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Dienstag, 21. August 2018
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Verschiedenes

 
Campact warnt: Bayer schlägt zurück - Die neuen Super-Pestizide
Bayer-Monsanto beantragt die Zulassung eines neuen Insektengifts. Bereits im August könnte die Pestizidmischung auf den Markt kommen. Fordern Sie jetzt Agrarministerin Klöckner und Umweltministerin Schulze auf, das zu verhindern!

Bayer-Monsanto ist auf Bienenjagd. Gerade erst hat die EU drei Neonikotinotide verboten, weil sie Hummeln, Bienen und Schmetterlinge töten. Jetzt legt der Chemiegigant einfach mit der nächsten Pestizidmischung nach – wieder ist sie tödlich für Bienen. Sie wirkt besonders perfide. Man behandelt das Saatkorn, und das Nervengift wirkt in allen Teilen der Pflanze: Stängel, Blätter und Blüte werden giftig.[1] Bis August müssen wir die Zulassung verhindern.

Im Frühjahr protestierten Hunderttausende Campact-Unterstützer/innen gegen giftige Neonikotinoide. Mit Erfolg – Agrarministerin Julia Klöckner und Umweltministerin Svenja Schulze stimmten im EU-Rat für ein Verbot. Das reichte für die Mehrheit. „Was der Biene schadet, muss vom Markt“, sagte Klöckner im Interview.[2] Jetzt müssen Klöckner und Schulze dazu stehen – und auch die Zulassung der neuen Giftmischungen verhindern.

Bayer-Monsanto hat es eilig: Schon im August könnten die ersten Pestizidmischungen mit Flupyradifuron auf den Markt kommen. Klöckner und Schulze müssen das verhindern – und dürfen nicht vor Bayer-Monsanto einknicken. Gemeinsam mit dem Umweltinstitut München wollen wir deshalb 200.000 Unterschriften gegen das Bienengift sammeln – und sie den Ministerinnen in wenigen Tagen persönlich übergeben. Helfen Sie mit!

Die Agrarindustrie hat sich mächtig breit gemacht auf unseren Feldern. Sie tötet Insekten – und zwingt die bäuerliche Landwirtschaft zum Rückzug. Zu viel Gülle gefährdet das Trinkwasser.[3] Hecken und Wiesen verschwinden aus der Landschaft. Das Insektensterben hat Folgen für etliche andere Tiere: Igel, Vögel, Fledermäuse und Frösche finden nicht genug zu fressen.[4] Diese Zerstörung zahlen wir auch noch selbst: Großbetriebe und Investoren greifen Agrarsubventionen ab – und machen so noch mehr Profit.[5]

Um das Sterben in der Natur zu stoppen, müssen wir uns Bayer-Monsanto und Co. entgegenstellen – und zwar gemeinsam. Glyphosat, Neonikotinoide, Flupyradifuron: Pestizid für Pestizid muss vom Acker. Unser aller Hartnäckigkeit hat uns schon weit gebracht. Vor ein paar Jahren konnten die Konzerne noch weitgehend ungestört mit Ackergiften Geschäfte machen. Mittlerweile sind Pestizide ein großes politisches Thema.

Bei den Neonikotinoiden hat die Umweltbewegung einen wichtigen Sieg errungen. Dazu haben auch Hunderttausende Campact-Unterstützer/innen mit ihrem Engagement beigetragen. Jetzt müssen wir dranbleiben – damit Bayer-Monsanto unseren Erfolg nicht wieder zunichte macht. Fordern Sie jetzt von Klöckner und Schulze, den neuen Bienenkillern die Zulassung zu verweigern!
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BUND-Kritik an der Tank- und Rastanlage an der B31
Quelle: BUND SĂĽdlicher Oberrhein
 
BUND-Kritik an der Tank- und Rastanlage an der B31
Der Bau der Tank- und Rastanlage an der B31 Friedenweiler / Rötenbach hat im Juni 2018 begonnen, die Schaufeln der Baustelleneröffnung sind geschwungen... Die Tank- und Rastanlage ist ein kleiner, weiterer Puzzlestein in einem Gesamtbild, das Flächenverbrauch und Zerstörung von Heimat bedeutet. Der Zusammenhang zwischen dem Ausbau der Straßen und der Infrastuktur für Verkehr und dem Klimawandel wird in der selbsternannten Ökoregion gerne übersehen. Während die Klimaprobleme und Extremwetter in der Hitzeregion am Oberrhein zunehmen, werden langfristig klimafeindliche Strukturen geschaffen. So viel Waldzerstörung in Rötenbach für so wenige Lkw-Plätze. Wäre es wirklich nur um die Probleme für die LKW Fahrer gegangen, hätte es landschafts- und naturverträglichere Lösungen gegeben. Die Not der Fahrer wird gerne als Grund für die Absichten der Investoren der Tankstelle und Hotelanlage vorgeschoben.

Es gibt eine kleine und eine groĂźe Logik:
Die "kleine" Logik sagt: Immer mehr LKW, immer mehr Verkehr. Wir müssen die Straßen ausbauen und Parkplätze bauen. 1959 gab´s ähnliches Denken schon mal. Das damals erschienene Buch "Die autogerechte Stadt – Ein Weg aus dem Verkehrs-Chaos" führte tatsächlich zu einer menschenfeindlich-autofreundlichen Umgestaltung der Städte, die heute als Verbrechen an Mensch, Natur und Umwelt erkannt wird.
Die "große" Logik sagt: In Zeiten des Klimawandels dürfen wir keine Strukturen schaffen, die uns dauerhaft mehr CO2, Feinstaub und Lärm bringen. Wir müssen Verkehr reduzieren, LKW auf die Schiene bringen, Ferientermine entzerren und durch kluge Maßnahmen (Tempolimit...) den Verkehr besser und gleichmäßiger fließen lassen...

Wenn die Anlage schon nicht zu verhindern war, dann wäre es doch sinnvoll gewesen, den Standort neben dem nahen Lidl-Logistikzentrum, an dem Kreuzungspunkt von B 31 und B 27 zu legen. Dort sind die benötigten Auf- und Abfahrten bereits vorhanden. Eine Bündelung der Scheußlichkeiten an einer Stelle ist zumindest besser als eine Streuung und ein Bau in der schönsten verbliebenen Restlandschaft. Ein Blick in die lichten Wipfel unserer Tannen und Fichten im Schwarzwald zeigt, dass wir umdenken sollten.
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Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

 
Informationen fĂĽr Radfahrende
Sieben neue Radinfotafeln am Dreisamuferradweg FR1 und am GĂĽterbahnradweg FR2 montiert

Das gesamte Freiburger Radnetz auf einen Blick und viele Infos zu den Radvorrangrouten

Einigen Radlerinnen und Radlern wird es bereits aufgefallen sein. Sieben neue Radinfotafeln auf dem Dreisamuferradweg FR1 und auf dem GĂĽterbahnradweg FR2 wurden montiert. Die Tafeln informieren an strategisch wichtigen Stellen ĂĽber das Freiburger Radnetz und ĂĽber die jeweilige Radvorrangroute, auf der sich der Radfahrer befindet. Gezeigt wird der Streckenverlauf mit den jeweils dort schon gebauten und noch geplanten MaĂźnahmen.

An der Betzenhauser Brücke in Betzenhausen und der Wildtalstraße in Zähringen wurden die beiden alten, inzwischen durch Vandalismus kaum noch lesbaren, Infotafeln durch neue ersetzt. An fünf Standorten auf dem FR1 und FR2 wurden neue Infotafeln aufgestellt: Am Sandfangweg, bei der Unterführung an der Breisacher Straße, an der Basler Straße und am Dorfbach in St. Georgen. Eine Tafel an der Querung des FR2 über die Lehener Straße wird noch aufgestellt, sobald hier der Radweg mit Bevorrechtigung des Radverkehrs umgebaut ist.

Die Kosten fĂĽr alle Infotafeln belaufen sich auf rund 8.000 Euro.
 
 

Karlsruhe: Gemeinsam fĂĽr den Natur- und Artenschutz engagieren
Foto: Zoo Karlsruhe/Timo Deible
 
Karlsruhe: Gemeinsam fĂĽr den Natur- und Artenschutz engagieren
VDA-Präsident Jens Crueger auf Arbeitsbesuch im Zoo Karlsruhe

"Die Verbindung zwischen den zoologischen Einrichtungen und den privaten Tierhaltern, die sich um Erhaltungszuchten kümmern, ist enorm wichtig", betont Jens Crueger bei seinem heutigen (Freitag, 29. Juni) Informations- und Arbeitsbesuch im Zoo Karlsruhe. Der Landtagsabgeordnete der Bremischen Bürgerschaft ist Präsident des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA). "Diese Vereine haben enorm viele engagierte Mitglieder, denen der Natur- und Artenschutz genauso wichtig wie uns als Zoo ist", stellt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt heraus.

"Als Zoo nehmen wir an zahlreichen Erhaltungszuchtprogrammen von Tieren teil, die es ohne die Haltung in menschlicher Obhut nicht mehr geben würde. Zudem klären wir die Menschen über die Gefährdung der Arten auf und unterstützen über unsere Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe Projekte in den Ursprungsländern der Tiere", umreißt Reinschmidt das Aufgabengebiet der Zoos. Bei all diesen Themen sei eine große Überschneidung mit den Zielen der Vereine gegeben, so Crueger, der rund 400 Vereine mit etwa 17.000 Mitgliedern vertritt. "Wir haben als VDA gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) ein Projekt auf Madagaskar zur Erhaltung des Mangarahare-Buntbarschs gestartet", informiert Crueger. Genauso wichtig seien jedoch auch die vielen Zuchterfolge einzelner Aquarianer oder Terrarianer.

Kooperationen sollten gepflegt und ausgebaut werden

"2018 wurde die hoch bedrohten Scharnierschildkröten zum Zootier des Jahres ernannt. Tiere, die in der Natur vor der Ausrottung stehen", erläutert Reinschmidt. Dass in Karlsruhe diese Art gezeigt werden kann, ist einem Reptilienfachmann zu verdanken, der in Köln eine private Zuchtstation für verschiedene Scharnierschildkröten-Arten betreibt. Der Zoo Karlsruhe hat zwei männliche Tiere von dort bekommen, die derzeit nicht in der Zucht eingesetzt werden. "So können wir die Art auch ganz direkt unseren Zoobesuchern als Botschaftertiere vorstellen", freut sich der Zoodirektor.

"Solche Kooperationen sollten gepflegt und ausgebaut werden. Der VDA mit seinen einzelnen Vereinen steht da ganz eng an der Seite der Zoos", erklärt Crueger. Nur gemeinsam könne die Öffentlichkeit für Themen sensibilisiert und wichtige Natur- und Artenschutzthemen vorangebracht werden. Auch bei gemeinsamen Zuchtprogrammen zwischen Zoos und engagierten Privathaltern könne die Zusammenarbeit in Zukunft noch ausgeweitet werden, so Reinschmidt.

Auf dem Bild oben:
Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt und VDA-Präsident Jens Crueger vor dem Scharnierschildkröten-Terrarium im Exotenhaus des Karlsruher Zoos / Foto: Zoo Karlsruhe/Timo Deible
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Grundwasser im Landkreis Emmendingen
Quelle: BUND SĂĽdlicher Oberrhein
 
Grundwasser im Landkreis Emmendingen
Landratsamt antwortet auf Anfrage

Wie ist die Situation des Grundwassers im Landkreis Emmendingen? Zu diesem wichtigen Thema habe ich in meiner Funktion als Kreisrat eine Anfrage ans Landratsamt gerichtet, die von Herrn Landrat Hurth umfangreich beantwortet wurde. Gerade nach dem aktuellen Nitrat-Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 21.6.18 ist die Antwort lesenswert. Die lokale Argumentation ähnelt stark der Reaktion der Bundesregierung auf das Urteil. Wie zu erwarten gibt es zwei Sichtweisen auf das „Landkreis-Grundwasserglas“. „Halb voll“ meint der Landrat, „halb leer“ meine ich...

Trotz teilweiser Verbesserungen (Schnitt aller Messstellen), berichtet das Landratsamt auch von RĂĽckschritten im Nitrat-Bereich (Wyhl, Weisweil, Mauracher Berg...).

Seit Jahrzehnten wird das Nitratproblem im Landkreis und am Nördlichen Kaiserstuhl diskutiert und Fortschritte wurden versprochen. Doch in Sachen Nitrat und Düngung gibt es, trotz aller Maßnahmen, sogar Rückschritte. Die am höchsten belastete Messstelle weist einen Wert von 101 mg/L auf. Wir haben diese Probleme, obwohl wir im Landkreis erfreulicherweise keine Massentierhaltung haben.

Fast alle Gemeinden im Kreis setzen auf die „Problemlösung“, wie sie jetzt auch in Wyhl umgesetzt wird. Wasser wird zugekauft, gemischt, verdünnt und neue Brunnen werden gebohrt, um nitratarmes Wasser zu erhalten, jedoch das Dünger-Grundproblem bleibt und der Grundwasserschaden wird nicht behoben. Doch das funktioniert nur, solange es noch Brunnenstandorte mit gutem Wasser gibt.

Das Grundwasser hat ein langes Gedächtnis. Das zeigen die hohen Belastungen mit längst verbotenen Agrargiften wie Atrazin (seit 1991 verboten) und Simazin (seit 2003 verboten).

Mit zugekauftem „gutem“ Wasser, mit Mischen, Verdünnen und neuen Brunnen wird das Grundproblem des zu großen Düngemitteleintrags in das Grundwasser nur verschoben und nicht gelöst. Nicht die Verursacher und die gut verdienenden Düngemittelkonzerne kommen für die Kosten auf, sondern die Verbraucher und Verbraucherinnen.

Herr Ackermann vom Landwirtschaftsamt und Herr Munding vom Amt fĂĽr Wasserwirtschaft beschreiben in ihrem Aktenvermerk sehr umfangreich die wichtigen und sinnvollen MaĂźnahmen zum Schutz des Grundwassers. Doch diese Debatte fĂĽhren wir schon seit Jahrzehnten und dennoch gibt es die beschriebenen RĂĽckschritte beim Nitrat.

Es geht uns nicht um Kritik am Landratsamt. Es geht darum, die Behörden und Wasserversorger in Sachen Grundwasserschutz zu stärken und endlich, endlich Fortschritte beim Schutz unseres wichtigsten Nahrungsmittels zu erreichen.

Das Nitrat-Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 21.6.18 wird den Grundwasserschutz stärken. Noch mehr Fortschritt brächte eine Änderung und ökologische Ausrichtung der europäischen Agrarsubventionen.
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Autor: Axel Mayer, Kreisrat

 
NABU begrĂĽĂźt EuGH-Urteil, dass Finkenjagd auf Malta illegal ist
Miller: Ein klares Signal an alle EU-Länder, dass die Vogelschutzrichtlinie nicht willkürlich aufgeweicht werden darf

Berlin/Brüssel – Der NABU begrüßt das vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ergangene Urteil, dass die Ausnahmeregelung Maltas, die den Fang von Finken erlaubt, gegen die europäische Vogelschutzrichtlinie verstößt und damit illegal ist.

Dazu NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Das Urteil ist ein wichtiger Schritt für die konsequente Umsetzung des Vogelschutzes in Europa. Damit wird ein langjähriger Streit beendet und ein klares Signal an alle anderen EU-Länder gesendet, dass die Vogelschutztrichtlinie nicht willkürlich durch einzelne nationale Regierungen aufgeweicht werden kann. Malta versucht seit Jahren, die EU-Vogelschutzrichtlinie durch großzügige Ausnahmeregelungen zu umgehen. Jetzt hat das Gericht klargestellt: Die strengen Auflagen für Ausnahmen vom geltenden Jagdverbot werden nicht erfüllt. Die Finkenjagd auf Malta mit Netzen und Fallen ist damit illegal.“

NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann: „Die Regierung von Malta steht nun in der Pflicht, das EuGH-Urteil schnell umzusetzen. Eine weitere Finkenjagdsaison darf es nicht mehr geben. Die EU-Kommission muss neben der Regelung zum Finkenfang auch zwei weitere dubiose maltesische Ausnahmegenehmigungen vor den europäischen Gerichtshof bringen: den Netzfang von Singdrosseln und Goldregenpfeifern und den Frühjahrsabschuss von Wachteln. Diese Ausnahmegenehmigungen öffnen der illegalen Jagd auf Malta Tür und Tor und machen eine Kontrolle der Schutzbestimmungen fast unmöglich. Zudem gibt es immer wieder zahlreiche Fälle, bei denen während der üblichen Jagdsaison im Herbst geschützte Arten illegal geschossen werden. Es gibt also noch viel zu tun.“

Hintergrund:
Der NABU unterstützt seit vielen Jahren seinen Partner BirdLife Malta bei seinem Kampf gegen das Töten und Fangen von Zugvögeln in Malta. Dazu gehört neben der Zusammenarbeit mit den Behörden zur Bekämpfung von Wilderei auch die politische Arbeit gegen dubiose Ausnahmeregelungen, die eigentlich verbotene Jagdpraktiken legalisieren. Seit 2014 hatte BirdLife Malta neben anderen Umweltorganisationen systematisch Beweise und Argumente gesammelt, die belegen, dass die maltesische Finkenfang-Genehmigung keineswegs den strengen Ausnahmebedingungen der EU-Vogelschutzrichtlinie entspricht.
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Umweltverbände begrüßen europäisches Urteil zur Nitratverschmutzung
Bundesregierung riskiert Strafzahlungen in Millionenhöhe durch Zugeständnisse an die Agrarlobby

Luxemburg/Berlin – Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen unzureichender Umsetzung der Nitrat-Richtlinie haben die Umweltverbände Deutsche Umwelthilfe (DUH), Grüne Liga, NABU und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) eine weitergehende Verschärfung des Düngerechts angemahnt.

„Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zeigt, dass das bisherige Düngerecht unzureichend ist, um die Nitratbelastungen auf ein vertretbares Maß zu begrenzen. Nun bekommt die Bundesregierung die Quittung dafür. Schlimmstenfalls muss die Bevölkerung die Kosten für diese Versäumnisse doppelt tragen: mit steigenden Wasserkosten für die Trinkwasseraufbereitung sowie Strafzahlungen an die EU“, sagt DNR-Generalsekretär Florian Schöne.

Leif Miller, Bundesgeschäftsführer NABU ergänzt: „Deutschlands Nitrat-Debakel ist symptomatisch für das Versagen der Agrarpolitik. Jahrzehntelang hat die Bundesregierung dafür gesorgt, dass sich Umweltschutz für Landwirte nicht lohnt. Die Folge ist eine immer intensivere Produktion, mitsamt hoher Nitratwerte. Mit Blick auf unsere Felder brauchen wir dringend eine naturverträglichere Landwirtschaft – doch bislang sperrt sich Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner gegen den Systemwechsel, den ihre Beiräte angemahnt haben, auch bei den beginnenden Verhandlungen zur künftigen EU-Agrarpolitik. Ignoriert die Bundesregierung weiter den Natur-Kollaps, werden neue peinliche Quittungen aus Luxemburg folgen.“

„Die zu erwartenden Strafzahlungen sind Peanuts im Vergleich dazu, was das Regelungs- und Vollzugsdefizit im Düngerecht die Gesellschaft seit Jahrzehnten kostet und noch kosten wird durch: nitratverseuchtes Grundwasser, aufwendige Wasseraufbereitung, Aufgabe von Brunnen, eutrophierte Flüsse, Seen und Küstengewässer“, kommentiert Michael Bender, Leiter der GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser. „Wir brauchen eine Wende: hin zu einer gewässerverträglichen Landwirtschaft, die ihre eigenen natürlichen Produktionsgrundlagen erhält.“

Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer der DUH: „Auch das neue Düngerecht enthält dermaßen viele Ausnahmen und Schlupflöcher, dass die europarechtlichen Vorgaben zum Trink- und Grundwasserschutz nicht eingehalten werden. Deutschland hält seit über 25 Jahren die EU-Grundwasserwerte nicht ein. In der Konsequenz drohen nun berechtigte Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Die Zeche zahlen damit wieder einmal nicht die Verursacher aus der industrialisierten Landwirtschaft, sondern die Steuerzahler.“

Die Verbände fordern die Bundesregierung auf, die Nitratbelastung konsequent zu reduzieren. Besonders für die Regionen mit einer hohen Viehdichte müssten nun zügig schärfere Vorgaben formuliert werden. Hierzu gehöre eine Obergrenze für die Düngung von 130 Kilogramm pro Hektar in den belasteten Gebieten. Die Verbände fordern zudem kürzere Einarbeitungsfristen für Wirtschaftsdünger, die Einführung der Stoffstrombilanz für alle Betriebe sowie die Einrichtung von mindestens fünf Meter breiten Pufferstreifen zu Gewässern. Nur durch schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen könnten die drohenden EU-Strafzahlungen in Millionenhöhe noch vermieden werden.
 
 

Vorsicht Spinner
Prozessionsspinner / Foto: Markus MĂĽller, Forstrevier Freiburg-Opfingen
 
Vorsicht Spinner
In diesem Sommer sind besonders viele Eichenprozessionsspinner im Stadtwald aktiv

Meiden Sie haarige Raupen und ihre Gespinste!
Nach Hautkontakt Kleider wechseln und grĂĽndlich abduschen

Das Freiburger Forstamt beobachtet diesen Sommer ein verstärktes Vorkommen von Eichenprozessionsspinnern, deren Raupen gefürchtet sind, weil sie durch ihre Behaarung Hautausschläge und Atembeschwerden verursachen können. Es ist nicht nötig, auf Spaziergänge in Eichenwäldern zu verzichten. Allerdings rät das Forstamt zur Beachtung einiger Verhaltenstipps.

Grundsätzlich findet keine Bekämpfung der Raupen statt. Vielmehr entscheidet das Forstamt im Einzelfall darüber, ob Gespinste und Raupen in alten Eichen entfernt werden müssen. Das gilt besonders in der Nähe von Erholungseinrichtungen oder Waldkindergärten. Sollten Waldbesucher einen starken Befall alter Eichen an einem dieser Orte feststellen, können Sie dem zuständigen Forstrevierleiter gerne einen Hinweis darauf geben.

Wodurch entsteht die gesundheitliche Gefährdung?
Die Spiegelhaare der Raupen sind hohl und enthalten das Protein Thaumetopein, das Überempfindlichkeiten des Immunsystems auslösen kann. Die Haare bohren sich mit ihren Widerhaken an ungeschützten Hautpartien ein und geben Thaumetopein ab. Menschen reagieren individuell unterschiedlich auf den Reizstoff; das reicht von juckenden Hautentzündungen bis zum anaphylaktischen Schock.

Was tun?
Daher sollten empfindliche Hautpartien bedeckt werden. Falls es zu einem Kontakt mit den Raupenhaaren kommt, wird ein sofortiger Kleiderwechsel und gründliches Abduschen empfohlen. Bei Irritationen sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Besonders vorsichtig sollten Personen sein, die für asthmatische Erkrankungen anfällig sind. Unter
den Krankheitserscheinungen wurden auch Entzündungen der Schleimhäute im Rachen- und Nasenbereich festgestellt.

Auch nach der Zeit des Raupenstadiums besteht noch bis Ende August Gefahr durch verlassene Nester und Häutungsrückstände. Generell sollten Menschen jede Berührung mit den behaarten Raupen vermeiden, da vor allem Hautkontakt die beschriebene Reizreaktion auslöst.

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?
Als wärmeliebende Art wählt der Prozessionsspinner zur Eiablage Eichen, die an Waldrändern oder in Parks stark von der Sonne bestrahlt werden. In dichten Waldbeständen ist er seltener zu finden.

Die Raupen beschränken sich auf die Blätter heimischer Eichenarten, in Ausnahmefällen sind forstwirtschaftliche Schäden durch vermehrten Kahlfraß möglich. Im Südwesten kommt der Eichenprozessionsspinner vermehrt vor, der Befall hängt jedoch von Jahr zu Jahr vom Klima und vom Nahrungsangebot ab. Beides ist in diesem Jahr für den Spinner so günstig wie seit neun Jahren nicht mehr.

Die ersten Raupen verpuppen sich im Juli, die fertig ausgebildeten unscheinbar grauen Nachtfalter schlüpfen 3-5 Wochen später und legen schon kurz danach Gelege auf die dünnen Zweige einer Eichenkrone, aus denen im nächsten Jahr neue Raupen schlüpfen.
 
 



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