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Mittwoch, 4. Oktober 2023
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Verschiedenes

 
NABU: Bei Nord Stream 2 ist erneut eine Schmerzgrenze ĂŒberschritten
KrĂŒger: Salamitaktik zur Fertigstellung der Gaspipeline konterkariert Planungs- und Naturschutzrecht

Berlin,3.12.2020 – Der Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 soll am kommenden Wochenende im noch nicht fertiggestellten Trassenabschnitt in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) fortgesetzt werden. Dabei hebeln Öffnungsklauseln und wiederholte PlanĂ€nderungen Naturschutzauflagen aus. Der NABU lehnt die Bauarbeiten zur sensiblen Winterrastzeit im EU-Vogelschutzgebiet Pommersche Bucht–Rönnebank ab und fordert das verantwortliche Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zum Handeln auf. Erst am 26. November hatte der NABU einen zweiten Änderungsantrag der Nord Stream 2 AG kommentiert. Noch vor der ausstehenden Entscheidung des BSH will die Nord Stream 2 AG Tatsachen schaffen und ein Schlupfloch der Ursprungsgenehmigung nutzen. Dazu NABU-PrĂ€sident Jörg-Andreas KrĂŒger:

„In der Genehmigung des BSH 2018 waren Bauarbeiten im Vogelschutzgebiet in den wichtigen Monaten Oktober bis Mai ausgeschlossen worden. Mit den jetzt geplanten Bauarbeiten ĂŒberschreitet das Projekt erneut eine Schmerzgrenze. Diese Salamitaktik zur Fertigstellung von Nord Stream 2 konterkariert das deutsche Planungsrecht und macht die Projektkontrolle durch die verantwortlichen Behörden nahezu unmöglich. Den jetzt vorgesehenen und in Teilen neu beantragten Leitungsbau im Winter halten wir fĂŒr nicht genehmigungsfĂ€hig.
Die Taktik der Nord Stream 2 AG ist durchsichtig und dreist. StĂŒckchenweise werden Auflagen des Naturschutzes umgangen, Beteiligungsrechte ausgehebelt. Angesichts der ohnehin jahrelangen Verzögerung der Pipeline und der erwiesenermaßen ausbleibenden GasversorgungslĂŒcke gibt es weder heute noch zukĂŒnftig einen Bedarf fĂŒr eine zusĂ€tzliche Pipeline. FĂŒr den eiligen Weiterbau von Nord Stream 2 in einem europĂ€ischen Schutzgebiet gibt es somit keine Rechtfertigung.“

Hintergrund:
Der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 stĂŒtzt sich fĂŒr den deutschen Trassenabschnitt auf zwei Genehmigungen. WĂ€hrend der vom Bergamt Stralsund genehmigte etwa 50 Kilometer lange Abschnitt durch die KĂŒstengewĂ€sser Mecklenburg-Vorpommerns 2018 fertigstellt wurde, fehlen noch 16,5 Kilometer in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftzone (AWZ). Verantwortliche Behörde hier ist das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Durch die angedrohten Sanktionen der US-Regierung stehen die Bauarbeiten, die zum Anschluss in die dĂ€nischen GewĂ€sser notwendig sind, seit mehr als einem Jahr still. Jetzt soll die Bauarbeiten trotz der Kritik auch des Bundesamtes fĂŒr Naturschutz (BfN) gerade in der Winterrastzeit wieder aufgenommen werden.
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Mundenhof statt Netflix
ErdmĂ€nnchen „Stuttgart“ auf dem Mundenhof (c) Stadt Freiburg/Patrick Seeger
 
Mundenhof statt Netflix
KĂ€mpfe, RĂ€uber, Wampen unter WĂ€rmelampen:
Die ErdmÀnnchen-Saga geht in eine neue Runde

Von der Öffentlichkeit wegen der Corona-EinschrĂ€nkungen weitgehend unbemerkt hat sich im November auf dem Mundenhof eine schicksalhafte FĂŒgung in der ErdmĂ€nnchen-Saga abgespielt. Es ist eine Saga um Futterneid, Fingerspitzen, Weibchenraub und ein MĂ€nnchen namens Stuttgart. Und sie beginnt im Jahre 1999, im HerzstĂŒck des Freiburger Tiergeheges.

ErdmĂ€nnchen – der Name gilt fĂŒr Vertreter beiderlei Geschlechts – sind mit ihren 700 bis 900 Gramm die kleinsten Mangusten. Die meisten Safari-Touristen kehren aus dem sĂŒdlichen Afrika als große ErdmĂ€nnchen-Fans zurĂŒck, weil die Tiere durch ihr Sozialverhalten, ihre Wachsamkeit und FotogenitĂ€t viele Sympathie-Punkte sammeln. (Bei Fußballern, Farmerinnen und Skorpionen sind sie weniger beliebt, teils weil sie unablĂ€ssig Löcher in den Boden graben, teils weil sie danach viel Hunger haben.)

Die hohen Sympathiewerte haben ErdmĂ€nnchen auch in Europas Tierparks schnell zu Publikumslieblingen gemacht. So beherbergt auch der Mundenhof seit 1999 eigene ErdmĂ€nnchen. Anfangs waren es vier Tiere, und sie eroberten im Nu nicht nur Kinderherzen. Bald wurden daraus zehn Tiere; der letzte Nachwuchs datiert aus dem Jahr 2015. Dann kam die Gruppe in die Jahre und begann zu schrumpfen. Die VerstĂ€rkung durch NeuzugĂ€nge aus anderen Tierparks stieß auf Schwierigkeiten, weil ErdmĂ€nnchen zwar innerhalb ihrer Gemeinschaft in hohem Maße sozial sind. Neuen EinflĂŒssen und besonders neuen ErdmĂ€nnchen stehen sie aber mindestens im gleichen Maße abwehrend gegenĂŒber.

Auch auf dem Mundenhof folgte die ErdmĂ€nnchen-Saga dem bekannten Drehbuch. Sobald das Alphaweibchen nicht mehr zeugungsfĂ€hig war, stagnierte die GruppengrĂ¶ĂŸe. Nachdem die Dame 2016 in hohem Alter verstarb, begann der von heftigen Beißereien begleitete Nachfolgestreit. Obwohl sich ein neues ErdmĂ€nnchenweibchen die Chefinnenrolle sicherte, war unter diesen Gegebenheiten nicht an den lang ersehnten Nachwuchs zu denken. Die Gruppe schrumpfte.

Also machten sich die Tierpfleger und Tierpflegerinnen daran, , die Gruppe behutsam zu verjĂŒngen und neue Tiere aus anderen Zoos zu integrieren. ErdmĂ€nnchenfreunde wissen indes: Dies Unterfangen ist ein schwieriges. Es erfordert FingerspitzengefĂŒhl, Beobachtungsgabe und Tierkenntnis. Neue Tiere werden von der bestehenden Gesellschaft, dem „Klan“, zunĂ€chst als Eindringlinge gesehen und attackiert.

In zehn FĂ€llen konnten die Integrations-Beauftragten des Mundenhofs im Laufe der Jahre diese schwierige Phase meistern. Nur einer der NeuzugĂ€nge musste wieder gehen, weil die anderen Tiere des Klans ihn nicht in die Gruppe aufnehmen wollten und immer wieder wegbissen. Allerdings zog sich die Integration der jĂŒngsten „Neuen“ wieder ĂŒber Jahre hin. WĂ€hrenddessen starben altersbedingt weitere Mitglieder der ursprĂŒnglichen Gruppe, bis in diesem Sommer noch zwei Tiere ĂŒbrig waren, eines davon die letzte eigene Nachzucht des Mundenhofs.

Zwei Tiere, eines erdweiblich, eines erdmĂ€nnlich, dazu ein warmer Sommer fast mit Kalahari-Temperaturen – eigentlich klang die Konstellation nicht schlecht fĂŒr die GrĂŒndung einer neuen Gruppe. So war auf dem Mundenhof die Hoffnung auf Nachwuchs groß. Doch alles Warten war vergebens, denn am 11. November verschwand das Weibchen. Auf welchem Weg und mit welchem Ziel, weiß niemand. Ob es lebend aus dem Gehege entwendet wurde oder einem tierischen RĂ€uber zum Opfer fiel, ist nicht bekannt.

Fest steht leider nur, dass es sich nicht (wie zunĂ€chst erhofft) in das verzweigte Gangsystem zurĂŒckgezogen hat, um Nachwuchs zur Welt zu bringen. In solchen FĂ€llen ist es nĂ€mlich ĂŒblich, dass der mĂ€nnliche Partner das Weibchen mit Futter versorgt, indem er ihr Leckereien in die Wurfhöhle trĂ€gt. Stattdessen fraß das verbliebene MĂ€nnchen fĂŒr Zwei und sonnte seine Wampe anschließend unter der WĂ€rmelampe; von unterstĂŒtzender Brutpflege keine Spur.

Getreu dem Lehrsatz „Ein ErdmĂ€nnchen ist kein ErdmĂ€nnchen“ beschloss die Mundenhof-Leitung nun eine ZĂ€sur. Um der Biologie der geselligen Tiere gerecht zu werden, wurde entschieden, das MĂ€nnchen mit dem prosaischen Vornamen „Stuttgart“ abzugeben. FĂŒr Stuttgart wurde eine gute Unterbringung in einem Tierpark außerhalb Baden-WĂŒrttembergs gefunden. Dort wird es mit zwei Weibchen „vergesellschaftet“, wie Kenner des ErdmĂ€nnchentums einander zuraunen.

Das MĂ€nnchen verlĂ€sst den Mundenhof ĂŒbernĂ€chste Woche. Danach wird das ErdmĂ€nnchengehege umgestaltet und aufgewertet. Mitte Dezember beginnen unter anderem umfangreiche Baggerarbeiten, um das komplette Grabmaterial zu ersetzen, Reparaturen und Ausbesserungen des Innenstalls. Auch das Außengehege erhĂ€lt ein neues Gesicht, mit Aussichtspunkten und beheizten FlĂ€chen fĂŒr die wĂ€rmeliebenden Tiere.

Zur Zeit kann die Höhe der Umbaukosten nicht geschĂ€tzt werden, da noch nicht feststeht, wie das Gehege spĂ€ter aussehen soll. Der Förderverein Mundenhof hat bereits seine finanzielle UnterstĂŒtzung zugesichert. Auch Privatleute können den Umbau des Geheges mit einer Spende unterstĂŒtzen. Allen ErdmĂ€nnchen-Liebhabern bietet der Mundenhof zudem die Möglichkeit, eine ErdmĂ€nnchen-Patenschaft abzuschließen.

BĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik begrĂŒĂŸt die Neuigkeiten vom Mundenhof: „Auch ich freue mich ĂŒber den glĂŒcklichen Ausgang sowohl fĂŒr das MĂ€nnchen als auch fĂŒr das Gehege und die nachfolgenden Bewohner. Ende MĂ€rz soll das Gehege fertig sein, so dass schon nach Ostern ein neues PĂ€rchen oder eine neue Gruppe einziehen kann.“

Ob PĂ€rchen oder Gruppe – fest steht bereits heute: Sobald das Corona-Regime aufgehoben und das ErdmĂ€nnchen-Gehege wieder bewohnt ist, werden sich wieder Menschentrauben drumherum bilden. Denn ErdmĂ€nnchen sind allseits beliebt. Außer bei Fußballern, Farmerinnen und Skorpionen.

PS. Zur Zeit ist der Mundenhof weiterhin geschlossen. Alle Menschen, MĂ€nnchen wie Weibchen, werden gebeten, sich an die Schließung zu halten. Stichprobenartig finden Kontrollen statt.
 
 

 
Rahmenplan Neubaustadtteil Dietenbach zu riskant
LangmattenwÀldchen faktisches Vogelschutzgebiet

Der Freiburger gemeinnĂŒtzige Verein ECOtrinova e.V. wendet sich nicht nur strikt gegen das Bauen auf landwirtschaftlichem Boden, sondern aktuell auch speziell gegen den vorliegenden Rahmenplan fĂŒr den Neubaustadtteil Dietenbach, der am 8. Dezember 2020 im Gemeinderat als Grundlage fĂŒr dortige BebauungsplĂ€ne in 2022/2023 behandelt werden soll.

Beim Rahmenplan Dietenbach bestehen große ökologische bzw. naturschutzrechtliche Bedenken dagegen, die Stadtbahn fĂŒr Dietenbach durchs LangmattenwĂ€ldchen an der Mundenhoferstr. zu fĂŒhren, dies einerseits wegen des Waldverlustes, andererseits speziell auch aus GrĂŒnden des Vogelschutzes. Nach EinschĂ€tzung von ECOtrinova e.V. kann das LangmattenwĂ€ldchen mit seinen NachbarwĂ€ldchen als sogenanntes faktisches Vogelschutzgebiet gemĂ€ĂŸ EU-Recht und deutscher Rechtsprechung gelten, das heißt auch wenn es noch nicht als solches offiziell erklĂ€rt wurde. Die hohe avifaunistische Bedeutung, also zum Vogelschutz, die nahe rĂ€umliche Anbindung des LandmattenwĂ€ldchens und der NachbarwĂ€ldchen an das Vogelschutzgebiet (VSG) Fronholz im Westen des DietenbachgelĂ€ndes und die direkte Nachbarschaft zm Naturschutzgebiet Rieselfeld sprechen sehr dafĂŒr. Eine Nachmeldung ist laut ECOtrinova nötig, z.B. als Erweiterung des VSG Fronholz, das andererseits nahe der Autobahn durch den Bahnausbau erheblich an FlĂ€che verlieren wird.

Die hohe avifaunistische Bedeutung gerade des LangmattenwĂ€ldchens ist laut Gutachten fĂŒr die Stadt Freiburg spĂ€testens seit 2015 im Detail belegt. Bemerkenswert sei die gute Besiedlung des LangmattenwĂ€ldchens mit Spechtarten und weiteren HöhlenbrĂŒtern. Die höhlenreichen BaumbestĂ€nde des LangmattenwĂ€ldchens seien als Bestandteil des regional wertvollen Mooswald-Komplexes zu sehen. Zu den nach der FFH-Richtlinie der EU besonders geschĂŒtzten Brutvogelarten in der Dietenbachniederung und im LangmattenwĂ€ldchen gehören Baumfalke, Schwarzkehlchen, Neuntöter und Mittelspecht. Im Bereich LangmattenwĂ€ldchen sind laut Gutachten mehr als 47 Vogelarten vertreten, davon 27 Brutvogelarten. Die anderen WĂ€ldchen an der Mundenhoferstr. wurden laut Gutachten dort seinerzeit leider erst verspĂ€tet ab Mitte April untersucht, also zeitlich recht unvollstĂ€ndig ab Nachbeauftragung durch die Stadt; der wichtige Teil der Brutzeit bis Mitte April blieb dort unbeobachtet.

Auch die AusfĂŒhrungen u.a. des RegierungsprĂ€sidiums sowie andere Stellungnahmen fĂŒr den Umweltbericht zum Ratsbeschluss am 24. Juli 2018 zur stĂ€dtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Dietenbach stĂŒtzen die EinschĂ€tzungen und Warnungen von ECOtrinova eV.

Insgesamt, so ECOtrinova-Vorsitzender Dr. Georg Löser, bedeutet es aus heutiger Sicht eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Planungen fĂŒr den Neubaustadteil Dietenbach, auch insgesamt scheitern.
 
 

 
NABU: Energetische Nutzung von Holz darf nicht weiter gefördert werden
KrĂŒger: Holz in Kraftwerken zu verbrennen ist klimaschĂ€dlich und setzt WĂ€lder unter Druck

Berlin, 24.11.2020 – Am heutigen Internationalen Aktionstag gegen industrielle Bioenergie hat der NABU zusammen mit anderen Umweltschutzorganisationen einen Aufruf an die Bundesregierung veröffentlicht, die weitere Expansion der industriellen Holzbiomasse-Energieproduktion zu unterbinden.

„Holz in Kraftwerken zu verbrennen ist nicht nur klimaschĂ€dlich, sondern hat auch weitreichende negative Auswirkungen auf Wald-Ökosysteme und LuftqualitĂ€t“, so NABU-PrĂ€sident Jörg-Andreas KrĂŒger, „Im Gegensatz zur landlĂ€ufigen Meinung ist das Verfeuern von Holz nicht klimaneutral. Der ĂŒber Jahrzehnte im Baum gebundene Kohlenstoff wird auf einen Schlag wieder freigesetzt und trĂ€gt deutlich zum Treibhauseffekt bei. Es dauerte Jahrzehnte bis die WĂ€lder die Kohlenstoffemissionen aus energetischer Holz-Nutzung wieder aufholen. DarĂŒber hinaus entsteht beim Verbrennen von Holz pro Energieeinheit mehr CO2 als beim Verbrennen fossiler Brennstoffe. Weiterhin massive öffentliche Förderung in die industrielle Holzverbrennung zu pumpen, ist ein Irrweg.“

Hintergrund:

Die Bundesregierung plant noch im Jahr 2020 maßgebliche Gesetze und Verordnungen auf den Weg zu bringen, die die finanzielle Förderung der energetischen Nutzung von Holzbiomasse in großem Maßstab noch weiter steigern wĂŒrde. Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird im Bundestag beraten. Im Gesetzesentwurf ist eine höhere Förderung von aus Biomasse erzeugtem Strom vorgesehen und das jĂ€hrliche Ausbauziel soll von derzeit 200 MW auf dann 500 MW gesteigert werden. Bis Ende des Jahres will die Bundesregierung die Verordnung zur Förderung fĂŒr Erneuerbare WĂ€rme fertigstellen. Hier sind ebenfalls deutliche Anreize zur Nutzung von Holz als EnergietrĂ€ger vorgesehen. Im Rahmen des Kohleausstiegsgesetzes will die Bundesregierung bis Ende 2020 ein Förderprogramm fĂŒr die Umstellung von Kohlekraftwerken auf Biomasse auf den Weg bringen.
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Gewinner der Umweltpreise 2020 stehen fest
Klimaschutzpreis „Climate First“: Erster Preis an Gartencoop e.V., Terran e.V. belegt den zweiten Platz, der dritte Preis geht an Ifpro & fesa e.V.

Sonderpreis im Klimaschutz fĂŒr Industrie und Gewerbe geht an Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH

Naturschutzpreis: Erster Platz geht an NABU, den zweiten Preis erhÀlt der Winzerkreis Opfingen

Umweltbildungspreis anlÀsslich des StadtjubilÀums erst- und einmalig an 9 Projekte vergeben

Die Gewinner der Umweltpreise 2020 stehen fest. Zum vierten Mal werden der mit 6.000 Euro dotierte Klimaschutzpreis „Climate First“ und der mit 5.000 Euro dotierte Naturschutzpreis verliehen. AnlĂ€sslich des StadtjubilĂ€ums wurde erst- und einmalig ein Umweltbildungspreis ausgelobt, der jeweils mit 900 Euro dotiert ist und an 9 Projekte vergeben wurde.

UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik: „Besonders freue ich mich, dass sich in diesem Jahr so viele junge Menschen mit kreativen Ideen und Projekten beim Umweltbildungspreis eingebracht haben. Ich möchte allen PreistrĂ€gerinnen und PreistrĂ€gern gratulieren und Ihnen fĂŒr ihr ĂŒberragendes Engagement danken. NatĂŒrlich bedaure ich es sehr, dass wir in diesem Jahr die Preise ausnahmsweise nicht im Rahmen einer Feierstunde persönlich ĂŒbergeben können, dennoch hoffe ich, dass sich die Teilnehmenden durch die Preisvergabe in ihrem Engagement ermutigt und angespornt fĂŒhlen. “

Die prÀmierten WettbewerbsbeitrÀge im Detail

Der Jury gehören Mitglieder des Gemeinderats, die UmweltbĂŒrgermeisterin, die Amtsleitung des Umweltschutzamtes, die FWTM und mehrere UmweltverbĂ€nde an; sie entschied ĂŒber die Vergabe der Klimaschutz- und Naturschutzpreise.

Die 9 Umweltbildungspreise gehen an:

SolareZukunft e.V.: Fahrradkino
Der Verein SolareZukunft hat ein Klimaaktionskino entwickelt, bei dem mit Hilfe von FahrrĂ€dern, Strom erzeugt wird und Filme zu den Themen Klimaschutz und Energiewende abgespielt werden. Die Zielsetzung, möglichst viele Menschen aller Altersstufen zu erreichen, gelingt durch die regelmĂ€ĂŸigen EinsĂ€tze des Fahrradkinos in Schulen, an Stadtfesten, MuseumsnĂ€chten, Klimaschutzveranstaltungen, Messen, Festivals und Discos. Prominentes Einsatzbeispiel war der Earth Day 2018 in Freiburg, als mithilfe des durch die FahrrĂ€der erzeugten Stroms die Erde auf das Rathaus projiziert wurde. Neben der Sensibilisierung fĂŒr umweltfreundliche Energieerzeugung und deren Nutzung steht hierbei vor allem auch das Zusammenspiel von Bewegung, Kultur und Spaß der Radlerinnen und Radler im Vordergrund. Der Weg, ĂŒber ein Fahrradkino, das Medium Film und Energieerzeugung zu kombinieren, wird von der Jury als auszeichnungswĂŒrdig bewertet.

Montessori Zentrum Angell: Green Campus Day
Das Montessori Zentrum Angell hat sich schon seit lĂ€ngerem und umfassend dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aller Altersstufen und alle Lehrenden sind in vielfĂ€ltige Themenbereiche eingebunden. Diese kommen aus dem Bereich Lebensstile, wie regionale und biolandzertifizierte ErnĂ€hrung in der Schulmensa, einem Bauernhofprojekt und einem Schulgarten, aber auch aus dem technischen Bereich, wie beispielsweise die Nutzung von Ökostrom und einer eigenen Solaranlage. Über diese AktivitĂ€ten wurde den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern vermittelt, was an ihrer Schule im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit bereits getan wird. Als Reaktion haben die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler eigenstĂ€ndig eine Öko-AG gegrĂŒndet, um den Nachhaltigkeitsgrundsatz auf allen Schulebenen umzusetzen und weiter auszubauen. GemĂŒndet ist die Arbeit im Green Campus Day, an dem die bereits umgesetzten Konzepte vorgestellt und im Rahmen eines schulischen Klimagipfels aller Klassen weitere, zukunftsfĂ€hige Strategien erarbeitet wurden. Die Jury ist von der Zusammenarbeit von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Schularten und außerschulischen Partnern sehr beeindruckt und verleiht hierfĂŒr den Umweltbildungspreis zum Freiburger StadtjubilĂ€um.

Lessing Realschule: Klimateam
Die Lessing-Realschule hat das Projekt „Klimateam“ ins Leben gerufen. Aus jeder Klasse bilden zwei SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ein Team und fungieren als Energiemanager. Sie werden hierfĂŒr von der Energieagentur Regio Freiburg ausgebildet und vermitteln mit ihrem Wissen in der jeweiligen Schulklasse energie-, klima- und ressourcenschonendes Verhalten. Ihr Wirken soll nicht nur in der Schule greifen, sondern auch zu umweltgerechten Verhalten ĂŒber das Schulumfeld hinausgehend motivieren. Dieses Projekt wirdvon der Jury aufgrund des unter Gleichaltrigen stattfindenden Wissensaustausch und Implementierung klimafreundlicher Verhaltensmuster als preiswĂŒrdig bewertet.

UWC Robert Bosch College: CO2-neutrale Schule
Das UWC Robert Bosch College hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis Ende 2020 eine CO2-neutrale Schule zu werden. Unter Einbindung der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler und dem Ansatz „Monitoring – Reduktion – Kompensation“, soll dieses Ziel erreicht werden. Beispielhaft sei genannt, dass der Energieverbrauch des Internates selbst und der Co2-Ausstoß durch Reisen ermittelt werden. Ressourcen schonendes Verhalten wird erarbeitet und umgesetzt wie beispielsweise durch einen schulinternen Kleiderkreisel, den Tausch von Schulmaterialien. Es werden aber auch technische AnsĂ€tze ermittelt. Geplant ist eine Kompensation durch die Finanzierung von Baumpflanzungen. Zudem soll das Potential, dass SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in ihrenHeimatlĂ€ndern mit dem in der Schule erworbenen Wissen als Multiplikatoren fungieren nach Möglichkeit ausgeschöpft werden. Auch wenn das Ziel – KlimaneutralitĂ€t bis Ende 2020- aus Sicht der Jury unrealistisch erscheint, so wird doch der Weg dahin und die dafĂŒr entwickelte Strategie zur Erreichung des Ziels mit dem Umweltbildungspreis ausgezeichnet.

Förderverein Anne-Frank-Schule: Kleine Energieforscher
In Kooperation mit dem Frauenhofer ISE hat der Förderverein der Anne-Frank-Schule das Projekt „Kleine Energieforscher“ ins Leben gerufen. Mit dem Projekt werden Schulkinder auf anschauliche und unterhaltsame Weise an das Thema Energie und Klimaschutz herangefĂŒhrt. Es wird altersgerechte Wissenschaft zum Anfassen angeboten mit dem mittelfristigen Ziel in den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern das Interesse an den Themen zu wecken, VerstĂ€ndnis fĂŒr Nachhaltigkeit aufzubauen und vielleicht sogar kĂŒnftig Forschende im Bereich umweltfreundliche Energiesysteme zu gewinnen. Das Konzept der spielerischen Vermittlung von Klimaschutzwissen hat die Jury ĂŒberzeugt und wird deshalb prĂ€miert.

Goethe-Gymnasium: Klimaneutrale Schule
Das Goethe-Gymnasium hat sich das Ziel gesetzt, klimaneutrale Schule zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler analysiert, welcher CO2-Ausstoß durch die Schule im Betrieb, aber auch durch den Schulweg verursacht wird. Sie haben die unterschiedlichen Ursachen und mögliche Gegenmaßnahmen betrachtet. Begonnen haben sie mit dem Schwerpunktthema Heizen. Sie haben elektronische Thermostate beschafft, wodurch sie bereits nennenswerte Energieeinsparungen ermöglicht haben. Zudem unterstĂŒtzt die SchĂŒlerschaft durch Spenden die Aktion „Plant for the Planet“. Als dritter Baustein haben sie Motto-Wochen unter dem Titel „Nachhaltigkeit“ durchgefĂŒhrt, mit den Schwerpunktthemen Energie und Energiesparen. Auch wenn es sich hierbei nicht um ein neues Konzept handelt, so ist doch schon der aufgenommene Weg aus Sicht der Jury prĂ€mierungswĂŒrdig.

ECOtrinova e.V.: Samstagsforum Regio-Freiburg
ECOtrinova e.V. hat sich mit seinem Samstagsforum Regio-Freiburg beworben. Es handelt sich hierbei um eine seit 2006 regelmĂ€ĂŸig stattfindende Vortrags- und Bildungsreihe, die unter der Schirmherrschaft der UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik steht. Ein Gemeinschaftsvorhaben mit vielen, sehr engagierten Beteiligten, die es sich zum Ziel gemacht haben, umfassendes Wissen fĂŒr eine ökologische und nachhaltige Entwicklung zu vermitteln und dadurch die dringend notwendige Energiewende und den Klimaschutz voran zu bringen. Das Forum wendet sich an alle Interessierten, unabhĂ€ngig von Alter, Geschlecht und Bildungsgrad. Alle Themen, die fĂŒr die Zielerreichung erforderlich sind, wie Energie, MobilitĂ€t, Konsum, Stadtentwicklung und Landwirtschaft, werden in diesem Format behandelt. Die Vielfalt der Themen, der unterschiedlichen Akteure, die Summe der erreichten Personen, aber ganz besonders auch die KontinuitĂ€t, mit der das Samstagsforum durchgefĂŒhrt wird, haben die Jury beeindruckt und werden deshalb mit dem Umweltbildungspreis gewĂŒrdigt.

Stefanie Buchholz: Eichhörnchen-Auffangstation
Seit 10 Jahren betreibt Frau Stefanie Buchholz die Eichhörnchen-Auffangstation und kĂŒmmert sich im Jahr um durchschnittlich 50 verletzte oder verwaiste Eichhörnchen der europĂ€ischen Eichhörnchenart bis zu deren anschließenden Wiederauswilderung. Als Biologielehrerin nimmt sie ihre SchĂŒtzlinge mit in die Schule und ermöglicht ihren SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern neben der Vermittlung von wertvollem Naturwissen praktische Erfahrungen durch hautnahes Erleben. Neben der Wiederauswilderung von Eichhörnchen ist die erzieherische Arbeit im Sinne der Umweltbildung als wichtig und wertvoll gewertet worden, sodass die Jury hierfĂŒr den Umweltbildungspreis zum Freiburger StadtjubilĂ€um verleiht.

Förderverein Reinhold-Schneider-Schule: Schulgarten-AG
Der Förderverein Reinhold-Schneider-Schule fĂŒhrt seinen bereits seit vier Jahren bestehenden Schulgarten durch eine noch intensivere Einbindung in den Unterricht weiter. In diesem Projekt sollen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler von der Planung bis zur Umsetzung eine DachflĂ€chenbegrĂŒnung zum Auffangen von Regenwasser anlegen, welches dann wiederum in einen Trockenbach eingespeist wird und in einem neugeschaffenen Kleinbiotop enden soll. Mit UnterstĂŒtzung von einem pĂ€dagogischen und planerischen Team und zwei Fachfirmen soll SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern bereits im Grundschulalter neben handwerklichen Fertigkeiten und biologischem Fachwissen, unterschiedliche Naturerfahrungen ermöglicht und ein umweltfreundlicher Umgang mit der Natur aufgezeigt werden. Der pĂ€dagogische Anteil der SchulgartenAG wird von der Jury hinsichtlich der Umweltbildung als sehr wertvolle und aufgrund des viele Jahre andauernden Engagements als sehr nachhaltige Projektarbeit angesehen und deshalb mit dem Umweltbildungspreis zum Freiburger StadtjubilĂ€um ausgezeichnet.

Der Sonderpreis im Klimaschutz fĂŒr Industrie und Gewerbe geht an:

Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH
‚Outstanding!‘ hat ein Jury-Mitglied ausgerufen. Die Pfizer GmbH setzt seit 2010 kontinuierlich Maßnahmen um, die trotz einer Verdoppelung der Produktionsmenge den CO2-Ausstoß um 21 Prozent reduziert haben. Beispielhaft seien genannt: die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Geothermie, Photovoltaik, WĂ€rme- und KĂ€lterĂŒckgewinnung auf dem FirmengelĂ€nde. Als Mitglied im GreenCityCluster steht sie darĂŒber hinaus fĂŒr Fachtouristen aus aller Welt offen. Davon profitiert, neben den anreisenden Delegationen, auch die Stadt Freiburg und ihr Ruf als „Umwelthauptstadt Deutschlands“. Die Pfizer GmbH hat im Bereich Industrie und Gewerbe eine Vorbildfunktion erlangt und ist innerhalb des Konzerns Vorzeigebetrieb und setzt damit auch in anderen Teilen der Welt MaßstĂ€be. All dies hat die Jury dazu veranlasst den Sonderpreis im Klimaschutz fĂŒr Industrie und Gewerbe auszusprechen.

Klimaschutzpreise „Climate First“:

1. Preis Klimaschutz
geht mit 3.000 Euro an Gartencoop e.V.
Als solidarische und ökologische Landwirtschaft versorgt der Gartencoop e.V. 266 Haushalte im Stadtgebiet mit regionalem und saisonalem GemĂŒse, das von angestellten GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtnern im Raum Bad Krozingen angebaut wird. Der Ernteertrag wird mithilfe von LastenrĂ€dern vollstĂ€ndig an die Mitglieder verteilt, so wird das Wegwerfen von Lebensmitteln und Plastikverpackung vermieden und CO2 eingespart. Neben der Sensibilisierung fĂŒr einen klimafreundlichen Warentransport, ermöglicht dieses Konzept jedem Mitglied den Zugang zu einer hochwertigen, biologischen Nahrung und lĂ€sst den Verzehr von regionalem und saisonalem GemĂŒse zur Gewohnheit werden. Diese nachhaltige und klimafreundliche Arbeitsweise wird von der Jury mit dem 1. Preis im
Klimaschutz ausgezeichnet

2. Preis Klimaschutz
geht mit 2.000 Euro an Terran e.V.
Der Verein Terran e. V. verfolgt die Vision, fĂŒr flugfreies
Reisen mit dem positiv besetzten Wort „terran“ zu werben. Mit „terran“ soll die Bewerbung und Thematisierung von flugfreien Reisen international kommuniziert und ein neuer Lebensstil entwickelt werden, der durch die Wahl von alternativen Fortbewegungsmitteln Mitmenschen zur Umsetzung begeistern soll. Durch terrane ReisebĂŒros und Plattformen und verschiedene Veranstaltungen und VortrĂ€ge sorgt Terran e. V. fĂŒr eine Etablierung von „terran“. Der Idee, ĂŒber Sprache einen Bewusstseinswandel zu bewirken, wird von der Jury großes Potenzial zugetraut und deshalb mit dem 2. Preis im Klimaschutz gewĂŒrdigt.

3. Preis Klimaschutz
geht mit 1.000 Euro an Ifpro & fesa e.V.
Das Institut fĂŒr Fortbildung und Projektmanagement (ifpro) und der fesa e.V. erhalten fĂŒr ihr berufsbegleitendes Fortbildungsprogramm „kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ aufgrund der herausragenden Bedeutung im Sinne der Klimaschutz- und Energiewendebildung den 3. Preis im Klimaschutz. In den 2020 bereits zum neunten Mal stattfindenden 180 Unterrichteinheiten in 13 Wochenendblöcken werden den Teilnehmenden, die sich in dem Bereich Klimaschutz und Energiemanagement engagieren wollen, umfangreiches Grundlagewissen vermittelt und kommunale Handlungskompetenzen aufgezeigt. Durch die Kombination von Theorie, Referentinnen und Referenten aus der Praxis und Projektarbeit gelingt eine möglichst vielseitige Schulung, die zu einer eigenstĂ€ndigen Entwicklung und erfolgreichen Umsetzung von Energie- und Klimaschutzprojekten dienen
soll.

Naturschutzpreise:

1. Preis Naturschutz
geht mit 3.000 Euro an das NABU-Projekt ‚Alpensegler‘
Bereits seit 1990 ĂŒberwacht und fördert der NABU durch fortwĂ€hrende Populationsstudien den Fortbestand des bedrohten Alpenseglers. Durch fachliche Beratung von GebĂ€udeeigentĂŒmern und UnterstĂŒtzung beim Anbringen von gebĂ€udeintegrierten NistkĂ€sten, versucht der NABU, Mensch und Tier ein friedvolles Zusammenleben zu ermöglichen. Von den Schutzmaßnahmen profitieren auch andere gebĂ€udebrĂŒtende Vogelarten, wie beispielsweise der Mauersegler. Durch kontinuierliches Monitoring beliefert Matthias Schmidt vom NABU Naturschutzbehörden mit wertvollen Bestandsdaten und vermittelt in Freiburg vor Ort zwischen den Interessen von Bauherren, EigentĂŒrmern und Behörden und den Bedarfen der Alpensegler. Dieses Projekt wird im Sinne des Natur- und vor allem Artenschutzes als sehr wertvoller Beitrag gewertet und deshalb von der Jury mit dem 1. Preis im Naturschutz ausgezeichnet.

Winzerkreis Opfingen
2. Preis Naturschutz 2.000 Euro
Der Winzerkreis Opfingen e.V., ein Zusammenschluss von Winzern und Landwirten aus den Tuniberg-Ortschaften, hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch eine kleinteilige und umweltschonende Bewirtschaftung und durch Umsetzung von vielen freiwilligen Umweltschutzmaßnahmen in ihren Weinbergen und LĂ€ndereien, den Naturschutz in besonderer Weise voranzutreiben. Durch Reduktion von Pestizideinsatz, Verzicht auf chemisch-synthetische Insektizide, VergrĂ¶ĂŸerung des BlĂŒtensortiments und konkrete Artenschutzmaßnahmen, gelingt es ihnen, die hohe BiodiversitĂ€t und ein intaktes Ökosystem am Tuniberg nachhaltig zu erhalten und zu fördern. Bedrohte Tierarten wie verschiedene Vögel und seltene Wildbienen können sich aufgrund der errichteten Nistmöglichkeiten und dem vielfĂ€ltigen BlĂŒhangebot niederlassen und fortpflanzen. Um ihr Wissen und ihre Bewirtschaftungsweise auch in anderen Wein- und Landwirtschaftsgebieten zu etablieren, wird jedes Jahr ein Winzerlehrlingstreffen veranstaltet und Themen wie BegrĂŒnungsmanagement und umweltschonende Bewirtschaftungsweisen behandelt. Diese nachhaltige und von großem und langjĂ€hrigem Engagement geprĂ€gte und insbesondere von Erfolg gekrönte Arbeit und Vorbildfunktion wird von der Jury mit dem 2. Preis im Naturschutz gewĂŒrdigt.
 
 

Freiburg: Vorfahrt fĂŒr den Radverkehr
Fahrradstraße in Freiburg / Foto: Daniel JĂ€ger
 
Freiburg: Vorfahrt fĂŒr den Radverkehr
Im Herbst werden acht Straßen zu Fahrradstraßen umgewandelt
Wentzingerstraße wird fĂŒr den Autoverkehr unterbrochen

Ab November werden acht Straßen in der Freiburger Innenstadt, dem StĂŒhlinger und zwischen Waldsee und Wiehre als neue Fahrradstraßen ausgewiesen. Das bedeutet noch mehr Vorrang fĂŒr den Radverkehr in Freiburg. Die Straßen liegen auf der Achse geplanter Rad-Vorrang-Routen und sind damit wichtiger Bestandteil der Verkehrswende. An einem zentralen Punkt Freiburgs wird es mit den neuen Fahrradstraßen zu EinschrĂ€nkungen fĂŒr den Autoverkehr kommen: Autos können die Wentzingerstraße bald nicht mehr durchgĂ€ngig befahren, der Abschnitt vor der WiwilibrĂŒcke ist fĂŒr sie in Zukunft gesperrt.

„Das dichtere Netz an Fahrradstraßen bedeutet mehr Vorfahrt fĂŒr den Radverkehr, die verbesserte Verkehrsinfrastruktur ist ein weiterer Schritt zur MobilitĂ€tswende“, so OberbĂŒrgermeister Martin Horn.

In der Innenstadt werden die Belfortstraße, die Rempartstraße, die Wallstraße und der Holzmarkt zu Fahrradstraßen. So entsteht eine attraktive Achse fĂŒr den Fahrradverkehr, die quer durch die Innenstadt fĂŒhrt. Auf der anderen Seite der Gleise, im StĂŒhlinger, wird diese Achse fortgefĂŒhrt. Denn auch die Engelbergerstraße wird zur Fahrradstraße – zunĂ€chst von der Wentzingerstraße bis zur Eschholzstraße. Zwischen Waldsee und Wiehre werden Hammerschmiedstraße, Oberrieder Straße und Andlawstraße zu Fahrradstraßen. In St. Georgen wird außerdem die bestehende RadVorrang-Route FR 2 nach SĂŒden durch eine neue Fahrradstraße in den Hagelstauden verlĂ€ngert.

„Die Verkehrswende ist eine große Aufgabe, auch in Freiburg. Neben dem Klimaschutz hat die Sicherheit fĂŒr FußgĂ€nger und Fahrradfahrer stets große Bedeutung. Wir ĂŒberprĂŒfen und verbessern unser Netz kontinuierlich, um die Stadt weiter in Richtung Verkehr der Zukunft umzubauen“, sagt BaubĂŒrgermeister Martin Haag.

Fahrradstraßen bieten sich an, um dem Radverkehr im bestehenden Straßennetz bessere Bedingungen zu bieten. Die Straßen sind zunĂ€chst nur fĂŒr den Radverkehr vorgesehen, es können auch Autos zugelassen werden – sie sind dort dann sozusagen zu Gast. Damit die Straßen fĂŒr Anlieger und Lieferverkehr weiter erreichbar bleiben, werden alle jetzt dazukommenden Fahrradstraßen fĂŒr den KFZ-Verkehr freigegeben. Hier gilt aber eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern. Und Autos mĂŒssen sich an die Geschwindigkeit der Radfahrenden anpassen, die dort auch nebeneinander fahren dĂŒrfen. Wie ĂŒberall gilt aber auch hier: Gegenseitige RĂŒcksichtnahme.

Es wird zudem weitere EinschrĂ€nkungen fĂŒr den Autoverkehr auf einigen der neuen Fahrradstraßen geben. So wird die Wentzingerstraße auf Höhe des StĂŒhlinger Kirchplatzes fĂŒr den Autoverkehr unterbrochen. Ähnlich verhĂ€lt es sich in den Hagelstauden, wo der sĂŒdliche Teil der Fahrradstraße fĂŒr KfzVerkehr gesperrt wird. Auch der westliche Teil der Andlawstraße bis zum Deichelweiherweg wird zur Einbahnstraße und kann mit dem Auto nur noch von Westen aus angefahren werden.

Wo es möglich ist, gilt fĂŒr Fahrradstraßen Vorfahrt. So kommen Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer schneller voran. Der Straßenzug aus Hammerschmied- und Oberrieder Straße wird gegenĂŒber allen Querstraßen bevorrechtigt. Damit können Radfahrende kĂŒnftig von Beginn des Pflegewegs an der Lindenmattenstraße in Littenweiler bis zum Beginn der Wiehre an der Möslestraße gemĂŒtlich und sicher durchradeln.

Der Fahrradstraßen-Herbst startet. In den kommenden Wochen sollen die einzelnen Straßen nacheinander ausgewiesen werden, die genauen Starttermine sind abhĂ€ngig davon, was Witterung und Corona-Auflagen zulassen. GemĂ€ĂŸ Zeitplan sollen Hammerschmied- und Oberrieder Straße Mitte November umgewandelt werden. Gegen Ende November kommt dann die Andlawstraße an die Reihe. Es folgen die Belfortstraße, Rempartstraße, Holzmarkt und Wallstraße sowie die Engelberger Straße und die Teilsperrung der Wentzinger Straße im Dezember. In den Straßen werden Piktogramme und Markierungen angebracht. Dann wird es zu temporĂ€ren EinschrĂ€nkungen des Verkehrs kommen. Das Garten- und Tiefbauamt bittet um VerstĂ€ndnis.

Bislang gibt es 17 Straßen in Freiburg, die teilweise oder durchgĂ€ngig als Fahrradstraße ausgewiesen sind, jetzt kommen acht weitere hinzu. Die nun geplanten Fahrradstraßen liegen dabei alle auf zukĂŒnftigen oder bestehenden Rad-Vorrang-Routen.
 
 

 
LandWERTschaft Tuniberg macht keine Corona-Pause
-Betriebe mit neuen Sonderaktionen weiter geöffnet-

Die landwirtschaftlichen Betriebe rund um den Tuniberg bei Freiburg sind weiter fĂŒr die Kunden prĂ€sent. Darauf macht jetzt LandWERTschaft Tuniberg aufmerksam. Bei vielen HoflĂ€den oder Winzerhöfen gibt es sogar Sonderaktionen. Vor Ort werden natĂŒrlich die Corona Bestimmungen eingehalten.

Damit sich die Kunden informieren können werden ĂŒber www.landwertschaft-tuniberg.de zahlreiche Betriebe mit ihren Angeboten sowie Öffnungszeiten vorgestellt. Dazu gibt es teilweise auch die Möglichkeit sich die Produkte bequem liefern zu lassen.

Gerade vor Weihnachten sind viele einmalige selbst produzierte Artikel erhĂ€ltlich. Diese eignen sich auch bestens fĂŒr Geschenke oder gar einen Gutschein.

Ein Besuch am Tuniberg ist also immer ein schönes (Einkaufs-) Erlebnis.
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Start der Offshore-Koalition
Windenergieausbau und Naturschutz in Einklang bringen

KrĂŒger: Ausbau der Offshore-Windenergie muss sich an den ökologischen Belastungsgrenzen der Meere orientieren

Berlin/BrĂŒssel, 16.11.2020 – Heute wird die europĂ€ische Offshore-Koalition zum Schutz der Meere beim Ausbau der Windenergie auf See gegrĂŒndet. Die europĂ€ische Arbeitsgruppe arbeitet einen gemeinsamen Ansatz aus, der Naturschutz und Klimaschutz beim Ausbau der Offshore-Windkraft in Einklang bringen soll.

Zu den GrĂŒndungsmitgliedern gehören neben dem NABU weitere Nichtregierungsorganisationen, Vertreter der europĂ€ischen Windindustrie, Übertragungsnetzbetreibern und Hersteller sowie die Renewables Grid Initative. In einer gemeinsamen AbsichtserklĂ€rung legen sie den Grundstein fĂŒr die zukĂŒnftige Zusammenarbeit.

„Offshore-Windenergieanlagen leisten einen wichtigen Beitrag, die Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig bergen sie Risiken fĂŒr MeeressĂ€ugetiere, Fische sowie Zug- und Rastvögel, insbesondere dann, wenn sie an naturschutzfachlich ungĂŒnstigen Standorten gebaut werden. Schon jetzt befinden sich die europĂ€ischen Meere in einem schlechten ökologischen Zustand. Wir mĂŒssen dringend Wege dafĂŒr finden, wie die ökologischen Belastungsgrenzen der Meere beim Offshore-Windenergieausbau eingehalten werden können. Das geht nur, wenn wir besser verstehen, wie empfindlich LebensrĂ€ume und Arten gegenĂŒber Windenergieanlagen, aber auch anderen Eingriffen des Menschen sind. Die immer intensiver werdende Nutzung der Meere durch Schiffsverkehr, Fischerei oder Kies- und Sandabbau muss deutlich zurĂŒckgefahren werden und wir mĂŒssen die Meeresschutzgebiete und ökologische Hotspots von Nutzungen freihalten“, so NABU-PrĂ€sident Jörg-Andreas KrĂŒger.

Aktuell liegt die Leistung der Offshore-Windenergie in der EU bei mehr als 12 Gigawatt. Die EU-Kommission sieht großes Potenzial fĂŒr einen Ausbau in der Zukunft. In zwei Tagen möchte sie ihre neue Strategie fĂŒr Erneuerbare Energien auf See vorlegen: „Die kommende EU-Strategie fĂŒr Erneuerbare Energien auf See muss die Energiewende naturvertrĂ€glich gestalten. Energieeffizienz und ein geringer Rohstoff- und Energieverbrauch mĂŒssen die höchste PrioritĂ€t haben. Wenn die EuropĂ€ische Union hohe Ausbauziele fĂŒr Offshore-Windenergie veranschlagt, mĂŒssen andere industrielle Nutzungsformen der Meere zurĂŒckstecken, um Platz fĂŒr die Windenergie zu schaffen“, so Verena Bax, Referentin fĂŒr europĂ€ischen Klimaschutz beim NABU. „Gesunde Meere sind VerbĂŒndete in der Klimakrise. Klimaschutz und Naturschutz mĂŒssen beim Ausbau der Offshore-Windenergie Hand in Hand gehen. Die Zusammenarbeit in der Offshore-Koalition kann dabei helfen, Konflikte zu lösen und Positionen zusammenzufĂŒhren, so dass uns die naturvertrĂ€gliche Energiewende gelingen kann.“

Deutschland selbst plant im neuen Windenergie-auf-See-Gesetz mit 40 Gigawatt Offshore-Strom bis zum Jahr 2040. Dies erscheint aktuell nicht mit den nationalen und europĂ€ischen Naturschutzzielen vereinbar. Die marine Raumordnung, die bis Mitte 2021 ausgearbeitet wird, soll die Konkurrenzen bei der Nutzung des Lebensraums Meer auflösen und fĂŒr einen Ausgleich von Schutz und Nutzung in der deutschen Nord- und Ostsee sorgen.

Hintergrundinformationen zu Offshore-Windenergie in Europa ...
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