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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
Windkraft: Wieder ohne den SĂŒdwesten
Bundesnetzagentur erteilt auch in der zweiten Ausschreibungsrunde keiner WEA in Baden-WĂŒrttemberg den Zuschlag

Viele hatten es befĂŒrchtet, aber die Hoffnung hielt sich bis zuletzt, dass Baden-WĂŒrttemberg in der zweiten Ausschreibungsrunde besser abschneiden wĂŒrde, als in der ersten, deren Ergebnisse Mitte Mai schon fĂŒr einige Aufregung gesorgt hatten. Denn das Bundesland ging auch da leer aus – dasselbe Schicksal ereilte lediglich ThĂŒringen, Sachsen und die Stadtstaaten.

Schon im Mai wurden Stimmen laut, die der Windbranche in Baden-WĂŒrttemberg das Ende prophezeiten und stark an der Realisierbarkeit der Klimaschutzziele zweifelten. Denn ĂŒber 96 Prozent des Zuschlagvolumens ging an BĂŒrgerenergiegesellschaften. So auch bei dieser zweiten Ausschreibungsrunde, deren Ergebnisse jetzt vorliegen und die ihnen erneut 95 Prozent des Zuschlagvolumens beschert. Die BĂŒrgerenergiegesellschaften haben nun fĂŒnf Jahre Zeit, eine Genehmigung zu erwirken und ihre Projekte in Betrieb zu nehmen. Was auf den ersten Blick wie eine demokratische BerĂŒcksichtigung der Underdogs wirkt, birgt das Potenzial, die Nutzung der Windkraft im SĂŒdwesten zum Erliegen zu bringen. Daher muss der Zubaudeckel dringend angehoben und eine Regionalquote eingefĂŒhrt werden, um den Zubau auch im SĂŒden weiterhin zu ermöglichen und die Klimaziele zu erreichen. Planung und Umsetzung von Windenergieanlagen sind fĂŒr BĂŒrgerenergiegenossenschaften schwieriger umzusetzen als fĂŒr grĂ¶ĂŸere Unternehmen. Das Ungleichgewicht bei den ZuschlĂ€gen zu ihren Gunsten kann zur Folge haben, dass nicht alle geplanten Anlagen gebaut und in Betrieb genommen werden. Finanzielle Großprojekte sind fĂŒr kleinere Genossenschaften wesentlich schwerer zu schultern als fĂŒr große Firmen.

Aber auch die Ă€chzen unter den Einbußen vergeblicher Planungen. Langes, kostspieliges Ringen um Genehmigungen, teure Standort- und UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfungen sowie die Zahlung von Gutachtern und SachverstĂ€ndigen bringen auch die Großen an den Rand finanzieller und personeller Belastbarkeit. Mehrere abgelehnte Projekte in Folge kann sich kaum jemand leisten.

Umso grĂ¶ĂŸer ist die EnttĂ€uschung, ja, auch Fassungslosigkeit angesichts der gerade von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Zahlen. „Hier will man offensichtlich die Nutzung der Windenergie in den sĂŒdlichen BundeslĂ€ndern abschaffen“, erklĂ€rt Christian Oberbeck, Landesvorsitzender des BWE Baden-WĂŒrttemberg. „Diese eindeutige Bevorzugung erneut von BĂŒrgerenergiegenossenschaften und die ZurĂŒckweisung wieder der sĂŒdlichen BundeslĂ€nder zementiert die Unterlegenheit des SĂŒdens fĂŒr viele Jahre und macht geplante Projekte vor Ort unmöglich. Wenn Deutschland die Klimaschutzziele tatsĂ€chlich erreichen will, ist diese Entscheidung ein großes RĂ€tsel“ fĂŒgt Oberbeck hinzu. „Hier herrscht dringender Handlungsbedarf fĂŒr die neue Bundesregierung. Der BWE freut sich auf konstruktive Diskussionen, um die Energiewende in Deutschland weiter voranzutreiben.“
 
 

 
GebĂ€ude-Allianz richtet fĂŒnf Kernforderungen an die kĂŒnftige Bundesregierung
GebÀudebereich muss klimaneutral und sozialvertrÀglich entwickelt werden

Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl fordert die GebĂ€ude-Allianz, ein einmaliger Zusammenschluss aus Mieterbund, Umwelt-, Industrie- und VerbraucherschutzverbĂ€nden, den Ausbau des klimaneutralen GebĂ€udebestands bis 2050 deutlich zu beschleunigen. Die von der Politik ergriffenen Maßnahmen hĂ€tten bislang nicht ausgereicht, die notwendige Verdopplung der Sanierungsrate einzuleiten und das energetische Niveau von Neubauten ausreichend zu erhöhen.

Einhellig warnten die VerbĂ€nde jedoch davor, Klimaschutz und bezahlbares Wohnen gegeneinander auszuspielen. „Ein klimaneutraler GebĂ€udebestand zu sozialvertrĂ€glichen Bedingungen ist kein Widerspruch“, erklĂ€rten die VerbĂ€nde. Entscheidend sei jedoch die Antwort auf die Frage, wie beide Ziele gemeinsam erreicht werden könnten – bei Neubauten wie auch bei der Sanierung von Altbauten. Nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes könnte hier die Einrichtung eines Drittelmodells helfen. Mit ihm könnten EigentĂŒmer, Mieter und Staat kĂŒnftig angemessen an den Kosten und ErtrĂ€gen energetischer Sanierungen beteiligt werden. Bislang tragen noch zu hĂ€ufig die Mieter die Hauptlast, wenn Sanierungskosten auf die Miete umgelegt werden.

Nach Ansicht der GebĂ€ude-Allianz muss die kommende Bundesregierung auch dringend ein neues GebĂ€udeenergiegesetz verabschieden. Trotz Drucks aus BrĂŒssel und einer Vereinbarung im Koalitionsvertrag habe die Große Koalition das Gesetz nicht umgesetzt. „Das ist bedauerlich, weil unnötig Zeit verloren wurde. Doch gleichzeitig bietet sich fĂŒr die kĂŒnftige Regierung nun die Chance, den deutschen GebĂ€udebestand mit Weitsicht weiterzuentwickeln. Im internationalen Vergleich kann Deutschland hier eine Vorreiterrolle einnehmen“, so Danny PĂŒschel, Koordinator der GebĂ€ude-Allianz und GebĂ€udeexperte beim NABU.

Die VerbĂ€nde fordern, im kĂŒnftigen GebĂ€udeenergiegesetz die bestehenden Gesetze zusammenzufĂŒhren und einen klaren politischen Rahmen zu setzen, wie Klimaziele und SozialvertrĂ€glichkeit gemeinsam erreicht werden können. Zudem mĂŒsse die Bundesregierung dafĂŒr sorgen, dass alle beteilten Gewerke – vom Handwerker bis zum Energieberater – besser qualifiziert werden, um energieffiziente Sanierungen zu gewĂ€hrleisten. Das bislang in der Ausbildung vermittelte Wissen sei hierzu unzureichend.

Nach wie vor ist der GebĂ€udebereich fĂŒr rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Auch die beim Heizen und KĂŒhlen der GebĂ€ude entstehenden Treibhausgasemissionen schlagen in der deutschen Klimabilanz massiv zu Buche. Daher komme dem GebĂ€udebereich, mit Blick auf das Pariser Klimaschutzabkommen, den nationalen Klimaschutzplan und die Energieeffizienzstrategie, eine entscheidende Rolle zu, so die VerbĂ€nde.

Die Forderungen der GebĂ€ude-Allianz im Überblick:

· Pariser Klimaschutzziele ernst nehmen und danach handeln
Der gebĂ€uderelevante Teil des Klimaschutzplans 2050 und die Energie-effizienzstrategie GebĂ€ude (ESG) mĂŒssen möglichst bald ĂŒberarbeitet werden – und zwar mit konkreten Maßnahmenpaketen. Die Ziele der ESG mĂŒssen an die Pariser Vereinbarungen angepasst und so umgesetzt werden, dass eine SozialvertrĂ€glichkeit im GebĂ€udesektor gewĂ€hrleistet wird.
Ziel des Pariser Abkommens ist es, bis 2050 „CO2-NeutralitĂ€t“ zu erreichen, also weltweit nicht mehr Kohlendioxid auszustoßen als gleichzeitig absorbiert wird. „In der Konsequenz muss bis spĂ€testens 2050 die WĂ€rme- und KĂ€lteversorgung durch Energieeinsparung, Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien nahezu vollstĂ€ndig dekarbonisiert werden. Das kann nur durch ambitionierte nationale Maßnahmen erreicht werden. Die bestehenden Ziele fĂŒr den GebĂ€ude- und WĂ€rmebereich wurden jedoch vor dem Pariser Abkommen zum weltweiten Klimaschutz formuliert und nach derzeitigem Stand wird Deutschland nicht einmal diese sehr schwachen Ziele erreichen. Und dies obwohl die Regierung sich mehrfach auf europĂ€ischer und internationaler Ebene fĂŒr den Klimaschutz stark gemacht hat. Die nĂ€chste Regierung muss deshalb schnell handeln, um den Worten auch Taten folgen zu lassen und die internationale GlaubwĂŒrdigkeit in Sachen Klimaschutz nicht zu verlieren. Wenn Deutschland beim Klimaschutz versagt und seine Vorreiterrolle verliert, könnte dies zu einer gefĂ€hrlichen Kettenreaktion in Europa fĂŒhren“, sagte Barbara Metz, stellvertetende BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Deutschen Umwelthilfe.

· GebÀudeenergiegesetz (GEG) sofort angemessen ausgestalten
Die Verabschiedung eines GebĂ€udeenergiegesetzes (GEG) zu Beginn der neuen Legislaturperiode muss PrioritĂ€t haben, um der GebĂ€ude-Energiewende einen verlĂ€sslichen und wegweisenden politischen Rahmen zu geben. Hierzu gehört auch die Festlegung der von der EU geforderten Nahenullnergie-Standards. Durch sie sollen alle Neubauten ab 2019/2021 den Anforderungen der Energie- und Klimaschutzziele 2050 gerecht werden. Dies ist bereits heute wirtschaftlich, vermeidet spĂ€tere, teure NachrĂŒstungen und begrenzt durch niedrige EnergieverbrĂ€uche und Eigenerzeugung die Systemkosten der Energiewende. Dazu sagte Christian Noll, geschĂ€ftsfĂŒhrender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF): „Das stĂ€ndige Hin und Her bei der Diskussion um GebĂ€udestandards hat jeglicher Planungssicherheit den Boden entzogen. Deshalb muss die nĂ€chste Bundesregierung schnell einen klaren Zielpfad fĂŒr das kommende Jahrzehnt festlegen. Das ist sie dem Klimaschutz, Mietern und EigentĂŒmern schuldig.“ Das GEG kann zudem auch eine gewisse Wirkung fĂŒr den GebĂ€udebestand entfalten durch die ÜberprĂŒfung von Ausnahmeregelungen, die Anreizung von individuellen SanierungsfahrplĂ€nen und einen gestĂ€rkten Vollzug.
· SozialvertrÀglichen Klimaschutz sichern
Klimaschutz und bezahlbares Wohnen beziehungsweise ein klimaneutraler GebĂ€udebestand zu sozialvertrĂ€glichen Bedingungen sind keine WidersprĂŒche. Notwendig sind im Mietwohnungsbereich Rahmenbedingungen, die EigentĂŒmer/Vermieter, Mieter und Staat angemessen an den Kosten und ErtrĂ€gen sowie ErtrĂ€gen und Vorteilen energetischer Sanierungen beteiligen (Drittelmodell). Bei Modernisierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand ist WarmmietenneutralitĂ€t anzustreben. Mietsteigerungen bei Transferleistungsbeziehern mĂŒssen mit einem Klimawohngeld und ModernisierungszuschlĂ€gen ausgeglichen werden. Die notwendige Schaffung von neuem Wohnraum muss mit den Erfordernissen des Klimaschutzes einhergehen.
Ulrich Ropertz, GeschĂ€ftsfĂŒhrer Deutscher Mieterbund (DMB): „In der letzten Legislaturperiode sind wir hier keinen Schritt weitergekommen. Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag, das Mietrecht entsprechend zu Ă€ndern, wurden nicht umgesetzt, scheiterten an der Union. Notwendig ist jetzt eine Begrenzung der MieterhöhungsspielrĂ€ume aufgrund von energetischen Modernisierungen und eine öffentliche Förderung, die gleichzeitig Vermieterinvestitionen spĂŒrbar anreizt und Mieter von hohen Wohnkosten entlastet.“

· Attraktives Investitionsklima schaffen und zielgenau beraten
Zum Erreichen der Energieeinsparziele im GebĂ€udebereich und einer Erhöhung der Sanierungsquote ist ein attraktives Investitionsklima mit klaren Anreizen nötig. Die Förderung der energetischen GebĂ€udesanierung muss daher weiterentwickelt und verstetigt werden. Sie muss die bestehenden Hemmnisse adressieren und sich verstĂ€rkt an nachweisbaren Ergebnissen ĂŒber den GebĂ€ude-Lebenszyklus orientieren. Die bereits vorhandenen Instrumente mĂŒssen besser verzahnt und nutzerfreundlicher ausgestaltet werden. So können sie gemeinsam mit einer qualitĂ€tsgesicherten, neutralen und individuellen Beratung ihr Aktivierungspotenzial ausschöpfen. Die energetische Modernisierung des Bestandes ist zusĂ€tzlich durch die EinfĂŒhrung einer steuerlichen Förderung fĂŒr energetische Modernisierungsmaßnahmen voranzutreiben. „Eine steuerliche Förderung macht HauseigentĂŒmern Lust auf sinnvolle Investitionen in Energieeffizienz. Die nĂ€chste Bundesregierung kann hier den Sanierungsstau endlich auflösen“, so Christian Noll (DENEFF). Staatliche Energiepreisbestandteile sollten hinsichtlich ihrer Anreizwirkung ĂŒberprĂŒft und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

· Gewerke qualifizieren und QualitÀt sichern
Um bei der Steigerung der Sanierungsrate eine qualitativ hochwertige Planung und AusfĂŒhrung zu sichern, braucht es eine groß angelegte Qualifizierungsoffensive fĂŒr exzellent ausgebildete FachkrĂ€fte. Eine Ausweitung der Baubegleitung sowie verstĂ€rkte Anstrengungen zur QualitĂ€tssicherung von Beratung und Umsetzung sind ebenfalls notwendig. Niedriginvestive Maßnahmen zur Steigerung der Transparenz von EnergieverbrĂ€uchen sollten zudem Standard werden, um eine solide Datenbasis fĂŒr kontinuierliche Beratung und Ergebniskontrollen zu haben.
Barbara Metz (DUH): „In einem dynamischen Prozess mĂŒssen Berufsbilder fĂŒr Modernisierung und gewerkeĂŒbergreifende Kooperation etabliert und bestehende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten qualitativ weiterentwickelt werden. Dies hilft auch, Bauberufe attraktiv zu halten, die Ausbildungszahlen zu steigern und so den nötigen Nachwuchs zu sichern. Ohne diesbezĂŒgliche Maßnahmen können wir den hohen Standard bei GebĂ€udesanierungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Sanierungsrate nicht beibehalten.“
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"Schuster bleib bei deinem Leisten"
Martin Herrenknecht von der Schwanauer Tunnelbohrfirma hat sich
mit großformatigen Zeitungsanzeigen recht unqualifiziert zur Nutzung
der Windenergie im Schwarzwald geĂ€ußert.

FĂŒr eine erfolgreiche Energiewende mĂŒssen auch die vorhandenen
windhöffigen Standorte in SĂŒdwestdeutschland genutzt werden!
Windkraftanlagen im Schwarzwald produzieren den elektrischen Strom
verbrauchernah und sparen den kostspieligen Energietransport ĂŒber
hunderte Kilometer mittels Höchstspannungsleitungen oder Herrenknecht-
Bohrlöchern fĂŒr Gleichstromkabel von der Nord- und Ostsee.
Hier gilt dringend die Maxime "Schuster bleib bei deinem Leisten":
Der Schwanauer Unternehmer wĂŒrde tausenden genervten Zugreisenden eine
dringend gewĂŒnschte Hilfe leisten, wenn er konstruktive Lösungen fĂŒr das
Desaster mit der Herrenknecht-Tunnelbohrmaschine unter den Gleisen der
Rheintalbahn in Rastatt beisteuern könnte.
Die versenkte Tunnelbohrmaschine verursacht tÀglich MillionenschÀden.

Erhard Schulz
Vorsitzender des Bundesverbands WindEnergie Region SĂŒdbaden
Kandelstraße 51, 79312 Emmendingen
07641-41252
 
Autor: Erhard Schulz, Vorsitzender des Bundesverbands Win

 
Auf dem Mundenhof wird die PrĂ€rieanlage vergrĂ¶ĂŸert
Da freuen sich nicht nur die Bisons: Auf dem MundenhofgelÀnde
wird ein nÀchster Entwicklungsschritt eingeleitet. Neben den
Tierarten soll sich zumindest in Teilbereichen auch die Vegetation
an dem Thema der LĂ€nder und Kontinente orientieren. Daher
wurde vor sechs Jahren der Versuch unternommen, eine
nordamerikanische PrÀrie anzulegen. Dieser Versuch ist mehr als
geglĂŒckt: Die gegen Trockenheit resistenten Stauden und GrĂ€ser
haben sich auf dem durchlÀssigen Schotterboden gut etabliert.
„Die BlĂŒtenpracht der Stauden sowie die winterlichen Farben der
GrÀser bereichern das Landschaftsbild des Tiergeheges um ein
weiteres“, freut sich UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik. Im
FrĂŒhjahr 2018 soll die bestehende, rund 270 Quadratmeter große
PrÀrieflÀche auf etwa 1000 Quadratmeter erweitert werden.

Die PrĂ€rie, abgeleitet vom Französischen „prairie“, was mit
„Wiese“ oder „Weide“ ĂŒbersetzt werden kann, ist der
nordamerikanische Anteil der Steppenzone der Erde. Sie umfasst
die Great Plains sowie die westliche GolfkĂŒstenebene.
Kennzeichnend fĂŒr diese Weidelandschaft ist ihre Baumarmut
sowie ihr geringer Gras- und Strauchbewuchs. Die begrenzte
Vegetation geht auf die kontinentale Lage, den Regenschatten der
Rocky Mountains und die damit verbundenen trockenen
Klimabedingungen (Wassermangel) zurĂŒck.

Vor der Besiedlung durch Euroamerikaner lebten hier vor allem
riesige Herden von Bisons und Gabelböcken sowie
Schwarzschwanz-PrÀriehunde. Durch die Ausbreitung des von
den Spaniern eingefĂŒhrten Pferdes vom Beginn des 17. bis Ende
des 18. Jahrhunderts entwickelten sich die Kulturen der PrÀrieIndianer,
deren Grundsicherung in erster Linie von Bison und
Pferd abhÀngig war. Mittlerweile werden die FlÀchen der
ursprĂŒnglichen PrĂ€rie hauptsĂ€chlich landwirtschaftlich genutzt.

Die gut an die Bedingungen der PrÀrie angepassten Bisons
wurden im 19. Jahrhundert durch weiße Siedler und das MilitĂ€r bis
auf wenige Reste systematisch ausgerottet. Von den ursprĂŒnglich
Millionen Tieren lebten 1894 in ganz Nordamerika noch rund
achthundert Exemplare. Ihre Zahl fiel bis zum Tiefststand 1902 auf
nur noch dreiundzwanzig. Zwischen 1992 und 1996 etablierten
verschiedene IndianerstĂ€mme etwa fĂŒnfzehn neue Bisonherden
mit einer Vervierfachung des Bestandes auf Indianerreservaten
und dank intensiver Schutzmaßnahmen gibt es heute im Mittleren
Westen der USA wieder Bisons im sechsstelligen Bereich.

Der Mundenhof im Westen von Freiburg ist mit seinen
ausgedehnten FlĂ€chen und einer GesamtgrĂ¶ĂŸe von 38 Hektar
zwar das grĂ¶ĂŸte Tiergehege Baden-WĂŒrttembergs, dennoch
unterschiedet er sich stark von einem klassischen Zoo: Auf dieser
FlÀche werden etwa rund dreihundert Tiere beherbergt. Dabei liegt
der Schwerpunkt des Mundenhof-Konzepts auf der Haltung von
Haus- und Nutztierarten aus aller Welt. Esel, Pferd, Schaf, Ziege,
Kuh, Kamel und Co. haben daher entsprechend große Gehege
und viel Platz. Außerdem sind die Tiere nicht in einzelnen
Gehegen untergebracht, sondern mit ihren Kollegen aus dem
jeweiligen Heimatgebiet dem sie angehören. So sind Yak und
Kaschmirziege im tibetischen Hochlandgehege beheimatet, Lamas
und Nandus dagegen im SĂŒdamerikabereich. Nordamerika
reprÀsentieren kleine Indianerpferde, Pintos genannt, und im extra
Gehege direkt nebenan die imposanten Bisons.

Die Idee war nun, in nÀchster NÀhe zu den Bisons eine
HochgrasprÀrie anzulegen. Die ausgewÀhlte FlÀche war Teil der
Freiburger Rieselfelder, die ĂŒber Jahrzehnte mit den AbwĂ€ssern
aus der Stadt beschickt wurde. Seit GrĂŒndung des Mundenhofs
1968 ist sie jedoch nicht mehr berieselt worden. Dennoch haben
die kieshaltigen Böden durch ihre Geschichte noch immer einen
hohen Stickstoff- und Phosphatgehalt. Der pH-Wert des Bodens
liegt bei etwa 5,8.

Im November 2011 wurde die rund 270 Quadrat metergroße
FlĂ€che fĂŒr die Aussaat vorbereitet. Dazu wurde der Oberboden abund
dreißig Zentimeter Sand aufgetragen, bepflanzt und besĂ€t.
Anschließend kam eine Mulchschicht aus Stroh darĂŒber. Nun war
Abwarten und Tee trinken angesagt, ob sich all die MĂŒhe gelohnt
hat. Sie hat: Ab MĂ€rz 2012 lugten erste kleine Keimlinge aus dem
Boden, die nach und nach mehr wurden. Und schon drei Monate
spĂ€ter, im Juni, zeigten sich erste BlĂŒten von Dreimasterblumen,
SonnenhĂŒten und vor allem einjĂ€hrige Rudbeckien, die die
gesamte FlĂ€che in ein gelbes BlĂŒtenmeer tauchten. Die Pflanzen
und Samen stammten aus dem Schau- und Sichtungsgarten
Weinheim.

Auch im Laufe der folgenden Jahre keimten weitere Arten. „Das ist
fĂŒr den Mundenhof ein weiterer Erfolg“, freut sich UmweltbĂŒrgermeisterin
Gerda Stuchlik, „Arten, denen die VerhĂ€ltnisse zu
trocken waren, sind zwar wieder verschwunden. Aber insgesamt
hat sich eine stabile HochgrasprĂ€rie entwickelt.“ Was vor sechs
Jahren als Versuch begann, hat sich als Erfolg herausgestellt und
so wird im FrĂŒhjahr 2018 die bestehende PrĂ€rieanlage auf rund
tausend Quadratmeter vergrĂ¶ĂŸert werden.

Derzeit leben sieben nordamerikanische Bisons im Tiergehege:
ein Bulle, vier KĂŒhe und zwei KĂ€lber. Meistens stehen oder liegen
sie auf der grĂŒnen Wiese. Doch wer öfters auf den Mundenhof
kommt, hat sie sicher schon in Aktion erlebt – was sehr imposant
ist – denn dann rennen sie voller Kraft ĂŒber ihr GelĂ€nde. Hier zeigt
sich, dass sie durchaus nicht die niedlichen Tierchen sind, fĂŒr die
sie viele Besucherinnen und Besucher halten. Im Gegenteil: Die
Bisons gehören zu den gefÀhrlichsten Tieren, die auf dem
Mundenhof leben und sollten daher absolut nicht gestreichelt
werden. FĂŒttern ist ohnehin verboten.

Die PrÀrieanlage ist ein gemeinsames Projekt der FreiburgMadison-Gesellschaft
mit dem Sister-City-Comitee und dem TierNatur-Erlebnispark
Mundenhof. Anlass dazu ist die StÀdtepartnerschaft
Freiburg-Madison, die im Jahr 2018 ihr 30-jÀhriges
Bestehen feiert.

Mit der VergrĂ¶ĂŸerung der PrĂ€rieanlage wird das Tiergehege eine
weitere Attraktion bekommen, die gut in das Mundenhof-Konzept
passt. SpÀtestens zur Eröffnung im Herbst 2018 wird durch die
bestehende PrÀrie ein Weg angelegt sein, so dass die Besucher
durch das mannshohe Gras laufen, und die nordamerikanische
PrÀrie hier in Freiburg erleben können. Ein weiterer Schritt wÀre,
dass auch auf der Bisonweide PrÀriepflanzen wachsen.
 
 

 
"NABU macht Meer"
Segeltour macht Halt in Kiel

NABU: Die HĂ€lfte fĂŒr die Natur – 50 Prozent der deutschen Meeresschutzgebiete mĂŒssen nutzungsfrei bleiben

Schweinswale, Rochen und Seevögel brauchen sichere LebensrÀume


Um auf die bedrohte Vielfalt in den heimischen Meeren aufmerksam zu machen, ist der NABU unterwegs auf einer zehntĂ€gigen Segelreise durch die Nord- und Ostsee. Zur Halbzeit der „NABU macht Meer-Tour“ machte die Crew des Traditionsseglers „Ryvar“ am heutigen Samstag in Kiel fest. Dort stand die Debatte um die Zukunft der deutschen Meeresschutzgebiete im Mittelpunkt. „Mindestens 50 Prozent der FlĂ€che der ausgewiesenen Meeresschutzgebiete Deutschlands mĂŒssen der Natur vorbehalten sein. Sonst können wir den zunehmenden Verlust der Artenvielfalt nicht stoppen. Es ist unertrĂ€glich, dass dort wo Schweinswale, Rochen und seltene Seevögel eine sichere Zuflucht finden sollen, tausende Schiffe fahren, Rohstoffe abgebaut und mit Grundschleppnetzen und Stellnetzen gefischt werden darf“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion vor dem Kieler Landtag diskutierte der NABU mit dem StaatssekretĂ€r des Bundesumweltministeriums Jochen Flasbarth und Vertretern des Landesumweltministeriums und des Deutschen-Segler-Verbands.

Etwa 45 Prozent der deutschen Nord- und Ostsee stehen unter dem Schutz von Natura 2000. Dazu zĂ€hlen die Meeresschutzgebiete nach Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz-Richtlinie. Doch bis heute stehen viele der bereits vor mehr als zehn Jahren ausgewiesenen FlĂ€chen nicht unter rechtlich-verbindlichem Schutz und haben kein regulierendes Management, welches die Artenvielfalt wirklich sichert. „Es ist traurig, dass erst ein Blauer Brief und ein Vertragsverletzungsverfahren aus BrĂŒssel dazu fĂŒhren, dass Bewegung in die Umsetzung des marinen Natura-2000-Netzwerkes kommt. Wir haben viel Zeit verloren und immer wieder blockieren sektorale Wirtschaftsinteressen und einzelne Ministerien dringend notwendige Meeresschutzmaßnahmen“, kritisierte Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte. Nach aktueller Roter Liste gelten ein Drittel der Arten und LebensrĂ€ume in Nord- und Ostsee als gefĂ€hrdet.

Neben der Diskussion um die Zukunft der Meeresschutzgebiete ging aus Kiel ein weiteres Signal zum Schutz von Nord- und Ostsee aus. In einem Schiffskorso segelten Aktive des Deutschen-Segler-Verbands, des Deutschen Kanu-Verbands und des Verbands Deutscher Sporttaucher gemeinsam mit dem NABU und der „Ryvar“ am Kieler Landtag ein. Das Bild steht fĂŒr das Engagement der VerbĂ€nde gegen die zunehmende VermĂŒllung der Meere, FlĂŒsse und Seen. Auf der gemeinsamen Internetplattform www.gewĂ€sserretter.de können MĂŒllfunde gemeldet, Reinigungsaktionen organisiert und nĂŒtzliche Tipps zur MĂŒllvermeidung abgerufen werden.
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Windpark Butendiek vertreibt Stern- und Prachttaucher
NABU: Streng geschĂŒtzten Seevögeln gehen 20 Prozent des Vogelschutzgebiets westlich von Sylt verloren

Der Offshore-Windpark Butendiek stellt einen massiven Eingriff in den Lebensraum seltener Pracht- und Seetaucher dar. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitmonitorings im Sylter Außenriff, das der Windparktbetreiber wpd durchfĂŒhren muss. Die Daten bestĂ€tigen die BefĂŒrchtungen des NABU, dass der Offshore-Windpark bedrohte Vogelarten aus ihrem Schutzgebiet in der deutschen Nordsee vertreibt. „Jetzt zeigt sich, dass durch Butendiek bis zu 20 Prozent des Schutzgebiets fĂŒr die Vögel unbrauchbar werden. Damit liegt ein klarer Verstoß gegen europĂ€isches und nationales Naturschutzrecht vor. Die verantwortlichen Behörden, das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und das Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN), mĂŒssen sofort handeln“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Die vom BSH und wpd zur VerfĂŒgung gestellten Daten wurden im Rahmen der „NABU macht Meer-Tour“ bei einem FachgesprĂ€ch am Montagnachmittag in Husum vor Gutachtern, NaturschĂŒtzern und Wissenschaftlern und der Windenergiebranche vorgestellt. Danach werden seltene Seetaucherarten in einem Umkreis von 2,5 Kilometern um die Windenergieanlagen vollstĂ€ndig vertrieben. Bis in ĂŒber zehn Kilometer Entfernung wurden drastisch weniger Vögel gezĂ€hlt als bei frĂŒheren Beobachtungen. Damit gehen den Vögeln etwa 600 Quadratkilometer ihres RĂŒckzugsraums verloren, das entspricht knapp 20 Prozent des fĂŒr sie ausgewiesenen Schutzgebiets. Das gleiche Bild ergibt sich fĂŒr Zwergmöwen, Trottellummen und Tordalken. Im Zusammenspiel mit weiteren an das Vogelschutzgebiet angrenzenden Windparks kommt es durch Butendiek zu großflĂ€chigen Verschiebungen der VogelbestĂ€nde in der deutschen Nordsee.

„Wir sind froh, dass dem NABU nach monatelangem Tauziehen die Daten zur VerfĂŒgung gestellt wurden und wir die fachliche Debatte um die Auswirkungen der Windkraft in sensiblen Gebieten beginnen können. Die Daten bestĂ€tigen den NABU darin, die Umweltschadensklage gegen den Offshore-Windpark Butendiek fortzufĂŒhren“, so NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff. Die Klage am Oberverwaltungsgericht MĂŒnster befindet sich derzeit in der zweiten Instanz.

Im Husumer FachgesprĂ€ch wurde deutlich, dass mehr Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen notwendig und gewĂŒnscht ist und zeigte, dass ein Defizit beim Austausch wichtiger Umweltdaten besteht. Deutlich wurde auch, dass es sehr schwer werden wird, den nachgewiesenen Umweltschaden im Vogelschutzgebiet zu kompensieren. Dabei reichte die Diskussion von einer Anpassung der Schutzgebietsgrenzen, ĂŒber den Ausschluss von Fischerei und Schifffahrt bis zum TeilrĂŒckbau der Windenergieanlagen.
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Besser weiden im Kappler Tal
Umweltschutzamt setzt sich fĂŒr artenreiche Allmendweiden im BiosphĂ€rengebiet ein

Landwirt bewirtschaftet schĂŒtzenswertes Kulturgut im Kappler Tal

FĂŒr den Erhalt eines einzigartigen Natur- und Kulturguts vor den
Toren Freiburgs setzen sich das Umweltschutzamt Freiburg, der
Landwirt Andreas Steiert aus Kappel und die Ortsverwaltung
Kappel ein. Landwirt Steiert konnte fĂŒr die Idee gewonnen werden,
eine rund 21 Hektar große Weide im Kappler Großtal langfristig mit
seinen Rindern zu beweiden. „Allmendweiden sind das
Alleinstellungsmerkmal des vor wenigen Wochen mit dem
UNESCO-Siegel ausgezeichneten BiosphÀrengebiets
Schwarzwald“, sagt UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik. „Mit
UnterstĂŒtzung von Landwirt Steiert kann der Artenreichtum an
Pflanzen und Tierarten der Weiden sowie das einzigartige
Landschaftsbild erhalten bleiben.“

Allmendweiden sind großflĂ€chige Almen in Hochlagen, die einst von
mehreren Bauern gemeinschaftlich genutzt wurden. In großen
Herden trieben die Landwirte der Umgebung ihr Vieh – meist
traditionelle Rinderrassen wie das HinterwÀlder-Rind und das
VorderwĂ€lder-Rind – auf die Weiden. Diese naturnahe
Bewirtschaftung hat dazu gefĂŒhrt, dass ein Terrain entstanden ist,
das sich durch eine große Arten- und Lebensraumvielfalt sowie
einzigartige Landschaftsbilder auszeichnet. Hier wachsen seltene
KrÀuter- und Grasarten wie Orchideen oder Borstgras sowie die
Weidbuchen, die mit ihren breiten Kronen und teils mehreren
StĂ€mmen sofort ins Auge springen. Ihre eigentĂŒmliche,
verschnörkelte Form verdanken sie den Rindern, weil sie gerne die
BlÀtter und jungen Triebe der wachsenden Buchen fressen
(Verbiss). Ab einer gewissen Breite des Gehölzes schafft es der
Leittrieb aber,
außerhalb der Reichweite der RindermĂ€uler in die Höhe zu
wachsen.

Wegen ihrer Artenvielfalt und ihrer landschaftsprÀgenden Struktur
gelten Allmendweiden als besonders schĂŒtzenswert. Unter den
gegenwÀrtigen Bedingungen lohnt die Bewirtschaftung aus
wirtschaftlicher Sicht aber kaum noch und die Weidfelder wachsen
langsam mit Gehölzen zu. Deshalb ist es eine Herausforderung, die
Allmenden nachhaltig zu nutzen und in ihrer Eigenart und Vielfalt
dauerhaft zu erhalten. In Kappel wirtschaftet Andreas Steiert noch
als einziger Haupterwerbslandwirt, der mit seinen Tieren die
AllmendflÀchen beweidet. Ganz im Sinne der Allmende bringt aber
auch ein weiterer Nebenerwerbslandwirt nun seine Tiere wieder auf
die Weide.

Dank der Lage der Allmendweiden im BiosphÀrengebiet ist es dem
Umweltschutzamt gelungen fĂŒr das Kappler Tal eine finanzielle
Förderung ĂŒber die Landschaftspflegerichtlinien des Landes BadenWĂŒrttemberg
zu organisieren. Somit ist die Beweidung der FlÀchen
fĂŒr den Landwirt wieder wirtschaftlich attraktiv. Das entspricht auch
dem Konzept des Umweltschutzamtes fĂŒr das Kappler Tal, das seit
2002 umgesetzt wird. Ziel ist es die FlÀchen nicht zuwachsen zu
lassen sondern als offene Wiesen zu erhalten.

„Allmendweiden sind eine schĂŒtzenswerte RaritĂ€t, seitdem sich die
Landwirtschaft in den Steillagen der Mittelgebirge zurĂŒckgezogen,
die Nutzung verĂ€ndert sowie die biologische Vielfalt zurĂŒckgebildet
hat“, erklĂ€rt Harald Schaich, der Leiter der Abteilung Naturschutz im
Freiburger Umweltschutzamt. Das Umweltschutzamt hat sich fĂŒr
dieses nachhaltige Nutzungskonzept entschieden, weil man
ĂŒberzeugt ist, dass sich die Zusammenarbeit mit ansĂ€ssigen
Landwirten fĂŒr die Landwirtschaft, den Naturschutz sowie die
Bewohner und Naherholungssuchenden im Kappler Tal gleichwohl
lohnen wird.

FĂŒr den Landwirt Andreas Steiert gehören Allmendweiden zur
Tradition der Landwirte im Schwarzwald und zur Kulturlandschaft,
die diese Region prÀgt. Aus dieser Motivation heraus macht er bei
dem Projekt mit. Damit das Konzept dauerhaft trage, sind fĂŒr ihn
aber auch die Verbraucher gefragt, regionale Produkte zu kaufen
und hierfĂŒr einen fairen Preis zu zahlen.

Das 63.000 Hektar umfassende BiosphĂ€rengebiet SĂŒdschwarzwald
wurde vor wenigen Wochen offiziell von der UNESCO anerkannt
und in das weltweite Netz der BiosphÀrenreservate aufgenommen.
Es erstreckt sich ĂŒber achtundzwanzig Gemeinden in den
Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und WaldshutTiengen
und einen Teil der Stadt Freiburg. Die Höhenunterschiede
in dem Gebiet reichen von 310 bis 1.420 Meter – das ist der grĂ¶ĂŸte
Höhenunterschied einer Mittelgebirgslandschaft in Deutschland.

Die Stadt Freiburg liegt mit der gesamten Gemarkung FreiburgKappel
und dem Stadtwalddistrikt Schauinsland im BiosphÀrengebiet.
Mit den ĂŒber 50 Hektar AllmendflĂ€chen im Kappler Großtal
und auf der HolzschlÀgermatte am Schauinsland trÀgt die Stadt
zum Erhalt des UNESCO-BiosphĂ€rengebietes bei, das ĂŒber die
Grenzen Europas hinaus bekannt ist.
 
 

 
Keiner macht weniger MĂŒll im Land
Freiburg ist Spitzenreiter. Zumindest wenn es um die
MĂŒllvermeidung geht. Mit einer Abfallmenge von 109
Kilogramm Rest- und SperrmĂŒll pro Person liegt die Stadt an
erster Stelle unter den kreisfreien GroßstĂ€dten in BadenWĂŒrttemberg.
Damit produzieren die Freiburgerinnen und
Freiburger 32 Kilogramm weniger Abfall als ihre
MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger im Land. Der Mittelwert in
Baden-WĂŒrttemberg liegt bei 141 Kilogramm pro Person und
somit um 29 Prozent höher.

Diese Zahlen veröffentlichte das baden-wĂŒrttembergische
Umweltministerium Baden-WĂŒrttemberg Ende Juli.
UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik zeigt sich erfreut ĂŒber
das erneut gute Ergebnis und sieht darin eine BestÀtigung des
Freiburger AbfallgebĂŒhrensystems, bei dem sich die Kosten
nach HaushaltsgrĂ¶ĂŸe und RestmĂŒllmenge richten und damit
Abfallvermeidung belohnt wird. „Nicht zuletzt ist dies auch ein
großer Erfolg der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, denen ich dafĂŒr
danken möchte“, betont Stuchlik.


Ein fester Bestandteil des Freiburger
Abfallwirtschaftskonzeptes ist die separate Erfassung und
Verwertung von BioabfÀllen. Die bundesweite Pflicht besteht
nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz erst seit dem 1. Januar
2015. Die Freiburger Haushalte sammeln diese werthaltigen
organischen AbfÀlle bereits seit 1997! Rund 15.250 Tonnen
BioabfÀlle wurden 2016 in der BioabfallvergÀrungsanlage
Reterra angeliefert und konnten energetisch genutzt und zu
Kompost weiterverarbeitet werden. Mit einer Pro-Kopf-Menge
von 67 Kilogramm rangiert Freiburg damit ebenfalls auf dem
ersten Tabellenplatz unter den kreisfreien GroßstĂ€dten und
sammelte pro Kopf 37 Prozent mehr Bioabfall als der
Landesdurchschnitt. Das Land will die Sammelmenge bis
2020 auf jÀhrlich 60 Kilogramm pro Einwohner steigern -
Freiburg erfĂŒllt dieses Ziel bereits seit vielen Jahren.

Mit insgesamt 19.625 Tonnen Altpapier sammeln die
Freiburgerinnen und Freiburger in 2016 wie im Vorjahr pro
Kopf 87 Kilogramm und somit rund 10 Prozent mehr als der
Landesdurchschnitt. Die Altglasmenge rangiert mit 6.518
Tonnen und 29 Kilogramm pro Einwohner ebenfalls rund 11
Prozent ĂŒber dem Durchschnitt in Baden-WĂŒrttemberg.

ZusÀtzlich stehen den Freiburgern drei stÀdtische
Recyclinghöfe, ein Netz von Altglas- und
GrĂŒnschnittcontainern und die seit 2014 im Stadtgebiet
aufgestellten Wertstoffinseln zur VerfĂŒgung. Hier können
neben Altglas und Altkleidern auch ElektrokleingerÀte und
Eisenschrott haushaltsnah abgegeben werden. Diese
dezentralen Entsorgungsmöglichkeiten erleichtern den
BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern die Abfalltrennung und fĂŒhren noch
mehr verwertbaren Abfall in den Wertstoffkreislauf zurĂŒck.
 
 



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