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Verschiedenes

 
Amphibien wandern wieder
Viele Frösche, Kröten und Molche sind in Freiburg unterwegs

Umweltschutzamt appelliert zu Vorsicht und R√ľcksichtnahme

Dank der fr√ľhlingshaften Temperaturen wandern derzeit zahlreiche
Amphibien, vor allem Erdkröten, an ihre Laichgewässer.
Ehrenamtliche Vereinsmitglieder und viele freiwillige Helfer/
innen betreuen die Wanderungen in Freiburg, vor allem
am Waldsee, an der Opfinger Straße und im Kappeler Kleintal.

Morgens und abends werden die Tiere entlang der Amphibienschutzzäune
gesammelt und entweder in die Laichgewässer
oder zur√ľck in den Waldlebensraum gebracht.

Die Helfergruppen bitten um R√ľcksichtnahme auf die Tiere
und vor allem ihre Gelege. Personen ohne Kenntnisse im
Amphibienschutz sollten ohne Anleitung keine Tiere umsetzen.

Alle heimischen Amphibien sind besonders gesch√ľtzt. Die
Tiere selbst und ihre Entwicklungsformen, also der Laich oder
sp√§ter die Kaulquappen, d√ľrfen nicht aus der Natur entnommen,
zerstört, verletzt oder gar getötet werden.

Das städtische Umweltschutzamt appelliert daher an Eltern,
ihre Kinder auf den Schutz der Amphibien aufmerksam zu
machen und ihnen zu erklären, dass beispielsweise Laichballen
nicht entnommen werden oder mit Stöcken zerschlagen
werden d√ľrfen und die vielen sich derzeit besonders am
Waldseeufer tummelnden Tiere sich nicht zum Spielen eignen
und im Gewässer zu belassen sind.

Prinzipiell sind Hunde in öffentlichen Anlagen, wie dem Möslepark,
nur auf Fu√üwegen und an kurzer Leine zu f√ľhren. Sie
sind vom Uferbereich des Waldsees fernzuhalten, da sie den
an Pflanzen befestigten Laich zertreten und die Erdkröten
beim Ablaichen erheblich stören können.

Auch Jogger und Radler sollten in den Abend- und Nachtstunden
die Waldwege um den im Landschaftsschutzgebiet
‚ÄěBrombergkopf, Lorettoberg, Schlierberg‚Äú gelegenen Waldsee
meiden, auf denen zu dieser Zeit besonders viele Erdkrötenmännchen
ausdauernd verharren, um ein Weibchen zu finden.

Auch das Sammeln von Bärlauch, das in größeren Mengen
an sich bereits naturschutzrechtlich nicht zulässig ist, gefährdet
die Amphibien, da viele von ihnen unter den Blättern
Schutz suchen.

Da die Zahl der Erdkr√∂ten stark zur√ľckgeht, vor allem in Lebensr√§umen,
die von Straßen durchschnitten werden, ist ein
Schutz der Populationen vor - wenn auch oft unbedachten
Beeinträchtigungen durch Menschen - besonders wichtig.

Zusätzliche Helferinnen und Helfer sind jederzeit willkommen.
Interessenten können sich an das Umweltschutzamt
unter der Telefonnummer: 201-6125 oder per E-Mail an die
Adresse umweltschutzamt@stadt.freiburg.de wenden.
 
 

 
Erosionsmindernde Bewirtschaftung verringert Bodenabschwemmungen
Landratsamt und Umweltschutzamt appellieren an Landwirte am Tuniberg

Neben anderen landwirtschaftlichen Kulturen werden am Tuniberg
auch Spargel und Reben angebaut. Diese Kulturen
sind wegen ihrer großen Reihenabstände, der damit verbundenen
geringen nat√ľrlichen Bodenbedeckung sowie einer
intensiven mechanischen Bodenbearbeitung besonders erosionsgefährdet.

Nach den in den letzten Jahren zugenommenen heftigen
kurzzeitigen Niederschlägen kommt es am Tuniberg immer
wieder zu Bodenabschwemmungen. Dieser Bodenabtrag
stellt nicht nur ein Verlust f√ľr die Landwirte dar, sondern verursacht
auch Schäden auf benachbarten Flächen, Straßen
und Wegen und verstopft außerdem die öffentliche Kanalisation,
die anschließend mit großem finanziellen Aufwand wieder
gereinigt werden muss.

Um diese Bodenabschwemmungen zu vermeiden oder zumindest
zu verringern, appellieren das Landratsamt Breisgau-
Hochschwarzwald und das städtische Umweltschutzamt an
die Landwirte am Tuniberg, wirksame und leicht umsetzbare
Maßnahmen zu ergreifen: beispielsweise das Anlegen von
Gr√ľnstreifen, Aufbringen von Stroh in den Erntewegen, Anlegen
von Querrinnen sowie das Errichten von begr√ľnten Barrieren.

Beim Spargel w√§re die Einsaat einer Begr√ľnung zwischen
Aufdämmen und Erntebeginn wenig sinnvoll, da durch das
Ernten die aufgehende Einsaat wieder zertrampelt w√ľrde.
Hier hat sich vor allem in hängigen Anlagen die Einlage von
Stroh bewährt. Der Boden wird geschont und der Dauerhumusanteil
erhöht, bei Dauerregen versickert das Wasser
schneller und die Erntewege sind dann besser begehbar.

Zur guten landwirtschaftlichen Praxis gehört es, Erosion zu vermeiden.
Falls einzelne Landwirte am Tuniberg die relativ einfachen
erosionsmindernden Schritte nicht umsetzen, kann dies bei
den landwirtschaftlichen Betrieben auch zu K√ľrzungen der Ausgleichszahlungen
f√ľhren. Au√üerdem k√∂nnen die Verursacher f√ľr
Erosionsschäden haftbar gemacht und zum Schadenersatz verpflichtet
werden.
 
 

Umweltpreis 2009 der Stadt Freiburg
 
Umweltpreis 2009 der Stadt Freiburg
Auch in diesem Jahr wieder zwei Kategorien: Unternehmen
und Umweltgruppen

Ausschreibungsunterlagen ab 20. April unter
www.freiburg.de/umweltpreis abrufbar - Preis ist mit jeweils
3.750 Euro dotiert

Bereits zum 8. Mal vergibt die Stadt und die FWTM gemeinsam
mit der badenova und der Rhodia Acetow GmbH den diesjährigen
Umweltpreis.

Auch 2009 gibt es die zwei bewährten Gruppen: die Kategorie
‚ÄěUnternehmen‚Äú und die Kategorie ‚ÄěUmweltgruppen‚Äú. Teilnehmen
k√∂nnen in der Kategorie ‚ÄěUnternehmen‚Äú Firmen, Arbeitsgemeinschaften,
Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die ihre
Geschäftsniederlassung innerhalb des Einzugsgebietes der Wirtschaftsregion
Freiburg haben. In der Kategorie ‚ÄěUmweltgruppen‚Äú
sind Vereine, Verb√§nde, Einzelpersonen, Schulklassen, Sch√ľlergruppen
und Kindergartengruppen aus Freiburg angesprochen.

Der Preis ist in beiden Kategorien mit jeweils 3.750 Euro dotiert,
wobei eine Aufteilung auf mehrere Preisträger möglich ist. Über
die Vergabe der Preise entscheidet eine unabhängige Jury, der
unter anderem Umweltb√ľrgermeisterin Gerda Stuchlik, Mitglieder
des Gemeinderates, der Gesch√§ftsf√ľhrung der FWTM und mehrerer
Umweltschutzverbände angehören.

Wesentliche Auswahlkriterien f√ľr die Preisverleihung sind vor
allem Innovationsgehalt, Marktfähigkeit und wirtschaftliche Be-
deutung des Wettbewerbsbeitrags. Außerdem werden solche
Leistungen gew√ľrdigt, die neben ihrem positiven Beitrag zum
Umweltschutz auch durch ihre Vorbildfunktion und die praktische
Umsetzbarkeit √ľberzeugen. Die √∂ffentliche Verleihung des Freiburger
Umweltpreises erfolgt im Rahmen der Baden Messe im
September 2009.

Im vergangenen Jahr erhielten in der Kategorie ‚ÄěUnternehmen‚Äú
die G√§rtnerei Piluweri aus M√ľllheim-H√ľgelheim, die Firma Holzbau
Miocic aus St. Peter, das Seehotel Wiesler aus Titisee-
Neustadt sowie in der Kategorie ‚ÄěUmweltgruppen‚Äú die Arbeitsgruppe
Naturschutz im Badischen Landesverein f√ľr Naturkunde
und Naturschutz sowie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die
ersten Preise.

Wer Interesse hat, kann ab 20. April unter
www.freiburg.de/umweltpreis die Ausschreibungsunterlagen
und die Richtlinien zum Umweltpreis 2009 einsehen. Bis 13. Juni
können sich Interessierte bewerben. Weitere Informationen gibt
es neben der städtischen homepage unter www.freiburg.de, auch
beim Umweltschutzamt unter der Telefonnummer: 201-6110
oder bei der FWTM unter der Telefonnummer: 3881-833.
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Filmtipp: ALASKA - WILDNIS AM RANDE DER WELT
 
Filmtipp: ALASKA - WILDNIS AM RANDE DER WELT
BRD 1966, Regie: Eugen Schuhmacher, 89 Minuten

Eine Entdeckungsreise durch die Wildnis Alaskas: Vom Kanadischen Dawson Creek aus entdecken zwei Naturfilmer √ľber den Alaska Highway bis nach Fairbanks und Anchorage die Flora und Fauna der polarnahen Region. Biber, Schneeziegen, Karibus, Grizzlies, Alaska-Elche und Rotf√ľchse leben in den W√§ldern, Seen und Bergen. Zwischen Gletschern und der wilden Westk√ľste k√ľnden Totempf√§hle und alte Friedh√∂fe von den Athapaskan-Indianern.

Läuft in Freiburg in der Harmonie.
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Radsaison mit neuem Fahrrad-Stadtplan eröffnet
Neuer Plan f√ľr 2,50 Euro erh√§ltlich

Im Jahr 2007 kam der neue Fahrradstadtplan der Stadt Freiburg
auf den Markt. Offensichtlich genau das richtige Werk -
denn schon nach drei Monaten war der Plan vergriffen und
das Vermessungsamt druckte weitere Exemplare nach. Zwei
Jahre später sind nun alle 8.000 Exemplare verkauft und
p√ľnktlich zur Radsaison 2009 bringt die Stadt Freiburg eine
aktualisierte Auflage des Plans heraus.

Der Fahrradstadtplan zeigt das gesamte Radwegenetz von
insgesamt 420 Kilometern im Freiburger Stadtgebiet. Der
Plan bietet außerdem Ausflugstipps und Sicherheitshinweise,
Adressen und Infos rund um den Radverkehr.

Der Plan ist im örtlichen Buchhandel, in Fahrradgeschäften
oder bei der Rathaus-Information f√ľr nur 2,50 Euro erh√§ltlich.
Gr√∂√üere Mengen zum Beispiel f√ľr Schulen k√∂nnen direkt
beim Vermessungsamt (Tel.: 0761/201-4207) ermäßigt erworben
werden.

Ein weitere Verbesserung im Angebot f√ľr die Radler konnte
letztes Jahr umgesetzt werden: Alle wichtige Radwege und
Radrouten wurden mit Radwegweisern beschildert. Diese
systematische Beschilderung erleichtert die Suche nach einer
schönen und sicheren Route. Insgesamt rund 400 Schilderstandorte
machen das Radfahren auch auf unbekannteren
Strecken abseits der Hauptverkehrsstraßen einfacher, attraktiver
und damit auch sicherer. Das Konzept wurde zusammen
mit dem ADFC und den Nachbar-Landkreisen umgesetzt.

Auch das Kartenmaterial zum Radfahren in der Regio ist mit
der im vergangenen Jahr neu aufgelegten ‚ÄěRadwanderkarte
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und Stadt Freiburg“
(Kartenset, 9,90 Euro) auf den neuesten Stand gebracht worden.
Und f√ľr Mountainbiker und Mountainbikerinnen empfiehlt
sich die Freiburger ‚ÄěWaldfreizeitkarte‚Äú (5 Euro). Die Mountainbike-
Strecken sind ebenso wie die Alltagsrouten seit kurzer
Zeit mit Wegweisern beschildert.

Letztes Jahr wurde erheblich in Sanierung und Ausbau des
Radwegenetzes investiert: Unter anderem aus Mitteln des
Klimaschutzprogramms hatte der Gemeinderat letztes Jahr
Mittel f√ľr den Radverkehr in H√∂he von 840.000 Euro freigegeben.
Damit konnten wichtige Maßnahmen zur Erhöhung
der Verkehrssicherheit und zum Ausbau des Radverkehrsnetzes
vorgenommen werden. Das Programm wurde durch das
Garten- und Tiefbauamt im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen
umgesetzt.

Auch in diesem Jahr wird es weitere Verbesserungen f√ľr den
Radverkehr geben: Im Haushalt sind daf√ľr 2009 und 2010 je
470 000 Euro vorgesehen. ‚ÄěDie Sanierung der Infrastruktur
und die Erhöhung der Verkehrssicherheit sind wichtige Ziele“,
so GuT-Amtsleiter Frank Uekermann. Auch im Hinblick auf
die städtischen Klimaschutzziele spiele der weitere attraktive
Ausbau des Radverkehrsnetzes eine große Rolle. Los geht's
in den n√§chsten Wochen mit der √Ėffnung weiterer Einbahnstra√üen
f√ľr den Radverkehr und der Bereitstellung weiterer
Abstellb√ľgel in der Innenstadt.
 
 

Claus-Peter Hutter und Eva Goris
 
Claus-Peter Hutter und Eva Goris "Die Erde schl√§gt zur√ľck...
Wie der Klimawandel unser Leben verändert"

Ein Buchtipp

Deutschland und der Alpenraum 2035: Claus-Peter Hutter und Eva Goris, ausgewiesene Experten in Sachen Umwelt, konfrontieren uns mit den dramatischen Folgen des Klimawandels. Erz√§hlende Kapitel schildern eine Welt, die gepr√§gt ist durch Naturkatastrophen, Wassermangel, Seuchen, Energieknappheit und Klimafl√ľchtlinge. Harte Fakten, Daten und Studien belegen: So wird die Zukunft. Wenn wir nicht rechtzeitig ‚Äď jetzt! ‚Äď gegensteuern.

Verlag Droemer, 256 Seiten, EUR 25,00 / sFr 44,90
IISBN 978-3-426-27503-0
 
 

WWF: Eisbären und Pinguine trifft der Klimawandel zuerst, der Rest der Welt folg
© David Jenkins / WWF-Canada
 
WWF: Eisbären und Pinguine trifft der Klimawandel zuerst, der Rest der Welt folg
Frankfurt - Anl√§sslich des 50j√§hrigen Jubil√§ums der Unterzeichnung des Antarktisvertrags treffen sich in Washington erstmals Minister des Arktischen Rats mit Vertretern der Antarktischen Vertragsstaaten zu einer gemeinsamen Konferenz. Der WWF warnt anl√§sslich des historischen Treffens vor einem Zusammenbruch der s√ľd- und nordpolaren √Ėkosysteme.

‚ÄěEin Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei Grad ist definitiv zuviel f√ľr unsere Polregionen‚Äú, warnt Rob Nicoll vom Antarktis-Programm des WWF. Eisb√§ren und Pinguinen w√ľrden, stellvertretend f√ľr alle Bewohner an S√ľd- und Nordpol, die Ersten sein, die unter der Klimaerw√§rmung leiden. Derzeit beobachten Wissenschaftler in der Antarktis mit gro√üer Sorge, wie Eisschelfe von der Gr√∂√üe kleiner L√§nder wegbrechen und verloren gehen. ‚ÄěDie Pinguine m√∂gen die globale Erw√§rmung als erstes mitbekommen, doch wir sind nicht lange danach an der Reihe‚Äú, sagt WWF-Experte Nicoll.

Auch auf der anderen Seite des Planeten sieht es nicht viel besser aus. Wissenschaftler bef√ľrchten, dass die Arktis binnen einer Generation im Sommer komplett eisfrei sein k√∂nnte. ‚ÄěDas Treffen in Washington ist von weltweiter Bedeutung‚ÄĚ, sagt daher Neil Hamilton, Leiter des WWF Arktis-Programms. ‚ÄěEndlich sitzen die H√ľter von Nord- und S√ľdpol an einem Tisch. Sie haben die einmalige Chance, der Welt zu beweisen, dass sie ihrer Verantwortung f√ľr die Polarregionen gerecht werden.‚Äú Der WWF fordert von den Regierungsvertretern des Arktischen Rats und der Antarktischen Vertragsstaaten, sich auf gemeinsame, ambitionierte und effektive Ma√ünahmen im Kampf gegen den Klimawandel zu einigen - und diese Position beim anstehenden Klimagipfel in Kopenhagen mit Nachdruck zu vertreten.
 
 

Der andere Harrisburg-Bericht zum 30. JT Atomkraftunfall Harrisburg TMI 2 1979
KKW Three Mile Island / Foto: Wikipedia
 
Der andere Harrisburg-Bericht zum 30. JT Atomkraftunfall Harrisburg TMI 2 1979
Zahlreiche Strahlenopfer des Atomkraft-Unfalls Harrisburg/TMI-2 1979 inzwischen erwiesen.
Bei älterem Reaktor wäre der Unfall eine Riesenkatastrophe geworden.
Als Menschen zu Meßinstrumenten wurden. Beschwichtigungen und Vertuschungen


1. Beim Unfall des Atomreaktors TMI 2 gab es erhebliche Strahlenschäden bei der Bevölkerung.

Diese Frage der Strahlensch√§den bei der Bev√∂lkerung wurde offiziell schon fr√ľh verneint. Beobachtungen aufmerksamer Menschen, die schon bald am 1. Unfalltag 28.3.1979 und danach strahlenbedingte Krankheitssymptome bei sich selber und bei Tieren feststellten mit Hunderten an sich √ľberzeugenden schriftlichen Berichten, wurden nicht anerkannt. Unkontrollierte Freisetzungen von Radioaktivit√§t in die Umwelt begannen aber schon kurz nach Unfallbeginn. Messger√§te im Kraftwerk √ľberschritten ihre Me√übereiche. Radioaktives Edelgas des TMI-2-Unfalls wurde sogar in Albany gemessen, der rund 500 km entfernten Hauptstadt des Staates New York. Die H√§lfte der Einwohner in der 5-km-Zone um TMI floh aber erst nach zwei Tagen. Viele Menschen berichteten von Beobachtungen wie Metallgeschmack, starkem Haarausfall, Hautr√∂tungen, Tod von Tieren mit Merkmalen sehr hoher Strahlendosen und von Pflanzensch√§den. Vor allem Metallgeschmack und starker Haarausfall sind bekannt als Symptome bei hoher Strahlenbelastung. Offiziell wurde dies aber f√§lschlich als Stress in Abrede gestellt.

Aber die Messger√§tezeiger am Reaktorgeb√§ude am oberen Anschlag, als man angeblich notgedrungen √úberdruck aus dem Reaktor durch ein gebohrtes Loch ablies. Mangels ausreichender offizieller Messungen wurden die Menschen der Umgebung selber zu ‚ÄěMessinstrumenten‚Äú degradiert. Mehr Wahrheit √ľber das Unfallausma√ü kam erst im Laufe der Jahre ans Tageslicht, als man mit Robotern entdeckte, dass ein gro√üer Teil der Reaktorkerns doch geschmolzen war und viel Radioaktivit√§t aus ihm ins Geb√§ude und ein Teil in die Au√üenwelt freigesetzt worden sein musste - und als mehr Krebstote auftraten als offiziell und von der Atomlobby erwartet.

Heute ist von unabh√§ngiger Seite gekl√§rt, dass der Unfall von TMI-2 eine gro√üe Anzahl Strahlenopfer hatte. Nachdem versierte B√ľrger der Region um TMI 1984 schon f√ľr 1980-1984 in der Umgebung 19 Krebstote statt der erwarteten 2,6 F√§lle feststellten, kamen wissenschaftliche Untersuchungen in Gang. Untersuchungen der Columbia University von1990 und 1991 zu auff√§lligen Erh√∂hungen bei Blutkrebs (Leuk√§mie) und einigen Krebsarten, litten unter beengenden gerichtlichen Auflagen und anderen untersch√§tzenden Schw√§chen. Professor Steve Wing, Epidemiologe der University of North Carolina, und Mitarbeiter haben im 10-km-Umkreis verbessert untersucht und berichteten 1997 und 2003 in Fachzeitschriften √ľber 440 zus√§tzliche Lungenkrebsf√§lle in den hauptbetroffenen Zonen der Umgebung, sowie √ľber deutlich vermehrtes Auftreten anderer Krebsarten und von Leuk√§mie.

Laut deutschem Umweltlexikon wurde in der Umgebung von TMI ‚Äěeine erh√∂hte S√§uglingssterblichkeit, Schilddr√ľsenfehlfunktionen bei Neugeborenen und eine √ľber dem Landesschnitt liegende H√§ufigkeit von Krebsf√§llen registriert‚Äú. Die Entseuchungsarbeiten des Reaktors haben trotz teilweisen Einsatzes von Robotern zu ‚Äěeiner Kollektivdosis der Belegschaft von mindestens 130 bis 460 Personen-Sievert gef√ľhrt, was etwa 13 bis 46 Krebstoten entspricht (‚Ķ).‚Äú Und laut Joseph Mangano ist zwei Jahre nach dem Unfall eine vor√ľbergehende Erh√∂hung der Kindersterblichkeit in Gemeinden in der Hauptwindrichtung aufgetreten, siehe Bulletin of the Atomic Scientists, 2004.


2. Bei späterem Unfallbeginn wäre es wahrscheinlich zur Riesen-Katastrophe gekommen:

Das Atomkraftwerk TMI 2 war erst am 28.12.1978 in Betrieb gegangen. Es hatte bis zum 28. M√§rz 1979 noch wenig Strom produziert entsprechend rund 2 Wochen Vollastbetrieb. Deshalb hatte es im Vergleich zu einem √§lteren Reaktor noch wenig Spaltprodukte erzeugt, trotzdem schon ungeheure Mengen, und nach erfolgtem Abschalten relativ wenig sogenannte Nachzerfallsw√§rme, die durch K√ľhlsysteme abgef√ľhrt werden mu√ü, um das √§u√üerst gef√§hrliche Schmelzen des Reaktorkerns zu verhindern. Trotzdem kam es zur Katastrophe und fast zur Riesen-Katastrophe. Bei √§lterem Reaktor mit viel mehr Spaltproduktinventar und gr√∂√üerer Nachzerfallsw√§rme w√§ren die teilweise Kernschmelze und die Wasserstoffexplosion, die sich wenige Stunden nach Unfallbeginn ereigneten und von denen letztere fast den Auslegungsdruck des Sicherheitsbeh√§lters von TMI 2 erreichte, deutlich st√§rker gewesen. Die Explosion h√§tte den Sicherheitsbeh√§lter wahrscheinlich zum Platzen gebracht. Ein Gro√üteil der im Inneren des Reaktorgeb√§udes freigesetzten Radioaktivit√§t w√§re entwichen: eine Strahlenkatastrophe, f√ľr die Region schlimmer als die von Tschernobyl dort. Viele Menschen h√§tte schon der fr√ľhe Strahlentod bedroht. Und es w√§ren in Folgejahren extrem viele Strahlenkrebsf√§lle und andere strahlenbedingte Krankheiten aufgetreten. TMI h√§tte keinen Graphitbrand gehabt, der bei Tschernobyl 1986 einen Gro√üteil der Radioaktivit√§t in h√∂here Luftschichten und andere L√§nder, ja um die halbe Erdkugel verteilte.


3. Bei den Strahlen- und Krankheitsfolgen des TMI-Unfalls gibt es viele Anzeichen f√ľr eine gro√üe Beschwichtigungs- und Vertuschungskampagne.

Im M√§rz 2009 fasste der bekannte Historiker und Journalist Harvey Wassermann einen Teil der Vertuschungsma√ünahmen so zusammen (√ľbersetzt): ‚ÄěIn der Tat verbarg der Staat Pennsylvania die Gesundheitsfolgen, einschlie√ülich Entfernung von Krebsf√§llen aus der √∂ffentlichen Statistik, Abschaffung des staatlichen Tumorregisters, Fehldarstellung der Auswirkungen, die er nicht verstecken konnte (einschlie√ülich einer ersichtlichen Verdreifachung der Kleinkindersterblichkeit im nahen Harrisburg) und vieles mehr.‚Äú Weiter Wassermann: Die US-Bundesregierung habe nichts unternommen, um die Gesundheitsgeschichte der Bewohner der Region zu verfolgen. Die Bev√∂lkerung war auf sich selbst gestellt. Die verl√§sslichsten Untersuchungen kamen zun√§chst von den B√ľrgern selber: Die Eigner von TMI zahlten Bewohnern der Umgebung viele Millionen Dollar au√üergerichtlich, um Klagen wegen missgebildeter Kinder zum Schweigen zu bringen.


Dr.rer.nat. Georg Löser, Physiker und Biologe,
79194 Gundelfingen im Breisgau, 6. April 2009
 
 



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300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 
369 370 371 372 373 


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