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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

Karlsruhe: Wisent im Tierpark Oberwald geboren
Tierpark Oberwald: Mutter Xarbara mit Nachwuchs / Foto: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Wisent im Tierpark Oberwald geboren
Xarbara bekommt ihr erstes Jungtier / Nachwuchs auch bei den GĂ€msen

Noch ist es ziemlich klein und bringt noch keine zehn Kilogramm auf die Waage. Das frisch geborene Jungtier bei den Wisenten im Tierpark Oberwald trinkt aber schon fleißig Milch bei Mutter Xarbara. "Es wird sehr schnell zunehmen und an GrĂ¶ĂŸe gewinnen", berichtet Revierleiter Robert Ruder.

FĂŒr Xarbara ist es das erste Junge. "Sie stellt sich aber gut an und verteidigt ihr Kleines, was ein gutes Zeichen ist", betont Ruder. Xarbara wurde 2011 selbst im Tierpark Oberwald, der Dependance des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe, geboren. Vater ist der Bulle Pfarrer, er kam 2012 im Tierpark Pforzheim auf die Welt. Das Geschlecht des neugeborenen Tiers konnte bislang noch nicht bestimmt werden. Aktuell stehen Mutter und Kind abgetrennt vom Rest der Gruppe. "Wir wollen die beiden Tiere aber relativ bald wieder zu den anderen lassen", erlĂ€utert Ruder. Dann ist das Jungtier auch fĂŒr die Besucher sichtbar. Aktuell ist das leider nicht der Fall, da wegen Bauarbeiten der Weg bei den Wisenten gesperrt und das Gehege nur von vorne einsehbar ist, wo der Rest der Gruppe steht.

Wisente sind die grĂ¶ĂŸten Wildtiere Europas. Voll ausgewachsene Bullen können ein Gewicht von knapp einer Tonne, erwachsene KĂŒhe von mehr als 600 Kilogramm erreichen. Das Wisent war in freier Wildbahn ausgestorben und wurde mit Tieren aus ZoobestĂ€nden wieder angesiedelt. Der Zoo Karlsruhe beteiligt sich mit dem Tierpark Oberwald am EuropĂ€ischen Erhaltungszuchtprogramm.

Bei einem Besuch im Oberwald sind derzeit aber auch noch weitere Jungtiere zu sehen. Drei kleine GĂ€msen sind in den vergangenen Tagen und Wochen auf die Welt gekommen. Die Jungtiere sind sehr aktiv, schon flink am Klettern auf den Felsen im Gehege und meistens auch gut dabei zu beobachten.
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Karlsruhe: Wie sich Knielingen gegen die Rheinregulierung wehrte
Vortrag zu Johann Gottfried Tulla im Stadtmuseum

"Johann Gottfried Tulla und der Beginn der Rheinregulierung vor 200 Jahren" ist ein Vortrag ĂŒberschrieben, den Nicole Zerrat am Donnerstag, 22. Juni, um 18 Uhr bei freiem Eintritt im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais hĂ€lt. Dabei lenkt sie auch den Blick auf Knielingen, wo die erste Begradigungsmaßnahme vor den Toren Karlsruhes umgesetzt werden sollte. Die Einwohner Knielingens aber wehrten sich mit allen ihnen zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln. Denn ihnen drohte fruchtbares Land verloren zu gehen.

Der Rheinabschnitt zwischen Neuburg und Linkenheim sollte als erster Bereich nach PlĂ€nen des Karlsruher Wasserbauingenieurs Johann Gottfried Tulla umgebaut werden. Die GefĂ€hrdung des linksrheinisch gelegenen Ortes Wörth hatte die französische Regierung 1812 bewogen, der Begradigung in diesem Teilabschnitt zuzustimmen. Als die Pfalz nach den napoleonischen Kriegen Bayern zugesprochen wurde, nahm Tulla die Verhandlungen mit dem neuen Grenzanlieger auf. Nachdem im April 1817 eine Einigung erreicht werden konnte, sollten die Baumaßnahmen umgehend in die Tat umgesetzt werden. Galt Tullas Überzeugungsarbeit bis dato den Vertretern auf Regierungsebene, kam nun unerwarteter Widerstand aus den Reihen der Bevölkerung...

Der Vortrag, bei dem Nicole Zerrat den Bogen spannt von der Ausbildung Tullas zum Wasserbauingenieur ĂŒber die Entwicklung der politischen Landschaft am Oberrhein bis hin zur spĂ€ten WĂŒrdigung des Tulla'schen Lebenswerkes in DenkmĂ€lern, ist eine Veranstaltung im Rahmen der Doppelausstellung "Karlsruher Heimaten" im Stadtmuseum und im Pfinzgaumuseum.
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Ja zum geplanten kleinen Neubaustadtteil ZĂ€hringen-Nord/LĂ€ngeloh
ECOtrinova e.V. und Plan B e.V. stellen aber einige Anforderungen

Mit dem von Stadt und Gemeinderat beabsichtigten kleinen Neubaustadtteil ZĂ€hringen-Nord/LĂ€ngeloh auf rund 26 Hektar beiderseits der Gundelfinger Straße zwischen GĂŒterbahn und Schnellstraße sind die beiden in Freiburg ansĂ€ssigen gemeinnĂŒtzigen Umweltschutzvereine ECOtrinova und Plan B grundsĂ€tzlich einverstande. Sie haben jedoch eine Reihe von VorschlĂ€gen und Anforderungen fĂŒr die Umsetzung. ECOtrinova hatte dem Stadtplanungsamt per detailliertem Schreiben von Anfang MĂ€rz 2017 solches „Gelb-GrĂŒnes Licht“ bereits entsprechend mitgeteilt, wobei das Amt dies in seiner Antwort erfreut zur Kenntnis nahm. Das Gebiet ist einer der 5 Vorab-WohngebietsvorschlĂ€ge fĂŒr den Perspektivplan und großenteils bereits erschlossen. Es sollte nach EinschĂ€tzung der Vereine zusammen mit den Freiburger Möglichkeiten fĂŒr Dachausbauten und Aufstockungen als einer von mehreren grĂ¶ĂŸeren Bausteinen dienen anstelle des auf der „grĂŒnen Wiese“ geplanten großen Neubaustadtteils Dietenbach.

Die Idee, dabei insbesondere auch die flĂ€chenhaften GroßparkplĂ€tze zwischen Straßenbahn und Isfahanallee mit Wohnungen zu ĂŒberbauen, hatte ECOtrinova-Vorsitzender Dr. Georg Löser im Oktober 2015 u.a. mit Foto vom bebaubaren Großparkplatz in die BĂŒrgerdiskussion um den kommenden Perspektivplan online eingebracht.

Beim Ortstermin des Samstags-Forum Regio Freiburg am 5. November 2016 im nördlichen ZĂ€hringen, an dem auch VorstĂ€nde und aktive Mitglieder der Vereine Plan B e.V. und NABU Freiburg e.V. insbesondere aus ZĂ€hringen mitwirkten, wurden mehrere Anforderungen und VorschlĂ€ge fĂŒr das Gebiet erörtert.

Hauptziel der Vereine ist, dort bezahlbaren ökologisch optimierten Wohnraum mit 1.500 bis 2.000 Wohnungen in verdichteter Bauweise, d.h. auch in die Höhe, zu erreichen, und zwar ohne freistehende EinfamilienhĂ€user oder ReihenhĂ€user, aber mit geeigneten FreiflĂ€chen. Die WohnungsgrĂ¶ĂŸen sollen flexibel umnutzbar und flĂ€cheneffizient sein fĂŒr verschiedenen Bedarf samt "Wohnen und Arbeiten“ : FĂŒr die WohnflĂ€che pro Kopf seien je nach Belegung ZielgrĂ¶ĂŸen von 20 bis 35 qm anzustreben bei ausreichend Kellerraum.

Positiv und gĂŒnstig fĂŒr die kĂŒnftigen Wohnkosten ist: Das Gebiet ist in der Hauptachse und auch teilweise sonst i.w. schon erschlossen durch die Gundelfinger Straße samt Straßenbahn, Radweg sowie Ver- und Entsorgungsleitungen. Es sind kaum landwirtschaftliche FlĂ€chen betroffen. ZunĂ€chst sollten die GroßparkplĂ€tze genutzt werden, dies mit geeigneter Beibehaltung eines Einkaufszentrums. Die Vereine schlagen ĂŒber die jetzigen Planungen der Stadt hinaus vor, das meist reichlich flach bebaute kleine Gewerbegebiet zu Beginn der Gundelfinger Str. flĂ€chenmĂ€ĂŸig besser zu nutzen mit höherer Bebauung teils auch fĂŒr Wohnen und dort ParkplĂ€tze flĂ€chensparend neu zu ordnen.

Plan B weist insbesondere darauf hin, den Wald nördlich des Einkaufszentrums als GrĂŒnbrĂŒcke zu erhalten bei Mitnutzung als Freiraum, desgleichen das entstandene kleine WĂ€ldchen an der GĂŒterbahn, das ebenfalls als "GrĂŒnstĂŒtzpunkt" vor allem fĂŒr Fauna Richtung Ost und West dient. Zu erhalten sei auch die jetzige FreiflĂ€che sĂŒdlich des derzeitigen Möbelmarktes. Eine Nordverschiebung des KleingartengelĂ€ndes Richtung Gundelfingen wird abgelehnt.

Ein neuer Radschnellweg direkt westlich der GĂŒterbahn brĂ€chte zu viel FlĂ€chenverlust und wĂŒrde das WĂ€ldchen an der GĂŒterbahn großenteils zerstören. Der Bedarf an Radwegen Richtung Gundelfingen ist an der Gundelfinger Str. plus östlich der GĂŒterbahn sowie mit der Nutzung der Wildtalstr. und des Höhenwegs reichlich gedeckt. Von einer Straße samt GĂŒterbahnbrĂŒcke fĂŒr Kraftfahrzeuge zur Erschließung des von ECOtrinova, Plan B und anderen abgelehnten Baugebiets "Auf der Höhe" auf Wiesen in ZĂ€hringen wird u.a. wegen FlĂ€chen- und GrĂŒnbrĂŒckenverlust dringend abgeraten.

FĂŒr die MobilitĂ€t schlagen die Vereine vorrangig einen FußgĂ€nger-, Radfahrer- und ÖPNV-Stadtteil vor mit sehr stark verringertem PKW-Bestand vor Ă  la Vauban, aber mit Autoteilen (Carsharing).

Als selbstverstĂ€ndlich setzen die Vereine Plus-Energie-Bebauung mit sehr niedrigen Betriebskosten voraus samt Einsatz von Blockheizkraftwerken und von reichlich und blendfreier Photovoltaik mit Ziel hoher Energie-Autonomie, desgleichen sehr guten Schallschutz zur Schnellstraße und GĂŒterbahn.
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Mieterstromförderung nutzen!
Mieter und Vermieter gemeinsam fĂŒr die Energiewende

FREIBURG
Am Mittwoch, den 28. Juni, 19.30, lĂ€dt die Solar-BĂŒrger-Genossenschaft gemeinsam mit dem MietshĂ€user Syndikat zu einer Informationsveranstaltung ĂŒber Mieterstrom und das Mieterstromgesetz in den Konferenzraum des Stadtteilzentrums Vauban, Alfred-Döblin-Platz 1.
Der Eintritt ist kostenfrei und der Zugang ist barrierefrei.

Durch den Bau von Photovoltaikanlagen auf MehrfamilienhÀusern und die Nutzung des Solarstroms vor Ort können Mieter und Vermieter die Energiewende aktiv voranbringen. Damit dieses Potential besser genutzt wird, verabschiedet der Bundestag ein Mieterstromgesetz noch vor der Sommerpause.
Bisher nutzen vor allem Eigenheimbesitzer den Strom aus Photovoltaik-Anlagen vom Hausdach. Das soll jetzt auch fĂŒr Mieter möglich werden. Wenn ein Vermieter eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert, kann er den so erzeugten Strom an die Mieter im selben Haus liefern. Das ist zwar auch heute möglich, rechnet sich aber in vielen FĂ€llen nicht.
Durch einen Mieterstromzuschlag wird sich dies zukĂŒnftig Ă€ndern.
Als Mieterstrom wird Strom bezeichnet, der in einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines WohngebĂ€udes erzeugt und an Letztverbraucher (insbesondere Mieter) in diesem WohngebĂ€ude geliefert wird. Die Höhe des Mieterstromzuschlags hĂ€ngt von der GrĂ¶ĂŸe der Solaranlage und dem Photovoltaik-Zubau insgesamt ab.
WohngebÀude erfahren so eine Aufwertung und Mieter profitieren, indem sie sich durch den Bezug des Solarstroms vom Dach an der Energiewende beteiligen können - und der Ausbau der Stromerzeugung aus Solarenergie zieht wieder an.
Auf der Veranstaltung berichtet die RechtsanwĂ€ltin Jenny KortlĂ€nder, LL.M. (QUT, Brisbane), Mitglied der Kanzlei RechtsanwĂ€lte GĂŒnther aus Hamburg, wie die gesetzliche Lösung im Einzelnen aussieht, wer sie nutzen kann und was es zu beachten gilt. ErgĂ€nzend wird das gerade in Bau befindliche Wohnprojekt schwereLos in Gutleutmatten vorgestellt, fĂŒr das Mieterstrom aus Photovoltaik realisiert werden soll. Dabei handelt es sich um ein WohngebĂ€ude mit 19 Mietparteien aus dem Zusammenhang des MietshĂ€user Syndikats. Die Solar-BĂŒrger-Genossenschaft wird hierbei Investitionskosten, Planung, Installation der Photovoltaikanlage sowie deren technische und kaufmĂ€nnische BetriebsfĂŒhrung ĂŒbernehmen.


Bei RĂŒckfragen schreiben Sie oder rufen Sie uns an. Kaj Mertens-Stickel und Dr. Burghard Flieger stehen unter info@solargeno.de bzw. 0761/89629224 oder 0761/709023 gerne fĂŒr Ihre Fragen zur VerfĂŒgung.

Die MietshĂ€user Syndikat GmbH initiiert, berĂ€t und beteiligt sich an Projekten fĂŒr selbstorganisiertes Wohnen und solidarisches Wirtschaften.
Die Solar-BĂŒrger-Genossenschaft ist eine unabhĂ€ngige, von BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern gegrĂŒndete Energiegenossenschaft mit Sitz in Freiburg. Interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind bei der Solar-BĂŒrger-Genossenschaft stets willkommen.
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NABU: EU-Parlamentarier mĂŒssen fĂŒr Pestizid-Verbot stimmen
Kein Glyphosat & Co. auf Ökologischen VorrangflĂ€chen

Der NABU appelliert an die EU-Parlamentarier, sich fĂŒr ein Pestizid-Verbot auf Ökologischen VorrangflĂ€chen auszusprechen. Die entscheidende Abstimmung im EuropĂ€ischen Parlament ist am morgigen Mittwoch in Straßburg. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hatte einen entsprechenden Vorschlag gemacht, um dem Artenverlust in der Landwirtschaft entgegenzuwirken. Blockiert wird der Vorschlag vom EU-Agrarausschuss. Dessen Mitglieder hatten sich Ende Mai mit der Mehrheit gegen ein solches Pestizid-Verbot ausgesprochen. Der deutsche Abgeordnete Albert Deß und der Brite John Stuart Agnew hatten die entsprechende Resolution initiiert. Der NABU hatte diese Entscheidung gemeinsam mit anderen UmweltverbĂ€nden scharf kritisiert.

„Nun kommt es auf die Mitglieder des EuropĂ€ischen Parlaments an, den Schutz der biologischen Vielfalt in der Gemeinsamen Agrarpolitik ein wenig zu verbessern und gegen die Resolution des Agrarausschusses zu stimmen. Ein Pestizid-Verbot auf den speziell fĂŒr Natur- und Umweltschutz vorgesehenen FlĂ€chen ist absolut notwendig und ein wichtiges Signal, um den weiteren alarmierenden Verlust der BiodiversitĂ€t aufzuhalten“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der Erhalt der biologischen Vielfalt insbesondere auf diesen FlĂ€chen ist auch im Interesse der Landwirtschaft, denn fĂŒr eine langfristige ErtragsfĂ€higkeit ist ein funktionierendes Agrarökosystem eine wichtige Grundlage. Tausende BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben sich der Forderung des NABU angeschlossen und E-Mails an einflussreiche deutsche EU-Abgeordnete geschickt und diese aufgefordert, fĂŒr ein Pestizid-Verbot zu stimmen. Bisher fließen jĂ€hrlich gut zwölf Milliarden Euro an Direktzahlungen u.a. fĂŒr diese Ökologischen VorrangflĂ€chen an die Landwirte in der EU. Insgesamt betrĂ€gt das EU-Agrarbudget 60 Milliarden Euro pro Jahr.

Das wesentliche Ziel von Ökologischen VorrangflĂ€chen ist, die Artenvielfalt und damit BiodiversitĂ€t in den Agrarlandschaften zu erhalten und zu fördern. Der bislang erlaubte Einsatz von Pestiziden auf den FlĂ€chen widerspricht diesem Ziel. Vor diesem Hintergrund begrĂŒĂŸte der NABU den Vorschlag von EU-Agrarkommissar Phil Hogan im delegierten Rechtsakt vom 15. Februar 2017, ein Anwendungsverbot fĂŒr Pestizide auf den meisten VorrangflĂ€chen EU-weit einzufĂŒhren. „Aus Umweltsicht ist dies ein dringend notwendiger und ĂŒberfĂ€lliger Schritt des EU-Agrarkommissars, der sich bisher nicht verdĂ€chtig gemacht hat, einen ĂŒberambitionierten Umweltschutz zu betreiben“, so Miller weiter. Insofern sei der Kommissionsvorschlag eine ĂŒberfĂ€llige Korrektur des Greenings der Gemeinsamen Agrarpolitik, denn so könne dem amtlich immer wieder bestĂ€tigten BiodiversitĂ€tsverlust entgegengewirkt werden. Zuletzt hatte auch die Bundesregierung in einer kleinen Anfrage bestĂ€tigt, dass der Pestizideinsatz eine Mitschuld am Artenschwund trĂ€gt. So sind dramatische EinbrĂŒche bei typischen Vögeln der offenen Felder und Wiesen zu beobachten. Zwischen 1990 und 2013 verschwanden in Deutschland 35 Prozent aller Feldlerchen, 80 Prozent aller Kiebitze und 94 Prozent aller RebhĂŒhner. Bienen und andere fĂŒr die BestĂ€ubung wichtige Insekten haben um bis zu 80 Prozent abgenommen.

„Auswertungen der EU-Kommission zeigen, dass das Greening bisher nicht funktioniert und zu fast keinen Verbesserungen fĂŒr die BiodiversitĂ€t gefĂŒhrt hat. Ein Verbot von Pestiziden auf Ökologischen VorrangflĂ€chen wĂ€re ein erster kleiner Schritt, hier nachzusteuern“, so NABU-Agrarexpertin Angelika Lischka.
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NaturwÀlder fördern Klima- und Naturschutz
Klima-BĂŒndnis und NABU starten Projekt SpeicherWald

Ein intakter Wald schĂŒtzt das Klima ganz von alleine – mit dem gemeinsamen Projekt „SpeicherWald“ unterstreichen dies das StĂ€dtenetzwerk Klima-BĂŒndnis und die Naturschutzorganisation NABU. WĂ€lder, die ihrer natĂŒrlichen Entwicklung ĂŒberlassen werden, sind bedeutende Kohlenstoffsenken und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz – vor unserer HaustĂŒr und weltweit. Aus ihnen können auch die „UrwĂ€lder von morgen“ entstehen. Sie sind die „Hotspots“ der BiodiversitĂ€t und fĂŒr die Artenvielfalt unentbehrlich.

Der Wald ist auch Holzlieferant und damit Wirtschaftsfaktor und hat darĂŒber hinaus fĂŒr die Menschen vor Ort einen hohen Freizeitwert. Diese unterschiedlichen Interessen so zusammenzubringen, dass Umwelt und lokale Bevölkerung davon profitieren, das wollen Klima-BĂŒndnis und NABU aufzeigen. In fĂŒnf deutschen Beispielregionen soll der Dialog in den kommenden zwei Jahren zwischen BĂŒrgern, Waldbesitzern, Schulen und politischen EntscheidungstrĂ€gern dazu fĂŒhren, dem „Speicher“ Wald eine Chance zu geben und Modelle fĂŒr mehr Wald- und Klimaschutz in StĂ€dten und Gemeinden zu entwickeln.

„Naturnahe WĂ€lder zeichnen sich in Deutschland durch einen hohen Laubbaumanteil aus, gerade die alten Waldentwicklungsphasen prĂ€gen durch große Holzmengen und Totholz ihr Erscheinungsbild. NaturwĂ€lder können deshalb sehr viel Kohlenstoff speichern und passen sich gut an sich Ă€ndernde Umweltbedingungen an. Außerdem sind sie ein bedeutender Lebensraum fĂŒr viele Tiere, darunter zahlreiche KĂ€fer- und Pilzarten“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke bei der Auftaktveranstaltung des Projektes in Göttingen. Nur zwei Prozent der WaldflĂ€che Deutschlands seien derzeit dauerhaft aus der Nutzung genommen. Mit Blick auf die ErderwĂ€rmung und die Zunahme von Extremwetterereignissen lohne es sich, eher heute als morgen, naturnahe WĂ€lder auch in den StĂ€dten und Gemeinden zu fördern.

FĂŒr das im Rahmen des Klimaschutzabkommens von Paris vereinbarte Ziel, den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, spielt der Wald eine wichtige Rolle. Denn einerseits speichert Holz viel Kohlenstoff und andererseits entziehen die BĂ€ume durch ihr Wachstum der AtmosphĂ€re weiteres CO2.

„Wir wollen mit dem Projekt SpeicherWald wieder Begeisterung fĂŒr NaturwĂ€lder wecken und auch die lokalen und globalen ZusammenhĂ€nge zwischen Klimawandel, unserem Konsum und dem Lebensraum Wald vermitteln. Von einem intakten, vielfĂ€ltigen und lebendigen Wald profitieren alle. Er liefert gratis Leistungen wie gesunde Luft, Böden und Wasser“, so Holger MatthĂ€us, Vorsitzender des Klima-BĂŒndnis e. V. und Senator fĂŒr Bau und Umwelt der Hansestadt Rostock.
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Karlsruhe: "Waldbaden" stÀrkt Körper und Geist
Studien belegen gesundheitsfördernde Wirkung des Waldes

Wer sich in den Karlsruher WĂ€ldern bewegt, tut etwas fĂŒr seine Gesundheit. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen weisen nach, dass sich SpaziergĂ€nge im Wald positiv auf Herz, Immunsystem und Psyche auswirken. "Unser heimischer Wald ist Medizin fĂŒr den Menschen, nicht einmal verschreibungspflichtig, und er hat den ganzen Tag geöffnet ", meint Ulrich Kienzler, der Leiter des stĂ€dtischen Forstamtes.

Die japanische Regierung erkannte bereits 1982 die gesundheitsfördernde Wirkung des Waldes und prĂ€gte den Begriff des Shinrin-Yoku, was so viel bedeutet wie "Waldbaden". Es ist dort mittlerweile ein anerkannter Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Der Aufenthalt im Wald wirkt wie eine Art Aromatherapie, die auch das Immunystem stĂ€rkt. "Der Wald verspricht Ruhe und Erholung und hilft uns, Alltags-Belastungen wie Stress, Ängste und Aggressionen besser zu bewĂ€ltigen. Dabei ist es nicht einmal notwendig, sich körperlich besonders anzustrengen", sagt der Waldexperte weiter. Schon ein gemĂŒtlicher Waldspaziergang ohne Smartphone und Kopfhörer reiche aus. Und man könne zudem viele interessante Dinge wie eindrucksvolle Baumgestalten entdecken oder die vielen GerĂ€usche des Waldes bewusst wahrnehmen. Damit die Wald-Medizin keine schĂ€dlichen Nebenwirkungen bekommt, raten die Forstleute dazu, nach dem Aufenthalt im Wald den Körper nach Zecken abzusuchen.

Das stĂ€dtische Forstamt unterhĂ€lt auf den 4.620 Hektar Wald im Stadtgebiet etwa 250 Kilometer Waldwirtschaftswege und Spazierwege sowie zahlreiche WaldparkplĂ€tze und eröffnet so Waldbesucherinnen und -besuchern sowie Sporttreibenden einen einfachen, bequemen und darĂŒber hinaus kostenfreien Zugang zu einem wertvollen Erholungsraum. SitzbĂ€nke und andere Erholungseinrichtungen wie etwa WaldspielrĂ€ume bieten weitere Nutzungsmöglichkeiten in der Freizeit. Gerade jetzt im Sommer kann man also nicht nur im Schwimmbad, sondern auch im Wald baden gehen. Und das bei angenehmeren Temperaturen als in der Stadt und ungestört von der Holznutzung, die erst wieder im SpĂ€therbst beginnt.

Das Forstamt und die WaldpÀdagogik bieten viele Veranstaltungen rund um das Thema Wald an. Das Jahresprogramm mit den Veranstaltungshinweisen kann man auf der Homepage der WaldpÀdagogik Karlsruhe herunterladen.
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Strohballen-Lehmbau
Über „Strohballen-Lehmbau mit zertifiziertem Baustroh fĂŒr ökologisches Bauen, Umbauen und WĂ€rmedĂ€mmung“ berichtet Wolfgang Hees, Eichstetten a.K., Öko-Landwirt, Arbeitsgemeinschaft Baustroh-AG, Anwender und regionaler Erzeuger am Samstag, 24. Juni, 10.15 bis 11.45 Uhr in der UniversitĂ€t Freiburg i.Br., KollegiengebĂ€ude 1, Platz der UniversitĂ€t 3 Hörsaal 1015, beim Samstags-Forum Regio Freiburg. Anschließend um 13.00 Uhr gibt es in Eichstetten, Hauptstr. 57, eine FĂŒhrung zum Strohballen-Lehmbau mit zertifiziertem Baustroh und zum Solar-Lufttrockner sowie Solarstromspeicher des Anwesens. Zur FĂŒhrung ist Anmeldung erbeten an ecotrinova@web.de oder T. 0761-5950161 privat/AB. Der Eintritt ist frei. Schirmherrin des von ECOtrinova e.V. geleiteten Forums mit AGUS MarkgrĂ€flerland e.V., KlimabĂŒndnis Freiburg, Klimaschutzverein March e.V., Studierendenrat und Zentrum fĂŒr erneuerbare Energien der UniversitĂ€t sowie weiteren Vereinigungen ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.
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