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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

 
Studiodebatte Bioökonomie
sĂŒdnordfunk #42 November 2017

Kann mit dem Einsatz von Biomasse im Energiesektor der Wandel von einer klimschĂ€dlichen erdöl- und kohlebasierten Wirtschaft zu einer klimaneutralen nachhaltigen Energiepolitik gelingen? Unter welchen Voraussetzungen ist Biomasse sinnvoll? Oder erweist sich die Bioökonomie im Energiesektor als BĂŒchse der Pandora? Wir werfen den Blick auf sĂŒdnordpolitische Aspekte und diskutieren in einem StudiogesprĂ€ch die Frage, welche sozialen und ökologischen Risiken mit dem Anbau und Import von Biomasse aus dem Globalen SĂŒden verbunden sind.

StudiogesprĂ€ch ĂŒber Bioökonomie: Zauberformel oder BĂŒchse der Pandora? (zum Nachhören klicke auf "mehr" ...)
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Freiburg: Rad-ZĂ€hl-Diplay an der WiwilibrĂŒcke
Jetzt schon ĂŒber drei Millionen Radfahrende in 2017, mehr als im Vorjahr

Zwei Banner werden ĂŒber der BrĂŒcke gespannt - Dank an Radfahrende

Über 3 Millionen Radfahrende fuhren bislang in 2017 ĂŒber die WiwilibrĂŒcke. Zum dritten Mal wird die 3-Millionen-Marke ĂŒberschritten, jedes Jahr etwas frĂŒher Am Freitag, 10. November, wird diese beeindruckende Zahl nun wieder geknackt und damit nochmals zwölf Tage frĂŒher als im letzten Jahr.

Aktuelle Zahlen vom Vortag gibt es unter www.freiburg.de/radzaehldisplay . Bis Jahresende könnte sich die Zahl der Radfahrenden - je nach Wetter - sogar noch auf 3,33 Millionen erhöhen. Bislang fuhren rund drei Prozent Radfahrende mehr ĂŒber die BrĂŒcke als im Vorjahr.

GegenĂŒber dem ersten Jahr der ZĂ€hlungen in 2012 haben sogar ĂŒber 40 Prozent mehr Radler die BrĂŒcke ĂŒberquert. Das Land hatte die ZĂ€hl-SĂ€ule der Stadt zur Anerkennung Freiburgs als „Fahrradfreundliche Stadt“ geschenkt. Seitdem wurden von Jahr zu Jahr immer mehr Radfahrer gezĂ€hlt, in den letzten drei Jahren auch durch die Sperrung am Dreisam-Uferradweg (FR1) in Höhe der KronenbrĂŒcke begĂŒnstigt. Insgesamt wurden seit Aufstellung der ZĂ€hlsĂ€ule nun schon ĂŒber 16,6 Millionen Radfahrende gezĂ€hlt. Durchschnittlich passierten den ZĂ€hler dieses Jahr tĂ€glich ĂŒber 9.500 Menschen mit dem Rad, an den Wochentagen Montag bis Freitag sogar ĂŒber 10.700.

Im Vergleich von weltweit rund 170 anderen Rad-ZĂ€hlstellen nimmt die WiwilibrĂŒcke in Freiburg mit großem Abstand den Platz 1 ein - vor Hamburg, Karlsruhe und MĂŒnster.

Um die 3-Millionen-Marke zu wĂŒrdigen, wird das Garten- und Tiefbauamt (GuT) in den nĂ€chsten Tagen zwei Banner ĂŒber der WiwilibrĂŒcke befestigen, die auf die beeindruckende Zahl von drei Millionen Radfahrenden seit Jahresbeginn aufmerksam machen. Damit möchte sich das GuT auch bei den vielen Radfahrenden bedanken, die Freiburg dank ihrer Begeisterung fĂŒr das Radfahren zu einer lebendigen Fahrradstadt machen. Und die im Jahr 2017 bislang ganz nebenbei auch noch ĂŒber 1.600 Tonnen CO2 eingespart haben.
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NABU: Klimaschutz kommt in Bonn voran und tritt in Berlin auf der Stelle
Tschimpke: Jamaika-Streit um Kohleausstieg und Klima gefÀhrdet deutsche Klimaziele

Berlin/Bonn – Zur Halbzeit der Weltklimakonferenz in Bonn und anlĂ€sslich des diese Woche startenden Ministersegments erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „In Bonn geht es darum, dass das Pariser Klimaschutzabkommen ein geeignetes Regelwerk bekommt, das kommendes Jahr auf dem Weltklimagipfel in Polen beschlossen werden kann. Die Verhandler sind in der ersten Woche dabei gut voran gekommen. WĂ€hrend es beim Klimaschutz in Bonn vorangeht, treten die Jamaika-UnterhĂ€ndler in Berlin auf der Stelle.“ Knackpunkte sind die Klimaschutzziele bis 2020 und vor allem der Kohle-Ausstieg.

„Frau Merkel hat noch im Wahlkampf versprochen, dass die deutschen Klimaschutzziele bis 2020 erreicht werden. Jetzt wird es Zeit, dass die Bundeskanzlerin in den SondierungsgesprĂ€chen ein Machtwort spricht und sowohl Unionsparteien als auch FDP auf diese Linie bringt. Ohne eine entsprechende Vereinbarung fĂŒr die zukĂŒnftige Regierung provoziert die Kanzlerin diese Woche in Bonn eine internationale Blamage Deutschlands. Als Gastgeber der Weltklimakonferenz kann Deutschland nicht strengen Klimaschutz von anderen fordern und die eigenen Ziele kippen,“ so Tschimpke weiter.

Aktuelle Prognosen des Bundesumweltministeriums gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 lediglich eine Minderung der Treibhausgasemissionen von rund 32 statt der geplanten 40 Prozent erreicht werden. „Am Kohleausstieg fĂŒhrt kein Weg vorbei, wenn Deutschland seine selbstgesteckten Ziele noch erreichen will. Die dreckigsten und Ă€ltesten Kohlekraftwerke mĂŒssen sofort vom Netz und auch im Verkehrs- und GebĂ€udesektor mĂŒssen die Weichen gestellt werden, um die CO2-Emissionen massiv zu senken,“ so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz.
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NABU protestiert bei SondierungsgesprÀchen
Hallo Jamaika, neue Agrarpolitik jetzt

Miller: Turbo-Intensivierung beenden / Zukunft fĂŒr Bauern und Natur sichern

Berlin – Vor dem GebĂ€ude der Jamaika-Sondierungen hat der NABU am heutigen Freitag (10.11.) fĂŒr eine naturvertrĂ€glichere Landwirtschaft demonstriert. Die NaturschĂŒtzer machten deutlich, dass sie in den bisherigen GesprĂ€chen von CDU, CSU, FDP und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen Antworten vermissen, wie die drĂ€ngendsten Probleme der Landwirtschaft gelöst werden können. Sie riefen die UnterhĂ€ndler dazu auf, die Agrarpolitik grundlegend zu Ă€ndern, das Artensterben in der Agrarlandschaftzu stoppen und sich fĂŒr eine positive Zukunft fĂŒr Landwirte und Natur gleichermaßen einzusetzen.

„Ein weiter wie bisher darf es in der Agrarpolitik keinesfalls geben. Wir sehen deutlich, wohin die Turbo-Intensivierung der vergangenen Jahre gefĂŒhrt hat: die Insekten sterben, das Grundwasser ist vielerorts massiv mit Nitrat belastet – und die Folgekosten gehen zu Lasten der BĂŒrger“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Der NABU fordert die vier Parteien auf, sich klar zu einer Änderung der EU-Agrarpolitik zu bekennen. Diese stellt letztlich auch in Deutschland die wesentlichen Weichen dafĂŒr, was auf Feldern und Wiesen passiert. Zur Zeit werden in BrĂŒssel die EU-Agrargelder neu verhandelt, sie machen fast 40 Prozent des EU-Haushalts aus. „Wir wollen weg von der Gießkannen-Förderung, die in erster Linie großen Agrarbetrieben pauschal zugute kommt, auch wenn sie wenig fĂŒr die Umwelt und das Allgemeinwohl tun. Wir wollen, dass es sich fĂŒr Landwirte wieder lohnt, sich fĂŒr gesunde Lebensmittel und den Erhalt der Natur einzusetzen“, so Miller.

Der NABU fordert in einem möglichen Koalitionsvertrag sowohl eine naturvertrĂ€glichere Ausrichtung der EU-Agrarsubventionen zu verankern als auch die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro. Aus diesem könnten Landwirte kĂŒnftig fĂŒr konkrete Leistungen zum Erhalt der Natur entlohnt werden. Langfristig könne hierdurch eine nachhaltigere Entwicklung der Landwirtschaft erreicht und der Schwund von Insekten und Vögeln gestoppt werden. Gleichzeitig sei es notwendig, die Zukunft fĂŒr Landwirte durch faire Preise und eine bessere Regionalvermarktung zu sichern.

Mit Blick auf die kĂŒnftige Zulassung von Pestiziden kritisiert der NABU die deutlich von der Agrarlobby diktierten Formulierungen. „Bayer, BASF und Co. haben ihre WĂŒnsche eins zu eins ins Sondierungspapier gebracht. Dass chemische PrĂ€parate kĂŒnftig um neue und zielgenauere Wirkstoffe erweitert werden sollen, trĂ€gt deutlich die Handschrift der Agrar-Industrie. Eine Jamaika-Koalition mit Weitblick wĂŒrde statt dessen dafĂŒr sorgen, dass der Einsatz von Pestiziden stark verringert wird und Landwirte so Schritt fĂŒr Schritt aus Glyphosat und Co. aussteigen können“, so Miller.

Pestizide seien kĂŒnftig auch hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen zu prĂŒfen. Insgesamt mĂŒsse der Zulassungsprozess deutlich transparenter ablaufen als bisher und die Landwirtschaft so entwickelt werden, dass ein massiver flĂ€chendeckender Einsatz von Pestiziden gar nicht mehr erforderlich sei. Auf europĂ€ischer Ebene solle sich Jamaika zudem klar fĂŒr ein baldiges Ende von Glyphosat aussprechen.

AnlĂ€sslich der SondierungsgesprĂ€che hat der NABU eine Online-Protestaktion gestartet. Auf www.NABU.de/neueagrarpolitik können sich Interessierte ganz einfach per E-Mail an die Parteispitzen wenden und sie dazu auffordern, sich fĂŒr eine naturvertrĂ€gliche Landwirtschaft einzusetzen.
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NABU: EU ist reif fĂŒr Glyphosat-Ausstieg
Quelle: NABU / Diana Neumerkel
 
NABU: EU ist reif fĂŒr Glyphosat-Ausstieg
Miller: Jamaika muss schrittweises Verbot in Koalitionsvertrag aufnehmen

Berlin/BrĂŒssel – Der NABU begrĂŒĂŸt, dass der am heutigen Freitag von der EU-Kommission vorgelegte Entwurf fĂŒr die VerlĂ€ngerung der Glyphosat-Zulassung keine Mehrheit gefunden hat. „Aus Umweltsicht war der Entwurf eine einzige EnttĂ€uschung. Die Kommission hatte weder ein Verbot der Sikkation vorgesehen noch Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich oder in Schutzgebieten verbieten wollen. Es ist ein gutes Signal, dass die Experten der LĂ€nder den laschen PlĂ€nen eine Abfuhr erteilt haben und damit das jahrelange Durchwinken des Herbizids beenden wollen. Damit muss der EU-Kommission und den Jamaika-Verhandlern klar sein: Die EU ist reif fĂŒr einen Glyphosat-Ausstieg“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Beim Ende November anstehenden Vermittlungsausschuss mĂŒsse sich nun auch Deutschland endgĂŒltig fĂŒr einen Glyphosat-Ausstieg stark machen. „Es ist enttĂ€uschend, dass Deutschland sich wieder einmal enthalten und nicht klar fĂŒr ein Ende von Glyphosat ausgesprochen hat. Die Bundesregierung kann ihre Verantwortung nicht immer auf die EU abschieben. FĂŒr die Jamaika-Sondierer gilt nun: Sollten sie sich nicht gleich unbeliebt machen wollen, muss mindestens ein schrittweises Verbot in den Koalitionsvertrag“, so Miller. Laut einer vom NABU in Auftrag gegebenen reprĂ€sentativen Umfrage befĂŒrworten 77 Prozent der Deutschen einen Glyphosat-Ausstieg.
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Zivilgesellschaft fordert Sofortprogramm fĂŒr Klimaschutz 2020
Neue Bundesregierung muss Kohleausstieg beschließen

Berlin, 09.11.2017. Über 60 Umwelt- und EntwicklungsverbĂ€nde sowie Landeskirchen fordern von den heutigen Jamaika-Sondierern ein klares Bekenntnis zum schnellen Ausstieg aus der Kohle. In ihrem jĂŒngst vorgelegten Klimaschutz-Sofortprogramm verlangt das zivilgesellschaftliche BĂŒndnis von der neuen Bundesregierung sofortige Maßnahmen, um das Klimaziel bis 2020 zu erreichen und 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 auszustoßen. Geschieht in den kommenden zwei Jahren nichts, so wird Deutschland nach Berechnungen des Bundesumweltministeriums seine Ziele um mindestens acht Prozentpunkte verfehlen. Dies wĂ€re ein klimapolitischer Offenbarungseid, mit dem auch die internationale GlaubwĂŒrdigkeit Deutschlands endgĂŒltig verspielt wĂŒrde.

„In Bonn wie in Berlin stehen in diesen Tagen entscheidende Weichenstellungen an: Auf der internationalen BĂŒhne der Weltklimakonferenz ist ein klares Bekenntnis fĂŒr die Umsetzung des Pariser Klimavertrags erforderlich, wĂ€hrend bei den Sondierungen die Einhaltung der nationalen Klimaziele PrioritĂ€t haben muss. Nur durch einen sehr steilen CO2-Minderungspfad und ein Klimaschutz-Sofortprogramm können wir das Ziel fĂŒr 2020 noch erreichen. Tun wir das nicht, machen wir uns gegenĂŒber kommenden Generationen schuldig“, sagt DNR-PrĂ€sident Kai Niebert.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger erklĂ€rt: „Wir nehmen die Bundeskanzlerin beim Wort, dass das Klimaziel 2020 eingehalten wird. Das hat klimapolitische Konsequenzen fĂŒr die Kohleverstromung. Wir schlagen vor, alle Kohlekraftwerke, die vor 1990 ans Netz gegangen sind, in den nĂ€chsten zwei Jahren stillzulegen. So werden die KohlekapazitĂ€ten im Jahr 2020 halbiert und kurzfristig so viel CO2 eingespart wie nötig. Eine Jamaika-Koalition darf nicht ohne die Festlegung eines zeitnahen Kohleausstiegs besiegelt werden, sonst werden auch alle kĂŒnftigen Klimaziele zur Makulatur.“

Michael SchĂ€fer, Leiter Energie und Klima beim WWF, sagt: „Deutschlands CO2-Ausstoß ist seit acht Jahren nicht mehr gesunken. Ein Koalitionsvertrag ohne Kohleausstieg wĂ€re inakzeptabel. Das Pariser Klimaziel bedeutet konkret: Die Bundesregierung muss allein im Kohlesektor bis 2020 100 Millionen Tonnen CO2 einsparen.“

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke erklĂ€rt: „Der Kohleausstieg ist unverzichtbar, weil in den vergangenen Jahren im Verkehrs- und WĂ€rmesektor keine wirksame Klimaschutzpolitik erkennbar war. Auch in diesen Sektoren mĂŒssen nun dringend die richtigen Weichen gestellt werden, um die Sanierungsquote endlich substanziell zu steigern und die Verkehrswende einzuleiten.“

Sascha MĂŒller-Kraenner, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Ă€ußert sich wie folgt: „Das Ausbautempo der Erneuerbaren Energien muss bis 2020 verdoppelt werden. Außerdem mĂŒssen sich die Koalitionspartner auf eine steuerliche Förderung der GebĂ€udedĂ€mmung und die EinfĂŒhrung eines CO2-Preises einigen. Diese Sofortmaßnahmen sind die Voraussetzung dafĂŒr, dass die Klimaziele erreicht werden und der neue Koalitionsvertrag den Klimatest besteht.“
Der politische GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Germanwatch, Christoph Bals, erklĂ€rt: „Neben dem schnellen Einstieg in den Kohleausstieg muss die neue Bundesregierung ein Modernisierungsprogramm fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Wirtschaft vorlegen. Dieses muss den Rahmen vorgeben und die Instrumente benennen wie die Klimaziele 2030 der einzelnen Sektoren zu erreichen sind. Dies forderten auch jĂŒngst ĂŒber 50 Unternehmen der deutschen Wirtschaft, die davon ĂŒberzeugt sind, dass ökologisches Handeln und ökonomische Chancen zusammengehören.“

Neben der zusÀtzlichen Abschaltung von 50 Prozent der KohlekraftwerkskapazitÀten bedarf es auch eines Schnellstarts in allen anderen Sektoren. Die kommende Regierung muss den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen, eine echte Effizienz- und WÀrmewende auf den Weg bringen und die Landwirtschafts- wie Verkehrspolitik neu ausrichten.
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Infoveranstaltung zur Photovoltaik-Kampagne „Dein Dach kann mehr“
am Dienstag, 14. November, ab 19 Uhr im BĂŒrgerhaus ZĂ€hringen

„Solarstrom – selbst erzeugen und speichern!“ – Solarbetriebe stellen sich vor

Im Rahmen der Photovoltaik-Kampagne „Dein Dach kann mehr“ findet am Dienstag, 14. November, ab 19 Uhr eine Informationsveranstaltung im BĂŒrgerhaus ZĂ€hringen, Lameystraße 2, statt. Dazu sind alle interessierten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger herzlich eingeladen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung prĂ€sentieren sich vor Ort Solarbetriebe und beantworten alle Fragen zur konkreten Realisierung von PV-Anlagen. Bereits ab 19 Uhr können BĂŒrgerinnen und BĂŒrger die PV-Experten zu den unterschiedlichsten Themen befragen.

Um 20 Uhr beginnen die VortrĂ€ge, Malte Thoma vom Umweltschutzamt wird die Veranstaltung eröffnen und die PVKampagne der Stadt vorstellen. Danach erlĂ€utert Arne Blumberg von der Energieagentur Freiburg praxisnah die zehn Schritte zu einer eignen Anlage. Anschließend wird Heinz Kury, Betriebsleiter StromSpeicher Markt, vorstellen, wie sich Sonnenstrom sinnvoll speichern lĂ€sst und welche technischen Möglichkeiten es fĂŒr zu Hause gibt.

Eine Frage-Antwort-Runde schließt die VortrĂ€ge ab. Die Solarbetriebe stehen danach noch fĂŒr Fragen zu VerfĂŒgung. Nico Storz von der Energieagentur Freiburg moderiert die Veranstaltung.

Der Eintritt ist frei.
 
 

 
Weiterhin keine Einigung ĂŒber Glyphosat-VerlĂ€ngerung
EU-Mitgliedsstaaten mĂŒssen der Nutzung von Glyphosat ein Ende setzen

Nachdem am 25. Oktober 2017 keine Einigung ĂŒber die ZulassungsverlĂ€ngerung des Unkrautvernichters Glyphosat erzielt werden konnte und die EuropĂ€ische Kommission nun einen Vorschlag vorgelegt hat, die Laufzeit der Zulassung von 10 auf 5 Jahre zu begrenzen, haben die Mitgliedsstaaten heute erneut abgestimmt: es wurde wieder keine Einigung erzielt.

Die EuropÀische Kommission hat indes schon verlauten lassen, dass sie dem Berufungsausschuss (ein Treffen der Regierungen auf höherer Ebene) am 27. November den gleichen, heute prÀsentierten Vorschlag zur ZulassungsverlÀngerung vorlegen wird. Die EU-Mitgliedsstaaten haben dann erneut die Möglichkeit die ZulassungsverlÀngerung von Glyphosat abzulehnen.

Angesichts dieser Tatsache fordert Slow Food weiterhin ein Glyphosat-Verbot. Die Kommission darf die Regierungen vieler EU-LĂ€nder und BĂŒrger nicht lĂ€nger ignorieren, die sie eigentlich vertreten sollten: bereits im Juli 2017 und erneut am 5. und 6. Oktober haben sich die Regierungen gegen eine Lizenzerneuerung um zehn Jahre ausgesprochen. Die heutige Abstimmung zeigt erneut einen starken Widerwillen seitens der Regierungen noch einmal eine Glyphosat-Zulassung zu bewilligen.

Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland zu den neusten Entwicklungen: "Wir sprechen hier ĂŒber die Zukunft der Landwirtschaft, die Zukunft unserer tĂ€glichen ErnĂ€hrung. Als BĂŒrgerin Europas bin ich enttĂ€uscht, dass die Mitgliedsstaaten heute wieder die Chance verpasst haben, sich geeint gegen Glyphosat auszusprechen. Diese fehlende Einigkeit gegen dieses Totalherbizid betrifft unsere Gesundheit und die Gesundheit der Menschen, die wir lieben. Glyphosat erneut zuzulassen wĂŒrde bedeuten, dass Kinder weiterhin giftigen Chemikalien ausgesetzt sind, nicht nur in den Lebensmitteln und dem Trinkwasser, sondern auch in der Umwelt, in der sie leben und spielen. Deshalb mĂŒssen wir der Nutzung von Glyphosat ein Ende setzen, den agrarökologischen Landbau und umweltfreundliche Praktiken unterstĂŒtzen sowie konventionellen Landwirten bei der Umstellung helfen".

Das EuropĂ€ische Parlament hat bestĂ€tigt, dass die Organisatoren der EuropĂ€ischen BĂŒrgerinitiative (EBI) "Stop Glyphosat" die Möglichkeit erhalten, die BĂŒrgerinitiative (die 1.070.865 Unterschriften gesammelt hat) bei einer öffentlichen Anhörung am 20. November 2017 vorzustellen. Die Kommission soll ab diesem Datum innerhalb von drei Monaten, also bis zum 8. Januar 2018, in einer Mitteilung kundtun, welche rechtlichen und politischen Schlussfolgerungen sie aus der BĂŒrgerinitiative zieht, welche Maßnahmen sie ergreifen will, falls dem so ist, und ihre GrĂŒnde fĂŒr oder gegen die jeweiligen Maßnahmen ausfĂŒhren. Bis heute ist es jedoch keiner EBI gelungen, ihre Ziele umzusetzen.

Slow Food wird sich weiterhin fĂŒr ein Glyphosat-Verbot und die Förderung des agrarökologischen Landbaus einsetzen.

Hintergrundinformationen:

Der Entscheidung gingen wiederholte gescheiterte Versuche voran, im StĂ€ndigen Ausschuss und am 24. Juni 2016 auch im Berufungsausschuss eine qualifizierte Mehrheit zu erreichen. Beide AusschĂŒsse reprĂ€sentieren die Mitgliedsstaaten. Am 29. Juni 2016 weitete die EuropĂ€ische Kommission die Zulassung von Glyphosat bis zur heutigen Entscheidung aus.

Glyphosat ist seit 1974 im Handel und wurde 2015 vom Internationalen Krebsforschungszentrum (IARC) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als 'vermutlich krebserregend fĂŒr den Menschen' eingestuft. Zwei Monate nach Anhörung der EinschĂ€tzung vom IARC kam die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu einer gegenteiligen Schlussfolgerung: aus ihrer Sicht ist es unwahrscheinlich, dass Glyphosat 'ein Krebsrisiko fĂŒr die Menschen darstellt'. Die EFSA stĂŒtzte ihre EinschĂ€tzung jedoch auf einen EU-Bericht, der Analysen aus einer Studie von Monsanto kopierte und einfĂŒgte, wobei einige Seiten der Studie mit einem Antrag ĂŒbereinstimmten, den Monsanto im Namen der Glyphosate Task Force (GTF) eingereicht hatte, einem von der Firma gefĂŒhrten Industrieverband.
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