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Verschiedenes

 
Nach Tschernobyl: Wildpilze in Teilen Bayerns weiterhin stark belastet
Auch mehr als drei Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sind einige Wildpilzarten in Bayern stark radioaktiv belastet. Eine Gefahr fĂŒr die Gesundheit besteht allerdings laut dem Bundesamt fĂŒr Strahlenschutz nicht, solange diese Pilze in ĂŒblichen Mengen verzehrt werden ...
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Usutu-Virus verringert Amselpopulation im Ausbruchsgebiet
Hamburg/Berlin/Riems/Speyer, 22. November 2017 – Das fĂŒr Vögel gefĂ€hrliche Usutu-Virus zirkuliert seit 2010 in Deutschland, aber wie stark dies die Vogelpopulationen im Ausbruchsgebiet beeinflusst, konnte man bisher kaum abschĂ€tzen. Nun haben Forscherinnen und Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts fĂŒr Tropenmedizin (BNTIM), des NABU (Naturschutzbunds Deutschland), des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur BekĂ€mpfung der Schnakenplage e.V. (KABS), des Deutschen Zentrums fĂŒr Infektionsforschung (DZIF) und der UniversitĂ€t Bayreuth erstmals eine Studie veröffentlicht, die konkrete Aussagen ĂŒber den Einfluss des Usutu-Virus auf deutsche Brutvögel ermöglicht. Die Daten dazu hatten virologische Untersuchungen von toten Vögeln sowie das Citizen-Science-Projekt „Stunde der Gartenvögel“ geliefert.

„20 Jahre nach dem ersten Auftreten des Usutu-Virus in Europa ist es uns nun gelungen, den Einfluss konkret zu bewerten“, betont Dr. Renke LĂŒhken, der Ökologe vom BNITM, der die statistischen Analysen durchfĂŒhrte: „Obwohl ĂŒber 30 Vogelarten nachweislich an Usutu-Infektionen sterben können, ist von den 15 hĂ€ufigsten deutschen Gartenvögeln nur der Bestand der Amseln betroffen. In Gebieten, wo das Usutu-Virus auftrat, gingen die Amselpopulationen von 2011 bis 2016 im Durchschnitt um 16 Prozent stĂ€rker zurĂŒck als im Rest Deutschlands.“

Das erste Mal, dass Usutu-Viren zu einem Amselsterben fĂŒhrten, war 1996 in der Toskana in Italien, wie man im Nachhinein durch die Analyse von historischen Proben herausgefunden hat. In Deutschland trat das Virus dann erstmals 2010 in StechmĂŒcken auf. Im darauffolgenden Jahr lieferten besorgte deutsche BĂŒrger entscheidende Hinweise fĂŒr ein Amselsterben, in dem sie der KABS und dem NABU tote und kranke Amseln meldeten und davon berichteten, dass in der nördlichen Oberrheinebene die Amseln verschwunden seien.

„Um diesem Amselsterben auf den Grund zu gehen, wandten wir uns dann an das Bernhard-Nocht-Institut,“ erzĂ€hlt Lars Lachmann, Vogelexperte vom NABU, „da wir vermuteten, dass die Amseln an einer bisher in Deutschland unbekannten Krankheit litten.“ Forscherinnen und Forscher von BNITM und FLI konnten daraufhin nachweisen, dass es sich um das ursprĂŒnglich aus Afrika stammende Usutu-Virus handelte, das von StechmĂŒcken ĂŒbertragen wird.

Citizen Science liefert Datengrundlage

Um die Auswirkungen des Krankheitserregers auf die Vögel in Deutschland beurteilen zu können, bat der NABU ĂŒber Pressemitteilungen und die Medien, verdĂ€chtige tote Amseln online zu melden und wenn möglich zur Untersuchung einzuschicken. Zwischen 2011 und 2015 wurde dabei fĂŒr insgesamt 230 Vögel eine Infektion mit dem Usutu-Virus festgestellt.

„Allein mit den TodesfĂ€llen lĂ€sst sich jedoch noch keine Aussage ĂŒber die Auswirkungen des Usutu-Virus auf die Vogelpopulationen treffen, sondern man muss wissen, wie sich die Vogelzahlen ĂŒber die Jahre innerhalb und außerhalb der Ausbruchsgebiete verĂ€ndern“, erklĂ€rt Dr. Renke LĂŒhken. Dies ermöglichen Zahlen aus der NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“, bei der deutschlandweit Privatleute melden, welche Vogelarten und wie viele davon sie innerhalb einer Stunde am zweiten Wochenende im Mai in ihren GĂ€rten beobachten können. “Unter den jĂ€hrlich mehr als 30.000 Garten-Stichproben sind Amseln die zweithĂ€ufigsten Gartenvögel. FĂŒr die Analyse wurden die Zahlen der 15 am hĂ€ufigsten gemeldeten Vogelarten genutzt“, sagt Lars Lachmann.

Um aus dieser Vielzahl an Daten sinnvolle SchlĂŒsse ziehen zu können, mussten mathematische Modellierungen angewandt werden. „Zuerst haben wir aus den im Labor bestĂ€tigten InfektionsfĂ€llen und bundesweiten Temperaturdaten eine Usutu-Verbreitungskarte fĂŒr Deutschland erstellt. Danach haben wir verglichen, wie sich die Vogelzahlen von 2011 – kurz vor dem ersten Ausbruch – bis 2016 in Usutu-betroffenen Regionen im Gegensatz zu Usutu-freien Gebieten entwickelt haben“, beschreibt Dr. Renke LĂŒhken die Methodik.

Kooperation im Sinne von One Health

„Bei diesem Projekt arbeiten wir nach dem One Health Ansatz, bei dem die Gesundheit von Mensch und Tier in der Umwelt gemeinsam betrachtet werden“, sagt Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, DZIF-Wissenschaftler und Leiter der Arbovirologie am BNITM. „Die Analysen zur Verbreitung des Usutu-Virus bei Amseln ermöglichen es uns, gezielt mit den Blutspendediensten zusammenzuarbeiten, um das Risiko einer Übertragung des Usutu-Virus auf den Menschen zu minimieren.“ Das Usutu-Virus kann beim Menschen eine GehirnentzĂŒndung hervorrufen.

„Durch die gute Zusammenarbeit zwischen unseren langjĂ€hrigen Kooperationspartnern von BNITM, NABU, FLI und KABS war es uns ĂŒberhaupt möglich, ausreichend Daten fĂŒr eine solche Risikobewertung zu sammeln“, so Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit weiter: „Auch das aktuelle Amselsterben werden wir analysieren. Seit Juli 2016 haben uns 260 Einsendungen erreicht und fĂŒr 62 konnten wir das Usutu-Virus bestĂ€tigen. Dabei konnte eine deutliche Ausbreitung nach Norden – bis Bremen und Hamburg – festgestellt werden. Ob sich das genauso stark wie im bisherigen Ausbruchsgebiet auf die Amselpopulationen auswirkt und wie anhaltend der Einfluss ist, können wir erst nach den VogelzĂ€hlungen in den nĂ€chsten Jahren sagen.“
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Karlsruhe: Jetzt anmelden fĂŒr „Offene Pforte 2018“
Gartenbauamt lÀdt Garten- und Hofbesitzer zur Teilnahme ein

In die privaten grĂŒnen Oasen der FĂ€cherstadt schauen, EindrĂŒcke sammeln und Erfahrungen austauschen - die „Offene Pforte“ hat sich zu einem festen Bestandteil der Gartenkultur in Karlsruhe entwickelt. NĂ€chstes Jahr wird sie zum bereits fĂŒnften Mal durchgefĂŒhrt.

Damit sich wieder ein abwechslungsreiches Programm realisieren lĂ€sst, lĂ€dt das Gartenbauamt interessierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger schon jetzt ein, ihren Garten oder Hof 2018 an einem Tag ihrer Wahl zu öffnen. Anmeldeschluss ist der 15. Januar. Denn die BroschĂŒre mit allen teilnehmenden GĂ€rten und Höfen soll rechtzeitig zum FrĂŒhjahr erscheinen.

Wer mit seinem Garten oder Hof dabei sein möchte, kann sich telefonisch oder schriftlich anmelden bei: Stadt Karlsruhe, Gartenbaumt, 76124 Karlsruhe, E-Mail-Adresse: hof-dach-fassade@gba.karlsruhe.de, Telefonnummer 0721/133-6726 oder -6701.
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And the winner is... - Preisverleihung beim Greenmotions Filmfestival 2017
Foto: Veranstalter
 
And the winner is... - Preisverleihung beim Greenmotions Filmfestival 2017
Das 4. Internationale Greenmotions Filmfestival, das vom 09. bis 12. November 2017 im Kommunalen Kino stattfand, war ein voller Erfolg. Der Veranstalter Greenmotions e.V. verkĂŒndete eine Steigerung der Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr und konnte 1773 Besucher*innen im Rahmen aller Veranstaltungen verzeichnen.

Bei der Preisverleihung am Sonntagabend 12.11.2017 wurden dieses Jahr vier Preise verliehen.

Der Kurzfilm “Under the Canopy of Trees” von Ignat Kachan gewann den Preis fĂŒr den besten Kurzfilm. Der Preis wurde dem Filmemacher von der Ecotrinova Stiftung am Sonntagabend bei der Preisverleihung ĂŒbergeben. Eine Jury aus Experten hatte den Spielfilm ĂŒber ein geplantes SĂ€gewerk in Weißrussland zum besten Kurzfilm unter 120 Einreichungen aus der ganzen Welt gewĂ€hlt. Die Jury bestand aus der Freiburger Filmemacherin Sigrid Faltin, der Filmeditorin Nina BĂ€rmann, dem Journalisten Bernward Janzig und Carolin Salvamoser, Kuratoriumsmitglied der Georg Salvamoser Stiftung.

Der Sonderpreis “Nachhaltige MobilitĂ€t” ging an das 45-minĂŒtige Portrait der Stuttgarter Fahrradszene: “Kesselrollen - Wie rollt die Stadt von morgen?” von Roman Högerle und Felix LĂ€nge. Der Film wurde Sonntagvormittag beim Fahrradkino im Waldhaus vorgefĂŒhrt. Dabei haben die Besucher höchstpersönlich mit an Generatoren angeschlossenen FahrrĂ€dern den Strom fĂŒr die FilmvorfĂŒhrung erzeugt. Kesselrollen portraitiert die "Critical Mass"-Bewegung in der Autostadt Stuttgart und fĂŒhrt Lösungen fĂŒr eine nachhaltigere MobilitĂ€t vor. Der Preis von 1000 Euro wurde zu gleichen Teilen von der Marke FREI.MOBIL by VAG und der Initiative des Garten- und Tiefbauamts “I bike Freiburg” gesponsert. Der Preis wurde virtuell an den Gewinner Roman Högerle per Skype ĂŒbergeben.

Erstmals gab es dieses Jahr einen Jurypreis fĂŒr Langfilme. Gewonnen hat die Dokumentation “Chasing Coral” von Jeff Orlowski. Der Film ĂŒber das Korallensterben wurde dieses Jahr auf dem Sundance Filmfestival uraufgefĂŒhrt, gewann dort den Publikumspreis und ist nun in der engeren Auswahl fĂŒr den Oscar in der Kategorie “Bester Dokumentarfilm.
Der Preis ist ein Gutschein der Firma „A Better Truth“ and store ABT im Gegenwert von 10.000 € zur befristeten Nutzung von professionellem Kameraequipment. WĂ€hrend der Preisverleihung wurde ein Dankesvideo des Wissenschaftlers und Protagonist Zackery Rago des Films gezeigt und der Filmemacher Jeff Orlowski per Skype zugeschaltet.

Das Publikum hatte das ganze Festival ĂŒber die Möglichkeit ĂŒber die Langfilme des Programms abzustimmen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wĂ€hlten den Film “What are we waiting for?” von Marie-Monique Robin als ihren Favorit. Der Film wurde am Eröffnungstag gezeigt und potraitiert gelebte Nachhaltigkeit im Dorf Ungersheim im Elsass.
Der Preis im Wert von 1.000 EUR wurde von Naturstrom gesponsert und ĂŒbergeben.

Den PreistrĂ€gern wurde dieses Jahr ein Sonnenglas als alternativer Pokal ĂŒberreicht. Die Solarlampe im Weckglas wurde von dem Start-up Unternehmen Sonnenglas gesponsert. Diese werden von Hand mit dem Siegel Fairtrade in SĂŒdafrika hergestellt. Einer der GrĂŒnder des Unternehmens kommt aus Abstatt in Baden WĂŒrttemberg.

Die Gewinnerfilme des Greenmotions Filmfestival werden am Mittwoch 15.11.2017 um 21.30 Uhr und am Freitag 17.11.2017 um 21.45 Uhr im Kommunalen Kino wiederholt.

zum Bild oben:
Georg Löser (Ecotrinova e.V.), Wettbewerbsgewinner Ignat Kachan, Julie Elbert (Greenmotions e.V.), Daniela Schaffart (Greenmotions e.V.)
 
 

 
Gentrifizierung auf Staatskosten?
Wir sind Genossenschaftsmitglieder der Familienheim Freiburg Baugenossenschaft eG und setzen uns gemeinsam fĂŒr den Erhalt unseres Viertels ein. Das Familienheim plant weitgehende Eingriffe in das Quartier in der Wiehre. Über 300 Wohnungen droht der Abriss.

Die Wohnungen der HĂ€userzeile QuĂ€kerstr. 1,3,5,7 und 9 werden aktuell entmietet. Der Abriss ist fĂŒr 2019 geplant. Bei der Infoveranstaltung des Familienheims am 09.11.2017 fĂŒr die betroffenen MieterInnen gab der Vorstand unter anderem bekannt, dass es keinerlei Gutachten zur Bausubstanz gibt. Der Vorstand des Familienheims behauptet, die betroffenen HĂ€user (Baujahr 1952) seien weitgehend im ursprĂŒnglichen Zustand. Dabei wird verschwiegen, dass die Wohnungen bei Neuvermietung stets saniert wurden. Der Mietpreis dieser Wohnungen liegt im Schnitt bei 7 €.

Bei einem Neubau werden die Mietkosten fĂŒr alle drastisch steigen. 30% der geplanten Neubauwohnungen sollen aus Landesfördermitteln finanziert werden. Die geplante Miete dieser geförderten Wohnungen soll nach aktueller Planung 7,50€ betragen. Die Zielmiete von 70% der Wohnungen soll circa 10€ betragen. Die derzeitigen 41 Mieterparteien wĂ€ren laut einer Umfrage innerhalb der Bewohnerschaft auf die geförderten Wohnungen angewiesen. Das Familienheim kann ihr Versprechen, dass alle derzeitigen MieterInnen in den Neubau zurĂŒckkehren können (bei der geplanten Förderquote von 30%) rein rechnerisch nur halten, wenn sie auf dem GrundstĂŒck mehr als 120 Wohnungen bauen. Das gibt das Areal selbst bei dichtester Bebauung nicht her. Wir fragen uns: warum öffentliche Fördermittel aus Steuergeldern einsetzen, wenn am Ende alle mehr zahlen als zuvor? Bei der geplanten regulĂ€ren Miete, ist davon auszugehen, dass die Mehrheit der BewohnerInnen aus der Wiehre verdrĂ€ngt wird: das wĂ€re staatlich geförderte Gentrifizierung.

Ähnliche Entwicklungen werden auch von den BewohnerInnen der weiteren ca. 260 Familienheim Wohnungen im Areal befĂŒrchtet.
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Umweltministerkonferenz in Potsdam: NABU fordert sachliche Debatte zum Wolf
Wölfe / Foto: NABU/JĂŒrgen Borris
 
Umweltministerkonferenz in Potsdam: NABU fordert sachliche Debatte zum Wolf
Miller: Herdenschutz voranbringen statt Wolf fĂŒr politische Machtspiele missbrauchen

Berlin – Angesichts der heute beginnenden Umweltministerkonferenz in Potsdam mahnt der NABU die Minister zu Sachlichkeit in der Debatte um den Umgang mit Wölfen. Die Konferenz dĂŒrfe nicht zum Gerangel um politische Deutungshoheiten verkommen. Transparenz und eindeutige Regelungen seien oberstes Gebot fĂŒr die Akzeptanz eines nachhaltigen Wolfsmanagements. „Keine Frage, wir brauchen einheitliche Regeln, wie mit auffĂ€lligen Wölfen umzugehen ist. Das darf aber nicht davon ablenken, dass sich seit der RĂŒckkehr vor 17 Jahren nur sehr vereinzelt Wölfe in Deutschland auffĂ€llig gezeigt haben“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Deswegen appelliert der NABU erneut, den bundesweiten praxistauglichen Herdenschutz voranzubringen und Probleme der Weidetierhalter ernst zu nehmen.

Die einzelnen Umweltministerien mĂŒssen zudem endlich die Kompetenz der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) nicht nur anerkennen sondern auch in der Praxis nutzen. Diese wurde 2016 auf Bitte der LĂ€nder um fachliche UnterstĂŒtzung im Wolfsthema vom Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums eingerichtet. Sie wird aber immer wieder in ihrer Expertise angezweifelt. So wurde die Veröffentlichung des vom BfN in Auftrag gegebenen Handlungskonzepts „Empfehlungen fĂŒr den Umgang mit auffĂ€lligen Wölfen“ der DBBW vergangene Woche kurzfristig abgesagt. Dabei wĂ€re die Veröffentlichung eine wichtige Grundlage fĂŒr den Austausch der Minister auf der Konferenz gewesen. „Die UMK ist gut beraten, die Erkenntnisse dieses Expertengremiums nicht zu ignorieren, sondern dessen Kompetenz zu nutzen“, so Miller.

Der NABU fordert die Minister der UMK dazu auf, endlich die Verweigerungshaltung abzulegen, und den Fokus auf praxistaugliche Lösungen zu setzen. Diese sind insbesondere beim Thema Herdenschutz dringend erforderlich. Das schon lange vom NABU geforderte bundesweite Herdenschutzzentrum als ErgĂ€nzung zur DBBW wĂ€re ein erster Schritt in Richtung lĂ€nderĂŒbergreifender Zusammenarbeit. „Weidetierhalter dĂŒrfen von der Politik nicht lĂ€nger allein gelassen werden mit den Herausforderungen, die die RĂŒckkehr des Wolfes fĂŒr sie mit sich bringt“, so Miller. „Hier sind die zuweilen laut gewordenen Forderungen nach Bejagung völlig fehl am Platz, da sie eine Lösung vorgaukeln, die den Schutz der Weidetiere nicht im Mindesten verbessert.“

Dies kann nur durch fachgerecht angewendeten Herdenschutz erfolgen. DafĂŒr werden effektive Techniken sowie angemessene PrĂ€ventionsmaßnahmen benötigt. Die Weidetierhalter dĂŒrfen nicht lĂ€nger auf die tatsĂ€chliche UnterstĂŒtzung der Politik warten mĂŒssen.
 
 

 
NABU: Merkel-Statement auf Bonner Klimakonferenz enttÀuscht
Tschimpke: Klimakanzlerin droht endgĂŒltig Geschichte zu sein

Berlin/Bonn – NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke kommentiert die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Klimakonferenz: „Heute hat Angela Merkel gezeigt, dass der Titel ‚Klimakanzlerin‘ wohl droht endgĂŒltig Geschichte zu sein. Wer eine spannende Rede von ihr erwartet hatte, wurde enttĂ€uscht. Merkel ließ nicht durchblicken, ob Klimaschutz in der kommenden Regierungskoalition in Deutschland tatsĂ€chlich ausreichend ernst genommen wird. DafĂŒr hĂ€tte sie sich den Weg aus Berlin sparen können. Zu erklĂ€ren, dass die Klimaschutzziele bis 2020 sehr ambitioniert und nicht leicht zu erreichen seien, sich Deutschland aber mĂŒhen wird, heißt doch lediglich, dass noch immer kein Kompromiss in den SondierungsgesprĂ€chen zu einer Jamaika-Koalition in Sicht ist. Das ist international blamabel fĂŒr Deutschland, von dem erwartet wurde, seine Rolle als Klimaschutzvorreiter wieder einzunehmen. FĂŒr die kĂŒnftige Koalition heißt das, dass Merkel offensichtlich immer noch nicht die Unionsparteien und FDP auf Linie gebracht hat.“
 
 

 
UmweltverbÀnde warnen vor klimapolitischem Totalausfall der Jamaika-Sondierer
Neue Bundesregierung muss GlaubwĂŒrdigkeit national und international wieder herstellen

Bonn/Berlin, 15.11.2017. Eine große Koalition aus UmweltverbĂ€nden warnt Bundeskanzlerin Merkel und die Sondierungsparteien davor, den klimapolitischen Handlungsbedarf bei den derzeitigen Verhandlungen auszusitzen. Wenn sich am heutigen Mittwoch StaatsprĂ€sidenten, Regierungschefs und Minister auf der Weltklimakonferenz in Bonn treffen, wird Angela Merkel mit leeren HĂ€nden dastehen, da Deutschland im Klimaschutz seit Jahren auf der Stelle tritt und bei den Berliner SondierungsgesprĂ€chen nicht einmal Minimalkompromisse fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Klimapolitik absehbar sind. WĂ€hrend gleichzeitig die CO2-Emissionen in Deutschland und weltweit wieder steigen.

Die VerbĂ€nde Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH) Germanwatch, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Greenpeace, Verkehrsclub Deutschland (VCD), WWF Deutschland und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) fordern von der Bundeskanzlerin ein klares Bekenntnis fĂŒr den Umbau von SchlĂŒsselsektoren wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft. Dazu gehören ein sozialvertrĂ€glicher Ausstieg aus der besonders klimaschĂ€dlichen Kohle mit einer Abschaltung von mindestens 20 Gigawatt Kraftwerksleistung bis 2020, eine Agrar- und Verkehrswende hin zu klima- und naturvertrĂ€glicheren Formen der Landwirtschaft und MobilitĂ€t sowie ein Ende umweltschĂ€dlicher Subventionen.

„Die Bundeskanzlerin hat den BĂŒrgern und der Welt versprochen, die deutschen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 zu senken. Wenn Jamaika-KoalitionĂ€re die menschengemachte Klimazerstörung weiter anheizen, statt sie zu bremsen, machen sie Deutschland unglaubwĂŒrdig. Die Klimaphysik lĂ€sst nicht mit sich verhandeln!“, sagt DNR-PrĂ€sident Kai Niebert.

„Deutschland muss noch 94-125 Millionen Tonnen CO2 zusĂ€tzlich einsparen, um das Klimaziel 2020 einzuhalten - wie von Angela Merkel versprochen. Das geht nicht mit Rechentricks, sondern nur mit dem Kohleausstieg. Um die KlimaschutzlĂŒcke im Jahr 2020 zu schließen, mĂŒssen nach unseren Berechnungen Kohlekraftwerksemissionen im Umfang von rund 100 Mio t. reduziert werden “, sagt Michael SchĂ€fer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

Sweelin Heuss, die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von Greenpeace sagt: „Deutschland ruiniert seine Klimabilanz, damit, dass ein erheblicher Teil unserer Kohlekraftwerke Strom ins Ausland liefert. Das ist absurd. Wir können bis 2020 etwa doppelt so viele KohlekapazitĂ€ten abschalten, wie es die GrĂŒnen bislang vorschlagen und weiter eine der sichersten Stromversorgungen Europas haben.“

Christoph Bals, Politischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Germanwatch: „Deutschland hat klimapolitisch einen hervorragenden Ruf in der Welt. Es fĂŒgt diesem Ansehen in der Welt erheblichen Schaden zu, Fakten zu ignorieren oder zu relativieren, wie es Teile der Jamaika-Parteien gerade tun. Niemand hat VerstĂ€ndnis fĂŒr Tiger, die sich schon vor dem Sprung zu Bettvorlegern machen. Wer jetzt nicht eine klare Strategie fĂŒr Kohle und Verkehr vorlegt, hat Paris nicht verstanden.“

Sascha MĂŒller-Kraenner, DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer, fordert dazu: „Der Ausstieg aus der Kohle muss durch einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien begleitet werden. Durch den vorgezogenen Bau schon geplanter Anlagen, kann die KlimaschutzlĂŒcke bis 2020 teilweise geschlossen und ein weiterer Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet werden. Die planwirtschaftliche Obergrenze, die den Ausbau von Wind und Sonne im Erneuerbaren Energien Gesetz begrenzt, muss umgehend abgeschafft werden.“

Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender BUND-Vorsitzender sagt: „Bis jetzt waren die Jamaika-Sondierungen klimapolitisch absurdes Theater. Anstatt endlich die Klima-Versprechen der Kanzlerin anzugehen, versucht sich ihre Partei in „alternativen Fakten“ zum Stand des Klimaschutzes in Deutschland. Das ist in hohem Maße unseriös. Jamaika wĂ€re auf Sand gebaut, wenn es mit einem klimapolitischen Wortbruch beginnt. Die Verhandler von Union und FDP hinken der gesellschaftlichen Diskussion um Jahre hinterher und entwickeln sich zur Innovationsblockade. LĂ€ngst will die Bevölkerung mit großer Mehrheit einen baldigen Kohleausstieg und den Ausbau der Erneuerbaren Energien, um die Klimaziele zu erreichen.“

„Wenn die neue Bundesregierung ihre Ziele fĂŒr Klimaschutz und Artenvielfalt ernst nimmt, muss sie sich fĂŒr Änderungen in der Förderung der Landwirtschaft auf EU-Ebene einsetzen. Statt pauschalen FlĂ€chenprĂ€mien, die unterm Strich zu immer intensiverer Landwirtschaft fĂŒhren, braucht es gezielte Investitionen in eine klima- und umweltfreundliche Produktion. DarĂŒber hinaus fordern wir die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro jĂ€hrlich. Durch ihn könnten Landwirte attraktive zusĂ€tzliche Einkommen fĂŒr Leistungen erhalten, die sie fĂŒr die Allgemeinheit erbringen“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Wasilis von Rauch, Bundesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD: „Der Verkehr ist der einzige Sektor in Deutschland, der bislang nichts zum Erreichen der Klimaziele beigetragen hat. Bundeskanzlerin Merkel muss endlich Verantwortung beim Klimaschutz im Verkehr ĂŒbernehmen. Die kĂŒnftige Bundesregierung muss sich auf EU-Ebene fĂŒr eine CO2-Minderung bei Neuwagen um mindestens 60 Prozent bis 2030 einsetzen und sofort in die Verkehrswende einsteigen.“

Die UmweltverbĂ€nde treten als Interessenvertretung von ĂŒber zehn Millionen Mitgliedern auf und sind eine bedeutende zivilgesellschaftliche Stimme in Deutschland.

- Gemeinsame Pressemitteilung -
Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH) Germanwatch, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Greenpeace, Verkehrsclub Deutschland (VCD), WWF Deutschland und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR)
 
 



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