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Verschiedenes

RĂŒckkehr des Wolfes: Hessen braucht Managementplan
© Ingo Fuhrmann / WWF
 
RĂŒckkehr des Wolfes: Hessen braucht Managementplan
ManagementplĂ€ne: Ziel ist Vermeidung von Konflikten und „kritischen Situationen“.
RĂŒckkehrer: Wölfe seit Ende der Neunziger wieder in Deutschland.

Frankfurt - Ein verletzter Wolf in der Region Gießen hat Anwohner und Behörden in Atem gehalten. Das offensichtlich verletzte Tier wurde von SpaziergĂ€ngern, der Polizei, JĂ€gern und VeterinĂ€ren verfolgt, konnte nach Augenzeugenberichten aber trotz einer augenscheinlichen Verletzung am Hinterlauf entkommen. „Hessen muss sich auf die RĂŒckkehr des Wolfes vorbereiten. Das Bundesland braucht dringend einen Managementplan nach dem Vorbild von Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern“, fordert WWF-Experte Janosch Arnold. Unklare oder gar kritische Situationen wie derzeit in der Region Gießen wĂŒrden durch verhindert werden können. In den PlĂ€nen der beiden „Wolfs-LĂ€nder“ ist klar geregelt, wie mit einem verletzten Wolf umgegangen werden soll. Anders als bei angefahrene Wild, wie Reh oder Hirsch, darf dies beim unter Naturschutz stehenden Wolf nĂ€mlich nicht der zustĂ€ndige JagdausĂŒbungberechtigte entscheiden. Die bestehenden ManagementplĂ€ne wurden in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Behörden, Wissenschaftlern, JagdverbĂ€nden, SchafszĂŒchtern und Umweltschutzorganisationen sowie BĂŒrgerinitiativen erarbeitet.

„Wenn Anwohner oder SpaziergĂ€nger einen noch dazu verletzten Wolf verfolgen, ihn gar in die Enge treiben, kann das schnell zu einer kritischen Situation fĂŒhren“, warnt Arnold. Zum Schutz von Mensch und Wolf sei es notwendig einen Managementplan mit klaren ZustĂ€ndigkeiten aufzustellen und durch Kommunikation und AufklĂ€rungsarbeit vor Ort zu verankern. „Es braucht einen gelassenen, aber koordinierten Umgang mit den Tieren. Die Menschen in Deutschland mĂŒssen erst wieder lernen, mit Beutegreifern wie Wolf und Luchs zu leben", so Arnold. Panische Forderungen nach einem generellen Abschuss seien völlig unangebracht. „Im Gegensatz zu streunenden Haushunden haben Wölfe eine natĂŒrliche Scheu vor dem Menschen“, beruhigt der WWF-Experte.

Trotzdem wird kaum eine Art so argwöhnisch beobachtet wie der Wolf. Doch die vielerorts tief verwurzelte Angst sei unbegrĂŒndet, so der WWF. Obwohl der Wolf seit Ende der neunziger Jahre wieder in Deutschland heimisch ist, hat es bis heute keinen einzigen Übergriff auf den Menschen gegeben. Auch bei den bis zu 20.000 in Europa lebenden Wölfen gab es in den vergangenen fĂŒnfzig Jahren neun tödliche Angriffe auf Menschen, zumeist von tollwĂŒtigen Tieren. In den USA, ein Land mit immerhin etwa 60.000 Wölfen, wurden im selben Zeitraum zwei tödliche Wolfsangriffe gemeldet. Zum Vergleich: Allein in Deutschland sterben jedes Jahr rund 40 Menschen an den Folgen von Bienen- und Wespenstichen.
 
 

 
fesa-Projekt "Energieautonome Kommunen" im Wettbewerb "Ideen Initiative Zukunft"
Der fesa e.V hat am dm-Wettbewerb „Ideen Initiative Zukunft“ erfolgreich teilgenommen. Das Projekt „Energieautonome Kommunen“ ist nominiert worden und darf sich vom 13. bis zum 26.01.2011 im dm-Markt im Sonnenschiff (Merzhauserstr. 179, Freiburg) prĂ€sentieren. Infos ĂŒber den fesa e.V. und ĂŒber das Projekt „Energieautonome Kommunen“ sind im ganzen Zeitraum im Markt ausgestellt. Persönlich sind wir am Freitag, 21.01. und am Mittwoch 26.01. jeweils von 14 bis 17 Uhr mit einem extra Infostand vertreten.

FĂŒr den dm-Markt im Sonnenschiff sind drei Projekte nominiert, die in dieser Zeit miteinander in Konkurrenz um WĂ€hlerstimmen treten. Denn ein Projekt gewinnt im Markt und erhĂ€lt dafĂŒr 1.000 Euro Preisgeld.

Damit der fesa e.V. gewinnt, brauchen er UnterstĂŒtzung der Klimaschutzaktiven. Wer im Zeitraum vom 13. bis zum 26.01. in den dm-Markt im Sonnenschiff geht, kann dort mit den ausliegenden Karten fĂŒr das Projekt stimmen.

Der fesa e.V. bedankt sich ganz herzlich fĂŒr Ihre Mithilfe!

Mehr Informationen ĂŒber unser Projekt „Energieautonome Kommunen“ finden Sie hier:
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Online-VogelfĂŒhrer
Blaumeise / Foto: Wikipedia
 
Online-VogelfĂŒhrer
Sie haben einen interessanten Vogel gesehen und wĂŒssten nun gerne, was fĂŒr einer das war? Der NABU hilft Ihnen dabei, die richtige Vogelart herauszufinden...
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WORK GREEN Jobmesse Erneuerbare Energien
am 22. Januar 2011 an der UniversitÀt Freiburg

Die neue „grĂŒne” Jobmesse kommt in die Stadt, um Studierende und junge ExpertInnen mit der Industrie zu vernetzen.

Die Studierenden des Masterstudiengangs “Renewable Energy Management” der UniversitĂ€t Freiburg, das Studentenwerk Freiburg und das Zentrum fĂŒr Erneuerbare Energien (ZEE) veranstalten gemeinsam die WORK GREEN Jobmesse, die Firmen aus dem Feld der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz mit potenziellen NachwuchskrĂ€ften vernetzt. Auf der Jobmesse, deren Zielgruppe sowohl Studierende, als auch qualifizierte BerufseinsteigerInnen umfasst, werden regionale, nationale und internationale Firmen und Organisationen vertreten sein. Die Jobmesse wird am Samstag, den 22. Januar 2011 von 10.00 bis 17.00 Uhr in der Mensa Rempartstraße (Rempartstraße 18, 79098 Freiburg) in Freiburg stattfinden.

Das Ziel der Messe ist, Studierende und junge ExpertInnen mit technischem, naturwissenschaftlichem oder wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund mit Firmen und Instituten aus dem Energie- und Nachhaltigkeitssektor in Kontakt zu bringen. Die Firmen werden an ihren StĂ€nden Informationen ĂŒber Praktika, Abschlussarbeiten sowie offene Stellen bereithalten. Zudem werden sie ĂŒber den Bewerbungsprozess, das jeweilige Firmenprofil, aktuelle Forschungsfelder sowie laufende Projekte informieren. ZusĂ€tzlich zu den MessestĂ€nden stehen VortrĂ€ge, Workshops und einige funacts auf dem Programm.

Professor Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts fĂŒr Solare Energiesysteme sagte: “Junge und motivierte MitarbeiterInnen sind die Grundvoraussetzung fĂŒr zukĂŒnftige unternehmerische Erfolge. Die WORK GREEN Jobmesse ist gĂ€nzlich auf das Feld der erneuerbaren Energien ausgerichtet und wird vom Fraunhofer Institut fĂŒr Solare Energiesysteme (ISE) unterstĂŒtzt.“

Die Messe ist so konzipiert, dass Kriterien der Nachhaltigkeit mit in die Planung einbezogen wurden, um negative UmwelteinflĂŒsse maßgeblich zu reduzieren. Demnach handelt es sich nicht nur wegen des Hintergrunds der Aussteller um eine “grĂŒne” Messe, sondern auch im Hinblick auf die Art der Organisation, die jeden Schritt hinsichtlich der UmwelteinflĂŒsse abwĂ€gt. Beispielsweise wird der Schriftverkehr fast ausschließlich elektronisch abgewickelt, Flyer werden auf Recycling-Papier gedruckt und es wird angestrebt den insgesamt anfallenden Abfall, so gering wie möglich zu halten.


Über die Renewable Energy Management Studierenden:

Der Masterstudiengang Renewable Energy Management ist ein internationaler, interdisziplinĂ€rer Studiengang, der Studierende mit großem Interesse an den erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zusammenbringt. Neben technischen Aspekten werden auch ökonomische und soziale Aspekte in die Lehre mit einbezogen. Die WORK GREEN Jobmesse wird von 38 Studierenden aus 21 LĂ€ndern organisiert.
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Zehn Jahre ECO-Stiftung fĂŒr Energie-Klima-Umwelt in der Region
Auf sein 10-jĂ€hriges Bestehen blickt Ende Dezember 2010 der Stiftungsfonds ECO-Stiftung fĂŒr Energie-Klima-Umwelt zurĂŒck. Dieser Stiftungsfonds wirkt in der Region Freiburg und auch grenzĂŒberschreitend am sĂŒdlichen Oberrhein vor allem durch Ideen und Förderung von gemeinnĂŒtzigen Vorhaben mit Multiplikatoreffekt.

FĂŒr die von der ECO-Stiftung initiierten und geförderten „Zwei Sonnen-Energie-Wege“ im Eurodistrikt Region Freiburg / Zentral- und SĂŒdelsass wurden grenzĂŒberschreitend 50 Vorbildobjekte zu erneuerbaren Energien und Energiesparen ausfindig gemacht und fĂŒr Bildung, AusflĂŒge von Familien und Schulklassen sowie Ökotourismus beschrieben. Die Stationen, die mehrere 100 Anlagen umfassen, wurden bei zweisprachigen Vereine-Treffen vorbereitet, besucht, fotografiert und auf deutsch und französisch fĂŒrs Internet und fĂŒr eine 64-Seiten-Farb-BroschĂŒre beschrieben, deren Druck von der Sparkasse Freiburg und vom Agenda 21 BĂŒro Freiburg unterstĂŒtzt wurde.

Das Vorhaben ist hervorgegangen aus dem ebenfalls von der ECO-Stiftung geförderten zweisprachigen Ideenwettbewerb fĂŒr BĂŒrger- und Vereine „Nachhaltigkeit rheinĂŒberschreitend fĂŒr Energie-Klima und Wasser-GewĂ€sser“ am sĂŒdlichen Oberrhein samt gut besuchtem „1. Öko-Gipfel im Eurodistrikt“ im Oktober 2005 in der Breisacher Spitalkirche. Die Sonnen-Energie-Wege sollen ab 2011 um weitere Stationen und Wege ergĂ€nzt werden. Hierzu sucht die Stiftung weitere finanzielle Förderung. Beide Projekte sind beim gemeinnĂŒtzigen Freiburger Verein ECOtrinova als ausfĂŒhrendem TrĂ€ger ansiedelt, der damit 2005 und 2007 beim Wettbewerb des Umweltministeriums zur Lokalen Agenda 21 die Hauptfinanzierung gewann.

FĂŒr die ökologische Energiewende am sĂŒdlichen Oberrhein und als VorlĂ€ufer der Sonnen-Energie-Wege hatte die ECO-Stiftung in 2002 das Vereine- und BĂŒrger-Netzwerk „Energie-3Regio“ gestartet, dies im Rahmen des EU-geförderten Interreg-III-A-Programms „Begegnungen am Oberrhein“. DurchgefĂŒhrt wurden Aktionen zu Klimaschutz, erneuerbaren Energien, Energieeinsparung sowie der 1. Energie-Gipfel-3Regio in der Spitalkirche in Breisach Mitte 2003. TrĂ€ger ist der gemeinnĂŒtzige Förderverein Zukunftsenergien SolarRegio Kaiserstuhl e.V. aus Wyhl am Rhein. Das ehrenamtliche Netzwerk Energie-3Regio umfasst an die 30 Partner aus der trinationalen Region und ist zweisprachig im Internet unter www.energie-3Regio.de vertreten mit Infos, deutsch-französischem Energie-Wörterbuch und der gemeinsame Deklaration fĂŒr eine Energie-Modellregion. Diese stand 2006 Modell fĂŒr diejenige der offiziellen Deutsch-Französisch-Schweizerischen Oberrheinkonferenz. Zuvor in 2002 war fĂŒr die
ECO-Stiftung bereits eine Vision fĂŒr eine trinationale Energiewende notiert worden. Über 21 000 € wurden 2002-2004 als freiwillige Sachleistung eingebracht. Projektleiter war Dr. Georg Löser, Gundelfingen i.Br., GrĂŒnder der ECO-Stiftung, der das Netzwerk ehrenamtlich weiter betreut.

Großen Publikumszuspruch findet unter dem Motto das gemeinschaftliche Samstags-Forum Regio Freiburg, eine einzigartige Zusammenarbeit von Vereinen mit Studierenden und UniversitĂ€t. Die ECO-Stiftung ist mit Ihrem GrĂŒnder Initiatorin und seit Beginn im Herbst 2006 finanzieller Förderer neben dem Agenda 21 BĂŒro der Stadt Freiburg. Diese „alternative Samstags-UniversitĂ€t“ wendet sich an die BĂŒrgerschaft, auch an fachlich Interessierte aus UniversitĂ€t, planenden Berufen sowie StĂ€dten und Gemeinden. FĂŒhrende Fachleute und Pioniere der Region berichten samstags vormittags populĂ€rwissenschaftlich in der UniversitĂ€t Freiburg. Vor Ort erlĂ€utern anschließend Projektpioniere herausragende Vorbildobjekte zur Nutzung erneuerbarer Energien bzw. zum Klimaschutz. Bis Ende 2010 fanden oft mehrteilig 86 Vortragsveranstaltungen oder Podien und 56 FĂŒhrungen statt mit ĂŒber ĂŒber 10.700 TeilnehmerInnen. Beim ProjekttrĂ€ger ECOtrinova e.V. sind unter www.ecotrinova.de / Samstags-Forum ĂŒber 150 Vortragsdateien, Kurzberichte und Dokumente mit Fotos und Links zum Weiter- und Selbststudium fĂŒr alle Interessierten eingestellt, eine große Schatzkiste fĂŒr die Energiewende. „Hauptförderer“ sind die i.d.R. ehrenamtlich wirkenden vielen Referenten und UnterstĂŒtzer.

Das Samstags-Forum ist eine Folge erster Zusammenarbeit mit dem Umweltreferat des u-asta an der UniversitĂ€t im Rahmen der „Agenda21 Aktionsbibliothek Klimaschutz & Umwelt Regio Freiburg“, ein in 2003/2004 vom Umweltministerium Baden-WĂŒrttemberg, der ECO-Stiftung und vom Agenda 21-BĂŒro Freiburg gefördertes Vorhaben. Diese „Fachbibliothek“, die auch seltene BestĂ€nde aus der Pionierzeit des modernen Umweltschutzes in der hiesigen Region umfasst, wird als Umweltarchiv weiterhin von der ECO-Stiftung unterstĂŒtzt und vom Stifter betreut.

Weitere Initiativen der ECO-Stiftung galten 2002 einer Initiative Biogas-DĂŒngewirtschaft, die Jahre spĂ€ter in der Biogas-Strategie der badenova AG einen Niederschlag fand, der Stromeinsparung mit einer geförderten bundesweiten BroschĂŒre, Energie-GesprĂ€chen in der Region dem Strahlenschutz und der Mitfinanzierung der Anzeigetafel der BĂŒrger-Solarstromanlage der SolarRegio Kaiserstuhl auf der Gemeindehalle in Wyhl, in der 1974 die Atomkraftgegner unter großem Protest den Erörterungstermin zum Atomkraftwerk Wyhl verließen. 2005, 2008 und insbesondere im November 2010 im Vorfeld ihres JubilĂ€ums wirkte die ECO-Stiftung aktiv bei Stiftungstagen in Freiburg mit.

Die nicht rechtsfĂ€hige ECO-Stiftung wurde Ende Dezember 2000 vom Physiker und Energie-Ökologen Dr. Georg Löser, Gundelfingen i.Br., gegrĂŒndet. Sie ist Teil der „Dachstiftung individuelles Schenken“ der GLS Treuhand e.V., Bochum. Der Kapitalstock hat sich bis 2010 durch Zustiftungen auf rund 100.000 Euro erhöht. DarĂŒber hinaus erhielt die Stiftung eine Reihe freier Zuwendungen. Die Mittel sind angelegt bei ökologisch-sozialen Projekten der GLS Treuhand. Die Mittel wirken also mehrfach: erstens durch die Geldanlage, zweitens durch den Einsatz des jĂ€hrlichen Ertrags, drittens durch Multiplikatoreffekte der von der ECO-Stiftung geförderten Maßnahmen. Der Stifter arbeitet fĂŒr die Stiftung ehrenamtlich.

Die Teilförderung der in diesem Bericht erlĂ€uterten Projekte durch die ECO-Stiftung hat bei weiteren Förderern rund 100.000 Euro hinzugewonnen und damit ein Mehrfaches der Zuwendungen der ECO-Stiftung und hat sehr umfangreiche ehrenamtliche Arbeiten fĂŒr die Region mit noch deutlich höherem Wert mobilisiert.

NĂ€here Informationen sind enthalten im 12-seitigen mit Fotos bebilderten Bericht „10 Jahre ECO-Stiftung 2000-2010. Die Initiativen der ECO-Stiftung und geförderte Projekte in der Region am sĂŒdlichen Oberrhein“, der als pdf-Datei (1,9 MB) bei www.eco-stiftung.de eingestellt ist.

Zuwendungen (Spenden), Zustiftungen sowie VerfĂŒgungen und Legate an die ECO-Stiftung sind willkommen und steuerlich begĂŒnstigt.
Die Bankverbindung und das erforderliche Stichwort:
GLS Treuhand e.V., GLS Gemeinschaftsbank eG Bochum.
Konto-Nr. 103 700 800, BLZ 430 609 67
Stichwort erforderlich: ECO-Stiftung Spende (oder Zustiftung).
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Haifisch, Tiger & Co: Gewinner und Verlierer 2010
Ein Gewinner: Der Amur-Tiger. © naturepl.com/Edwin Giesbers/WWF
 
Haifisch, Tiger & Co: Gewinner und Verlierer 2010
Menschenverursachtes Artensterben schreitet auch 2010 ungebremst voran. Grund zur Hoffnung: Staatengemeinschaft setzt sich ehrgeizige Ziele.

Frankfurt - Der WWF zieht unter Artenschutzgesichtspunkten eine durchwachsene Jahresbilanz. Zwar hielt das massive, vom Menschen verursachte Artensterben auch 2010 weiter an, doch immerhin hat die UN-Konferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt (CBD) im Oktober dieses Jahres Blockaden fĂŒr den internationalen Naturschutz aus dem Weg gerĂ€umt. „Wir sind auf der UN-Konferenz einen wichtigen Schritt vorangekommen. Es sind ehrgeizige Ziele formuliert worden“, erklĂ€rt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland, anlĂ€sslich des anstehenden Jahreswechsels. So sollen vermehrt Schutzgebiete an Land und auf hoher See ausgewiesen werden. Außerdem hat man sich darauf geeinigt, Subventionen, die eine Verringerung der Artenvielfalt zur Folge haben bis 2020 abzubauen, zu reformieren oder zu beenden. „BiodiversitĂ€t ist ein Wirtschaftsfaktor und deren Erhalt wird immer mehr zu einem Garant fĂŒr langfristigen, ökonomischen Erfolg“, sagte Brandes. „Unternehmen erkennen in zunehmendem Maße, dass eine intakte biologische Vielfalt ökonomische Leistung erbringt. Das ist ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Hauptursachen fĂŒr den anhaltenden Verlust biologischer Vielfalt weltweit sind Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Wilderei und Übernutzung. Die von Menschen verursachte Aussterberate liegt laut WWF mindestens hundertmal höher als der natĂŒrliche Artenschwund. Und wĂ€hrend sich etwa die Lage von Nashorn, Hai oder Schuppentier 2010 weiter verschlechtert hat, können Tierarten wie Tiger, Wolf und Dorsch immerhin optimistischer in die Zukunft blicken.

DIE VERLIERER 2010:

Nashorn

Allein bis September 2010 hat SĂŒdafrika nach WWF-Angaben mehr als 230 Nashörner durch Wilderei verloren. Damit wird in dem Land durchschnittlich alle 30 Stunden ein Breit- oder Spitzmaulnashorn getötet. Nur in den 1970er Jahren habe die Wilderei ein Ă€hnlich erschreckendes Ausmaß erreicht. „Die Hörner gehen vor allem nach Asien, wo sie in geriebener Form als dubiose Heilmittel eingesetzt werden“, sagt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler. Dementsprechend ist auch die Lage der asiatischen Nashörner extrem kritisch. So wurde im April im vietnamesischen Cat Tien Nationalpark ein totes Java-Nashorn entdeckt. Das Tier wurde vermutlich von Wilderern erschossen. Es ist anzunehmen, dass damit das letzte Java-Nashorn in Vietnam getötet wurde.

Hai, Tunfisch und Koralle

Keine internationalen Handelsverbote fĂŒr Rote Koralle, Blauflossentunfisch und diverse Hai-Arten. Die Politik hĂ€tte auf der Artenschutzkonferenz in Doha im MĂ€rz 2010 die Gelegenheit gehabt, die Artenvielfalt der Meere besser zu schĂŒtzen, doch die AntrĂ€ge wurden allesamt abgelehnt. So darf der Blauflossenthunfisch weiterhin als Sushi-Delikatesse auf dem japanischen Markt enden – obwohl die Population um bis zu 85 Prozent eingebrochen ist. Ähnlich dramatisch die Situation von Weißspitzen-Hochseehai und Hammerhai: Die Flossen dieser Fische landen noch immer in der SuppenschĂŒssel. Die Rote Koralle wird weiterhin Bestandteile von Medizin- und Schmuckprodukten sein.

Schuppentier

Die Summe der gewilderten Schuppentiere in Asien binnen eines Jahres dĂŒrfte in die hunderttausende gehen, befĂŒrchtet der WWF. Nach einem im Oktober 2010 veröffentlichten Report wurden allein fĂŒr ein einziges Schmuggler-Syndikat auf der Insel Borneo rund 22.000 Schuppentiere gewildert. Da es unzĂ€hlige solcher Artenschmuggler gibt, sei die Dunkelziffer auch um ein vielfaches höher. Aus den Bestandteilen des Schuppentiers (auch Pangolin genannt) werden dubiose Heilmittel hergestellt. Die Population könne der maßlosen Gier durch kriminelle Syndikate auf Dauer nicht standhalten, so der WWF.

Wale

Das Jahr 2010 brachte erneut keinen Konsens in Sachen Walfang und -schutz. Die Verhandlungen ĂŒber einen Kompromissvorschlag zum Fang auf Großwalarten bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juni fĂŒhrten zu keinem Ergebnis. „Ein Kompromiss, der den bestehenden Walfang unter die Kontrolle durch die IWC stellt, wĂ€re klar vonnöten gewesen“ sagte Volker Homes, Leiter WWF-Artenschutz. „Bedrohte Arten wie Finn- und Seiwal bleiben trotz Moratorium weiter auf der Abschussliste der Walfangnation Japan.“

DIE GEWINNER 2010:

Tiger

Nach WWF-SchĂ€tzungen leben weltweit nur noch rund 3.200 Tiger in freier Wildbahn. Der Druck durch Wilderei und Lebensraumzerstörung auf die Art ist unvermindert hoch, doch nach dem „Jahr des Tigers 2010“ kann die Großkatze hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Vertreter aller dreizehn Tiger-Verbreitungsstaaten haben sich nĂ€mlich auf dem Tiger-Gipfel im November zu einem globalen Tiger-Rettungsplan bekannt. Auch auf das Ziel, die Bestandszahlen des Tigers bis 2022 zu verdoppeln, konnten sich die Politiker verstĂ€ndigen. Der WWF sprach von einem „historischen Moment fĂŒr den Artenschutz“, mahnte zugleich „schnelle und konkrete Taten“ an. GeberlĂ€nder wie Deutschland und die USA, aber auch Institutionen wie die Weltbank, Privatpersonen wie Hollywoodstar Leonardo DiCaprio und Organisationen wie der WWF haben bereits finanzielle Zusagen getĂ€tigt. In der Amur-Region, wo sich der WWF seit 1993 gemeinsam mit seinen Partnern engagiert, sind die Bestandszahlen des Tigers seit vielen Jahren stabil. Nach SchĂ€tzungen durchstreifen dort rund 450 Exemplare die WĂ€lder.

Wolf

Die RĂŒckkehr des Wolfes nach Deutschland schreitet auch 2010 weiter voran. Im Sommer gelangen in der LĂŒbtheener Heide dank einer WWF-Fotofalle Aufnahmen eines vermutlich mĂ€nnlichen Tieres. Und auch Bayern hat wieder einen Wolf. Seit mehreren Monaten durchstreift ein RĂŒde das österreichisch-bayerische Grenzgebiet. „Der Wolf besiedelt trotz mancher RĂŒckschlĂ€ge seine alte Heimat wieder“, freut sich WWF-Experte Janosch Arnold. Deutschlandweit gibt es nach SchĂ€tzung des WWF zwischen 60 und 75 Wölfe. Ein Großteil davon lebt in der sĂ€chsischen Lausitz. Aber auch aus anderen Regionen, wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, werden immer wieder Sichtungen gemeldet.

Dorsch

Innerhalb von nur drei Jahren ist der östliche Bestand des Dorsches in der Ostsee auf das Dreifache angewachsen. Die GrĂŒnde fĂŒr die erfreuliche Entwicklung seien ein wirkungsvoller Wiederaufbauplan, eine Verkleinerung der Fangflotte sowie eine konsequente EindĂ€mmung der illegalen Fischerei. Der positive Trend zeige, so der WWF, dass sich FischbestĂ€nde unter gĂŒnstigen ökologischen Bedingungen und einem nachhaltigen Management wieder erholen können. Um diesen Erfolgstrend auch langfristig zu sichern, fordert der WWF die strikte Einhaltung des EU-Wiederaufbauplans auch fĂŒr das kommende Jahr. „Die Fischereiminister mĂŒssen trotz der guten Prognosen fĂŒr den Dorsch auch in den kommenden Jahren die Fangquoten mit Bedacht festlegen und den wissenschaftlichen Empfehlungen folgen“ fordert Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF.
 
 

Umweltbildung stark nachgefragt
Ökostation Freiburg / Foto: Heinz Hauenstein
 
Umweltbildung stark nachgefragt
Die Ökostation des BUND zieht Bilanz

MOOSWALD. Im RĂŒckblick auf das Jahr 2010 zieht die Ökostation Freiburg des BUND eine ĂŒberaus positive Bilanz: Rund 100 Veranstaltungen fĂŒr Erwachsene und rund 500 Umweltbildungs-Angebote fĂŒr Kinder und Jugendliche fanden im vergangenen Jahr statt. Das waren 281 GrĂŒne Klassenzimmer, Projekttage, Exkursionen, Schulgartenaktionen, Freizeiten und Kindergeburtstage sowie 210 Betreuungsangebote fĂŒr sieben Ganztages-Schulklassen, die das Umweltbildungszentrum im Seepark regelmĂ€ĂŸig besuchen....
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EnBW in Landeshand
Kommunalisierung statt Atom- und Kohlekraftwerke

Der fesa e.V. begrĂŒĂŸt die Übernahme von EnBW durch das Land, hĂ€lt jedoch Umstrukturierungen im Konzern fĂŒr notwendig. Statt zentraler Anlagen zur Produktion von Kohle- und Atomstrom bedarf es dezentraler Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien in der Hand der Kommunen. Bei der Landtagswahl können die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nun ĂŒber die energiepolitische Zukunft des Landes mitbestimmen.

Völlig ĂŒberraschend berichteten die Nachrichtenagenturen in der ersten Dezemberwoche ĂŒber den Kauf der EnBW-Aktienanteile des französischen Konzerns EdF durch das Land Baden-WĂŒrttemberg. EnBW ist der drittgrĂ¶ĂŸte Stromerzeuger in Deutschland und gehört zu den vier großen deutschen Strommonopolisten. Der in Baden-WĂŒrttemberg tĂ€tige Konzern produziert seinen Strom zu 57 Prozent in Atomkraftwerken und zu 32 Prozent aus fossilen EnergietrĂ€gern. Mit dem Kauf der Aktien liegt EnBW nun zu ĂŒber neunzig Prozent in öffentlicher und staatlicher Hand.

Der fesa e.V. begrĂŒĂŸt die RĂŒckfĂŒhrung des Energiekonzerns an das Land Baden-WĂŒrttemberg. Die Landesregierung sollte jetzt jedoch nicht den Verkauf der Aktien an der Börse vorbereiten, sondern zusammen mit den Gemeinden und Stadtwerken an einer ÜberfĂŒhrung von EnBW an die Kommunen arbeiten.

Nico Storz: „Der fesa e.V. setzt sich seit 18 Jahren fĂŒr eine dezentrale und bĂŒrgernahe Energieversorgung ein. Deshalb befĂŒrworten wir es grundsĂ€tzlich, wenn sich die Energieversorgung in öffentlicher Hand befindet. Allerdings muss mit dem gewonnenen Einfluss bei der EnBW eine deutliche Kehrtwende in Richtung Erneuerbare Energieerzeugung IN Baden-WĂŒrttemberg eingeleitet werden. Denn ein Energiekonzern, der bei der dezentralen Energiewende auf die Bremse drĂŒckt und der Gesellschaft somit schadet, gehört ins Museum und nicht in den Besitz der Bevölkerung.“

Der RĂŒckkauf von EnBW muss zum Startsignal fĂŒr eine dezentrale Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien werden. Fraglich ist jedoch, wie weit das bei der EnBW aufgrund ihres hohen Atomstromanteils möglich ist. Um eine Energiewende herbeizufĂŒhren, mĂŒssen die klimaschĂ€dlichen Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden. Nur so ist in den Netzen Platz fĂŒr Erneuerbare Energien.
FragwĂŒrdig ist ebenso das Vorgehen von MinisterprĂ€sident Mappus. Mit Parteifreunden aus der Wirtschaft hat er den Deal am Parlament vorbei eingefĂ€delt. Zwar ist der Kauf aufgrund seines Ablaufes zu kritisieren, doch herrscht die allgemeine EinschĂ€tzung vor, dass durch den Kauf Energiepolitik zum zentralen Thema der Landtagswahl im MĂ€rz 2011 werden kann.

Marcus Brian, Vorstandsmitglied des fesa e.V. meint: „Das Land Baden-WĂŒrttemberg als großer Anteilseigner der EnBW ist allemal besser als die EdF. Denn mit der nĂ€chsten Landtagswahl haben wir es selbst in der Hand zu entscheiden, welche Ausrichtung die EnBW in Zukunft haben wird. Mit einer verĂ€nderten Positionierung weg von der Atomenergie hin zu den Erneuerbaren Energien könnte die EnBW zukĂŒnftig ein attraktiverer Partner fĂŒr hiesige Stadtwerke, Energieversorger oder Kommunen werden.“
 
 



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