oekoplus - Freiburg
Samstag, 24. August 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

NABU: Welche Vögel kommen ans Futterhäuschen?
Blaumeise / Foto: Frank Derer; nabu
 
NABU: Welche Vögel kommen ans Futterhäuschen?
Bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ vom 6. bis 8. Januar

Berlin - Vögel beobachten macht Spaß. Zumal an den Vogelfutterstellen jetzt Hochbetrieb herrscht. Doch welche Arten kommen in unseren Gärten und Parks besonders häufig vor, gibt es regionale Unterschiede und macht sich der bisher so milde und schneearme Winter besonders bemerkbar? Antwort auf diese Fragen soll die „Stunde der Wintervögel“ geben, zu der der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nun zum zweiten Mal aufruft.

Die Wintervogelzählung findet vom 6. bis 8. Januar statt und funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die sich im Laufe einer Stunde zeigt. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 7. und 8. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen für die Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die NABU-Wintervogelzählung nicht nötig. Zur Unterstützung stehen auf www.stundederwintervoegel eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten sowie Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung.

Eingeführt wurde die Wintervogelerfassung durch wissenschaftliche Laien schon vor mehr als einem Jahrhundert in den USA. Allerdings waren die Vorgänger blutrünstige Veranstaltungen, denn bei den „Side Hunts“ wetteiferten Jagdgesellschaften miteinander, wer die meisten Vögel erlegt. Im Jahr 1900 schlug der Vogelkundler Frank Chapman dann vor, statt mit der Flinte künftig mit Fernglas und Notizblock „jagen“ zu gehen, und seine Idee setzte sich durch. Heute beteiligen sich allein in Amerika rund 60.000 Vogelfreunde an der traditionsreichen Zählung.

Zu den eifrigsten Vogelzählern weltweit haben sich inzwischen die Briten entwickelt. In Großbritannien nehmen am „Big Garden Birdwatch“ mehr als eine halbe Million Menschen teil. In den Niederlanden weist die jährliche „Tuinvogeltelling“ immerhin rund 30.000 Meldungen auf und bei der ersten deutschlandweiten „Stunde der Wintervögel“ meldeten im vergangenen Januar mehr als 85.000 Teilnehmer rund 2,6 Millionen Vögel. Häufigste Art war dabei die Kohlmeise, gefolgt von Haussperling und Amsel. Nun hoffen der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), trotz des bislang wenig winterlichen Schmuddelwetters erneut auf rege Beteiligung. Je mehr Beobachtungen in die Wertung einfließen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.
Mehr
 

 
ÖKO-TEST Honig: Gen-Pollen sind allgegenwärtig
Dass ein Nebeneinander von Gen-Technik und Nicht-Gen-Technik nicht mehr möglich ist, zeigt der neue Honig-Test, den das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST durchgeführt hat. 14 der insgesamt 20 Blütenhonige waren mit Gen-Pollen verunreinigt. Die gute Nachricht ist jedoch, dass deutscher Honig derzeit noch weitgehend sicher ist.

In allen Gen-Honigen stecken Pollen der Pflanze Roundup Ready Soja. Diese gentechnisch veränderte Soja-Bohne, die vor allem in Brasilien und Argentinien angebaut wird, hat in der EU eine uneingeschränkte Zulassung als Lebensmittel. Deshalb dürfen auch alle Honige, die mit diesen Pollen verunreinigt sind, verkauft werden. Verbraucher sollten außerdem wissen, dass Produkte mit dem Aufdruck „Ohne Gentechnik“ nicht komplett gentechnikfrei sein müssen – geringe Gen-Tech-Spuren sind hier erlaubt.

Bei den Laboruntersuchungen hat sich herausgestellt, dass in deutschen Honigen keine Gen-Pollen stecken. Überraschend ist dies nicht, weil grüne Gen-Technik hierzulande noch keine große Rolle spielt. Das könnte sich jedoch ändern, da derzeit ein Antrag auf Neuzulassung der problematischen Maissorte MON810 läuft und auch andere Zulassungen in Vorbereitung sind.

Das Ă–KO-TEST-Magazin Januar 2012 gibt es seit dem 30. Dezember 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.
 
 

Karlsruhe: Geweih zum Kampf und Festhalten
Hirschkäfer ist Insekt des Jahres 2012 / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Geweih zum Kampf und Festhalten
Hirschkäfer und Lärche, Dohle und Heidenelke im Jahr 2012 hervorgehoben

Der Hirschkäfer ist Insekt, die Dohle Vogel, die Lärche Baum und die Heidenelke Blume des Jahres 2012. Der mächtige Hirschkäfer ist im Raum Karlsruhe noch häufiger anzutreffen. Aber insgesamt ist er selten geworden, weil es ihm an Lebensraum fehlt. Er braucht geeignete alte Eichen, die hierzulande aus ökologischen Gründen erhalten wurden, als Nahrungsplätze und Totholz als Brutraum. Laut Ulrich Kienzler, Forstchef im Liegenschaftsamt, gibt es die Käfer in den Rheinauen, im Hardtwald und in den Bergwäldern.

Dort ist der Hirschkäfer während der Schwärmzeit von Mitte Juni bis Ende Juli vor allem in der Dämmerung anzutreffen. Kienzler prognostiziert sogar, dass sein Brutraum noch zunehmen wird. Denn nach dem Trockenjahr 2003 sind viele alte Bäume abgestorben. Vorausgesetzt allerdings, dass noch genügend lebende Eichen Nahrung bieten. Der männliche Hirschkäfer ist etwa acht Zentimeter groß und zeichnet sich durch ein Namen gebendes "Geweih" aus. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um seine Oberkiefer. Es setzt sie beim Rivalenkampf und bei der Paarung ein. Das Männchen hält mit diesen Zangen das etwa fünf Zentimeter lange Weibchen fest. Nach der Begattung gräbt es sich bis zu 50 Zentimeter tief in den Boden ein und legt bis zu 100 Eier an morsche Wurzeln. Dort leben die Larven fünf bis sechs Jahre und werden bis zu zwölf Zentimeter lang.

Die Lärche ist in den Karlsruher Wäldern eigentlich nicht heimisch. Sie wurde im 19. Jahrhundert von ihren Mittel- und Hochgebirgsstandorten in Laubwälder geholt, um ergiebigere "Brennholzwälder" zu bekommen. Und ist der einzige Nadelbaum, der im Herbst sein Kleid fallen lässt. Vor dem Abwurf zeigt die Lärche eine auffällige, goldene Herbstfärbung. Im Frühjahr fällt sie durch das zarte Grün der neuen Nadeln auf. Bekannt ist sie durch kleine Zapfen, die über mehrere Jahre ihren Samen abgeben und als Weihnachtsdekoration beliebt sind. In den hiesigen Wäldern belegt die Lärche lediglich rund zwei Prozent der Fläche. Ihr Holz ist sehr wertvoll, weil es dank seines hohen Harzgehalts für den Außenbereich taugt. Bei Grünwettersbach stehen rund 150 Jahre alten Lärchen, die ältesten in Karlsruhe.

Die Dohle gehört zur Familie der Rabenvögel, ist also eng verwandt mit Rabenkrähe, Saatkrähe und Kolkrabe, ebenso mit Elster und Eichelhäher. Sie brütet im April und Mai in Höhlen und Nischen von Bäumen wie Gebäuden und das gerne in Gesellschaft. Ein Dohlenpaar ist lebenslang zusammen. Außerhalb der Brutzeit fliegen die geselligen Allesfresser auch in Schwärmen mit Krähen. Gefährdet sind sie vor allem durch den Verlust an Brutplätzen durch Abriss und Sanierung alter Gebäude.

Die Heidenelke wächst auf kalkarmen, trockenen, eher nährstoffarmen Böden wie Magerwiesen, Halbtrockenrasen und sandig-lehmigen Böschungen in warmen Lagen. Dort wird sie nur zehn bis 40 Zentimeter hoch, lebt aber mehrere Jahre. Die höchstens zwei Zentimeter großen purpurroten Blüten sind mit weißen Punkten übersät. Sie blüht von Juni bis September. Gefährdet ist sie weil ihre Lebensräume durch Umbruch, Überbauung oder Düngung seltener werden.
 
 

 
Energie-Unabhängigkeit statt Gefahr für alle durch Atomkraftwerke
ECOtrinova e.V., Freiburg i.Br., zur UmweltprĂĽfung des geplanten Atomkraftprogramms in Polen

Zum polnischen „Kernenergieprogramm“, das in diesem bisher atomkraftfreien Land derzeit mit einer strategischen Umweltprüfung vorbereitet wird, hat jetzt der Freiburger gemeinnützige Verein ECOtrinova e.V. wie auch andere regionale und bundesweite Vereinigungen ablehnend und mit Alternativvorschlägen an das zuständige polnische Wirtschaftsministerium und die polnische Generaldirektion Umwelt Stellung genommen. Solche Stellungnahmen aus dem Ausland sind nach EU-Recht möglich und üblich.

Laut Dr. Georg Löser, Vorsitzender von ECOtrinova e.V:, würden auch Atomkraftwerke in Polen Leib und Leben, Gesundheit der Menschen und ihrer Kinder und Kindeskinder, Erbgut, Eigentum und die Sicherstellung unbelasteter Nahrung gefährden. „Insbesondere die Atomkraft-Katastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 haben gezeigt, dass Radioaktivität keine Grenzen kennt und Atomkraft auch mit moderner Technik nicht beherrschbar ist“, so Löser. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es bei Atomenergie nicht. Schwere Unfälle mit radioaktiver Freisetzung seien nicht auszuschließen und wurden von keiner Versicherung der Welt versichert. „Nichts sei überflüssiger und nichts ist falscher und letztlich auch teurer als der Einstieg in die riskante Atomenergie mit all ihren ungelösten Problemen vom Uranbergbau über das Reaktorrisiko bis hin zum Atommüll und zur Atomwaffen-Verbreitung. Lassen Sie sich nicht täuschen von den "Billig- und »Sicher«"-Märchen der Atomlobby,“ so der ECOtrinova-Vorsitzende. Das offizielle Deutschland sei leider in den vergangenen Jahrzehnten verbreitet und bis kürzlich zunächst auch auf solche Märchen hereingefallen. „Polen kann sich die schlechten Erfahrungen anderer Atomkraft-Staaten ersparen und ohne komplizierten, teuren Einstieg in und Ausstieg aus der riskanten Atomtechnik direkt umsteigen in eine nachhaltige Energieversorgung auf Basis Effizienz und erneuerbaren Energien.“

Die Auswirkungen des Polnischen Atomenergieprogramms vom Uranabbau über Anreicherung, Betrieb und Rückbau von Atomkraftwerken und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle seien nicht umfassend untersucht, Risiken entweder nicht dargestellt oder verharmlost. Dagegen habe z.B. die Deutsche Kinderkrebsstudie auch schon für den Betrieb ohne Atomunfälle erwiesen, dass Kleinkinder in der näheren Umgebung von Atomkraftwerken vermehrt an Leukämie oder anderen Krebsarten erkranken. Alternativen zum Aufbau des polnischen Kernenergieprogramms wurden nicht ausreichend untersucht und nicht hinreichend gewürdigt.

ECOtrinova hält dagegen: „Es gibt sichere, verfügbare, bessere Alternativen. Statt den Pfad der riskanten und teuren Atomenergie einzuschlagen, sollte in nachhaltige erneuerbare Energien investiert werden, die auch in Polen reichlich vorhanden sind, ebenso in Energieeinsparung und Energie-Effizienz. Auf diese Weise könne Polen von Energieimporten weitgehend unabhängig sein.“

Besonders wichtig sei, dass hocheffiziente dezentrale Kraftwärmekopplung mit Erdgas oder Biogas beim Ersatz für veraltete Heizkessel, den Strom fast ohne oder de facto ohne Extra-Brennstoffverbrauch liefern kann. In Dänemark liefern die Kraftwärmekopplung bereits um die 55 Prozent des gesamten nationalen Strombedarfs, die erneuerbaren Energien ein Drittel. Schon in einigen Jahren könne Wasserstoff und erneuerbares Methan, erzeugt aus zeitweisem Überschuss-Strom aus Wind- und Solarkraft, zum Einsatz kommen. Hierauf sei kürzlich im Sonderbericht über erneuerbare Energien SRREN 2011 des Internationalen Klimarats IPCC hingewiesen worden. Besonders wichtig sei zudem ein umfassendes Stromeffizienzprogramm für Haushalte, Industrie, Gewerbe und öffentliche Bauten. Die Europäische Union fordere das mehr und mehr ein.

Polen, so Löser, der auch bei Inforse, dem Internationalen Netzwerk für Nachhaltige Energien aktiv ist, könnte Tausende energieeffizienter Bioenergiedörfer schaffen, die auch Solar- oder Windkraft nutzen. Bewährte Vorbilder gebe es u.a. mit der Insel Samsö und Nordjütland in Dänemark sowie in Deutschland mit Hunderten Beispielen oder sogar mit Städten wie Güssing in Österreich, alle mit über 100 Prozent erneuerbaren Energien beim Strom. Der ländliche Raum könne nach und nach große Städte teilweise mitversorgen. Vorbild sei auch die Alpenregion: Die Internationale Alpenkommission CIPRA habe 2011 das Ziel "Energieautarke Alpen" für 2050 beschlossen, das österreichische Bundesland Land Vorarlberg per Parlament die Energieautonomie für 2050. Dänemark wolle die vollständige Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien bis 2050 durchsetzen.
Mehr
 

Buchtipp: Rosa Wolff
 
Buchtipp: Rosa Wolff "Arm, aber Bio!"
Kann man mit schmalem Geldbeutel gutes und gesundes Essen auf den Tisch bringen? Man kann, hat Rosa Wolff getestet und herausbekommen. Dabei hat sie es sich nicht leicht gemacht.
Angeregt durch die provokanten Äußerungen Thilo Sarrazins, der vorrechnete, dass man mit täglich 4,35 €, dem Hartz IV- Satz für Essen und Trinken durchaus genug zu hat, wollte sie wissen: kann man sich von diesem geringen Betrag auch biologisch ernähren?

Sie packte alle Vorräte weg und fing quasi bei „null“ an. Ihre Überlegungen zum Speisezettel und die Auflistung der Einkäufe inklusive Nährwert und Preis ergeben ein tägliches, teilweise sehr amüsantes Protokoll über vier Wochen, in denen sich so nach und nach ein paar Erkenntnisse herauskristallisieren:
Mit wenig Geld den Teller täglich zu füllen ist anstrengend. Dauernd ist man am Rechnen, auf der Suche nach billigen Produkten, und gezwungen zu Kompromissen. Billiger kann es werden, wenn man selbst viel macht (zum Beispiel Brot). Das heißt – man verwendet viel Zeit auf das Kochen. Auch wenn man saisonal einkauft, kann man sich nicht alles leisten. Gelegentlich möchte der Mensch sich auch etwas gönnen, was im Budget eigentlich nicht drin ist. Möglich ist das, wenn man nicht täglich, sondern wöchentlich abrechnet.
Ein derart sparsames Leben auf Dauer ist möglich, aber nicht wünschenswert.
Not macht bekanntlich erfinderisch, und so probiert die Autorin auch gerne mal Sachen aus, die sie bisher nicht gemacht hat. Dabei kommen schmackhafte Gerichte heraus, und sie lässt uns an ihren Rezepten teilhaben.

Dass diese Lebensumstellung nicht nur anstrengend und manchmal schambehaftet sein, sondern auch ihre schönen Seiten haben kann, das kommt durch, wenn Rosa Wolff beschreibt, wie es ihr trotz allem gelingt, Gäste zu bewirten, oder wie sie ein Picknick im Englischen Garten veranstaltet.

In eingeschobenen Info-Seiten listet sie Einrichtungen auf, die das Leben mit wenig Geld erleichtern können, wie zum Beispiel Tauschringe. Es gibt Infos über eine Verwertung von Lebensmitteln, bei der nichts verkommt. Eine Adressliste von Bioprojekten für Kinder, und vieles mehr. Mag auch der Herr S. aus B. eine Ursache für das Thema gewesen sein, so weist Frau Wolff doch immer wieder deutlich darauf hin, dass ihr Büchlein nicht dazu dienen soll, dessen Hartz IV-These zu untermauern. Im Gegenteil, mit viel Humor und Ironie nimmt sie die Aufschlüsselung der einzelnen Hartz-IV-Posten auseinander. Ob sie unsinnig, anmaßend oder unmöglich sind, überlässt sie ihren Lesern.

Nach der recht kurzweiligen Beschreibung dieser vier Wochen, die mit einer ĂĽberraschenden Einsicht enden, folgen die Rezepte. Sie lesen sich allesamt lecker und verlocken zum Nachkochen.

Edition Butterbrot, EUR 11,95
ISBN 978-3-9813469-1-6
Mehr
Autor: Irene Heitz

Ă–KO-TEST Putenfleisch
 
Ă–KO-TEST Putenfleisch
Vollgepumpt mit Antibiotika

Putenfleisch gilt als gesunde Alternative zu Schwein und Rind und kommt auch bei denen auf den Tisch, die Hähnchenfleisch wegen der unwürdigen Haltungsbedingungen ablehnen. Das ist jedoch eine Illusion, wie die aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt. Fast jede der getesteten Puten wurde zumeist mehrfach mit Antibiotika behandelt, auch die meisten Bio-Puten.

Teilweise waren die Antibiotikagaben zudem zu kurz für eine effektive Krankheitsbehandlung. Dadurch entsteht die Gefahr, dass ein Teil der vorhandenen Krankheitskeime überlebt und sich resistente Keime entwickeln, gegen die im Ernstfall auch beim Menschen keine Mittel mehr helfen. Tatsächlich waren die meisten gefundenen Keime resistent gegen Penicillin, Tetracylin und andere Antibiotika. In einer Probe fand sich ein MRSA-Keim, der gegen fast alle Antibiotika resistent ist, in einer anderen Probe Salmonellen, die noch auf alle Medikamente ansprachen.

Schlimm sind auch die Lebensbedingungen der Tiere. Das Tierschutzgesetz verbietet das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen eines Wirbeltieres. Die Praxis sieht anders aus: Den konventionell aufgezogenen Küken werden kurz nach der Geburt die Schnäbel gekürzt. In der Folgezeit verursachen die durchtrennten Nervenbahnen bei jeder Berührung Schmerzen. Das Abschneiden der Schnäbel ist die Regel, weil die Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht werden. Üblich sind in der konventionellen Mast über 50 Kilogramm Lebendgewicht auf einem Quadratmeter, was fast drei ausgewachsenen Hähnen oder fast sechs weiblichen Hennen entspricht. Diese Enge macht die Tiere nicht nur krankheitsanfällig, sondern auch aggressiv – sich hacken sich gegenseitig tot.

ÖKO-TEST rät deshalb von konventionellem Putenfleisch ab. Bio-Putenfleisch kostet zwar deutlich mehr, dafür unterstützt man aber eine artgerechtere Tierhaltung. Diese Puten erhalten hochwertigeres Futter, leben in kleineren Beständen, haben mehr Stallfläche zur Verfügung und dürfen ins Freie. Außerdem werden ihnen die Schnäbel nicht beschnitten.

Das Ă–KO-TEST-Magazin Januar 2012 gibt es seit dem 30. Dezember 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.
 
 

Negativ-Rekord bei beschlagnahmtem Elfenbein
Begeherte Ware: Elfenbein © WWF
 
Negativ-Rekord bei beschlagnahmtem Elfenbein
2011 wurden mehr als 23 Tonnen illegales Elfenbein sichergestellt / WWF: GrĂĽnde sind steigende Nachfrage in Asien und Profi-Schmugglerbanden

Berlin - Ein trauriger Rekord: Mit über 23 Tonnen wurde dieses Jahr weltweit mehr illegales Elfenbein bei großen Beschlagnahmungen (über 800 Kilogramm) sichergestellt als jemals zuvor. Dies teilt TRAFFIC mit, die internationale Artenschutzorganisation und Tochtergesellschaft des WWF. Hinter dieser Zahl stehen mindestens 2.500 getötete Elefanten.

Insgesamt liegt die Zahl der getöteten Elefanten noch höher, denn die Gesamtmenge am diesjährig beschlagnahmten Elfenbein steht noch nicht fest. Hunderte von kleinen Beschlagnahmungen (unter 800 Kilogramm) sind noch nicht registriert. Es ist davon auszugehen, dass 2011 auch die bisherigen Gesamtmengen sprengen wird. Hier liegt der Rekord bei 35 Tonnen im Jahr 2009. „2011 war ein furchtbares Jahr für die Elefanten“, bilanziert Tom Milliken von TRAFFIC.

Die Zunahme an sichergestelltem Elfenbein spiegelt die intensivierten Aktivitäten des illegalen Elfenbein-Handels wieder. Grund dafür ist laut Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland, der boomende Elfenbein-Markt in Asien. Besonders in wirtschaftlich aufsteigenden Ländern dient Elfenbein als Statussymbol und modisches Accessoire.

Das konfiszierte Elfenbein stammt meist aus Ost- und Zentralafrika und gelangt vorwiegend auf dem Seeweg nach Asien. Die kriminellen Schmugglerbanden werden immer professioneller und wechseln die Route ständig, um möglichst unentdeckt zu bleiben. Ihre Zielorte sind meist China und Thailand. Da in Thailand der Handel mit Elfenbein partiell erlaubt ist, benutzen die Schmuggler das Land als Zwischenstation. Das afrikanische Elfenbein wird dort umgepackt oder verarbeitet und dann als „thailändisches“ Elfenbein exportiert. Dadurch wird die afrikanische Herkunft verschleiert.

Um den kriminellen Banden das Handwerk zu legen, müssten die Behörden endlich mehr Verantwortung übernehmen. Dazu TRAFFIC-Experte Milliken: „Da die Schmuggler selbst bei grossen Beschlagnahmungen selten verhaftet und verurteilt werden, stehen sie am Ende als Gewinner da.“
 
 

 
Ă–KOSTROM-OFFENSIVE: Chinesen streben WeltmarktfĂĽhrerschaft an
Mit der Übernahme des portugiesischen Stromkonzerns EDP streben die Chinesen die weltweite Marktführerschaft bei Ökostrom an. Bei der Unterzeichnung des Kaufvertrags stellte der neue Hauptaktionär China Three Gorges auch Milliardeninvestitionen in Portugal in Aussicht. ...
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 
369 370 371 372 373 


Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger