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Dienstag, 28. November 2023
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Verschiedenes

 
100-Prozent-Region Freiburg
Die Region Freiburg kann sich in Zukunft zu 100 Prozent mit regenerativen Energien versorgen

Energieverbrauch muss dazu um 50 Prozent gesenkt werden

Milliardeninvestitionen in die Region können in Zukunft hohe Energierechnungen verhindern

Die Region Freiburg, also die Stadt Freiburg und die beiden umliegenden Landkreise Emmendingen und BreisgauHochschwarzwald, könnten ihren Strom- und WÀrmeenergiebedarf durch eigene, regenerative Erzeugung decken. Voraussetzung ist allerdings die Halbierung des Energieverbrauchs.

Dies ist das Ergebnis einer Studie des Clusters Green City Freiburg und der drei Gebietskörperschaften Stadt Freiburg, Landkreis Emmendingen und Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, die von der Energieagentur Regio Freiburg erarbeitet wurde. Untersucht wurde die technische Machbarkeit einer 100-Prozent-Region, also die Frage, ob sich Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Industrie in der Region Freiburg durch eine Kombination aus Energieeinsparung und gleichzeitigem Ausbau der erneuerbaren Energien zu 100 Prozent regenerativ versorgen könnten. Der Sektor Verkehr war nicht Gegenstand der Untersuchung.

Finanziert wurde die Studie maßgeblich durch das Cluster Green City Freiburg mit UnterstĂŒtzung der FWTM, der Stadt Freiburg sowie der Wirtschaftsförderung Region Freiburg e.V. Ziel der Studie ist es, die Diskussion ĂŒber den regionalen Ausbau der erneuerbaren Energien voranzubringen und die Steigerung der Energieeffizienz zu unterstĂŒtzen. OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon: „Das ehrgeizige Ziel, die Green City Freiburg gemeinsam mit den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen langfristig zur 100-Prozent-Region zu entwickeln, spornt uns an. Freiburg will auch in Zukunft weltweites Vorbild in Sachen Klimaschutz bleiben.“ Salomon dankte dem Cluster Green City fĂŒr die Initiative, durch die es zum ersten Mal gelungen sei, eine Energiestudie fĂŒr die Gesamtregion zu erstellen.

Die Studie untersucht den Energiebedarf der drei Kreise nach Sektoren und den heutigen Stand der Energieversorgung und vergleicht diesen mit den Potentialen fĂŒr regenerative Energien. Die grĂ¶ĂŸten Potentiale werden fĂŒr die Stromerzeugung in den Bereichen Photovoltaik und Windenenergie ausgemacht, fĂŒr die WĂ€rmerzeugung in den Bereichen Solarthermie und Biomasse. Die Potentiale bei Photovoltaik und Wind sind mit mehr als 80 Prozent so groß, dass in der Jahresbilanz erhebliche ÜberschĂŒsse produziert werden könnten. Allerdings ist zu beachten, dass es sich bei beiden Technologien um stark schwankende Energiemengen handelt. Christian Neumann, Projektleiter der Energieagentur Regio Freiburg hierzu: „Allein mit dem Ausbau der Erneuerbaren und Energieeinsparung ist es nicht getan. Das zukĂŒnftige Energiesystem wird von einem hohen Regelbedarf zum Abgleich von Energieproduktion und -verbrauch charakterisiert sein. Technologien wie Energiespeicher und dezentrale Kraft-WĂ€rme-Kopplung werden so SchlĂŒsseltechnologien der Energiewende ohne die eine Zielerreichung unmöglich ist. Auch die Region wird sich mit diesen Fragestellungen auseinandersetzen mĂŒssen.“

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien innerhalb der Region ist insbesondere die Nutzung von Einsparpotentialen zur Erreichung des 100-Prozent-Ziels von Bedeutung: Im Vergleich zu heute muss der Energieverbrauch, vor allem bei WĂ€rme, um 50 Prozent gesenkt werden. Das Haupteinsparpotenzial liegt hier in der Sanierung des GebĂ€udebestands. UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik: „Die Aktivierung dieses Potentials ist gleichzeitig auch die grĂ¶ĂŸte Herausforderung der Energiewende.“

Im Gegensatz zu den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen, die das 100-Prozent-Ziel jeweils individuell erreichen können, ist die Stadt Freiburg auf den Energieimport aus den umliegenden Landkreisen angewiesen. Auf ihrer eigenen Gemarkung kann die Stadt den notwendigen Energiebedarf regenerativ selbst nicht vollstĂ€ndig erzeugen. Das gilt sowohl fĂŒr den Bereich WĂ€rme als auch fĂŒr den Bereich Strom. Aus eigener Kraft könnte die Stadt Freiburg etwa 70 Prozent ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Ressourcen decken. In den beiden Landkreisen kann dagegen - vor allem beim Strom - mehr regenerative Energie erzeugt werden, als verbraucht wird.

Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sieht man in der Studie eine sehr gute Grundlage um ressourcenschonenden Energieverbrauch und Energieeffizienz in der Region weiter zu entwickeln. In einem Schreiben an den FWTM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Bernd Dallmann bezeichnet LandrĂ€tin Dorothea Störr-Ritter es als „große Herausforderung, aus den Ergebnissen der Energiebilanzstudie ein Handlungsprogramm zu entwickeln, das auf die kommunalen ZustĂ€ndigkeiten und auf die finanziellen Möglichkeiten abgestimmt werden muss“. Die Studie werde in den nĂ€chsten Gremiensitzungen des Kreistages vorgestellt und diskutiert. Anschließend wĂŒrden die Ergebnisse dann wieder in die weiteren Beratungen in der Region Freiburg einfließen.

Der Landkreis Emmendingen hat kĂŒrzlich in einer eigenen Studie die Möglichkeit untersuchen lassen, den Landkreis unabhĂ€ngig von fossilen EnergietrĂ€gern zu versorgen. Landrat Hanno Hurth: ".Der Landkreis Emmendingen hat das regional wichtige Thema bereits aufgegriffen und in einem Klimaschutzkonzept bereits die Möglichkeit untersuchen lassen, den Landkreis unabhĂ€ngig von fossilen EnergietrĂ€gern zu versorgen. Neben Energiesparmaßnahmen sollen die großen Potenziale bei Solarenergie, Windkraft und Biomasse, insbesondere Holz, ausgebaut werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist eine gewaltige und wichtige Aufgabe fĂŒr alle."

Die 100-Prozent-Region hat erhebliche ökonomische Auswirkungen. Zur vollstĂ€ndigen Erschließung aller Potenziale der Erzeugung erneuerbarer Energien wĂ€ren Investitionen in Höhe von rund drei Milliarden Euro nötig. Hinzu kommen rund zwölf Milliarden Euro fĂŒr die GebĂ€udesanierung der WohngebĂ€ude. Dies kann nur gelingen, wenn eine Vielzahl von Akteuren zugleich handelt. Gleichzeitig trĂ€gt die Energiewende maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung bei. Heute werden in der Region jĂ€hrlich ca. 900 Millionen Euro fĂŒr Energie ausgegeben. Da es sich hierbei weitgehend um fossile EnergietrĂ€ger handelt, die von außerhalb der Region importiert werden, fließt ein Großteil dieser Summe aus der Region ab. Der Sprecher des Clusters Green City Freiburg und FWTM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bernd Dallmann: „Durch Investitionen in erneuerbare Energien verbleibt der grĂ¶ĂŸte Teil dieser Summe in der Region, anstelle des Abflusses von Hunderten von Millionen jĂ€hrlich nach außen. Regionale Umweltunternehmen, das Handwerk und die Arbeitnehmer werden in großem Maße von der Entwicklung profitieren. Damit wirkt das ökologische Ziel wie ein gigantisches regionales Konjunkturprogramm – eine Win-Win-Situation fĂŒr Ökologie und Ökonomie.“

Das Ziel einer 100-Prozent-Region kann nur erreicht werden, wenn eine Vielzahl von Akteuren handelt und investiert. Aus Sicht der Auftraggeber ist es deshalb notwendig, die Rahmenbedingungen fĂŒr den Ausbau der Produktion erneuerbarer Energien und Einsparinvestitionen zu gestalten und regional abzustimmen.

Als nĂ€chstes steht nun eine Vorstellung der Ergebnisse und Diskussion des weiteren Vorgehens in den Gremien der Region Freiburg an. Innerhalb dieser Diskussion muss auch ĂŒber ein gemeinsames energie- und klimapolitisches Ziel der Region und die Vorbereitung einer gemeinsamen Umsetzung gesprochen werden.

Der Cluster Green City Freiburg vernetzt ĂŒber 140 Unternehmen aus dem Bereich der Umwelttechnologie und der Erneuerbaren Energien in der Region Freiburg. In einer Steuerungsgruppe werden regelmĂ€ĂŸig umweltpolitische Themen diskutiert und Projektideen fĂŒr die Green City und deren weltweite Spitzenstellung in Sachen Ökologie entwickelt. Der Cluster wird koordiniert von der FWTM und durch den Strukturfond der EuropĂ€ische Union (EFRE) und das Land Baden-WĂŒrttemberg
gefördert.
 
 

 
Freiburg: Holz fĂŒr alle ...
... unerschöpfliches Massenprodukt oder intelligent zu nutzender Wertstoff?

Podiumsdiskussion im Waldhaus am 11. September

AnlĂ€sslich der Ausstellung „Papierwende – zukunftsfĂ€hig mit
Papier“ findet am Dienstag, 11. September, 19 Uhr, im Waldhaus
auf Initiative der Freiburger Kreisgruppe der Schutzgemeinschaft
Deutscher Wald eine Podiumsdiskussion statt. BĂŒrgerinnen und
BĂŒrger sind eingeladen, mit Experten diskutieren, ob der Rohstoff
Holz als „unerschöpfliches Massenprodukt“ das Wundermittel
gegen die Ressourcenknappheit ist oder ob (und inwiefern) auch
die Versorgung mit diesem nachwachsenden Wertstoff Grenzen
hat und nach einem intelligenten, nachhaltigen Umgang verlangt.

Wo kann Holz andere Rohstoffe ersetzen? Wie entstehen, etwa
durch die Energiewende, neue Interessenkonflikte zwischen
Land- und Forstwirtschaft, Nahrungsmittel- und Energieholz-
Produktion, energetischer und stofflicher Nutzung von Holz?
Welche Lösungen gibt es fĂŒr Dilemmas, in denen die Erhaltung
der Artenvielfalt der Energieholzproduktion gegenĂŒber steht?

Auf dem Podium sitzen ForstprÀsident Meinrad Joos, Gerhard
Bronner, Vizevorsitzender des Landesnaturschutzverbandes, und
Helmut Schellinger, Pellethersteller aus Weingarten. Moderiert
wird die Veranstaltung von Ulrich Schraml vom Institut fĂŒr Forst-
und Umweltpolitik der UniversitÀt Freiburg. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen erhalten Sie im WaldHaus unter Tel. 0761-
896477-10 oder unter www.waldhaus-freiburg.de.
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Freiburg: MĂŒllfrei in die Pause
Mit Brotboxen fĂŒr 2000 ErstklĂ€ssler fördern Stadt Freiburg
und ASF Abfallvermeidung in der Schule

Der „Ernst des Lebens“ hat keinen festen Ort, wohl aber (wenn man
Oma, Tante, Papa & Co. glauben darf) einen festen Termin: Es ist
der Tag der Einschulung, der Tag, an dem aus dem Einfach-so-Kind
ein Schul-Kind wird! Dieses Jahr beginnt der Ernst des Lebens am
12. September – jedenfalls fĂŒr 2000 kleine Freiburgerinnen und
Freiburger.

Gleich zum ersten Schultag wartet auf sie schon eine wichtige
Lektion: „Kein Abfall ist der beste Abfall“. Dieses Motto will die Stadt
Freiburg gemeinsam mit der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung
Freiburg (ASF) auch den ErstklÀsslern im Schuljahr 2012/13
vermitteln. Als TrÀger dieser Botschaft dient eine kompakte Brotbox,
die alle 2000 Freiburger SchulanfÀnger am Tag ihrer Einschulung
kostenlos erhalten. Wer damit tĂ€glich mĂŒllfrei in die Pause geht,
spart Verpackungsabfall und verhÀlt sich umweltbewusst.

Die Brotboxen sind mit dem Motto der Aktion bedruckt und werden
von der Freiburger Abfallwirtschaft an die SchĂŒler verschenkt. Stadt
und ASF wollen erreichen, dass die Kinder umweltgerechtes
Verhalten schon von frĂŒh auf ĂŒben. Und der bewusste Umgang mit
Verpackungen gehört selbstverstÀndlich dazu. Zudem erhÀlt jede
Brotbox ein Informationsblatt fĂŒr die Eltern, in dem die
Verkaufsstellen fĂŒr Schulhefte aus Recyclingpapier stehen. Diese
Hefte bilden einen weiteren Umweltschwerpunkt im Schulalltag.
 
 

 
ÖKO-TEST-Magazin September 2012
Die September-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem 31. August im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro. Wieder mit dabei: Das Elternmagazin Kinder Kinder mit vielen hilfreichen Tipps und Tests.

Aus dem Inhalt:

TEST: Äpfel
In der Mehrzahl der Proben fanden sich nur Spuren von Pflanzenschutzmitteln. Gespritzt wird also weiterhin, aber offenbar weniger als frĂŒher. AuffĂ€llig waren jedoch die sĂŒdamerikanischen FrĂŒchte: In einem Apfel aus Brasilien fand das Labor sechs verschiedene Pestizide, vier davon in erhöhter Menge. Zudem wird wieder einmal mit der Bezeichnung „regional“ geschummelt: Denn bei einem Produkt zieren die Verpackung zwar SchriftzĂŒge wie „Unsere Heimat“ und „beste QualitĂ€t aus Ihrer Region“, doch die Ware wird auch mehr als 200 Kilometer entfernt vom Anbauort verkauft.

TEST: Glyphosat in Getreideprodukten
RĂŒckstĂ€nde von Glyphosat, auch bekannt unter dem Namen Roundup, sind hĂ€ufiger in Getreideprodukten nachweisbar als bislang bekannt. Von 20 Proben Weizenmehl, Haferflocken und Brötchen, die im Labor untersucht wurden, waren fast drei Viertel belastet. Glyphosat ist ein Unkrautvernichtungsmittel und weltweit das meist verkaufte Pflanzengift. Lange Zeit galt es als unbedenklich, doch eine neue Studie zeigt, dass es bereits in geringen Mengen die menschliche Zellkultur schĂ€digen kann.

TEST: KinderzahnbĂŒrsten
Mehr als die HĂ€lfte taugt nicht fĂŒr KinderzĂ€hne. Sie haben etwa scharfkantige Borsten, die das Zahnfleisch verletzen können. Kindgerechte ZahnbĂŒrsten sollten zudem einen kleinen abgerundeten Kopf, mit dem auch die hinteren BackenzĂ€hne erreicht werden können, und einen etwas dickeren Griff haben, der nicht aus der Hand rutscht. Das ist nicht bei jedem getesteten Produkt der Fall. Vier Modelle enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK) in erhöhten oder stark erhöhten Dosen. HauptsĂ€chlich handelt es sich um die krebsverdĂ€chtige Substanz Naphthalin.

TEST: BabymenĂŒs mit Fleisch
Bei den Babybreien sind zwar Schadstoffe so gut wie kein Thema, doch es ist zu wenig Fleisch im Glas: Die Produkte enthalten gerade mal zwischen fĂŒnf und 10,5 Prozent Fleisch. Empfohlen wird von ErnĂ€hrungsexperten in der Regel ein Fleischanteil von etwa zwölf Prozent. Im Test sind zwei Breie mit Eisensalzen angereichert. Isoliertes Eisen kann jedoch das umfassende NĂ€hrstoffspektrum von Fleisch nicht ersetzen und wird zudem deutlich schlechter aufgenommen als Eisen aus Fleisch. Cadmium fand das Labor in den meisten Produkten nur in Spuren. In einem Brei steckte jedoch mehr von diesem Schwermetall, das als krebserregend gilt und in hohen Dosen zu NierenschĂ€den fĂŒhren kann.

TEST: Apothekenkosmetik
Das Image von Apothekenkosmetik ist hĂ€ufig besser als der Inhalt. Denn in einigen Produkten stecken problematische oder bedenkliche Inhaltsstoffe. Dazu zĂ€hlen polyzyklische Moschus-Verbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern, Formaldehyd/-abspalter sowie PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlĂ€ssiger fĂŒr Fremdstoffe machen. Ärgerlich sind auch dreiste Versprechungen der Kosmetikhersteller wie etwa der Claim „Nicht komedogen“, den La Roche-Posay bei dem Physiologischen Reinigungsgel angebracht hat. Doch das Produkt enthĂ€lt die komedogene Substanz Isopropyl Myristate. Komedogene Substanzen sind Stoffe, die Akne fördern können.

TEST: Rindenmulche
In vier von 17 Mulchen wurden Cadmiumgehalte, die ĂŒber dem aktuellen gesetzlichen Grenzwert liegen, gemessen. Acht weitere enthalten niedrigere Gehalte. Das Schwermetall ist nicht fest gebunden und wird von Pflanzen leicht aufgenommen. Es fĂŒhrt zu NierenschĂ€den, wenn es ĂŒber lĂ€ngere Zeit in grĂ¶ĂŸeren Mengen aufgenommen wird, und ist als krebserregend fĂŒr den Menschen eingestuft. ÖKO-TEST hat unter anderem noch untersuchen lassen, ob die deklarierte Körnung eingehalten wird. Das ist deshalb relevant, weil feine Bestandteile schneller verrotten und der Mulch dann öfter nachgelegt werden muss.

TEST: Wanderstiefel
Draußen hui, innen pfui: Wanderstiefel stecken voll mit Schadstoffen, die Krebs erregen oder Allergien auslösen können. Wenigstens sind die meisten sehr robust, denn sie trotzen gemĂ€ĂŸ PraxisprĂŒfung eine gewisse Zeit lang der Feuchtigkeit, haben feste Sohlen, die nicht gleich durch einen spitzen Stein eingerissen werden, und besitzen ein scheuerbestĂ€ndiges Fersenfutter.

TEST: Riester-Renten
ÖKO-TEST hat 89 Angebote fĂŒr klassische Riester-Rentenversicherungen und 79 Angebote fĂŒr fondgebundene Riester-Rentenversicherungen durchgecheckt. Das ResĂŒmee: Die Tarife werden von Jahr zu Jahr schlechter. In einigen MusterfĂ€llen springen 2012 fĂŒr den gleichen Beitrag wie im Vorjahr im Schnitt bis zu 420 Euro weniger Garantierente pro Jahr heraus. Zudem steigt fĂŒr die Versicherten das Anlagerisiko. Die Anbieter versuchen derzeit, Kunden auf Fondpolicen zu drĂ€ngen. Das hat seinen Grund: Denn hier mĂŒssen sie keine garantierte Verzinsung bieten, sondern nur zu Rentenbeginn alle Einlagen und Zulagen sicherstellen. Diese Kapitalerhaltungsgarantie gilt aber nicht fĂŒr Kunden, die ihren Vertrag vorzeitig kĂŒndigen oder den Anbieter wechseln.
 
 

 
Sonnenkraft in BĂŒrgerhand
Freiburger Solar-BĂŒrger-Genossenschaft startklar fĂŒr die stĂ€dtische Energiewende

Als eine der ersten von Privatpersonen gegrĂŒndeten BĂŒrger-Energiegenossenschaften startete 2006 die Solar-BĂŒrger-Genossenschaft eG. Sie ist die erste Energiegenossenschaft mit Sitz in Freiburg und hat inzwischen ĂŒber 130 Mitglieder, davon mehr als 50 in der Freiburger Region.

Gemeinsam mit dem fesa e.V., dem Freiburger Verein fĂŒr die regionale Energiewende, strebt die solargeno auch eine Wende in der Energiewirtschaft an. Energieerzeugung soll in Zukunft nicht nur verbrauchsnah erzeugt, ökologisch nachhaltig und technologisch vielseitig sein, sondern auch wirtschaftlich gerecht verteilt.

Weil diejenigen, die Energie nutzen und die, die sie erzeugen in einer Genossenschaft am selben Strang ziehen, können mit BĂŒrger-Energiegenossenschaften die effizientesten Lösungen vorangebracht werden.

Die solargeno erzeugt derzeit den Strombedarf fĂŒr etwa 130 Familien mit Solaranlagen. Ihre erste in SĂŒdbaden errichtete sie im FrĂŒhjahr 2012 bei der Bioland-GĂ€rtnerei Hoch-Reinhard in Fischingen.

Jetzt steht das erste Solarkraftwerk in Freiburg an. Es wird auf der neuen Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins Sektion Freiburg-Breisgau e.V. errichtet. Mit ĂŒber 23 MWh/a wird sie die Strommenge fĂŒr 4 Familen erzeugen. Ein Teil davon wird direkt in der Kletterhalle genutzt werden können.

Der genossenschaftliche Plan fĂŒr die großstĂ€dtische Energiewende ist ebenfalls startklar. Da es in GroßstĂ€dten wie Freiburg besonders viele große Wohnblöcke und EigentĂŒmergemeinschaften gibt, bietet die Genossenschaft eine Lösung speziell fĂŒr deren Energieversorgung an. Ein Schwerpunkt ist dabei die Nutzung von Kraft-WĂ€rme-Kopplung. Damit wird gleichzeitig mit der WĂ€rmeversorgung des GebĂ€udes auch Strom erzeugt. Die extrem ineffiziente und umweltschĂ€dliche große Kohlekraft, die bisher als erforderliche Grundlast im Zuge der Energiewende angegeben wird, wird damit ĂŒberflĂŒssig.

Freiburg kann einen Großteil seines Stroms selbst erzeugen, wenn sich große WohngebĂ€ude fĂŒr ein Blockheizkraftwerk im Keller und eine Solarstromanlage auf dem Dach entscheiden. Die solargeno will diese Entscheidung erleichtern, indem sie Investition, Bau und Betrieb der Anlagen ĂŒbernimmt und die GebĂ€udeeigentĂŒmer so bei
Risiko und Aufwand entlastet. Die Kraftwerke werden zu einem Anteil von mindestens 20% von den Mitgliedern der Genossenschaft finanziert, die so am Ertrag aus der Stromerzeugung teilhaben können. Einen Genossenschaftsanteil kann man bereits fĂŒr 100 Euro erwerben. 5 bis 10 Anteile sind ein ĂŒblicher Einstieg. Es können beliebig viele Anteile erworben werden.

Einen weiteren wichtigen Beitrag fĂŒr die Energiewende bietet die Energiegenossenschaft Projektgruppen an entlegenen Orten oder fĂŒr eine einzelne Anlage. Sie können ihre Idee unter dem Dach der solargeno realisieren, ohne extra eine eigene Gesellschaft zu grĂŒnden. Eine solche Regionalgruppe gibt es bereits in Landau, hier wurde die bisher grĂ¶ĂŸte Solaranlage der Genossenschaft gebaut (Bild).
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Der Jugend eine Stimme geben
Internationales Netzwerk GYBN setzt auf Jugendpartizipation im Kampf gegen das Artensterben

Berlin, 28.8. - Im Kampf gegen das Artensterben meldet sich die junge Generation zu Wort. In Berlin ist mit der Verabschiedung der Berliner Deklaration das internationale Jungendnetzwerk GYBN ins Leben gerufen worden. Ziel ist der Schutz der biologischen Vielfalt und der Kampf gegen das Artensterben.

35 junge NaturschĂŒtzer von fĂŒnf Kontinenten haben in Berlin das internationale Jugendnetzwerk Global Youth Biodiversity Network (GYBN) ins Leben gerufen. Sieben Tage wurde diskutiert, formuliert und geschrieben, jetzt ist die Berliner Deklaration offizielles GrĂŒndungsdokument. Ziel des jungen Netzwerks ist der globale Schutz der Artenvielfalt und eine stĂ€rkere Interessenvertretung junger Menschen in wichtigen Umweltfragen. Ein erster Schritt ist die Entsendung einer Jugenddelegation zur Weltnaturschutzkonferenz der Vereinten Nationen im Oktober nach Indien.

„Die kommenden Generationen tragen die Lasten der Fehler von heute. Trotzdem haben sie keine gemeinsame Stimme, mit der sie sich wehren können. Das wird sich mit GYBN Ă€ndern", sagt Christian Schwarzer von der Naturschutzjugend (NAJU), die die Konferenz organisiert hat.

Zum Abschluss zeichnen die Teilnehmer eine dĂŒstere Zukunft ohne Artenvielfalt. „Was waren nochmal BĂ€ume?" und „Hab schon ewig keine Blume mehr gesehen!" war auf Plakaten zu lesen. Demonstriert wurde am Brandenburger Tor in Berlin, wo zahlreiche Schaulustige sich dem Protest spontan anschlossen. Die Teilnehmer sind jetzt auf dem Weg in ihre Heimat und können viel mitnehmen: das GefĂŒhl, mit ihrem ehrenamtlichen Engagement fĂŒr die Natur nicht alleine zu stehen und das Wissen, jetzt Teil eines Netzwerks zu sein, mit dem sie viel erreichen werden.

Junge NaturschĂŒtzer aus aller Welt können sich online bei GYBN engagieren und ihre Stimme fĂŒr die Artenvielfalt geben:
www.GYBN.org.

Die GYBN kick-off conference wird gefördert durch das Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU).
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NABU-Naturparadies GrĂŒnhaus wird UN-Dekade-Projekt
Auszeichnung fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt

Herzberg – Das Naturparadies GrĂŒnhaus der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe wird als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Damit wird das Engagement der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe um die biologische Vielfalt in der Bergbaufolgelandschaft SĂŒdbrandenburgs gewĂŒrdigt. Am heutigen Montag wurde die von Bundesumweltminister Peter Altmaier unterzeichnete Urkunde an Projektleiter Stefan Röhrscheid ĂŒbergeben. Das Naturparadies GrĂŒnhaus ist das erste Projekt in Brandenburg, das diese Auszeichnung erhĂ€lt.

„Wir freuen uns sehr ĂŒber die Ehrung unseres Engagements in GrĂŒnhaus“, so Stiftungsvorsitzender Christian Unselt. „So wie in GrĂŒnhaus setzen wir uns durch FlĂ€chenkauf und Schutzgebietsentwicklung in ganz Deutschland ein, um sichere RĂŒckzugsrĂ€ume fĂŒr unsere Artenvielfalt zu schaffen. Gerade ungenutzte NaturentwicklungsrĂ€ume fehlen uns in Deutschland. Mit unseren NABU-Naturparadiesen wollen wir wieder ein StĂŒckchen heimatliche Wildnis zulassen.“

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat rund 2.000 Hektar FlĂ€chen in den ehemaligen Tagebauen zwischen Finsterwalde und Lauchhammer erworben, um das TagebaugelĂ€nde ausschließlich als wertvollen Lebensraum fĂŒr bedrohte Arten zu entwickeln. Eine Nutzung ist nur dort vorgesehen, wo dies fĂŒr den Erhalt der Artenvielfalt wichtig ist. Die Seen, die offenen SandflĂ€chen, jungen WĂ€lder und Sukzessionsbereiche können sich nach Ende der Tagebausanierung ohne weitere Eingriffe frei entwickeln. RegelmĂ€ĂŸige Beobachtungen einheimischer Naturbeobachter zeigen, dass schon heute eine beeindruckende Anzahl an zurĂŒckgekehrten Arten in GrĂŒnhaus lebt. Damit ist das Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft – in Zukunft werden weitere Arten GrĂŒnhaus als sichere Heimat entdecken.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der AktivitĂ€ten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen fĂŒr den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten RĂŒckgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.
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Sterbende FlĂŒsse, hungernde Menschen
WWF-Studie: 60 Millionen Menschen am Mekong droht Nahrungskrise durch StaudÀmme

Berlin/Stockholm - AnlĂ€sslich der in Stockholm begonnenen Weltwasserwoche warnt der WWF vor den Gefahren großer Staudammprojekte fĂŒr die Umwelt und die Nahrungsversorgung von Millionen Menschen. „Der grundsĂ€tzlich richtige Ansatz, Energie durch Wasserkraft zu gewinnen, droht zum Bumerang zu werden“, sagt SĂŒĂŸwasser-Experte Stefan Ziegler vom WWF. „Vielerorts werden zahlreiche Fischarten verschwinden, verbunden mit einem Kollaps der heimischen Fischerei, da die natĂŒrlichen Wanderwege der Tiere versperrt werden.“ In der Folge seien die Lebensgrundlagen von vielen Millionen Menschen bedroht.

In einer aktuellen Studie beleuchtet der WWF beispielhaft die Situation im unteren Mekong-Becken in SĂŒdostasien. Die Regierungen von Laos, Thailand, Vietnam und Kambodscha planen hier den Bau von elf Wasserkraftanlagen im Hauptstrom des Mekong, weitere 77 sind fĂŒr die NebenflĂŒsse vorgesehen. Sollten die PlĂ€ne realisiert werden, rechnet die Umweltstiftung mit einem enormen RĂŒckgang der FischbestĂ€nde. FĂŒr die 60 Millionen Bewohner im Einzugsgebiet des Flusses hĂ€tte das dramatische Folgen. „Die ErtrĂ€ge aus dem Fischfang wĂŒrden um nahezu 40 Prozent zurĂŒckgehen. Das ist eine ernsthafte Bedrohung, da die meisten Haushalte vom Fisch als Grundnahrungsmittel abhĂ€ngig sind“, so Stefan Ziegler.

Auf allein 476 Millionen US-Dollar jĂ€hrlich schĂ€tzt die Umweltorganisation die wirtschaftlichen SchĂ€den, sollten nur die elf StaudĂ€mme im Mekong-Hauptstrom gebaut werden. FĂŒr die Nahrungsversorgung der Bevölkerung könnte sich die Lage noch dramatischer darstellen: Um die Einbußen an Fisch zu kompensieren und den Proteinbedarf der Bevölkerung zu decken, mĂŒsste nach Angaben des WWF deutlich mehr Fleisch produziert werden. ZusĂ€tzliche FlĂ€chen wĂŒrden zur Viehhaltung und den Anbau von Futtermitteln in der Region notwendig. Der Druck auf wichtige Naturschutzgebiete wĂŒrde weiter zunehmen. In Thailand befĂŒrchtet der WWF den Verlust der letzten Waldgebiete im Osten des Landes. „Die wenigen AuenwĂ€lder des Mekong beherbergen zahlreiche gefĂ€hrdete Arten. Da ist jeder Verlust an Lebensraum ein untragbares Risiko“, warnt WWF-Experte Ziegler. Mancherorts sei die landwirtschaftliche Expansion hingegen gar nicht möglich. Im Mekongdelta in Vietnam drohe die Umsiedlung von Tausenden von Menschen, da FlĂ€chen fehlen, um die Bevölkerung anderweitig zu versorgen.

Um diese negativen Konsequenzen abzuwenden, fordert der WWF ein zehnjĂ€hriges Moratorium, um eine umwelt- und sozialvertrĂ€gliche Planung von Wasserkraft in der Mekong-Region zu ermöglichen. Bislang habe es an einer gewissenhaften PrĂŒfung aller Faktoren gemangelt. „Das Ziel, mit Wasserkraftwerken von fossilen EnergietrĂ€gern loszukommen, ist richtig“, sagt Ziegler. „Doch wenn durch fehlerhafte Planung die FlĂŒsse absterben und Menschen ihrer Nahrungsquelle beraubt werden, ist das nicht nachhaltig.“
 
 



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