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Samstag, 24. August 2019
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Verschiedenes

 
Orchideenklau: Kleine und große Katastrophe
Unsere "badischen Nashörner" sind die Orchideen.

In Afrika werden Nashörner geschossen weil sich mit dem Horn viel Geld verdienen lÀsst.

Im Mai 2019 haben Unbekannte im Taubergießen systematisch rund 3.000 Hummel- und Spinnenragwurz-Orchideen gestohlen und der Diebstahl setzt sich fort. Auch hier ist Gier der Grund fĂŒr den Diebstahl. Der Bestand im Taubergießen ist ein kleines europĂ€isches Naturwunder. Der unverschĂ€mte Diebstahl ist die „kleine“ Katastrophe fĂŒr die Artenvielfalt. Die große Katastrophe ist die Tatsache, dass es europaweit nur noch so wenig Orchideen gibt. Unsere Naturschutzgebiete sind sind zwischenzeitlich (Ă€hnlich wie in Afrika) Restnatur und Naturmuseen und der Diebstahl war der Einbruch in ein Museum und gefĂ€hrdet RestbestĂ€nde. Wir mĂŒssen den Dieben mit empfindlichen Strafen auf die Finger schlagen. Vor allem aber brauchen wir mehr Natur.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
 
 

Schlechte Grundwassersituation am Oberrhein
Quelle: BUND SĂŒdlicher Oberrhein
 
Schlechte Grundwassersituation am Oberrhein
Die verdĂŒnnte Spitze der Grundwasser-Versalzungs-Fahne der elsĂ€ssischen Kaliminen ist lĂ€ngst in Breisach angekommen, doch nicht die Verursacher tragen die Kosten fĂŒr die bereits entstandenen, massiven SchĂ€den und fĂŒr die geplanten 4,7 Millionen Euro Anschlusskosten an den Brunnen in Hausen, sondern die Menschen in Breisach und das Land Baden-WĂŒrttemberg.

Eine umfassende, aufwendige, grenzĂŒberschreitende Studie "GRENZÜBERSCHREITENDE BESTANDSAUFNAHME DER GRUNDWASSERQUALITÄT IM OBERRHEINGRABEN", die in den Medien erstaunlicherweise fast keine Resonanz gefunden hat, zeigt die massiven Grundwasserprobleme ĂŒberdeutlich.

"Insgesamt wurden 172 Parameter an ĂŒber 1‘500 Messstellen von Basel bis Mainz analysiert.(...) Die Untersuchungen ergaben ein breites Spektrum von Schadstoffen menschlichen Ursprungs im Grundwasser. Bei wenigstens einem der gemessenen Parameter erfĂŒllten 44 % der Grundwassermessstellen im Oberrheingraben die gemeinsamen Kriterien fĂŒr TrinkwasserqualitĂ€t nicht. Im Vergleich zu 2009 ist keine Verbesserung der allgemeinen Grundwasserbeschaffenheit festzustellen", schreiben die Verfasser der Studie in einer Pressemitteilung. "Nitrat ist nach wie vor der Stoff mit den meisten GrenzwertĂŒberschreitungen im Grundwasser des Oberrheingrabens und nur hier gab es zumindest in Baden WĂŒrttemberg minimale Verbesserungen. Die RĂ€ume nördlicher Kaiserstuhlrand und MarkgrĂ€flerland, der Westrand des elsĂ€ssischen Grundwasserleiters sowie der Norden des Untersuchungsgebietes sind hinsichtlich des Grenzwertes von 50 mg/Liter weiterhin problematisch. Pflanzenschutzmittel und ihre Abbauprodukte wurden im Untersuchungsgebiet flĂ€chendeckend nachgewiesen. Fast 90% der untersuchten Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und Abbauprodukte, fĂŒr die es einen Trinkwassergrenzwert gibt, wurden in einem Viertel des Messnetzes mindestens einmal gefunden. Neuartige Spurenstoffe wurden erstmals in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung untersucht. Einige dieser Substanzen waren im Grundwasser des Oberrheingrabens hĂ€ufig nachweisbar."

FĂŒr BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Axel Mayer zeigt diese Studie, dass in Sachen Grundwasser viel geredet und wenig gehandelt wird. In den letzten 50 Jahren hat der Druck des BUND und der Umweltbewegung dazu gefĂŒhrt, dass es in vielen Umweltbereichen große Fortschritte gegeben hat (Luftreinhaltung, WasserqualitĂ€t der FließgewĂ€sser...), doch in Sachen GrundwasserqualitĂ€t ist der ökologische Fortschritt langsamer als eine Schnecke.

Die massiven Probleme zeigen sich in SĂŒdbaden an vielen aktuellen Einzelbeispielen:

- Seit dem Jahr 1997 engagiert sich der BUND fĂŒr die Sanierung der Salz-Abraumhalde in Buggingen. Die jetzt bekannt gewordenen Eintragsmengen von bis zu 2,5 Tonnen Salz/tĂ€glich(!) ins Grundwasser ĂŒbertreffen bei weitem unsere schlimmsten BefĂŒrchtungen und werfen ein Schlaglicht auf das absolute Versagen der Behörden. An der skandalösen Verzögerung der Sanierung zeigt sich das geringe Interesse am Grund- und Trinkwasser ĂŒberdeutlich.

- Erschreckend sind die gezielt ablenkenden Nischendebatten, die mit großer Heftigkeit gefĂŒhrt werden. WĂ€hrend wir reale, massive Probleme mit Nitrat, Salz, Pflanzengiften und neuartigen Spurenstoffen haben, wird im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ĂŒber die scheinbaren "Gefahren" von WindrĂ€dern fĂŒr das Grundwasser heftigst diskutiert. Wir erleben nicht nur an diesem Beispiel, wie immer hĂ€ufiger mit vorgeschobenen Umweltargumenten vollkommen andere Ziele verfolgt werden.

- Seit Dezember 2018 haben die Menschen in Wyhl endlich wieder trinkbares, nitratÀrmeres Wasser, aber das Grundproblem, die landwirtschaftsbedingte Nitratbelastung der Böden und des Wassers, wurde nicht gelöst. Jetzt wird das Wyhler Trinkwasser zu 100 Prozent vom Tiefbrunnen Sasbach bezogen.

- Vermischen und verdĂŒnnen ist das Grundprinzip der scheinbaren Sanierung, nicht nur in Wyhl. Der Oberrhein-Aquifer ist mit einem Volumen von geschĂ€tzt 45 Milliarden Kubikmetern einer der bedeutendsten Grundwasserspeicher Mitteleuropas und dennoch sind die Gemeinden Herbolzheim, Endingen, Rheinhausen, Sasbach und Weisweil gezwungen eine Ringleitung zu planen, um die Wasserversorgung zu sichern.

- Im Elsass könnte sich die marode GiftmĂŒlldeponie Stocamine zu einem großen Grundwasserproblem entwickeln. Es kommt die SteuerzahlerInnen schon jetzt teuer zu stehen, dass die frĂŒhen Warnungen von Alsace Nature und BUND in der Planungsphase der GiftmĂŒlldeponie nicht gehört wurden.

- In der Schweiz sehen wir mit wachsender Sorge die grundwassergefĂ€hrdenden atomaren EndlagerplĂ€ne im Rheineinzugsgebiet in einer -im internationalen Vergleich- viel zu dĂŒnnen Schicht Opalinuston.

Die neue, fast unbeachtete Studie "GRENZÜBERSCHREITENDE BESTANDSAUFNAHME DER GRUNDWASSERQUALITÄT IM OBERRHEINGRABEN" bestĂ€rkt den BUND Regionalverband in seiner jahrzehntelangen Kritik. Ähnliche, zugegeben nervtötende Dauerkritik hat in vielen anderen Umweltbereichen den ökologischen und technischen Fortschritt beschleunigt. Vielleicht sind die angekĂŒndigten europĂ€ischen Bußgelder fĂŒr GrundwassersĂŒnden hilfreich.

Wie immer wieder in den letzten Jahrzehnten drĂ€ngen wir auf eine echte Sanierung der vielfĂ€ltigen Probleme, auf Sanierungen, die bei den SchadstoffeintrĂ€gen in Buggingen, auf den Äckern und anderswo ansetzen mĂŒssen und auf eine Anwendung des Verursacherprinzips, auch bei den großen Grundwasserverschmutzern.

Wasser braucht auch in SĂŒdbaden und im Elsass eine stĂ€rkere Lobby. Die Ursachen der Belastungen sind zwischenzeitlich ausreichend bekannt. Jetzt braucht es Taten und Engagement von Politik und Behörden, um konsequenter gegen die Ursachen der Grundwasserbelastung vorzugehen und um zukĂŒnftige GefĂ€hrdungen zu vermeiden.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
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Olivenöl im Test: Jedes zweite ist stark mit Mineralöl verunreinigt
Ob Olivenöle mit der höchsten GĂŒteklasse „nativ extra“ halten, was sie versprechen, ĂŒberprĂŒft die ÖKO-TEST Redaktion in der kommenden Mai-Ausgabe. 20 Produkte stehen dafĂŒr auf dem PrĂŒfstand. Nur zwei davon schneiden allerdings in der Gesamtwertung mit „gut“ ab. Ein vom Internationalen Oliven Rat anerkanntes Olivenöl-Panel beurteilte fĂŒr ÖKO-TEST QualitĂ€t und Geschmack der Ölivenöle. Weitere Labore untersuchten die Produkte unter anderem auf Pestizide, problematische Mineralölbestandteile und fortpflanzungsgefĂ€hrdende Weichmacher. Das Ergebnis: Die HĂ€lfte der getesteten Öle ist mit Mineralöl verunreinigt, ganze sechs Produkte wertet ÖKO-TEST als „ungenĂŒgend“.
 
 

 
Rad-Querung FR2 ĂŒber Lehener Straße fertiggestellt
KĂŒnftig Vorfahrt fĂŒr den Radverkehr

Die Radvorrangroute FR2 ist weiter ein StĂŒck weiter ausgebaut. Die Rad-Querung ĂŒber die Lehener Straße ist jetzt fertiggestellt. Mitte MĂ€rz begann das Garten-und Tiefbauamt (GuT) mit den Bauarbeiten und musste dafĂŒr die Lehener Straße komplett sperren; diese konnte jetzt aufgehoben werden. Die Radfahrenden haben nun eine bevorrechtigte Querung der Rad-Vorrang-Route FR2 ĂŒber die Lehener Straße an der GĂŒterbahnbrĂŒcke.

Die vorhandene Kreuzung des FR2 an der Lehener Straße ist nun so umgestaltet, dass die Rad-Vorrang-Route FR2 der Lehener Straße Vorrang erhĂ€lt. Die neue Vorfahrt entsprechend ausgeschildert und markiert.

Um die Verkehrssicherheit zu gewĂ€hrleisten, wurden zur Verbesserung der Sicht vorhandene ParkplĂ€tze entfernt. Außerdem wird dem Autoverkehr deutlich angezeigt, dass der Radverkehr auf der Lehener Straße Vorfahrt hat. Dazu wurde die Fahrbahn erhöht und mit rötlichem Pflaster ausgelegt. So erkennen Autorfahrende sofort, dass sie die Geschwindigkeit verringern mĂŒssen. Vergleichbar ist die jetzige Situation mit der bevorrechtigten Querung des Dreisamuferradwegs FR1 am Sandfangweg.

Mit dem Radkonzept 2020 wurde beschlossen, die RadVorrang-Route FR2 entlang der GĂŒterbahn als eine von drei Pilotrouten auszubauen. Im SĂŒden und in der Mitte Freiburgs ist der Radweg schon in grĂ¶ĂŸeren Teilen vorhanden und schafft damit schnelle und attraktive Verbindungen fĂŒr den Radverkehr. Durch Aus- und Neubau weiterer Abschnitte soll eine durchgĂ€ngige Rad-Vorrang-Route durch ganz Freiburg geschaffen werden.

Zuletzt wurde auf dem FR2 Mitte 2017 die kreuzungsfreie FĂŒhrung unter der Breisacher Straße fertiggestellt. Schon lĂ€nger erleichtern Durchstiche unter Opfinger Straße und MĂŒhlenweg sowie eine BrĂŒcke ĂŒber die Ferdinand-WeißStraße die Fahrt.

Derzeit wird ein neuer Radweg in der Hartmannstraße gebaut. Danach wird sĂŒdlich der Dreisam der Weg am KronenmĂŒhlenbach ausgebaut sowie eine Fahrradstraße in der Badenweilerstraße errichtet - auch hier mit Bevorrechtigung des Radverkehrs. Der Radverkehr auf der Vorrang-Route FR2 ist damit weitgehend unabhĂ€ngig vom ĂŒbrigen Verkehr und anderen Verkehren gegenĂŒber bevorrechtigt.
 
 

Insekten, WindrÀder & die Interessen der Agrochemie-, Kohle- & Atomlobby
Quelle: BUND SĂŒdlicher Oberrhein
 
Insekten, WindrÀder & die Interessen der Agrochemie-, Kohle- & Atomlobby
Eine neue Studie des DLR besagt, dass pro Jahr möglicherweise ca. 1.200 Tonnen Insektenbiomasse in Deutschland an Windrotoren verloren gehen. "Die aufgrund vereinfachter Annahmen hochgerechnete Zahl einer maximalen Masse von 1.200 Tonnen getöteter Insekten erscheint auf den ersten Blick sehr hoch" kritisiert das Bundesamt fĂŒr Naturschutz. Dennoch haben viele Medien, aber auch Kohle-, Atom- und Agrarchemielobbyisten die Studie begierig aufgegriffen. Die inhaltlich umstrittene Studie ist lesenswert. Sie beschreibt gemessen an den Hauptursachen des Insektensterbens, allerdings nur ein kleines Rand- und Nischenthema. Allein in deutschen WĂ€ldern fressen Vögel ca. 400.000 Tonnen Insektenbiomasse im Jahr!

Die Hauptursache fĂŒr das Sterben von Insekten wie Schmetterlingen und Bienen ist eindeutig die industrielle Landwirtschaft mit ihren Giften, ÜberdĂŒngung und die „pflegeleichte“ ausgerĂ€umte, monotone Agrarlandschaft.

Doch auch in kleinen Randbereichen des Insektensterbens muss selbstverstĂ€ndlich seriös geforscht werden. Nischendebatten und Nischenberichterstattung fĂŒhren allerdings dazu, dass die tatsĂ€chlichen Hauptprobleme nicht angegangen werden. Spannend sind nicht nur die Ergebnisse der umstrittenen Windrad-Studie, sondern auch die Art und Weise, wie von interessierter Seite das Thema gezielt und erfolgreich aufgebauscht wird.

Das Ganze erinnert an die industriegelenkte Debatte zu den jĂ€hrlich ca. 100.000 durch WindrĂ€der getötete Vögel. Eine Nischendebatte, die verhindert, dass ĂŒber die 18 Millionen Vögel diskutiert wird, die in Deutschland an Glasscheiben sterben.

Strom aus neuen AKW ist nicht nur gefÀhrlich und umweltschÀdlich, sondern auch viel teurer als Strom aus Windenergie. Gerade darum bekÀmpfen die Atom- und Kohlelobbyisten und ihre Vorfeldorganisationen die erneuerbaren Energien mit gezielt vorgeschobenen Scheinargumenten. Gerade rechtspopulistische Netzwerke und Klimawandelleugner, die ansonsten immer gegen Umwelt- und Naturschutz agitieren, benutzen immer wieder aus dem Zusammenhang gerissene Naturschutzargumente, um Kohle- und Atomkonzernen zu nutzen.

Wie schaffen es Konzerne und PR-Agenturen, dass manche wichtigen Themen gezielt ablenkend nur in Nischen debattiert werden und gleichzeitig aber in den Medien solche Aufmerksamkeit finden?

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
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Klimaschutz durch Atomkraft? Riskant und sehr teuer
Der zeitliche Abstand zu den AtomunfĂ€llen in Tschernobyl und Fukushima ist so groß, dass die Atomlobby wieder in die Offensive geht. Mit gezielt vorgeschobenen Klimaschutzargumenten versuchen die Atomkonzerne und ihre Tarnorganisationen der Nuclear Pride Coalition Werbung fĂŒr Atomkraft zu machen und ihre Profite zu sichern. Doch Atomkraft ist hochriskant, teuer und der AtommĂŒll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden. Bei der Nutzung der Atomenergie (vom Uranabbau bis zum Abriss) wird mehr Kohlendioxid freigesetzt als beim Betrieb eines Windrades sagt eine Studie des Deutschen Bundestages. Atomstrom aus neuen AKW ist sehr teuer. Das neue englische AKW Hinkley Point wird 23,2 Milliarden Euro kosten und extrem teuer Strom produzieren. Ab 2025 wird der Atomstrom fĂŒr rund 12 Eurocent pro Kilowattstunde (kWh) ins Stromnetz verkauft. Hinzu kommt ein jĂ€hrlicher Aufschlag fĂŒr die Inflation. Solar- und Windstrom sind im Vergleich deutlich gĂŒnstiger. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts fĂŒr Solare Energiesysteme (ISE) kostet heute in Deutschland Strom aus neuen Windanlagen etwa 6 Eurocent pro kWh und aus neuen großen Solarkraftwerken im Durchschnitt ca. 5 Eurocent. In sonnenreichen LĂ€ndern sind die Kosten fĂŒr Solarstrom noch gĂŒnstiger und liegen unter vier Eurocent. Der Kostenvergleich mit fossiler und nuklearer Stromerzeugung wird dadurch erschwert, dass externe Kosten durch Umwelt-, Klima- und GesundheitsschĂ€den außen vor bleiben. Mit einem Bruchteil des Geldes fĂŒr neue AKW lĂ€sst sich umweltfreundlich Strom aus Wind und Sonne erzeugen und das Klima schĂŒtzen. Aus diesem Grund werden die zukunftsfĂ€higen Energien von der Atom- und Kohlelobby und ihren Tarnorganisationen auch massiv behindert.

Warum sollen wir auf eine gefĂ€hrliche, teure Hochrisikotechnologie wie den Thorium Reaktor setzen, wenn wir kostengĂŒnstige, umweltfreundliche Alternativen haben?

Um tatsĂ€chlich in großem Umfang teuren Atomstrom zu erzeugen, mĂŒssten weltweit sehr viele AKW in immer mehr LĂ€ndern gebaut werden. Doch jeder neue Staat, der mit Hilfe der Atomkraft in den Besitz von Atomwaffen kommt, erhöht die Gefahr zukĂŒnftiger Atomkriege und ist eine Katastrophe fĂŒr die Menschheit und alles Leben auf diesem Planeten.

Der menschengemachte Klimawandel muss umweltfreundlich und nachhaltig angegangen werden. LösungsansĂ€tze sind regenerativen Energien, Energiesparen und eine Änderung unseres nicht nachhaltigen Lebensstils. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsĂ€chlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten und Wege fĂŒr ein gutes Leben aufzuzeigen. Die grĂ¶ĂŸten EinschrĂ€nkungen auf diesem Weg sind die ökonomisch-politischen WiderstĂ€nde alter Eliten und die Tatsache, dass dieser Weg Vernunft und ein massives Umdenken voraussetzt. Der Versuch, die Probleme des Klimawandels mit Atomkraft zu lösen, ist ein gefĂ€hrlicher, rĂŒckwĂ€rtsgewandter Irrweg.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer, VizeprĂ€sident Trinationaler Atomschutzverband TRAS
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40 Jahre Atomkraft-Unfall Three Mile Island Block 2
bei Harrisburg, USA, und Strahlenfolgen

Der Unfall beim Atomkraftwerk Three Mile Island 2 (TMI-2) bei Harrisburg/USA beginnt.
Zahlreiche Strahlenopfer des Atomkraft-Unfalls bei Harrisburg (TMI-2) erwiesen.
Bei Àlterem Reaktor wÀre der Unfall eine Riesenkatastrophe geworden.
Als Menschen zu „Messinstrumenten“ wurden. Beschwichtigungen und Vertuschungen

Am 28.3.1979 4 Uhr nachts begann im US-Bundesstaat Pennsylvania unweit von dessen Haupt­stadt Harrisburg im Atomkraftwerk Three Mile Island (TMI) im Block2, der erst wenige Wo­chen zuvor in Betrieb gegangen war, ein schwerer Unfall. Dieser umfasste eine weitgehen­de Schmelze des Reaktorkerns, mindestens eine Wasserstoffexplosion und erheb­liche Freisetzungen von RadioaktivitĂ€t. Mehrere Tage lang bestand die Gefahr einer sehr viel grĂ¶ĂŸeren Katastro­phe. Bereits am 1. Tag kam es zu Ausstoß von RadioaktivitĂ€t in die Luft. Am 30.3. wurde ent­schieden, alle schwangeren Frauen und alle Kinder im Vorschulalter aus der 8-km-Zone (5 Mei­len) zu evakuieren . Die Nachricht erreichte die Menschen erst 2 Tage spĂ€ter. Die Schulen wu­rden geschlossen. FĂŒr den 16-km-Umkreis (10 Meilen) wur­de die Bevölkerung aufgefordert, die HĂ€u­ser nicht zu verlassen. Fast 200.000 Menschen flohen. Entwarnung kam erst am 9. April.

Unkontrollierte Freisetzungen von RadioaktivitĂ€t in die Umwelt begannen schon kurz nach Unfallbeginn. MessgerĂ€te im Kraftwerk ĂŒberschritten ihre Meßbereiche. Radioaktives Edelgas des TMI-2-Unfalls wurde sogar in Albany gemessen, der rund 400 km entfernten Hauptstadt des Staates New York. Zu den Strahlen- und Krankheitsfolgen des TMI-Unfalls gibt es viele Anzeichen fĂŒr eine große Beschwichtigungs- und Vertuschungskampagne. Die Frage der StrahlenschĂ€den bei der Bevölkerung wurde offiziell schon auffĂ€llig frĂŒh verneint, obwohl z.B. Krebserkrankungen nicht sofort auftreten. Viele ernst zu nehmende Berichte aus der Bevöl­kerung und unabhĂ€ngige in Fachjournalen veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchungen von Forschern an der UniverstĂ€t von North Carolina belegen dagegen erhebliche GesundheitsschĂ€den, u.a. gehĂ€ufte bestimmte Krebserkrankungen. Auch bei der Kindersterblichkeit gabe es Erhöhungen. Beobachtungen aufmerksamer Menschen, die schon bald am 1. Unfalltag 28.3.1979 und danach strahlenbedingte Krankheitssymptome, die bei hoher Belastung auftreten, bei sich selber und bei Tieren feststellten mit Hunderten an sich ĂŒberzeugenden schriftlichen Berichten, wurden von offiziellen Stellen nicht anerkannt. Die Eigner von TMI zahlten Bewohnern der Umge­bung aber viele Millionen Dollar außergerichtlich, um gerichtliche Klagen wegen missgebildeter Kinder zum Schwei­gen zu bringen.

Der Unfall hĂ€tte sehr viel schwerer ablaufen können bis hin zu einer Riesen-Katastrophe ("großer SuperGAU", INES 7) mit gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen schwerer als "Tschernobyl 1986" oder "Fukushima 2011", wenn der "brandneue" Unfallreaktor mehr als nur ein paar Wochen Strom erzeugt hĂ€tte. Denn die dann viel grĂ¶ĂŸeren Freisetzungen wĂ€ren bodennah erfolgt und nicht durch einen Graphitbrand in die Höhe und damit auf der Nordhalbkugel der Erde verteilt worden bzw. nicht wie bei Fukushima hauptsĂ€chlich Richtung Pazifischrn Ozean geweht oder oder in ihn abgeleitet worden. - Der Block TMI-2 ist auch 40 Jahre nach dem Unfall wegen der hohen Verstrahlung nur teilweise rĂŒckgebaut. Der Ă€ltere Block TMI-1 soll in 2019 stillgelegt werden, da der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich sei. Man erhofft aber staatliche Gelder fĂŒr eventuellen Weiterbetrieb.
 
 

NABU: Die ersten Sechsbeiner sind unterwegs - Starthilfe fĂŒr Insekten
Streifenwanze / Foto: Helge May -nabu
 
NABU: Die ersten Sechsbeiner sind unterwegs - Starthilfe fĂŒr Insekten
Miller: Äcker, GrĂŒnland und GĂ€rten sind wichtige LebensrĂ€ume - "Insektensommer" vom 31. Mai bis 9. Juni und 2. bis 11. August

Berlin – Werden die Tage heller und die Sonnenstrahlen wĂ€rmer, machen sich Insekten auf die Suche nach Nahrung und Nistmöglichkeiten. Eine echte FrĂŒhlingsbotin ist die Rostrote Mauerbiene, „Insekt des Jahres“ 2019. Sobald die auffallend pelzige Wildbiene auftritt, sind andauernde Fröste vorĂŒber und FrĂŒhjahrsblĂŒher wie Krokusse oder Hyazinthen recken sich der Sonne entgegen. Bereits den FrĂŒhling im Namen trĂ€gt eine andere Pelzbiene, die FrĂŒhlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes). Sie ist ebenso ab Mitte MĂ€rz zu beobachten genauso wie die ersten Schmetterlinge und KĂ€fer, darunter Zitronenfalter und Tagpfauenauge oder der beliebte MarienkĂ€fer.

„Wichtige InsektenlebensrĂ€ume sind Hecken, Wiesen, Feldraine und GewĂ€sserrandstreifen. Wir brauchen mehr davon und mĂŒssen sie frei von Pestiziden halten. Neben einer naturnĂ€heren insektenfreundlichen Landwirtschaft kann Vielfalt in GĂ€rten und Parks einen Teil dazu beitragen, Insekten zum FrĂŒhling Starthilfe zu geben“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Mit Hilfe von Nisthölzern lĂ€sst sich zum Beispiel die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) problemlos im Garten ansiedeln. Gerne nimmt sie kĂŒnstliche Nistgelegenheiten aus Holz, Bambus oder Schilf an. „Insektenhotels dĂŒrfen durchaus dekorativ sein, doch sie helfen nur, wenn sie auch artgerecht sind. Wichtig ist, dass kein Weichholz verwendet wird, damit Bohrlöcher nicht ausfransen, sonst können sich Bienen daran verletzen. Auch sollten insektenfreundliche Wildpflanzen in der NĂ€he sein, sonst werden die geschaffenen Hotels ohne GĂ€ste bleiben“, sagt NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi.

Ein Beet aus heimischen Wildstauden wirkt wie ein Magnet auf Falter und Bienen. An sonnigen Standorten wachsen Moschusmalve, Natternkopf, Wiesen-Flockenblume und Blut-Storchschnabel. Sie liefern Pollen und Nektar und sind dazu noch optimal an Klima und Boden angepasst. Generell freuen sich Insekten ĂŒber Wildrosensorten. Diese haben keine gefĂŒllten BlĂŒten, so können Insekten den Nektar leichter erreichen als bei gezĂŒchteten Sorten.

Insekten zĂ€hlen zu der artenreichsten Tiergruppe und sind ein wichtiger Baustein fĂŒr das Ökosystem. Die Gesamtmasse an Fluginsekten hat bis zu 75 Prozent in Schutzgebieten abgenommen. Mehr als die HĂ€lfte jeder Wildbienenart ist in Deutschland gefĂ€hrdet. Nach SchĂ€tzungen leben in Deutschland 33.000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor.

Vor diesem Hintergrund hat der NABU die Citizen-Science-Aktion „Insektensommer“ ins Leben gerufen. Die InsektenzĂ€hlung findet bundesweit vom 31. Mai bis 9. Juni und vom 2. bis 11. August statt. Die Beobachtungen können unter www.insektensommer.de gemeldet werden. Oder ĂŒber die kostenlose NABU-App „Insektenwelt“ fĂŒr iOS und Android. Sie enthĂ€lt ĂŒber 120 in Deutschland hĂ€ufige vorkommende Arten. „Ziel des Insektensommers ist es, auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und fĂŒr den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und HĂ€ufigkeit der Insekten zu sammeln. Jedes Insekt zĂ€hlt!“, so Franzisi.
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369 370 371 372 373 


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