oekoplus - Freiburg
Dienstag, 19. Februar 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

NABU gibt herbstliche Tipps fĂŒr den Naturgarten
Hochbeet mit Trockenmauer / Foto: NABU, Sebastian Hennigs
 
NABU gibt herbstliche Tipps fĂŒr den Naturgarten
Interaktive Gartenkarte zeigt, was jetzt im naturnahen Garten getan werden sollte

Berlin – Im Herbst gibt es viel zu tun im Garten. Im Naturgarten darf es der GĂ€rtner aber etwas entspannter angehen lassen, denn hier wird nicht alles abgerĂ€umt, was nicht mehr blĂŒht. Der NABU zeigt zum Herbstanfang auf einer interaktiven Gartenkarte, was im Naturgarten noch erledigt werden sollte, bevor der Winter Einzug hĂ€lt.

Auf www.NABU.de/gartenkarte können sich HobbygĂ€rtner informieren, wo und was im Garten jetzt noch getan werden kann, damit die Ernte in der nĂ€chsten Saison ĂŒppig ausfĂ€llt und sich Insekten, Vögel und KleinsĂ€uger im Garten wohlfĂŒhlen. Spaten-Symbole, die an verschiedenen Stellen im virtuellen Garten platziert sind, fĂŒhren zu den NABU-Gartentipps.

So wird erklĂ€rt, warum Laub – ein Ärgernis fĂŒr manche GĂ€rtner – im Naturgarten sehr willkommen ist. Es gehört ins Hochbeet oder als Frostschutz unter Hecken. Igel sind dankbar, wenn sie in einer ruhigen Gartenecke einen Laubhaufen vorfinden.

Ein weiteres Tipp: Wer GrĂŒndĂŒngung auf die abgeernteten Beete sĂ€t, tut dem Boden Gutes. „GrĂŒndĂŒngung sind Pflanzen, die Stickstoff aus der Luft sammeln, wie beispielsweise die Winterwicke. Auch Feldsalat gehört zu den winterharten GrĂŒndĂŒngungspflanzen“, sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. „Sie speichern den Stickstoff in ihren Wurzeln, verbessern so die BodenqualitĂ€t und lockern ihn gleichzeitig.“

HobbygĂ€rtner erfahren auch, was sie mit Ast- und Heckenschnitt machen können. Im Naturgarten gibt es fĂŒr diesen „Abfall“ vielfĂ€ltige Einsatzmöglichkeiten. Er kann zum Bau eines neuen Hochbeets genutzt oder als Benjeshecke locker aufgeschichtet werden. Vögel und KleinsĂ€uger fĂŒhlen sich in so einer Totholzhecke sehr wohl.

VerblĂŒhte Stauden dĂŒrfen im Naturgarten ruhig stehen bleiben. Die SamenstĂ€nde bieten im Winter Nahrung fĂŒr viele Gartenvögel. In den StĂ€ngeln ĂŒberwintern zudem zahlreiche Insekten. Gehölze können jetzt im Herbst gepflanzt werden, besonders empfehlenswert fĂŒr den Naturgarten sind frĂŒhblĂŒhende Gehölze wie Weide und Kornelkirsche, die Insekten im FrĂŒhjahr erste Nahrung bieten.

Bei aller herbstlichen Gartenarbeit sollte die Entspannung aber nicht zu kurz kommen – wer naturnah gĂ€rtnert, darf ruhig mal Harke, SĂ€ge und Spaten liegen lassen und einfach nur die letzten schönen Tage im Garten genießen.

Alle Gartentipps fĂŒr einen entspannten Herbst im Naturgarten im Internet ...
Mehr
 

 
NABU-Stiftung erhÀlt 526 Hektar ehemalige MilitÀrflÀchen in Rheinland-Pfalz
Unselt: Ehemalige militĂ€rische ÜbungsplĂ€tze als RĂŒckzugsrĂ€ume fĂŒr die Natur dauerhaft sichern

Berlin/Koblenz – Drei große ehemalige militĂ€rische ÜbungsplĂ€tze in Rheinland-Pfalz werden als Nationales Naturerbe erhalten. 235 Hektar auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz, 153 Hektar bei Westerburg sowie 138 Hektar bei Saarburg werden kĂŒnftig in der Obhut der NABU-Stiftung liegen. Die Übertragung an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe wird heute mit der feierlichen Unterzeichnung einer Vereinbarung durch Ministerialdirektorin Dr. Elsa Nickel vom Bundesumweltministerium, Staatsministerin Ulrike Höfken, Vorstandsmitglied der Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben (BImA) Paul Johannes Fietz und dem Vorsitzenden der NABU-Stiftung Christian Unselt ermöglicht. „Wir freuen uns sehr ĂŒber die ersten StiftungsflĂ€chen in Rheinland-Pfalz und werden diese ökologisch wertvollen Gebiete als RĂŒckzugsrĂ€ume fĂŒr die Natur dauerhaft sichern“, so Stiftungsvorsitzender Christian Unselt.

Viele ehemalige MilitĂ€rgebiete gelten heute als wertvolle Naturrefugien im dicht besiedelten Deutschland, weil sie kaum von Straßen zerschnitten werden und oftmals große FlĂ€chen umfassen. Zudem wurden sie ĂŒber Jahrzehnte nicht intensiv landwirtschaftlich genutzt und mit DĂŒnger oder Pestiziden belastet. So entwickelte sich auch der ehemals von der Bundeswehr genutzte PanzerĂŒbungsplatz „Schmidtenhöhe“ bei Koblenz zu einem einzigartigen Naturparadies fĂŒr viele seltene Arten wie Wendehals, Gelbbauchunke oder Übersehenes Knabenkraut, einer stark gefĂ€hrdeten Orchideenart. Auch die streng geschĂŒtzte Wildkatze zieht regelmĂ€ĂŸig und ungestört durch das einstige MilitĂ€rgebiet.

Bereits seit 2009 engagiert sich der NABU Rheinland-Pfalz auf der BImA-FlĂ€che mit einem Beweidungsprojekt fĂŒr die Offenhaltung der Landschaft auf der Schmidtenhöhe. Als neuer EigentĂŒmer wird die NABU-Stiftung das Beweidungsprojekt weiter ausweiten sowie mit einer Schafbeweidung ergĂ€nzen, um die Artenvielfalt der mageren Wiesen zu erhalten. Die naturnahen LaubmischwĂ€lder wird die NABU-Stiftung der ungestörten Entwicklung ĂŒberlassen. „FĂŒr die Öffentlichkeit wird die Schmidtenhöhe weiterhin ĂŒber einen Rundwanderweg als Naherholungsgebiet zugĂ€nglich bleiben“, versichert Stiftungsvorsitzender Christian Unselt.

Ministerialdirektorin Dr. Elsa Nickel (Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit): „Das Nationale Naturerbe ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte des Naturschutzes in Deutschland. Über bald zehn Jahre hinweg ist es uns gelungen, rund 156.000 Hektar bundeseigener FlĂ€che aus der Privatisierung zu nehmen und dauerhaft dem Naturschutz zu widmen. Gerade die aufgegebenen MilitĂ€rflĂ€chen konnten wir auf diese Weise fĂŒr den Naturschutz sichern.“

Die rheinland-pfĂ€lzische Umweltministerin Ulrike Höfken begrĂŒĂŸte die Übertragung der ehemaligen TruppenĂŒbungsplĂ€tze und Nationalen NaturerbeflĂ€chen an die NABU-Stiftung. „Durch die militĂ€rische Nutzung sind wertvolle LebensrĂ€umen seltener Tier- und Pflanzenarten entstanden. Gemeinsam können wir diese NaturschĂ€tze langfristig sichern und im Sinne der BiodiversitĂ€tsziele des Landes entwickeln. Der NABU hat sich dabei schon bisher als verlĂ€sslicher und kompetenter Partner erwiesen, zum Beispiel in der halboffenen Weidelandschaft Schmidtenhöhe. Hier sorgen Taurusrinder und Konikpferde im grĂ¶ĂŸten Beweidungsprojekt in Rheinland-Pfalz dafĂŒr, die Landschaft offen und insbesondere fĂŒr eine artenreiche Vogel- und Amphibienfauna zu erhalten. Wir werden die Arbeit des NABU weiterhin unterstĂŒtzen“, erklĂ€rte Höfken und bedankte sich fĂŒr die gute Zusammenarbeit.

„Es freut mich, dass wir heute weitere NaturerbeflĂ€chen offiziell an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe ĂŒbergeben können. Die BImA wird mit ihrem GeschĂ€ftsbereich Bundesforst dadurch auf noch mehr FlĂ€chen als bisher naturschutzfachlich fĂŒr die NABU-Stiftung tĂ€tig sein“, sagte BImA-Vorstandsmitglied Paul Johannes Fietz. „Mit Abschluss der dritten Tranche ist die BImA insgesamt auf rund 90.000 Hektar Dienstleisterin und Partnerin fĂŒr die neuen FlĂ€cheneigentĂŒmer im Nationalen Naturerbe.“

Hintergrund Nationales Naturerbe
Das „Nationale Naturerbe“ sind rund 156.000 Hektar wertvolle NaturflĂ€chen im Bundeseigentum, die der Bund unentgeltlich an LĂ€nder und Naturschutzorganisationen ĂŒbertrĂ€gt. Hierzu zĂ€hlen ehemals militĂ€risch genutzte Gebiete, das „GrĂŒne Band“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, FlĂ€chen aus dem DDR-Volksvermögen sowie stillgelegte Braunkohletagebaue in Ostdeutschland. FĂŒr einen Teil der ehemaligen MilitĂ€rflĂ€chen, die sogenannte Bundeslösung (rund 33.000 Hektar), ĂŒbernimmt der Bund selbst die Pflege und Entwicklung der FlĂ€chen.
 
 

Karlsruhe: ElektromobilitÀt - Stadt testet Post-E-Mobil
Elektrofahrzeug fĂŒr stĂ€dtische Poststelle / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: ElektromobilitÀt - Stadt testet Post-E-Mobil
OberbĂŒrgermeister Dr. Frank Mentrup gibt Startschuss

FĂŒr einen dreiwöchigen Testlauf nahm OberbĂŒrgermeister Dr. Frank Mentrup am Mittwoch ein neues Elektrofahrzeug fĂŒr die stĂ€dtische Poststelle offiziell in Betrieb. Der Kleintransporter ist das erste von mehreren Autos, das die Mitarbeiter der Dienststelle bis Jahresende Probe fahren. Mit der geplanten Neuanschaffung sollen ab 2018 im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sukzessive drei VW-Busse ersetzt werden, die der Stadt Karlsruhe aktuell zur VerfĂŒgung stehen.

Das Modell „Work“ wird vom Unternehmen Streetscooter in Zusammenarbeit mit der RTWH Aachen am Standort Aachen produziert. Es fĂ€hrt rein elektrisch, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde und hat eine Reichweite von 80 bis 120 Kilometer. Bei der Deutschen Post sind die Fahrzeuge bereits seit 2012 im Einsatz.

Zum Hintergrund:

Im Jahr 2015 ebnete der Gemeinderat den Weg fĂŒr den Einstieg der Stadt Karlsruhe in die E-MobilitĂ€t. Inzwischen verfĂŒgt die Stadt ĂŒber fĂŒnf Elektroautos im Fahrzeugpool, zwei Hybridfahrzeuge und ein Elektrofahrzeug fĂŒr die Fahrbereitschaft im Rathaus sowie fĂŒnf Elektrolastenfahrzeuge fĂŒr das Friedhofs- und Bestattungsamt. Zudem konnte die Ladeinfrastruktur aufgebaut werden: Sechs Ladestationen mit einer Leistung von 22 Kilowatt befinden sich im Rathaus-Innenhof, sechs weitere mit einer Leistung von elf Kilowatt in der StĂ€ndehaus-Parkgarage sowie zwei Ladepunkte beim Amt fĂŒr Abfallwirtschaft.

zum Bild oben:
OberbĂŒrgermeister Dr. Frank Mentrup (vorne) gab am Mittwoch gemeinsam mit Hauptamtsleiter Martin Wiederkehr (links) und Bernhard Kaltenbrunner von der Deutschen Post AG den Startschuss fĂŒr die dreiwöchige Testphase des stĂ€dtischen Elektro-Postautos. / Foto: Stadt Karlsruhe
 
 

 
Klimabilanz fĂŒr das Jahr 2014 & FortfĂŒhrung der Freiburger Klimaschutzstrategie
Neueste Zahlen zum CO2-Ausstoß: Emissionen pro Kopf seit 1992 um 30 Prozent gesunken

Stadt fĂŒhrt zum ersten Mal Erfolgsmonitoring der seit 2014 umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen durch und legt eine Gesamtschau aller bis 2020 geplanten Maßnahmen zum Klimaschutz vor

OB Salomon: Der bisherige Erfolg unserer Klimaschutzstrategie beruht auf dem Engagement vieler Akteure. Um das Ziel der KlimaneutralitĂ€t bis 2050 zu erreichen, mĂŒssen wir aber auch massiv vom Land, dem Bund und der EU unterstĂŒtzt werden

BĂŒrgermeisterin Stuchlik: Das integrierte Klimaschutzkonzept von 2007 soll ab Januar 2018 unter Beteiligung von Experten und der BĂŒrgerschaft fortgeschrieben werden

Die Freiburger CO2-Bilanz wurde aktualisiert. Es liegen nun Zahlen fĂŒr die Jahre 2013 und 2014 vor. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde diese Bilanzierung vom Ifeu-Institut aus Heidelberg als unabhĂ€ngigem Gutachter erstellt.

In der aktuellen Klimabilanz von 2014 sind gegenĂŒber dem Basisjahr 1992 die CO2-Emissionen pro Einwohner um 30 Prozent zurĂŒckgegangen. Die CO2-Emissionen sind in diesem Zeitraum von 11,38 Tonnen pro Einwohner auf 7,97 Tonnen pro Einwohner gesunken. Damit setzt sich der seit 1992 kontinuierlich rĂŒcklĂ€ufige Trend fort, so das Fazit des IfeuInstituts.

Im Jahr 2014 wurden in Freiburg insgesamt 1,756 Millionen Tonnen CO2 emittiert. 21,9 Prozent entfallen auf den Verkehr, 19,2 Prozent auf Industrie und der ĂŒberwiegende Teil von 58,9 Prozent auf Haushalte und Gewerbe. Die Zahlen fĂŒr die Gesamtemissionen stagnieren seit 2010, was vor allem daran liegt, dass die Erfolge bei CO2-Einsparungen durch die kontinuierlich steigende Einwohnerzahl und die damit verbundene grĂ¶ĂŸere Nachfrage nach Energie kompensiert werden.

Durch den Einsatz erneuerbarer Energien werden pro Jahr 38.000 Tonnen CO2 vermieden. Weiterhin konnten im Vergleich zur herkömmlichen WÀrmeversorgung durch die FernwÀrmeanlagen und durch die vielen dezentralen Blockheizkraftwerke jÀhrlich 68.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die CO2-Emissionen des Verkehrs sind in den letzten Jahren auf konstantem Niveau geblieben. Die großen Erfolge im Bereich des Ausbaus umweltfreundlicher VerkehrstrĂ€ger, wie Stadtbahn und Radverkehr, werden durch den Anstieg der Pkw-Zahlen und des Autoverkehrs aufgehoben.

Unter der BerĂŒcksichtigung, dass die Stadt weiter wĂ€chst und immer mehr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger hier leben, ist der bisher erreichte RĂŒckgang der CO2-Emissionen in Freiburg ein positives Ergebnis. Dennoch mĂŒssen die BemĂŒhungen im Klimaschutz auf allen Ebenen weiter verstĂ€rkt und intensiviert werden.

UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik: „FĂŒr unser mittelfristiges Ziel, bis 2030 die CO2-Emissionen um 50 Prozent zu senken, mĂŒssen wir zusĂ€tzliche Maßnahmen und Projekte anstoßen und umsetzen. Daher wollen wir ab Herbst das Klimaschutzkonzept unter Beteiligung aller relevanten Stakeholder-Gruppen fortschreiben“.

Erfolgsmonitoring
Die im Jahr 2007 erarbeitete Klimaschutzstrategie der Stadt Freiburg ist mittlerweile zehn Jahre alt. Daher war jetzt der richtige Zeitpunkt eine Standortbestimmung durch das Umweltschutzamt gemeinsam mit anderen beteiligten Ämtern sowie den stĂ€dtischen Gesellschaften durchzufĂŒhren. Wo stehen wir bei der Umsetzung des damaligen Maßnahmenplans? Es hat sich gezeigt, dass die geplanten Maßnahmen inzwischen weitgehend umgesetzt worden sind. Zudem wurden von vielen Akteuren noch zahlreiche weitere Maßnahmen aufgegriffen. Über die Jahre 2014 bis 2016 wurden dadurch insgesamt 67 Projekte erfolgreich realisiert.

„Der bisherige Erfolg unserer Freiburger Klimaschutzstrategie beruht auf dem beeindruckenden Engagement vieler Freiburgerinnen und Freiburger, vieler stĂ€dtischer Ämter und Gesellschaften sowie zahlreichen Einrichtungen und Unternehmen. Diese unterschiedlichen Akteure mĂŒssen wir auch kĂŒnftig einbinden, um unser ambitioniertes Ziel einer klimaneutralen Stadt bis 2050 zu erreichen. Dazu mĂŒssen wir aber auch vom Land, dem Bund und der EU massiv unterstĂŒtzt werden“, so OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon.

Ein Ă€ußerst relevanter Bereich fĂŒr den Klimaschutz ist der Energieverbrauch in GebĂ€uden. Die 2009 beschlossenen und 2012 ĂŒberarbeiteten Freiburger Effizienzhausstandards fĂŒr neue Wohn- und BĂŒrogebĂ€ude sowie die Energiekonzepte bei neuen BebauungsplĂ€nen sind zentrale Steuerungselemente der Stadtverwaltung. Die Anforderungen liegen deutlich ĂŒber den allgemein gĂŒltigen gesetzlichen Standards. Angesichts der regen BautĂ€tigkeit in Freiburg sind die CO2-Einsparungen daher erheblich.

Bei den stĂ€dtischen GebĂ€uden konnte die Vorgabe - 50 Prozent Reduktion von CO2-Emissionen bis 2030 - bereits heute fast erreicht werden. Durch den Bezug des neuen Rathauses im StĂŒhlinger, das als Netto-Plus Energiehaus gebaut wurde, sind kĂŒnftig weitere Einsparungen zu erwarten. FĂŒr den derzeit in Planung befindlichen Neubau der Staudinger-Gesamtschule soll der Plusenergie-Standard erreicht werden. Bei Neubauten gilt: Die Passivhausbauweise ist grundsĂ€tzlich umzusetzen. FĂŒr Sanierungen in bestehenden GebĂ€uden strebt die Stadt grundsĂ€tzlich Passivhausstandard an. Die stĂ€dtischen GebĂ€ude werden seit 2012 zudem mit 100 Prozent zertifiziertem Ökostrom versorgt. Der Einsatz von Blockheizkraftwerken in stĂ€dtischen GebĂ€uden, zuletzt mit drei bis vier Neuanlagen jĂ€hrlich, trĂ€gt ebenfalls zu Einsparungen bei.

Bei den bestehenden privaten GebĂ€uden hat das Förderprogramm „Energiebewusst Sanieren“ seit 2002 rund 10 Prozent der Freiburger EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer erreicht. Die Sanierungsquote in Freiburg ist im bundesdeutschen Vergleich deutlich ĂŒberdurchschnittlich.

Die Freiburger Stadtbau (FSB) hat von 2014 bis 2016 insgesamt 681 Wohnungen energetisch saniert sowie 754 neue Wohnungen im Freiburger Effizienzhausstandard gebaut oder umgebaut. Bis 2024 will die FSB insgesamt 29 neue GebÀude mit knapp 3000 Wohnungen errichten.

In den vergangenen drei Jahren investierte die Badenova erheblich in FernwÀrmenetze in Landwasser, Weingarten, im Vauban und im Stadttheater. Damit konnten 18.250 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Das Heizkraftwerk der Uni-Klinik hat seit 2011 die Verfeuerung von Steinkohle eingestellt. Das Heizkraftwerk wird inzwischen zu 20 Prozent mit Industrieholzpellets und zu 80 Prozent mit Erdgas betrieben. Das war der grĂ¶ĂŸte Klimaerfolg der vergangenen Jahre in Freiburg. Rund 45.000 Tonnen CO2 pro Jahr beziehungsweise 2,5 Prozent bezogen auf die Gesamtemissionen der Stadt wurden mit der UmrĂŒstung eingespart.

Gewerbe und Industrie erhielten in den vergangenen Jahren UnterstĂŒtzung durch verschiedene stĂ€dtische Angebote, wie dem erfolgreichen Programm „ECO-fit“, sowie dem Nachfolgeprojekt „Energieeffizienznetzwerk“ oder dem Projekt „Klimamanager fĂŒr Kliniken“.

Ein bundesweit herausragendes Projekt im Bereich Gewerbe und Industrie ist der „Green Industry Park“, in dem seit 2013 das Umweltschutzamt gemeinsam mit der FWTM, der Badenova und dem Fraunhofer ISE sowie den im Industriegebiet Nord ansĂ€ssigen Unternehmen Konzepte fĂŒr ein energie- und ressourceneffizientes Industriegebiet entwickelt hat. Ein weiteres ambitioniertes Projekt wird in den kommenden Jahren der Aufbau eines neuen FernwĂ€rmenetzes zur Nutzung der AbwĂ€rme der Rhodia sein, die bisher weitgehend ungenutzt verloren ging. Damit soll kĂŒnftig unter anderem das neue SC-Stadion sowie die Messe versorgt werden. Seit Juli gibt es zudem eine stĂ€dtische Klimaschutzmanagerin fĂŒr die Umsetzung weiterer Maßnahmen und Ausweitung des Projekts auf andere Gewerbegebiete - beginnend mit dem Gewerbegebiet Haid.

Im Bereich erneuerbare Energien/Solarstrom wird die stĂ€dtische PV-Kampagne, die in diesem Jahr fĂŒr Besitzerinnen und Besitzer von WohngebĂ€uden gestartet ist, ab Herbst auch auf die Industrie und das Gewerbe ausgeweitet. Außerdem wird mit diversen Veranstaltungen eine zweite Offensive bei Hausbesitzern gestartet. Schließlich soll das Thema „Mieterstrom“ in die PV-Kampagne integriert werden. Auch eine Ausweitung der Kampagne in die angrenzenden Landkreise wird derzeit diskutiert.

Auf dem GelĂ€nde der ehemaligen HausmĂŒlldeponie Eichelbuck werden durch die ASF und die ASF Solar erhebliche Mengen regenerativer Energien gewonnen: Durch die energetische Nutzung von Deponiegas (ab 1991), den Bau einer Aufbereitungsanlage fĂŒr Speisereste und LebensmittelabfĂ€lle (2007) sowie die Inbetriebnahme von Freiburgs grĂ¶ĂŸter Photovoltaikanlage mit 2,6 Megawatt Leistung (2011).

Im Rahmen der Teilfortschreibung des FlĂ€chennutzungsplans Windkraft sollen auf fĂŒnf FlĂ€chen Standorte fĂŒr sieben bis elf Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Die Stromerzeugung aus Windkraft könnte damit unter optimalen Voraussetzungen von aktuell rund 1 Prozent auf etwa 8,8 Prozent gesteigert werden.

Weitere wichtige Schritte wurden im MobilitĂ€tsbereich umgesetzt: Beispielsweise sei der Ausbau des ÖPNV und hier des Straßenbahnnetzes mit der Fertigstellung des Rotteckrings und der Stadtbahn Messe durch die VAG, der Ausbau des Radwegenetzes mit den Radvorrangrouten, aber auch die Schaffung weiterer Car-Sharing-ParkplĂ€tze oder die AktivitĂ€ten der VAG zu „FREI.MOBIL“ genannt. Den Bereich der E-MobilitĂ€t werden die Verwaltung und die stĂ€dtischen Gesellschaften durch die Beschaffung von Elektrofahrzeugen in großem Umfang unterstĂŒtzen. DafĂŒr investiert die Stadt auch in die eigene Ladeinfrastruktur. Die seit Anfang 2017 vorliegenden Ergebnisse des Modal-Splits belegen, dass diese bisherige Strategie in Bezug auf das Verkehrsverhalten der Freiburger BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sehr erfolgreich ist.

Maßnahmen bis 2020
Parallel hat die Stadtverwaltung mit allen betroffenen Ämtern und Tochtergesellschaften einen vorlĂ€ufigen Maßnahmenplan fĂŒr die nĂ€chsten Jahre erstellt. In diesem sind aktuell ĂŒber 90 Projekte aufgelistet. Allerdings zeigt die Analyse der CO2-Bilanz auch, dass weiterhin viel im Klimaschutz investiert werden muss, um die KlimaneutralitĂ€t bis 2050 zu erreichen.

Fortschreibung Klimaschutzkonzept
Freiburg war eine der ersten bundesdeutschen StĂ€dte, die zwei neue Stadtteile, Rieselfeld und Vauban, in Niedrigenergiebauweise errichtete. Dieses damals noch weitgehend unbekannte energieeffiziente Bauen war wegweisend und hat national aber auch international viel zum Ruf Freiburgs als Umwelthauptstadt beigetragen. In diesem Jahr feiern die Freiburger Effizienzhausstandards ihr 25-jĂ€hriges JubilĂ€um. Und mit der aktuellen Entwicklung des neuen Stadtteils Dietenbach ist die einmalige Chance gegeben, die Weichenstellungen fĂŒr eine nachhaltige und klimaneutrale Stadtentwicklung bereits von Beginn an in der Konzeption und Planung vorzunehmen. Doch auf diesen Erfolgen will sich die Stadt Freiburg nicht ausruhen. Daher soll das Klimaschutzkonzept der Stadt Freiburg aus dem Jahr 2007 fortgeschrieben werden. Bei positivem Votum des Gemeinderats soll der Prozess im Januar 2018 starten.

Entscheidende Impulse des politischen Prozesses gingen in Freiburg immer schon vom Bewusstsein und Lebensstil der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sowie von dem Engagement vieler relevanter Akteure aus. Diese auch kĂŒnftig einzubinden und dadurch das in Freiburg besonders ausgeprĂ€gte ökologische Bewusstsein fĂŒr neue Maßnahmen und Impulse zu mobilisieren, gehört zur Fortschreibung der Freiburger Klimaschutzstrategie dazu. HierfĂŒr sind Veranstaltungen zur BĂŒrgerbeteiligung, Workshops sowie eine Online-Plattform vorgesehen, an denen sich die interessierten Freiburgerinnen und Freiburger sowie Experten umfassend beteiligen können.

Am Ende des geplanten einjĂ€hrigen Prozesses soll ein neuer, mittelfristiger Maßnahmenplan stehen, der die jetzt bis zum Jahr 2020 vorgesehen Maßnahmen ergĂ€nzt. Damit wird nach dem Beschluss durch die politischen Gremien fĂŒr die Verwaltung der Stadt Freiburg mit allen ihren Ämtern, aber auch fĂŒr die stĂ€dtischen Tochtergesellschaften eine abgestimmte Planung vorliegen, nach der alle Akteure ihre Finanz- und Ressourcenplanungen ausrichten können. Durch dieses abstimmte Vorgehen wird das Erreichen der ambitionierten Klimaschutzziele realistisch.

OB Salomon: „Klimaschutz ist eine wichtige Aufgabe fĂŒr die heutigen, aber vor allem fĂŒr die nachfolgenden Generationen. Wir wollen hier in Freiburg ein Zeichen fĂŒr den Klimaschutz setzen und damit auch ĂŒberregional ein Vorbild fĂŒr andere Kommunen sein“.


Klimaschutz in Freiburg – ein kurzer RĂŒckblick:
Bereits vor 21 Jahren hat der Gemeinderat ein erstes Klimaschutzkonzept fĂŒr Freiburg mit einem Maßnahmenplan sowie den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Damit war Freiburg bundesweit eine der ersten StĂ€dte, die das noch unbekannte Thema Klimaschutz auf ihrer Agenda hatte. Im Jahr 2007 erstellte das Öko-Institut eine Klimaschutz-Strategie fĂŒr Freiburg und der Gemeinderat fasste den Beschluss, die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent gegenĂŒber 1992 zu reduzieren. Dieses Ziel wurde 2014 verschĂ€rft. Der Gemeinderat beschloss die Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren und bis 2050 KlimaneutralitĂ€t zu erreichen. Gleichzeitig wurden die Mittel aus der Konzessionsabgabe, die fĂŒr Maßnahmen im Bereich Klimaschutz verwendet werden, von 10 auf 25 Prozent erhöht.
 
 

 
HĂ€ngepartie um Meeresschutz vorerst beendet
UmweltverbĂ€nde: Neue Schutzgebietsverordnungen mĂŒssen schnell mit Leben gefĂŒllt werden

Berlin/Hamburg, 27. September 2017 – Vor mehr als 18 Monaten hatte das Bundesumweltministerium die EntwĂŒrfe fĂŒr insgesamt sechs Naturschutzgebietsverordnungen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nord- und Ostsee veröffentlicht. Seitdem streiten die beteiligten Ministerien um den Schutz von Schweinswalen, Seevögeln und seltenen LebensrĂ€umen. Die Ministerien fĂŒr Fischerei, Verkehr, Wirtschaft und Forschung forderten zusĂ€tzliche Ausnahmen fĂŒr Angler oder Wissenschaft. Morgen treten die Verordnungen nach langer HĂ€ngepartie in Kraft. Dazu die UmweltverbĂ€nde NABU, BUND, DNR, DUH, Greenpeace, Schutzstation Wattenmeer, WWF und Whale & Dolphin Conservation:

„Mit den Schutzgebietsverordnungen hat das Bundesumweltministerium einen wichtigen ersten Schritt zum Schutz der Artenvielfalt an unseren KĂŒsten gemacht. Es ist richtig, dabei auch die Freizeitfischerei in die Pflicht zu nehmen und Schutzgebiete teilweise fĂŒr Angler zu sperren. Auch ist es richtig, Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung auf ihre NaturvertrĂ€glichkeit zu prĂŒfen. Trotzdem reichen die Verordnungen allein nicht aus. Das nun folgende Schutzgebietsmanagement muss LĂŒcken in den Verordnungen fĂŒllen, um Schweinswale und Seevögel effektiv zu schĂŒtzen. Die neue Bundesregierung muss dieses zĂŒgig angehen. Insbesondere mĂŒssen die Berufsfischerei, der Rohstoffabbau und die Schifffahrt in den Schutzgebieten beschrĂ€nkt und kontrolliert werden.“

Hintergrund

Formal sind rund 45 Prozent der deutschen MeeresflĂ€chen durch das Natura-2000-Netzwerk geschĂŒtzt. Darunter sind die Schutzgebiete nach EU-Vogelschutzrichtlinie und FFH-Richtlinie zusammengefasst. Zehn Jahre nach ihrer Anerkennung durch die EU haben die Natura-2000-Gebiete in der Ausschließlichen Wirtschaftszone den rechtlichen Status von Naturschutzgebieten erhalten. Deutschland hatte bereits 2013 die EU-Frist zur Verankerung von konkreten Maßnahmen zum Schutz der Meere verpasst. Dieses VersĂ€umnis ist Bestandteil eines Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission gegen Deutschland.
Mehr
 

 
NABU: Faszination Vogelzug miterleben
Am 30. September und 1. Oktober zum "EuroBirdwatch" den Blick in den Himmel richten

Berlin – Das „EuroBirdWatch“-Wochenende am 30. September und 1. Oktober gibt den Startschuss fĂŒr zahlreiche Veranstaltungen rund um die Faszination Vogelzug. Jedes Jahr verlassen ĂŒber 200 Millionen Zugvögel ihre Brutgebiete in Deutschland, um in SĂŒdeuropa oder Afrika zu ĂŒberwintern. In langen Ketten ziehen Kranichtrupps ĂŒber das Land, dichte StarenschwĂ€rme sind zu sehen oder auch ein paar seltene GĂ€ste wie Rotfußfalken aus Osteuropa. Hinzu kommen 300 Millionen Zugvögel, die auf ihrem Weg durch Deutschland fliegen oder schon hier ihr Winterquartier erreicht haben.

Im gesamten Zeitraum ab Ende September bis Mitte Oktober bieten NABU-Gruppen Exkursionen und gefĂŒhrte Beobachtungen an, um den Vogelzug erlebbar zu machen. Beispielsweise liegt die NABU-Storchenschmiede Linum an einem der spektakulĂ€rsten KranichrastplĂ€tze in Deutschland. JĂ€hrlich finden sich dort ĂŒber hunderttausend von Tieren ein, um auf ihren Weg nach SĂŒdeuropa zu rasten.

Das Flugverhalten ziehender Vögel ist nicht nur ein faszinierendes Schauspiel am Herbsthimmel, sondern erfĂŒllt einen bestimmten Zweck. „Fast alle Kraniche sparen beim Ziehen in V-Formation ein Drittel ihrer Energie, wĂ€hrend der von anderen Arten bevorzugte Flug in dichten SchwĂ€rmen krĂ€ftezehrend ist, dafĂŒr aber guten Schutz vor Attacken von Greifvögeln bietet“, erklĂ€rt NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling. Um Greifvogelattacken zu entgehen zögen einzeln fliegende Kleinvögel wie GrasmĂŒcken und Nachtigall, aber auch Watvögel, Drosseln oder Stare nachts. Den Tag wĂŒrden sie zum Fressen und Energie tanken nutzen. „Über manchen StĂ€dten hilft ihnen diese Strategie nicht mehr, denn Wanderfalken nutzen dort vermehrt die Lichter der Stadt um Zugvögel nachts zu erbeuten“, so Neuling.

FĂŒr die Beobachtung gibt er folgende Tipps: „Am besten beobachtet man von einem erhöhten oder exponierten Standort. Da Zugvögel ihre Flughöhe nicht verĂ€ndern, nur weil ein HĂŒgel vor ihnen liegt, ist man dort nĂ€her an den Vögeln dran. Dadurch bekommt man sie ĂŒberhaupt erst mit und erkennt sie auch besser. Wenn man sicher bestimmen möchte, welche Art gerade ĂŒber einen fliegt, ist ein Fernglas oder ein Spektiv unentbehrlich.“ Doch viele Arten sieht man auch tagsĂŒber. „Besonders Ringeltauben, Finken, Schwalben, Lerchen oder SaatkrĂ€hen fliegen bei Helligkeit. FĂŒr die Beobachtung von nachts ziehenden Vogelarten bieten RastplĂ€tze der Vögel bessere Beobachtungschancen", so Neuling.

Auch im NABU-Projektgebiet „Untere Havel“, im Wattenmeer, am Bodensee, dem Steinhuder Meer sowie anderen bundesweit großen Seen, FlĂŒssen und Talsperren ballt sich der Vogelzug und lassen sich ziehende wie rastende Enten- und GĂ€nsetrupps bundesweit beobachten – einfach bei der nĂ€chsten NABU-Gruppe in der Heimat nachfragen.
Mehr
 

 
NABU: Sechs Millionen Tonnen BioabfĂ€lle landen immer noch im RestmĂŒll
Miller: Landkreise setzen Trennungspflicht nur schleppend um; Biotonnen mĂŒssen flĂ€chendeckend eingefĂŒhrt werden

Berlin – Auch 1000 Tage nach EinfĂŒhrung der Pflicht zur Bioabfallsammlung ist die Ausstattung der deutschen Haushalte mit Biotonnen mangelhaft. Das hat eine Recherche des NABU zum morgigen JubilĂ€um der Getrenntsammlungspflicht ergeben. Von 402 StĂ€dten und Landkreisen weigern sich 35 bis heute, die Biotonne einzufĂŒhren – obwohl sie seit dem 1. Januar 2015 laut Kreislaufwirtschaftsgesetz gewĂ€hrleisten mĂŒssen, dass KĂŒchen- und GrĂŒnabfĂ€lle getrennt vom RestmĂŒll entsorgt werden können. In den restlichen StĂ€dten und Landkreisen wird die Biotonne hĂ€ufig nur in bestimmten Stadtteilen oder nur auf Wunsch der BĂŒrger zur VerfĂŒgung gestellt. Die Folge ist, dass bis heute nur jeder zweite BĂŒrger eine braune Tonne fĂŒr BioabfĂ€lle nutzen kann und sechs Millionen Tonnen wertvoller BioabfĂ€lle, aus denen klimafreundlich Gas und Kompost gewonnen werden könnten, jĂ€hrlich im RestmĂŒll statt in der Biotonne landen. Mit der Heizenergie, die man aus dieser Menge Bioabfall gewinnen könnte, wĂ€re laut NABU-Berechnungen eine Stadt mit knapp einer halben Million Einwohnern fĂŒr ein Jahr versorgt.

„Die Verweigerungshaltung und lĂŒckenhafte Ausstattung mit Biotonnen in vielen Kommunen ist ein enorme Ressourcenverschwendung. Die StĂ€dte und Landkreise mĂŒssen endlich umdenken und die Biotonne flĂ€chendeckend einfĂŒhren“, fordert NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der Einwand, das getrennte Einsammeln von BiomĂŒll wĂ€re unwirtschaftlich und technisch nicht umsetzbar, sei lĂ€ngst durch Studien beispielsweise des Umweltbundesamtes widerlegt. Vorreiter wie der Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt zeigten zudem seit Jahrzehnten, dass BioabfĂ€lle leicht vom RestmĂŒll getrennt, bĂŒrgerfreundlich und kostengĂŒnstig eingesammelt und hochwertig verwertet werden können.

Derzeit besteht knapp die HĂ€lfte des Inhalts der RestmĂŒlltonnen aus organischen AbfĂ€llen. Andere BioabfĂ€lle landen im Gelben Sack oder in der Kanalisation. Diese AbfĂ€lle könnten erheblich zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen, so der NABU. Der aus BioabfĂ€llen gewonnene Kompost ersetzt KunstdĂŒnger und den besonders klimawirksamen Torf. BioabfĂ€lle, die in speziellen Anlagen vergoren werden, liefern in Form von Biogas umweltfreundliche Alternativen fĂŒr fossile EnergietrĂ€ger.

„BioabfĂ€lle mĂŒssen kĂŒnftig hundertprozentig wiederverwertet werden. StĂ€dte und Landkreise mĂŒssen ihre Abfallsatzungen endlich anpassen und die verpflichtende, kostenlose Biotonne einfĂŒhren. BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mĂŒssen umfassend zur MĂŒlltrennung aufgeklĂ€rt werden. Und die Landesbehörden dĂŒrfen bei einer schleichenden Umsetzung der Trennungspflicht nicht mehr beide Augen zudrĂŒcken“, sagt NABU-Leiter Ressourcenpolitik Benjamin Bongardt.

NABU informiert Verbraucher ĂŒber MĂŒlltrennung
Was in die Biotonne darf und was nicht, wo man eine Biotonne beantragen kann, wie BioabfĂ€lle umweltfreundlich verwertet werden und wie man KĂŒchenabfĂ€lle hygienisch sammelt, erklĂ€rt der NABU im Internet unter www.NABU.de/biomuell. DarĂŒber hinaus unterstĂŒtzt der NABU die bundesweite Aktion „Biotonne Deutschland“, die in ĂŒber 2.000 REWE-SupermĂ€rkten durch Flyer, Aufsteller und Informationsveranstaltungen Verbraucherinnen und Verbraucher ĂŒber die Biotonne aufklĂ€rt und sie fĂŒr die richtige MĂŒlltrennung von BioabfĂ€llen sensibilisiert.
Mehr
 

 
Klimaschutzleistung der Forst- und Holzwirtschaft im Stadtwald
Mit Holz aus dem Stadtwald speichert und vermeidet Freiburg jedes Jahr 63.000 Tonnen CO2

Der Stadtwald leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaschutzpolitik der Stadt Freiburg. Das machte UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik heute bei einem Pressetermin im Vorfeld der Vorstellung der Freiburger Klimabilanz deutlich: „Der Stadtwald sowie die Holznutzung und die Verwendung von Holzprodukten binden, speichern und vermeiden jĂ€hrlich rund 62.600 Tonnen Kohlendioxid.“

Das sind 3,6 Prozent des stĂ€dtischen CO2-Ausstoßes. Diese Zahl ergibt sich (a) aus der Summe der Speicherung von Kohlenstoff im Wald und in langlebigen Holzprodukten, (b) durch die Vermeidung von Emissionen durch die energetische und stoffliche Verwendung von Holz. Knapp drei Viertel (71 Prozent) der Klimaschutzwirkung stammen aus der Holzverwendung – durch die Energie- und Materialsubstitution, und weil der Holzproduktespeicher CO2 bindet (ErlĂ€uterung der Fachbegriffe im folgenden Glossar).

Dieses Potenzial zur CO2-Vermeidung und Speicherung wird durch die Stadtwaldbewirtschaftung aktiv erhalten und verbessert, wie Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß beim Pressetermin betonte. Dazu gehören: die Holznutzung in Höhe des Zuwachses beibehalten, KalamitĂ€tsflĂ€chen aktiv bepflanzen, Nadelholzanteile erhalten und qualitativ gutes Holz fĂŒr eine langfristige stoffliche Verwendung waldbaulich pflegen.

Da die Klimaschutzleistung eines Stadtwalds zum grĂ¶ĂŸten Teil auf dem Produktspeicher und der Substitutionswirkung der Holzverwendung beruht, plĂ€diert BĂŒrgermeisterin Stuchlik dafĂŒr, den Einsatz von Holz stĂ€rker als bisher zu fordern und zu fördern – gerade bei Konstruktionen, Fassaden und im Innenausbau.

CO2-Bindung und CO2-Minderung durch die Bewirtschaftung des Stadtwaldes
Von 2014 bis 2016 lief auf Beschluss des Bundestages ein Projekt mit dem Titel „Bewertung der Klimaschutzleistung der Forst- und Holzwirtschaft auf lokaler Ebene“ – kurz BEKLIFUH. Projektpartner waren die UniversitĂ€t Hamburg, die Beratungsfirma Knauf Consulting, der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund. Gefördert mit Mitteln aus dem Waldklimafonds, sollte es die Kohlenstoff-Speicherung im Wald und die Effekte der Holzverwendung bewerten. Zu diesem Zweck wurde ein Werkzeug entwickelt, mit dessen Hilfe die Klimaschutzleistung einzelner Forstbetriebe und ihrer Holzprodukte fĂŒr verschiedene Szenarien berechnet werden kann.

Der Stadtwald Freiburg diente bei der Entwicklung und Optimierung des BEKLIFUH-Tools als einer von fĂŒnf Modellbetrieben. Die Ergebnisse berĂŒcksichtigen detailliert die lokalen Besonderheiten des Stadtwaldes: FĂŒr den Betrachtungszeitraum bis 2100 leisten der Stadtwald und seine Holzprodukte jedes Jahr eine Bindung und Einsparung von 54.500 Tonnen CO2. Dabei entfallen im Stadtwald nur 14 Prozent auf den Waldspeicher (v.a. StilllegungsflĂ€chen, Totholz). Mit 86 Prozent der Hauptteil der Klimaschutzwirkung wird durch die Verwendung des im Stadtwald gewachsenen und geernteten Holzes erzielt (CO2-Bindung im Holzproduktespeicher und Substitutionseffekte). Bei einem kĂŒrzeren Betrachtungszeitraum bis zum Jahr 2050 vergrĂ¶ĂŸert sich die CO2-Minderungsleistung auf 62.600 Tonnen pro Jahr bzw. 2,06 Millionen Tonnen in 33 Jahren.

Klimaschutzleistung des Stadtwaldes und seiner Holzprodukte durch naturnahe Bewirtschaftung mit nachhaltiger Holznutzung

Mit 56 Prozent haben die Holzprodukte aus dem Laubholz des Stadtwaldes den grĂ¶ĂŸten Anteil an der CO2-Bindung; ihr Beitrag zur Klimaschutzleistung liegt damit allerdings deutlich unter ihrem aktuellen FlĂ€chenanteil von 67 Prozent.

Das Nadelholz nimmt heute 32 Prozent der StadtwaldflĂ€che ein, seine Holzverwendung trĂ€gt aber 44 Prozent zum Klimaschutz bei. Herausragend ist dabei die Leistung der Douglasie: Mit einem FlĂ€chenanteil von 13 Prozent tragen ihre Holzprodukte ein Viertel zur Gesamtklimaschutzleistung von Stadtwaldholz bei. Diese enorme Klimaschutzwirkung erzielt die Douglasie dank ihrer guten Zuwachsleistung, wodurch sie viel CO2 bindet, und dank des großen Anteils stofflicher, hochwertiger und damit langfristiger Verwendung aufgrund ihres hohen Stamm- und Wertholzanteils.

Beitrag des Stadtwaldes zur Klimabilanz der Stadt Freiburg
Die Stadt Freiburg hatte sich bereits vor sechs Jahren das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2050 die KlimaneutralitĂ€t zu erreichen (Drucksache G-11/265) und dies im Dezember 2016 mit der ergĂ€nzenden ErklĂ€rung zum Klimaschutzpakt der Bunderegierung bekrĂ€ftigt. Bis Ende 2018 werden die Maßnahmen aktualisiert und ergĂ€nzt und das gesamtstĂ€dtische Klimaschutzkonzept fortgeschrieben (G-17/157).

Im Jahr 2014 betrug Freiburgs CO2-Bilanz insgesamt 1,75 Millionen Tonnen CO2, das waren 7,92 Tonnen pro Einwohner, ohne BerĂŒcksichtigung von Wald und Holz.

MĂŒsste Freiburg die jĂ€hrlichen Klimaschutzleistungen des Stadtwaldes und seiner Holzprodukte durch technische Maßnahmen (GebĂ€udesanierung, Umstellung auf erneuerbare Energien) erbringen, entstĂŒnden dadurch Alternativkosten in Höhe von 270 Euro je Tonne CO2Äq. Dies hatte eine Studie des Öko-Instituts „Auf dem Weg zur KlimaneutralitĂ€t“ 2011 berechnet.

Glossar
Waldspeicher: Wald nimmt CO2 aus der AtmosphĂ€re auf und baut den Kohlenstoff (C) vor allem ins Holz ein. Je mehr Holz im Wald steht, umso grĂ¶ĂŸer ist die Menge an gespeichertem Kohlenstoff. Der Waldspeicher wirkt bis zum Erreichen eines maximalen Holzvorrats CO2-mindernd. Danach verrottet so viel Holz wie zuwĂ€chst, und ohne menschliche Nutzung oder natĂŒrliche Störung (Sturm, Insekten, Feuer) bleibt die Gesamtmenge an gebundenem Kohlenstoff im Wald weitgehend stabil.

Holzproduktespeicher: Wenn wir Holz aus dem Wald entnehmen, verringern wir zwar den Kohlenstoffvorrat im Waldspeicher. Weil der Kohlenstoff aber im geernteten Holz gebunden bleibt, wird dennoch kein CO2 in die AtmosphĂ€re frei gesetzt. Ist also ein Holz-Produkt langlebiger als die natĂŒrliche Verrottung des Holzes im Wald, steigt die Speicherleistung sogar. Langfristig (und sehr effektiv) geschieht dies etwa im konstruktiven Holzbau und im Innenausbau.

Stoffliche Substitution: Holzprodukte benötigen zur Herstellung meist weniger Energie (vor allem weniger fossile Energie) als andere Materialien wie Beton oder Stahl. Damit ist eine geringere CO2-Emission bei der Produktion und Entsorgung verbunden.

Energetische Substitution: Wenn wir Holz (Resthölzer aus der Holzbe- und -verarbeitung, Holzprodukte nach deren Gebrauch) verbrennen, wird (analog zur natĂŒrlichen Verrottung) die ursprĂŒnglich gespeicherte Kohlenstoffmenge wieder freigesetzt. Die gewonnene Energie wird also CO2-neutral erzeugt und kann fossile Brennstoffe ersetzen. Dadurch werden CO2-Emissionen vermieden.
 
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 


Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger