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Verschiedenes

Klimawandel im Internet
© Google / WWF
 
Klimawandel im Internet
WWF unterstĂŒtzt UNO und Google Earth bei Klimaschutzprojekt

Mit einem aufwendigen Internet-Projekt machen die UNO und Google Earth ab sofort den Klimawandel greifbar. In zahlreichen animierten Videotouren durch Google Earth erleben Internetnutzer, wie der Klimawandel ablĂ€uft und was wir tun können, um die ErwĂ€rmung der Erde zu stoppen. Zahlreiche 3D-Animationen, Videos und Fotos illustrieren die Ursachen und Folgen des Klimawandels rund um den Globus und zeigen konkrete Gegenmaßnahmen auf.

Der WWF ist ab heute mit einer virtuellen Tour „The Dams of Sebangau“ durch sein Klimaschutzprojekt im Nationalpark Sebangau auf Borneo beteiligt. Neben dem WWF stellen weitere Nichtregierungsorganisationen, StĂ€dte, UniversitĂ€ten, Regierungen und Firmen aus der ganzen Welt ihre Klimaschutzprojekte vor. Unter den Sprechern der Touren finden sich auch viele prominente KlimaschĂŒtzer wieder. So konnte beispielsweise FriedensnobelpreistrĂ€ger Al Gore als Sprecher gewonnen werden.

„Die Touren sollen Klima- und Naturschutz anschaulich machen und darĂŒber hinaus einen direkten Kommunikationsweg zwischen Öffentlichkeit und EntscheidungstrĂ€gern herstellen“, so Benjamin Kott von Google. „Wir freuen uns, dass der WWF mit seiner Tour durch die TorfmoorwĂ€lder dabei ist, schließlich gehören sie zu den grĂ¶ĂŸten Kohlenstoffspeichern der Erde”.

Der fĂŒnfminĂŒtige WWF-Beitrag mit einem Rundflug durch den Nationalpark Sebangau auf Borneo veranschaulicht die Zerstörung der TorfmoorwĂ€lder auf der indonesischen Insel, die damit verbundenen Auswirkungen auf den Klimawandel und die Gegenmaßnahmen des WWF. TorfmoorwĂ€lder wachsen auf mĂ€chtigen Torfschichten und speichern bis zu 50-mal so viel Kohlenstoff wie eine gleich große FlĂ€che Regenwaldes ohne Torfboden. Ihre Zerstörung ist in Bezug auf den Klimawandel eine tickende Zeitbombe.

Der WWF arbeitet im Nationalpark Sebangau zusammen mit der lokalen Bevölkerung an der WiedervernÀssung und Aufforstung der TorfmoorwÀlder. So werden dort beispielsweise DÀmme gebaut, um den Grundwasserspiegel wieder anzuheben oder WÀlder wieder aufgeforstet. Im laufenden WWF-Projekt werden derzeit mehr als 50.000 Hektar Torfböden wieder vernÀsst. Es wird geschÀtzt, dass sich daraus eine Emissionsreduktion von mehr als 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr ergibt.

„Noch nie wurde der Klimawandel so umfassend visualisiert“, so WWF GeschĂ€ftsfĂŒhrer Eberhard Brandes. „Der Klimawandel ist fĂŒr viele Menschen noch immer sehr abstrakt. Die Google-Klimatouren helfen, ihn zu verstehen und geben Anregungen, wie sich jeder einzelne im Kampf gegen den Klimawandel engagieren kann.“

Bis zum Kopenhagener Klimagipfel im Dezember werden die verschiedenen Touren gestaffelt online gestellt. Zusammen werden die Touren dann allen Delegierten gezeigt. ZusĂ€tzlich zu Google Earth, werden alle Touren auch bei Youtube auf dem Kanal „Raise your voice“ gezeigt. Hier können User sich die Touren ansehen sowie auch ihre eignen Videos zum Thema Klimawandel beisteuern.
 
 

Bauern im Schwarzwald in großer Not!
 
Bauern im Schwarzwald in großer Not!
Milchpreiskrise: In Europa haben sich die Milchbauern in 8 LĂ€nder am Milchlieferstreik beteiligt, welcher bis zum Sondertreffen zum Thema Milchpreiskrise der EU Agrarminister am 5. Oktober in BrĂŒssel ausgesetzt ist.

Sehr wichtig ist es den Milchbauern auch, die Bevölkerung darĂŒber zu informieren, dass die Milchbauern des Bundesverbands Deutscher Milchviehalter BDM und die des European Milk Board (die EuropĂ€ische Vereinigung) keine zusĂ€tzlichen Subventionen aus BrĂŒssel wollen, wie es von den Politikern und dem Deutschen Bauernverband, welcher die Politik berĂ€t, gefordert wird.

Sondern nur andere Rahmenbedingungen, d.h. eine flexible Mengensteuerung (die in Kanada seit Jahren funktioniert), welche stÀndig dem Bedarf angepasst wird, und das Abschaffen der Saldierung, welche es ermöglicht, dass Bauer A 20.000 Liter Milch mehr verkaufen darf als er kontingent hat, wenn Bauer B entsprechend weniger verkauft.

Auch haben unsere BĂŒrger ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Politik mit den Leuten umgeht, die unsere Lebensmittel herstellen und die Landschaft intakt halten.

Wenn die Milchviehhaltung z.B. in Freiamt, in der Vorbergzone, im Schwarzwald und in vielen anderen Gegenden in Deutschland und Europa, welche durch ihre Hanglagen nicht zum Ackerbau geeignet sind, ausstirbt, dann wird sich unsere Landschaft verĂ€ndern: viele FlĂ€chen werden verwildern und zuwachsen mit Dornen und GestrĂŒpp, es wird aussehen wie am Bahndamm. Darunter werden auch der Tourismus und die Gastronomie, die Landmaschinenindustrie und viele andere leiden.

Wenn man rechnet, dass in Deutschland jĂ€hrlich 28 Mrd. kg Milch gemolken wird und je kg 15 bis 20 Cent zuwenig an die Bauern ausbezahlt wird, kommt man auf einen Betrag von 4 bis 5 Mrd. Euro, welcher zum Großteil wieder in unsere Wirtschaft investiert wĂŒrde, die es ja dringend braucht.

Im Internet gibt es mehr Information unter:

www.kleinezeitung.at

www.schweizerbauer.ch

www.milchstreik.ch

www.bdm-verband.de

www.meine-milch.de

www.apli-nationale.org
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Autor: Friedrich BĂŒhler, Milchbauer in Freiamt

BUND-Aufruf: EuropÀische Atom-Kundgebung in Colmar am 3. Oktober
 
BUND-Aufruf: EuropÀische Atom-Kundgebung in Colmar am 3. Oktober
„Friedlich - Freundlich - Selbstbewusst und Stark!“ wollen die französischen UmweltschĂŒtzerInnen des „RĂ©seau Sortir du nuclĂ©aire" am 3. Oktober um 14 Uhr in Colmar vor dem Bahnhof (!) gegen das französische Atomprogramm und insbesondere gegen das altersschwache Atomkraftwerk Fessenheim demonstrieren.
In bewĂ€hrter grenzĂŒberschreitender Einigkeit unterstĂŒtzt, neben vielen anderen europĂ€ischen Umweltorganisationen, auch der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz diese wichtige Großkundgebung und ruft die Bevölkerung auf, daran teilzunehmen.

Vier wichtige Argumente sprechen fĂŒr eine Teilnahme an der Kundgebung:

- das altersschwache AKW Fessenheim wird immer mehr zur Bedrohung fĂŒr ganz Zentraleuropa

- die PlĂ€ne von Herrn Sarkozy, des „Außendienstmitarbeiters“ der französischen Konzerne EDF und AREVA, Atomanlagen und damit Atomkraftwaffen in Spannungsgebiete (Libyen, Naher Osten...) zu exportieren, gefĂ€hrden den Weltfrieden.

- die geplanten massiven EinschrĂ€nkungen des Demonstrationsrechts in Colmar zeigen die undemokratische MachtfĂŒlle der „Nebenregierung“ EDF in Frankreich.

- der in Deutschland drohende „Ausstieg aus dem Atomausstieg“ zeigt, dass dieser Vertrag, der bisher nur der Atomwirtschaft gedient hat, von den Atomkonzernen von vorne herein als Betrug geplant war. Diejenigen, die unsere LĂ€nder regieren sind nicht unbedingt die, die in unseren LĂ€ndern die Macht haben (frei nach Tucholsky).


In SĂŒdbaden fahren Busse u.a. aus Freiburg, Staufen, Waldkirch, MĂŒllheim, Offenburg und eine Radtour startet ab Freiburg.

Alle Infos zur Kundgebung vor dem Bahnhof, zur Anreise, zur (leider immer noch ungeklÀrten) Demoroute und zum umfangreichen, mehrtÀgigen Begleitprogramm finden Sie unter

www.bund-freiburg.de

Axel Mayer / BUND GeschĂ€ftsfĂŒhrer Freiburg

Nachtrag:

Große Kundgebungen gegen Atomenergie sind im Elsass immer auch „Kundgebungen zur Förderung der elsĂ€ssischen Presselandschaft“. Je grĂ¶ĂŸer die Kundgebung, desto grĂ¶ĂŸer waren bisher stets die nachfolgenden mehrseitig-ganzseitigen Großanzeigen der EDF in der Regionalpresse.
Wir möchten auch noch auf ein anderes „exotisches Element“ hinweisen: Es handelt sich um eine grenzĂŒberschreitende Veranstaltung die tatsĂ€chlich ohne europĂ€ische Fördermittel und ohne Interreg-Gelder auskommt und auch nicht auf diese spekuliert. Altmodisch europĂ€isch, einfach so...
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Autor: Axel Mayer / BUND GeschĂ€ftsfĂŒhrer Freiburg

 
Bergwaldprojekt am Schauinsland
Zwei Wochen Waldarbeitsurlaub - Freiwilliger Einsatz fĂŒr
naturnahe BergwÀlder

Bis zum 10. Oktober ist der Waldarbeitsurlaub wieder fĂŒr ĂŒber
30 freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz
Deutschland möglich, denn das Bergwaldprojekt ist erneut zu
Gast im Stadtwald Freiburg. Die Freiwilligen werden in den
WĂ€ldern rund um den Schauinsland arbeiten, um das faszinierende
Ökosystem Bergwald nĂ€her kennen zu lernen und
einen persönlichen Beitrag fĂŒr dessen Erhalt zu leisten.

Ein wichtiges Anliegen dieser EinsÀtze ist es, den Gedanken
der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes zu vermitteln. „Wir
pflegen unsere WĂ€lder nachhaltig fĂŒr kommende Generationen“,
so Philip Schell, Revierleiter des stÀdtischen Forstamtes.
„Alle Freiwilligen erleben den Wald ein paar Tage zum
Anfassen und werden ihn am Ende auch mit anderen Augen
sehen,“ so Schell weiter. „Die Teilnehmer lernen die Schutzwirkungen
des Bergwaldes hautnah kennen und leisten aktiv
einen Beitrag zu seinem Erhalt und zum Klimaschutz“, ergĂ€nzt
Christoph Wehner, einer der beiden Projektleiter beim
Bergwaldprojekt.

Unter der Anleitung der Projektleiter Christoph Wehner und
Henning Rothe und unter der Regie von Revierleiter Philipp
Schell vom Forstamt, werden die Freiwilligen Auerwildbiotope
pflegen, Felsbiotope freistellen und Pflegemaßnahmen fĂŒr
stabile und gemischte BergwĂ€lder durchfĂŒhren.

Neben der praktischen Arbeit ist auch ein Exkursionsnachmittag
pro Woche vorgesehen, um die vielfÀltigen Aspekte des
Waldes und deren Bedeutung fĂŒr den Menschen nĂ€her zu
beleuchten.

Untergebracht sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in
der SkilifthĂŒtte am Schauinsland. Wichtig ist neben der Arbeit
im Wald, auch das gemeinsame Leben in der Unterkunft. Ein
eigener Projektkoch sorgt fĂŒr das leibliche Wohl, ansonsten
gilt aber „Weniger ist mehr!“, denn durch die einfachen VerhĂ€ltnisse
wachsen die Gruppen schnell zusammen und so
entsteht eine dynamische ArbeitsatmosphÀre, bei der auch
der Spaß nicht zu kurz kommt.

Das Bergwaldprojekt bringt mit seinen Einsatzwochen allein in
Deutschland jedes Jahr rund 1000 Menschen in den Wald.
Seit der GrĂŒndung im Jahr 1987 haben bereits etwa 20.000
Freiwillige fĂŒr eine Woche im Wald gearbeitet. In diesem Jahr
finden 43 Projektwochen an 26 verschiedenen Standorten in
ganz Deutschland statt.

Wer bei diesem Bergwaldprojekt dabei sein möchte, wendet
sich bitte an das Forstamt unter forstamt@stadt.freiburg.de
 
 

Begegnungen der neuen Art: „Vampirfrosch“ und „Alien -Gecko“
Neu entdeckter Leoparden-Gecko © Thomas Ziegler / WWF Greater Mekong
 
Begegnungen der neuen Art: „Vampirfrosch“ und „Alien -Gecko“
WWF-Report: 163 neue Arten im „Greater Mekong“-Gebiet entdeckt und schon bedroht

Allein im vergangenen Jahr wurden im Einzugsgebiet des unteren Mekong 163 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt, so der aktuelle WWF-Report „Close Encounters“ – Begegnungen der neuen Art“. Darunter sind ein vogelfressender Frosch mit FangzĂ€hnen und ein Leoparden-Gecko, der mit seinen orangen Katzenaugen, den spindeldĂŒrren Gliedern und der fluoreszierenden Haut aussieht wie ein Wesen aus einer fremden Welt. Kaum entdeckt sind sie schon stark von Lebensraumverlust und Handel mit Wildarten bedroht. „Die neuen Funde zeigen, dass im „Greater Mekong“-Gebiet vermutlich noch hunderte Arten auf ihre Entdeckung warten“, so WWF-SĂŒĂŸwasserexperte Martin Geiger. „Sie drohen auszusterben, ohne jemals von Forschern gesichtet worden zu sein.“

Insgesamt 100 Pflanzen-, 28 Fisch-, 18 Reptilien-, 14 Amphibien-, 2 SĂ€ugetierarten sowie eine „flugfaule“ Vogelart wurden im Einzugsgebiet des unteren Mekong jĂŒngst beschrieben. Zu den kuriosesten Arten zĂ€hlen eine getigerte Grubenotter, eine rubinrote Odessabarbe sowie der Nonggang-SchwĂ€tzer, der seine FlĂŒgel nur in Gefahrensituationen benutzt. „Der entdeckte Leoparden-Gecko ist eine biologische Sensation“, so Martin Geiger. „Seine grellen Katzenaugen und das Fleckenmuster könnten ihm jedoch zum VerhĂ€ngnis werden. Sie machen ihn zu einer Goldgrube fĂŒr ReptilienhĂ€ndler.“

Ein Teil der neu entdeckten Arten lebt in sogenannten Insel-Habitaten, also in isolierten LebensrĂ€umen. Werden diese „Inseln“ zerstört, so verschwinden bestimmte Tier- und Pflanzenarten fĂŒr immer von der BildflĂ€che. Im Greater Mekong Gebiet, das sich ĂŒber Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam und SĂŒdwest-China erstreckt, stellt die Verbauung der FlĂŒsse, die Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche FlĂ€chen, der Bergbau und die ZerstĂŒckelung der Landschaft durch Strassen und Infrastruktur eine große Gefahr fĂŒr die biologische Vielfalt dar. Über 240 große StaudĂ€mme sind in der Region bereits gebaut oder konkret in Planung. Diese seien fĂŒr die bekannten und noch unentdeckten Arten, vor allem auch die wandernden Fischarten wie den Riesenwels oder die Riesenbarbe, eine Katastrophe. „GrenzĂŒbergreifende Schutzgebiete, die auch die Dynamik des Mekongs und seiner NebenflĂŒsse wahren, sind fĂŒr den Erhalt der außergewöhnlichen Artenvielfalt unabdingbar“, fordert WWF-Experte Martin Geiger.
 
 

Wirkungsvoller Klimaschutz benötigt politische Vorgaben
Parteienvertreter auf dem Podium / Foto: JĂŒrgen Wieland
 
Wirkungsvoller Klimaschutz benötigt politische Vorgaben
Die deutsche Energiepolitik nach der Bundestagswahl stand im Mittelpunkt einer von fast 100 sehr interessierten Personen besuchten Podiumsdiskussion in der UniversitĂ€t Freiburg, zu der das KlimabĂŒndnis Freiburg sowie der u-asta der Uni Freiburg vier bedeutende Energie-Experten und fĂŒnf Vertreter der Bundestagskandidaten des Wahlkreises Freiburg eingeladen hatten.

Eingangs setzten sich Gabi Rolland fĂŒr die SPD, Walter Witzel fĂŒr die GrĂŒnen und Dirk Spöri fĂŒr die Linken klar fĂŒr die Beibehaltung des Atomkraftausstiegs ein, wĂ€hrend Manfred Hettich fĂŒr die CDU und Thomas HĂ€rringer sich fĂŒr weitere Atomkraftnutzung als Übergangsenergie aussprachen.

Zwar waren sich alle Sprecher mit dem Publikum einig, dass die erneuerbaren Energien in den nĂ€chsten Jahren enorm ausgebaut werden mĂŒssen und verstĂ€rkte Anstrengungen in den Bereichen Energieeffizienz und Energiesparen von Nöten sind. Aber es wurden auf dem Podium deutlich unterschiedliche Meinungen vertreten, wie dies zu erreichen sei.

Thomas HĂ€rringer (FDP) sprach sich vor allem fĂŒr AufklĂ€rung und finanzielle Vorteile fĂŒr Investoren aus, um die Klimaziele zu erreichen. Nach Ansicht der Vertreter von SPD, GrĂŒnen und der Linken sowie fĂŒr Veit BĂŒrger vom Öko-Institut reicht Freiwilligkeit allein zur Lösung der Klimaproblematik aber nicht aus. Regulierende Eingriffe des Staates, z.B. zum Verbot von energiefressenden HaushaltsgerĂ€ten, Nachtspeicheröfen und Anlagen zur elektrischen WĂ€rmeerzeugung mĂŒssten gepaart werden mit finanzieller Förderung zur Vermeidung von sozialen HĂ€rten. Dies fĂŒhre schneller und umfassender zum Ziel, bis 2050 die Kohlendioxidemissionen möglichst ganz zu vermeiden. So will die SPD laut Gabi Rolland in der nĂ€chsten Legislaturperiode 2 Mrd. Euro fĂŒr die verstĂ€rkte GebĂ€udesanierung bereitstellen, wĂ€hrend Dr. Walter Witzel fĂŒr BĂŒndnis90/ Die GrĂŒnen sowie Dirk Spöri fĂŒr „Die Linke“ einen ebenfalls 2 Mrd. Euro schweren Energiesparfonds zur UnterstĂŒtzung sozial schwĂ€cherer Haushalte auflegen möchten.

Gerhard Stryi-Hipp, neuer Leiter zu Energiepolitik vom Fraunhofer-Institut fĂŒr Solare Energiesysteme (ISE), machte klar, dass die wenig flexiblen Kohle- und Atomkraftwerke nicht vereinbar sind mit der schwankenden Stromeinspeisung der Wind- und Solarkraftwerke. Die VerlĂ€ngerung der Laufzeiten fĂŒr Atomkraftwerke, die von CDU und FDP gewollt wird, wĂŒrde daher Investitionen in erneuerbare Energien, Kraft-WĂ€rme-Kopplung und Energiesparen und somit zehntausende ArbeitsplĂ€tze kurz- und mittelfristig gefĂ€hrden.

Dr. Michael Sladek, der fĂŒr die neue Genossenschaft „Energie in BĂŒrgerhand“ antrat, wandte sich vehement gegen die Linie von CDU und FDP pro Atomkraft als Übergangsenergie mit LaufzeitverlĂ€ngerung. Denn damit wollten Stromkonzerne wie Eon und RWE die erneuerbaren Energien klein halten, wie sich ganz eindeutig an Aktionen dieser Konzerne erweise. Wie Stromrebell Michal Sladek weiter mitteilte, werbe die EWS Schönau/ Schwarzwald nicht nur fĂŒr das Abwracken der alten Atomkraftwerke, sondern auch konkret fĂŒr den Austausch von alten Heizungspumpen. Dieser von der EWS bezuschusste Austausch ermögliche etwa 80% Stromeinsparung und wĂŒrde auf Deutschland hochgerechnet ganze zwei Atomkraftwerke ĂŒberflĂŒssig machen. Die von ihm eingebrachte Idee, CO2-Emissionsrechte aufzukaufen und diese durch „Stilllegung“ aus dem Markt zu nehmen und somit die verbleibenden Rechte zu verteuern, stieß bei den Parteienvertretern auf breite Zustimmung.

Ingenieur Karl-Ekkehard Sester von der „100 Prozent GmbH“, dem neuen Wirtschaftsverband Erneuerbare Energien Regio Freiburg, verdeutlichte, dass mehrere europĂ€ische NachbarlĂ€nder den Anteil der Stromerzeugung aus hocheffizienter Kraft-WĂ€rme-Kopplung (KWK) schnell und deutlich gesteigert hĂ€tten, DĂ€nemark z.B. auf 50%, wĂ€hrend in Deutschland kaum mehr als 10% realisiert seien. WĂ€hrend sich „Rot-Rot-GrĂŒn“ auf dem Podium fĂŒr mindestens 25-30% KWK-Anteil bis 2020 aussprachen und dies ebenso wie Michael Sladek durch einen Mix von hocheffizienten kleinen und großen Anlagen erreichen wollen, sprachen sich Manfred Hettich fĂŒr die CDU und Karl-Ekkehard Seester vor allem fĂŒr die Nutzung von wĂ€rmebedarfsgesteuerten grĂ¶ĂŸeren Anlagen aus. Dr. Witzel bezeichnete Strom aus KWK unwidersprochen als die wichtigste und schnellste Alternative zur Atomkraft.

Der sehr zweifelhafte Nutzen der elektrischen WĂ€rmepumpen, der deutlich zu steigernde Anteil der erneuerbaren Energien bei der WĂ€rmeerzeugung sowie die EinfĂŒhrung des „Top-Runner-Prinzips“, bei dem die effizientesten GerĂ€te nach 3 Jahren Mindestvorgabe werden, schlechtere GerĂ€te dĂŒrfen dann nicht mehr angeboten werden, waren einige der weiteren spannenden Themen des Abends.

Dr. Georg Löser, aktiv fĂŒrs KlimabĂŒndnis Freiburg sowie Vorsitzender des ECOtrinova e.V., entlockte als Leiter der Veranstaltung den PodiumsgĂ€sten sowie den Zuhörern engagierte BeitrĂ€ge, so dass erst die Schließung der UniversitĂ€t um 22 Uhr die Diskussion beenden konnte.

JĂŒrgen Wieland, KlimabĂŒndnis Freiburg, 18.09.09



Im Bild die Parteienvertreter auf dem Podium (von links nach rechts): CDU: Manfred Hettich (CDU), Thomas HĂ€rringer (FDP), Dirk Spöri (Die LINKE), Dr. Walter Witzel (BĂŒndnis90/Die GRÜNEN), Gabi Rolland (SPD)
 
 

Freiburg trauert um verstorbenen Pionier der Solarwirtschaft, Georg Salvamoser
 
Freiburg trauert um verstorbenen Pionier der Solarwirtschaft, Georg Salvamoser
Unternehmer und GrĂŒnder der „Solarfabrik Freiburg“ ist
im Alter von 59 Jahren verstorben

OB Salomon: „Wir verdanken es Georg Salvamoser, dass
Freiburg zu einem der weltweit fĂŒhrenden Solarstandorte
geworden ist!“

Die Stadt Freiburg und die Freiburger Energie- und Solarinstitutionen
trauern um Georg Salvamoser. Der Unternehmer und
GrĂŒnder der Freiburger Solarfabrik ist im Alter von 59 Jahren
plötzlich verstorben. Georg Salvamoser, geboren 1950 in
Garmisch-Partenkirchen, zÀhlte zu den herausragenden Persönlichkeiten
der Umweltwirtschaft und hat als innovativer
Pionier und Unternehmer maßgeblich zur heutigen Bedeutung
des Solarstandorts Freiburg beigetragen.

Seit 1991 selbstĂ€ndig, hatte Salvamoser die „Solar-Energie-
Systeme“, die „Solarstrom-AG“ (SAG) und die „Solarfabrik
Freiburg“ gegrĂŒndet, die damals die einzige ProduktionsstĂ€tte
fĂŒr Solarmodule in Deutschland war. FĂŒr seine Verdienste um
die Förderung erneuerbarer Energien hatte die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt Georg Salvamoser 1998 mit dem
„Deutschen Umweltpreis“ geehrt. Nach seinem Ausscheiden
aus dem von ihm gegrĂŒndeten Unternehmen war er zuletzt
als Berater tÀtig.

In einem Beileidsschreiben an die Familie wĂŒrdigt OberbĂŒrgermeister
Dieter Salomon die Verdienste des Verstorbenen
fĂŒr Freiburg: „Wir verdanken Georg Salvamoser, seinen Ideen
und seinem unternehmerischen Engagement, dass Freiburg
heute einer der weltweit fĂŒhrenden Standorte in der Solarwirtschaft
ist. Seine Lebensfreude, sein Optimismus und sein
Gabe, Menschen fĂŒr seine Ziele zu begeistern, werden unvergessen
bleiben.“
 
 

Stiftung will Klarheit beim Bauen fĂŒr den Menschen
 
Stiftung will Klarheit beim Bauen fĂŒr den Menschen
In einem „Wettbewerb“ sollen Architekten, Bauhandwerk und Bauindustrie verwendete Baustoffe und Bauweisen offen legen

Trotz aller AnsĂ€tze ökologischen und energieeffizienten Bauens, einer Vielzahl von Normen, Verordnungen und GĂŒtezeichen, gibt es immer noch nicht das Familienhaus, das alle Aspekte gesunden, ökologischen, nachhaltigen, sicheren und wirtschaftlichen Bauens in sich vereinigt. Die Informationsflut macht dieses Thema fĂŒr den Laien unĂŒberschaubar. Die Vielfalt moderner Baustoffe, deren (gesundheitliche und ökologische) Auswirkungen sich erst in Jahrzehnten zeigen werden, verunsichern Bauleute zusĂ€tzlich. Gleichzeitig sind Allergien, Asthma und andere Erkrankungen durch Schadstoffbelastungen und baubedingte Ursachen sprunghaft in die Höhe gegangen. ZukunftsfĂ€hige Konzepte fĂŒr "Das perfekte Haus" werden in den Schubladen der Bauwirtschaft vermutet. Was fehlt, ist eine zentrale Datenbank, in der sich auch der Baulaie orientieren kann, ein Informationspool, der jedem zugĂ€nglich ist. Aus diesem Grund hat die gemeinnĂŒtzige Stiftung WORLD FUTURE PROJECTS FOUNDATION den Wettbewerb „The Perfect House“ ins Leben gerufen. Das Projekt beginnt 2010 in Deutschland und wird spĂ€ter auf andere europĂ€ische LĂ€nder erweitert. Bewerben kann man sich in drei Kategorien: Gebaute Ein- und ZweifamilienhĂ€user (Fertigstellung bis 2010), verdichtete Lösungen und Siedlungen (auch Konzepte) und als dritte Kategorie Bauten, in denen Menschen ihre Arbeitszeit verbringen. Die Bauwirtschaft ist aufgefordert, sich diesem Wettbewerb zugunsten unserer Kinder und Kindeskinder zu stellen!

Ziel dieses Projekts ist es, Architekten, Bauhandwerk und Hausbau-Unternehmen zu optimale Ergebnisse anzuregen und um Mietern/Bauherren nachprĂŒfbare Sicherheit hinsichtlich folgender Kriterien zu geben:

Gesundheit (Verwendung giftfreier Baustoffe, Herstellungsbedingungen, Wohngesundheit, Allergiefreiheit)

UmweltvertrÀglichkeit (Baustoffwahl, Ressourcenschonung, Transport, Emissionen, Wasserversorgung, Entsorgung)

Nachhaltigkeit (Dauerhaftigkeit, Werterhalt, RĂŒckbaumöglichkeit, Wiederverwertbarkeit der Bauteile/Baustoffe)

Energieeffizienz (DĂ€mmung, Heiz- und KĂŒhltechnik, ElektrizitĂ€t)

Sicherheit (Brandschutz, Orkansicherheit, Hochwasserschutz, Erdbebensicherheit)
Technologie (Bauweise, Baudetails, Schallschutz, Haustechnik)

Wirtschaftlichkeit (Baukosten, Unterhaltskosten, Heizkosten, Wertverlauf, Wiederverkaufswert, Lebensdauer)

Regionale Wertschöpfung (ArbeitskrÀfte, Handwerk, Ressourcen)

Der Wettbewerb ist fortlaufend und fĂŒr alle Teilnehmer kostenlos. Die Daten werden jĂ€hrlich zum 20.12 aktualisiert. Dabei werden jeweils alle bis zum 30.11 eingereichte Daten berĂŒcksichtigt. Die erteilten Zertifikationen/Label fĂŒr die Teilnehmer, welche die Mindestanforderungen erfĂŒllen sind ebenfalls kostenlos und dĂŒrfen fĂŒr die eigene Presse-/Öffentlichkeitsarbeit und Werbemaßnahmen eingesetzt werden.
Die Auswertungen stehen allen interessierten Menschen als Datenbank im Internet kostenlos zur VerfĂŒgung.

Das Projekt „The Perfect House“ wird wĂ€hrend einer Informationsveranstaltung am 26. und 27. September 2009 in der Veranstaltungshalle Tuniberghaus, Im MaierbrĂŒhl 2, in Freiburg-Tiengen zusammen mit den ersten sieben Teilnehmern offiziell vorgestellt. Bewerbungen können schon jetzt bei der Stiftung WFPF (office@worldfutureprojects.org) abgegeben werden. Informationen ĂŒber die Veranstaltung erhalten Sie beim Projektmanagement SĂŒd Dipl.-Ing. Daniel Steiger (Fon 0176 41112277, office@theperfecthouse.eu).
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346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 
369 370 371 372 373 


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