studien und Positionspapiere zum Kohleausstieg wissenschaftlich analysiert und zusammengefĂŒhrt.

Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Der Kohleausstieg in Deutschland kann in den nĂ€chsten 18 Jahren problemlos erfolgen, weil zur Umsetzung bereits eine Reihe von Europa- und verfassungsrechtlich belastbaren Instrumenten vorhanden sind: So können Mindestanforderungen an bestehende Kraftwerke gestellt werden, z.B. bezogen auf deren Energieeffizienz oder EinsatzflexibilitĂ€t – dann sind Kohlekraftwerke eher letzte Wahl. Möglich ist auch die Festlegung von Restlaufzeiten oder begrenzten Strombudgets fĂŒr einzelne Kraftwerke oder Kontingente. Eine weitere Option bieten Änderungen an den Energie- und Stromsteuern, um einem nationalen Mindestpreis auf CO2-Emissionen zu verlangen.

„Die PlĂ€ne und Strategien liegen auf dem Tisch, aber die Politik hinkt hinterher. Angesichts dessen, dass die deutschen Braun- und Steinkohlekraftwerke 40 Prozent des deutschen Stroms produzieren, aber fĂŒr doppelt so viel der Treibhausgas-Emissionen in diesem Bereich verantwortlich sind, ist der beschleunigte Ausstieg aus der Kohle alternativlos“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Bis spĂ€testens 2035 mĂŒsse die Kohleverstromung in Deutschland beendet sein. Es sei höchste Zeit, einen Kohlekonsens zwischen Regierung und wichtigen Akteuren wie LĂ€ndern, Kommunen, Gewerkschaften und betroffenen Unternehmen auszuhandeln. Zwar habe die Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050 die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“ angekĂŒndigt. „Bislang fehlt der Kommission allerdings ein klarer Auftrag, den geregelten Ausstieg aus der Kohle auf den Weg zu bringen“, so Tschimpke weiter.

Daher fordert der NABU ein Dialogverfahren zum Kohlekonsens, das an die geplante Kommission angedockt werden kann sowie einen gesetzlich geregelten Abschaltplan mit Stillegungsdaten fĂŒr alle 106 aktiven Kohleblöcke in Deutschland. Der Vorteil wĂ€re, dass soziale, regionale und wirtschaftliche Verteilungsfragen in einen ausgewogenen Abschaltplan einfließen könnten.

Bereits jetzt gibt es ein Überangebot an Stromerzeugung, was dazu fĂŒhrt, dass Kraftwerksbetreiber ĂŒberschĂŒssigen Kohlestrom lieber zu niedrigen Preisen ins Ausland verkaufen, als die Kohlestromerzeugung zu drosseln. Zudem wird der Anteil der erneuerbaren Energien weiter steigen und Strom kĂŒnftig noch sparsamer und effizienter genutzt werden mĂŒssen, wenn Deutschland seine nationalen Klimaziele erreichen und den Pfad zur Einhaltung der Klimaschutzvereinbarungen von Paris offen halten will. „Die neue Bundesregierung muss den Kohleausstieg bis 2035 ganz oben auf die energiepolitische Agenda setzen“, so NABU-Energieexpertin Tina Mieritz. Dass die bestehende Bundesregierung in der EU fĂŒr lasche Stickoxid-Grenzwerte fĂŒr Kohlekraftwerke eintrete, sei daher das völlig falsche Signal.
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NABU: Schon 100.000 UnterstĂŒtzer fĂŒr neue Agrarpolitik
EU-Kommission kann die "LivingLand"-Bewegung jetzt nicht mehr ignorieren

Die europaweite Agrar-Kampagne „LivingLand“, die in Deutschland von den UmweltverbĂ€nden BUND, DNR, NABU und WWF getragen wird, hat schon ĂŒber 100.000 UnterstĂŒtzer gefunden. Zudem haben sich bereits mehr als 300 Organisationen und Unternehmen aus vielen gesellschaftlichen Bereichen zur LivingLand-Vision einer fairen, umweltvertrĂ€glichen, gesunden und global verantwortungsvollen Agrarpolitik bekannt.

„Wir wollen eine geeinte und nachhaltige EU, die Mensch und Natur dient. Wir fordern daher von EU-Agrarkommissar Hogan und EU-Haushaltskommissar Oettinger eine andere Verteilung der Agrarsubventionen. Landwirte, die auf ihren FlĂ€chen die Artenvielfalt schĂŒtzen, in mehr Tierwohl investieren oder auf Ökolandbau umstellen, verdienen viel mehr UnterstĂŒtzung als bisher. Aber es dĂŒrfen nicht lĂ€nger Milliarden Euro an Steuergeldern per Gießkanne ĂŒber die AgrarflĂ€che verteilt werden, unabhĂ€ngig davon was dort mit Boden, Grundwasser und Klima geschieht“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Im Februar hatte die EU-Kommission die öffentliche Befragung zur Zukunft der Agrarpolitik nach 2020 gestartet, die noch bis zum 2. Mai lĂ€uft. Unter www.NABU.de/abstimmen stellt der NABU eine Beteiligungshilfe an der laufenden BĂŒrgerbefragung der EuropĂ€ischen Kommission zur VerfĂŒgung. Hier lassen sich vorformulierte Forderungen der VerbĂ€nde fĂŒr eine Reform der EU-Agrarpolitik unterstĂŒtzen und mit wenigen Klicks einreichen. Zusammen mit ĂŒber 50 Umweltorganisationen in ganz Europa gibt der NABU somit auch all denen eine Möglichkeit sich zu beteiligen, denen eine umfassende Beantwortung der fachlich anspruchsvollen 34 Fragen der Kommission zu aufwĂ€ndig ist. Auf der Seite www.Living-Land.de können Organisationen und Unternehmen mit ihrem Logo die Aktion unterstĂŒtzen.
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Gemeinsame Pressemeldung von IFAW und NABU
UmweltverbÀnde fordern in einem offenen Schreiben von den BundeslÀndern ein klares Bekenntnis zum einheitlichen Umgang mit auffÀlligen Wölfen -

Ein Jahr nach Abschuss des WolfsrĂŒden „MT6“ ist die Ursache fĂŒr dessen Verhalten weiterhin nicht aufgeklĂ€rt



Berlin, 20.04.2017. Ein Jahr nach der Tötung des Wolfes „MT6“ ziehen die UmweltverbĂ€nde International Fund for Animal Welfare (IFAW) und der Naturschutzbund (NABU) eine kritische Bilanz des Wolfsmanagements in den BundeslĂ€ndern, insbesondere im Umgang mit auffĂ€lligen Wölfen: Bis heute wurde nicht ausreichend untersucht, wodurch das auffĂ€llige Verhalten von „MT6“ ausgelöst wurde.

IFAW und NABU fordern mehr QualitĂ€t, Transparenz und eine bessere Vernetzung im Wolfs-Monitoring von Bund und LĂ€ndern. Vor einem Jahr wurde der erste freilebende Wolf in Niedersachsen zum Abschuss frei gegeben. Der WolfsrĂŒde, der einen Peilsender trug und unter dem Namen „MT6“ bekannt war, stammte aus dem Rudel, das auf dem niedersĂ€chsischen TruppenĂŒbungsplatzes Munster lebt. Er hatte sich wiederholt Menschen mit Hunden genĂ€hert und ein nach EinschĂ€tzung von Experten zuletzt unberechenbares Verhalten gezeigt. Daraufhin wurde der Wolf auf Anordnung des zustĂ€ndigen niedersĂ€chsischen Umweltministeriums am 27. April 2016 erschossen. Die NaturschutzverbĂ€nde IFAW und NABU hatten ihr Bedauern ĂŒber den Tod des Tieres und zugleich VerstĂ€ndnis fĂŒr die Entscheidung geĂ€ußert. MT6 habe durch sein auffĂ€lliges Verhalten am Ende ein nicht mehr zu kalkulierendes Risiko fĂŒr Menschen dargestellt.

Durch das Bundesumweltministerium ist in einem ersten wichtigen Schritt zur Koordinierung des Wolfsmanagements die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes fĂŒr den Wolf (DBBW) eingerichtet worden. Ein zentraler Baustein des DBBW ist ein Expertengremium, das die BundeslĂ€nder im Umgang mit auffĂ€lligen Wölfen berĂ€t. Diese Kompetenz mĂŒsse in jedem einzelnen Fall genutzt werden. Vor diesem Hintergrund appellieren die VerbĂ€nde in einem offenen Brief an die Umweltminister der LĂ€nder, insbesondere bei VerdachtsfĂ€llen von auffĂ€lligen Wölfen, die Beratung durch das Wolfsberatungszentrum intensiv zu nutzen.
Beim Fall des Wolfes „Pumpak“ in Sachsen – der Anfang des Jahres zum Abschuss freigegeben, und danach nicht mehr gesichtet wurde – hatten die sĂ€chsischen Behörden diese Beratungsleistung bedauerlicherweise nicht in Anspruch genommen.

Aus internationalen Studien („NINA Studie“) ist bekannt, dass ausgewachsene Wölfe extrem selten die NĂ€he zu Menschen suchen: Meistens sind Begegnungen ungefĂ€hrlich und sind in der Regel auf eine naive Neugier junger Wölfe zurĂŒckzufĂŒhren, die sich mit dem Heranwachsen verliert.

Wiederholte Begegnungen eines Einzelwolfes mit Menschen und die Entwicklung von dreistem Verhalten werden im Tollwut freien Mitteleuropa am wahrscheinlichsten von einer AnfĂŒtterung durch Menschen verursacht. Die prĂ€ventive Arbeit und AufklĂ€rung der Bevölkerung ist von besonderer Bedeutung, um die absichtliche oder unabsichtliche AnfĂŒtterung zukĂŒnftig zu verhindern.


Derzeit gibt es aus dem Heidekreis in Niedersachsen Meldungen von einem Wolf, der ein unnatĂŒrlich auffĂ€lliges Verhalten zeigen soll. FĂŒr die Sicherheit des Menschen und den Schutz des Wolfes muss auch in diesem Fall rasch ĂŒberprĂŒft werden, ob der Wolf eventuell angefĂŒttert wurde und darin möglicherweise die Ursache des potentiell auffĂ€lligen Verhaltens liegt.

Es ist in solchen FĂ€llen nicht gĂ€nzlich auszuschließen, dass auch ein Risiko fĂŒr Menschen bestehen kann. Nach Ausschöpfung aller sanfteren Maßnahmen der VergrĂ€mung kann es als letzte Möglichkeit notwendig werden, auffĂ€llige oder problematische Wölfe nach der Ausnahmeregelung des Bundesnaturschutzgesetzes zu entnehmen, so wie es bei MT6 der Fall war. Solche Entscheidungen mĂŒssen fachlich begrĂŒndet und wissenschaftlich nachvollziehbar sein und bestimmten Entscheidungskaskaden folgen. Nach wie vor sind die VerbĂ€nde ĂŒberzeugt, dass wirklich auffĂ€llige oder problematische Wölfe, wie es etwa bei MT6 der Fall war, als letzte Maßnahme entnommen werden können. DafĂŒr reichen die Ausnahmeregelungen des Bundesnaturschutzgesetzes völlig aus. Jede Entnahme muss jedoch im Einzelfall gesondert betrachtet und begrĂŒndet werden und bei der Entscheidungsfindung sollte die DBBW der zentrale Ansprechpartner sein.


Dringendste Aufgabe sollte aber die PrĂ€vention sein, um die Notwendigkeit der Tötung zu vermeiden. Die VerbĂ€nde weisen darauf hin, dass es mehr AufklĂ€rung unter der Bevölkerung seitens der zustĂ€ndigen Stellen fĂŒr Wolfsmanagement geben sollte, um unerwĂŒnschte Verhaltensentwicklungen bei Wölfen zu vermeiden. Ein zentraler Aspekt hierbei ist, dass das (beabsichtigte oder unbeabsichtigte) AnfĂŒttern von Wölfen unbedingt zu vermeiden ist.
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NABU: Meeresschutzgebiete jetzt retten
Miller: SchwÀchung des Meeresschutzes in Bundesnaturschutzgesetz-Novelle aufhalten

Der 17. Mai wird zum Schicksalstag fĂŒr die Nord- und Ostsee: Der Umweltausschuss gibt dann seine Empfehlung zum novellierten Bundesnaturschutzgesetz an den Deutschen Bundestag. Die aktuelle Fassung sieht ein Vetorecht fĂŒr die Ministerien fĂŒr Wirtschaft, Verkehr, Fischerei und Forschung in den Meeresschutzgebieten vor. UnterstĂŒtzt von weiteren UmweltverbĂ€nden hat der NABU daher die Kampagne „SOS fĂŒrs Meer“ gestartet. „Die Bundesregierung plant den Ausverkauf der Meere. Wirtschaftliche Interessen werden hier vor den Schutz der wertvollsten und vielfĂ€ltigsten Gebiete und vor den Schutz von Schweinswalen, Seevögeln oder artenreichen Riffen gestellt“, kritisiert NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Anfang Februar hatte das Bundesumweltministerium das neue Bundesnaturschutzgesetz veröffentlicht. GefĂ€hrlich fĂŒr den Meeresschutz ist der Paragraf 57. Dort wird den Ministerien eine Einvernehmensregelung bei Maßnahmen in den Meeresschutzgebieten zugesichert. So wĂŒrden die Fischerei-, Rohstoff- und Schifffahrtslobbys mitentscheiden, wenn es um Verordnungen und ManagementplĂ€ne geht. „Das Vetorecht grĂ€bt dem Meeresschutz das Wasser ab. Schleswig-Holstein hat dies erkannt und einen Änderungsantrag eingebracht. Auch der Bundesrat sieht keine fachliche Notwendigkeit fĂŒr das Einvernehmen. Jetzt fordern wir den Bundestag auf, gegen die geplante Änderung und fĂŒr die Zukunft der Artenvielfalt in Nord- und Ostsee zu stimmen“, so Miller.

Der NABU bittet auf seiner Kampagnenseite www.sosfuersmeer.de weiter um UnterstĂŒtzung. Bereits 8000 Menschen unterschrieben einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin. Jetzt können zusĂ€tzlich mit nur zwei Klicks die Bundestagsabgeordneten angeschrieben werden. „Die Abgeordneten sind es, die nach dem 17. Mai ĂŒber den Paragraf 57 abstimmen mĂŒssen. Das ist eine gute Chance fĂŒr jeden einzelnen Abgeordneten im Jahr der Bundestagswahl zu zeigen, wie ernst sie den Meeresschutz vor der eigenen HaustĂŒr nehmen. Wer unsere Stimme will, der sollte sie jetzt den Meeren geben“, sagt NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff.

Die Bundesregierung hat sich mittlerweile gegen den Bundesrat in Stellung gebracht und will an der Einvernehmensregelung festhalten. Grund: die unterschiedlichen Nutzungsarten erfordern eine enge Abstimmung. „Ein Armutszeugnis. Es wird ignoriert, dass es um die Gebiete nach Fauna-Flora-Habitat- und EU-Vogelschutzrichtlinie geht. Die Bundesregierung stellt sektorale Wirtschaftsinteressen ĂŒber EU-Umweltrecht. Deutschland riskiert damit seine internationale GlaubwĂŒrdigkeit im Natur- und Artenschutz“, so Detloff.

In welche gefĂ€hrliche Richtung Deutschland damit steuert, zeigen die inhaltsleeren VerordnungsentwĂŒrfe fĂŒr die Natura 2000-Meeresschutzgebiete, die aktuell ebenfalls verhandelt werden. Nord- und Ostsee geht es schlecht, nach Deutschlands Roter Liste sind ein Drittel aller Arten bedroht. Doch die Zerstörung geht immer weiter. Jedes beteiligte Ministerium kĂ€mpft fĂŒr sektorale Ausnahmen und verhindert jegliche Form von Schutz und BeschrĂ€nkung. So soll auch zukĂŒnftig in den Schutzgebieten gefischt, Kies- und Sand abgebaut oder mit Schallkanonen der Meeresboden untersucht werden dĂŒrfen. Das Bundesnaturschutzgesetz soll diese offensichtliche Klientelpolitik nun bestĂ€tigen.
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Haikus dichten im Wald: Workshop am Sonntag 7. Mai
Haikus schreiben im Wald – das ist das Motto eines
Workshops, der am Sonntag, 7. Mai, von 14 bis 18 Uhr im
Waldhaus, Wonnhaldestraße 6, stattfindet. Haikus sind
Kurzgedichte im japanischen Stil, die in Dialog mit der Natur
stehen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden an die
japanische Tradition des Haikus herangefĂŒhrt, lernen dessen
typische Form und Beispiele kennen. Anschließend sammeln
sie im Wald NatureindrĂŒcke und „verdichten“ sie in eigenen
Worten zu Haikus. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit,
sich gemeinsam ĂŒber die Ergebnisse auszutauschen.
Schreibzeug und –unterlage bitte mitbringen.

Referent ist Mathias Dumbs, Japankenner, Dichter und
Schriftsteller, Justitiar und Mitglied der Deutsch-Japanischen
Gesellschaft Freiburg Matsuyama. Die Teilnahme kostet 20
Euro.

Eine Anmeldung ist bis Dienstag, 2. Mai, unter
www.waldhaus-freiburg.de/angebote/anmeldungsformular
erforderlich.
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