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Montag, 23. Mai 2022
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Verschiedenes

 
Weltverbrauchertag: Mehr Klarheit und Transparenz beim Lebensmitteleinkauf
Zum Weltverbrauchertag 2019 am 15. MĂ€rz fordert Slow Food Deutschland von der Politik, Rahmenbedingungen dafĂŒr zu schaffen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher zwischen nĂ€hrstoffreichen Lebensmitteln auswĂ€hlen können, die auf ethisch sowie ökologisch vertrĂ€gliche Weise hergestellt und gehandelt werden. „Die Politik sollte Vorbild sein und unseren Lebensmitteln ihren Stellenwert als Mittel zum Leben zurĂŒckgeben, sie in in ihrer wahren QualitĂ€t und ihrem Preis aufwerten und Transparenz sicherstellen,“ so Ursula Hudson, die Vorsitzende von Slow Food Deutschland.
Der Weltverbrauchertag ist ein internationaler Aktionstag, der auf die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher aufmerksam macht. Dazu gehört fĂŒr Slow Food das Recht eines jeden Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel. Doch ist es um unseren Lebensmitteleinkauf inzwischen sehr komplex bestellt. Unser industrielles Lebensmittelsystem hat zur Überproduktion und zum Überangebot von zumeist nĂ€hrstoffarmen und hochverarbeiteten Nahrungsmitteln gefĂŒhrt. Das wirkt sich negativ auf die QualitĂ€t und den wahren Preis von Nahrungsmitteln, auf die Gesundheit aller Lebewesen sowie den Schutz von Umwelt und Klima aus. Auf der Suche nach dem ‚guten Lebensmittel‘ bewegen sich Verbraucherinnen und Verbraucher in einem Dschungel aus GĂŒtesiegeln, denen verschiedene Kriterien und Anforderungen zugrunde liegen. Über die wahre QualitĂ€t eines Lebensmittels im umfassenden Sinne informiert aus Slow-Food-Sicht keines davon. Auch eine NĂ€hrwertkennzeichnung nach dem Raster Fett, Kohlehydrate, Salz und Zucker greift zu kurz. Wichtige Erkennungsmerkmale fĂŒr QualitĂ€t wie Angaben zu Lieferketten, Verarbeitungsprozessen und Herkunft der Inhaltsstoffe lassen sich fĂŒr die meisten industriellen Lebensmittel jedoch kaum abbilden.

„Es fehlt an einer einheitlichen und glaubwĂŒrdigen Grundlage, auf der Verbraucherinnen und Verbraucher sozial- und umweltvertrĂ€gliche und damit auch genussvolle Kaufentscheidungen treffen können. DafĂŒr mĂŒssen sie selber unendlich gut Bescheid wissen. Und, dass inzwischen wie bei der Tierhaltung Kennzeichnungen von Staat und Handel miteinander konkurrieren, ist völlig kontraproduktiv. Eine sinnvolle, belastbare, verstĂ€ndliche und rechtlich verbindliche Lebensmittelkennzeichnung ist ein lĂ€ngst ĂŒberfĂ€lliger Schritt im aktuellen System und muss beim Staat anstatt bei einzelnen Handelsketten liegen“, kritisiert Ursula Hudson. Sie wĂŒnscht sich von der Politik auch, den Verbraucherinnen und Verbrauchern Hilfestellung dabei zu geben, ihre Lippenbekenntnisse in verlĂ€ssliches Handeln zu transformieren. „Die vermeintliche Bereitschaft, fĂŒr ökologisch und regional hergestellte Lebensmittel und tierische Produkte mehr zu bezahlen, spiegelt sich nicht ausreichend in den Verkaufszahlen wieder“, erklĂ€rt Hudson. Langfristig helfe nur eine ganzheitliche Verbraucherbildung sowie die Umstellung unseres Lebensmittelsystems hin zu einer ökologischen Landwirtschaft und Fischerei, mit der wir im Rahmen der Grenzen unseres Planeten wirtschaften und ethisch korrekt handeln. Damit stĂŒnden etwa Billigfleisch aus Massentierhaltung sowie Fisch aus ĂŒberfischten BestĂ€nden und illegalen Fangnetzen erst gar nicht mehr zur Wahl.
 
 

 
Kinderzahncremes
Gute Vorsorge von Anfang an

Die ÖKO-TEST-Redaktion fĂŒhlt 66 Produkten wortwörtlich auf den Zahn: 47 Kinder- und 19 Juniorzahncremes stehen auf dem PrĂŒfstand. Bewertungskriterien sind hierbei die Dosierungs- und Anwendungsvorgaben, der Fluoridgehalt und natĂŒrlich Schadstoffe. Mehr als die HĂ€lfte der getesteten Produkte erhalten dabei die Noten „sehr gut“ oder „gut“. Kritikpunkte sind bei den schlechter abschneidenden Produkten oftmals nicht problematische Inhaltsstoffe, sondern vielmehr die fehlende Information fĂŒr Eltern zu Dosierung und AnwendungshĂ€ufigkeit auf den Zahnpastatuben.
 
 

 
Internationaler Tag des Artenschutzes
Zukunft unserer ErnÀhrung mit der Gabel sichern

AnlĂ€sslich des internationalen Tags des Artenschutzes am 3. MĂ€rz fordert Slow Food Deutschland die Politik auf nationaler, EU- sowie internationaler Ebene auf, die Weichen fĂŒr den Erhalt des Artenschutzes endlich richtig zu stellen. Laut eines neuen FAO-Berichts ist die biologische Vielfalt Voraussetzung, um uns auch kĂŒnftig mit Lebensmitteln versorgen zu können. Deshalb möchte Slow Food auch Verbraucherinnen und Verbraucher anregen, mit Freude und Genuss zur ErnĂ€hrungssicherung beizutragen, indem sie die Vielfalt sowie alte Sorten ihrer Regionen auf den Teller bringen.

Die biokulturelle Vielfalt zu erhalten ist von zentraler Bedeutung, wenn wir auch in Zukunft noch Lebensmittel produzieren und dadurch die ErnĂ€hrung sichern wollen: Das ist die Schlussfolgerung des letzte Woche von der ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) veröffentlichten Berichts „Zustand der weltweiten BiodiversitĂ€t und dessen Auswirkungen auf ErnĂ€hrung und Landwirtschaft“. Ein weiter so wie bisher, ist keine Option, wenn wir kĂŒnftigen Generationen noch ein Leben auf diesem Planeten ermöglichen wollen. „Doch“, so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, „fĂŒr alle Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Gastronominnen und Gastronomen, die nicht allein auf eine etwaige Umsetzung durch die Politik warten möchten, gibt es eine gute Nachricht: Jeder kann zum Artenschutz beitragen und dieser lĂ€sst sich einfach in den Alltag und in der KĂŒche integrieren. Ob ich im eigenen Garten Saatgut alter Sorten nutzte, zum Beispiel von Bingenheimer Saatgut, oder mir lokale Bezugsquellen fĂŒr traditionelle Obst- und GemĂŒsesorten oder tierische Produkte von alten Tierrassen suche: Unsere Alltagsentscheidungen tragen aktiv dazu bei, dass alte Sorten wieder nachgefragt werden, es weiterhin einen Markt fĂŒr sie gibt. Nur so können sie und damit die Vielfalt erhalten werden. Die Passagiere unserer Arche des Geschmacks mit Angabe der Erzeugerinnen und Erzeuger sowie weitere Listen alter Sorten weisen den Weg zu den Produkten, die vom Aussterben bedroht sind. Mit ihnen zu experimentieren und alte GeschmĂ€cker wiederzuentdecken macht Spaß und bringt Vielfalt auf den Teller“, so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

Zum Tag des Artenschutzes möchte Slow Food Deutschland Mut machen, im Bioladen oder beim Erzeuger nebenan nach alten Sorten zu fragen und sich ĂŒber die Herkunft und Beschaffenheit eines Produktes zu informieren. Viele BiolĂ€den sowie Höfe der solidarischen Landwirtschaft sind mit Traditionssorten vertraut. Selbst bei verarbeiteten Produkten wie Brot gibt es Hersteller, die auf alte Getreidesorten nutzen. Informieren Sie sich auf unserer Webseite ĂŒber Gasthausempfehlungen. Unsere lokalen Gruppen vor Ort können bei der Empfehlung von MĂ€rkten und Produzenten behilflich sein. Nachhaltige ErnĂ€hrung gelingt also auf vielfĂ€ltige Weise, mit kleinen und großen Schritten, mit Zeit, Verantwortung, Freude, Bewusstsein und WertschĂ€tzung.

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Der Tag des Artenschutzes der Vereinten Nationen ist im Jahr 1973 im Rahmen des Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) eingefĂŒhrt worden und findet jĂ€hrlich am 3. MĂ€rz statt.
 
 

 
Kuhmilchalternativen im Test
Hafermilch erzielt beste Ergebnisse

ÖKO-TEST nimmt 18 Pflanzendrinks aus Hafer, Soja und Mandeln unter die Lupe. Dabei liegt das Augenmerk zum einen auf dem Nachweis von unerwĂŒnschten Inhaltsstoffen wie Glyphosat, Resten von Reinigungsmitteln und giftigen Schwermetallen. Zum anderen fließt auch das Testergebnis Sensorik, die Bewertung von Optik, Geruch und natĂŒrlichem Geschmack der Kuhmilchalternativen, in das Ergebnis ein. Besonders Haferdrinks fallen ĂŒberwiegend „sehr gut“ aus. Soja-Drink-Sorten hingegen schneiden in der Gesamtschau oftmals wegen Spuren genetisch verĂ€nderter Organismen und zu hoher Nickelgehalte schlechter ab – ein Produkt der Marke Alpro sogar mit „ungenĂŒgend“.
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oekom verlag feiert 30. Geburtstag
Noch mehr Nachhaltigkeit im JubilÀumsjahr

Seit nunmehr drei Jahrzehnten liefert der oekom verlag nachhaltige DenkanstĂ¶ĂŸe und ermutigt mit seinem Buch- und Zeitschriftenprogramm zu nachhaltigem und umweltbewusstem Handeln. 2019 begeht der Verlag seinen 30. Geburtstag – und beweist einmal mehr seine Vorreiterrolle im Nachhaltigkeitsengagement.
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Campact-Kommentar zum Attac-Urteil
"Demokratie braucht mehr Menschen, die sich auch abseits von Parteien politisch engagieren"

226.2.2019. Das heutige Urteil des Bundesfinanzhofs zur GemeinnĂŒtzigkeit von Attac kommentiert Dr. Felix Kolb, Mitglied des geschĂ€ftsfĂŒhrenden Vorstands von Campact e.V.:

"Das heutige Urteil des Bundesfinanzhofes atmet den obrigkeitsstaatlichen Geist der 60er Jahre. Demokratie braucht mehr Menschen, die sich auch abseits von Parteien politisch engagieren. Wenn jetzt gemeinnĂŒtzige Organisationen aus dem politischen Diskurs ausgeschlossen werden, leistet dies der grassierenden Politikverdrossenheit weiteren Vorschub.

Außerdem steigert das Urteil den Einfluss von Unternehmen auf die Politik. Denn UnternehmensverbĂ€nde und Konzerne können ihre Lobby-Ausgaben unbegrenzt steuermindernd absetzen, um ihre Interesse durchzusetzen. Einfachen BĂŒrger/innen dagegen wird die Möglichkeit verwehrt, wenn sie fĂŒr Frieden, soziale Gerechtigkeit oder Umweltschutz spenden wollen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz muss jetzt durch eine unverzĂŒgliche Änderung der Abgabenordnung dafĂŒr sorgen, dass gemeinnĂŒtzige Organisationen vollumfĂ€nglich an der politischen Meinungsbildung zu tagesaktuellen Themen teilnehmen dĂŒrfen."
 
 

 
1. Stellungnahme zum BĂŒrgerentscheid Neubaustadtteil Dietenbach
Erste Stellungnahme des RegioBĂŒndnis zum BĂŒrgerentscheid ĂŒber den Freiburger Riesen-Neubaustadtteil Dietenbach:
Guter Achtungserfolg – nur noch 2:3! Weiterhin ungelöste große Probleme

„Das Ergebnis von 40 Prozent der Stimmen gegen den Riesen-Neubaustadtteil Dietenbach ist ein kaum erwarteter Achtungserfolg der von uns unterstĂŒtzten BĂŒrgerAktion Rettet Dietenbach in einer David-gegen-Goliath-Situation!“, erklĂ€rten die vier gewĂ€hlten Sprecher des RegioBĂŒndnis pro Landwirtschaft, Natur und ökosoziales Wohnen aus 16 Vereinigungen.

Die Sprecher bedauern, dass es nicht wie in Erlangen und Emmendingen zur Mehrheit gegen die Planungen kam. Das Ergebnis 60:40 pro Bau des Neubaustadtteils ist zwar deutlich: Mit Blick auf die MehrheitsverhĂ€ltnisse von 39:4 pro Bau am 24.7.2018 im Gemeinderat ist das 3:2 beim BĂŒrgerentscheid sehr viel knapper.

Sie danken der BĂŒrgerschaft fĂŒr ihr stark gewachsenes Interesse an der Baupolitik in Freiburg und an der direkten Demokratie. Sie danken besonders auch den vielen Aktiven beim BĂŒrgerbegehren und BĂŒrgerentscheid gegen den Neubaustadtteil in der Dietenbach-Niederung und hoffen auf deren weiteres Engagement fĂŒr das Gemeinwesen.

Das BĂŒndnis erwartet in KĂŒrze wegweisende Ergebnisse der Technischen UniversitĂ€t Darmstadt und des Pestel-Instituts, Hannover, zu den Freiburger Wohnbaumöglichkeiten beim Aufstocken und auf ParkplĂ€tzen. Das BĂŒndnis schlĂ€gt vor, gute Alternativen zu realisieren, um auf das Bauen auf der „grĂŒnen Wiese“ und auf Äckern in Freiburg und Region ganz zu verzichten. So haben es 18 OBs großer StĂ€dte wie Karlsruhe, Heidelberg und Leipzig gemeinsam erklĂ€rt. Dann wĂŒrden wie grundgesetzlich geboten, mit dem Erhalt landwirtschaftlichen Bodens Lebensgrundlagen fĂŒr kĂŒnftige Generationen bewahrt.

Es bestehen weiterhin ungelöste große Probleme beim Neubaustadtteil, die ihn scheitern lassen können, u.a. die ungeklĂ€rte Finanzierung und hohe HĂŒrden beim Genehmigungsverlauf der kommenden Jahre. Auch nehmen nach stadteigener Vorschau vom Nov. 2018 der GeburtenĂŒberschuss und der Wanderungsgewinn an Bevölkerung in der Summe nach 2022 stark ab, bevor frĂŒhestens in 2026 erste Wohnungen in Dietenbach beziehbar wĂ€ren. Der Bedarf fĂŒr einen großen Neubaustadtteil entfiele dann unter diesem Gesichtspunkt.

Das RegioBĂŒndnis umfasst 16 große und kleine Landwirte-, Natur-, Umweltschutz-, Kleingarten- und Nachhaltigkeits-Vereinigungen mit ĂŒber 7000 Mitgliedern
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NABU: EU-Umweltausschuss gibt Anstoß fĂŒr nachhaltigere Landwirtschaftspolitik
Miller: Mehr Geld fĂŒr Naturschutz gefordert - EU-Parlament muss Agrarreform weiter vorantreiben

Straßburg, 14.2.19 – Erstmals in der Geschichte der EuropĂ€ischen Union hat am heutigen Donnerstag der Umweltausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments ĂŒber die kĂŒnftige Ausrichtung der Agrarpolitik mitbestimmt. Die Ausschussmitglieder forderten parteiĂŒbergreifend, ab 2021 deutlich stĂ€rker in den Schutz von Arten und LebensrĂ€umen zu investieren. Sie empfehlen kĂŒnftig 15 Milliarden Euro des EU-Agrarbudgets in den konkreten Schutz der Natur fließen zu lassen. Diese Summe ist pro Jahr mindestens erforderlich, um das rasante Artensterben in Europa zu stoppen. Derzeit fließen SchĂ€tzungen zufolge lediglich zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr in den konkreten Naturschutz.

Gleichzeitig verpassten die Abgeordneten heute aber die Gelegenheit, eine komplette Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik zu fordern und damit das Ende der ineffizienten Direktzahlungen. Das Agrarbudget ist der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Posten des EU-Haushalts. Mit 58 Milliarden Euro jĂ€hrlich macht er rund 40 Prozent des EU-Haushalts aus.

„Die Umweltpolitiker haben heute ein starkes Signal gesendet und die Agrarpolitiker herausgefordert: Europas Agrarpolitik muss naturvertrĂ€glicher werden. Es liegt nun am Agrarausschuss und dem Plenum des EU-Parlaments, diesen Kurs weiter zu stĂ€rken. Sie mĂŒssen sicherstellen, dass kĂŒnftig genĂŒgend Geld fĂŒr Landwirte zur VerfĂŒgung steht, um naturvertrĂ€glich zu arbeiten. Denn ob Bienen und Vögel ĂŒberhaupt noch eine Zukunft haben, hĂ€ngt ganz entscheidend von der EU-Agrarpolitik ab“, so Miller.

Neben der Notwendigkeit, mehr Geld in den Naturschutz zu investieren, stimmten die Abgeordneten heute auch fĂŒr den Abbau umweltschĂ€dlicher Subventionen, beispielsweise fĂŒr viehintensive Betriebe. Zudem sollen kĂŒnftig die Umweltanforderungen fĂŒr Landwirte steigen, um Direktzahlungen zu erhalten. Die Umweltpolitiker forderten zudem klarere EU-weite Umweltstandards in der Landwirtschaft.

Voraussichtlich im MĂ€rz stimmt der EU-Agrarausschuss ĂŒber die VorschlĂ€ge aus dem Umweltressort ab. Dann drohen starke VerwĂ€sserungen. „Seit Jahrzehnten sehen wir wohin es fĂŒhrt, wenn der Agrarausschuss der Agrarlobby folgt: Milliarden an Steuergeld werden mit der Gießkanne verteilt, nach FlĂ€chenbesitz und ohne RĂŒcksicht darauf, wie auf Wiesen und Feldern gewirtschaftet wird. Von dieser Klientelpolitik profitieren bislang einige wenige, die Natur und Tausende Betriebe jedoch bleiben auf der Strecke“, so der NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Er forderte den Agrarausschuss und das EU-Parlament auf, dem Wunsch der Bevölkerung nach einem umweltvertrĂ€glichen Kurs in der Agrarpolitik endlich zu folgen. In Bayern forderten zuletzt binnen weniger Tage mehr als eine Million BĂŒrgerinnen und BĂŒrger die Rettung der Insekten und damit grundlegende Änderungen in der Landwirtschaft. Es lĂ€ge jetzt an der Politik diesen Wandel europaweit umzusetzen. „Auch Bundesagrarministerin Klöckner muss sich endlich klar und deutlich fĂŒr eine klimaschonende, naturvertrĂ€gliche Agrarpolitik positionieren“, so Miller.

Hintergrund zur heutigen Abstimmung des Umweltausschusses zur GAP:

Es ist ein Meilenstein, dass der Umweltausschuss des EU-Parlaments erstmals die EU-Agrarpolitik mitbestimmt. Angesichts der gravierenden SchĂ€den, die eine immer intensivere Landwirtschaft an Natur und Umwelt anrichtet, war dies nach Ansicht des NABU auch dringend notwendig. Seit 1980 verschwand mehr als jeder zweite Feldvogel in Europa, wie Feldlerchen, Kiebitze oder Stare. Vor wenigen Tagen wurde zudem publik, dass 40 Prozent der Insektenarten weltweit vom Aussterben bedroht sind. Als Treiber des Insektensterbens nannten die Forscher den Verlust von LebensrĂ€umen in der Agrarlandschaft und den Einsatz synthetischer Pestizide und DĂŒngemittel. Das Agrarbudget ist der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Posten des EU-Haushalts. Mit 58 Milliarden Euro pro Jahr macht er rund 40 Prozent des EU-Haushalts aus. Über die konkrete Verteilung der Milliarden-Subventionen hatte bislang maßgeblich der Agrarausschuss entschieden.
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