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Verschiedenes

Buchtipp: „Einfach die Welt verĂ€ndern. 50 kleine Ideen mit großer Wirkung
 
Buchtipp: „Einfach die Welt verĂ€ndern. 50 kleine Ideen mit großer Wirkung
von Eugénie Harvey und David Robinson

Der Bestseller, der eine Nation inspirierte. Ein Buch fĂŒr alle, die etwas tun wollen, um die Welt humaner und schöner zu machen, aber bisher nicht wussten, wo anfangen. Es ist ganz einfach! Und kostet fast nichts.

Viele Menschen stellen sich irgendwann im Leben die Frage: Soll das alles sein? Sie wollen nicht nur Geld verdienen, sondern etwas bewirken in der Welt. So ging es auch Eugenie Harvey. 2002 gab sie ihren gut bezahlten Job in der PR-Branche auf und entwickelte in den folgenden Monaten gemeinsam mit einigen anderen das Buch Einfach die Welt verĂ€ndern - sie traf damit Hunderttausende ins Herz, die Ă€hnlich fĂŒhlen. Das Buch vermittelt fĂŒnfzig einfache Ideen, die einen positiven Effekt auf unsere Umwelt, unsere Mitmenschen, unsere Nachbarschaft sowie auf unsere Gesundheit und Zufriedenheit haben. Witzig und unideologisch werden sie prĂ€sentiert. Jede Aktion wird auf einer individuell gestalteten Doppelseite vorgestellt. Alle, die an der Gestaltung dieses Buches mitgewirkt haben, vom Cartoonisten bis zur Texterin, haben dies unentgeltlich getan und ihre KreativitĂ€t in den Dienst der Idee gestellt: Wir sind, was wir tun.

Pendo Verlag 2006, 112 Seiten, EUR 12,90 / sFr 22,90
ISBN: 9783866120754
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Leben auf Umweltkredit
© Michael Poliza / WWF
 
Leben auf Umweltkredit
Welterschöpfungstag am 21. August

Ressourcen der Erde verbraucht

Ab Samstag leben wir auf Pump. In weniger als neun Monaten, am 21. August 2010, hat die Menschheit die ökologischen Ressourcen des gesamten Jahres bereits verbraucht, das ergeben Berechnungen des Ökologischen Fußabdrucks vom Global Footprint Networks an dem auch der WWF beteiligt ist.

„Den Rest des Jahres leben wir auf Kredit und verbrauchen die Reserven der Erde“, so Christoph Heinrich, GeschĂ€ftsleiter Naturschutz des WWF Deutschland. Die vorhandenen Ressourcen der Erde verbrauche die wachsende Weltbevölkerung immer schneller. Der „Welterschöpfungstag“ rĂŒcke im Kalender kontinuierlich weiter nach vorne. Im letzten Jahr fiel er noch auf den 25. September, fast einen ganzen Monat spĂ€ter. „Bis Ende 2010 werden wir voraussichtlich 150 Prozent unserer Ressourcen aufgebraucht haben“, so Heinrich weiter. „Die Erde wĂŒrde eineinhalb Jahre brauchen, um sich von diesem Raubbau zu erholen.“

Der Ökologische Fußabdruck berechnet, wie viel produktive FlĂ€che benötigt wird, um alle RessourcenbedĂŒrfnisse inklusive der Energieversorgung und MĂŒllentsorgung der Menschheit zu gewĂ€hrleisten. Auch die CO2-Emissionen werden dabei einbezogen. Sie machen den grĂ¶ĂŸten und am schnellsten wachsenden Teil des ökologischen Fußabdrucks aus. Allein der CO2-Fußabdruck der Menschheit habe sich seit 1970 mehr als verdoppelt. Bereits seit 30 Jahren können sich die natĂŒrlichen Ressourcen der Erde nicht mehr so schnell erneuern, wie die Menschheit sie verbraucht.

„Klimawandel, Artensterben, Wassermangel sowie der Kollaps der FischbestĂ€nde sind klare Anzeichen dafĂŒr, dass der Planet unter der menschlichen Übernutzung leidet. Die Folgen sind heute schon sichtbar. Wir können nicht nur auf Kredit konsumieren, irgendwann mĂŒssen wir auch unsere Schulden bei der Natur zurĂŒck zahlen“, so Christoph Heinrich. Regierungen, Unternehmen und Konsumenten hĂ€tten bereits heute Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben, sei es durch Energieeffizienz, den Einsatz Erneuerbarer Energien, bewussteren Fleischkonsum oder umweltfreundliche MobilitĂ€t.
 
 

Der Ameisenlöwe – Insekt des Jahres 2010
Ameisenjungfer (© Johannes Gepp)
 
Der Ameisenlöwe – Insekt des Jahres 2010
„Löwengruben“ auch am Tuniberg

Die bewohnten „Löwengruben“ sind kaum wahrnehmbar.
Menschen sind durch sie nicht gefÀhrdet, wohl aber Ameisen.
Die Rede ist vom Insekt des Jahres 2010, dem Ameisenlöwen
(Myrmeleon formicarius). Er ist die Larve der Ameisenjungfer,
eines sogenannten NetzflĂŒglers, der mit der weitaus hĂ€ufiger
vorkommenden Florfliege verwandt ist.

Der Ameisenlöwe mit einer KörpergrĂ¶ĂŸe von bis zu 17
Millimetern verfĂŒgt ĂŒber mĂ€chtige Mundwerkzeuge. Sein
Chitinpanzer, der auch den rundlich verdickten Hinterleib
umschließt, ist mit starren Borsten besetzt. Die brĂ€unliche
FĂ€rbung bietet eine gute Tarnung fĂŒr ein Leben im sandigen
Boden. In weniger als 30 Minuten legt er hier bis zu drei
Zentimeter tiefe Fangtrichter mit einem Durchmesser bis zu
acht Zentimetern an. Dazu grĂ€bt er sich rĂŒckwĂ€rts
spiralförmig in den Sand ein. Sein borstenbesetztes Hinterteil
funktioniert dabei fast wie ein Bohrkopf. Mit seinen starken
Mundwerkzeugen schleudert der Ameisenlöwe hinderlichen
Sand bis zu 30 Zentimeter weit weg. Im fertiggestellten
Fangtrichter sind schließlich am Boden allenfalls seine großen
Kieferzangen zu sehen.

Sobald Ameisen und andere Kleinsttiere ĂŒber die
„Sandrutsche“ in die TrichtermĂŒndung fallen, schnappt der
Ameisenlöwe sie mit seinen Mundwerkzeugen und spritzt
ihnen eine lÀhmende, mit Verdauungsenzymen angereicherte
FlĂŒssigkeit ein, die es ihm ermöglicht, seine Beute
auszusaugen. Ihre Überreste schleudert er mit Hilfe der
Mundwerkzeuge aus dem Trichter, damit sie nicht den
nÀchsten Beutefang behindern.

Der Ameisenlöwe hÀutet sich vier- bis sechsmal und beendet
das Larvenstadium mit dem Bau eines kugelrunden
Sandkokons und der Entwicklung zur Puppe. Aus dem Kokon
schlĂŒpft schließlich die libellenartige, grazile Ameisenjungfer
mit vier durchsichtigen, 35 Millimeter langen FlĂŒgeln und
deutlich sichtbaren FĂŒhlern. Jetzt wird offensichtlich, dass es
sich um ein Insekt handelt. Die erwachsenen,
geschlechtsreifen Tiere fliegen von Mai bis August meist ab
der DĂ€mmerung und nachts und haben ausschließlich die
Funktion, sich fortzupflanzen. Sie leben nur zwei bis vier
Wochen.

FĂŒr den Bau seiner Fallen ist der Ameisenlöwe auf trockene,
sandige Böden angewiesen. Diese findet er zum Beispiel am
Kaiserstuhl und am Tuniberg vor allem an nach Osten und
SĂŒdosten gerichteten, regengeschĂŒtzten GelĂ€ndeabbrĂŒchen.

Ameisenlöwen haben eine bedeutende Funktion bei der
Biotopbewertung. So ist die Gemeine Ameisenjungfer eine
Indikatorart fĂŒr trockenheiße NadelwĂ€lder, Felsen- und
Steppenheiden und Trockenrasen. Daneben kommt in
Deutschland als weitere Art die GeflecktflĂŒglige
Ameisenjungfer (Euroleon nostra) vor.

Die Fachleute des Umweltschutzamts weisen darauf hin, dass
nach Bundesartenschutzverordnung alle heimischen Arten
der Ameisenjungfern einschließlich ihrer Larvalstadien, den
Ameisenlöwen, besonders geschĂŒtzt sind. Nicht nur wegen
seiner zurĂŒckgezogenen Lebensweise ist der Ameisenlöwe
selten zu sehen. Aufforstung, Bepflanzen von Trockenrasen
oder Zertreten seiner Fallen gefÀhrden seinen Lebensraum
und damit seinen Bestand. Deshalb sollte man alles
unterlassen, was zu einer BeeintrÀchtigung des
Entwicklungszyklus der Ameisenjungfer fĂŒhren könnte.
 
 

Buchtipp:  Jonathan Safran Foer
 
Buchtipp: Jonathan Safran Foer "Tiere essen"
»Ich liebe WĂŒrste auch, aber ich esse sie nicht.« Jonathan Safran Foer in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

»Tiere essen« ist ein leidenschaftliches Buch ĂŒber die Frage, was wir essen und warum. Der hoch gelobte amerikanische Romancier und Bestsellerautor Jonathan Safran Foer hat ein aufrĂŒttelndes Buch ĂŒber Fleischkonsum und dessen Folgen geschrieben, das weltweit Furore macht und bei uns mit Spannung erwartet wird.

Wie viele junge Menschen schwankte Jonathan Safran Foer lange zwischen Fleischgenuss und Vegetarismus hin und her. Als er Vater wurde und er und seine Frau ĂŒberlegten, wie sie ihr Kind ernĂ€hren wĂŒrden, bekamen seine Fragen eine neue Dringlichkeit: Warum essen wir Tiere? WĂŒrden wir sie auch essen, wenn wir wĂŒssten, wo sie herkommen?

Foer stĂŒrzt sich mit Leib und Seele in sein Thema. Er recherchiert auf eigene Faust, bricht nachts in Tierfarmen ein, konsultiert einschlĂ€gige Studien und spricht mit zahlreichen Akteuren und Experten. Vor allem aber geht er der Frage auf den Grund, was Essen fĂŒr den Menschen bedeutet. Auch Foer kennt die trostspendende Kraft einer fleischhaltigen Lieblingsmahlzeit, die seit Generationen in einer Familie gekocht wird.

In einer brillanten Synthese aus Philosophie, Literatur, Wissenschaft und eigenen Undercover-Reportagen bricht Foer in »Tiere essen« eine Lanze fĂŒr eine bewusste Wahl. Er hinterfragt die Geschichten, die wir uns selbst erzĂ€hlen, um unser Essverhalten zu rechtfertigen, und die dazu beitragen, dass wir der Wirklichkeit der Massentierhaltung und deren Konsequenzen nicht ins Auge sehen.

»Tiere essen« besticht durch eine elegante Sprache, ĂŒberraschende Denkfiguren und viel Humor. Foer zeigt ein großes Herz fĂŒr menschliche SchwĂ€chen, lĂ€sst sich aber in seinem leidenschaftlichen PlĂ€doyer fĂŒr die Möglichkeiten ethischen Handelns nicht bremsen. Eine unverzichtbare LektĂŒre fĂŒr jeden Menschen, der ĂŒber sich und die Welt – und seinen
Platz in ihr – nachdenkt.

Mit einem eigens fĂŒr die deutsche Ausgabe geschriebenen Vorwort von Jonathan Safran Foer.

»Diese Geschichte begann nicht als ein Buch. Ich wollte nur wissen – fĂŒr mich und fĂŒr meine Familie – was Fleisch eigentlich ist. Wo kommt es her? Wie wird es produziert? Welche Folgen hat unser Fleischkonsum fĂŒr die Wirtschaft, die Gesellschaft und unsere Umwelt? Gibt es Tiere, die man bedenkenlos essen kann? Gibt es Situationen, in denen der Verzicht auf Fleisch falsch ist? Warum essen wir kein Hundefleisch? Was als persönliche Untersuchung begann, wurde rasch sehr viel mehr als das  « Jonathan Safran Foer

Der Titel enthĂ€lt eine vom Vegetarierbund Deutschlands (VEBU) zusammengestellte Übersicht zur Sachlage der Massentierhaltung in der Bundesrepublik.

Verlag Kiepenheuer & Witsch 2010, 400 Seiten, EUR 19.95 | sFr 30.50
ISBN: 978-3-462-04044-9
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Freiburg nahezu Ambrosia-frei
Ambrosia-Samen (© B. Alberternst & S. Nawrath)
 
Freiburg nahezu Ambrosia-frei
Garten- und Tiefbauamt: Großer Erfolg der bisherigen
Ausrupf-Aktionen

Freiburg ist nahezu Ambrosia-frei. Das teilt das stÀdtische
Garten- und Tiefbauamt (GuT) mit. Diese positive Bilanz fĂŒhrt
Hella Heuer-Klug, die fĂŒr die seit vier Jahren durchgefĂŒhrten
Ausrupf-Aktionen im Rahmen der Aktion „Freiburg packt an“
zustÀndig ist, auf das systematische Vorgehen und die
UnterstĂŒtzung der Bevölkerung zurĂŒck.

So habe man dieser Tage bei einer Aktion in Ebnet an
Stellen, an denen bisher jÀhrlich tausende Pflanzen entfernt
wurden, lediglich rund hundert vorgefunden, ausgerupft und in
die MĂŒllverbrennung gegeben. Ein Ă€hnliches Bild bot sich auf
dem GelÀnde der Messe Freiburg: Wo Freiwillige vor zwei
Jahren 3.000 und im vorigen Jahr noch 1.000 Pflanzen
auszogen, fanden sich jetzt lediglich 25. Daher ist dort in
diesem Jahr keine Ausrupf-Aktion erforderlich.

Die schlagartige Verringerung der BestÀnde ist aus Sicht der
GuT-Fachleute der AufklÀrung weiter Bevölkerungskreise
durch die Medien und der konsequenten BekÀmpfung zu
verdanken. So hatte die Ambrosia keine Möglichkeit, ihre
ReproduktionsfÀhigkeit von bis zu 60.000 Samen pro Pflanze
auszuspielen. Inwieweit der starke RĂŒckgang von Dauer ist,
werden die kommenden Jahre zeigen. Denn die bereits im
Boden liegenden Samen sind bis zu 40 Jahre lang keimfÀhig.
Auch aus einem weiteren Grund wÀre eine Entwarnung
verfrĂŒht: HandelsĂŒbliches Vogelfutter ist in vielen FĂ€llen mit
Ambrosia-Samen verunreinigt. Daher sollten alle, die
körnerhaltige Futtermittel einsetzen, das Futter und die
FĂŒtterungsstellen kontrollieren und Ambrosia-Samen in die
RestmĂŒll-Tonne werfen. Ein Tipp zum Aus- beziehungsweise
Vorsortieren: Die Ambrosia-Samen (siehe Foto) sind zwei bis
vier Millimeter groß und lassen sich mit einem normalen
Salat- oder Nudelsieb gut von Maiskörnern und
Sonnenblumenkernen trennen.

Auch Futtermittelreste gehören grundsÀtzlich nicht in die
Landschaft oder auf den Komposthaufen sondern in den
RestmĂŒll.

Ambrosia-BestĂ€nde, die im öffentlichen GrĂŒn entdeckt
werden, kann man der Stadt Freiburg telefonisch unter der
Nummer 0761/201-4712 und per E-Mail unter
gut@stadt.freiburg.de melden.

Das beifußblĂ€ttrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)
stammt ursprĂŒnglich aus Nordamerika. Seit Beginn der
1990er Jahre breitet sich die einjÀhrige Pflanze zunehmend in
Deutschland aus – mit Schwerpunkten unter anderem im
SĂŒdwesten. Bedingt durch mit Ambrosia-Samen
verunreinigtes Vogelfutter, findet sich die Pflanze am
hĂ€ufigsten in GĂ€rten. Außerdem kommt die Ambrosia
besonders auf gestörten Böden vor, zum Beispiel an
StraßenrĂ€ndern, in Kiesgruben, an BahndĂ€mmen, auf
Baustellen und Schutthalden. Die Pollen und der Hautkontakt
mit der Pflanze können heftige Allergien auslösen.
 
 

Buchtipp: Claus Leitzmann
 
Buchtipp: Claus Leitzmann "Die 101 wichtigsten Fragen - Gesunde ErnÀhrung"
Wie ist eine ausgewogene und vielseitige, mit anderen Worten eine gesunde ErnĂ€hrung beschaffen? Professor Claus Leitzmann, der sich seit ĂŒber 30 Jahren mit der ErnĂ€hrung des Menschen und ErnĂ€hrungsökologie befasst, geht dieser Frage in 101 kurzen Kapiteln nach. Beantwortet werden u.a. folgende Fragen: Warum sollte man tĂ€glich eine warme Mahlzeit essen? Braucht der Mensch tierische Produkte, um seinen Eiweißbedarf zu decken? Mit welchen NĂ€hrstoffen sind wir schlecht versorgt? Wie sicher bzw. unsicher sind gentechnisch verĂ€nderte Lebensmittel?

C.H.Beck 2010. 154 Seiten, EUR 9,95
ISBN 978-3-406-59979-8
 
 

Schwarz maskierter RegenwurmjÀger: Dachs ist Wildtier des Jahres 2010
Ausnahmsweise einmal tagsĂŒber zu sehen: der Dachs (Foto: Klaus Echle)
 
Schwarz maskierter RegenwurmjÀger: Dachs ist Wildtier des Jahres 2010
Forstamt Freiburg berÀt

Er ist in Deutschland weit verbreitet und seine Bauten fehlen in keinem Wald: Der Dachs (Meles meles). Da viele Naturfreunde dieses nachtaktive Tier wohl nur selten zu sehen bekommen und man es bestenfalls als Meister Grimmbart aus MĂ€rchen, ausgestopft aus dem Museum oder von weichen Rasierpinseln her kennt, dessen Haar allerdings meist aus asiatischen Dachszuchten stammt, hat die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild den Dachs zum Wildtier des Jahres 2010 ausgerufen.

Der grau gefĂ€rbte Dachs mit seinen typischen weißen Gesichtsstreifen ist nicht viel grĂ¶ĂŸer als ein Fuchs, bringt jedoch das doppelte bis dreifache des Gewichts eines Fuchses auf die Waage. Er lebt vorzugsweise in Laub- beziehungsweise LaubmischwĂ€ldern aber auch in Parks und offenen Hecken- und Feldfluren, wo er unterirdische MehrfamilienhĂ€user, die Dachsbaue, anlegt. Die Baue werden von Generation zu Generation erweitert. Alte Baue umfassen oft mehrere 100 Meter GĂ€nge und zahlreiche Wohnkessel, in denen als Untermieter auch FĂŒchse unterkommen können. Fast wĂ€re dem Dachs diese NĂ€he zum Fuchs im Rahmen der Vergasung von Fuchsbauen zur TollwutbekĂ€mpfung in den 70er Jahren zum VerhĂ€ngnis geworden. Heute jedoch haben sich die BestĂ€nde gut erholt.

Der Dachs ist Allesfresser: Beeren, Wurzeln, RegenwĂŒrmer, Heuschrecken - kaum etwas, was ihm wĂ€hrend seiner nĂ€chtlichen StreifzĂŒge vor die empfindliche Nase kommt, wird verschmĂ€ht. FĂŒr den Winter fressen sich die Dachse einen ordentlichen Speck an, so dass sie sogar drei Monate ganz ohne Nahrung auskommen können. Sie halten in ihrem frostfreien Bau Winterruhe, die je nach Witterungsverlauf mal kĂŒrzer oder lĂ€nger ausfĂ€llt.

Der Dachs ist zoologisch gesehen eigentlich ein Marder. Die bis zu fĂŒnf Jungtiere kommen im Februar oder MĂ€rz zur Welt. Sie sind zunĂ€chst rein weiß behaart, werden bis zu vier Monate lang gesĂ€ugt und verlassen unter Obhut der Elterntiere erstmals im FrĂŒhsommer den Bau.

Gartenbesitzern in Randlagen zu Feldern, Heckenlandschaften oder WĂ€ldern fĂ€llt der Dachs zumeist negativ auf: Er grĂ€bt hier und da, legt sogenannte Latrinen an, in die er Urin und Kot absetzt oder versucht gar Baue anzulegen, was mitunter zu SchĂ€den an Rasen und Bausubstanz fĂŒhren kann. Auch das Staatliche Weinbauinstitut hat bereits Bekanntschaft mit dem Dachs gemacht: Immer wieder registriert man dort Biss-SchĂ€den an neuen Rebsorten und versucht die Pflanzen durch Lattenroste zu schĂŒtzen. In Deutschland wird der Dachs daher vor allem bejagt, um SchĂ€den in landwirtschaftlichen Kulturen zu vermeiden.

„Der Dachs verhĂ€lt sich Ă€hnlich wie Wildschweine und andere kulturfolgende Wildtiere: es zieht ihn in die Stadt“, erlĂ€utert Freiburgs Forstamtsleiter Hans Burgbacher. Über die Frage, wie man Dachsen den Spaß an der Zivilisation verderben kann, grĂŒbeln derzeit bereits Diplomanden an der FakultĂ€t fĂŒr Biologie der UniversitĂ€t Freiburg. Auch mit der Kartierung von Dachsbauten haben Wissenschaftler an der FakultĂ€t fĂŒr Forstund Umweltwissenschaften bereits begonnen, um einen Überblick ĂŒber die Population zu bekommen. „GrundsĂ€tzlich empfehlen wir GĂ€rtnern, die Löcher von Dachsbauen nach der Aufzucht der Jungen im April nach und nach zu verschließen“, so Burgbacher.

Informationen geben das Forstamt und das Kreisjagdamt telefonisch unter der Nummer 0761/201-6201 und im Internet
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Riesige Origami-Tiger leuchten in Berlin
Die Origami-Tiger bei nÀchtlicher Beleuchtung. © David Biene / WWF
 
Riesige Origami-Tiger leuchten in Berlin
WWF und LAVA enthĂŒllen die grĂ¶ĂŸten Origami-Tiger der Welt.

Architekt Tobias Wallisser: „Der majestĂ€tische Tiger muss vor dem Aussterben bewahrt werden.“

Berlin - Im Rahmen der weltweiten Tiger-Kampagne der Umweltschutzorganisation WWF machen zwei Riesen-Origami-Tiger des ArchitekturbĂŒros LAVA (Watercube Peking, Mercedes-Museum Stuttgart, Masdar City) fĂŒr drei Wochen Station in Berlin. Die sieben Meter langen und zweieinhalb Meter hohen Skulpturen wurden am 10. August von Stefan Ziegler (WWF) und Tobias Wallisser (LAVA) auf dem Washington Platz am Hauptbahnhof enthĂŒllt. Pulsierende LED-Dioden bringen die grĂ¶ĂŸten Origami-Tiger der Welt zum „atmen“. Designer des ArchitektenbĂŒros LAVA haben die Skulpturen zum chinesischen „Jahr des Tigers“ entworfen, um ihr persönliches Engagement fĂŒr deren Schutz auszudrĂŒcken. Nach WWF-Angaben gibt es derzeit nur noch 3.200 Tiger in der Wildnis.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, droht der Tiger auszusterben“, warnt Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzreferent. Mit den Großkatzen gelten auch zahlreiche weitere Arten und ganze Tiger-Ökosysteme, vom tropischen Regenwald Sumatras bis zu den im Winter schneebedeckten Weiten Russlands, als bedroht. Nachhaltigkeit und Umweltschutz seien, so LAVA-Architekt Tobias Wallisser, fĂŒr das ArchitekturbĂŒro von herausragender Bedeutung. „In unserer Architektur verschmilzt moderne Technologie mit natĂŒrlichen Formen aller Art. DafĂŒr muss die Natur in ihrer Vielfalt erhalten bleiben. Besonders der majestĂ€tische Tiger muss vor dem Aussterben bewahrt werden“, sagt Wallisser. ZukĂŒnftig werde man es sich nicht mehr leisten können, nicht nachhaltige GebĂ€ude zu bauen. Ziel mĂŒsse es sein, mehr mit weniger zu schaffen. Das sei die Grundidee, nach der LAVA arbeite und auch die Origami-Tiger gestaltet habe.

Die Tiger-Skulpturen bestehen aus Aluminium und Barrisol und sind nach LAVA-Informationen zu hundert Prozent wiederverwertbar. Metropolen in aller Welt geben den Origami-Tigern eine Heimat: Sydney, Kuala Lumpur, Singapur.

In Berlin stellt der WWF die beiden Skulpturen noch bis 30. August aus.
 
 



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323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
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