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Freitag, 23. August 2019
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Verschiedenes

 
Bald 137 Naturdenkmale auf Stadtgebiet
Bergahorn beim Alten Wiehrebahnhof soll unter Schutz
gestellt werden

B√ľrgermeisterin Stuchlik: ‚ÄěEs sind besonders
eindrucksvolle Exemplare, die den Denkmalstatus
erhalten. Sie setzen Zeichen f√ľr die Bedeutung der Natur
in der Stadt.“

Zehn weitere Naturdenkmale will das städtische
Umweltschutzamt ausweisen ‚Äď acht mit Einzelb√§umen und
zwei als Baumgruppen. Damit erhöht sich die Zahl der
Naturdenkmale auf Freiburger Stadtgebiet von 127, was etwa
200 Bäumen entspricht, auf 137, ein Zuwachs von 16
Bäumen. Unter den Kandidaten befindet sich auch ein
Bergahorn an der Urachstra√üe, den B√ľrgermeisterin Gerda
Stuchlik heute stellvertretend f√ľr alle Naturdenkmale der
Presse vorstellte. ‚ÄěEs sind besonders eindrucksvolle
Exemplare, die den Denkmalstatus erhalten,
Baumpersönlichkeiten, die ihre Umgebung prägen. Schon
deshalb geb√ľhrt ihnen zus√§tzlicher Schutz. Au√üerdem setzen
sie un√ľbersehbare Zeichen f√ľr die Bedeutung der Natur,
haben damit auch eine wichtige pädagogische Funktion“, so
die B√ľrgermeisterin.

Knapp die Hälfte der geplanten Naturdenkmale stehen auf
städtischem Grund und Boden, die restlichen auf
Privatgrundst√ľcken. Das Umweltschutzamt hat die
Eigent√ľmer informiert. Erste positive R√ľckmeldungen liegen
vor.

Zu den Kandidaten zählen ein Ginkgo mit auffällig markantem
Stamm in der Bernhardstraße, drei alte Eichen am
Gewerbekanal in der Kartäuserstraße auf Höhe des
Hirzbergparks, eine f√ľnfst√§mmige Erle am H√∂lderlebach in
der Wiehre und eine besonders schön gewachsene
Atlaszeder am Lorettoberg. Als naturdenkmalw√ľrdig sch√§tzen
die Fachleute auch einen Bergahorn ein, der die Atmosphäre
um den Alten Wiehrebahnhof an der Urachstraße bereichert.

Der Bergahorn, vom Kuratorium ‚ÄěBaum des Jahres‚Äú,
Fachbeirat der Stiftung f√ľr B√§ume, zum Baum des Jahres
2009 gew√§hlt, ist jedem Kind wegen seiner Fr√ľchte bekannt,
die als ‚ÄěNasenzwicker‚Äú aufgesetzt oder als Propeller durch die
Luft geworfen werden. F√ľnflappige, wie H√§nde wirkende
Blätter unterscheiden ihn vom Spitzahorn mit seinem spitz
gezahnten Blattwerk. Der Baum, der bis zu 600 Jahre alt
werden kann, bevorzugt Bergregionen und kommt vor allem
in den Alpen vor. Er f√ľhlt sich aber auch im Mittelgebirge
sowie in Tieflagen wohl. Wuchsform und Größe
beeindrucken. Dichte Belaubung dient als Lärmschutz und
Schadstofffilter und liefert gleichzeitig Sauerstoff f√ľr das
lokale Klima. Tierökologisch wertvoll ist die Baumart, weil sie
vielen Insekten wie Bienen, Ameisen und Schmetterlingen
durch den hohen Zuckergehalt im Pflanzensaft Nahrung
bietet. Zudem ern√§hren sich 20 Vogelarten von den Fr√ľchten.
Die alte Rinde bietet vielen Kleintieren Schutz, vereinzelt
sogar Flederm√§usen. Entscheidend f√ľr seine Wahl zum Baum
des Jahres war seine Anpassungsfähigkeit an
unterschiedliche klimatische Verhältnisse und seine
Unempfindlichkeit gegen Stress. Daher eignet er sich im
Hinblick auf den Klimawandel besonders f√ľr den Waldumbau
zu ökologisch stabilen Mischwäldern sowie als Straßen- und
Parkbaum.

Sein erstes Naturdenkmal erhielt Freiburg auf Weisung des
Landeskulturamts im Jahr 1950: einen Tulpenbaum in der
Goethestraße, der allerdings im Jahr 2000 gefällt werden
musste. Das höchste unter den aktuellen Naturdenkmalen ist
die mindestens 38 Meter messende Platane an der Kartaus.
Zu den exotischsten Beispielen zählt ein Maulbeerbaum an
der Eichbergstraße. Die ältesten sind die Linden am
Kapellenweg. Sie stammen von 1645, aus Zeiten des
Dreißigjährigen Kriegs. Mit sieben Metern Stammumfang ist
der Mammutbaum an der Starkenstraße das massivste
Denkmal, und das urw√ľchsigste steht auf dem Kybfelden ‚Äď
ein rund 220 Jahre alter Bergahorn.

Zuletzt 2006 wurde eine Baumgruppe als Naturdenkmal
ausgewiesen ‚Äď der Eichenbestand an der Herdermer
Eichhalde, von dem sich der Straßenname herleitet.
Grundlage daf√ľr ist das Naturschutzgesetz, das bestimmte
Voraussetzungen nennt. Dazu zählen eine besonders
ausgeprägte Wuchsform, außergewöhnliche Größe, hohes
Alter, Seltenheit einer Baumart, ökologischer Wert,
stadtviertelprägende Qualität oder kulturgeschichtliche
Bedeutung. Vorschl√§ge f√ľr Naturdenkmale kommen meist
aus der B√ľrgerschaft, von B√ľrger- oder Naturschutzvereinen.
Das Umweltschutzamt pr√ľft jeden einzelnen Fall gemeinsam
mit den Naturschutzbeauftragten und den Baumfachleuten
des Garten- und Tiefbauamts.

In einem förmlichen Unterschutzstellungsverfahren erlässt
das Umweltschutzamt f√ľr die neuen Naturdenkmale eine
Sammelverordnung, worin der Schutzzweck genannt und
verbotene und zulässige Handlungen geregelt sind. Nach
Inkrafttreten der Verordnung werden die Denkmale mit einem
dreieckigen gr√ľnen Metallschild mit der Aufschrift
‚ÄěNaturdenkmal‚Äú versehen. Ziel der Unterschutzstellung ist ein
m√∂glichst langfristiger Erhalt des jeweiligen Baums. Daf√ľr
wird er jährlich zweimal kontrolliert. Gegebenenfalls entfernen
Fachleute Totholz oder schneiden √Ąste zur√ľck, vor allem um
die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Falls nötig, wird der
Baum saniert. Daf√ľr k√∂nnen F√∂rdermittel aus dem
Landschaftspflegeprogramm des Landes beantragt werden.
Rund 12.000 bis 16.000 Euro wendet die Stadt Freiburg im
Schnitt j√§hrlich f√ľr diese Arbeiten auf.
 
 

‚ÄěFreiburg packt an‚Äú und rupft Ambrosia
Ambrosia artemisiifolia - Foto: SB Johnny / Wikipedia
 
‚ÄěFreiburg packt an‚Äú und rupft Ambrosia
Am Samstag, 29. August, veranstaltet das Garten- und Tiefbauamt
im Rahmen von ‚ÄěFreiburg packt an‚Äú ab 9:30 Uhr eine
Ambrosia-Rupf-Aktion bei der Neuen Messe. Dort steht Ambrosia
kurz vor der Bl√ľtenentwicklung. H√∂chste Zeit also, die
gefährliche Pflanze auszureißen und zu vernichten. Interessierte
treffen sich am Samstag um 9.30 Uhr an der östlichen
Zufahrt zum Messegel√§nde bei der Schranke (schr√§g gegen√ľber
Kaiserstuhlbr√ľcke und LKW-Verlade-Station). Empfohlene
Ausr√ľstung: geschlossene Schuhe. Jede Teilnehmerin/
jeder Teilnehmer erhält Informationsmaterial und Handschuhe.
Die Aktion findet bei jedem Wetter statt. Anmeldung
ist nicht erforderlich. Die Aktion dauert zirka eineinhalb Stunden.
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WWF fordert ‚ÄěBig Deal‚Äú im Kampf gegen weltweite Wasserkrise
© Chris Martin Bahr / WWF-Canon
 
WWF fordert ‚ÄěBig Deal‚Äú im Kampf gegen weltweite Wasserkrise
Wassermangel und D√ľrre sind Wachstumsrisiko. / √Ėsterreich und Belgien wollen UN-Konvention ratifizieren.

Anl√§sslich des Abschluss der Weltwasserwoche in Stockholm fordert die Umweltschutzorganisation WWF einen ‚ÄěBig Deal‚Äú im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise. Regierungen, Landwirtschaft und Unternehmen m√ľssten Strategien entwickeln, um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser dauerhaft sicherzustellen, fordert Martin Geiger, Leiter Bereich S√ľ√üwasser beim WWF Deutschland, im Interview auf der Weltwasserwoche in Stockholm. Ein Hoffnungsschimmer sei, dass mit √Ėsterreich ein weiterer Staat die Ratifizierung der UN-Konvention zum grenz√ľberschreitenden Wassermanagement in die Wege geleitet habe und Belgien auf der Weltwasserwoche gro√ües Interesse daran zeigte. WWF-Experte Geiger sieht in der Wasserkrise nicht nur eine √∂kologische und humanit√§re Gefahr, sondern auch ein √∂konomisches Wachstumsrisiko.

Wasser als Grundlage des Lebens ist essentiell, doch warum ist es auch f√ľr die Weltwirtschaft von gro√üer Bedeutung?

Geiger: Wenn der fossile Rohstoff √Ėl - derzeit noch ‚Äď als Schmiermittel der Weltwirtschaft angesehen wird, dann muss Wasser als die universelle und unverzichtbare Grundlage √∂konomischen Erfolgs betrachtet werden. Ohne Zugang zu Wasser kann der Agrar- und Lebensmittelsektor nicht arbeiten. Ohne Wasser w√ľrde die Stahlproduktion scheitern und in Folge dessen die Automobilindustrie zusammenbrechen, auch Chips f√ľr die Computerindustrie k√∂nnten nicht produziert werden. Im Gegensatz zu den fossilen Rohstoffen, f√ľr die zunehmend Ersatzm√∂glichkeiten gefunden werden, gibt es zu Wasser keine Alternative.

Also ist Wasser ein Wirtschaftsgut?

Geiger: Wasser ist vieles - auch ein Wirtschaftsgut. Aber mehr als bei allen anderen Ressourcen spielen beim ‚Äěblauen Gold‚Äú humanit√§re und √∂kologische Gesichtspunkte eine entscheidende Rolle. Es geht um gerechte Verteilung der knappen Ressourcen, den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanit√§ranlagen. Zugleich m√ľssen die entsprechenden √Ėkosysteme wie Fl√ľsse, See oder Feuchtgebiete gesch√ľtzt werden, vor nicht nachhaltigen oder vielmals sogar illegalen Wasserentnahmen, Verschmutzung und den Folgen des Klimawandels.

Wie kann eine weitere Verschärfung der Wasserkrise abgewendet werden?

Geiger: Was es jetzt braucht ist ein weltweiter ‚ÄěBig Deal‚Äú, einen wirklichen gro√üen Wurf, in der Wasserpolitik. Industrie und Landwirtschaft sind hierbei genauso gefordert, wie die internationale Staatengemeinschaft. Als erster Schritt muss endlich die UN-Konvention f√ľr ein nachhaltiges, verantwortungsvolles und vor allem grenz√ľberschreitendes Management von Wasservorkommen ratifiziert werden. Besonders erfreulich ist es daher, dass √Ėsterreich k√ľrzlich die Ratifizierung in die Wege leitete und vergangene Woche Belgien die Absicht ge√§u√üert hat, dem Abkommen beizutreten.

Wo sehen Sie die deutsche Bundesregierung in der Pflicht?

Geiger: Deutschland sollte sich auf europ√§ischer Ebene daf√ľr einsetzen, dass Agrar-Subventionen nur noch bei einer nachweisbaren, nachhaltigen und effizienten Wassernutzung gew√§hrt werden, speziell in der Bew√§sserungslandwirtschaft. Im internationalen Bereich muss sich eine Industrienation wie Deutschland √ľber die Entwicklungszusammenarbeit daf√ľr engagieren, dass in √§rmeren Staaten, die meist besonders hart von einer Wasserkrise betroffen sind, Technologien zur effizienten Wassernutzung eingesetzt werden.

Wie wird Deutschland als wasserreiches Land von einer Wasserkrise betroffen sein?

Geiger: In einer globalisierten Welt, ist keine Volkswirtschaft mehr unabh√§ngig. Auch nicht in der Wasser-Frage. Nach der neuen WWF-Studie zum Wasser-Fu√üabdruck Deutschlands wird rund die H√§lfte des deutschen Wasserbedarfs √ľber ausl√§ndische Produkte importiert. Damit f√ľhrt die Bundesrepublik jedes Jahr 79,5 Mrd. m¬≥ Wasser ein. Wir sind also direkt abh√§ngig von den Wasserressourcen anderer L√§nder. Wenn dort, beispielsweise wie derzeit in Indien, Wassermangel herrscht, hat das auf unsere Versorgung mit landwirtschaftlichen G√ľtern wie Kaffee, Baumwolle oder auch Fleisch Auswirkungen. Ausserdem versch√§rft Wassermangel die Armut und sch√ľrt Konflikte - von denen wir wiederum indirekt betroffen sind.

Wird der Zugang zu Trinkwasser also eines Tages zum Luxus werden?

Geiger: Wir d√ľrfen nicht den Fehler machen unseren westlichen Standard zur weltweiten Realit√§t zu verkl√§ren. F√ľr die weit √ľber ein Milliarde Menschen, die derzeit noch keinen sicheren, dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, ist Wasser bereits heute ein Luxusgut. Das muss nicht sein, die L√∂sungen f√ľr Alle Zugang zu schaffen gibt es bereits heute. Es ist eine Frage der Planung, Priorit√§tensetzung, der Verteilung und der Investitionen und nicht der Verf√ľgbarkeit.

Nach welchen Kriterien muss sich eine gerechte und zugleich ökologisch nachhaltige Wasserpolitik richten?

Geiger: Grundsatz muss immer sein, wie viel Wasser, in welcher Region und zu welchem Zeitpunkt der Natur entnommen werden kann. Weltweit m√ľssen Fl√ľsse, Seen und Feuchtgebiete unter Schutz gestellt und renaturiert werden. Nur √∂kologisch gesunde S√ľ√üwasserspeicher k√∂nnen auch in Zukunft, vor allem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen, unsere Versorgung sichern.
 
 

Wenn Wasser auf Reisen geht
© WWF Joerg Hartmann
 
Wenn Wasser auf Reisen geht
Pipelines, Talsperren und Flussregulierungen: WWF kritisiert soziale und √∂kologische Folgen / Wassertransfer-Projekte wirtschaftlich fragw√ľrdig

Frankfurt/Stockholm - Barcelona bekommt per Schiffsladung Wasser aus S√ľdfrankreich. In S√ľdafrika trocknet eine ganze Region aus, um weit entfernte Industriegebiete mit dem kostbaren Nass zu versorgen. Und in China wird Wasser √ľber 1400 km von S√ľden nach Norden geleitet, um ein Defizit von 52 km¬≥ pro Jahr auszugleichen.- Wassertransferprojekte gelten als ‚ÄěAllheilmittel‚Äú zur Deckung eines steigenden Bedarfs, f√ľr eine F√∂rderung des Wirtschaftswachstums oder zur Armutsbek√§mpfung. Doch nach einer aktuellen WWF-Analyse, die im Rahmen der Weltwasserwoche in Stockholm vorgestellt wurde, sind die teuren Mega-Projekte oftmals wirtschaftlich fragw√ľrdig und meist mit enormen sozialen und √∂kologischen Auswirkungen verbunden.

‚ÄěWassertransfer-Projekte sind nicht die L√∂sung des Problems von Wasserknappkeit und steigender Nachfrage, sondern lediglich eine technokratische Antwort darauf. Sie k√∂nnen angesichts ihrer enormen Auswirkungen immer nur die letzte Option sein, wenn alle anderen Alternativen versagen‚Äú, sagt Martin Geiger, Leiter Bereich S√ľ√üwasser beim WWF Deutschland. Zun√§chst einmal m√ľsse der Wasserbedarf in der zu versorgenden Region verringert werden, etwa durch die Optimierung von Bew√§sserungssystemen oder intelligente Wasserwiederverwendung. Auch Entsalzungsanlagen k√∂nnen eine kosteng√ľnstige und umweltvertr√§gliche Alternative darstellen.

Der WWF hat f√ľr seine Analyse weltweit sieben geplante oder bereits umgesetzte Vorhaben untersucht. So soll f√ľr gesch√§tzte 2,9 bis 4,4 Milliarden Euro ein Mega-Projekt mit drei gro√üen Talsperren in Griechenland realisiert werden, verbunden mit dem Verlust wertvoller √Ėkosysteme und der Zerst√∂rung historischer Kulturg√ľter. Die Wirtschaftlichkeit der Ma√ünahmen beruht dabei allein auf dem wasserintensiven und von der EU hoch subventionierten Baumwollanbau in der 170 km entfernten Thessaly-Region. Spanien plant hingegen am Fluss Tagus, dem bereits seit Ende der 1970er Jahre Wasser entnommen wird, ein neues Gro√üprojekt. Vornehmlich mit EU-Geldern soll dort f√ľr √ľber 270 Millionen Euro ein neues Transfersystem entstehen, um die Region Castilla-La Mancha mit Wasser zu versorgen. Und das, obwohl die Auswirkungen am Tagus bereits heute enorm sind: Best√§ndig sinkende Pegelst√§nde setzen Ufervegetation und Wasserqualit√§t zu; zahlreiche, seltene Fischarten sind in ihrem Bestand bedroht. Hinzu kommt, dass der bereits existierende Transfer nicht einmal ann√§hernd die Erwartungen erf√ľllt hat.

Hintergrund: Wassertransfer-Projekte sind kein Phänomen der Moderne und bereits aus dem Altertum bekannt. Doch allein in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden mehr als 350 große Wassertransfer-Projekte, durch die jährlich rund 400 Mrd. m³ Wasser umgeleitet wird. Bis 2020 soll sich diese Zahl verdoppeln
 
 

Schönen Gruß vom Pfauenauge
Tagpfauenauge / Foto: Wikipedia
 
Schönen Gruß vom Pfauenauge
Gef√§hrdung von Tierarten ‚Äď und was man dagegen tun kann

Artenvielfalt, Artenschutz, Zerstörung von Lebensraum,
Ausrottung ‚Äď fast t√§glich findet man diese Begriffe in den
Medien. Doch was ist so schlimm am Verlust einer Art, wozu
R√ľcksicht nehmen?

Zum Beispiel das Tagpfauenauge ‚Äď es ist einer der
bekanntesten einheimischen Falter und der Schmetterling des
Jahres 2009. Mit seiner charakteristischen Zeichnung, großen
blauen Augen auf rot gemusterten Fl√ľgeln, schreckt er seine
Feinde ab und bietet den Menschen einen attraktiven Anblick,
der f√ľr viele zum Sommer geh√∂rt wie Biergarten und
Badesee. Doch seine Zukunft und die vieler
mitteleuropäischer Schmetterlingsarten ist gefährdet.

Um die Situation zu begreifen, muss man weiter ausholen.
Bei der Entstehung der Arten hat sich zwischen
Schmetterlingen und Pflanzen ein kompliziertes
Zusammenspiel entwickelt. Es ist in seinen Ausmaßen auf
den ersten Blick kaum erkennbar, auf den zweiten aber umso
faszinierender.

Beginnen wir bei den Brennnesseln. Wer ist nicht schon beim
Wandern oder bei der Gartenarbeit mit ihnen in Kontakt
gekommen und hat ihren Nutzen spontan in Frage gestellt?
Doch das Tagpfauenauge und viele andere einheimische
Schmetterlingsarten wie Admiral oder Kleiner Fuchs nutzen
die Brennnessel als Kinderstube. Sie ist f√ľr sie
√ľberlebensnotwendig. Die Raupen ern√§hren sich
ausschließlich von ihren Blättern. Und spätestens seit der
Raupe Nimmersatt weiß jede/r: ohne Raupen keine Puppen,
ohne Puppen keine Schmetterlinge.

Das Tagpfauenauge ernährt sich vom Nektar einheimischer
Bl√ľtenpflanzen. Gen√ľgen ihm im Fr√ľhjahr der gelbe Huflattich
und die weiße Schlehe, so bevorzugt es im Sommer rote bis
blau-violette Bl√ľten wie Ackerkratzdistel, Wiesen-
Flockenblume und Tauben-Skabiose, die auf normalen
Blumenwiesen vorkommen. Das Problem: ‚ÄěNormale‚Äú
Blumenwiesen sind kaum noch zu finden. Während die
Tagfalter von der Farbenpracht der Bl√ľten angezogen
werden, locken Pflanzen wie die Nachtkerzen Nachtfalter mit
ihrem starken Geruch an.

Die Tauben-Skabiose bevorzugt einen nährstoffarmen,
mageren Boden. Die Pflanzengesellschaften, die dort
wachsen, werden auch Trocken- und Halbtrockenrasen
genannt. Viele Wiesen dienen aber landwirtschaftlichen
Zwecken. Sie werden mehrmals im Jahr gemäht, die Mahd
dient als Futtermittel. Damit sie einen möglichst hohen Ertrag
bringen, werden die Wiesen ged√ľngt. Das im Einklang mit
dem Artenschutz zu tun, ermöglichen landwirtschaftliche
Förderprogramme, die den Landwirten Einnahmeausfälle
ersetzen.

Wer hat in letzter Zeit einen Admiral gesehen oder einen
Kleinen Fuchs oder einen Schwalbenschwanz? Verschwinden
die Blumenwiesen, verschwinden nach und nach auch die
einheimischen Schmetterlingsarten. Das Umweltschutzamt
weist darauf hin, dass sich √ľber die H√§lfte von ihnen auf der
Roten Liste der bedrohten Arten finden.

Doch wie geht es weiter mit dem Beispiel? Schmetterlinge
befruchten mit ihren langen Saugr√ľsseln Pflanzen. Aufgrund
der Bl√ľtenform kommen daf√ľr manchmal keine anderen
Insekten in Frage. Beim Fressen streifen die Falter
automatisch Pollen von den Staubbl√§ttern der Bl√ľte, tragen
sie auf die nächste weiter und bestäuben sie. Auf diese Weise
sorgen Schmetterlinge f√ľr die Vermehrung, Verbreitung und
den Erhalt der Pflanzen.

Neben ihrer Rolle als Bestäuber dienen die Schmetterlinge
aber auch als Vogelnahrung, und zwar in jedem ihrer
Entwicklungsstadien. Egal ob Raupe, Puppe oder fertiger
Schmetterling ‚Äď ein hungriger Schnabel findet sich immer.
Und auch Fledermäuse sind einem flatternden Imbiss nicht
abgeneigt. Gegen sie haben Falter kaum eine Chance: Sie
werden mit Schallwellen geortet und direkt aus der Luft
geschnappt.

Vögel und Fledermäuse ernähren sich aber nicht
ausschließlich von Faltern, sondern auch von anderen
Insekten und Gliederf√ľ√ülern und begrenzen damit deren Zahl.
Das bedeutet: Plagen, zum Beispiel durch Stechm√ľcken,
werden in Grenzen gehalten beziehungsweise könnten noch
viel schlimmer sein. Damit tragen Schmetterlinge auch
mittelbar zum Gleichgewicht von Sch√§dlingen und N√ľtzlingen
bei.

Ein weiteres Beispiel: Einige Schlupfwespen bieten ihren
Larven ein besonderes Schlaraffenland: Sie legen ihre Eier
direkt in eine lebende, aber durch Gift gelähmte Raupe.
Schl√ľpft die Larve, befindet sie sich direkt in ihrer
Nahrungsquelle, und die Schlemmerei kann beginnen. Die
Schlupfwespen verwenden nicht nur die Raupen von Faltern,
sondern auch die Larven anderer Insekten, weshalb man sie
in der Landwirtschaft als ökologische Schädlingsbekämpfer
einsetzt.

Eine Besonderheit des Tagpfauenauges ist es, dass die
erwachsenen Tiere häufig auf Dachböden oder in
Kellerr√§umen √ľberwintern. Wer also in seinem Haus auf
scheinbar leblose Falter trifft, sollte sie nicht entfernen. Denn
sie beenden im Fr√ľhjahr ihre Winterruhe und beginnen eine
neue Generation von Faltern.

Wie kann man dazu beitragen, dass es auch k√ľnftig
Tagpfauenaugen gibt? Das Umweltschutzamt rät,
Brennnesseln im Garten einfach einmal stehen zu lassen
oder in einem Abschnitt des Rasens Wiesenblumen zu säen.
Weitere Tipps zum ökologischen Leben und Naturschutz im
eigenen Garten finden sich auf den Internetseiten des
Naturschutzbunds Deutschland (www.nabu.de) oder des
BUND f√ľr Umwelt und Naturschutz Deutschland
(www.bund.net). Dort erf√§hrt man zum Beispiel, was man f√ľr
Singvögel oder Fledermäuse tun kann.
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Wasserentnahme aus Freiburgs Gewässern verboten
Grund: anhaltende Trockenheit

Grundsätzlich kann man Wasser aus öffentlichen oberirdischen
Gewässern in geringen Mengen entnehmen, um beispielsweise
die Pflanzen in Gärten zu gießen. Bei niedrigen Pegelständen ist
die Entnahme von Wasser jedoch verboten, um die nat√ľrlichen
Lebensvorgänge in und an den Gewässern nicht zu gefährden.
Darauf weist das städtische Umweltschutzamt hin.

Ausschlaggebend daf√ľr ist der Pegel der Dreisam in Ebnet.
Sobald dort ein Stand von 28 Zentimetern unterschritten wird,
f√ľhren auch die anderen Gew√§sser in Freiburg wenig Wasser.
Dann ist die Entnahme von Wasser verboten. Wer jetzt Gärten
und Gr√ľnfl√§chen gie√üen will, muss daher die √∂ffentliche
Wasserversorgung oder Zisternen und Regenwasserfässer
nutzen.

Wie bereits im letzten Jahr kann ein extrem niedriger Pegelstand
bereits im Fr√ľhjahr auftreten. Das Verbot der Wasserentnahme
bei einem Pegelstand der Dreisam in Ebnet unter
28 Zentimetern gilt daher das ganze Jahr.

Wie hoch der aktuelle Pegelstand der Dreisam gerade ist,
kann jederzeit telefonisch unter der Nummer: 65049 erfragt
werden.
 
 

 
Warnung vorm Baden im Dietenbachsee
Das städtische Umweltschutzamt meldet gerade, dass es vom
staatlichen Gesundheitsamt Hinweise erhalten hat, dass Badende
im Dietenbachsee vermehrt Hautausschläge bekommen haben.
Vermutlich ist dies auf Zerkarien zur√ľckzuf√ľhren, das sind kleine
Parasiten, die eigentlich Enten befallen und die an allen
Baggerseen vorkommen. Gehäuft ist dies aber im Moment am
Dietenbachsee aufgetreten. Das Umweltschutzamt rät Menschen
mit empfindlicher Haut, nicht im Dietenbachsee zu baden.
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"Kommunen im Land sind auf Klimakurs."
Kommunen aus der Region erhalten rund 87.000 Euro aus neuem Programm des Umweltministeriums zur Förderung moderner Straßenbeleuchtung

Umweltministerin Tanja Gönner: "Kommunen im Land sind auf Klimakurs."

Jährlich können durch moderne Straßenbeleuchtung 50 Millionen Euro eingespart werden.

Das vom Umweltministerium zu Beginn des Jahres aufgelegte neue Programm zur F√∂rderung energiesparender Stra√üenbeleuchtung ist auf eine unerwartet gro√üe Resonanz gesto√üen. "Das Programm ist kr√§ftig eingeschlagen. Die St√§dte und Gemeinden im Land sind auf Klimakurs", erkl√§rte Umweltministerin Tanja G√∂nner am 11. August 2009 in Sigmaringen. 378 F√∂rderantr√§ge seien von 348 St√§dten und Gemeinden eingereicht worden. Damit wolle etwa jede dritte Kommune im Land die Chance ergreifen, die Stra√üenbeleuchtung auf einen modernen Stand zu bringen. "Das spart Energie und Kosten und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz", so G√∂nner. Das im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes entwickelte F√∂rderprogramm ist mit einer Million Euro ausgestattet. Davon flie√üen rund 87.000 Euro in die Region S√ľdlicher Oberrhein (Landkreis Emmendingen: Emmendingen, Malterdingen, Sexau; Landkreis Freiburg, Freiburg; Ortenaukreis: Kehl). 63 F√∂rderbescheide w√ľrden in den n√§chsten Tagen verschickt.

St√§dte und Gemeinden, die zun√§chst noch leer ausgingen, k√∂nnten noch weiter auf einen Landeszuschuss hoffen, so Umweltministerin G√∂nner. "Wir sind von der Vielzahl von Antr√§gen und guter Konzepte √ľberrannt worden und suchen deshalb nach M√∂glichkeiten, die F√∂rdermittel aufzustocken." Daf√ľr w√ľrden interne Umschichtungen aus dem laufenden Etat des Umweltministeriums ins Auge gefasst. So werde gepr√ľft, ob noch Gelder aus dem Konjunkturprogramm des Landes √ľbrig sind, die umgewidmet werden k√∂nnten. "Mit der F√∂rderung moderner Stra√üenbeleuchtungskonzepte werden Zukunftsinvestitionen unterst√ľtzt, die grunds√§tzlich mit der Zielsetzung der angesto√üenen Programme √ľbereinstimmen. Gelder aus den Konjunkturprogrammen, die nicht abflie√üen, weil die Planungen noch nicht weit genug fortgeschritten sind, k√∂nnten so sinnvoll angelegt werden." Nach einer Untersuchung des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. sei jede dritte Stra√üenlaterne im Land veraltet und habe deshalb einen zu hohen Energieverbrauch. Um landesweit √ľber 300 Millionen Kilowattstunden lie√üe sich der Energieverbrauch durch moderne Beleuchtungstechnik wie Leuchtdioden (LED), Natriumdampfhochdruck-Lampen oder neue Halogenmetalldampf-Lampen senken. "Das w√ľrde j√§hrlich rund 50 Millionen Euro weniger Energiekosten bedeuten", so Umweltministerin G√∂nner. Gleichzeitig w√ľrde der Kohlendioxidaussto√ü um etwa 200.000 Tonnen pro Jahr verringert.

Mit dem neuen F√∂rderprogramm werde ein Impuls f√ľr einen breiten Einzug effizienter Beleuchtungstechniken bei St√§dten und Gemeinden gesetzt, zeigte sich G√∂nner √ľberzeugt. Der Zuschuss orientiert sich an dem √ľber eine Lebensdauer von 15 Jahren verminderten Kohlendioxidaussto√ü und liegt bei 50 Euro pro eingesparter Tonne CO2. "Wir r√ľcken mit dem Programm auch unserem Ziel n√§her, die Energieeffizienz im Land um j√§hrlich zwei Prozent zu steigern", so Umweltministerin G√∂nner.
 
 



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254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
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