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Donnerstag, 27. Februar 2020
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Verschiedenes

KlimabĂŒndnis Freiburg:
 
KlimabĂŒndnis Freiburg:
Grundlagen fĂŒr mehr und schnellen Klimaschutz in Freiburg i.Br. schaffen:

Gemeinderat – den Ausschuss fĂŒr Umwelt und Klimaschutz aufwerten

Mit Schreiben an OB Horn, die BĂŒrgermeisterriege und den Gemeinderat der Stadt Freiburg hat das im Juni 2005 gegrĂŒndete KlimabĂŒndnis Freiburg zwar begrĂŒĂŸt, dass der bisherige Umweltausschuss des Gemeinderats nun umbenannt ist in "Ausschuss fĂŒr Umwelt und Klimaschutz". Besser wĂ€re jedoch laut KlimabĂŒndnis Co-Sprecher Dr. Georg Löser der Originalvorschlag an die Stadt aus der schriftlichen Stellungnahme vom 31.7.2018 zur Klimastrategie Freiburgs:

„Ausschuss fĂŒr Umwelt, Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ oder z.B. „Ausschuss fĂŒr Umwelt, Klimaschutz, Energiewende und Nachhaltigkeit“. Das BĂŒndnis hĂ€lt es fĂŒr falsch, sich auf Klimaschutz und Umwelt zu begrenzen. Denn es besteht gerade fĂŒr Freiburg weiterhin ein riesiges Energie­mengen- und Energieversorgungsproblem, das extrem abhĂ€ngig macht von Importen von weit her in die Stadt.

Das KlimabĂŒndnis Freiburg erneuerte jetzt seinen Vorschlag, dem Ausschuss des Status eines beschließenden Ausschusses zu verleihen, um damit dessen große Bedeutung zu unterstreichen und etwa mit dem Bauausschuss gleich zu stellen.

Drittens schlug das KlimabĂŒndnis Freiburg vor, Vorlagen und BeschlĂŒsse des Gemeinderats und hierzu relevanter AusschĂŒsse auf ihre Klimaschutzwirkung bzw. Klimafolgen zu bewerten. Es empfahl, fĂŒr die Auswirkungen auf das Welt- und lokale Klima kurzfristig ein gut handhabbares Schema zu entwickeln, dass in vielen FĂ€llen nicht nur Tendenzen, sondern auch geschĂ€tzte Zahlenwerte enthĂ€lt. So seien Entscheidungen besser bewertbar, ob und wie viel sie zum Erreichen der Klimaschutzziele bzw. zur Verbesserung des Lokalklimas beitragen.

Mit Daten aus dem jeweils aktuellen Klimaschutzkonzept wĂ€re letzteres nach EinschĂ€tzung des KlimabĂŒndnis Freiburg ohne zu großen Aufwand möglich. Bei Bauvorhaben gehöre laut BĂŒndnis neben der Klimawirkung des Betriebs auch der erhebliche Einfluss der grauen Energie (Baumaterialien, Transporte usw.) fĂŒr Bau, Erschließung, Ausgleichs- und Folgemaßnahmen dazu. In der Schweiz gebe es seit Jahren MerkblĂ€tter dazu, wie der online-Stellungnahme vom 20.5.2018 zur Klimastrategie Freiburg unter Nr. 6. erlĂ€utert sei.
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StĂ€dtisches Förderprogramm „Klimafreundlich Wohnen“
Ab 1. September noch attraktivere Förderkonditionen

Bereits seit 2002 unterstĂŒtzt die Stadt die Freiburger HauseigentĂŒmer mit Fördermitteln bei der energetischen Sanierung von WohngebĂ€uden. In diesem Jahr wurde das bewĂ€hrte Programm mit neuen Förderbausteinen ergĂ€nzt und bietet unter dem neuen Namen „Klimafreundlich Wohnen“ noch attraktivere Förderkonditionen.

In diesem Jahr stehen Mittel von rund 650.000 Euro bereit. Die Stadt fördert kĂŒnftig drei Themengebiete: GebĂ€udehĂŒlle optimal gedĂ€mmt, Heizung und LĂŒftung effizient und erneuerbar sowie die erneuerbare Stromerzeugung mit Photovoltaik (PV). Zu allen drei Bereichen gibt es zusĂ€tzlich umfangreiche, kostenlose oder stark subventionierte Beratungsangebote.

„Das Förderprogramm ist ein sehr wichtiger Baustein im Rahmen unserer ambitionierten Klimaschutzziele. Die inhaltliche Weiterentwicklung war dringend notwendig, denn wir wollen die Bereitschaft zu Sanierungen und Investitionen in erneuerbare Energien weiter erhöhen, um im Klimaschutz voran zu kommen“, so UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.

WĂ€rmedĂ€mmung von WohngebĂ€uden Die WĂ€rmedĂ€mmung der Außenwand, des Dachs oder der Kellerdecke wird gefördert. Ein Fensteraustausch wird ebenfalls bezuschusst, allerdings nur bei ausreichender DĂ€mmung der Außenwand. Es werden ZuschĂŒsse bis zu 5.000 Euro fĂŒr Ein- und ZweifamilienhĂ€user beziehungsweise maximal 14.000 Euro pro GebĂ€ude bezahlt. ZusĂ€tzlich gibt es fĂŒr Sanierungen zum KfW-Effizienzhausstandard bis zu 10.000 Euro, je nach Effizienzklasse. Hier muss der Antrag vor Auftragsvergabe gestellt werden, bei den anderen Förderbausteinen, die im Folgenden vorgestellt werden, wird der Antrag nachtrĂ€glich zusammen mit den Rechnungen der Maßnahmen eingereicht.

Energie- und Fördermittelberatung Die kostenlose Einstiegsberatung Zuhause A+++ bietet einen Einstieg ins Thema GebĂ€ude und Heizungssanierung. Eine Beratung und Antragsstellung fĂŒr die Fördermittel durch einen Energieberater ist in vielen FĂ€llen hilfreich und bei Bund und Land sogar obligatorisch. Als besonderen Service sollen die Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer kĂŒnftig finanziell bei den Kosten fĂŒr den Energieberater weiterhin mit bis zu 1.100 Euro unterstĂŒtzt werden.

Umweltfreundliche Heizung Es wird die Umstellung besonders ineffizienter Altanlagen auf umweltfreundliche Heizkessel mit einem pauschalen Betrag von 1.000 Euro bezuschusst. Als besonders ineffizient gelten Heizkessel ohne Brennwertkesselnutzung auf Basis fossiler Energien oder eine bestehende Elektroheizung, wie beispielsweise eine Nachtspeicherheizung. Diese mĂŒssen durch eine Biomasseanlage, eine effiziente WĂ€rmepumpe oder durch die Einbindung einer heizungsunterstĂŒtzenden Solarthermieanlage modernisiert werden. Es muss gleichzeitig eine Förderung des Bundesförderprogramm „Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)“ der BAFA in Anspruch genommen werden. Durch die Kombination mit der Bundesförderung wird das Paket mit ZuschĂŒssen zwischen 2.200 und 7.000 Euro besonders attraktiv. Innovative Anlagen können sogar noch höhere ZuschĂŒsse erhalten.

LĂŒftung mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung Erstmalig wird der nachtrĂ€gliche Einbau von dezentralen oder zentralen LĂŒftungsanlagen mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung bei Altbausanierungen je nach GebĂ€udegrĂ¶ĂŸe mit bis zu 4.000 Euro bezuschusst.

Beratung bei der Heizungsmodernisierung Es werden drei Beratungsstufen fĂŒr die Planung und Umsetzung von Heizungsmodernisierungen gefördert: Als Einstiegsangebot gibt es fĂŒr alle WohngebĂ€ude einen VorOrt-Check Heizung, der pauschal mit bis zu 300 Euro bezuschusst wird. FĂŒr grĂ¶ĂŸere GebĂ€ude mit mehr als drei 3 Wohneinheiten gibt es mit dem Variantenvergleich Heizung und der QualitĂ€tssicherung Heizung weiterfĂŒhrende Beratungsangebote. Die Förderhöhen liegen hierfĂŒr bei 1.200 Euro bzw. 2.000 Euro.

Erneuerbare Stromerzeugung Auch die Förderung von erneuerbarer Stromerzeugung wurde stark ausgebaut. FĂŒr eine kostenlose Erst-Beratung steht nach wie vor das bekannte Programm „Dein Dach kann mehr“ zur VerfĂŒgung.

FĂŒr Balkonmodule, die auch in gemieteten Wohnungen eingesetzt werden können, gibt es einen pauschalen Zuschuss zu den Anschlusskosten von 200 Euro pro Anlage.

KĂŒnftig wird neben der bewĂ€hrten Förderung von Batteriespeichern fĂŒr Photovoltaik-Anlagen eine Dachvollbelegung mit Photovoltaik-Anlagen gefördert. ZusĂ€tzlich wird ein Innovationsbonus fĂŒr Photovoltaik an der Fassade, eine gleichzeitige Erzeugung Strom und WĂ€rme in einem sogenannten Hybrid-Kollektor sowie einer Kombination von Photovoltaik mit GrĂŒndach eingefĂŒhrt.

Die ab 1. September 2019 geltenden Förderrichtlinien sind mit den Antragsunterlagen und Förderrichtlinien unter www.freiburg.de/klimawohnen zu finden und können online ausgefĂŒllt werden.

Informationen sind auch erhÀltlich unter der Hotline 076179177-17.
 
 

 
Die erste offizielle BĂŒrgerversammlung in Freiburg – war 1983!
Gegen die Atomkraftwerke Wyhl und Fessenheim und fĂŒr die Energiewende in Freiburg.

Die bahnbrechende Versammlung machte fĂŒr Freiburg und Region Geschichte.

In den Medien verlautete in den letzten Monaten mehrfach, dass in Freiburg i.Br. bald die erste dortige Einwohner- bzw. BĂŒrgerversammlung nach § 20a Gemeindeordnung Baden-WĂŒrttemberg anstehe. Das ist falsch. Die erste und bisher einzige solche Versammlung fand am 22.4.1983 statt. Damals hieß es in der Gemeindeordnung Baden-WĂŒrttemberg „ BĂŒrgerversammlung“, inzwischen „Einwohnerversammlung“. Damals waren viele Medienleute von heute noch nicht geboren oder noch Kinder, und so ist das Wissen um die bahnbrechende BĂŒrgerversammlung von 1983 bei diesen nicht prĂ€sent, zumal 1983 vor dem Internet-Zeitalter liegt.

ECOtrinova e.V. hat vom kĂŒrzlich verstorbenen OB Dr. Rolf Böhme das Programm der 1983er Versammlung erhalten, die er leitete. Die Versammlung war sehr groß, bis 3.000 TeilnehmerInnen waren es in der Stadthalle dem Vernehmen nach, und sie erwies sich als sehr geschichtstrĂ€chtig: Zwei von der Initiativgruppe vorbereitete ausfĂŒhrliche Resolutionen gegen Atomkraft bzw. fĂŒr Energiealternativen waren Teil der Programm-Einladung (ANLAGE) und wurden fast einstimmig angenommen und dem Gemeinderat zugeleitet. Dies fĂŒhrte zum Freiburger Energiekonzept von1986 und in der Folge zu vielem sehr Bedeutenden: u.a. Freiburg als Umwelthauptstadt 1992, Solarhauptstadt bis 2004. Und sie fĂŒhrte mit 1 Stimme Mehrheit, der des im November 1982 neu gewĂ€hlten OB Dr. Böhme dann nach der BĂŒrgerversammlung im Verlauf von 1983 endlich im 3. Anlauf nach langer Lobbyarbeit der UmweltschĂŒtzer und AKW-Gegner zum Atomausstiegsbeschluss des Freiburger Gemeinderats und schließlich zum faktischen Verzicht das Landes auf das AKW Wyhl.

Die 1983er BĂŒrgerversammlung wurde getragen von der Initiativgruppe BĂŒrgerversammlung, unterstĂŒtzt von 15 Freiburger Antiatom-, Umwelt- und Friedensvereinigungen. Anlass war deren große Unzufriedenheit damit, dass der Gemeinderat auch am 27.4.1982 unter OB Keidel immer noch mehrheitlich fĂŒr den Bau des Atomkraftwerkes (AKW) Wyhl stimmte, obwohl Zehntausende Freiburgerinnen und Freiburger sich seit 1974 mit Unterschriften und vielfĂ€ltigen intensiven Protesten gegen das AKW Wyhl und vor allem ab Ende der 1970er sich auch mit großen Demonstrationen gegen das AKW Fessenheim aussprachen. Eine Umfrage ergab schon 1975, dass zwei Drittel der Befragten in Freiburg gegen den Bau des AKW Wyhl waren. Das Land Baden-WĂŒrttemberg wie auch die Kernkraftwerk SĂŒd (Badenwerk mit Energieversorgung Schwaben) mit einem neuen Bauantrag gemĂ€ĂŸ „Baulinie 80“ fĂŒr das AKW Wyhl im Oktober 1982 waren weiterhin voll auf Atomkraftkurs. Über die GrĂŒnde der Initiativegruppe und der unterstĂŒtzenden Vereinigungen und deren Vorgehen fĂŒr die BĂŒrgerversammlung gibt eine Flugblattinformation vom Februar 1983 Auskunft (ANLAGE).

Nach Mitteilung aus Reihen der Aktiven wurde ein Großteil der damals nötigen 6.000 Original-Unterschriften, erreicht wurden ĂŒber 10.500, in der NĂ€he von Wahllokalen der1982er OB-Wahl erzielt. Dabei beorderte die Polizei die Sammelnden immer wieder mal ein paar Meter weiter weg. Die Initiativegruppe versuchte lange vergeblich beim von ihr bei der OB-Wahl unterstĂŒtzten neuen OB Dr. Böhme vorab das Einvernehmen ĂŒber die Gestaltung der Versammlung, reichte dann im Februar 1983 die Unterschriften ein fĂŒr die BĂŒrgerversammlung im April 1983. FĂŒr diese konnte doch noch eine mit der Stadt gleichberechtigte Versammlung unter Leitung des OB erreicht werden. Die Initiativgruppe trug gegen die AKWs Wyhl und Fessenheim und fĂŒr Energiealternativen vor entsprechend den Resolutionen, die Stadt auch zu Alternativen, der RegierungsprĂ€sident Dr. Nothhelfer pro Atomenergie. Bei dessen Rede wandten fast alle der an die 3000 in der Stadthalle ihm den RĂŒcken zu.

Der Gemeinderat hat am 9.7.2019 eine Einwohnerversammlung fĂŒr den Herbst 2019 beschlossen zum Thema Vermarktung des geplanten Neubaustadtteil Dietenbach. Die Idee der Stadt dazu erfolgte nach Bekanntwerden der Unterschriftensammlung der BĂŒrgeraktion Dietenbach fĂŒr bezahlbares Wohnen in Freiburg und fĂŒr die KlĂ€rung der Bezahlbarkeit des Neubaustadtteils ĂŒberhaupt. Inzwischen werden von anderen Unterschriften gesammelt fĂŒr eine Einwohnerversammlung fĂŒr ein Moratorium beim neuen Mobilfunkstandard 5G. Zu erkennen ist, dass das BĂŒrgergehren 2018 der BĂŒrgeraktion Rettet Dietenbach und der BĂŒrgerentscheid Anfang 2019 zum Neubaustadtteil die direkte Demokratie in Freiburg wieder in Gang gesetzt haben.
 
 

Neue E-Tankstellen auf saniertem Parkplatz der Schauinslandbahn
Foto: VAG Freiburg
 
Neue E-Tankstellen auf saniertem Parkplatz der Schauinslandbahn
Wer einen erlebnisreichen Tag mit der Schauinslandbahn unternehmen will, dem steht jetzt nicht nur ein frisch sanierter Parkplatz an der Talstation zur VerfĂŒgung. Von sofort an kann man dort auch seinen Elektro-Fahrzeug mit frischem Ökostrom betanken.

Bei einem Pressetermin stellten die VAG VorstĂ€nde Stephan Bartosch und Oliver Benz zusammen mit badenova-Chef Thorsten Radensleben und Seilbahnbetriebsleiter GĂŒnter Voigt die neuen Einrichtungen vor.

„Als Stadtbahnbetrieb ist die Freiburger Verkehrs AG seit mehr als einem Jahrhundert eine Expertin fĂŒr ElektromobilitĂ€t. Auch die Schauinslandbahn ist ein elektrisches Verkehrsmittel. Im Bussektor werden wir noch in diesem Jahr zwei E-Fahrzeuge in Betrieb nehmen und auch unsere Dienstwagenflotte wird gezielt auf elektrische Antriebe umgestellt“, fasste VAG Vorstand Stephan Bartosch die Erfahrung des Freiburger Verkehrsunternehmens mit der leisen, kraftvollen und – dank der Nutzung von Ökostrom – emissionsfreien ElektromobilitĂ€t zusammen. Vorstandskollege Oliver Benz ergĂ€nzte: „Die VAG ist mehr als nur ein Anbieter von Öffentlichem Nahverkehr. Unser Anliegen ist es, als sinnvolle ErgĂ€nzung zu den Angeboten von Bussen und Stadtbahnen, emissionsarme MobilitĂ€tsalternativen zu fördern. Da gehört das Fahrradverleihsystem Frelo ebenso dazu, wie ein dichtes Netz an Ladeeinrichtungen fĂŒr Elektrofahrzeuge.“

Badenova-Vorstand Dr. Thorsten Radensleben nutzte den Anlass, um die grundsĂ€tzliche Herangehensweise von badenova beim Thema E-MobilitĂ€t zu skizzieren: „Wir betonen immer wieder, wie wichtig eine konzeptionelle Herangehensweise fĂŒr den Aufbau einer stĂ€dtischen öffentlichen Ladeinfrastruktur ist. Der planvolle Ausbau berĂŒcksichtigt das MobilitĂ€tsverhalten der Menschen und sorgt dort fĂŒr Angebote, wo auch wirklich ein Bedarf besteht. Unsere Erfahrung ist, dass 80 Prozent aller LadevorgĂ€nge zu Hause oder beim Arbeitgeber stattfinden, das öffentliche LadesĂ€ulennetz deshalb gezielt darauf ausgerichtet sein muss, die verbleibenden 20 Prozent abzudecken.“Die Idee, an dieser Stelle LadesĂ€ulen zu errichten, wurde bei den Verantwortlichen der Schauinlandbahn geboren. Betriebsleiter GĂŒnter Voigt: „Im Rahmen der laufenden Verbesserung in die QualitĂ€t und die Barrierefreiheit unserer Angebote war in diesem Jahr die Sanierung unseres Kundenparkplatzes an der Reihe. Da erschien es uns sinnvoll, im Zuge der zu erwartenden deutlichen Steigerung der Zahl an Elektrofahrzeugen, auch fĂŒr diese die notwendige Infrastruktur anzubieten. Jetzt kann man wĂ€hrend das Auto lĂ€dt eine entspannte Zeit rund um unseren Schauinsland genießen.“

Im Zuge der Sanierung wurde der vorhandene Kundenparkplatz der Schauinslandbahn asphaltiert und die StellplĂ€tze in neuer Anordnung markiert. Neu sind auch ein EntwĂ€sserungssystem und die Beleuchtung. Diese Verbesserung fĂŒr die FahrgĂ€ste der Schauinslandbahn war der VAG rund 500.000 Euro wert.

Die beiden LadesĂ€ulen, an denen vier Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden können, und die hierfĂŒr notwendige Infrastruktur gingen mit etwa 32.000 Euro auch zu Lasten des Verkehrsunternehmens, wobei eine Förderung durch das Bundesministerium fĂŒr Verkehr und digitale Infrastruktur genutzt werden konnte.

Betrieben werden die LadesĂ€ulen vom regionalen Energiedienstleister badenova. Die Anmeldung an den LadesĂ€ulen ist mit allen Ladekarten oder Ladechips von Anbietern die auf Ladenetz.de aufgefĂŒhrt sind, möglich. Wer nicht ĂŒber eine solche Karte verfĂŒgt, der kann seine E-Tankrechnung mit der Web-Anwendung „Ladepay“ begleichen.
 
 

 
StÀdte fordern Kanzlerin Merkel zu verstÀrktem Klimaschutz auf
Freiburgs OB Martin Horn: Kommunen benötigen mehr UnterstĂŒtzung vom Bund

Gemeinsam mit drei StĂ€dtenetzwerken fĂŒr Nachhaltigkeit und Klimaschutz hat der Freiburger OberbĂŒrgermeister Martin Horn die Bundesregierung aufgefordert, die Anstrengungen gegen den Klimawandel zu verstĂ€rken. Eine engere Zusammenarbeit auf nationaler und europĂ€ischer Ebene sei notwendig, „um die Auswirkungen unserer Maßnahmen zu vervielfachen“, heißt es in dem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Neben einer stĂ€rkeren finanziellen UnterstĂŒtzung sei der Abbau rechtlicher und administrativer HĂŒrden wichtig, um noch effektivere Maßnahmen auf kommunaler Ebene fĂŒr mehr Klimaschutz treffen zu können. In dem Schreiben geht es auch um die Positionierung der Bundesrepublik in EuropĂ€ischen Entscheidungsprozessen, insbesondere hinsichtlich der nĂ€chsten Förderperiode.

Horn ist Europa-Vorsitzender des weltweit tĂ€tigen lokalen Netzwerkes fĂŒr Nachhaltigkeit ICLEI – Local Governments for Sustainability. Zu den Unterzeichnern gehören auch Ashok Sridharan, PrĂ€sident von ICLEI und OberbĂŒrgermeister von Bonn, Andreas Wolter als Vorsitzender des KlimabĂŒndnisses und BĂŒrgermeister von Köln, sowie der Vorsitzende von Energy Cities, der Heidelberger OberbĂŒrgermeister Eckart WĂŒrzner. Im Rahmen der drei Netzwerke engagieren sich 4.000 StĂ€dte, davon mehr als 500 in Deutschland fĂŒr Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Der Appell enthĂ€lt konkrete Forderungen an die Bundesregierung, darunter beispielsweise eine CO2-Abgabe und eine erneute Anpassung des ErneuerbareEnergien-Gesetzes. Klimaschutz solle als Querschnittsaufgabe fester Bestandteil aller Entscheidungen werden. „Als StĂ€dte haben wir eine Vorreiterrolle im Kampf gegen den Klimawandel, um unsere BĂŒrger vor den bereits heute spĂŒrbaren Auswirkungen zu schĂŒtzen. Dabei dĂŒrfen sozial Benachteiligte nicht die Leidtragenden sein“, sagte Martin Horn in Freiburg. „Die dringend notwendigen Anstrengungen gegen den Klimawandel können wir als StĂ€dte jedoch nicht alleine meistern. Deshalb fordern wir die Bundesregierung dazu auf, die Zusammenarbeit im Klimaschutz mit uns zu intensivieren und unsere BemĂŒhungen stĂ€rker zu unterstĂŒtzen“, erklĂ€rte Horn weiter.

In ihrem Anschreiben bieten die StÀdte eine strategische Partnerschaft in Form einer Task-Force an, um die genannten Herausforderungen zu bewÀltigen.

Hintergrund zu den StĂ€dtenetzwerken fĂŒr Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Klima-BĂŒndnis Seit mehr als 25 Jahren setzen sich die Mitgliedskommunen des KlimaBĂŒndnis mit ihren indigenen Partnern der RegenwĂ€lder fĂŒr das Weltklima ein. Mit 1.700 Mitgliedern aus 26 europĂ€ischen LĂ€ndern ist das Klima-BĂŒndnis das weltweit grĂ¶ĂŸte StĂ€dtenetzwerk, das sich dem Klimaschutz mit konkreten Zielen widmet: Jede Klima-BĂŒndnis-Kommune hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen alle fĂŒnf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren.

Energy Cities - ist eine Gemeinschaft von ĂŒber 1.000 lokalen Regierungen in 30 LĂ€ndern. Wir glauben, dass es beim Energiewandel nicht nur um saubere Energie oder großartige Technologien geht: Es geht um einen vernĂŒnftigen Umgang mit Ressourcen bei gleichzeitiger StĂ€rkung der lokalen Beteiligung und des Wohlstands in einem demokratischen Europa.

ICLEI - Local Governments for Sustainability ist ein globales Netzwerk von ĂŒber 1.750 Kommunen, die sich fĂŒr nachhaltige Entwicklung engagieren. ICLEI Europa gibt seinen Mitgliedern eine Stimme auf europĂ€ischer und internationaler BĂŒhne, eine Plattform sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und das Werkzeug, um einen positiven ökologischen, ökonomischen und sozialen Wandel voran zu bringen.

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Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin
Frau Dr. Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

viele StĂ€dte sind momentan dabei, ĂŒber den Beschluss eines möglichen „Klimanotstandes“ zu diskutieren; einige wie Bonn, Heidelberg, Konstanz, Kiel, MĂŒnster oder Erlangen haben sich bereits zu diesem Schritt entschieden, weitere StĂ€dte bereiten einen solchen Schritt vor.

Die Anregung kommt vielfach aus der Bevölkerung, vor allem von jungen Menschen, die sich zum Teil in der „Fridays for Future“-Bewegung engagieren und damit ihre Ängste ĂŒber die Zukunft, die wir ihnen hinterlassen werden, formulieren.

Gleichzeitig sind viele StĂ€dte und lĂ€ndliche Gemeinden immer stĂ€rker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen: Überschwemmungen, Trockenperioden und Überhitzungen in den StĂ€dten sind nur einige davon.

Aber auch die sozialen und ökonomischen Konsequenzen der Transformationsprozesse werden in unseren StĂ€dten spĂŒrbar. Vor allem die schwĂ€chsten Gruppen der Gesellschaft sind von den Auswirkungen betroffen. Es besteht die Gefahr, dass sie immer mehr abgehĂ€ngt werden und damit auch das WĂ€hlerpotential fĂŒr rechtspopulistische Parteien vergrĂ¶ĂŸert wird.

Zahlreiche StĂ€dte in Deutschland und Europa arbeiten bereits seit vielen Jahren daran, nicht nur ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, sondern vor allem die notwendige Transformation der Gesellschaft voranzubringen. So engagieren sich unsere Mitgliedskommunen beim Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs mit emissionsarmen Bussen sowie der Erweiterung des Straßenbahn- und Stadtbahnnetzes. Wir bauen ganze Stadtviertel im Niedrigenergie- bzw. Passivhaus-Standard. Wir kĂŒmmern uns dabei auch um die soziale Dimension, um keine Bevölkerungsgruppe abzuhĂ€ngen und um sozial Benachteiligte in die bevorstehenden VerĂ€nderungen einzubeziehen.

Trotz vielfacher Aktionen von uns, gibt es viele Bereiche, in denen wir eine engere Zusammenarbeit mit der nationalen und europĂ€ischen Ebene benötigen, um die Auswirkungen unserer Maßnahmen zu vervielfachen. Dabei geht es um stĂ€rkere finanzielle UnterstĂŒtzung, jedoch auch um den Abbau rechtlicher und administrativer HĂŒrden sowie um die Anerkennung und Kommunikation der von den Kommunen bereits erreichten Ergebnisse.

Wir konstatieren eine massive Diskrepanz zwischen den anspruchsvollen Klimaschutzzielen und der realen Politik und Gesetzgebung. Durch politische Entscheidungen in den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen fĂŒr den Klimaschutz in vielen Bereichen verschlechtert, der Ausbau der erneuerbaren Energien wurde ausgebremst.

Wir sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf vor allem in den folgenden Bereichen:

‱ Das geplante Klimaschutzgesetz muss alle klimaschutz-relevanten Fachgebiete (insbesondere Energiewirtschaft, erneuerbare Energien, GebĂ€udestandards, Baurecht, MobilitĂ€t und Landwirtschaft) berĂŒcksichtigen und eine Neuausrichtung der entsprechenden Fachgesetze auf den Klimaschutz einleiten.

‱ Klimaschutz sollte eine Pflichtaufgabe aller politischen Ebenen sein und als Querschnittsaufgabe Bestandteil aller Entscheidungen werden.

‱ Der aktuelle Entwurf des GebĂ€udeenergiegesetzes hĂ€lt an einem lĂ€ngst ĂŒberholten baulichen Energiestandard fest. Er sollte sich vielmehr an den umfassend in der Praxis erprobten Standards des KfW40 oder Passivhauses orientieren.

‱ Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist durch die letzten Novellierungen, insbesondere durch die Deckelungen und durch die Belastung des Eigenverbrauchs von selbst erzeugtem regenerativen Strom, von einem Motor des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu einer Bremse geworden.

‱ Das Mieterstromgesetz kann aufgrund der BĂŒrokratie keine nennenswerte positive Wirkung entfalten.

‱ CO2-Emissionen und damit fossiler Energieverbrauch mĂŒssen finanziell belastet werden, im Gegenzug sollten erneuerbare Energien entlastet werden.

‱ Mit einer CO2-Abgabe kann eine Steuerungswirkung erzielt werden. Diese sollte aufkommensneutral gestaltet werden und die Einnahmen fĂŒr die Förderung von Energieeffizienz und einem notwendigen sozialen Ausgleich genutzt werden.

Im Sinne der SubsidiaritĂ€t brauchen wir eine großzĂŒgigere Kofinanzierung der Klimaschutzprojekte im Bereich der Verkehrswende, der Energiewende und der GebĂ€udesanierung. Dabei muss insbesondere der soziale Aspekt stĂ€rker in den Fokus gerĂŒckt werden. Das gilt sowohl fĂŒr die Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland wie auch fĂŒr die Fördermaßnahmen der EuropĂ€ischen Union in der nĂ€chsten Förderperiode. Unsere Infrastruktur ist völlig ĂŒberlastet (Verkehr) und veraltet, umweltschĂ€dlich beziehungsweise unzeitgemĂ€ĂŸ (Energie). Energetische Sanierungen von GebĂ€uden dĂŒrfen nicht zu unbotmĂ€ĂŸigen Mietpreiserhöhungen fĂŒhren.

Hier muss der Staat fĂŒr einen entsprechenden Ausgleich und fĂŒr gesetzliche Regelungen sorgen.

Als Teil der EU-Initiative „Konvent der BĂŒrgermeister“ sind wir ĂŒber verschiedene StĂ€dtenetzwerke aktiv und verpflichten uns, die EU bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstĂŒtzen.

Die ICCA-Konferenz, die vom BMU Ende Mai in Heidelberg durchgefĂŒhrt wurde, hat wichtige Impulse fĂŒr einen globalen Austausch gegeben. Sie hat aber auch deutlich gemacht, dass wir auf vielen Ebenen ein deutliches Defizit in der konsequenten Umsetzung von Maßnahmen haben. Viele Kommunen in Deutschland ĂŒbernehmen ĂŒber ihre (Klima-)Partnerschaften in Asien, Afrika und Lateinamerika auch globale Verantwortung.

Die Vertreter*innen der Kommunen in Deutschland, die in den StĂ€dtenetzwerken des Klima-BĂŒndnis, Energy Cities, ICLEI, CEMR und Eurocities bereits seit vielen Jahrzehnten zusammenarbeiten, sind bereit, ihre Verpflichtungen ehrgeiziger zu gestalten und die notwendigen Transformationsprozesse beschleunigt voranzubringen.

DafĂŒr bieten wir der Bundesregierung eine strategische Partnerschaft an, die die Umsetzung von Maßnahmen und erfolgreiche Lösungen in einer Task-Force gemeinsam mit den relevanten Akteuren inklusive der Wirtschaft voranbringt. Bei allen Anstrengungen mĂŒssen wir aber auch darauf achten, unsere BĂŒrger*innen in allen Phasen der Umsetzung einzubeziehen.
DafĂŒr benötigen wir einen permanenten Austausch, so wie wir ihn auch mit der EU-Kommission seit zwei Jahren regelmĂ€ĂŸig durchfĂŒhren. Die Rolle der Kommunen muss dabei stĂ€rker anerkannt und in den relevanten Politikbereichen berĂŒcksichtigt werden.

Nach unserem VerstÀndnis erfordert der Klimawandel Transformationsprozesse, die alle gesellschaftlichen Gruppen betreffen. StÀdte, Gemeinden und Regionen stehen bei den damit zusammenhÀngenden Herausforderungen an vorderster Stelle und sind bereit, diese anzugehen. Wir wissen jedoch auch, dass wir auf die LÀnder und die Bundesebene angewiesen sind, um umfassende VerÀnderungen zu gestalten.

Lassen Sie uns gemeinsam die entsprechenden Schritte angehen.

Gerne stehen wir fĂŒr einen Austausch bezĂŒglich der dazu notwendigen Maßnahmen zur VerfĂŒgung.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen


Andreas Wolter
BĂŒrgermeister der Stadt Köln
Vorsitzender des Klima-BĂŒndnis

Prof. Dr. Eckart WĂŒrzner
OberbĂŒrgermeister der Stadt Heidelberg
Vorsitzender von Energy Cities

Martin Horn
OberbĂŒrgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau
Vorsitzender – ICLEI-Europe

Ashok Sridharan
OberbĂŒrgermeister der Bundesstadt Bonn
PrĂ€sident von ICLEI-StĂ€dte fĂŒr Nachhaltigkeit

Köln, Heidelberg, Freiburg im Breisgau, Bonn, 10. Juli 2019
 
 

 
Kein Bedarf in Sicht: NABU stellt Gutachten zur Fehmarnbeltquerung vor
Miller: Urteil der Verkehrsexperten kommt Todesstoß fĂŒr Ostseetunnel gleich

Berlin/Hamburg – FĂŒr den geplanten Ostseetunnel gibt es keinen Bedarf – das ist das Ergebnis eines Verkehrsgutachtens des renommierten VerkehrsberatungsbĂŒros Hanseatic Transport Consultancy (HTC), das am heutigen Donnerstag in Hamburg vorgestellt wurde. Der NABU hatte das Gutachten im Zuge seiner KlagebegrĂŒndung zur Fehmarnbeltquerung in Auftrag gegeben. Ziel war es, zu ermitteln, inwieweit Europas derzeit grĂ¶ĂŸtes und teuerstes Infrastrukturprojekt unter aktuellen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen noch zu rechtfertigen ist. Das Fazit der HTC-Studie „Bedarfsbezogene Verkehrsmarktuntersuchungen im Kontext der geplanten festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ)“ fĂ€llt vernichtend aus. Ein tatsĂ€chlicher Bedarf fĂŒr ein Vorhaben dieser GrĂ¶ĂŸenordnung wird mit Blick auf die Kosten sowie die erheblichen negativen ökologischen EinflĂŒsse auf den Fehmarnbelt von den Gutachtern ausdrĂŒcklich verneint. „Das Urteil der Verkehrsexperten kommt einem Todesstoß fĂŒr die feste Fehmarnbeltquerung gleich. Das Vorhaben atmet den Geist des 20. Jahrhunderts und darf heute, wo dem Klimafragen und neue MobilitĂ€tsformen immer wichtiger werden, auf keinen Fall gebaut werden“, so Leif Miller, NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass es auf der Strecke keine wesentlichen EngpĂ€sse gibt und auch fĂŒr die Zukunft keine in Sicht sind. Die Gutachter haben keine Anhaltspunkte dafĂŒr, dass sich dies bei aktueller weltwirtschaftlicher AbkĂŒhlung Ă€ndern sollte. Selbst in den vergangenen zehn Jahren der Hochkonjunktur hatte sich kein Wachstum des Verkehrs auf der Strecke eingestellt. Sollte sich dies doch wider Erwarten Ă€ndern, könne die Infrastruktur in DĂ€nemark und Deutschland punktuell angepasst werden, so die Gutachter. Das spare ressourcenfressende, ökonomisch und ökologisch höchst fragwĂŒrdige Neubauprojekte.

Ein zentraler Punkt des Gutachtens ist die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Die zu erwartenden fundamentalen VerĂ€nderungen fĂŒr Transport, Verkehr und Logistik, etwa mit Blick auf zukĂŒnftige Produktions- und Absatzregionen, die Struktur und das Gesamtvolumen der beförderten GĂŒter, seien nie durch aktualisierte Verkehrsprognosen abgebildet worden, obwohl das zeitlich möglich und inhaltlich seit geraumer Zeit nötig gewesen wĂ€re.

Nach Auffassung des NABU zeige das Gutachten eindringlich, dass weder fĂŒr die Straße noch fĂŒr die Schiene ein tatsĂ€chlicher Bedarf besteht. Wolle man zudem das eigentliche Verkehrsziel der EuropĂ€ischen Union, den StraßengĂŒterverkehr auf die Schiene zu verlagern („from road to rail“), ernsthaft erreichen, mĂŒsse der BahngĂŒterverkehr gestĂ€rkt werden. „Deswegen erwarten wir eine vernĂŒnftige und verantwortungsvolle Anpassung der geplanten Fehmarnbeltquerung an die RealitĂ€t. Ein reiner Eisenbahntunnel in der gebohrten Variante wĂŒrde den BahngĂŒterverkehr stĂ€rken und deutlich weniger ökologischen Schaden anrichten. Die aktuelle Dimension des Vorhabens ist völlig unangemessen“, so Malte Siegert, Fehmarnbelt-Experte des NABU. Zwei Drittel der Kosten fĂŒr das Projekt seien aber fĂŒr die Straßenverbindung vorgesehen, obwohl es sich laut Planfeststellungsbeschluss explizit um ein Eisenbahnprojekt handelt.

Das Gutachten zum Download....
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Freiburg: Innovative Ausgleichsmaßnahmen fĂŒr das neue SC-Stadion
Seit einem Jahr entwickelt die Stadt Freiburg Magerrasen auf der Deponie Eichelbuck – erste Ergebnisse des Monitorings sind positiv

WĂ€hrend die Bauarbeiten fĂŒr das neue SC-Stadion auf Hochtouren laufen, werden auch die vielfĂ€ltigen Ausgleichsmaßnahmen dafĂŒr seitens der Stadt erfolgreich umgesetzt. Bereits vor Baubeginn hat die Stadt damit begonnen, ihre gesetzliche Verpflichtung zum Ausgleich umzusetzen.

Insgesamt wurden fĂŒr den Bau des neuen Stadions, die VerkehrsflĂ€chen und das TrainingsgelĂ€nde Ausgleichsmaßnahmen auf einer FlĂ€che von rund 70 ha festgesetzt. Darin enthalten sind Maßnahmen nach verschiedenen gesetzlichen Regelungen, wie der Eingriffsregelung nach Baugesetzbuch, dem Artenschutz nach Bundesnaturschutzrecht sowie Ersatzaufforstungen nach Waldgesetz.

Ein großer und wichtiger Teil des Ausgleichs ist zudem dem gesetzlichen Biotopschutz geschuldet. FĂŒr alle Ausgleichsmaßnahmen investiert die Stadt gut 10 Mio. Euro – davon sind rund 5 Mio. Euro fĂŒr den Magerrasenausgleich vorgesehen.

FĂŒr den Bau des neuen Stadions werden knapp 10 ha bodensaurer Magerrasen beseitigt, dieser muss aber aufgrund seiner hohen Wertigkeit auf 16 ha ausgeglichen werden. Bei der Suche und der Auswahl der FlĂ€chen fĂŒr den Magerrasenausgleich standen folgende Kriterien im Mittelpunkt: die fachliche Eignung des Standortes, eine große zusammenhĂ€ngende FlĂ€che, die rĂ€umliche NĂ€he zum Flugplatz und die Schonung landwirtschaftlicher FlĂ€chen. Folgende FlĂ€chen wurden daraufhin fĂŒr den Magerrasenausgleich ausgewĂ€hlt:
 8 ha auf der Deponie Eichelbuck
 5,3 ha am Flugplatz Bremgarten
 1,5 ha am Tuniberg
 und 1,2 ha am nördlichen Flugplatz


Die Ausgleichsmaßnahme am Eichelbuck ist nicht nur wegen der großen zusammenhĂ€ngenden FlĂ€che, der rĂ€umlichen NĂ€he zum Eingriffsort und dem kompletten Verzicht auf die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher FlĂ€chen hervorragend geeignet. Sie ist vor allem wegen ihrer Standorteigenschaft eine der HauptsĂ€ulen des Magerrasenausgleichs fĂŒr das neue Stadion, weil ĂŒber der Deponieabdichtung ein bodensaurer Magerrasen unter der Verwendung der Magerrasensoden aus der Stadionbaustelle entwickelt werden kann.

Bei der Planung und Umsetzung waren und sind neben zahlreichen stĂ€dtischen FachĂ€mtern, der ASF und PlanungsbĂŒros auch mehrere Fachreferate aus der Umweltabteilung des RegierungsprĂ€sidiums unmittelbar beteiligt. Die GesprĂ€che und Planungen zu dieser außergewöhnlichen Idee einen Magerrasenausgleich auf einer Deponie umzusetzen, laufen bereits seit dem BĂŒrgerentscheid 2015. Elke Höpfner-Toussaint, Abteilungsleiterin Umwelt im RegierungsprĂ€sidium betont: „Die Ausgleichsmaßnahme am Eichelbuck ist innovativ, aber auch hochkomplex. Deswegen war die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg fĂŒr die Realisierung entscheidend.“ Bislang wurden in Zusammenarbeit der oben genannten Akteure und einer unabhĂ€ngigen Umweltbegleitung bereits 4 ha Magerrasen auf der Deponie hergestellt. Bis 2021 soll diese Maßnahme abgeschlossen sein.

Zentraler Inhalt des Ausgleichskonzeptes ist die Verwendung von Magerrasensoden und Saatgut aus den Magerrasenbiotopen des Stadionbaufeldes bzw. des Flugplatzes. Dabei werden die oberen 15 cm Magerrasen im Stadionbaufeld entnommen und „just-intime“ zum Einbau auf den Eichelbuck gebracht, um die typischen Pflanzenarten, aber auch Insekten direkt auf der AusgleichsflĂ€che etablieren zu können.

Und – der hohe Aufwand lohnt sich: Nach ersten MonitoringErgebnissen aus dem Jahr 2018 entwickeln sich die MagerrasenflĂ€chen auf der Deponie in Artenzusammensetzung und Vegetationsstruktur sehr positiv. „Die PflanzenbestĂ€nde zeichnen sich schon nach wenigen Monaten durch eine große Ähnlichkeit zu den Magerrasenbiotopen am Flugplatz aus“, freut sich Harald Schaich, stellvertretender Leiter des Umweltschutzamtes. „Dieser erste Erfolg spricht fĂŒr den Standort Eichelbuck und die aufwĂ€ndige SodenĂŒbertragung als Verfahren“, so Schaich. Typisch fĂŒr den Magerrasen sind zum Beispiel Thymian, Kleines Habichtskraut, Heidenelke oder Schafsgarbe. Die BodenverhĂ€ltnisse entsprechen laut Analyse vor allem in der NĂ€hrstoffarmut und hohen WasserleitfĂ€higkeit genau den VerhĂ€ltnissen am Flugplatz. Ähnlich positiv sind die ersten Ergebnisse aus 2018 fĂŒr die Heuschrecken – durch die SodenĂŒbertragung konnten zahlreiche gefĂ€hrdete Heuschreckarten ĂŒbertragen werden.

Damit sich die Magerrasenbiotope dauerhaft etablieren können, ist eine kontinuierliche fachmĂ€nnische Pflege wichtig. Dazu gehört eine mehrmalige Mahd ab Mitte Juni mit Abtragen des Mahdguts, um die FlĂ€chen dauerhaft nĂ€hrstoffarm zu halten. FĂŒr die Insekten sollen kĂŒnftig ĂŒber das Jahr Altgrasstreifen erhalten bleiben.

Die Ausgleichmaßnahmen am nördlichen Flugplatz und auch am Flugplatz Bremgarten sind bereits vollstĂ€ndig hergestellt. In Bremgarten wurde ein Teil der bisherigen Start-, Lande- und Rollbahn entsiegelt, damit hier schĂŒtzenswerter Magerrasen wachsen können.
 
 

 
Taifun-Tofu und [p3]-Werkstatt fördern berufliche Integration junger GeflĂŒchtete
Gemeinsam mit der gemeinnĂŒtzigen [p3]-Werkstatt unterstĂŒtzt die Taifun-Tofu GmbH GeflĂŒchtete in Freiburg auf dem Weg in eine Ausbildung in Industrie und Handwerk. Eine so genannte Einstiegsqualifizierung, die Praxis und schulisches Lernen kombiniert, bereitet die BerufsanfĂ€nger auf die deutsche Arbeitswelt vor.

Muhammed aus Gambia ist der Erste, der im Rahmen des Programms bei Taifun-Tofu eine Ausbildung absolvieren wird: zum Maschinen- und AnlagenfĂŒhrer, Fachrichtung Lebensmitteltechnik. Damit der Start im September gelingt, durchlĂ€uft Muhammed schon jetzt Praktika bei dem Tofuhersteller: Vier Tage pro Woche ist er in verschiedenen Abteilungen tĂ€tig, einen Tag erhĂ€lt er Unterricht in der [p3]-Werkstatt. Außerdem werden gemeinsame Lernziele vereinbart, etwa, welche Vorkenntnisse fĂŒr die Berufsschule notwendig sind. „Wir setzen auf individuelle Lösungen“, betont David Rösch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der [p3]-Werkstatt. RegelmĂ€ĂŸig tauscht er sich mit Ralf Kuderer, Personalleiter bei Taifun, ĂŒber die Entwicklung des 20jĂ€hrigen aus. „Das Konzept ist sehr nachhaltig gedacht und bietet sowohl den GeflĂŒchteten als auch den Unternehmen konkrete Perspektiven bei der FachkrĂ€fteausbildung“, findet Kuderer.

Bevor es in die Unternehmen geht, werden die Jugendlichen mit Fluchterfahrung in der [p3]Werkstatt ein Jahr lang darauf vorbereitet; zur HĂ€lfte mit Deutsch- und Matheunterricht, zur HĂ€lfte mit Praxisarbeit in der Werkstatt. WĂ€hrend dieser Einstiegsqualifizierung können sie Vorkenntnisse in verschiedenen Berufen erwerben, vom Tischler, ĂŒber Elektrotechniker bis hin zum Maler und Lackierer. „Grundlage sind aber die weichen Kompetenzen,“ betont David Rösch. „PĂŒnktlichkeit und Eigenverantwortung sind wichtige Voraussetzungen dafĂŒr, in der deutschen Arbeitswelt zu bestehen.“ UnterstĂŒtzt werden die meist jungen MĂ€nner dabei von einem engagierten Betreuerteam aus Angestellten und Ehrenamtlichen, zu denen ebenso gelernte Handwerker wie angehende Lehrer gehören.

In Zeiten von FachkrĂ€ftemangel sind Initiativen wie die [p3]-Werkstatt fĂŒr Industrie und Handwerk wertvoll. Weil die GeflĂŒchteten mit guten Deutschkenntnissen und einer fachlichen Vorbildung in den Beruf starten, ist die Chance auf eine langfristige BeschĂ€ftigung und eine gelungene Integration hoch. Acht bis zehn Auszubildende lernen gleichzeitig bei der [p3]-Werkstatt, die Bewerberzahl ist groß.
Die [p3]-Werkstatt ist 2018 aus dem gemeinnĂŒtzigen Verein Stadtpiraten Freiburg e.V. hervorgegangen und kooperiert mit anderen Bildungseinrichtungen und dem Jobcenter. Die gemeinnĂŒtzige GmbH unter GeschĂ€ftsfĂŒhrer David Rösch trĂ€gt sich durch Auftragsarbeiten. Derzeit werden die RĂ€umlichkeiten in Freiburg ausgebaut, in Zukunft soll es Veranstaltungen und Netzwerktreffen geben.

Die Taifun Tofu GmbH wurde 1987 von Klaus Kempff und Wolfgang Heck gegrĂŒndet und zĂ€hlt heute rund 240 Mitarbeiter. Sie stellt in Freiburg im Breisgau TofuspezialitĂ€ten in Bio-QualitĂ€t her. GeschĂ€ftsfĂŒhrer sind Elisabeth Huber und Alfons Graf. Alleinige Gesellschafterin der Taifun-Tofu GmbH ist die heck-unternehmensstiftung.
 
 



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