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Freitag, 23. August 2019
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Verschiedenes

 
Heffa SchĂŒcking ist die Stromrebellin 2017
Preisverleihung in Schönau


Heffa SchĂŒcking, die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Umweltorganisation urgewald, ist die
Schönauer Stromrebellin 2017. Sie erhielt diese Auszeichnung fĂŒr ihren
unermĂŒdlichen Einsatz beim Klima- und Umweltschutz und ihr konsequentes
Eintreten fĂŒr Ökologie und Menschenrechte. Übergeben wurde der Preis im Rahmen
des Schönauer Stromseminars.

Drei Jahrzehnte Einsatz fĂŒr die Umwelt
Heffa SchĂŒcking ist seit ĂŒber 30 Jahren unermĂŒdlich im Einsatz fĂŒr den Erhalt
unseres Planeten. Den Anfang machte sie 1988 mit dem Rainbow Memorandum,
das die ZusammenhÀnge zwischen unserem Konsum und der Abholzung der
RegenwĂ€lder aufdeckte. 1992 grĂŒndete sie den Verein urgewald, der zum Beispiel
1997 ein Dammprojekt in einem der letzten ökologisch intakten HimalayatÀler
verhindern konnte und dem es gelang, deutsche Banken und den Energiekonzern
RWE davon abzuhalten, das bulgarische Atomkraftwerk Belene zu finanzieren.

Durch professionelle Recherchen und zielgenaue Kampagnen gegen
Kohlefinanzierung hat es Heffa SchĂŒcking und ihr Team im Jahr 2015 geschafft, das
norwegische Parlament von einem weitgehenden Kohleausstieg des
milliardenschweren Pensionsfonds in dem Land zu ĂŒberzeugen. Kurz darauf
verkĂŒndete auch der Versicherungskonzern Allianz – nach einer urgewaldKampagne
– einen Ausschluss großer Kohlefirmen von Aktien- und
AnleihegeschÀften.

Mit der derzeit laufenden Kampagne CoalExit.org enthĂŒllt urgewald, welche
Unternehmen und Finanziers aktuell an der Planung und Entwicklung von mehr als
1.600 neuen Kohlekraftwerken bzw. -kraftwerksblöcken in 62 LÀndern beteiligt sind.
Durch die Realisierung dieser Projekte wĂŒrde die KapazitĂ€t von Kohlekraftwerken
um mehr als 840.000 Megawatt (MW) oder rund 42,8 % zunehmen. Ein Erreichen
der Klimaziele von Paris wÀre damit unmöglich.

Argumente statt «Fake News»
«Heffa SchĂŒcking hat in dieser Zeit erheblichen Einfluss auf die Umweltpolitik
genommen. FĂŒr eine solche Arbeit braucht man nicht nur Faktenwissen und
Überzeugungskraft, Eloquenz und Entschlossenheit – dazu braucht man echten
Mut, Wagemut», betont EWS-Vorstand Sebastian Sladek. «Denn wir leben in einer
Zeit, in der Interessengruppen und Lobbys bemĂŒht sind, ihre eigenen Versionen der
Wahrheit zu verbreiten. Dagegen geht Heffa SchĂŒcking an, dagegen macht sie mit
aller Macht mobil. Dabei ist ihr und ihrem Team kein Gegner zu groß. Sie kann stolz
darauf sein, ganze Investmentbereiche einfach wegargumentieren zu können, nur
bewaffnet mit einem Computer und Excel-Tabellen, die spÀter ganze VorstÀnde zum
Umdenken bringen – nein – zwingen!»

 
 

 
Garten- und Tiefbauamt richtet weitere CarsharingStationen ein
Stellplatzkonzept weiterhin auf Erfolgskurs

Sieben Stationen werden erweitert und acht neue Stationen kommen hinzu

Ab Juli gibt es weitere Carsharing-StellplÀtze. Freiburg bietet
als erste deutsche Stadt seit 2016 ein flÀchendeckendes CarSharing-Angebot
auf reservierten ParkplĂ€tzen im Straßenraum
an.

Dieses Angebot wird zum Sommer weiter ausgebaut: Da die
Nachfrage der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nach Carsharing
weiterhin wÀchst, werden die beiden Anbieter Stadtmobil
SĂŒdbaden und GrĂŒne Flotte ihren Fahrzeugbestand weiter
erhöhen.

Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) richtet neue Stationen ein
und erweitert vorhandene. Erweitert wird an sieben Stationen:
Hermannstraße in der Innenstadt, Karlstraße in Neuburg, die
Oberau, Prinz-Eugen-Straße und Konradstraße in der Wiehre,
Louise-Otto-Peters-Straße im Vauban und der Tennenbacher
Platz in BrĂŒhl-Beurbarung.

Acht Stationen werden neu eingerichtet: In der Berggasse in
ZĂ€hringen, in der Alemannenstraße in Littenweiler, in der
Johanniterstraße in Herdern, im Maximilian Kolbe-Weg in
GĂŒnterstal, die ElsĂ€sser Straße im Mooswald, in der
BrĂŒhlstraße in BrĂŒhl-Beurbarung, in der Sudermannstraße in
Betzenhausen und in der Vinzenz-Zahn-Straße in St.
Georgen.

Insgesamt werden 27 neue StellplÀtze eingerichtet, das
Angebot wÀchst also von 190 auf 217 Fahrzeuge und von 68
Stationen auf 76 Stationen.

Carsharing leistet einen wichtigen Beitrag zur
Umweltentlastung, da es das private Auto entbehrlich machen
kann. Zudem werden Parkraumbedarf und die Anzahl der
Autofahrten reduziert. Somit trÀgt ein Auto zu teilen auch zur
Verringerung von CO2-Emissionen bei.

Carsharing hat aber auch eine soziale Komponente, da es die
Möglichkeit bietet, die hohen Fixkosten eines eigenen Autos
einzusparen – aber trotzdem bei Bedarf ein Fahrzeug zur
VerfĂŒgung zu haben. Carsharing kann also einen Beitrag zur
Kostensenkung des Wohnens in der Stadt leisten.

Zum Ende des Jahres werden weitere Stationen eingerichtet.
Damit setzt das GuT das Carsharing-Stellplatzkonzept weiter
konsequent um.
 
 

 
Singen fĂŒr Kamele, Bogenschießen, Ringkampf:
Der Mundenhof feiert am Samstag, 8. Juli, von 14 bis 17 Uhr ein mongolisches Naadam-Fest mit Oberton-Workshop

Eriin Gurwan Naadam (эроĐčĐœ гурĐČĐ°Đœ ĐœĐ°Đ°ĐŽĐ°ĐŒ), zu deutsch „die drei
mĂ€nnlichen Spiele“, lautet der vollstĂ€ndige Name des mongolischen
Nationalfestes Naadam. Gemeint sind Ringkampf, Bogenschießen
und Pferderennen. Doch in der Steppe geht es pragmatisch zu. Stets
nehmen auch Frauen am Bogenschießen und Pferderennen teil,
hÀufig tragen sie sich in die Siegerlisten ein. Nur der Ringkampf ist
MĂ€nnern vorbehalten; er wird oben ohne ausgetragen, seit eine Frau
sich unerkannt unter die Teilnehmer mischte und alle MĂ€nner
bodigte.

Traditionell wird das Naadam-Fest in Ulaanbaatar und mongolischen
ProvinzstÀdtchen vom 11. bis 13. Juli gefeiert. Seit neun Jahren ist
es auch auf dem Mundenhof zuhause. In diesem Jahr findet es am
Samstag, 8. Juli, von 14 bis 17 Uhr auf dem KonTiKi-GelÀnde des
Mundenhofs statt. Dazu laden das Mongolei-Zentrum und der
Kulturbotschafter der Mongolei, Bernhard Wulff, herzlich ein.

Dank der AktivitÀten des ersten europÀischen Mongolei-Zentrums in
Freiburg ist das Interesse an mongolischer Nomadenkultur im
DreilĂ€ndereck groß. Die traditionelle Jurte auf dem Mundenhof ist
auch in diesem Jahr wieder Zentrum der Veranstaltungen, und der
berĂŒhmte ObertonsĂ€nger Epi begeistert mit seiner Gesangskunst
nicht nur die GĂ€ste sondern auch die Kamele auf dem Mundenhof.

Zum Programm gehören diesmal:
Oberton-Workshop mit dem ObertonsÀnger Epi, traditionelle
RitualgesĂ€nge fĂŒr Kamele, Bogenschießen (auch fĂŒr GĂ€ste),
Ringkampf (auch fĂŒr GĂ€ste), MĂ€rchen und GesĂ€nge der Steppe,
sowie ein Vortrag von Bernhard Wulff ĂŒber Dschingis Khan.

Der Eintritt ist frei.
Kontakt: Tel. 0176/64702806, mazi.102000@gmail.com.

Die nÀchsten Veranstaltungen in der Mundenhof-Jurte
Bernhard Wulff hÀlt in den kommenden Wochen drei weitere
VortrÀge in der Jurte des Mongolei Zentrums auf dem Mundenhof.
Am Samstag, 22. Juli, 17 Uhr, geht es um Schamanen,
am Samstag, 5. August, um 17 Uhr um Dschingis Khan und
am Samstag, 19. August, um 17 Uhr um die Mongolei.
Wulff ist GrĂŒnder und kĂŒnstlerischer Leiter des internationalen
Musikfestivals „Roaring Hooves“ in der WĂŒste Gobi; daneben hat er
mehrtÀgige Festivals in Odessa (Ukraine), in Kirgisien,
Aserbaidschan und Vietnam gegrĂŒndet. FĂŒr seine Verdienste um die
mongolische Kultur erhielt er 2010 die EhrendoktorwĂŒrde der
UniversitÀt Ulaanbataar und wurde von der mongolischen Regierung
zum Kulturbotschafter der Mongolei ernannt.

Übrigens: Freiburg und die mongolische Hauptstadt Ulaanbaatar
liegen beide auf dem 48. Breitengrad und teilen sich den
Nachthimmel. TagsĂŒber gibt es zwischen beiden StĂ€dten aber einige
Unterschiede, zum Beispiel beim Klima: Ulaanbaatar erlebt mit 2550
Stunden pro Jahr anderthalb mal so viel Sonne wie Freiburg,
Deutschlands sonnigste Stadt (1740 Stunden per annum).
 
 

 
NABU rÀt FreizeitgÀrtnern zum Verzicht auf Glyphosat & Co.
Pestizide im Garten gefÀhrden die biologische Vielfalt

In Deutschland werden jĂ€hrlich ĂŒber 7.000 Tonnen Pestizide in Haus- und KleingĂ€rten verwendet. Ganz vorne mit dabei: Glyphosat, das Totalherbizid, das seit Jahren Negativschlagzeilen macht durch seine enormen Risiken fĂŒr Mensch und Natur. Über 70 Tonnen dieses Wirkstoffs werden hierzulande pro Jahr durch Privatanwender ausgebracht. In 44 Produkten ist das Gift fĂŒr nicht-berufliche Anwender zugelassen.

Der NABU hatte 2015 in einer Online-Aktion an BaumĂ€rkte und Gartencenter appelliert, Glyphosat auszulisten. Fast alle großen MĂ€rkte haben reagiert und bieten das Herbizid nicht mehr an. „Das gestiegene Umweltbewusstsein der Verbraucher und der Protest des NABU zur Auslistung glyphosathaltiger Produkte aus dem stationĂ€ren Handel zeigen erste FrĂŒchte. Mittlerweile verkauft ein Großteil der BaumĂ€rkte kein Glyphosat mehr“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Leider hinke der Online-Handel dieser Entwicklung hinterher. Nach NABU-Recherchen ist es nach wie vor möglich, ĂŒber Online-Shops eine Vielzahl glyphosathaltiger Produkte zu bestellen. Stichproben haben ergeben, dass trotz Vorschriften, die Abgabebedingungen nicht besonders streng sind. Keiner der getesteten Online-Anbieter wird den Vorschriften tatsĂ€chlich in vollem Umfang gerecht. „Es ist offensichtlich, dass der Online-Handel den gesetzlichen Vorgaben zur Informationspflicht ĂŒber Anwendung, Entsorgung und Alternativen zum Pestizideinsatz sowie zur Ermöglichung von RĂŒckfragen nur lĂŒckenhaft nachkommt“, so Miller weiter.

Vor diesem Hintergrund appelliert der NABU erneut an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, den Privatgebrauch von Glyphosat zu verbieten. Andere EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich oder Belgien haben hier bereits weitaus restriktivere Regelungen getroffen und wollen die Anwendung fĂŒr den Privatgebrauch komplett verbieten.

Dabei ist Glyphosat nur einer unter vielen bedenklichen Wirkstoffen, die in GĂ€rten Anwendung finden. In Deutschland sind weitere 51 Pestizid-Produkte fĂŒr den Privatgebrauch zugelassen, die erhebliche ökologische Risiken bergen. Sie enthalten die Wirkstoffe Abamectin und Methiocarb (gegen Insekten wie BlattlĂ€use), Deltamethrin, Dimethoat und Thiacloprid (gegen Insekten) oder Metiram (gegen Pilzbefall). Je nach Wirkstoff dĂŒrfen sie nicht in GewĂ€sser gelangen, sind giftig fĂŒr Fische oder Algen und können Bienen und viele weitere Nutzorganismen schĂ€digen.

Die negativen ökologischen Folgen werden durch das oftmals geringe Fachwissen von FreizeitgĂ€rtnern beim Umgang mit Pestiziden teilweise noch verstĂ€rkt. „Unerlaubte Anwendungen, wie die Ausbringung von Pestiziden auf befestigten FlĂ€chen oder blĂŒhenden Pflanzen, sind an der Tagesordnung“, so NABU-Pestizidexperte Till-David Schade. Dabei seien sich wohl die wenigsten Nutzer darĂŒber im Klaren, dass Fehlanwendungen zu einer Bußgeldstrafe von bis zu 50.000 Euro fĂŒhren können. Auch die falsche Entsorgung von Resten und BehĂ€ltnissen stelle ein ernstzunehmendes Problem dar: „Nur ein Bruchteil der Anwender bringt die Produkte zu SondermĂŒllannahmestellen“, so Schade.

Der NABU appelliert an FreizeitgĂ€rtner konsequent auf Glyphosat & Co. zu verzichten. „Auch zu Spritzmitteln, die biologische Inhaltsstoffe enthalten, sollte nur in AusnahmefĂ€llen gegriffen werden. Auch sie haben erhebliche Wirkungen auf sogenannte Nichtzielorganismen“, so Schade weiter. In Deutschland gibt es etwa 20 Millionen Haus- und KleingĂ€rten, die zusammen eine FlĂ€che von rund 46.000 Hektar einnehmen. Damit sind GĂ€rten und die dort vorkommenden Tiere und Pflanzen ein wichtiger Baustein zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Alternativen zum Pestizideinsatz sind zahlreich. Sei es durch den Griff zur Hacke oder die Anpflanzung von Bodendeckern wie der Großen Braunelle oder dem Gewöhnlichen LeberblĂŒmchen. Ebenso die Auswahl standortangepasster, heimischer Pflanzen kann die Notwendigkeit von Pestiziden erheblich einschrĂ€nken. Sie sind pflegearm und viel robuster als empfindliche Exoten.

In einer Online-Meldeaktion ruft der NABU-HobbygÀrtner dazu auf, Unternehmen zu nennen, wo Produkte mit Glyphosat und anderen Giften noch erhÀltlich sind. Die Eingabe entsprechender Meldungen ist unter www.nabu.de/glyphosat-melden möglich.
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FĂŒr weniger Gift und mehr Vielfalt auf Äckern
Zahl des Monats: Ab 2018 sind acht Millionen Hektar landwirtschaftliche FlÀche pestizidfrei

Ab dem 1. Januar 2018 bleiben EU-weit rund acht Millionen Hektar AckerflĂ€che pestizidfrei. In Deutschland sind das 1,3 Millionen Hektar. DafĂŒr sorgt das Pestizidverbot auf sogenannten Ökologischen VorrangflĂ€chen, dem das EuropĂ€ische Parlament Anfang Juni zugestimmt hat.

Damit Landwirte die Direktzahlungen aus der ersten SĂ€ule der EU-Agrarpolitik (GAP) erhalten, mĂŒssen sie sicherstellen, dass fĂŒnf Prozent ihrer FlĂ€che als Ökologische VorrangflĂ€chen genutzt werden, um Artenvielfalt zu fördern. Bislang waren dort auch Pestizide erlaubt.

Diese Entscheidung im EU-Parlament zeigt, dass die WĂŒnsche der BĂŒrger nach einer umfassenden Reform der EU-Agrarpolitik erste kleine FrĂŒchte tragen. Innerhalb von nur einer Woche waren ĂŒber 9.000 Menschen dem Aufruf des NABU gefolgt und hatten Protest-E-Mails an einflussreiche EU-Abgeordnete verschickt. Das Pestizidverbot ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Insgesamt ist aber eine grundlegende Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik notwendig, um das Artensterben in der Agrarlandschaft zu stoppen.
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ÖKO-TEST ErfrischungsgetrĂ€nke
Ein Glas Zucker

Als Durstlöscher sind trendige ErfrischungsgetrĂ€nke wie Gurkenlimos, Fassbrausen mit Mangogeschmack und Estragon-Ingwer-Mischungen nicht geeignet, denn sie enthalten oft viel zu viel Zucker. Eine aktuelle Untersuchung des ÖKO-TEST-Magazins zeigt, dass bis zu elf WĂŒrfelzucker in einer 330-ml-Flasche stecken. Dazu kommen teilweise Aromen, Farbstoffe, SĂŒĂŸstoffe und unnötige Vitamin- und MineralstoffzusĂ€tze.

ÖKO-TEST hat fĂŒr die Juli-Ausgabe insgesamt 22 Limonaden, Schorlen und Fassbrausen im Labor auf Schadstoffe untersuchen lassen. Fast alle haben eins gemeinsam: Sie sind zu sĂŒĂŸ. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass Erwachsene im Idealfall maximal 25 Gramm Zucker tĂ€glich zu sich nehmen sollen. Diesen Wert knacken drei Limonaden bereits mit einer Dose bzw. 330-ml-Flasche. Stolze zehn bzw. elf WĂŒrfelzucker stecken darin.

Auch einige Saftschorlen, denen kein Zucker zugesetzt wurde, sind zu sĂŒĂŸ. Eine Marke etwa enthĂ€lt fast sechs Gramm Fruchtzucker pro 100 ml. Das liegt am MischverhĂ€ltnis: je mehr Saft, desto mehr Zucker. Fruchtzucker steht unter dem Verdacht, mitverantwortlich fĂŒr Herzinfarkte und Krankheiten wie Diabetes Typ II und Fettleber zu sein.

ÖKO-TEST wertete bei den GetrĂ€nken außerdem Aromen und SĂŒĂŸstoffe ab, die den Geschmack kĂŒnstlich aufpeppen. Auch zugesetzte Vitamine, Mineralstoffe und Farbstoffe haben in den Drinks nichts zu suchen. Denn diese sollen vortĂ€uschen, dass der Verbraucher einen gesundheitlichen Vorteil von ihnen zu erwarten hat – was nicht der Fall ist.

Das ÖKO-TEST-Magazin Juli 2017 gibt es seit dem 29. Juni 2017 im Zeitschriftenhandel.
 
 

Karlsruhe: Erstmals Recycling-Beton im Einsatz
Ressourcenschonender Beton fĂŒr die neue Hauptfeuerwache / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Erstmals Recycling-Beton im Einsatz
Bau der Hauptfeuerwehrwache als stÀdtisches Pilotprojekt

Etwa 75 Prozent des MĂŒlls in Baden-WĂŒrttemberg sind BauabfĂ€lle. JĂ€hrlich 30 Millionen Tonnen dieser Reststoffe belasten die Umwelt, weil sie nur teilweise verwertet werden. FĂŒr Abbruch aus Stahlbeton und Mauerziegel bedeutet dies bisher oft eine dauerhafte Deponierung. Sortenrein erfasster Abbruch kann aber auch wieder als Zuschlag in einem hochwertigen Beton eingesetzt werden kann. WĂ€hrend dies in der Schweiz schon seit rund zehn Jahren verbreitete Praxis ist, haben EinsĂ€tze in Deutschland noch Pilotcharakter. In Karlsruhe wird nun beim Bau der neuen Hauptfeuerwache erstmals durch die Stadt Karlsruhe ressourcenschonender Ortbeton (RC-Beton) eingesetzt.

„In Baden-WĂŒrttemberg haben wir noch kein flĂ€chendeckendes Angebot fĂŒr ressourcenschonenden Beton“, bedauert Anne Sick, die Leiterin des Amtes fĂŒr Hochbau und GebĂ€udewirtschaft. Wegen des geringen Angebots und mangelnder Bekanntheit scheuten sich bislang PlanungsbĂŒros und Bauherren noch vor dem Einsatz und wegen der geringen Nachfrage sei es fĂŒr die Baustoffindustrie derzeit nicht attraktiv, Angebote technisch aufzubauen. Mit dem Einsatz auf der ersten stĂ€dtischen Baustelle soll nun ein Beitrag zu einer gesteigerten Nachfrage geleistet werden.

„Über 3.600 Kubikmeter RC-Beton fließen in die große Bodenplatte der neuen Hauptfeuerwache“, erklĂ€rt der Bauleiter Andreas MĂ€dche vom ArchitekturbĂŒro H III S harder stumpfl schramm. FĂŒr das Projekt mĂŒsse der Baustoff leider noch außerhalb des Stadt- und Landkreises bezogen werden. Dadurch komme der Preisvorteil des Materials noch nicht zum Tragen, die Mehrkosten fĂŒr die gesamte Bodenplatte lĂ€gen bei zwei Prozent. Durch gĂŒnstige Ausschreibungsergebnisse liege der Rohbau aber immer noch unterhalb des berechneten Rahmens. Der Ortbeton fĂŒr die neue Hauptfeuerwache enthalte etwa 5 Prozent Volumenanteil an wiederverwendetem Betonabbruch. Trotzdem entspreche er immer noch zu 100 Prozent den technischen Anforderungen fĂŒr diesen Einsatz.

Um fĂŒr die Zukunft das Angebot fĂŒr RC-Beton zu verbessern, steht die Stadtverwaltung in ersten Kontakten mit Karlsruher Anbietern von Recyclingmaterial und Transportbeton. „In Zukunft soll der in der Stadt anfallende Abbruch direkt auf ganz kurzem Wege wieder in vollwertigem Beton zum Einsatz kommen", wĂŒnscht sich Anne Sick fĂŒr die stĂ€dtischen Baustellen. Nur so könnten lokale Wirtschafts- und StoffkreislĂ€ufe geschlossen und weitere Eingriffe in die Natur reduziert werden.

zum Bild oben:
Stellten die Weichen fĂŒr den ressourcenschonenden Beton (von links nach rechts): Bauleiter Udo Kleiß, Oberpolier Tobias Fritz (beide Lang Bau), Bauleiter Andreas MĂ€dche (ArchitekturbĂŒros H III S), Projektleiterin der Stadt Susanne Reiß, Amtsleiterin Anne Sick, Joachim Diener und Birgit Holzapfel (Ingenieurgruppe Bauen), GeschĂ€ftsfĂŒhrer Thorsten Jung (Lang Bau). / Foto: Stadt Karlsruhe
 
 

 
NABU: NĂ€chste Erörterungsrunde in LĂŒbeck
Schwachstellen am Fehmarnbelt

Miller: Viele offene Fragen beim Planungsverfahren


Am 27. Juni 2017 startet in LĂŒbeck die nĂ€chste Erörterungsrunde zur geplanten festen Fehmarnbeltquerung. Nötig geworden ist der zweite Aufschlag, weil ĂŒber 12.000 teils umfangreiche Einwendungen mit gewichtigen Argumenten gegen das Groß-Projekt die Planfeststellungsbehörde zwangen, erneut wesentliche offene Fragen mit UmweltverbĂ€nden, Betroffenen und VorhabentrĂ€ger zu besprechen. Die große Menge qualifizierter Einwendungen hat aus Sicht des NABU zwei Dinge deutlich gemacht: Zum einen hat der VorhabentrĂ€ger, die staatseigene dĂ€nische Bau- und Betreibergesellschaft Femern A/S, nach wie vor keine schlĂŒssigen Antworten auf Fragen u.a. zur Tunnelsicherheit, zum baubedingten Einfluss auf den streng geschĂŒtzten Ostseeschweinswal und zur erheblichen Sedimentation durch ĂŒber 20 Millionen Kubikmeter Meeresboden, die mitten in einem europĂ€ischen Schutzgebiet ausgebaggert werden. Zum anderen ist der Widerstand in der Region trotz der zuvor diskriminierenden Stellungnahmefrist mitten in den Sommerferien 2016 entgegen des KalkĂŒls von VorhabentrĂ€ger und Landesplanungsbehörde nicht kleiner geworden, sondern extrem gewachsen.

„Nach wie vor sind viele Fragen offen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit durch die Behörde ist mehr eine Beteiligungsverhinderung. Leider zeigt sich erneut, wie verschworen VorhabentrĂ€ger und Landesplanungsbehörde entgegen des zur UnabhĂ€ngigkeit verpflichtenden rechtlichen Auftrags zusammenarbeiten. Es fehlt ein unabhĂ€ngiger Sachwalter, der nicht nur Wirtschaftsinteressen angemessen schĂŒtzt, sondern auch Natur und Umwelt“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Angesichts des hoch risikobehafteten dĂ€nischen Finanzierungsmodells mit engem Zeitkorsett stĂŒnden deutsche Behördenangestellte bei der Fehmarnbeltquerung unter großem Druck. DĂ€nemarks Politik hat mehrfach Einfluss auf das Verfahren sowohl in Kiel als auch beim Bundesverkehrsminister in Berlin genommen. Dies ist politisch wie fachlich inakzeptabel, hinterlĂ€sst es doch sichtbare Spuren im Genehmigungsprozess. Am Ende steht ein Planfeststellungsbeschluss mit großen Risiken, der zur Rettung des Naturerbes nur durch Klagen zu stoppen ist: traurige Logik eines Systems, bei dem die VorhabentrĂ€ger nur ihnen genehme Gutachter beauftragen und eine abhĂ€ngige Verwaltung allein die Interessen der Planer vertritt.

„Deswegen mĂŒssen wir doppelt so gut arbeiten, doppelt so gut aufpassen und doppelt so hart kĂ€mpfen, um fĂŒr den Schutz von Mensch und Natur erfolgreich tĂ€tig werden zu können“, sagt Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU. Der NABU sei deshalb fĂŒr die zweite Runde des Erörterungstermins und wahrscheinlich unausweichliche juristische Auseinandersetzungen bestens vorbereitet.

Ein ernstzunehmender Umgang mit den berechtigten Erwartungen des NABU ist in der Erwiderung des VorhabentrĂ€gers auf die Stellungnahme des NABU nicht erkennbar. So fehle weiterhin eine europarechtlich vorgeschriebene Strategische UmweltprĂŒfung (SUP), die durch den deutsch-dĂ€nischen Staatsvertrag in rechtlich unzulĂ€ssiger Weise ausgehebelt wurde. Es fehle angesichts des zu erwartenden viel geringeren Verkehrsaufkommens auch der Bedarf, zumal das auf einem Monopol basierende GeschĂ€fts- und Finanzmodell von Femern A/S jetzt schon durch die angekĂŒndigte Aufrechterhaltung der FĂ€hrverbindung durch Scandlines hinfĂ€llig sei.

„Die Art des Umgangs mit so offensichtlichen Schwachstellen wird Politik wie Planern auf die FĂŒĂŸe fallen. Das Vorhaben ist inklusive der Hinterlandanbindungen mit rund vierzehn Milliarden Euro absurd teuer, infrastrukturell ĂŒberflĂŒssig, aus ökologischer Sicht unverantwortlich und verstĂ¶ĂŸt auch noch gegen nationales und europĂ€isches Recht“, so Siegert.
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369 370 371 372 373 


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