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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

Bleichheim: Garten der HerrenmĂŒhle geöffnet
Foto: Veranstalter
 
Bleichheim: Garten der HerrenmĂŒhle geöffnet
Stauden, Gehölze und Rosen lĂ€uten bereits den FrĂŒhsommer ein, obwohl sich das FrĂŒhjahr noch nicht ganz verabschiedet hat.

WĂ€hrend sich noch spĂ€te Tulpen entfalten, blĂŒhen schon Schwertlilien und die ersten Rosen im romantischen Garten von Hansjörg Haas. Stauden bezaubern mit ihren frischen GrĂŒntönen. Auch in der HerrenmĂŒhle hat der SpĂ€tfrost SchĂ€den hinterlassen. Wie Sie damit richtig umgehen, wird der Gartenbauingenieur gerne erlĂ€utern. Eintritt wird erhoben, der Fachmann steht Besuchern fĂŒr Fragen zur VerfĂŒgung.

HerrenmĂŒhle
Schloßplatz 2, 79336 Herbolzheim
Geöffnet: Sonntag, 14. Mai von 13 bis 18 Uhr
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Traktoren Demo mit Radfahrern durch die Stadt Freiburg
Traktoren-Demo in Freiburg / Foto: Veranstalter
 
Traktoren Demo mit Radfahrern durch die Stadt Freiburg
AnlĂ€sslich der Freiburger Aktionstage Nachhaltigkeit 2017 sowie der EuropĂ€ischen Nachhaltigkeitswoche protestieren wir gegen den absolut nicht nachhaltigen FlĂ€chenverbrauch beim geplanten großen Neubau-Stadtteil Freiburg-Dietenbach auf 169 ha landwirtschaftlichem Boden, Wiesen und Wald.

Am Samstag, 20. Mai 2017, von 13 bis ca. 15 Uhr fahren Landwirte aus Freiburg und Umgebung, die als EigentĂŒmer oder PĂ€chter im Gewann Dietenbach und als Folge in anderen Gebieten Freiburgs und im Umland betroffen sind vom geplanten großen Neubau-Stadtteil Dietenbach, die 2. Traktoren Demo durch die Freiburger Innenstadt.

FĂŒr Radfahrerinnen und Radfahrer gibt es diesmal die Möglichkeit am Begleit-Korso teilzunehmen mit Start und Anschluss hinter den Traktoren gegen 13.30 Uhr am Platz vor dem Konzerthaus Freiburg. Um ca. 13.45 Uhr folgt am Fahnenbergplatz/ Friedrichstrasse ein Stopp mit einer knapp halbstĂŒndigen Kundgebung.

Veranstalter ist die BĂŒrgerinitiative (BI) Pro Landwirtschaft und Wald in Freiburg Dietenbach & Regio, www.prolandwirtschaft.de, facebook. UnterstĂŒtzer sind 12 Vereinigungen aus den Bereichen Landwirtschaft, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sowie KleingĂ€rten.
Die Teilnahme erfolgt ausdrĂŒcklich auf eigene Gefahr und Haftung.

Zeitlicher Ablauf:
Abfahrt der Traktoren: 13 Uhr am Friedhof Freiburg St. Georgen
Treff mit den Radfahrern: ca. 13.30 Konzerthaus
Weiter bis zur Friedrichstrasse/ Fahnenbergplatz zur Kundgebung: ca. 13.45
Weiter die Stadtrunde mit Traktoren und Radfahrern bis Konzerthaus
Weiterfahrt der Traktoren bis zum Dietenbach/ Mundenhof, dort Abschluss.

Streckenverlauf:
Parkplatz Friedhof St. Georgen, Basler Landstr., Heinrich v. Stephanstr., Schnewlinstr., Bismarckallee, Friedrichstr., Leopoldring, Schlossbergring, Wallstr., Holzmarkt, Rempartstr., Belfortstr., Wilhelmstr., Bismarckallee, Breisacher Str., Berliner Allee, BinzengrĂŒn, Opfinger Str., Bettina-von-Armin-Str., Rieselfeld, Mundenhof.

Hintergrundinfos:
Warum die 2. Demo?
AnlĂ€sslich der Freiburger Aktionstage Nachhaltigkeit 2017 und der EuropĂ€ischen Nachhaltigkeitswoche kritisieren wir die tatsĂ€chliche Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Freiburg in punkto FlĂ€chenverbrauch. Die Bundesregierung hat im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Neuinanspruchnahme von FlĂ€chen fĂŒr Siedlungen und Verkehr auf 30 Hektar (derzeit 69 ha) pro Tag zu verringern. Wir fragen: wo bleiben die BemĂŒhungen in dieser Richtung bei der Freiburger Stadtpolitik?

In Freiburg Dietenbach plant die Stadt die Bebauung von ca. 169 Hektar Äckern, Wald und Wiesen mit HĂ€usern, Straßen usw. – dies im krassen Gegensatz zur Nachhaltigkeitsstrategie. Die BI fordert, den Verbrauch von FlĂ€chen der Landwirtschaft, von Wald und KleingĂ€rten in Freiburg und Region zu stoppen.

Die BI Pro Landwirtschaft und Wald in Freiburg Dietenbach & Regio setzt sich mit ihren zahlreichen UnterstĂŒtzer-Vereinigungen (s. Flyer) ein fĂŒr die durchaus vorhandenen Alternativen (Aufstockungen, Dachausbauten, Umbauten fĂŒr mehr Wohnraum, grundsĂ€tzlich mehr Genehmigungen fĂŒr höhere Bauwerke, Leerstandsregister und Leerstandsmanagement, , mehr Wohnungen statt BĂŒros (Bahnhofsmeile!), RĂŒcknahme illegaler Ferienwohnungen, Überbauung vieler großer ParkplatzflĂ€chen, Bebauung von noch ausstehenden unumstrittenen FlĂ€chen des aktuellen FlĂ€chennutzungplans 2020, mehr Wohnen fĂŒr Hilfe, bessere Nutzung von Wohnraumreserven in Mischgebieten, und insbesondere die soziale und ökologische Entwicklung einer ganzen Reihe Freiburger Stadtteile und Stadtquartiere fĂŒr mehr Wohnen von ZĂ€hringen-Nord/LĂ€ngeloh ĂŒber den alten GĂŒterbahnhof und Teile von Herdern und Neuburg bis hin u.a. nach Haslach-Schildacker und Haid.

Die regionale Landwirtschaft wird zwar von der Politik immer wieder öffentlich gewĂŒnscht, aber in Wirklichkeit durch Ausweisung stĂ€ndig weiterer BauflĂ€chen im Außenbereich in der Existenz bedroht und letztlich unwiederbringlich zerstört. Dabei wird die ErnĂ€hrung der Menschen in Freiburg laut Untersuchung i.A. der Stadt nur noch zu 20% aus der Region SĂŒdbaden bedient.

Die BI möchte das Thema FlĂ€chen-Versiegelung und die negativen Konsequenzen fĂŒr Wasser, Luft, Klima und die Artenvielfalt zu den BĂŒrgern tragen: Es ist ein sehr wichtiges Umweltthema, welches uns in den nĂ€chsten Jahrzehnten zunehmend beschĂ€ftigen wird. Wir möchten mit unseren UnterstĂŒtzern den Böden, den Wiesen und dem Wald eine Stimme geben. FlĂ€chenschutz ist auch Menschenschutz!
Nach wie vor gibt es fĂŒr die Landwirte keine ausreichenden ErsatzflĂ€chen, nur etwa 29 ha. Es wird auch kaum mehr werden, weil Freiburg und Umland einfach nicht mehr genug FlĂ€chen zur VerfĂŒgung stehen. Schon jetzt werden auch anderen Landwirten in Freiburg außerhalb vom Gewann Dietenbach und außerhalb Freiburgs stadteigene PachtflĂ€chen gekĂŒndigt, die spĂ€ter den Dietenbacher Landwirten zur VerfĂŒgung gestellt werden sollen. D.h. aber, dass auch diesen Landwirten in Folge FlĂ€chen weggenommen werden und auch dort durch den FlĂ€chenverlust die Wirtschaftlichkeit und teilweise auch Existenz der Betriebe bedroht sind. Auch bei diesen Landwirten „in zweiter Reihe“ entsteht ist schon Unruhe.

Hier ein Auszug von Problemen, die den Bau von gĂŒnstigem Wohnraum im Gewann Dietenbach sehr unrealistisch erscheinen lassen:
Die von der Stadtverwaltung „zurechtgebastelte“ Finanzierung fĂŒr den neuen Stadtteil mit 98 Mio. Euro aus dem Haushalt, weitere Finanzlöcher, die vielen nicht im Eigentum der Stadt vorhandenen GrundstĂŒcke, die Vertreibung von Landwirten bzw. deren ExistenzgefĂ€hrdung, das nur mit sehr hohen Kosten zu umgehende Verbot im Überschwemmungsgebiet Dietenbach, vorgeschriebene teure LĂ€rmschutzwĂ€lle, hohes Grundwasser, die Verlegung von Sendemast und Hochspannungsleitungen, mĂŒhsame AusgleichsflĂ€chensuchen fĂŒr Naturverluste, nicht zufriedenstellende geplante ÖVNP-Verbindung, Verlust von Dietenbach fĂŒr die Naherholung fĂŒr die Bevölkerung von Weingarten und Rieselfeld, kein Schwimmbad, kein BĂŒrgerzentrum Ă  la Glashaus Rieselfeld, von vorneherein zu kleine Schule, Verlust von FlĂ€chen fĂŒr die ErnĂ€hrung von bis zu 2.000 Menschen.

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NABU: Sind die Gartenvögel doch noch da?
NABU, NAJU und LBV rufen vom 12. bis 14. Mai zur dreizehnten „Stunde der Gartenvögel“ auf

Sind die Gartenvögel doch noch da? Vom 12. bis 14. Mai veranstalten NABU, NAJU und der Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV) die dreizehnte bundesweite „Stunde der Gartenvögel“. Naturfreunde in ganz Deutschland sind aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zĂ€hlen und fĂŒr eine gemeinsame Auswertung zu melden. Fast 45.000 Vogelfreunde hatten im vergangenen Jahr mitgemacht und aus knapp 30.000 GĂ€rten insgesamt 1,1 Millionen Vögel gemeldet. Damit handelt es sich – gemeinsam mit der Schwesteraktion „Stunde der Wintervögel“ – um Deutschlands grĂ¶ĂŸte wissenschaftliche Mitmachaktion.

Die letzte große VogelzĂ€hlung bei der „Stunde der Wintervögel“ (6. bis 8. Januar) hatte bei vielen hĂ€ufigen Arten einen mysteriösen Vogelschwund ergeben. Insbesondere bei allen heimischen Meisenarten, aber auch bei Kleiber oder Buntspecht wurde ein Drittel oder sogar um die HĂ€lfte weniger Vögel festgestellt als in den Vorjahren. Die Vogelexperten des NABU vermuten eine aufgrund des milden Winters besonders geringe Zugneigung vieler Arten und damit fehlenden Zuzug von Artgenossen aus dem Norden und Osten als Hauptursache der extrem niedrigen Zahlen. Eine andere ErklĂ€rung ist ein besonders schlechter Bruterfolg vieler Arten im vergangenen Jahr. „In diesem Fall mĂŒssten nun auch bei der kommenden ‚Stunde der Gartenvögel‘ niedrige Zahlen festgestellt werden. Das wĂ€re sehr besorgniserregend, insbesondere wenn sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wĂŒrde“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Nach ĂŒber zwölf Jahren können die Forscher des NABU erste deutliche Bestandstrends fĂŒr den Siedlungsraum aus den gesammelten Daten ablesen. Die Gesamtzahl der Gartenvögel in einem durchschnittlichen Garten blieb mit etwa 35 Individuen von zwölf verschiedenen Vogelarten ĂŒber die Jahre konstant. Damit geht es den Vögeln unserer GĂ€rten und Parks wesentlich besser als den Vögeln unserer Agrarlandschaft, wo die meisten Arten abnehmen, manche BestĂ€nde sogar regelrecht zusammenbrechen.

Unter 57 bewerteten Vogelarten gab es 20 mit Bestandszunahmen, 13 mit Abnahmen und 24 mit stabilen BestĂ€nden. Unter den Gewinnern sind vor allem eigentliche Waldvogelarten wie Ringeltaube, EichelhĂ€her, Kleiber, Buntspecht, Gimpel und Kernbeißer. Sie profitieren vom wachsenden Alter der BaumbestĂ€nde in unseren Dörfern und StĂ€dten. Auf der Verliererseite stehen dagegen vor allem typische Siedlungsarten wie Mehlschwalbe, Mauersegler, Hausrotschwanz oder Girlitz. Ihnen fehlen zunehmend Nistmöglichkeiten an GebĂ€uden aufgrund unbedachter Hausmodernisierungen sowie die wildkraut- und insektenreichen Strukturen bĂ€uerlicher Dörfer.

Die beiden FlugkĂŒnstler Mauersegler und Mehlschwalbe leiden auch unter dem allgemeinen starken RĂŒckgang an Fluginsekten. „Seit Beginn der Aktion haben sie kontinuierlich abgenommen. Die durchschnittlich pro Garten gemeldeten Zahlen waren im vergangenen Jahr um ĂŒber 40 Prozent niedriger als noch 2006“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Die intensive und flĂ€chendeckende Verwendung von Insektengiften in der Landwirtschaft macht sich hier sogar bei typischen Siedlungsvögeln bemerkbar. Teilweise kommt Gift auch immer noch in GĂ€rten und öffentlichem GrĂŒn zum Einsatz. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU eine echte ökologische Agrarreform und weniger Gift in der Landschaft sowie einen Verzicht auf Gift im Garten.

FĂŒr kleine Vogelexperten hat die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ (8. bis 12. Mai) ins Leben gerufen. Ein großes NAJU-Aktionspaket versorgt Gruppen und Klassen mit ZĂ€hlkarten, mit dem NAJU-Klassiker „VogelbĂŒchlein fĂŒr die Hosentasche“, einem Poster mit zehn hĂ€ufigen Gartenvogelarten und ihren Besonderheiten sowie einem Begleitheft. Darin finden Gruppenleiter, Lehrer und Erzieher die Anleitung fĂŒr eine Gartenvogel-Rallye mit spannenden Wissens- und Spielstationen, die mit wenig Aufwand ĂŒberall im Freien durchgefĂŒhrt werden können.
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NABU: "Fitness Check" der Agrarpolitik zeigt: Reform ist ĂŒberfĂ€llig
Studie stellt Förderpolitik der EU auf den PrĂŒfstand

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) ist nicht zeitgemĂ€ĂŸ und hochgradig ineffizient. Das geht aus einer wissenschaftlichen ÜberprĂŒfung der GAP hervor, die der NABU und seine europĂ€ischen PartnerverbĂ€nde BirdLife und EEB in Auftrag gegeben haben. Erste Ergebnisse stellten die Autoren am heutigen Donnerstag in BrĂŒssel vor.

Im Mittelpunkt steht dabei das enorme MissverhĂ€ltnis von Aufwand und Wirkung der Agrarpolitik. Mit jĂ€hrlich fast 60 Milliarden Euro Subventionen wird neben der Sicherstellung einer guten Lebensmittelversorgung der Bevölkerung seit Jahrzehnten versucht, landwirtschaftlichen Betrieben ein angemessenes Einkommen zu ermöglichen und gleichzeitig Artenvielfalt und Kulturlandschaften zu erhalten. Doch die RealitĂ€t sieht anders aus, davon zeugen die vielen Hofaufgaben, zum Beispiel wĂ€hrend der jĂŒngsten Milchkrise. Hinzu kommen massive schĂ€dliche Auswirkungen auf die Umwelt durch den zu hohen Einsatz von Pestiziden. Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat, das Insektensterben und der drastische RĂŒckgang der Feldvögel zeigen: Die teure Politik wirkt nicht ausreichend, teilweise ist sie sogar kontraproduktiv.

Die Autoren machen auch deutlich, dass die EU mit der gegenwĂ€rtigen Politik keine Chance hat, die von den Vereinten Nationen beschlossenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, die einen Bezug zur BiodiversitĂ€t aufweisen. „In Zeiten von knappen Kassen und vielen neuen Herausforderungen fĂŒr Europa können wir es uns nicht mehr leisten, Milliarden an Steuergeldern mit der Gießkanne ĂŒber landwirtschaftliche Betriebe zu verteilen“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Dies betreffe vor allem die pauschalen Direktzahlungen, die pro Hektar ausgegeben werden und drei Viertel des Budgets ausmachen. Sie fĂŒhren zwar zu immer mehr Produktion – oft auf Kosten der Umwelt – verhindern aber Investitionen in Ressourceneffizienz und den Schutz der Artenvielfalt. Noch dazu wird ein bedeutender Teil ĂŒber Pachtpreise gleich an GrundeigentĂŒmer weitergereicht. Auf der anderen Seite erhalten effektive Instrumente – wie der Vertragsnaturschutz – viel zu wenig Förderung und lohnen sich fĂŒr viele Landwirte nicht.

FĂŒr die Studie hat ein Team von Wissenschaftlern um Guy Pe’er und Sebastian Lakner fast 600 relevante Fachpublikationen identifiziert und 275 von ihnen detailliert ausgewertet, um Wirksamkeit, Kosteneffizienz, Relevanz, KohĂ€renz und den EU-Mehrwert der GAP zu beurteilen. An diesen fĂŒnf Kriterien orientiert sich die EuropĂ€ische Kommission in ihrer Gesetzgebung – bislang aber nicht bei der Agrarpolitik.

„WĂ€hrend Umweltgesetze auf Herz und Nieren ĂŒberprĂŒft werden, weigert sich die EU-Kommission systematisch eine Politik zu ĂŒberprĂŒfen, die mit fast 60 Milliarden Euro im Jahr 40 Prozent des EU-Haushalts erhĂ€lt. Dass auch die Bundesregierung als grĂ¶ĂŸter EU-Nettozahler einen ‚Fitness Check‘ der Agrarpolitik abgelehnt hat, ist noch unverstĂ€ndlicher angesichts der Umweltbelastungen, die die bisherige Subventionspraxis in der EU befördert hat“, so Konstantin Kreiser, NABU-Leiter EU-Naturschutzpolitik.

Die UmweltverbĂ€nde haben sich daher entschieden, einen eigenen „Fitness Check“ durchzufĂŒhren. Eine Studie von UmweltverbĂ€nden kann jedoch nicht eine offizielle ÜberprĂŒfung der EU ersetzen. Der NABU versteht diese daher als Beitrag und Anregung fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Untersuchung, zu der auch eine umfassende Einbeziehung von Experten und allen Interessengruppen gehören muss.

Zu Beginn der am heutigen Donnerstag in BrĂŒssel stattfindenden Konferenz „Who will fix the broken CAP? Recipe for a Living Land“ ĂŒbergaben die europĂ€ischen Umweltnetzwerke BirdLife, EEB und WWF symbolisch 260.000 Unterschriften und die Logos von ĂŒber 600 Unternehmen und Organisationen aus ganz Europa an EU-Agrarkommissar Phil Hogan. In den vergangenen Wochen haben sich diese, mit wesentlicher Beteiligung des NABU, unter dem Motto „LivingLand“ an einer BĂŒrgerbefragung des Agrarkommissars beteiligt und dabei eine grundsĂ€tzlich andere Agrarpolitik gefordert.
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"Kein Klima fĂŒr Fische!"
Fish Dependance Day am 29. April mit Blick auf den Klimawandel

Nicht nur an Land, auch in den Meeren und Ozeanen ist der Klimawandel drastisch zu spĂŒren. Der Meeresspiegel steigt, der Ozean wird sauer. Diese klimabedingten Störungen werden die ohnehin ausgebeuteten FischbestĂ€nde weiter reduzieren. Bis zum 29. April sind die FĂ€nge deutscher Fischer in Nord- und Ostsee aufgebraucht. Slow Food Deutschland, Brot fĂŒr die Welt und die Initiative Fair Oceans rufen am Fish Dependance Day Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, Überfischung zu stoppen und die Meere vor den negativen Folgen des Klimawandels zu schĂŒtzen.

Jeder Bissen Fisch, der ab 29. April 2017 in Deutschland verzehrt wird, ist rechnerisch nur noch mit Hilfe von Importen möglich. Ermittelt wird dieser Stichtag jĂ€hrlich von der britischen New Economics Foundation. "Am Fish Dependance Day rufen wir zur Schonung der ĂŒberfischten BestĂ€nde auf", sagt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. "Im Hinblick auf die UN-Klimakonferenz im November in Bonn sollten wir uns klar machen, welche zentrale Bedeutung das Klima fĂŒr die Fischwirtschaft und damit auf die weltweite ErnĂ€hrungssicherheit hat. Die marinen Ökosysteme sind nicht nur durch ausbeuterische Fangtechniken bedroht, sondern auch durch die Umweltverschmutzung. Fischereiwirtschaft und Aquakultur leiden unter steigenden Wassertemperaturen, Sauerstoffmangel in KĂŒstengewĂ€ssern und der vermehrten Aufnahme von Kohlendioxid aus der AtmosphĂ€re."

Fischarten wandern in kĂ€ltere GewĂ€sser ab, die Ozeanversauerung vermindert den Fortpflanzungserfolg der Meereslebewesen. Kai Kaschinski von Fair Oceans befĂŒrchtet eine tiefgreifende VerĂ€nderung der marinen Ökosysteme: "Nicht nur ĂŒbermĂ€ĂŸige Befischung belastet die BestĂ€nde und fĂŒhrt letztlich zur Überfischung. PlastikmĂŒll, NĂ€hrstoffeintrĂ€ge, Offshore-Bauten, Pestizide und Schwermetalle haben ebenfalls negative Auswirkungen auf die Fischerei und der Klimawandel wird dabei eine immer stĂ€rkere Rolle spielen."

Francisco MarĂ­, Referent fĂŒr Agrarhandel und Fischerei bei Brot fĂŒr die Welt, weist darauf hin, dass ein weiterer RĂŒckgang der Fangmengen die EU-AbhĂ€ngigkeit vom Weltmarkt fĂŒr Fisch und MeeresfrĂŒchte verstĂ€rken wĂŒrde. "Die Konkurrenz um die letzten FischbestĂ€nde hat negative Folgen fĂŒr die ErnĂ€hrung der Menschen in EntwicklungslĂ€ndern. Die Bundesregierung muss ihren Einsatz fĂŒr die globalen Klimaziele verstĂ€rken, damit Seefisch weiter auf dem Speiseplan der Armen bleibt", warnt der Experte.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Fischerei werden am Fish Dependance Day bei einem FachgesprĂ€ch im Überseemuseum in Bremen diskutiert, an dem unter anderem Ursula Hudson und Kai Kaschinski teilnehmen. Nicht nur Politik und Wirtschaft sind gefragt, auch Verbraucher können ihren Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit FischbestĂ€nden leisten, indem sie ihr Konsumverhalten ĂŒberdenken.



Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich fĂŒr ein zukunftsfĂ€higes Lebensmittelsystem einsetzt. Der Erhalt der bĂ€uerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten- und Sortenvielfalt sind fĂŒr Slow Food ebenso wichtig wie eine faire Entlohnung fĂŒr zukunftsfĂ€hig arbeitende Erzeuger sowie die WertschĂ€tzung und der Genuss von Lebensmitteln.

Unter dem Motto "25 Jahre Slow Food Deutschland - Weil uns die Zukunft des Essens und unserer Lebensmittelerzeuger wichtig ist" feiert Slow Food Deutschland 2017 das 25-jĂ€hriges VereinsjubilĂ€um. 25 Veranstaltungen bundesweit laden Verbraucher zum Mitmachen ein und rĂŒcken Erzeuger und Produkte in den Fokus, die schon heute im Zeichen ökologischer Nachhaltigkeit stehen. Die thematische Bandbreite der Veranstaltungen reicht von regionaler Esskultur ĂŒber Lebensmittelverschwendung bis hin zur Ganztierverarbeitung und guter Schulverpflegung.

Slow Food Deutschland e. V. wurde 1992 gegrĂŒndet und zĂ€hlt ĂŒber 85 lokale Gruppen. Insgesamt ist Slow Food in ĂŒber 170 LĂ€ndern mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen aktiv. Als Slow-Food-Mitglied ist man Teil einer großen, bunten, internationalen Gemeinschaft, die das Recht jedes Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel vertritt. www.slowfood.de

Brot fĂŒr die Welt: Das evangelische Hilfswerk Brot fĂŒr die Welt unterstĂŒtzt Menschen in mehr als 90 LĂ€ndern dabei, aus eigener Kraft ihre von Hunger, Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung geprĂ€gte Lebenssituation zu verbessern. Ein Schwerpunkt ist die ErnĂ€hrungssicherung. In Zeiten des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen wird der Kampf gegen Hunger und MangelernĂ€hrung immer wichtiger. www.brot-fuer-die-welt.de

Fair Oceans hat sich zum Ziel gesetzt die entwicklungspolitische Dimension der Meere zum Thema zu machen. Als Arbeitsschwerpunkt des "Vereins fĂŒr Internationalismus und Kommunikation e.V." diskutiert Fair Oceans deshalb seit 2009 die Konsequenzen der vielfĂ€ltigen Entwicklungen auf den Weltmeeren fĂŒr das Nord-SĂŒd-VerhĂ€ltnis und will dazu anregen, AnsĂ€tze fĂŒr eine solidarische Politik auf See zu suchen.

Fischerei, Seerecht, Meeresverschmutzung, Flucht ĂŒber See, die Arbeitsbedingungen an Bord oder die Vorhaben zum Tiefseebergbau alle diese aktuellen meerespolitischen Themenfelder und ihre sozialen und ökologischen Aspekte sind Bestandteil der Projekte. Von Bremen aus arbeitet Fair Oceans mit verschiedenen regionalen, ĂŒberregionalen und auch internationalen Partnern zusammen, die ebenfalls versuchen die Meere fĂŒr die Bewohnerinnen und Bewohner ihrer KĂŒsten zu erhalten, ihre natĂŒrliche Vielfalt zu schĂŒtzen und sie als gemeinsames Erbe der Menschheit gemeinsam zu verwalten.

In Deutschland und Europa eine verantwortliche Meerespolitik umzusetzen ist global von Bedeutung. Menschen fĂŒr das zu sensibilisieren, was draußen auf See geschieht und wie sehr Land und Meer mitein­ander verbunden sind, und ihnen zugleich Handlungsperspektiven aufzuzeigen und sie einzubeziehen sind fĂŒr Fair Oceans die Grundlagen des eigenen Engagements. www.fair-oceans.info
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„Dein Dach kann mehr“
Stadt startet neue PhotovoltaikKampagne

PV-Anlagen auf Freiburgs DĂ€cher lohnen sich


WĂ€re es nicht toll, wenn Ihr Dach Ihnen Ihren eigenen Strom
liefern könnte? WĂŒrde es Ihnen gefallen, unabhĂ€ngig von
schwankenden Strompreisen zu sein? Mit einer PhotovoltaikAnlage
auf dem Dach ist es ein Leichtes, eigenen Strom zu
produzieren und dabei auch noch etwas fĂŒr unser Klima zu
tun. Die Stadt startet ab sofort eine Photovoltaik-Kampagne
mit dem Ziel, dass BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wieder mehr PVAnlagen
auf ihren DĂ€chern in Freiburg installieren.

„Der Zuwachs an PV-Anlagen muss um ein Vielfaches
steigen, damit wir unser ehrgeiziges Klimaschutzziel bis 2050
eine klimaneutrale Stadt zu werden, erreichen können.
Deshalb brauchen wir die UnterstĂŒtzung der Freiburger
Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer“, so
UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik bei der Vorstellung der
neuen Photovoltaik-Kampagne.

Nachdem BĂŒrgerinnen und BĂŒrger jahrelang viele neue PVAnlagen
auf den DĂ€chern installierten, sind die Zahlen seit
2012 gesunken. So wurden 2012 neue Anlagen mit
insgesamt 7,8 Megawatt installiert, 2014 waren es nur noch
2,1 Megawatt und zuletzt im Jahre 2015 nur noch 1,1
Megawatt. Insgesamt gab es 2015 in Freiburg PV-Anlagen
mit einer Leistung von 37,2 Megawatt, die ungefÀhr drei
Prozent des in Freiburg verbrauchten Stromes produzieren.

Die Stadt beauftragte daraufhin ein IngenieurbĂŒro mit einer
Studie zur Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen. Die Fachleute
sollten untersuchen, ob der Einbruch an Neuinstallationen auf
eine mangelnde Wirtschaftlichkeit von PV zurĂŒckzufĂŒhren ist,
könnte ein Vertrauensverlust in PV-Anlagen vorliegen, der auf
eine falsche Wahrnehmung der RentabilitÀt von PV-Anlagen
zurĂŒckgeht? Oder stellt die zunehmende KomplexitĂ€t des
Erneuerbaren-Energien-Gesetzes eine HĂŒrde? Im Ergebnis
kommt die Studie zu dem Schluss, dass PV-Anlagen auf
DÀchern von Ein- und MehrfamilienhÀusern wirtschaftlich
sind, und zwar sowohl bei vollstÀndiger Einspeisung als auch
bei Eigennutzung des erzeugten Stromes.

Damit wir dieses ungenutzte Potenzial der Sonne
ausschöpfen und wieder mehr PV-Anlagen installiert werden,
will die neue Kampagne gezielt Freiburgerinnen und
Freiburger, die ein Ein- oder Mehrfamilienhaus besitzen,
erreichen. Sie sollen umfangreich informiert und auf dem Weg
zu einer eigenen PV-Anlage unterstĂŒtzt werden. FĂŒr eine
neue PV-Anlage sprechen mehrere GrĂŒnde: Sie bietet eine
sichere Rendite, sie leistet einen wichtigen Beitrag zum
Klimaschutz und sie bietet die Möglichkeit einer teilweise
unabhÀngigeren Stromversorgung.

Die Photovoltaik-Kampagne ist zunĂ€chst fĂŒr ein Jahr
angesetzt. In den kommenden Wochen und im Herbst wird
das Umweltschutzamt eine Reihe von Veranstaltungen im
gesamten Stadtgebiet anbieten, die verbreitete Vorurteile
ĂŒber Photovoltaik, etwa sie sei zu teuer oder ineffizient,
ausrÀumen und die die wichtigsten Schritte auf dem Weg zu
einer Photovoltaik-Anlage darstellen. Auch werden FĂŒhrungen
angeboten, bei denen sich interessierte Freiburgerinnen und
Freiburger einen Eindruck verschaffen können, wie die
Nachbarn ihre Photovoltaik-Anlage realisiert haben.
Abgerundet wird das Angebot durch Workshops, in denen
Interessierte die PV-Anlage fĂŒr ihr eigenes Dach selbst
planen können.

DarĂŒber hinaus werden individuelle, kostenlose Beratungen
ab Ende Mai das ganze Jahr hindurch im Beratungszentrum
Bauen und Energie (BZBE) im Technischen Rathaus
angeboten. Dort liegt der Schwerpunkt der Beratung vor allem
auf der Finanzierung. ZusÀtzlich werden auch Vor-OrtBeratungen
stattfinden, bei denen die Technik im
Vordergrund steht.

Flyer, Handtuchplakate in den Straßenbahnen, Plakate an
den LitfaßsĂ€ulen sowie Pressemitteilungen werden die neue
PV-Kampagne mit ihren vielen unterschiedlichen
Informationen das ganze Jahr begleiten.

Die Energieagentur Regio Freiburg und der Fesa unterstĂŒtzen
die Stadtverwaltung bei der neuen Kampagne.

Interessierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger können sich unter
www.freiburg.de/pv ĂŒber die gesamte Photovoltaik-Kampagne
informieren oder sich zu den einzelnen Veranstaltungen
anmelden.
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NABU: fĂŒr faire und nachhaltige Landwirtschaft
258.708 Stimmen und ĂŒber 600 Logos

Starke Beteiligung an EU-weiter Mobilisierung der UmweltverbĂ€nde fĂŒr eine Reform der Agrarpolitik


258.708 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben sich ĂŒber eine Online-Aktion des NABU und anderer UmweltverbĂ€nde aus ganz Europa an der Befragung der EU-Kommission zur Zukunft der EU-Agrarpolitik beteiligt und damit eine grundlegende Reform verlangt. Sie haben ein klares Statement fĂŒr eine verantwortungsbewusste, faire, nachhaltige und gesunde Landwirtschaft an die EU-Kommission in BrĂŒssel gesandt. FĂŒr die beteiligten deutschen UmweltverbĂ€nde BUND, DNR, NABU und WWF ist die außergewöhnlich hohe BĂŒrgerbeteiligung ein Erfolg. Innerhalb von nur vier Wochen sei es gelungen, EU-weit 258.708 Menschen in den öffentlichen Befragungsprozess der EU-Kommission einzubinden und diese fĂŒr die Belange von BĂ€uerinnen und Bauern, Umwelt und Verbraucherinnen und Verbrauchern zu interessieren und zu mobilisieren. Zudem gelang es, ein breites BĂŒndnis aus insgesamt ĂŒber 600 Unternehmen und VerbĂ€nden hinter ihrer Vision fĂŒr eine bessere Agrarpolitik zu vereinen. Am 11. Mai werden die Logos dieser Unternehmen und VerbĂ€nde und das Ergebnis der Online-Aktion an EU-Agrarkommissar Phil Hogan ĂŒberreicht.

„Die EU-Agrarpolitik geht uns alle an. Es geht um Nahrung, Umwelt, Kulturlandschaft, Bauernhöfe und nicht zuletzt um Verteilungsgerechtigkeit sowie Zukunftssicherung. Es kann nicht sein, dass dieser Bereich nur innerhalb des Agrarsektors ausdiskutiert wird“, so die einhellige Forderung der VerbĂ€nde.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „EU-Haushaltskommissar GĂŒnter Oettinger und sein Kollege Phil Hogan mĂŒssen jetzt auf die Stimmen aus der Gesellschaft hören und nicht nur auf die Besitzstandwahrer der Agrarindustrie. Mit einer mutigen Reform können sie nicht nur unsere lĂ€ndlichen RĂ€ume retten, sondern auch das Vertrauen von Millionen Menschen in die EU stĂ€rken. Von einer giftfreieren und damit lebenswerteren Umwelt profitieren alle: Bienen und andere Insekten, Rebhuhn, Feldhamster und viele weitere Arten der Agrarlandschaft. Und nicht zuletzt profitieren auch alle Verbraucherinnen und Verbraucher, denen etwas an guten und fair produzierten Lebensmitteln liegt.“

Die 258.708 Teilnehmer der Online-Aktion fordern von EU-Agrarkommissar Phil Hogan einen drastischen Kurswechsel bei den milliardenschweren Agrarsubventionen, die immerhin 38 Prozent des EU-Haushalts ausmachen. Kritisiert wird, dass der Großteil der Fördergelder in pauschale, flĂ€chenbezogene Agrarsubventionen fließt und damit intensivere Produktionsmethoden besser gestellt werden – zum Schaden von naturvertrĂ€glich wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirten und der Umwelt. Eine neue Agrarpolitik ab 2020 mĂŒsse fair zu BĂ€uerinnen und Bauern sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern sein. Sie sei ökologisch nachhaltig und global verantwortungsvoll auszurichten, daher brauche es eine gezielte Förderung von Leistungen, zum Beispiel im Naturschutz. Auch eine verbesserte Tierhaltung mĂŒsse unterstĂŒtzt und aktiv vorangetrieben werden. Außerdem soll der Pestizid- und DĂŒngemitteleinsatz verringert werden.

Im Februar startete die EU-Kommission eine öffentliche Befragung zur Agrarpolitik, die am 02. Mai offiziell beendet wurde.

Unter dem Motto „Aktion #LivingLand – Gib Dein JA fĂŒr eine bessere Landwirtschaft“ hatte der NABU mit aufrĂŒttelnden Motiven vor dem dramatischen „Ausverkauf“ der Landschaft, der Artenvielfalt und unserer ErnĂ€hrungsgrundlagen gewarnt. Der Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft ist mitverantwortlich fĂŒr das alarmierende Insektensterben. RĂŒckstĂ€nde von Pestiziden landen zudem ĂŒber Lebensmittel auf unseren Tellern. Ein Apfel wird im konventionellen Obstanbau beispielsweise durchschnittlich 32 Mal pro Jahr mit Pestiziden bespritzt. Der Mangel an Nahrung und Lebensraum in der Agrarlandschaft ist fĂŒr viele Arten bedrohlich. Besonders dramatisch ist diese Situation fĂŒr das Rebhuhn. Seine BestĂ€nde sind in den letzten 25 Jahren um 94 Prozent zurĂŒck gegangen. Heute ist der ehemals typische Agrarvogel nahezu ausgerottet.
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Zahl des Monats:
Deutsche Kohlekraftwerke erzeugen 40 Prozent Strom und stoßen 80 Prozent der Treibhausgase aus

Schlechte Klimabilanz - NABU fordert Kohleausstieg bis spÀtestens 2035


Die deutschen Kohlekraftwerke produzieren 40 Prozent des Stroms – sind aber fĂŒr 80 Prozent der Treibhausgasemissionen in diesem Sektor verantwortlich. Der NABU fordert einen Ausstieg aus der Kohle bis spĂ€testens 2035, um die deutschen Klimaziele zu erreichen und den Pfad zur Einhaltung der Klimaschutzvereinbarungen von Paris offen zu halten. Der Großteil der Kohlekraftwerke muss jedoch schon deutlich frĂŒher stillgelegt werden. Dass politisch nicht an der Umsetzung eines beschleunigten Kohleausstiegs gearbeitet wird, ist fatal fĂŒr das Klima und die betroffenen Regionen.

Der NABU fordert eine Kombination aus einem Dialogverfahren zum Kohlekonsens, das an die von der Bundesregierung geplante Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“ angedockt werden kann und einen gesetzlich geregelten Kohleausstiegsplan fĂŒr alle 106 aktiven Kohleblöcke in Deutschland. Um die betroffenen Regionen bestmöglich auf den Kohleausstieg vorzubereiten, wird die neue Bundesregierung schnell maßgebliche Entscheidungen ĂŒber den Kohleausstieg treffen mĂŒssen.
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