oekoplus - Freiburg
Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
Freiburg als Zwischenstopp der Elektroautorallye EV-Trophy
In 14 Tagen elektrisch von Kopenhagen nach Monte Carlo

Am Montag, 29. Mai werden ab 9 Uhr sieben Elektro-Autos auf dem
Boulevard vor den Hallen der Messe Freiburg erwartet. Gegen
11 Uhr machen sie sich wieder auf die Strecke in Richtung Bellinzona
in der Schweiz. Sieben Teams aus Kroatien, Deutschland,
Spanien, der Ukraine und DÀnemark sind im Rennen und prÀsentieren
den Zuschauern drei Tesla des Models S, ein Tesla Model X,
zwei Renault Zoe sowie einen BMW i8. Die Teams sind jeweils
selbst dafĂŒr verantwortlich, geeignete Lademöglichkeiten zu finden.

FWTM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bernd Dallmann: „Wir freuen uns, dass die
EV-Trophy 2017 Zwischenstation in der Green City Freiburg macht.
Das Engagement der Rallye fĂŒr nachhaltige und umweltfreundliche
MobilitÀt ist bemerkenswert. Durch diese Veranstaltung gewinnt EMobilitÀt
weiter an der in Deutschland dringend notwendigen Aufmerksamkeit.“

Die EV-Trophy, bis 2016 noch unter dem Namen Electric Marathon,
findet jÀhrlich statt und durchquert Europa in diesem Jahr von Nord
nach SĂŒd – vom dĂ€nischen Kopenhagen bis nach Monte Carlo in
Monaco. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hat traditionell
FĂŒrst Albert von Monaco inne. Bei der Rallye geht es nicht um Geschwindigkeit,
sondern darum, möglichst zu einer festgeschriebenen
Uhrzeit am Zielpunkt anzukommen. Außerdem werden die
Teams auf der Strecke verschiedene Aufgaben lösen mĂŒssen.

Die EV-Trophy 2017 dauert 14 Tage und startet am 24. Mai in Kopenhagen
und fĂŒhrt ĂŒber Aarhus, Hamburg, Nijmegen, Essen, Freiburg,
Bellinzona, Turin und Ceneo nach Monte Carlo. Dort werden
die Elektroautos am 01. Juni erwartet. Insgesamt legen die Teams
2.500 km Wegstrecke zurĂŒck und durchqueren sieben verschiedene
LĂ€nder. Hauptorganisator ist Electric Marathon International mit
Sitz in der Ukraine in Zusammenarbeit mit dem European Green
Cities Network.
 
 

NABU: Seltene StreifenhyÀne in Tadschikistan entdeckt
HyÀne / Foto: nabu; Rohit Varma
 
NABU: Seltene StreifenhyÀne in Tadschikistan entdeckt
Schutzprojekt soll Tierart vor der Ausrottung bewahren

Aktau-Gebirge, Tadschikistan – Im SĂŒdwesten Tadschikistans haben NaturschĂŒtzer ein Vorkommen der extrem seltenen StreifenhyĂ€ne (Hyaena hyaena) entdeckt. Weltweit gibt es nur noch knapp 10.000 Tiere, Tendenz abnehmend. „StreifenhyĂ€nen sind vor allem durch Wilderei, aber auch durch BeutetierrĂŒckgang und Lebensraumverlust bedroht. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation NBCUT wollen wir die seltene Art in Tadschikistan mit Kamerafallen erforschen und geeignete Schutzmaßnahmen umsetzen“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt anlĂ€sslich des Internationalen Tags der Artenvielfalt (22.5.).

Die StreifenhyĂ€ne ist die einzige HyĂ€nenart, deren zersplittertes, bruchstĂŒckhaftes Verbreitungsgebiet sich ĂŒber Afrika hinaus erstreckt und auch Teile Asiens beinhaltet. „Das bekannte nördlichste Verbreitungsgebiet ist bislang das mittlere Indien. Dass es im SĂŒdwesten Tadschikistans ĂŒberhaupt noch StreifenhyĂ€nen gibt, ist fĂŒr NaturschĂŒtzer eine Sensation“, sagte Irina Muschik, internationale Artenschutzexpertin des NABU.

StreifenhyĂ€nen haben einen schlechten Ruf. Sie gelten als GrabschĂ€nder und Bedrohung der Ernten und leiden daher in vielen Gegenden unter VergiftungsanschlĂ€gen und Wilderei. Mittlerweile ist die Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet selten. „Die StreifenhyĂ€ne ist die kleinste und am wenigsten erforschte der vier lebenden HyĂ€nenarten. Ein Projekt zu ihrem Schutz, wie wir es gerade in Tadschikistan starten, ist daher essentiell, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren“, so Muschik. Der NABU wird bis zum Herbst 40 Fotofallen aufstellen und alle infrage kommenden Gebiete abfahren, um dort mit den Bauern zu sprechen und mögliche Konflikte zu beseitigen.
 
 

 
Rotmilan-Paar wird von Windbauern vertrieben
Wegen des Verstoßes gegen geltendes Naturschutzrecht hat der NABU gegen einen Betreiber und den FlĂ€chenverpĂ€chter eines Windenergieparks im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg Anzeige erstattet. NABU-Mitglieder hatten den Betreiber und den FlĂ€chenverpĂ€chter dabei erwischt, wie sie die Ansiedlung eines Rotmilan-Brutpaars in der NĂ€he ihrer Windenergieanlagen durch massive Störung zu verhindern versuchten. GemĂ€ĂŸ Genehmigungsbescheid mĂŒsste dieser Windpark bei einer aktiven Brut von Rotmilanen in der Umgebung vom 1. Mai bis zum 31. Juli tagsĂŒber still stehen.

Die Zeugen beobachteten, wie die zwei MĂ€nner minutenlang mit Stöcken gegen den Stamm des traditionellen Brutbaumes schlugen, um die Rotmilane vom Brutplatz zu vertreiben. „Dieses Vorgehen gegen einen gesetzlich streng geschĂŒtzten Greifvogel ist eine Straftat. Da sie in diesem Zusammenhang auch als ‚gewerblich motiviert‘ eingestuft werden dĂŒrfte, droht den beiden MĂ€nnern bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis fĂŒnf Jahren“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Der Rotmilan ist in Deutschland streng geschĂŒtzt, er zĂ€hlt zu den durch Windenergieanlagen am stĂ€rksten gefĂ€hrdeten Vogelarten. „Deutschland hat fĂŒr das weltweite Überleben des Rotmilans die - im Vergleich zu allen anderen heimischen Vogelarten - mit Abstand grĂ¶ĂŸte Verantwortung. Über die HĂ€lfte des weltweiten Bestands brĂŒtet hierzulande“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Bei der Planung von neuen Windenergieanlagen sind daher die Vorkommen von Rotmilanen und anderen potenziell gefĂ€hrdeten Großvogelarten zu berĂŒcksichtigen. Ausreichende AbstĂ€nde zwischen den BrutplĂ€tzen der Vögel und den WindrĂ€dern mĂŒssen ein erhöhtes Tötungsrisiko verhindern.

In der Praxis wird diese Schutzerfordernis fĂŒr manche Greifvögel zunehmend zum Boomerang. Bereits Anfang 2016 machte der NABU darauf aufmerksam, dass allein fĂŒr den Zeitraum 2010 bis 2015 in 42 FĂ€llen dringender Verdacht auf die illegale Zerstörung von Großvogelhorsten in Zusammenhang mit bestehenden und geplanten Windenergieanlagen bestand.

Wenig hilfreich ist es, wenn wie im vorliegenden Fall eine zeitweise Abschaltung der WindrĂ€der als Maßnahme zur Vermeidung eines Totschlagrisikos nur dann in Kraft tritt, wenn im jeweiligen Jahr eine Ansiedlung der betroffenen Vogelart erfolgt. „In diesem Genehmigungsbescheid gibt es die Auflage, dass die Anlage vom 1. MĂ€rz bis 31. Juli tagsĂŒber ruhen muss. Erst wenn bis zum 20. April sichergestellt ist, dass es zu keiner Ansiedlung des Rotmilans kommt, kann die Anlage ab Ende April ohne EinschrĂ€nkungen weiterlaufen“, erklĂ€rt Maik Sommerhage, Vogelschutzexperte des NABU Hessen. „Das ist praktisch eine Einladung dazu, ansiedlungswillige Brutpaare zu vertreiben – ein klassisches Beispiel fĂŒr eine ineffektive Maßnahme zur Umweltschadensabwehr bei der Genehmigung von WindrĂ€dern“, sagt Sommerhage, der die Sinnhaftigkeit dieser Auflage bereits seit Langem kritisiert. Aus Sicht des NABU ist es daher dringend erforderlich, die EffektivitĂ€t dieser und Ă€hnlicher sogenannter Verminderungs- und Vermeidungsmaßnahmen zu ĂŒberprĂŒfen.

Um den effektiven Schutz windenergiesensibler Vogelarten zu erreichen, fordert der NABU, unbedingt die wissenschaftlich empfohlenen MindestabstĂ€nde einzuhalten und bereits bei der Genehmigung von Windparks den Umfang notwendiger Abschaltzeiten fest vorzuschreiben. So kann vermieden werden, dass LandverpĂ€chter oder Betreiber von Windenergieanlagen dazu verleitet werden, Abschaltzeiten auf illegale Weise zu umgehen. Als beste fachliche Grundlage fĂŒr MindestabstĂ€nde zu Vorkommen besonders gefĂ€hrdeter Vogelarten gilt das so genannte „HelgolĂ€nder Papier“ der Staatlichen Vogelschutzwarten.

Der NABU befĂŒrwortet den naturvertrĂ€glichen Ausbau der Windenergie, weist jedoch auf gravierende VersĂ€umnisse bei der Standortwahl und der qualitativen Umsetzung einzelner Projekte hin. Eine Optimierung der rĂ€umlichen Steuerung bei der Planung und Genehmigung von Anlagen ist dringend erforderlich, damit Naturschutzbelange beim Windenergieausbau endlich adĂ€quat und von Anfang berĂŒcksichtigt werden und somit die Planungs- und Rechtssicherheit erhöht wird.
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Freiburg: Sinnes-Wandel fĂŒr die ganze Familie
Der Walderlebnispfad in Opfingen und Waltershofen wurde eröffnet

Im Waltershofener und Opfinger Mooswald hat das Forstamt in den vergangenen Wochen einen Walderlebnispfad eingerichtet, der an sechs Stationen den Lebensraum Mooswald beleuchtet und seinen besonderen Wert fĂŒr den Naturschutz und den Menschen erlebbar macht. „Dieser neue Pfad bringt den Waldbesucherinnen und -besuchern das faszinierende Ökosystem Mooswald nĂ€her. Vor allem aber soll er Spaß machen und die BĂŒrger motivieren, diesen außergewöhnlichen Wald mit allen Sinnen zu erleben“, sagte UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik zur Eröffnung am Samstag, 13. MĂ€rz.

Gemeinsam mit den Ortsvorsteherinnen Petra Zimmermann und Silvia Schumacher, den Vertreterinnen, Vertretern und Verwaltungen der Ortschaften und dem Forstamt radelte die BĂŒrgermeisterin von Station zu Station. Unterwegs spricht der neue Walderlebnispfad fast alle Sinne an.

So ist bei der „Tierstation“ ein scharfes Auge gefragt; hier sind Tiersilhouetten im Wald versteckt und harren der Entdeckung. Eher um Geschicklichkeit geht es bei der „Totholz-Station“, die die Bedeutung von altem und totem Gehölz in bewirtschafteten WĂ€ldern dokumentiert; hier können Besucher wie TotholzkĂ€fer von Trittstein zu Trittstein hĂŒpfen und damit als neue Art den Wald erobern. Bei der „KohĂ€renz-Station“ kann man sich in Zweierteams in FledermĂ€use versetzen, die ihre Jungen von Wochenstube zu Wochenstube tragen.

Die Station „Platz der Sinne“ stellt den Wald hingegen als Psychotop vor. Kunstfertige BĂ€nke laden dazu ein, nach den Anstrengungen der Aktivstationen zur Ruhe zu kommen, die KĂŒhle am Bach unter Baumkronen zu atmen und der gar nicht so leisen Stille im Wald zu lauschen.

Zwischendurch haben Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß und Revierleiter Markus MĂŒller auf der Eröffnungs-Tour leicht verdaulich ĂŒber die vergangene und aktuelle Bewirtschaftung der MooswĂ€lder informiert. Diese oberrhein-typische Waldform verdankt ihre hohe Artenvielfalt nicht zuletzt der Arbeit vergangener und gegenwĂ€rtiger Förstergenerationen.

Zum gemĂŒtlichen Abschluss der Einweihungsrunde hat die Waltershofener Feuerwehr die GĂ€ste am Holzversteigerungsplatz bewirtet. Dessen Eingangstor hat der Kappler HolzkĂŒnstler Thomas Rees geschaffen. Ein hölzerner Zug weist hier auf den Anlass fĂŒr die Einrichtung des Walderlebnispfades hin: FĂŒr den Bau des dritten und vierten Gleises der Bahn entlang der Autobahn durch den Mooswald mĂŒssen in einigen Jahren WaldflĂ€chen weichen – und damit wertvoller Lebensraum fĂŒr Vögel, FledermĂ€use, KĂ€fer und Moose. Als Ausgleich wurden im Waltershofener und Opfinger Wald ĂŒber 50 Hektar Wald still gelegt, und ĂŒber Jahre hinweg pflanzt das Forstamt im Mooswald noch zahlreiche Eichen. Tafeln entlang des Pfades informieren ĂŒber diesen Zusammenhang und ĂŒber die Bedeutung alter und junger Eichen fĂŒr seltene und geschĂŒtzte Tierarten. Der neue Walderlebnispfad in Opfingen und Waltershofen wurde zum Teil mit dem Geld finanziert, das die Deutsche Bahn der Stadt Freiburg fĂŒr den Verzicht auf die Holznutzung bezahlt hat.
 
 

 
NABU zu 25 Jahre FFH-Richtlinie: Rettungsnetz fĂŒr Arten und LebensrĂ€ume
Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien in der Praxis muss besser werden

Der 21. Mai ist ab sofort offizieller „EuropĂ€ischer Natura-2000 Tag“. Damit wird das einzigartige zusammenhĂ€ngende Netz von Schutzgebieten innerhalb der EuropĂ€ischen Union gewĂŒrdigt, das seit 25 Jahren nach den Vorgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und der noch lĂ€nger geltenden EU-Vogelschutzrichtlinie errichtet wird. Seitdem hat es einen bedeutenden Beitrag fĂŒr den Schutz von Arten und ihren LebensrĂ€umen geleistet. Eine entsprechende ErklĂ€rung unterzeichneten die EuropĂ€ische Kommission, das EuropĂ€ische Parlament, der Ausschuss der Regionen und die maltesischen RatsprĂ€sidentschaft am heutigen Montag in BrĂŒssel. Die FFH-Richtline wurde zusammen mit dem LIFE-Programm, dem einzigen direkten Finanzinstrument der EU fĂŒr Umwelt- und Naturschutzprojekte, am 21. Mai 1992 von den EU-Mitgliedstaaten zum Schutz der biologischen Vielfalt beschlossen. Der NABU begrĂŒĂŸt die Ausrufung des offiziellen „European Natura 2000 Day“ als wichtiges Signal. Damit die Richtlinien ihre volle Wirkung entfalten können, mĂŒssten sie allerdings noch besser umgesetzt und finanziert werden.

„Die FFH- und die Vogelschutzrichtlinie sind das RĂŒckgrat des Naturschutzes in der EU. Biber, Fischotter, Kranich, Seeadler und viele andere Arten verzeichnen dank ihres EU-weiten Schutzes sogar spektakulĂ€re Bestandszunahmen. Die RĂŒckkehr des Wolfs nach Deutschland wĂ€re ohne den Schutz der polnischen Wolfspopulation undenkbar“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Auch fĂŒr viele LebensrĂ€ume, wie die Reste der verbliebenen AuwĂ€lder, Moore und Heidelandschaften seien Schutzgebiete eingerichtet worden. Jetzt mĂŒsse es darum gehen, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Schutzgebiete existierten teilweise noch allein auf dem Papier und fĂŒr viele weitere wurden immer noch keine Erhaltungsmaßnahmen beispielsweise in Form von ManagementplĂ€nen festgelegt.

Neben vielen anderen Tierarten leiden auch FledermĂ€use, wie z.B. die stark gefĂ€hrdete Mopsfledermaus besonders unter dem stetigen Schwund von geeignetem Lebensraum. Jedoch ist der Naturschutz in der EuropĂ€ischen Union eklatant unterfinanziert. Der NABU fordert deshalb gemeinsam mit anderen deutschen UmweltverbĂ€nden fĂŒr den nĂ€chsten MehrjĂ€hrigen Finanzrahmen der EU nach 2020 die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds.
Zudem mĂŒsse die Agrarpolitik der EU mehr zur Erhaltung der BiodiversitĂ€t beitragen.

„Auch wenn wir das Comeback einzelner Arten feiern, dĂŒrfen wir nicht die Augen vor den Problemen verschließen, die die intensive Landwirtschaft mit sich bringt. Der RĂŒckgang vieler ehemaliger Allerweltsarten der Agrarlandschaft ist dramatisch. Zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland ist daher die grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik sowie die Einrichtung eines eigenen EU-Naturschutzfonds zwingend erforderlich“, so Miller weiter.

Ein halbes Jahr zuvor hatte die EuropĂ€ische Kommission eine umfangreiche ÜberprĂŒfung der Naturschutzrichtlinien im Rahmen eines sogenannten „Fitness-Checks“ abgeschlossen und die Richtlinien als zentrale Elemente des Naturschutzes in Europa bestĂ€tigt. Einer Eurobarometer-Umfrage von 2015 zur „Einstellung der EU-BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zur BiodiversitĂ€t“ zufolge war lediglich einem Drittel der Befragten das darauf basierende EU-Schutzgebiets-Netzwerk „Natura 2000“ ein Begriff. Der infolge des „Fitness-Checks“ im April von der EU veröffentlichte Aktionsplan zur besseren Umsetzung der Rechtsvorschriften beinhaltet unter anderem den Schwerpunkt zur besseren Kommunikation und Sensibilisierung sowie zur Einbindung Öffentlichkeit. Damit will die Kommission mit verschiedenen Maßnahmen fĂŒr mehr öffentliche Aufmerksamkeit fĂŒr den EU-Naturschutz, Natura 2000 und den Artenschutz sorgen.

Hintergrund:
Die deutsche Bezeichnung der FFH-Richtlinie lautet: Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natĂŒrlichen LebensrĂ€ume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Natura 2000 ist eine wesentliche SĂ€ule des EU-Naturschutzes. Dieses Schutzgebietsnetzwerk setzt sich aus den EU-Vogelschutzgebieten und den Schutzgebieten nach der FFH-Richtlinie zusammen. Europaweit zĂ€hlen ĂŒber 27.000 FlĂ€chen – von der nordischen Tundra bis zu den MittelmeerstrĂ€nden – zu dem Schutzgebietsnetzwerk, das die EU-Mitgliedstaaten gemĂ€ĂŸ den EU-Naturschutzrichtlinien aufbauen und unterhalten mĂŒssen. Übrigens: Kaum ein EU-BĂŒrger wohnt weiter als 20 Kilometer von einem Natura 2000-Gebiet entfernt.
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NABU fordert Nachbesserungen beim Bundesnaturschutzgesetz
Meeresschutzgebiete dĂŒrfen nicht zu Papiertigern werden

Der Mai wird zum Schicksalsmonat fĂŒr die Nord- und Ostsee. Der Umweltausschuss trifft sich am morgigen Mittwoch zum novellierten Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und gibt zwei Wochen spĂ€ter seine Empfehlung an den Deutschen Bundestag. Knackpunkt nach Auffassung des NABU ist der § 57, der die Umsetzung der deutschen Meeresschutzgebiete regelt. Hier haben sich die Ministerien fĂŒr Wirtschaft, Verkehr, Fischerei und Forschung eine Einvernehmensregelung erstritten. „Das geplante Einvernehmen ist ein rein machtpolitisches Instrument, mit dem die Nutzerressorts das Bundesumweltministerium an die Leine legen wollen. Das Bundesnaturschutzgesetz wird damit in seinen Grundfesten erschĂŒttert und Deutschland riskiert so seine GlaubwĂŒrdigkeit weit ĂŒber den nationalen Meeresschutz hinaus“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der NABU appelliert an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die Einvernehmensregelung zu kippen, um Arten und LebensrĂ€ume tatsĂ€chlich effektiv schĂŒtzen zu können.

Anfang Februar hatte das Bundesumweltministerium das neue Gesetz veröffentlicht. Die gefĂ€hrliche Neuformulierung in § 57 Abs. 2 bedeutet in der Praxis nichts anderes, als dass einzelne Ministerien zukĂŒnftige Schutzgebietsverordnungen und ManagementplĂ€ne per Veto blockieren könnten. „Das Vetorecht wird zu Schutzgebieten ohne Schutz fĂŒr Schweinswale, seltene Seevögel oder artenreiche Muschelriffe fĂŒhren, jedes Ressort wird sektorale Ausnahmen fordern und effektive Maßnahmen verhindern. Am Ende bleibt unser Natura-2000-Schutzgebietsnetzwerk ein Papiertiger entgegen der Vorgaben des EU-Rechts“, so NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff.

Nach Ansicht des NABU stellt die geplante Regelung die gesamte Novelle in Frage, denn auch die ĂŒbrigen Regelungen sind weit von einem großen Wurf entfernt: Der Artenschutz wurde an die geltende Rechtsprechung angepasst, es wurden aber neue Rechtsbegriffe eingefĂŒhrt, die in ihrer Bedeutung unklar sind und nicht fĂŒr notwendige Klarheit sorgen. Die den BundeslĂ€ndern gesetzte Frist fĂŒr den Aufbau des Biotopverbundes ist mit dem Jahr 2027 viel zu unambitioniert, die Liste der geschĂŒtzten Biotope wird zwar um (ungenutzte) Höhlen und Stollen ergĂ€nzt, es fehlen aber weiterhin die fĂŒr den Artenschutz besonders wichtigen Streuobstwiesen und Wallhecken als typische Landschaftselemente. Die Problematik der unzureichenden Definition der „guten fachlichen Praxis“ in der Landwirtschaft wird wiederum ĂŒberhaupt nicht angefasst.

Hintergrund Biotopschutz:
Gerade mit der Listung der Streuobstwiesen hĂ€tte der Gesetzgeber die Möglichkeit gehabt, einer kĂŒrzlich mit Novellierung des Baugesetzbuches beschlossenen, aus Naturschutzsicht fatalen Fehlentwicklung zumindest in kleinen Teilen entgegen zu wirken: der neue §13b BauGB (beschleunigte Bebauungsplanverfahren bis zu einer gewissen FlĂ€chengrĂ¶ĂŸe ohne UmweltprĂŒfung und ohne Kompensationspflichten im siedlungsnahen Außenbereich) könnte sich nĂ€mlich gerade auf Streuobstwiesen, die oft in SiedlungsnĂ€he zu finden sind, Ă€ußerst negativ auswirken. Eine Listung als bundesweit geschĂŒtztes Biotop wĂŒrde dem einen (zumindest kleinen) Riegel vorschieben.

Hintergrund Meeresschutz:
Auch der Bundesrat hat sich gegen das geplante Einvernehmen im § 57 gestellt. In seiner Stellungnahme am 31. MĂ€rz heißt es, dass die geplante Änderung fachlich nicht notwendig und die ursprĂŒngliche Beteiligungsregel beizubehalten sei. Der NABU hat mit UnterstĂŒtzung weiterer UmweltverbĂ€nde die Kampagne www.sosfuersmeer.de gestartet. Mehr als 10.000 Menschen haben bereits mitgemacht und einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin unterstĂŒtzt und Abgeordnete des deutschen Bundestages angeschrieben.
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NABU: Mauersegler trotzen dem Trend
Zwischenergebnis zur Stunde der Gartenvögel 2017

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich ĂŒber eine rege Beteiligung bei der 13. Stunde der Gartenvögel, die am vergangenen Wochenende stattfand. Bis Montagmittag haben bereits 33.000 Vogelfreunde aus 22.000 GĂ€rten und Parks 768.000 Vögel gemeldet. Noch bis zum 22. Mai können die Vogel-Sichtungen per Internet an den NABU ĂŒbermittelt werden.

„Insgesamt zeigt das bisherige Zwischenergebnis, dass nicht nur eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, sondern auch, dass man von den Zahlen eines Jahres nicht sofort auf langjĂ€hrige Bestandszu-oder -abnahmen schließen kann. Mauersegler und Mehlschwalbe, die ĂŒber Jahre stark abgenommen hatten, trotzten dem bisherigen Trend und wurden hĂ€ufiger gesehen als im Vorjahr“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der Mauersegler verzeichne einen Zuwachs um 26 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr, die Mehlschwalbe um zehn Prozent. Leider reiche dieses Hoffnungszeichen aber noch nicht, um den langjĂ€hrig abnehmenden Trend umzukehren.

Schönes FrĂŒhlingswetter mit nur wenig Regen machte es leicht, eine geeignete ZĂ€hlstunde zu finden, dazu spĂŒlte eine Warmfront aus SĂŒden grĂ¶ĂŸere Zahlen besonders spĂ€t ankommender Zugvögel ins Land. Nach aktuellem Zwischenstand wurden in diesem Jahr fĂŒnf bis sechs Prozent weniger Vögel beobachtet als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, allerdings nur knapp ein Prozent weniger als im langjĂ€hrigen Mittel von 35 Vogelindividuen pro Garten. Dieses Ergebnis bewegt sich innerhalb der normalen Schwankungen der bisherigen ZĂ€hlergebnisse und ist eine willkommene Entwarnung nach dem bei der vergangenen „Stunde der Wintervögel“ festgestellten auffĂ€lligen Fehlen von Vögeln am FutterhĂ€uschen. Die Winterzahlen lagen damals satte 16 Prozent unter Vorjahr bzw. 15 Prozent unter dem langjĂ€hrigen Durchschnitt. HĂ€ufigste Art ist erneut der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise.

Die erhoffte eindeutige ErklĂ€rung fĂŒr das in der kalten Jahreszeit beobachtete Fehlen der Wintervögel konnte die aktuelle ZĂ€hlung den NABU-Experten bisher nicht liefern. „Waren die Winterzahlen unserer Meisenarten noch um 30 bis 60 Prozent niedriger als im Vorjahr, sind es nun zur Brutzeit lediglich zehn bis 20 Prozent. Dies passt sowohl zur Theorie, dass ein Großteil des Fehlens durch geringen Winterzuzug aus dem Norden und Osten verursacht wurde, als auch dazu, dass ein schlechter Bruterfolg 2016 die Ursache war“, so Miller.

Die kontinuierlichen Abnahmen bei Amsel, GrĂŒnfink und Hausrotschwanz setzen sich auch in diesem Jahr fort. Bei den ursprĂŒnglichen Waldvogelarten Ringeltaube und Buntspecht bleibt es bei weiteren Zunahmen, wĂ€hrend die bisher beobachtete starke Bevölkerungszunahme beim Feldsperling zum Stillstand gekommen ist.

WĂ€hrend sich bei den Vögeln unserer Dörfer und StĂ€dte ĂŒber die Jahre Zu- und Abnahmen unter den Vögeln die Waage halten, gibt es auf den Wiesen und Feldern fast nur Verlierer. In den vergangenen 25 Jahren brechen dort die BestĂ€nde typischer Vogelarten der Agrarlandschaft, wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn regelrecht zusammen.

Der NABU freut sich nicht nur ĂŒber den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dieser Mitmachaktion. „Die Daten zeigen auch, dass die wiederholte Teilnahme an der Stunde der Gartenvögel zu besserer Kenntnis der Vogelwelt fĂŒhrt. Das lĂ€sst auch darauf hoffen, dass sich immer mehr Menschen fĂŒr eine besonders vogel- und naturfreundliche Gartengestaltung entschließen.
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Nachhaltigkeitstage Baden-WĂŒrttemberg vom 18. bis 21. Mai
Rekord! Landesweit ĂŒber 1.500 „HeldeN! der Tat“ in Aktion


Umweltminister Franz Untersteller: „Mit den Nachhaltigkeitstagen wird das großartige Engagement der Menschen im Land fĂŒr zukunftsweisendes Handeln weithin sichtbar.“

Vom 18. bis 21. Mai 2017 finden die fĂŒnften Nachhaltigkeitstage Baden-WĂŒrttemberg statt. In diesem Jahr liegen die Aktionsschwerpunkte beim Kochen, Tauschen, Wandern und Radfahren. Unter dem Motto „HeldeN! der Tat“ haben Privatpersonen, Vereine, Unternehmen, Institutionen und Bildungseinrichtungen landesweit mehr als 1.500 Aktionen initiiert, die zukunftsweisendes Handeln fĂŒr Jung und Alt sichtbar und erlebbar machen. Kinder einer TagesstĂ€tte etwa nĂ€hen Taschen aus gebrauchten Jeans, ein Integrations-Arbeitskreis repariert mit Asylbewerbern FahrrĂ€der, GĂ€rtner rekultivieren gemeinsam brachliegende AnbauflĂ€chen, es wird zusammen gewandert, gesund gekocht und vieles mehr.

„In keinem anderen Bundesland gibt es so viel sichtbares nachhaltiges Engagement wie hier bei uns“, betonte Umweltminister Franz Untersteller heute (17.05.) in Stuttgart. „Nachhaltigkeit und Baden-WĂŒrttemberg sind ein gutes Team.“

Erstmals werden die Aktionen der Nachhaltigkeitstage an den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ausgerichtet, die in allen Staaten der Welt die nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene sichern sollen. „Ich bin stolz darauf, dass diese Nachhaltigkeitsziele gerade in Baden-WĂŒrttemberg auf lokaler Ebene so ideenreich mit Leben gefĂŒllt werden“, sagte Untersteller. „Alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sind herzlich eingeladen, die vielfĂ€ltigen Aktionen vor Ort zu besuchen, sich selbst inspirieren und anstecken zu lassen.“

Der Umweltminister wird sich selbst ein Bild ĂŒber die vielfĂ€ltigen HeldeN!-Taten machen und am 19. und 20. Mai insgesamt sieben beispielhafte Projekte vor Ort besuchen. Auch der StaatssekretĂ€r im Ministerium fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Andre Baumann, und der Amtschef des Hauses, Helmfried Meinel, werden in den nĂ€chsten Tagen in Sachen Nachhaltigkeit im Land unterwegs sein.
NÀhere Informationen zu den Touren der Herren Untersteller, Baumann und Meinel können Sie der Anlage zu dieser Pressemitteilung entnehmen.

Die Nachhaltigkeitstage Baden-WĂŒrttemberg stehen unter der Schirmherrschaft von MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann. Sie gehören zu den vielen Initiativen und Projekten der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-WĂŒrttemberg, die 2017 unter dem Motto „Mehr TateN! – Mehr Zukunft“ ihr zehnjĂ€hriges Bestehen feiert.


Informationen zu allen Aktionen im Land gibt es unter www.n-netzwerk.de. Das Nachhaltigkeits-Netzwerk Baden-WĂŒrttemberg ist die zentrale Online-Plattform fĂŒr nachhaltiges Handeln im Land. Hier werden zukunftsweisendes Handeln und Aktionen sichtbar – bei den Nachhaltigkeitstagen 2017, aber auch darĂŒber hinaus. Das Netzwerk soll zum dauerhaften Impulsgeber fĂŒr nachhaltiges Engagement in Baden-WĂŒrttemberg werden.

Im Jahr des 200-jĂ€hrigen Fahrrad-JubilĂ€ums unterstĂŒtzen die GeschĂ€ftsstelle der Nachhaltigkeitsstrategie und die Initiative RadKULTUR insbesondere Aktionen rund ums Fahrrad. So werden unter allen Veranstaltern, die bei den Nachhaltigkeitstagen eine Rad-Aktion anmelden, attraktive Preise verlost. Weitere Informationen unter www.radkultur-bw.de.
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