oekoplus - Freiburg
Mittwoch, 21. August 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

Angela Merkel und die Atomenergie
 
Angela Merkel und die Atomenergie
Eine Rede bei der Kundgebung in Ravensburg

Am Samstag (21.11.) fand in der "atompolitischen Provinz" im oberschwĂ€bischen Ravensburg eine erstaunlich große Kundgebung gegen die geplante AKW-GefahrzeitverlĂ€ngerung statt. Ca. 2000 TeilnehmerInnen nahmen am Demonstrationszug und an der folgenden Kundgebung im Zentrum von Ravensburg teil. Ein großer Erfolg fĂŒr die Umweltbewegung in Oberschwaben, die auch weitere Aktionen plant.

Rede von Axel Mayer (BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer und VizeprĂ€sident TRAS) bei der Anti-Atomkundgebung in Ravensburg am 21.11.09:
Mehr
 

 
Preis fĂŒr ECOtrinova
ECOtrinova e.V. mit Samstags-Forum Regio Freiburg zweiter Sieger beim 6. Landeswettbewerb „Echt Gut! Ehrenamt in Baden-WĂŒrttemberg“

Beim 6. Landeswettbewerb „Echt Gut! Ehrenamt in Baden-WĂŒrttemberg“ gewann der Verein ECOtrinova e.V. kĂŒrzlich mit dem Gemeinschaftsprojekt „Samstags-Forum Regio Freiburg“ in Stuttgart nach landesweiter Telefon- und Internet-Abstimmung den mit 500 Euro dotierten zweiten Platz in der Kategorie Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Die Preisverleihung erfolgte durch MinisterprĂ€sident GĂŒnther Oettinger im Rahmen einer Festveranstaltung im Neuen Schloß. Der ECOtrinova-Vorsitzende Dr. Georg Löser, Gundelfingen nahm den Preis fĂŒr das Projekt entgegen. Vor der Abstimmung war das Samstags-Forum von einer Jury des Kultusministeriums Baden-WĂŒrttemberg unter die besten 10 Kandidaten der Kategorie eingestuft worden.

Unter dem Klimaschutz-Motto "NEUE ENERGIEN verstehen-erleben-mitmachen. Pioniere, Pionier-Ideen, Pionier-Objekte" lĂ€uft seit Herbst 2006 das Gemeinschaftsprojekt Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V. und Partnern des Forums. TeilnehmerInnen sind Studierende, BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sowie Fachleute. Die rund 50 ehrenamtlich Engagierten von ECOtrinova, vom u-asta der UniversitĂ€t sowie aus Vereinen und Institutionen veranstalten VortrĂ€ge, FĂŒhrungen und zeigen neue und sehr bewĂ€hrte Projekte zu erneuerbaren Energien und intelligenter Energienutzung. Weitere Themen sind die ökologische Entwicklung von Stadt und Region sowie Verbraucherschutz. Dabei gibt es zunĂ€chst populĂ€rwissenschaftliche VortrĂ€ge in der UniversitĂ€t. Vor Ort geben anschließend Projektpioniere konkrete Infos zu Klimaschutz-Vorbildern. Bisher fanden 68 Vortragstermine und 42 FĂŒhrungen mit rund 14.500 Teilnahmestunden statt. Zu den Veranstaltungen sind ĂŒber 100 VortrĂ€ge oder Dokumente veröffentlicht, die unter www.ecotrinova.de unter Projekte/Samstags-Forum abrufbar sind.

Leiter und Initiator des Samstags-Forums Regio Freiburg ist der ECOtrinova-Vorsitzende Dr. Georg Löser aus Gundelfingen i.Br.. ECOtrinova e.V. ist ein regionaler gemeinnĂŒtziger Zusammenschluss von Instituten aus Umweltforschung, -beratung, -erziehung, umweltorientierten Vereinen, Initiativen, BĂŒros und Unternehmen sowie weiteren Interessierten aus der Region des DreilĂ€nderecks am Oberrhein.

Das Samstags-Forum trĂ€gt sich hauptsĂ€chlich durch ehrenamtliches Engagement und erhĂ€lt aktuell etwas Förderung der ECO-Stiftung, des Agenda21-BĂŒros der Stadt Freiburg sowie von der LNVStiftung des Landesnaturschutzverbandes Baden-WĂŒrttemberg e.V.. Schirmherrin ist seit Beginn des Forums die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik. Inzwischen lĂ€uft bis 12. Dezember 2009 die 9. Veranstaltungsserie des Samstags-Forums. Das Programm ist ersichtlich und herunterladbar auf der Startseite von www.ecotrinova.de.

Die Programme des Samstags-Forums Regio Freiburg, Reihe Neue Energien sowie weitere Info zum Forum finden Sie schnell auf der Startseite von www.ecotrinova.de und unter Projekte/Samstags-Forum
Mehr
 

 
Energiesparlampenentsorgung: Ein kleiner umweltpolitischer Erfolg
Die "Entsorgung" von quecksilberhaltigen Energiesparlampen ist bundesweit noch immer ein großes ungelöstes Problem. Die Mehrzahl dieser Lampen wandern immer noch in den MĂŒll. Die Firmen, die am Verkauf von Energiesparlampen verdienen, haben bisher ein eher erbĂ€rmliches Recyclingsystem aufgebaut. Im Landkreis Emmendingen gab es zu diesem Thema eine breite umweltpolitische Debatte und seit gestern auch erste Teilerfolge...

Gestern hat der Technische Ausschuss des Kreistags Emmendingen beschlossen, probehalber an zwei Recyclinghöfen im Landkreis (Emmendingen / Waldkirch) quecksilberhaltige Energiesparlampen entgegenzunehmen. Bundesweit gibt es noch viele Recyclinghöfe an denen Energiesparlampen nicht angenommen werden.

Die Verringerung der Quecksilberbelastung durch Optimierung der Energiesparlampenentsorgung ist ein kleiner Erfolg fĂŒr die Umwelt und fĂŒr die GRÜNE Kreistagsfraktion. Im Vorfeld dieser Entscheidung hatte es einen umfangreichen Schriftverkehr zu diesem wichtigen Thema gegeben. Derzeit werden laut Wikipedia nur etwa 10 % der Kompaktleuchtstofflampen ordnungsgemĂ€ĂŸ entsorgt, d. h. 90% der Energiesparlampen wandern in den MĂŒll. Viele zerbrechen in den MĂŒllfahrzeugen und in den MĂŒllbehandlungsanlagen und setzen dabei geringe Mengen hochgiftigen Quecksilbers frei.

Die GRÜNE-Kreistagsfraktion begrĂŒĂŸt die Erweiterung des bestehenden RĂŒckgabeangebots als einen weiteren Schritt in die richtige Richtung, denn nur eine kleine Anzahl von BĂŒrgerInnen hebt die alten Kompaktleuchtstofflampen ein halbes Jahr auf und bringt sie zur Gefahrstoffsammlung. Mittelfristig sollte das Angebot auf alle Recyclinghöfe ausgedehnt werden und zeitgleich sollte auch das Problem der Leuchstoffröhren angegangen werden. Die gut angenommenen und organisierten Recyclinghöfe sind tatsĂ€chlich eine gute Adresse zur Lösung des Problems.

Noch besser wĂ€re allerdings ein europaweites Pfandsystem gewesen. Giftige und umweltbelastende Produkte lassen sich durch Pfandsysteme am besten in geschlossenen KreislĂ€ufen halten. Beim Verbot der bisherigen GlĂŒhbirnen hĂ€tte ein europaweites Pfand eingefĂŒhrt werden sollen. Hier ist der Gesetzgeber vor der Industrie eingeknickt.

Umfassende Infos und den Schriftverkehr zu diesem ĂŒberregional wichtigen Thema finden Sie hier:
Mehr
Autor: Axel Mayer

Walter Eberlei:
 
Walter Eberlei: "Afrikas Wege aus der Armutsfalle"
Ein Buchtipp

Afrikas Armutsfalle ist real. VielfĂ€ltige strukturelle Hindernisse begrenzen die Entwicklungschancen des Kontinents. Sub-Sahara Afrika ist und bleibt das Armenhaus der Welt. Doch Afrikas Wege aus der Armutsfalle sind ebenso real. WĂ€hrend einige LĂ€nder der Region stagnieren oder zurĂŒckfallen, machen andere beachtliche Fortschritte im Kampf gegen Armut. Dazu zĂ€hlen ein anhaltend hohes Wirtschaftswachstum sowie signifikante Fortschritte im Kampf gegen Armut und fĂŒr eine menschenwĂŒrdige Entwicklung. Zwar verpasst die aktuelle Weltwirtschaftskrise diesem Trend einen schwerwiegenden DĂ€mpfer, doch langfristig aufhalten, so die Prognose, wird sie ihn nicht.

Walter Eberlei analysiert die HintergrĂŒnde des Wandels. Detailliert belegt er, dass soziale und wirtschaftliche Fortschritte ganz entscheidend durch eine verbesserte Politik vieler afrikanischer Regierungen beeinflusst werden. Seine These: Die neue QualitĂ€t staatlichen Handelns hat ihren Ursprung in der Demokratisierung vieler LĂ€nder der Region. Eine kritische politische Öffentlichkeit schafft heute eine Binnennachfrage nach entwicklungsorientierter Politik und setzt die MĂ€chtigen zunehmend unter Handlungsdruck.

Internationale Entwicklungszusammenarbeit kann diese Trends stĂ€rken, gerade in Zeiten der Krise. Bisher hat sie aber nicht genug dazu beigetragen, demokratisches Regieren und armutsorientierte Politik in Afrika zu unterstĂŒtzen. In jĂŒngster Zeit angestoßene Reformen tragen jedoch dazu bei, die Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen..

Verlag Brandes & Apsel 2009, 200 Seiten, EUR 19,90
ISBN 978-3-86099-611-9
 
 

 
Erfolgreicher Intersolarauftakt in Indien
Zum ersten Mal fand unter Beteiligung der Intersolar in
Hyderabad, im indischen Bundesstaat Andhra
Pradesh, die Solarmesse 'Solarcon' statt. An der
dreitÀgigen Veranstaltung vom 09.-11. November, der
bedeutendsten indischen Solarkonferenz mit Begleitmesse,
an der 70 ĂŒberwiegend indische Solarunternehmen
ausgestellt hatten, nahmen insgesamt 2.600
Besucher teil.

Diese Veranstaltung wurde getragen von der
Intersolar, an der die stÀdtische FWTM zu 50%
beteiligt ist, und vom amerikanischen Industrieverband
SEMI, der auch bei der Intersolar in San
Francisco Partner der FWTM ist. Die FWTMGeschĂ€ftsfĂŒhrer
Bernd Dallmann und Klaus W. Seilnacht zeigten sich
denn auch sehr zufrieden mit der dreitÀgigen
Auftaktveranstaltung im neuen
Konferenzzentrum von Hyderabad.

Eröffnet wurde die Konferenzmesse vom Premierminister
des Bundesstaates Andhra Pradesh, Shri K.
Rosaiah; das Eingangsreferat hielt der Chef des
Freiburger Fraunhofer Instituts fĂŒr Solare Energiesysteme
ISE, Prof. Eicke Weber zum Thema der
weltwirtschaftlichen Bedeutung und zu Klimaschutzaspekten
der Solarwirtschaft. Die Konferenz, an der
mehr als 500 Teilnehmer nach Hyderabad gekommen
waren, beschÀftigte sich zunÀchst mit dem aufkommenden
Markt fĂŒr Photovoltaik in Indien und
dessen WettbewerbsfÀhigkeit, den notwendigen
politischen Maßnahmen zur Förderung der Solarwirtschaft,
sowie der Finanzierung von Solaranlagen in
Indien.

Einen besonderen Schwerpunkt bildete das Thema
der lÀndlichen Elektrifizierung, denn heute sind ca. 500
Mio. Inder d.h. 45 % der Gesamtbevölkerung ohne
Zugang zum elektrischen Netz, d.h. kein Strom fĂŒr
Licht, Wasserpumpen und Kommunikation. Einen
ganz wesentlichen Beitrag zur raschen Verbesserung
der Situation könne der Einsatz von kleinen, preiswerten
Solaranlagen bringen, da in weiten Teilen
Indiens die Sonnenscheindauer an 300 Tagen im Jahr
gesichert ist.

Die FWTM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bernd Dallmann und
Klaus W. Seilnacht, die an der dreitÀgigen Veranstaltung
in Hyderabad teilnahmen, sehen fĂŒr die
weitere Entwicklung einer Intersolar India gute Aussichten,
da die klimatischen Voraussetzungen, der
Entwicklungsstand der boomenden indischen Wirtschaft
und die Lösungsangebote der Solarwirtschaft
fĂŒr die drĂ€ngenden Probleme des indischen
Subkontinents sehr vielversprechend seien.
 
 

Wachstumsbeschleunigungsgesetz
 
Wachstumsbeschleunigungsgesetz
Schuldenwachstumsbeschleunigungsgesetz

Genkartoffelwachstumsbeschleunigungsgesetz

AtommĂŒllwachstumsbeschleunigungsgesetz

Straßenundflugverkehrswachstumsbeschleunigungsgesetz

Klimawandelwachstumsbeschleunigungsgesetz

Abstandzwischenarmundreichwachstumsbeschleunigungsgesetz

Bei einem anhaltenden Wachstum von 3% verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wĂ€chst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und fĂŒhrt zwangslĂ€ufig zur Selbstzerstörung.

Info Wachstum & Wachstumskritik: http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/wachstumskritik.html

Axel Mayer
Mehr
 

WWF-Jugendexpedition im „Dorf der Elefanten“ angekommen
© Florian Niethammer / WWF
 
WWF-Jugendexpedition im „Dorf der Elefanten“ angekommen
Zwischenbericht aus dem grĂŒnen Herzen Afrikas.

Das WWF-Expeditionsteam um die Jugendlichen Oliver Baune (22) aus Bonn, Silke Hackmann (18) aus Nortrup und Janine Koch (24) aus Köln ist inzwischen an der Dzanga Bai angekommen und hat dort aus nĂ€chster NĂ€he wildlebende Waldelefanten beobachten können. Das "Dorf der Elefanten" ist eine Regenwaldlichtung mit lehmigem Boden, der voller Mineralsalze steckt – eine Delikatesse fĂŒr Elefanten, die sie mit ihren Vorderbeinen und ihrem RĂŒssel zutage fördern. Doch die seltenen Waldelefanten von Dzanga-Sangha sind durch Wilderei und illegalem Elfenbeinhandel bedroht. Erst vor einem Monat wurde wieder ein Elefant im Park von Wilderern getötet.

„Unglaublich krank, die Vorstellung, dass es Leute gibt, die so etwas Schönes aus Raffgier einfach kaputt machen“, sagt Oliver Baune, der von einem Beobachtungsposten aus die Waldelefanten studieren konnte. „Was die Wilderer da machen, das ist irgendwie
.“ Dem ZweiundzwanzigjĂ€hrigen verschlĂ€gt es die Sprache.

Auch Silke Hackmann ist schockiert: „Mit ihren Kalaschnikovs können die Wilderer in zwei Minuten bis zu acht Elefanten töten.“ Zwar ist das zwei Kilometern entfernt gelegene Forschungscamp ein Garant fĂŒr den permanenten Schutz eines der grĂ¶ĂŸten Elefantenvorkommen in der Zentralafrikanischen Republik, doch auch Elefantenforscherin Andrea Turkalo, die seit 25 Jahren in der Region arbeitet, kann mit ihrem Team nicht verhindern, dass es immer wieder zu AbschĂŒssen kommt. „Es bedarf dringend einer VerstĂ€rkung der Anti-Wilderereinheiten“, fordert Turkalo.

Eine weitere Gefahr fĂŒr das Überleben der grauen DickhĂ€uter ist der stetig voranschreitende Lebensraumverlust. „Um den Elefanten eine Zukunft zu ermöglichen, ist es auch unabdingbar ihre Heimat zu erhalten. Illegaler Holzeinschlag muss gestoppt werden“, sagt WWF-Regenwaldbotschafterin Janinen Koch.

Die große Expedition der WWF Jugend will ĂŒber das grĂŒne Herz Afrikas aufklĂ€ren und Spenden fĂŒr das WWF Regenwaldreservat Dzanga Sangha sammeln. Die drei Jugendlichen Janine, Oliver und Silke berichten mehrmals tĂ€glich mit Videobotschaften, SMS, Erlebnisberichten und Fotostrecken ĂŒber ihre Reise durch den Dschungel und die Naturschutzarbeit des WWF auf www.wwf-jugend.de
Mehr
 

Bahnausbau am Oberrhein
 
Bahnausbau am Oberrhein
Ein Positionspapier des BUND-Regionalverbands SĂŒdlicher Oberrhein

Zum Themenbereich Neubaustrecke der Bahn am Oberrhein gibt es eine Vielzahl von Stellungnahmen unterschiedlichster Interessengruppen. Auch der BUND und seine Gruppen vor Ort haben immer wieder zu Details der Planung fĂŒr Mensch, Natur und Umwelt Stellungnahmen abgegeben. Was bisher fehlte, war eine kurze Bewertung des Gesamtprojekts. Dieses Fehlen hat auch damit zu tun, dass es keine „guten Lösungen“ gibt. Es gibt fĂŒr die geschundene Landschaft und die lĂ€rmgeplagten Menschen am Oberrhein nur „unterschiedlich schlechte“ Lösungen. Im Gegensatz zu Positionen von örtlichen BĂŒrgerinitiativen muss der BUND auch ĂŒberregionale Aspekte der Nachhaltigkeit in seine Überlegungen mit einbeziehen. BĂŒrgerinitiativen mĂŒssen das Maximale fĂŒr ihre Mitglieder und die Menschen vor Ort fordern. Ein Naturschutzverband muss neben der örtlichen Betroffenheit auch darauf achten, dass beispielsweise das Bahnfahren in Zukunft noch erschwinglich sein wird.

Transitland Oberrhein
Der Verkehr auf Straßen und Schienen am Oberrhein nimmt zu. In Sachen Verkehr wird SĂŒdbaden immer stĂ€rker zur zentralen europĂ€ischen Nord-SĂŒd-Achse mit zunehmend unertrĂ€glichen Abgas-, LĂ€rm- und FlĂ€chenverbrauchsproblemen. In der veröffentlichten Diskussion spielt dabei das Hauptproblem, der PKW- und LKW-Verkehr, der Ausbau der Straßen und insbesondere die PlĂ€ne, die teilprivatisierte Autobahn A5 sechsspurig auszubauen, leider eine untergeordnete Rolle. Eine rasche Verwirklichung der europĂ€ischen Verkehrsprojekte am Oberrhein (Verkehrsdrehkreuz Oberrhein) ist ein zentrales Ziel der Metropolregion. Ein „Verkehrsdrehkreuz Oberrhein“ kann fĂŒr AnwohnerInnen auch ein Alptraum sein.

Die Neu- und Ausbaustrecke der Bahn zwischen Karlsruhe und Basel
soll nach offiziellen Angaben einen Teil des GĂŒterverkehrs von der Straße auf die Schiene verlagern, die Fahrzeit von Karlsruhe nach Basel um insgesamt 31 Minuten verkĂŒrzen und Möglichkeiten bieten, den ÖPNV vor Ort zu verbessern.

Der BUND fĂŒr Umwelt und Naturschutz
unterstĂŒtzt diese Ziele. Dennoch mĂŒssen wir manche Bahnaussagen auch kritisch hinterfragen. Wir leben in einer nicht nachhaltigen Raubbaugesellschaft, die auch beim Menschen- und GĂŒtertransport immer mehr und alles gleichzeitig will und zwar sofort.

- Es sollen zwar mehr GĂŒter auf die Bahn, gleichzeitig soll der LKW-Verkehr auf der ausgebauten Autobahn auch massiv zunehmen. Es geht nicht um eine Verkehrsverlagerung, um ein „Entweder - Oder“ sondern um ein unhinterfragtes Mehr an GĂŒterverkehr.

- Die Bahn soll dem innereuropĂ€ischen Flugverkehr Konkurrenz machen und mit höheren Bahngeschwindigkeiten Vielflieger zum umweltfreundlicheren Zug umleiten. Doch „der Himmel ist voll“, die FlugplĂ€tze sind am Rande ihrer KapazitĂ€t. So schafft die „Entlastung durch die Bahn“ im innereuropĂ€ischen Flugverkehr mehr KapazitĂ€ten fĂŒr außereuropĂ€ische FernflĂŒge. Gleichzeitig steigt mit den hohen Bahn-Geschwindigkeiten auch der Energieverbrauch der ZĂŒge massiv an und frisst manche Umweltvorteile der Bahn wieder auf.

Immer mehr Menschen und GĂŒter mit immer höheren Geschwindigkeiten, mit einem gesteigerten Rohstoff- und Energieverbrauch zu transportieren... Dieses Grundprinzip ist in einer Zeit des Klimawandels, schwindender Öl-, Gas,- Uran- und RohstoffvorrĂ€te (– in der wir gerade in einem Jahr weltweit so viele fossile Rohstoffe verbrauchen, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat –) dauerhaft nicht aufrecht zu erhalten. In diesem Zusammenhang ist der Bahnausbau nicht die tolle, ökologische und nachhaltige Problemlösung, sondern das deutlich kleinere Übel.

Auf die Details der Planung kann ein solch kurzes Positionspapier nur sehr allgemein eingehen. Dazu gibt es die vielfĂ€ltigen Stellungnahmen der BUND-Gruppen vor Ort. Wo immer möglich, setzen wir uns fĂŒr finanzierbare, menschen- und naturschonende Trassen und fĂŒr optimalen LĂ€rmschutz ein.

Autobahn-parallel oder Bahn-parallel ist insbesondere im Norden eine der zentralen und umstrittensten Fragen der Bahnplanung. Vor vielen Jahren hatten sich die NaturschutzverbĂ€nde gemeinsam auf die bahnparallele Trasse festgelegt. Zwischenzeitlich haben viele neue Informationen und Argumente diese Position aufgeweicht und verĂ€ndert. Heute stehen wir vor der zentralen Frage, ob das „Schutzgut Natur“ oder das „Schutzgut Mensch“ im Vordergrund unserer Argumentation stehen soll. Deutlicher als in dieser unsĂ€glichen Fragestellung kann sich unser Dilemma bei den Planungen nicht zeigen. Das „Schutzgut Mensch“ spricht aus Herbolzheimer und Kenzinger Sicht fĂŒr die Autobahnparallele. Aus Sicht der weiter von der Bahn entfernten Orte im Westen spricht es fĂŒr die Bahnparallele. Menschen sind vom Bahnausbau immer betroffen, mal mehr, mal weniger. Wenn wir jetzt mehrheitlich „eher“ fĂŒr die Autobahnparallele und einen Tunnel in Offenburg sind, dann heißt das nicht, dass wir mit Vehemenz fĂŒr diese Trasse streiten. Die Argumente unserer Schwesterorganisation NABU oder einzelner, direkt betroffener BUND-Mitglieder fĂŒr die Bahnparallele sind akzeptabel und nachvollziehbar.

Den FlĂ€chenverbrauch durch eine möglichst enge BĂŒndelung der Trassen minimieren Schon in der frĂŒhesten Planung hat sich der BUND als Erster fĂŒr eine möglichst enge BĂŒndelung von Bahntrasse und Autobahn und fĂŒr einen optimalen LĂ€rmschutz eingesetzt. Sicherheit durch Technik (Trennwand) statt durch FlĂ€chenverbrauch muss die Devise sein. Der (viel zu große) Regelabstand zwischen Bahn und Autobahn liegt bei 18,5 Metern. Dieser Sicherheitsabstand zwischen Autobahn und Neubautrasse fĂŒhrt zu einem nicht hinnehmbaren FlĂ€chenverbrauch zu Lasten von Natur und Landwirtschaft und erhöht die Kosten fĂŒr BrĂŒckenbauwerke.

Extrem landschaftsverschandelnde Teilstrecken wie beispielsweise die geplanten Überwerfungsbauwerke bei Kenzingen / Herbolzheim brĂ€chten bei der Bahnparallele eine massive Entwertung der Landschaft und sind darum so nicht akzeptabel. Hier sind landschaftsschonende Alternativen zu realisieren (Tieferlage). Auch wertvolle Naturschutzgebiete mĂŒssen bestmöglich geschĂŒtzt werden.

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen
Vor dem sogenannten "Ausgleich" muss stets das Ziel der Minimierung der Eingriffe stehen. Starke Lobbygruppen (u.a. die Landwirtschaft) melden massiv ihre Interessen an. Wir sehen die große Gefahr, dass nicht in mehr Natur und mehr FlĂ€chen, sondern in teure, technisch aufwendige Einzelmaßnahmen investiert werden könnte. Alibibiotope lehnen wir ab.

Unsere Hauptforderung bei den Ausgleichsmaßnahmen: Mehr Platz fĂŒr BĂ€che und FlĂŒsse
Die problematischsten Aspekte der Neubaustrecke sind der FlÀchenverbrauch, die Landschaftszerschneidung und der LÀrm. Wir brauchen, neben dem LÀrmschutz also Projekte, die genau an diesen Problemfeldern ansetzen.
Die meisten Mittel- und UnterlĂ€ufe unserer BĂ€che und FlĂŒsse wurden zu geradegestreckten, kanalisierten, naturfernen KanĂ€len umgebaut. Möhlin, Elz, Dreisam, Glotter, Schutter, Kinzig – diese landschaftsprĂ€genden GewĂ€sser unserer Heimat könnten durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch DammrĂŒckverlegungen, ökologisch aufgewertet und renaturiert werden. So könnten auch zusĂ€tzliche Möglichkeiten zur HochwasserrĂŒckhaltung geschaffen werden. Es sollte auch versucht werden, durch geeignete bauliche Maßnahmen (z.B. breite DurchlĂ€sse unter Autobahn und Neubautrasse) die Wandermöglichkeit von Tieren entlang der BĂ€che wieder zu verbessern. GrĂŒne BĂ€nder, d.h. breite, naturnahe Korridore, teilweise mit Auecharakter zwischen Schwarzwald und Rheinaue sollten als Ziel angestrebt werden. Nicht teure Ingenieurbiologie, sondern zusammenhĂ€ngende FlĂ€chen, insbesondere die weniger wertvollen Böden in BachnĂ€he, werden gebraucht. Dazu gehört auch die WiedervernĂ€ssung von Wiesen in FlussnĂ€he, als Maßnahme fĂŒr einen wirklichen Biotopverbund. FĂŒr Teilabschnitte der Dreisam liegen fertig ausgearbeitete Konzepte vor. An Hand dieses Beispiels sollte geprĂŒft werden, an welchen GewĂ€ssern der Region mit dem geringsten finanziellen Aufwand der grĂ¶ĂŸtmögliche Effekt fĂŒr Mensch und Natur erzielt werden könnte.

Andere wichtige Ausgleichsmaßnahmen:
Neben diesem zentralen Schwerpunkt, der nach Ansicht des BUND oberste PrioritĂ€t haben sollte, gibt es noch eine Vielzahl von wichtigen Projekten und VorschlĂ€gen, die von allen VerbĂ€nden gemeinsam unterstĂŒtzt werden. Dazu gehören u.a. die WiedervernĂ€ssung von Wiesen, SĂŒmpfen und WĂ€ldern, Maßnahmen zur Förderung von Brutvögeln, Insekten und Amphibien sowie ökologisch ausgerichtete Waldpflege. Sollten die Ausgleichsgelder nicht sofort ausgegeben werden können, dann sollte ein Teil der Summe in eine regionale Naturschutzstiftung eingebracht werden.

Der BUND sagt differenziert “Ja, aber” zu den Planungen der Bahn. Um so deutlicher ist unser Nein zu den PlĂ€nen, die Umweltzerstörung am Oberrhein durch den Ausbau der Autobahn massiv zu verstĂ€rken. Wir sehen die PlĂ€ne der Bahn kritisch, vor dem Hintergrund des FlĂ€chenverbrauchs, der Naturzerstörung, der VerlĂ€rmung und der damit verbundenen abnehmenden LebensqualitĂ€t am Oberrhein.

Ilse Weghaupt / BUND-Vorsitzende, Ortenaukreis
Gerhard Völker / BUND-Vorsitzender Landkreis, Emmendingen
Frank Baum / BUND-Regionalvorstand, Breisgau Hochschwarzwald
Andreas Hoffmann / BUND-Vorsitzender, Freiburg
Axel Mayer / BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer, SĂŒdlicher Oberrhein
 
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 
369 370 371 372 373 


Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger