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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
NABU kritisiert Offshore-Forderungen der KĂŒstenlĂ€nder
Tschimpke: Ausbau erneuerbarer Energien ist kein Selbstzweck

Berlin/Cuxhaven – Der NABU kritisiert die Forderung der norddeutschen BundeslĂ€nder, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Obergrenze von 15 Gigawatt Offshore-Windstrom bis 2030 zu kippen. In dem heute unterzeichneten Cuxhavener Appell 2.0. heißt es, dass vorhandene ProduktionskapazitĂ€ten, Kosteneinsparpotentiale und AbsatzmĂ€rkte fĂŒr Zulieferer einen Ausbau von 30 Gigawatt notwendig machen wĂŒrden. Der NABU sieht durch die PlĂ€ne die NaturvertrĂ€glichkeit der Energiewende gefĂ€hrdet.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Der Ausbau erneuerbarer Energien ist kein Selbstzweck, und billig ist nicht immer gut. Die KĂŒstenlĂ€nder und die Branche tĂ€ten gut daran, unsere energiepolitischen Ziele zusammen mit den meerespolitischen Verpflichtungen Deutschlands zu denken und die Energiewende nicht zu einem Konjunkturprogramm fĂŒr schlingernde Energiekonzerne und klamme KĂŒstenkommunen zu machen. Ja, die Offshore-Windkraft muss ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten, aber der Ausbau hat naturschutzfachliche Grenzen. Nord- und Ostsee sind zu wertvoll, um allein zu Industrieparks degradiert zu werden.“

Mit dem derzeitigen Ausbauszenario von 15 Gigawatt wĂŒrden bereits auf etwa sieben Prozent der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee Windenergieanlagen stehen. Mehr kann das angeschlagene Ökosystem nach Meinung des NABU aktuell nicht leisten. JĂŒngste Untersuchungen aus dem Offshore-Windpark Butendiek im Sylter Außenriff zeigen, dass insbesondere die Auswirkungen auf die Vogelwelt schwerwiegender sind als vorhergesagt.
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Postenwechsel
Cornelia Lutz, stellvertretende Leiterin des Garten- undTiefbauamtes, wird ab 1. November Leiterin des Gartenamts in Karlsruhe

Zum ersten November wird Cornelia Lutz die Leitung des Gartenamtes in Karlsruhe ĂŒbernehmen. Im Sommer 2015 war Lutz als stellvertretende Amtsleiterin des Garten- und Tiefbauamtes sowie Leiterin der Abteilung GrĂŒnflĂ€chen nach Freiburg gekommen. Davor hatte die in Bretten geborene Landschaftsarchitektin viele Jahre in der freien Wirtschaft in NĂŒrnberg und Freising sowie als wissenschaftliche Assistentin an der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen gearbeitet. Seit 2012 war Lutz stellvertretende Leiterin des Sachgebiets „Planung und Bau GrĂŒn“ bei der Stadtverwaltung NĂŒrnberg. Dort verantwortete sich innerhalb des Sachgebiets die Leitung des Bereichs Objektplanung mit dem Neubau und der Sanierung der öffentlichen GrĂŒnflĂ€chen. Außerdem arbeitete sie in der Projektentwicklung und GrĂŒnkonzeption.

In Karlsruhe ĂŒbernimmt Lutz ein Amt mit 300 Mitarbeitenden. Der VorgĂ€nger geht in den Ruhestand. Lutz wird die Verantwortung fĂŒr die Pflege, Sicherung und Entwicklung der ĂŒber 1.000 Hektar stĂ€dtischen GrĂŒnflĂ€chen mit Parks, Freizeit- und Spielanlagen ĂŒbernehmen. Dazu gehören auch die GrĂŒnflĂ€chen des Zoologischen Stadtgartens.

BaubĂŒrgermeister Prof. Martin Haag freut sich, dass Lutz dieser Karrieresprung gelungen ist, dankt ihr fĂŒr die in Freiburg geleistete Arbeit und wĂŒnscht ihr fĂŒr den weiteren Weg alles Gute.
 
 

 
Freiburg weiterhin fĂŒhrend beim Recyclingpapier
Papieratlas 2017: StÀdte erreichen neuen Rekord beim Einsatz von Recyclingpapier

Berlin, 13.09.2017 – Die Stadt Freiburg gehört als „Mehrfachsieger“ auch 2017 zu den „Recyclingpapierfreundlichsten StĂ€dten Deutschlands“. Zum siebten Mal in Folge bestĂ€tigte die Stadt ihre herausragenden Leistungen im Rahmen des diesjĂ€hrigen Papieratlas-StĂ€dtewettbewerbs. Die weiteren „Mehrfachsieger“ sind Essen, Bonn, Halle (Saale), Erlangen und Siegen. Den Titel „Recyclingpapierfreundlichste Stadt 2017“ erhielt Solingen. Potsdam wurde als „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet.

Der Papieratlas wird seit zehn Jahren von der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen StĂ€dtetag sowie dem Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebund durchgefĂŒhrt. Im JubilĂ€umsjahr beteiligten sich erstmals ĂŒber 100 Groß- und MittelstĂ€dte am Wettbewerb. Auch die durchschnittliche Recyclingpapierquote der StĂ€dte erreicht mit 86,13 Prozent einen neuen Rekord.

Die Verwendung von Recyclingpapier ist eine besonders einfache und effektive Maßnahme fĂŒr den Schutz natĂŒrlicher Ressourcen. Höchste ökologische Anforderungen und beste QualitĂ€t garantiert dabei das Umweltzeichen Blauer Engel. Die Herstellung von Recyclingpapier spart im Vergleich zu Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser. Die Stadt Freiburg erzielte durch die Verwendung von Recyclingpapier im Jahr 2016 eine Einsparung von ĂŒber 5,4 Millionen Liter Wasser und mehr als 1,1 Millionen kWh Energie.

Auch fĂŒr die Hochschulen fĂŒhrt die IPR seit 2016 gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt und dem Deutschen Hochschulverband einen Wettbewerb um höchste Recyclingpapierquoten durch. Als diesjĂ€hrige Siegerin wurde die UniversitĂ€t OsnabrĂŒck ausgezeichnet.
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NABU: Studie belegt geringes Interesse der Automobilindustrie an E-Autos
Miller: Hersteller verfehlen selbstgesteckte Ausbauziele. Bundesregierung muss verbindliche Quote fĂŒr Elektroautos einfĂŒhren

Berlin/Frankfurt am Main – AnlĂ€sslich der internationalen Automobilmesse IAA in Frankfurt am Main kritisiert der NABU die halbherzige Produktpolitik der Pkw-Hersteller im Bereich der alternativen Antriebe. Laut einer Anfang September veröffentlichten Studie von Transport & Environment (T&E), dem Partnerverband des NABU in BrĂŒssel, fehlt es allen Versprechen der Autoindustrie zum Trotz an einer vielfĂ€ltigen Modellauswahl von Elektroautos. Derzeit stehen in Europa gerade einmal 20 Pkw-Modelle mit Elektromotor zum Verkauf, im Vergleich zu rund 420 Modellen mit Verbrennungsmotor. E-Autos wĂŒrden beim Vertrieb und bei den Werbebudgets systematisch hinten angestellt, so T&E. In AutohĂ€usern seien Elektrofahrzeuge oftmals gar nicht erst ausgestellt und Kunden wĂŒrden durch sehr lange Lieferzeiten abgeschreckt.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Automobilindustrie ist weit von ihrer groß angekĂŒndigten ‚Elektro-Offensive’ entfernt. Stattdessen setzen gerade deutsche Autohersteller weiterhin lieber auf rentable Dieselmodelle, die nachweislich die Luft in unseren StĂ€dten verpesten. Sie verkennen die Zeichen der Zeit und drohen mittelfristig auf den WeltmĂ€rkten ins Hintertreffen zu geraten.“ Erste LĂ€nder wie Frankreich oder Großbritannien hĂ€tten bereits Ausstiegsdaten fĂŒr Verbrennungsmotoren genannt, die chinesische Regierung wiederum betreibe bereits den gezielten Aufbau der eigenen Industrie rund um das Elektroauto.

Gerade einmal rund zwei Prozent ihres Marketingbudgets setzen Autohersteller laut T&E-Studie im Schnitt dafĂŒr ein, um in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Norwegen sogenannte Null-Emissions-Fahrzeuge in Deutschland zu bewerben. Entsprechend deutlich verfehlten die Hersteller ihre selbstgesteckten Absatzziele fĂŒr Elektroautos: Im Schnitt hĂ€tten die Hersteller fĂŒr das Jahr 2016 angestrebt, den Anteil von Elektrofahrzeugen an verkauften Pkw auf 3,6 Prozent zu erhöhen, tatsĂ€chlich jedoch nur 1,7 Prozent erreicht. Auch die Bundesregierung hĂ€tte zuletzt ihr Ziel, bis 2020 eine Million E-Fahrzeuge auf die Straße zu kriegen, kassieren mĂŒssen.

Daniel Rieger, NABU-Verkehrsreferent: „Die kĂŒnftige Bundesregierung muss alle Autohersteller zu einer konsequenten Modellpolitik in Richtung effizienter, emissionsfreier Antriebe anhalten. Dazu gehört, die CO2-Grenzwerte fĂŒr Pkw weiter zu verschĂ€rfen und eine Quote fĂŒr Null-Emissions-Fahrzeuge von 15 bis 20 Prozent fĂŒr das Zieljahr 2025 einzufĂŒhren. Dann werden die Hersteller auch endlich anfangen, ihre Elektroautos ordentlich zu bewerben und zu vertreiben, was dem Klima und der Gesundheit der Menschen in den StĂ€dten zu Gute kommen wird.“
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Von Hirten und Wölfen - Vielfalt behĂŒten
Wolf / Foto: J. Borris, nabu
 
Von Hirten und Wölfen - Vielfalt behĂŒten
VerbÀnde veröffentlichen gemeinsames Eckpunktepapier

Berlin, 31.08.17: Der Wolf ist zurĂŒck in Deutschland und stellt die Weidetierhaltung vor Herausforderungen. Am Donnerstag veröffentlichten acht VerbĂ€nde in Berlin erstmals eine gemeinsame Stellungnahme auf Bundesebene: Bundesverband BerufsschĂ€fer, der Deutsche Tierschutzbund, die UmweltverbĂ€nde NABU, IFAW, WWF und BUND sowie der Deutsche GrĂŒnlandverband und der Ökologische Jagdverband.

„Die RĂŒckkehr des Wolfes nach Deutschland und der Erhalt von artenreichen, extensiv bewirtschafteten GrĂŒnland-Biotopen sind zwei Seiten derselben Medaille. Es ist an der Zeit zusammen zu arbeiten, im gemeinsamen Interesse von Weidetierhaltern, TierschĂŒtzern, JĂ€gern und NaturschĂŒtzern. Unser Papier ist der Beginn dieser Zusammenarbeit“, erklĂ€rten die Verbandsspitzen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.

Im Interesse des Artenschutzes und der Weidetierhaltung sehen die unterzeichnenden VerbĂ€nde die PrĂ€vention und Kompensation von WolfsĂŒbergriffen auf Weidetiere als eine zentrale Aufgabe des Wolfsmanagements. Sie erkennen den Schutzstatus des Wolfes im geltenden Recht an. Außerdem unterstreichen sie, dass die Akzeptanz des Wolfes durch die Bevölkerung der lĂ€ndlichen Regionen unabdingbar fĂŒr seine erfolgreiche RĂŒckkehr ist. Aus Sicht der VerbĂ€nde kann daher die begrĂŒndete Entnahme von Einzelwölfen durch Experten notwendig werden, insbesondere zum Erhalt der Weidetierhaltung und ihrer ökologischen Leistungen, sofern sĂ€mtliche zumutbaren Alternativen ausgeschöpft sind.

Laut der VerbĂ€nde ist die extensive Weidetierhaltung unersetzlich, als besonders naturvertrĂ€gliche Form der Landnutzung fĂŒr Natur und Landschaft. Betriebe dieser Art stĂŒnden vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen: „Die Weidetierhaltung benötigt dringend zukunftsfĂ€hige Perspektiven. Dazu zĂ€hlt die Vermeidung und EntschĂ€rfung von Konflikten mit dem Wolf. Wirtschaftliche Benachteiligungen von Weidetierhaltern in Wolfsgebieten mĂŒssen angemessen und unbĂŒrokratisch aufgefangen werden.“

Die VerbĂ€nde fordern die Einrichtung eines nationalen Zentrums fĂŒr Herdenschutz. Damit sollen Erfahrungen zentral gebĂŒndelt und in die WolfsmanagementplĂ€ne der LĂ€nder eingebracht werden. Entscheidend sei darĂŒber hinaus ein unbĂŒrokratischer Herdenschutz. Schadensausgleiche fĂŒr WolfsĂŒbergriffe sollten möglichst schnell erfolgen, nicht nur fĂŒr Tierverluste, sondern auch fĂŒr weitere betriebliche SchĂ€den, die durch den Wolf verursacht wurden. „Herdenschutz muss fachgerecht, in Wolfsgebieten flĂ€chendeckend und den jeweiligen Bedingungen angepasst sein. Weidetierhalter brauchen dafĂŒr geeignete ZĂ€une, ausgebildete Herdenschutzhunde, Schulung und Beratung. Nicht nur die Einrichtung, sondern auch der Unterhalt von Herdenschutz muss zukĂŒnftig gefördert werden“, so die VerbĂ€nde.

Die VerbĂ€nde fordern eine Anpassung der Tierschutz-Hunde-Verordnung, um fachgerecht Herdenschutzhunde einsetzen zu können. „Das Tierschutzrecht muss den BedĂŒrfnissen dieser Hunde entsprechen, ohne fachgerechten Herdenschutz zu behindern.“

Abschließend fordern die VerbĂ€nde Bund und die LĂ€nder auf, sich fĂŒr die Schaffung eines Instrumentes zur Förderung des Herdenschutzes in der Gemeinsamen Agrarpolitik der EuropĂ€ischen Union einzusetzen.
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Freiburg: Weitere BekĂ€mpfung der Asiatischen TigermĂŒcke
Experten informieren und suchen vor Ort und suchen nach vorhandenen BrutstÀtten

Die Asiatische TigermĂŒcke im Umfeld der Kleingartenanlage Hettlinger soll weiter bekĂ€mpft werden. Dazu werden von Montag, 11. bis Freitag, 15. September, etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur BekĂ€mpfung der Schnakenplage (KABS) die Anwohnerinnen und Anwohner rund um die Kleingartenanlage Hettlinger befragen.

Die Asiatische TigermĂŒcke gilt als ÜbertrĂ€ger von Viren, die Dengue- oder Chikungunya-Fieber auslösen können. Die KABS hatte gemeinsam mit dem GFS-Institut fĂŒr Dipterologie in Speyer bereits im letzten Jahr versucht, die Ausbreitung der TigermĂŒcke einzudĂ€mmen. Da dies nicht in GĂ€nze gelungen ist, muss diese auch in diesem Jahr bekĂ€mpft werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen die Ausbreitung der TigermĂŒcke verhindern und das aktuelle Vorkommen dokumentieren. Im Rahmen dieses Monitorings werden die Mitarbeiter an den HĂ€usern rund um die Kleingartenanlage Hettlinger klingeln und die Anwohnerinnen und Anwohner informieren und zudem auch nach Zutritt zum Garten fragen, um dort vorhandene BrutstĂ€tten der TigermĂŒcke zu untersuchen. Die Mitarbeiter können sich ausweisen.

Bitte erlauben Sie den Mitarbeitern das Betreten Ihres GrundstĂŒcks. Gerne können Sie auch einen Termin unter der Telefonnummer der KABS unter 06232/890950 vereinbaren.
 
 

94 Schreiadler hat der NABU seit 2004 von Hand aufgezogen und ausgewildert
Schreiadler - Foto: NABU/Thomas Krumenacker
 
94 Schreiadler hat der NABU seit 2004 von Hand aufgezogen und ausgewildert
Berlin – Mitte August hat der NABU acht weitere junge Schreiadler nördlich von Berlin erfolgreich ausgewildert. Damit erhöht sich die Zahl der seit 2004 durch die NABU-Arbeitsgruppe Greifvogelschutz in Brandenburg freigelassenen Jungvögel auf 94.

Die winzige Restpopulation des Schreiadlers in Deutschland ist vom Aussterben bedroht. Die verbliebenen gut 100 Brutpaare in Nordost-Deutschland bilden zugleich die Westgrenze der Verbreitung dieser fast ausschließlich in Europa brĂŒtenden Vogelart. Um die Population zu stĂŒtzen, fĂŒhrt der NABU ein Programm zur Handaufzucht und Auswilderung zweitgeborener Schreiadler-KĂŒken durch. Diese hĂ€tten ohne Hilfe keine Überlebenschance, da Schreiadler grundsĂ€tzlich nur eines von zwei Jungen aufziehen.

Von den bisher ausgewilderten Jungvögeln stammten 36 aus Nestern in Brandenburg, 50 weitere wurden aus Lettland importiert, wo der Schreiadler noch in grĂ¶ĂŸerer Zahl vorkommt. Die acht Jungvögel des aktuellen Jahres stammen erstmals aus SĂŒdost-Polen.

In Brandenburg brĂŒten etwa 20 Schreiadlerpaare. Mit dem Aufzuchtprogramm konnte der NABU die Zahl der dort flĂŒgge gewordenen Jungvögel in den vergangenen 14 Jahren um ĂŒber 70 Prozent erhöhen. Gleichzeitig setzt sich der NABU fĂŒr den Schutz der Brut- und Jagdgebiete sowie gegen Wilderei und schlecht platzierte Windkraftanlagen ein, damit die Art in Deutschland ĂŒberleben kann. Der Beginn des Aufzuchtprogramms wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Deutsche Wildtierstiftung unterstĂŒtzt.
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Bilanz der UmweltverbÀnde
Verkehrs-, Agrar- und Klimapolitik unter Kanzlerin Merkel ohne Weitblick. KĂŒnftige Bundesregierung muss umsteuern

Berlin, 5. 9. 2017. Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) hat gemeinsam mit dem Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), Greenpeace und WWF Deutschland eine Bilanz der Umweltpolitik in der zurĂŒckliegenden Legislaturperiode gezogen und zentrale Forderungen an die kĂŒnftige Bundesregierung vorgestellt.

„Mit einer Landwirtschaft, die die GewĂ€sser verseucht, einer Verkehrspolitik, die die Luft vergiftet und einer Klimapolitik, die Wirtschaftsinteressen statt des Klimas schĂŒtzt, liegen die Herausforderungen auf der Hand. Mit Lippenbekenntnissen sind die umweltpolitischen Krisen nicht zu bewĂ€ltigen. In der kommenden Legislaturperiode mĂŒssen endlich die Ziele, die sich die Bundesregierung gesetzt hat, in konkrete Maßnahmen ĂŒbersetzt werden. Wer jetzt erneut auf die Strategie der langen Bank setzt, ohne die Probleme im Kern anzugehen, handelt grob fahrlĂ€ssig. So verliert nicht nur die Umweltpolitik jede GlaubwĂŒrdigkeit, sondern die Politik insgesamt“, sagte DNR-PrĂ€sident Kai Niebert.

Die VerbĂ€nde sind sich einig, dass die Ziele des Pariser Weltklimavertrages und der beim G7-Gipfel in Elmau 2015 beschlossene Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas durch den Umbau von SchlĂŒsselsektoren wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft umgesetzt werden mĂŒssen. Dazu gehörten ein sozialvertrĂ€glicher Ausstieg aus der besonders klimaschĂ€dlichen Kohle und eine Agrar- und Verkehrswende hin zu umweltfreundlicheren Formen der Landwirtschaft und MobilitĂ€t sowie ein Ende umweltschĂ€dlicher Subventionen. Die UmweltverbĂ€nde fordern insbesondere in der Landwirtschaftspolitik einen Paradigmenwechsel.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte: „Die Bundesregierung muss sich endlich von dem Leitbild agrarindustrieller Entwicklung verabschieden. Das derzeitige Agrarsystem produziert Billigfleisch mit hohen gesellschaftlichen Kosten. Von der Massentierhaltung ĂŒber den Verlust der Artenvielfalt bis zum Höfesterben: Die ökologischen und wirtschaftlichen Probleme in der Landwirtschaft sind allesamt verknĂŒpft. Deshalb muss die nĂ€chste Bundesregierung sie in der Gesamtheit angehen. Ohne ein konsequentes Umsteuern in der Agrarpolitik und besonders bei der Massentierhaltung haben wir bei den drĂ€ngendsten Umweltthemen unserer Zeit, dem Schutz des Klimas und der Artenvielfalt, kaum eine Chance.“

Auch NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke betonte, dass aus Umwelt- und Verbrauchersicht der Kurswechsel in der Agrarpolitik ganz oben auf der PrioritĂ€tenliste stehen mĂŒsse. „Rund die HĂ€lfte Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Auf Millionen Hektar hat hier eine fehlgeleitete Subventionspolitik dazu gefĂŒhrt, dass FlĂ€chen immer intensiver genutzt werden, Insekten rasend schnell verschwinden und Grundwasser verschmutzt wird. Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung diese Alarmsignale anerkennt und die Agrar-Lobby ihr kurzsichtiges Festhalten am Status Quo und dem Prinzip 'wachse oder weiche' aufgibt. Am Ende sind es auch die Bauern, die auf eine intakte Natur angewiesen sind, auf die Leistungen der Bienen und gesunde Böden. Die Agrarwende muss daher im Interesse von Landwirten und Verbrauchern gleichermaßen liegen. Mit ihr muss eine deutlich bessere Förderung der wichtigen Naturschutzleistungen der Landwirte einhergehen.“

Angesichts knapper werdender Ressourcen und umweltschĂ€dlicher Subventionen von ĂŒber 57 Milliarden Euro in den vergangenen Jahren sprechen sich die VerbĂ€nde zudem fĂŒr eine nachhaltige Finanzreform aus. Am effektivsten sei diese, wenn sich Steuern und Abgaben am Verursacherprinzip orientieren. DarĂŒber hinaus sollten Subventionen fĂŒr fossile EnergietrĂ€ger und der Steuervorteil fĂŒr Dieselfahrzeuge zurĂŒckgenommen werden, um dem Staat finanzielle FreirĂ€ume fĂŒr den Klimaschutz und den sozialen Ausgleich zu verschaffen.

Um das Klimaziel fĂŒr das Jahr 2020 noch zu halten, sei es nötig, endlich aus der schĂ€dlichen Kohleverstromung auszusteigen und einen sozial gerechten Strukturwandel in den Braunkohleregionen einzuleiten. Der Ausbau der erneuerbaren Energien mĂŒsse vorangetrieben werden, ohne den Naturschutz zu vernachlĂ€ssigen. „Die Klimaschutzbilanz der aktuellen Bundesregierung ist verheerend: Wenn jetzt nichts geschieht, wird das Klimaziel fĂŒr 2020 weit verfehlt. Deutschland verbrennt mehr schmutzige Braunkohle als jedes andere Land der Welt und unser CO2- Ausstoß ist seit 2009 nicht gesunken. Damit die Bundesregierung international glaubwĂŒrdig fĂŒr den Klimaschutz kĂ€mpfen kann, muss sie endlich auch zu Hause handeln. Deutschland braucht ein Sofortprogramm Klimaschutz 2020 - mit dem Kohleausstieg im Mittelpunkt“, sagte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland.

Die VerbĂ€nde fordern die neue Bundesregierung auf, die Gesundheit und LebensqualitĂ€t der Menschen in den Mittelpunkt einer Verkehrswende zu stellen und auch im Verkehrsbereich einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. „Die Bundesregierung muss heute den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor planen, damit die deutschen Autokonzerne auch ĂŒbermorgen noch ein GeschĂ€ftsmodell haben. MobilitĂ€t muss kĂŒnftig ohne Öl auskommen. Nur so leisten die Hersteller einen Beitrag zum Klimaschutz und zu besserer Luft in unseren StĂ€dten“, sagt Greenpeace-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Sweelin Heuss.

Die UmweltverbĂ€nde treten als Interessenvertretung von ĂŒber zehn Millionen Mitgliedern auf und sind eine bedeutende zivilgesellschaftliche Stimme in Deutschland.
 
 



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