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Verschiedenes

Zwischen Ölpest und Dorschwunder: Das Naturjahr 2010
© U.S. Coast Guard und WWF
 
Zwischen Ölpest und Dorschwunder: Das Naturjahr 2010
WWF-Chronologie: Jahr der Biologischen Vielfalt mit menschgemachten Katastrophen

Der WWF Deutschland beurteilt das Jahr 2010 grĂ¶ĂŸtenteils als Katastrophenjahr fĂŒr die Natur. Angefangen bei der Ölpest im Golf von Mexiko ĂŒber die verheerenden WaldbrĂ€nde in Russland bis zur Giftschlammlawine in Ungarn: im UN-Jahr der Biologischen Vielfalt gab es kaum positive Nachrichten fĂŒr die Umwelt, so der WWF. Vor allem auf politischer Ebene sei zu wenig fĂŒr den Naturschutz geschehen. Besonders auffĂ€llig: Die Naturkatastrophen des Jahres 2010 waren allesamt menschgemacht.

Die WWF-Chronologie des Jahres 2010:

Januar
UN-Jahr der Biologischen Vielfalt: Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet in Berlin offiziell das internationale UN-Jahr der Biologischen Vielfalt. Umwelt zerstörende Subventionen, beispielsweise fĂŒr die Landwirtschaft und die Fischerei, spielen dabei keine Rolle. Weltweit fließen jĂ€hrlich 670 Milliarden Euro Staatshilfen in Branchen, die Anteil an der Zerstörung der Natur haben.
Olympia-Countdown: In Sotschi werden in Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2014 rund 14.000 Hektar Wald abgeholzt.

Februar
Ölpest I: In Italien fließen Tausende Kubikmeter Altöl in den Lambro, einen Zufluss des Pos. KlĂ€ranlagen der Region fallen als Folge aus, AbwĂ€sser gelangen ungereinigt in den Fluss.

MĂ€rz
Artenschutzkonferenz: Die 15. Washingtoner Artenschutzkonferenz in Katar endet ernĂŒchternd. Bedrohte Arten wie Roter Tunfisch, Rote Koralle, Heringshai und Blauflossentunfisch dĂŒrfen weiter gehandelt werden – ein Sieg auf ganzer Linie fĂŒr die Fischereilobby. Im chinesischen Jahr des Tigers wird immerhin beschlossen, die Zusammenarbeit im Kampf gegen Tiger-Wilderei und -Schmuggel zu verbessern. Nur 3.200 Tiger leben noch in freier Wildbahn.
„Earth Hour“: Rund um den Globus schalten am 27. MĂ€rz Millionen Teilnehmer der WWF „Earth Hour“ fĂŒr eine Stunde symbolisch das Licht aus. Weltweit nehmen ĂŒber 3450 StĂ€dte in 121 LĂ€ndern teil. In Deutschland liegen u.a. MĂŒnchen, Berlin, Köln, Leipzig und Flensburg im Dunkeln.

April
Ölpest II: Die Havarie des chinesischen Kohlefrachters Sheng Neng 1 bedroht das Great Barrier Reef vor Australien mit einer Ölpest. FĂŒr den WWF zeigt der Unfall einmal mehr die mangelnden Sicherheitsstandards auf See, er fordert eine Lotsenpflicht fĂŒr ökosensible Gebiete und das Verbot des giftigen Schweröls als Schiffstreibstoff.
Neuentdeckung: Begeisternder Fund im „Herzen Borneos“: Dort werden 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Darunter sind ein fliegender Frosch, der seine Haut- und Augenfarbe Ă€ndert, und eine flammenfarbene Schlange. Insgesamt finden die Forscher 67 Pflanzen, 17 Fische, fĂŒnf Frösche, drei Schlangen, einen Vogel, 29 Wirbellose und zwei Echsen

Mai
Ölpest III: Nach der Explosion der Bohrplattform Deep Water Horizon im Golf von Mexiko sprudeln wochenlang Millionen Liter Rohöl vor der KĂŒste des US-Staates Louisiana ins Meer. Die Ölpest trifft mit der beginnenden Brut- und Laichsaison vieler Arten zusammen, so dass der Nachwuchsjahrgang massiv geschwĂ€cht wird. Angesichts der unabsehbaren UmweltschĂ€den fordert der WWF den Stopp neuer Bohrvorhaben auf See.
Hochwasser: Die Flut in SĂŒd-Polen ist fĂŒr den WWF eine Folge des ineffizienten Hochwasserschutzes in Polen. Er fordert, Flut-Risikogebiete als solche auszuweisen, dort keine Bebauung mehr zu erlauben und AuwĂ€lder und Flusslandschaften zu renaturieren.
„Dorschwunder“: Der Wissenschaftliche Rat zur Erforschung der Meere (ICES) prĂ€sentiert eine gute Nachricht: Seit 2006 ist der östliche Bestand des Dorsches in der Ostsee auf das Dreifache angewachsen. Die GrĂŒnde fĂŒr das „Dorschwunder“ sind ein konsequenter Wiederaufbauplan mit Schonung des Dorsches, Verkleinerung der Fangflotte sowie die EindĂ€mmung der illegalen Fischerei um 30 Prozent.

Juni
Überfischung: Die Fangsaison fĂŒr den bedrohten Roten Tunfisch im Mittelmeer wird vorzeitig beendet, nachdem die industriellen Fangflotten der EU ihre jĂ€hrlichen Quoten bereits nach der HĂ€lfte der vierwöchigen Saison erfĂŒllt haben.
Wal-Konferenz: Die Verhandlungen ĂŒber einen Kompromissvorschlag zum Walfang scheitern auf der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Agadir. Damit bleiben bedrohte Arten wie Finn- und Seiwal auf der Abschussliste Japans.

Juli
„Hitzewelle“ am Nordpol: Ein Report zum arktischen Meereis weist einen neuen Rekord-Tiefststand aus. Demnach war die EisflĂ€che im Juni so klein wie in keinem Juni seit Beginn der Satelliten-Aufzeichnungen im Jahr 1979. Nach WWF-SchĂ€tzung mĂŒssen einige EisbĂ€ren durch die verĂ€nderten klimatischen Bedingungen eine Fastenperiode von bis zu 160 Tagen ĂŒberstehen.
Trinkwasser: Die UN verankern das Recht auf sauberes Wasser. Daran mangelt es bereits ĂŒber einer Milliarde Menschen, Tendenz steigend. Im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise fordert der WWF, GewĂ€sser und Wasserressourcen grenzĂŒberschreitend zu managen und zu bewirtschaften. Nur drei Prozent des Wassers auf der Erde ist SĂŒĂŸwasser.

August
WaldbrĂ€nde: Mehr als 7.000 WaldbrĂ€nde lodern rund um Moskau und im russischen Fernen Osten. Schuld ist nicht allein die aktuelle Hitzewelle, sondern vor allem mangelhafte Vorsorge und ein miserables Waldmanagement. Die Rauchschwaden enthalten Kohlenmonoxid, Feinstaub, Formaldehyd und andere giftige Verbindungen, die zu starken gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung fĂŒhren.

September
LaufzeitverlĂ€ngerung: Der WWF reagiert bestĂŒrzt auf die LaufzeitverlĂ€ngerung der deutschen Kernkraftwerke. In einer umfassenden Studie hatte der WWF gezeigt, dass die fast vollstĂ€ndige Vermeidung von CO2 bis 2050 ohne jegliche LaufzeitverlĂ€ngerung möglich und bezahlbar ist. Das Energiekonzept der Bundesregierung bewertet der WWF als „Wegweiser in die klimapolitische Sackgasse“.
Schimpansen-Entdeckung: Ein WWF-Forscherteam stĂ¶ĂŸt in der Demokratischen Republik Kongo auf einige hundert Schimpansen, die einen Teil des Jahres fast komplett auf BĂ€umen verbringen. In der Regenzeit verlagern die Schimpansen ihr Leben auf die Baumwipfel.

Oktober
Rotschlamm-Lawine: Im ungarischen Kolontar birst der Speicher einer AluminiumhĂŒtte der Ajka Aluminia Company. Bauxitschlamm ergießt sich auf 40 Quadratkilometern. Die Giftlawine erreicht auch die Donau. Der WWF belegt, dass bereits Wochen zuvor Risse die Behörden zum Handeln hĂ€tten bewegen mĂŒssen.
BĂŒcher ohne Tropenholz: PĂŒnktlich zur Frankfurter Buchmesse bestĂ€tigen die VerlagshĂ€user Oetinger, Lingen und die Buchverlage der Holtzbrinck-Gruppe dem WWF schriftlich, im Laufe des kommenden Jahres vollstĂ€ndig auf FSC-Papier zu drucken oder Recyclingpapiere zu verwenden. Vorangegangen waren der Kosmos-Verlag, Piper und die Verlagsgruppe Random House.

November
EU-Gesetz gegen illegales Holz: Der EU-Rat nimmt in BrĂŒssel das EU-Holzhandelsgesetz an. Damit ist die Einfuhr illegaler Holzprodukte nach Europa ab 2013verboten. Die EU ist einer der grĂ¶ĂŸten MĂ€rkte fĂŒr Holzprodukte aus illegaler Herkunft, deshalb hat der WWF seit Jahren fĂŒr dieses Gesetz gekĂ€mpft. Perfekt ist es noch nicht, aber ein Meilenstein gegen illegale Abholzung weltweit.

Dezember
Klimaverhandlungen: Unerwartet gut enden in CancĂșn die Klimaverhandlungen. Jetzt liegt der Ball wieder im Feld der einzelnen Staaten, die CancĂșn-BeschlĂŒsse mit Leben zu fĂŒllen. Dies bedeutet fĂŒr die EU, schnellstmöglich die CO2-Reduktionsziele bis 2020 von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen.
VolkszĂ€hlung bei Berggorillas: Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ist grĂ¶ĂŸer als angenommen. Eine „VolkszĂ€hlung“ im „Virunga Massiv“ im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo kommt auf 480 Gorillas. Hinzu kommen noch ungefĂ€hr 300 Tiere in einem weiteren Nationalpark in Uganda. GegenĂŒber der letzten Bestandsaufnahme von 2003 ist das ein Zuwachs von ĂŒber 25 Prozent.

Zu den Fotos: Explosion der Bohrplattform Deep Water Horizon im Golf von Mexiko und das Dorschwunder in der Ostsee. © U.S. Coast Guard und WWF
 
 

 
RadexkursionsfĂŒhrer zeigt Beispiele fĂŒr Radverkehrsanlagen - auch in Freiburg
Um den Radverkehrsanteil in Deutschland von momentan
zehn Prozent zu erhöhen braucht man nicht nur zu den vorbildlichen
Nachbarn in den Niederlanden und DĂ€nemark zu
schauen. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche gute Beispiele
der Radverkehrsförderung. Der von der Stadt Oldenburg
mit Förderung des Bundes herausgegebene RadexkursionsfĂŒhrer
zeigt Beispiele aus elf deutschen StÀdten von Kiel
bis Freiburg.

Auf acht Seiten wird im ExkursionsfĂŒhrer die Stadt Freiburg
mit Informationen zu ihrer Verkehrspolitik dargestellt. Entlang
einer Radroute, die an der Fahrradstation mobile beginnt,
werden zahlreiche gute Beispiele der Radverkehrsförderung
gezeigt. Die Stadt Freiburg wird hÀufig von Fachleuten und
Politikern besucht, da die Radverkehrsförderung der Stadt im
In- und Ausland als beispielhaft gilt. FĂŒr viele diese Besucher
bietet der RadexkursionsfĂŒhrer nun die Möglichkeit, eine Reihe
von Beispielen entlang einer vorgeschlagenen Route selbstÀndig
mit dem Rad zu erkunden.

PrĂ€sentiert werden die Radstreifen an der Eschholzstraße bis
zum Friedrich-Ebert-Platz, die im Stadtgebiet oft vorhandenen
Radaufstellstreifen vor Ampeln und die Trixi-Spiegel zur Reduzierung
des Toten Winkels. Die FĂŒhrung des Radverkehrs
in der Habsburgerstraße wird ebenso gezeigt wie die Anfang
dieses Jahres verlÀngerte, mit Vorfahrt und neuen Piktogrammen
versehene Fahrradstraße in der Hindenburgstraße.
Schon enthalten sind auch zwei Projekte, die erst im FrĂŒhjahr
2011 realisiert werden: Eine Aufpflasterung am Sandfangweg
soll die Bevorrechtigung des Dreisamuferradweges verdeutlichen
und Schutzstreifen in der Talstraße dem Radverkehr auf
beiden Straßenseiten eine sichere FĂŒhrung gewĂ€hrleisten.
Ein Abstecher in den Stadtteil Vauban und die Rampe an der
OchsenbrĂŒcke vervollstĂ€ndigen die Tour rund durch Freiburg.

FĂŒr die interessierte Öffentlichkeit steht eine Online-Version des
RadexkursionsfĂŒhrers auf www.freiburg.de/radfahren unter
dem Punkt „Kartenwerke“ zum Download bereit.
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Buchtipp: Wolf Richard GĂŒnzel
 
Buchtipp: Wolf Richard GĂŒnzel "Der hummelfreundliche Garten"
Nisthilfen ‱ BlĂŒtenpflanzen ‱ Gartengestaltung

HummelgĂ€rten gestalten und erleben: Warum mögen Hummeln MĂ€usegeruch? Haben Hummeln Lieblingsfarben? Und wie entsteht ihr gemĂŒtliches Brummen?

Diese und weitere spannende Fragen beantwortet das Buch »Der hummelfreundliche Garten« von Wolf Richard GĂŒnzel, erschienen im DarmstĂ€dter pala-verlag. Anschaulich erklĂ€rt der Autor, wie die sympathischen Insekten leben, Nester bauen und ihren Nachwuchs großziehen. Wer Garten und Balkon zum Lebensraum fĂŒr Hummeln machen möchte, findet zahlreiche praktische Tipps und Gestaltungsideen. Bauanleitungen fĂŒr unterschiedliche HummelnistkĂ€sten – vom einfachen Unterschlupf bis zum großen Hummelstand – bieten Passendes fĂŒr jeden Garten. Standortgerechte Pflanzenlisten helfen bei der Auswahl beliebter Hummelblumen, die Tiere und Menschen mit Farben und Duft gleichermaßen begeistern. Selbst ein kleiner Balkon wird mit passender Bepflanzung so zum Paradies fĂŒr Hummeln.

DarĂŒber hinaus leistet ein naturnaher Hummelgarten einen aktiven Beitrag zum Naturschutz, denn viele Hummelarten sind durch das Schwinden ihrer LebensrĂ€ume bedroht. Als Lesestoff fĂŒr gemĂŒtliche Stunden und voll praktischer Tipps macht dieses Buch Lust auf mehr Natur im Garten.

pala-verlag Darmstadt, 2010, 160 Seiten, EUR 14,00
ISBN: 978-3-89566-276-8
 
 

Mit Herz fĂŒr die Natur
 
Mit Herz fĂŒr die Natur
Kinder spenden den Erlös eines Tanzprojektes an die Ökostation

Am Anfang stand eine Idee: Kinder bringen ihre Erlebnisse in der Natur kreativ und tĂ€nzerisch zum Ausdruck und werben fĂŒr einen liebevollen und verantwortlichen Umgang mit unserer Erde. Die TanzpĂ€dagogin Bettina InĂ©s Truffat versammelte im Sommer 35 Kinder von 3-12 Jahren, um diese Idee auf die BĂŒhne zu bringen. Daraus entstand das Tanzprojekt „Vier Jahreszeiten“, das im Juli zweimal im Theater Augustinum aufgefĂŒhrt wurde. Das Projekt gehörte zum hiesigen Rahmenprogramm des Modellstadtteils Vauban, mit dem sich Freiburg auf der Expo in Shanghai prĂ€sentierte und stand unter der Schirmherrschaft von OberbĂŒrgermeister Salomon.

Die AuffĂŒhrungen waren mit 360 Besuchern ein voller Erfolg. Es war der Wunsch der kleinen TĂ€nzerinnen und TĂ€nzer, dass der Erlös, eingesetzt wird, um Kindern Naturbegegnungen zu ermöglichen, ganz im Sinne des Tanzprojektes. So spendeten sie den Erlös von 1200,- Euro an das GrĂŒne Klassenzimmer der Ökostation, wo Schulklassen und Kindergartenkinder vieles ĂŒber die Natur lernen können. Bei einem Besuch in dem Umweltbildungszentrum am 17. Dezember ĂŒberreichten sie den Scheck an das Leitungsteam, das sich bei den Kindern seinerseits mit einer FĂŒhrung durch die Ökostation, mit BratĂ€pfeln und Kinderpunsch bedankte.
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KLIMASCHÄDLICHE TRANSPORTE
Pro Tag fliegen 140 Tonnen Lebensmittel nach Deutschland

Frisch aus dem Flugzeug: Als Luftfracht gelieferte Lebensmittel verursachen mehr als ein Zehntel der Gesamtemissionen, die beim Transport von Fisch oder Obst freigesetzt werden. VerbraucherschĂŒtzer fordern nun eine Kennzeichnung der klimaschĂ€dlichen Flugware.
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Nicht nur gute Noten fĂŒr die Quoten
© Andreas Eistert / WWF
 
Nicht nur gute Noten fĂŒr die Quoten
WWF fordert Ende der Fisch-Verschwendung und bessere Kontrollen

Hamburg, BrĂŒssel - Die Fischereiminister der EuropĂ€ischen Union haben sich heute Nacht auf Fangquoten fĂŒr die Nordsee und den Nordostatlantik geeinigt. Demnach darf im kommenden Jahr 20 Prozent weniger Kabeljau in der Nordsee gefangen werden. Die Quoten fĂŒr mehr als 70 andere FischbestĂ€nde wurden ebenfalls gekĂŒrzt. FĂŒr Nordsee-Hering, Seezunge und wenige weitere FischbestĂ€nde wurde die Fangquote aufgestockt. Der WWF ist mit den Entscheidungen zufrieden, da sie von den wissenschaftlichen Empfehlungen deutlich weniger abweichen als in der Vergangenheit. Mit Blick auf die anstehende Fischereireform sei aber eine verbesserte Kontrolle auf den Schiffen nötig. Der WWF fordert zudem ein Ende der verschwenderischen RĂŒckwurfpraxis von zu kleinem und zu viel gefischtem Fisch.

In den vergangenen Jahren ĂŒberschritten die EU-Fangquoten die wissenschaftlichen Empfehlungen regelmĂ€ĂŸig um durchschnittlich 40 Prozent. "Diese Praxis konnte auf Dauer nicht gut gehen", erlĂ€utert Karoline Schacht, Fischereireferentin beim WWF Deutschland. "Die Politik hat keine andere Wahl, als der Wissenschaft zu folgen. Wenn der Fisch erst einmal weg ist, nĂŒtzen taktische politische Spielereien nichts mehr." FĂŒr den WWF sind wissenschaftlich begrĂŒndete Fangquoten das notwenige MosaikstĂŒck einer nachhaltigen Fischereipolitik. Erst mit langfristigen PlĂ€nen fĂŒr den Aufbau der BestĂ€nde und einem Verbot der RĂŒckwurfpraxis könnten die Voraussetzungen fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Fischerei entstehen.

Die existierenden LangzeitplĂ€ne, in denen eine maximale Abweichung der nĂ€chstjĂ€hrigen Fangmenge von 15 Prozent festgeschrieben ist, wurden bei der heutigen Entscheidung grundsĂ€tzlich berĂŒcksichtigt. Ausnahme ist der Nordsee-Hering, fĂŒr den in der vorgeschalteten Verhandlung zwischen der EU und Norwegen bereits eine 23-prozentige Anhebung beschlossen wurde. Der WWF kritisiert dieses Vorgehen. "Die Kommission und alle Beteiligten mĂŒssen die beschlossenen LangzeitplĂ€ne konsequent durchsetzen", fordert Karoline Schacht. Nur dann könne sich ein Erfolg wie in der Ostsee einstellen, wo man im Rahmen eines Langzeitplans ein neues "Dorschwunder" beobachten konnte. In der Nordsee dagegen gilt der langfristige Wiederaufbauplan fĂŒr Kabeljau als gescheitert. Hier werden nach wissenschaftlichen Berechnungen des Internationalen Rates zur Erforschung der Meere (ICES) noch immer rund 36 Prozent des zunĂ€chst gefangenen Kabeljau wieder "entsorgt". Der WWF fordert eine schnelle und grĂŒndliche Nachbesserung des Plans und begrĂŒĂŸt die Absicht der EU-Staaten, in Pilotprojekten Kameras an Bord zu installieren und so die Kontrolle der tatsĂ€chlichen FĂ€nge zu verbessern. "Mit den elektronischen Augen klettert nicht `Big Brother` an Bord", tritt Karoline Schacht BefĂŒrchtungen entgegen. FĂŒr Fischer, die beweisen wollen, dass sie nachhaltig arbeiten, seien Kameras die optimale Lösung. Fischern, die sich fĂŒr die Kamera entscheiden, werde eine leicht erhöhte Fangmenge zugeteilt, dafĂŒr werde ihnen jedoch jeder falsch gefangene Fisch auf ihre Quote angerechnet. Das verstĂ€rke den Anreiz, schon beim Fang auf GrĂ¶ĂŸe und Art des Fisches zu achten.
 
 

Buchtipp: Wildi Zit
 
Buchtipp: Wildi Zit
Waidmanns Heil am Breisgauer KĂŒchentisch

So heißt das 124 Seiten umfassende Buch, in dem 20 JĂ€gerinnen und JĂ€ger aus Freiburg, Schwarzwald, Kaiserstuhl und Tuniberg portraitiert werden. Neben ihrer Liebe zur Natur, ihrem Engagement in der Wildhege und ihren BemĂŒhungen fĂŒr den Erhalt der Artenvielfalt verbindet sie eines: die Vorliebe fĂŒr eine ehrliche ErnĂ€hrung, wie sie die Verarbeitung von Wildbret bietet. Abseits von Stress durch Massentierhaltung, Tiertransporte und Schlachthöfe sind es die JĂ€gerinnen und JĂ€ger, die heute noch Zugang zu einer Nahrungsquelle haben, die sich durch die Möglichkeit einer artgerechten, natĂŒrlichen Lebensweise der Tiere auszeichnet....
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WWF zu den Ergebnissen von CancĂșn:
Kraftwerk Weisweiler. © Andrew Kerr / WWF-Canon
 
WWF zu den Ergebnissen von CancĂșn: "Es geht also doch"
CancĂșn/ Berlin - Die Klimaverhandlungen in CancĂșn sind soeben zu Ende gegangen. Die Regierungen haben sich im Vorlauf zur entscheidenden Klimakonferenz in Durban (SĂŒdafrika) im kommenden Jahr zu einer Reihe von BeschlĂŒssen verpflichtet.

Die Ergebnisse von CancĂșn kommentiert Regine GĂŒnther, Leiterin Klima- und Energiepolitik der Umweltstiftung WWF:

"Heute hat die internationale Gemeinschaft bewiesen, dass sie doch in der Lage ist, gemeinsam wichtige Schritte gegen den Klimawandel einzuleiten. Mit der Übereinkunft von CancĂșn wurde eine gute Grundlage fĂŒr die kommenden Klimaverhandlungen in SĂŒdafrika gelegt. Jetzt liegt der Ball wieder im Feld der einzelnen Staaten, die BeschlĂŒsse durch entschiedenes Handeln mit Leben zu fĂŒllen. Dies bedeutet fĂŒr die EU, schnellstmöglich die CO2-Reduktionsziele bis 2020 von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen."

Der WWF begrĂŒĂŸt besonders, dass die IndustrielĂ€nder verpflichtet wurden, PlĂ€ne zu entwickeln, ihre Volkswirtschaften fast CO2-frei umzubauen ("Dekarbonisierung").

Gleichwohl ist die Übereinkunft von CancĂșn aus Sicht des WWF nicht perfekt. FĂŒr einen umfassenden rechtlich verbindlichen Vertrag mit den notwendigen Maßnahmen, um die globale ErwĂ€rmung deutlich unter zwei Grad zu halten, muss auf dem Weg zur nĂ€chsten Klimakonferenz noch sehr viel Arbeit geleistet werden.

"CancĂșn ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Möglich war dieser Erfolg dank der hervorragenden VerhandlungsfĂŒhrung der mexikanischen KonferenzprĂ€sidentin und durch den Einigungswillen der meisten Staaten. Der Multilateralismus wurde durch die CancĂșn-Kompromisse gestĂ€rkt. Es geht also doch", so WWF-Klimachefin Regine GĂŒnther.
 
 



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369 370 371 372 373 


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