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Verschiedenes

Buchtipp: Katrin Eppler »Vegetarisch kochen – tĂŒrkisch«
 
Buchtipp: Katrin Eppler »Vegetarisch kochen – tĂŒrkisch«
Mediterrane und orientalische Köstlichkeiten: Wer bei tĂŒrkischem Essen nur an Döner denkt, hat in seinem kulinarischen Leben bisher viel verpasst. Katrin Eppler zeigt in ihrem Buch »Vegetarisch kochen – tĂŒrkisch«, erschienen im pala-verlag, mit ĂŒber 100 vegetarischen Rezepten, dass die tĂŒrkische KĂŒche zu Recht als eine der raffiniertesten KĂŒchen der Welt gilt.
Die geografische Lage zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer, die EinflĂŒsse vieler Kulturen und das reiche Angebot an Obst und GemĂŒse haben in der TĂŒrkei ĂŒber die Jahrhunderte vielfĂ€ltige Kochtraditionen entstehen lassen.

Die Autorin informiert ĂŒber Land und Leute und stellt in einer ausfĂŒhrlichen Warenkunde typische Zutaten vor. Frisches GemĂŒse, sonnengereifte FrĂŒchte, Getreide, Bohnen oder Linsen sind die Basis der ausgewĂ€hlten Gerichte. Wenige weitere Zutaten wie Joghurt, Olivenöl, Minze oder KreuzkĂŒmmel genĂŒgen, um daraus köstliche Salate, verfĂŒhrerische Vorspeisen, leichte Suppen oder raffiniert gefĂŒllte Pasteten zuzubereiten. Auch fruchtige Nachspeisen oder sĂŒĂŸes GebĂ€ck gelingen nach diesen Rezepten leicht und sorgen fĂŒr höchste Gaumenfreuden.

Das Buch zeigt: TĂŒrkische Gerichte schmecken mal mediterran, mal orientalisch, aber immer köstlich!

pala-verlag, Darmstadt 2010, 180 Seiten, EUR 14,00
ISBN: 978-3-89566-271-3
 
 

Windstrom fĂŒr jedermann
GĂŒnther Hacker mit Prototyp
 
Windstrom fĂŒr jedermann
Der fesa e.V. lÀdt ein zur Exkursion nach St. Georgen

Freiburg, 15.09.2010: Bei Windkraftanlagen denken viele zunĂ€chst an gewaltige Rotoren, die sich auf Berggipfeln oder auf hoher Seedrehen. Doch der Markt fĂŒr Kleinwindanlagen auf dem eigenen Dach wĂ€chst. Passend zur windigen Jahreszeit organisiert der fesa e.V. daher am 24.09.2010 eine Exkursion nach St. Georgen im Schwarzwald zum Kleinwindkraftexperten GĂŒnther Hacker.

Die Idee des St. Georgener Lehrers GĂŒnther Hacker war schlĂŒssig: WĂ€hrend die Familie im Sommer auf eine Photovoltaikanlage setzte, sollte im Winter ein Kleinwindrad Strom erzeugen. Das einzige Problem: Es gab bislang kein technisch ausgereiftes Windrad. Drei Jahre, einige FehlschlĂ€ge und zahlreiche Windkanal- und Freilandtests spĂ€ter war es dann so weit: 2003 brachten GĂŒnther Hacker und seine Firma Solar-Wind-Team GmbH ein Kleinwindrad auf den Markt, das speziell auf Schwachwindgebiete und Wohngegenden abgestimmt ist. Denn das Miniwindrad bewegt sich bereits bei einer leichten Brise und ist dabei extrem leise. Der Windrad-Entwickler war von seinem Produkt so ĂŒberzeugt, dass er den Lehrerberuf aufgab, um sich ausschließlich der Wind- und Solarenergietechnik zu widmen. Das Flip 150, sein Nachfolger Flip 500 und die 1-kW-LAKOTA sind mittlerweile international im Einsatz.

Beim fesa-Event am 24. September wird GĂŒnther Hacker seine Anlagen Windkraftinteressierten und Energiesparern prĂ€sentieren. Das Solar-Wind-Team wurde bereits mit vier Umweltpreisen ausgezeichnet. Hackers WindrĂ€der sind robust und unkompliziert – keine SelbstverstĂ€ndlichkeit auf einem Markt, der mit Produkten ĂŒberschwemmt wird, die leider nicht alle halten, was die Hersteller versprechen.

FĂŒr das fesa-Event stehen 25 TeilnehmerplĂ€tze zur VerfĂŒgung. Anmeldungen sind bis zum 22. September möglich.

FĂŒr weitere Informationen
Karin Jehle, Chefredakteurin fesa e.V. Telefon 07 61 – 40 73 61 jehle@fesa.de

Der fesa e.V. ist ein gemeinnĂŒtziger Verein, der sich seit 1993 erfolgreich fĂŒr den Ausbau der Erneuerbaren Energien und fĂŒr die Energiewende in der Region Freiburg engagiert. Mit unserer Arbeit sensibilisieren wir die Menschen fĂŒr Erneuerbare Energien und Ener-gieeffizienz, schlagen mit innovativen Projekten neue Wege ein und schaffen ĂŒber unser Netzwerk wichtige Kontakte zu Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und VerbĂ€nden.

Über unsere Zeitschrift "SolarRegion", Veranstaltungen und Newsletter informieren wir aktuell ĂŒber Themen aus den Bereichen Wind-, Solar- und Bioenergie, Geothermie sowie Energieeffizienz.
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Skandalöse Vorentscheidung
AKW LaufzeitverlÀngerung
 
Skandalöse Vorentscheidung
Die schwarz-gelbe Atomkoalition hat am 5.9.2010 die WĂŒnsche der Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON erfĂŒllt und sich auf eine VerlĂ€ngerung der Gefahrzeiten fĂŒr die deutschen Atomkraftwerke verstĂ€ndigt.

Die Bundesregierung verlĂ€ngert die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre. Bleibt es bei dieser skandalösen Entscheidung, dann geht das letzte deutsche AKW frĂŒhestens 2040 vom Netz. Es ist zu erwarten, dass die AKW noch lĂ€nger betrieben und dies nach dem Prinzip der Salamitaktik durchgesetzt werden soll.

Die Entscheidung bedeutet mehr AtommĂŒllproduktion, mehr Kinderkrebs in der Umgebung von Atomkraftwerken und insbesondere mehr atomares Risiko durch ĂŒberalterte Atomanlagen. Es bedeutet aber auch satte Profite fĂŒr die Atomkonzerne auf Kosten der Allgemeinheit.

Alternde, laufzeitverlĂ€ngerte AKW vergrĂ¶ĂŸern die Unfallgefahr.
Durch den Dauerbeschuss mit Neutronen aus der Kernspaltung, extrem hohe Temperaturen und Temperaturunterschiede, mechanische Belastung und Korrosion altern die einzelnen Bauteile der Atomkraftwerke, das Risiko eines Unfalls durch MaterialermĂŒdung steigt. Zwar werden immer wieder alte Reaktoren mit neuer Technologie nachgerĂŒstet, doch die Kombination aus alter Technik des letzten Jahrhunderts und neuer Technik birgt bisher unbekannte Probleme und Risiken. WĂ€hrend WĂ€rmetauscher, Reaktordeckel, RohrstĂŒcke und andere Teile unter teilweise immensen Kosten und Risiken fĂŒr die AKW-Arbeitnehmer (und insbesondere fĂŒr die Leiharbeiter) ausgetauscht werden können, kann das am stĂ€rksten von der Neutronenstrahlung belastete ReaktordruckgefĂ€ĂŸ nicht ausgetauscht werden. Haarrisse wachsen und der Stahl wird spröde und korridiert. Grosse Risse im ReaktordruckgefĂ€ĂŸ oder ein Abriss der HauptkĂŒhlmittelleitung fĂŒhren zwangslĂ€ufig zum GAU, zum grĂ¶ĂŸten anzunehmenden Unfall mit verheerenden Folgen.

Der riskante Betrieb von Atomkraftwerken funktioniert nur in LĂ€ndern, in denen die politisch Verantwortlichen nicht damit rechnen mĂŒssen, im Falle eines schweren Unfalls zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Axel Mayer / BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
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Museumstipp:
Foto: Barbara Jung / Ausstellung «2 Grad».
 
Museumstipp: "2 Grad. Das Wetter, der Mensch und sein Klima"
seit 21. August 2010
im Kunstfreilager Dreispitz, Florenzstrasse 1. Tor 13 , CH-4023 Basel

Eine einzigartige Ausstellung zu Wetter und Klima

Sonnenschein wĂ€rmt unser Herz, Föhn verursacht Kopfschmerzen. Das Wetter beschĂ€ftigt uns alle. Wir reden darĂŒber und passen unsere Kleidung den Wetterprognosen an: Schirm, Schal oder Shorts? Doch die harmlose Frage nach dem Wetter hat ihre Unschuld verloren. Rund um die Diskussionen zum Klimawandel verunsichern Wetterkapriolen die Menschen: Ist der fĂŒr morgen angekĂŒndigte Sturm bereits ein Zeichen fĂŒr den fortschreitenden Klimawandel?

Fundiert mitreden

Die Ausstellung «2 Grad» zeigt, wie eng wir mit Wetter und Klima verbunden sind und wirft einen vielschichtigen Blick auf diese zwei faszinierenden Themen. Die Besucherinnen und Besucher gewinnen Einblicke in die Fragestellungen der historischen und aktuellen Klimaforschung und erfahren, wie der Mensch rund um die Welt versucht, das Wetter zu beeinflussen. Wer die Ausstellung gesehen hat, kann bei Wetter, Klima und Klimawandel fundiert mitreden und aktuelle Informationen zu diesen Themen besser einordnen.

Vier Bereiche – 250 Exponate

Die Ausstellung «2 Grad» wurde vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden konzipiert und inhaltlich an die Schweiz angepasst. In der Ausstellung sind auf insgesamt 1500 Quadratmetern ĂŒber 250 Exponate aus aller Welt zu sehen, darunter Filme und interaktive Elemente wie eine Laserprojektion, mit der die Besucher zu «Wettermachern» werden. Die Ausstellung zeigt in verschiedenen Videoaufnahmen sturmgebeutelte Wetterreporter und so genannte «SturmjĂ€ger», die Gewittern und Tornados folgen und diese filmen. Auch ein Film ĂŒber Menschen, die einen Blitzschlag ĂŒberlebt haben, wird gezeigt. Verschiedene Exponate aus der Schweiz ergĂ€nzen die Ausstellung, etwa die bekannte Basler Klimareihe, eine der Ă€ltesten ununterbrochenen Wetter-Aufzeichnungen Europas.

Heute stellt sich die Frage: MĂŒssen wir Wetter und Klima beeinflussen, um mit dem Klimawandel zurechtzukommen? Auch dieser Frage geht die Ausstellung nach.

Eintritt frei mit dem Oberrheinischen Museums-Pass
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Gewerbegebiet Ostsee?
© WWF
 
Gewerbegebiet Ostsee?
WWF-Studie „Zukunftstrends Ostsee“: Übernutzung und PlanungsmĂ€ngel bedrohen Meeresumwelt

Hamburg - Es wird eng auf der Ostsee: Mit dem Wachstum verschiedener Wirtschaftszweige wie Schifffahrt, Windenergie, Fischerei und Tourismus in allen Anrainerstaaten wĂ€chst auch die Konkurrenz um MeeresflĂ€chen und Ressourcen. Der Druck auf das Ökosystem der Ostsee erhöht sich durch mangelhafte Planung der Meeresnutzung. Es droht eine hoffungslose Übernutzung. In einem heute veröffentlichen Report „Zukunftstrends in der Ostsee“ beleuchtet der WWF fĂŒnfzehn Wirtschaftbereiche und NutzungsansprĂŒche an den Ostseemeeresraum fĂŒr die nĂ€chsten zwanzig Jahre. Der WWF warnt vor kollidierenden AnsprĂŒchen einzelner Wirtschaftssektoren auch untereinander und fordert daher eine integrierte und umweltschonende Raumplanung fĂŒr die Ostsee.

Zu den untersuchten Wachstumsbranchen zĂ€hlen Schifffahrt und Hafenausbau. Die Anzahl der Schiffe auf der Ostsee wird sich laut WWF bis 2030 voraussichtlich verdoppeln. Dabei zĂ€hlt die Ostsee zĂ€hlt bereits jetzt zu den weltweit am stĂ€rksten befahrenen Meeresregionen und verkraftet bis zu 15 Prozent der Weltschifffahrt. Der Transport von Öl in Tankern hat sich allein in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Ein weiterer Anstieg bis auf 400 Millionen Tonnen Öl im Jahr 2030 wird prognostiziert. Mit dem zunehmenden Schiffsverkehr steigt auch das Unfallrisiko. Der Sektor Offshore-Windenergie könnte seine KapazitĂ€ten nach WWF-Angaben bis 2030 um 6000 Prozent erhöhen, wenn alle bestehenden PlĂ€ne fĂŒr Windfarmen umgesetzt wĂŒrden. Ostseeweit wĂŒrden dann 67 Windparks insgesamt ca. 25.000 Megawatt Strom erzeugen. Die ca. 150 Meter hohen Turbinen wĂŒrden eine FlĂ€che von 2.500 Quadratkilometern einnehmen. Der wachsende Platzbedarf der Windparks wird zunehmend in Konkurrenz zu AnsprĂŒchen anderer Sektoren wie Fischerei, Schifffahrt, Tourismus, Kabeltrassen oder Pipelinebau stehen. Alle AktivitĂ€ten haben Auswirkungen auf die Meeresumwelt.

„In diesem Dickicht aus konkurrierenden Nutzungsinteressen droht die Ostsee zu ersticken, es bleibt kein Raum fĂŒr die Gesundung des Meeres“ warnt Jochen Lamp, Leiter des WWF OstseebĂŒros. „Die Politik muss sich vom Planungsprinzip Flickenteppich verabschieden und Meeresraumplanung zur Chefsache machen.“ Die Regierungen der Ostseestaaten mĂŒssten ein vertrĂ€gliches Meeresmanagement einfĂŒhren und gegenĂŒber ihren Sektorinteressen durchsetzen. Der WWF fordert die Regierungen zudem auf, realistische KapazitĂ€tsgrenzen fĂŒr die Ostsee zu setzen. Grundlage hierfĂŒr böte der HELCOM Aktionsplan und die Definition der EU fĂŒr einen guten Umweltzustand der Ostsee.

Nicht nur die Umwelt wĂŒrde von besserer Planung profitieren. Die EU Kommission hat in einem Report 2009 festgestellt, dass Meeresraumplanung im EU-Raum zwischen 170 Millionen und 1,3 Milliarden Euro bis 2020 einsparen könnte, bis 2030 zwischen 418 Millionen und 1,8 Milliarden Euro.
 
 

Buchtipp: „Einfach die Welt verĂ€ndern. 50 kleine Ideen mit großer Wirkung
 
Buchtipp: „Einfach die Welt verĂ€ndern. 50 kleine Ideen mit großer Wirkung
von Eugénie Harvey und David Robinson

Der Bestseller, der eine Nation inspirierte. Ein Buch fĂŒr alle, die etwas tun wollen, um die Welt humaner und schöner zu machen, aber bisher nicht wussten, wo anfangen. Es ist ganz einfach! Und kostet fast nichts.

Viele Menschen stellen sich irgendwann im Leben die Frage: Soll das alles sein? Sie wollen nicht nur Geld verdienen, sondern etwas bewirken in der Welt. So ging es auch Eugenie Harvey. 2002 gab sie ihren gut bezahlten Job in der PR-Branche auf und entwickelte in den folgenden Monaten gemeinsam mit einigen anderen das Buch Einfach die Welt verĂ€ndern - sie traf damit Hunderttausende ins Herz, die Ă€hnlich fĂŒhlen. Das Buch vermittelt fĂŒnfzig einfache Ideen, die einen positiven Effekt auf unsere Umwelt, unsere Mitmenschen, unsere Nachbarschaft sowie auf unsere Gesundheit und Zufriedenheit haben. Witzig und unideologisch werden sie prĂ€sentiert. Jede Aktion wird auf einer individuell gestalteten Doppelseite vorgestellt. Alle, die an der Gestaltung dieses Buches mitgewirkt haben, vom Cartoonisten bis zur Texterin, haben dies unentgeltlich getan und ihre KreativitĂ€t in den Dienst der Idee gestellt: Wir sind, was wir tun.

Pendo Verlag 2006, 112 Seiten, EUR 12,90 / sFr 22,90
ISBN: 9783866120754
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Leben auf Umweltkredit
© Michael Poliza / WWF
 
Leben auf Umweltkredit
Welterschöpfungstag am 21. August

Ressourcen der Erde verbraucht

Ab Samstag leben wir auf Pump. In weniger als neun Monaten, am 21. August 2010, hat die Menschheit die ökologischen Ressourcen des gesamten Jahres bereits verbraucht, das ergeben Berechnungen des Ökologischen Fußabdrucks vom Global Footprint Networks an dem auch der WWF beteiligt ist.

„Den Rest des Jahres leben wir auf Kredit und verbrauchen die Reserven der Erde“, so Christoph Heinrich, GeschĂ€ftsleiter Naturschutz des WWF Deutschland. Die vorhandenen Ressourcen der Erde verbrauche die wachsende Weltbevölkerung immer schneller. Der „Welterschöpfungstag“ rĂŒcke im Kalender kontinuierlich weiter nach vorne. Im letzten Jahr fiel er noch auf den 25. September, fast einen ganzen Monat spĂ€ter. „Bis Ende 2010 werden wir voraussichtlich 150 Prozent unserer Ressourcen aufgebraucht haben“, so Heinrich weiter. „Die Erde wĂŒrde eineinhalb Jahre brauchen, um sich von diesem Raubbau zu erholen.“

Der Ökologische Fußabdruck berechnet, wie viel produktive FlĂ€che benötigt wird, um alle RessourcenbedĂŒrfnisse inklusive der Energieversorgung und MĂŒllentsorgung der Menschheit zu gewĂ€hrleisten. Auch die CO2-Emissionen werden dabei einbezogen. Sie machen den grĂ¶ĂŸten und am schnellsten wachsenden Teil des ökologischen Fußabdrucks aus. Allein der CO2-Fußabdruck der Menschheit habe sich seit 1970 mehr als verdoppelt. Bereits seit 30 Jahren können sich die natĂŒrlichen Ressourcen der Erde nicht mehr so schnell erneuern, wie die Menschheit sie verbraucht.

„Klimawandel, Artensterben, Wassermangel sowie der Kollaps der FischbestĂ€nde sind klare Anzeichen dafĂŒr, dass der Planet unter der menschlichen Übernutzung leidet. Die Folgen sind heute schon sichtbar. Wir können nicht nur auf Kredit konsumieren, irgendwann mĂŒssen wir auch unsere Schulden bei der Natur zurĂŒck zahlen“, so Christoph Heinrich. Regierungen, Unternehmen und Konsumenten hĂ€tten bereits heute Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben, sei es durch Energieeffizienz, den Einsatz Erneuerbarer Energien, bewussteren Fleischkonsum oder umweltfreundliche MobilitĂ€t.
 
 

Der Ameisenlöwe – Insekt des Jahres 2010
Ameisenjungfer (© Johannes Gepp)
 
Der Ameisenlöwe – Insekt des Jahres 2010
„Löwengruben“ auch am Tuniberg

Die bewohnten „Löwengruben“ sind kaum wahrnehmbar.
Menschen sind durch sie nicht gefÀhrdet, wohl aber Ameisen.
Die Rede ist vom Insekt des Jahres 2010, dem Ameisenlöwen
(Myrmeleon formicarius). Er ist die Larve der Ameisenjungfer,
eines sogenannten NetzflĂŒglers, der mit der weitaus hĂ€ufiger
vorkommenden Florfliege verwandt ist.

Der Ameisenlöwe mit einer KörpergrĂ¶ĂŸe von bis zu 17
Millimetern verfĂŒgt ĂŒber mĂ€chtige Mundwerkzeuge. Sein
Chitinpanzer, der auch den rundlich verdickten Hinterleib
umschließt, ist mit starren Borsten besetzt. Die brĂ€unliche
FĂ€rbung bietet eine gute Tarnung fĂŒr ein Leben im sandigen
Boden. In weniger als 30 Minuten legt er hier bis zu drei
Zentimeter tiefe Fangtrichter mit einem Durchmesser bis zu
acht Zentimetern an. Dazu grĂ€bt er sich rĂŒckwĂ€rts
spiralförmig in den Sand ein. Sein borstenbesetztes Hinterteil
funktioniert dabei fast wie ein Bohrkopf. Mit seinen starken
Mundwerkzeugen schleudert der Ameisenlöwe hinderlichen
Sand bis zu 30 Zentimeter weit weg. Im fertiggestellten
Fangtrichter sind schließlich am Boden allenfalls seine großen
Kieferzangen zu sehen.

Sobald Ameisen und andere Kleinsttiere ĂŒber die
„Sandrutsche“ in die TrichtermĂŒndung fallen, schnappt der
Ameisenlöwe sie mit seinen Mundwerkzeugen und spritzt
ihnen eine lÀhmende, mit Verdauungsenzymen angereicherte
FlĂŒssigkeit ein, die es ihm ermöglicht, seine Beute
auszusaugen. Ihre Überreste schleudert er mit Hilfe der
Mundwerkzeuge aus dem Trichter, damit sie nicht den
nÀchsten Beutefang behindern.

Der Ameisenlöwe hÀutet sich vier- bis sechsmal und beendet
das Larvenstadium mit dem Bau eines kugelrunden
Sandkokons und der Entwicklung zur Puppe. Aus dem Kokon
schlĂŒpft schließlich die libellenartige, grazile Ameisenjungfer
mit vier durchsichtigen, 35 Millimeter langen FlĂŒgeln und
deutlich sichtbaren FĂŒhlern. Jetzt wird offensichtlich, dass es
sich um ein Insekt handelt. Die erwachsenen,
geschlechtsreifen Tiere fliegen von Mai bis August meist ab
der DĂ€mmerung und nachts und haben ausschließlich die
Funktion, sich fortzupflanzen. Sie leben nur zwei bis vier
Wochen.

FĂŒr den Bau seiner Fallen ist der Ameisenlöwe auf trockene,
sandige Böden angewiesen. Diese findet er zum Beispiel am
Kaiserstuhl und am Tuniberg vor allem an nach Osten und
SĂŒdosten gerichteten, regengeschĂŒtzten GelĂ€ndeabbrĂŒchen.

Ameisenlöwen haben eine bedeutende Funktion bei der
Biotopbewertung. So ist die Gemeine Ameisenjungfer eine
Indikatorart fĂŒr trockenheiße NadelwĂ€lder, Felsen- und
Steppenheiden und Trockenrasen. Daneben kommt in
Deutschland als weitere Art die GeflecktflĂŒglige
Ameisenjungfer (Euroleon nostra) vor.

Die Fachleute des Umweltschutzamts weisen darauf hin, dass
nach Bundesartenschutzverordnung alle heimischen Arten
der Ameisenjungfern einschließlich ihrer Larvalstadien, den
Ameisenlöwen, besonders geschĂŒtzt sind. Nicht nur wegen
seiner zurĂŒckgezogenen Lebensweise ist der Ameisenlöwe
selten zu sehen. Aufforstung, Bepflanzen von Trockenrasen
oder Zertreten seiner Fallen gefÀhrden seinen Lebensraum
und damit seinen Bestand. Deshalb sollte man alles
unterlassen, was zu einer BeeintrÀchtigung des
Entwicklungszyklus der Ameisenjungfer fĂŒhren könnte.
 
 



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