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Montag, 20. Mai 2024
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Verschiedenes

 
Nisthilfen f√ľr Feinde der Kastanienminiermotte
Mehr Lebensraum f√ľr Maisen

‚ÄěFreiburg packt an‚Äú stellt Bauk√§sten aus Holz

Die Kastanienminiermotte setzt den Rosskastanien der Stadt seit vielen Jahren zu. Die Larven der Falter fressen sich durch die Bl√§tter, die werden Braun, die B√§ume werfen sie schon im Sommer ab. Um dem Sch√§dling einzud√§mmen, wird in Freiburg deshalb der Lebensraum der Maisen gest√§rkt ‚Äď die V√∂gel sind die nat√ľrlichen Fressfeinde der Mottenart. Und B√ľrgerinnen und B√ľrger k√∂nnen dabei unterst√ľtzen.

Im Rahmen von ‚ÄěFreiburg packt an‚Äú werden kostenlose Nisthilfen Baus√§tze aus Holz angeboten. Die Nistk√§sten bieten einen neuen Lebensraum. Maisen k√∂nnen in den Nistk√§sten br√ľten und finden im Kastanienlaub gen√ľgend Nahrung f√ľr die Jungv√∂gel in Form von Motten und Larven, die im Laub versteckt sind.

Die Nisthilfen sollten ausschlie√ülich an privaten Kastanienb√§umen befestigt werden. Das Anbringen von Holznistk√§sten an √∂ffentlichen B√§umen kann nur mit Zustimmung von Garten- und Tiefbauamt stattfinden. Es gibt zwei verschiedene Lochgr√∂√üen f√ľr Kohlmeisen und Blaumeisen. Die Nisthilfen sollen zwischen Oktober und Februar allj√§hrlich geleert und ausgefegt werden, damit die neue Brut im sauberen Nest aufwachsen kann. Es d√ľrfen nur die mitgelieferten Alun√§gel benutzt werden, um gr√∂√üere Sch√§den am Baum zu vermeiden.

Die Baus√§tze mit einer Anleitung und Alun√§geln k√∂nnen bei ‚ÄěFreiburg packt an‚Äú bestellt und am Rathaus im St√ľhlinger nach Terminabsprache abgeholt werden. Die neuen Vogelwohnungen sollten am besten noch im Februar oder Anfang M√§rz an den B√§umen h√§ngen.

Im Herbst beginnt dann der zweite Teil des Kamps gegen die Kastanienminiermotte. Ab Oktober kann mit der Laubsammlung gestartet werden, um befallene Bl√§tter zu entfernen. Das Laub kann zusammen mit anderen Bl√§ttern in den S√§cken von der Abfallwirtschaft- und Stadtreinigung am Stra√üenrand zur Abholung abgestellt werden. Die Papiers√§cke sind in den Recyclingh√∂fen, im Rathaus und in den Ortsverwaltungen f√ľr 50 Cent pro St√ľck erh√§ltlich.

So kann die Verbreitung der Kastanienminiermotte eingeschr√§nkt werden und die imposanten B√§ume die Menschen mit ihren Bl√ľten und Kastanien weiterhin erfreuen.

Bestellung der Nistk√§stenbaus√§tze beim Garten- und Tiefbauamt, ‚ÄěFreiburg packt an‚Äú, Ansprechpartnerin: Monika Borodko-Schmidt, 201-4712 oder fpa@stadt.freiburg.de
 
 

 
Freiburg kauft Wald
Stadt Freiburg kauft Unternehmensgruppe F√ľrst von Hohenzollern 50 ha gro√üe Waldfl√§che ‚ÄěFrohnholz‚Äú ab

Beschluss in der kommenden Gemeinderatssitzung

OB Horn: ‚ÄěDie M√∂glichkeit zum Ankauf von 500 000m2 Waldfl√§che in unmittelbarer Nachbarschaft zum Mundenhof und dem neuen Stadtteil Dietenbach ist ein starker Erfolg und von strategischer Bedeutung f√ľr uns.‚Äú

Am kommenden Dienstag wird die Verwaltung dem Gemeinderat den Ankauf von 50ha Waldfl√§che zur Entscheidung vorlegen. Es handelt sich um die Fl√§che Frohnholz zwischen Mundenhof (√∂stlich), Dietenbach (s√ľdlich), Autobahn (n√∂rdlich) und Zubringer (westlich). Die Fl√§che geh√∂rt der Unternehmensgruppe F√ľrst von Hohenzollern, die die Waldfl√§che f√ľr eine vorrangig √∂konomische Zielsetzung nutzt. Die Fl√§che hat einen Wert von 2,5 Millionen Euro. 1,4 Millionen davon wird die Stadt nach Vertragsunterzeichnung bezahlen. F√ľr die Restsumme wird die f√ľrstliche Unternehmensgruppe eine Option f√ľr ein Baugrundst√ľck im Stadtteil Dietenbach erhalten, um dort Mietwohnungsbau zu schaffen.

Die Stadt wird die Waldfl√§che k√ľnftig gemeinwohlorientiert pflegen und nutzen. Der Natur- und Artenschutz wird aufgewertet, so dass die Fl√§che als Ausgleichsma√ünahme zur Dietenbachbebauung dienen kann. Weiterhin werden sowohl f√ľr Besucherinnen und Besucher des Mundenhofs als auch f√ľr die Menschen aus dem k√ľnftigen Stadtteil Erholungs- und Freizeitnutzungen verbessert (zB √ľber bessere Wegebeziehungen).

Das Waldst√ľck kann also durch die Stadt Freiburg in vielf√§ltiger und schonender Weise aufgewertet werden. Das Frohnholz ist Vogelschutzgebiet im Natura-2000-Schutzgebietsnetz. Mit einer sensiblen Besucherlenkung und der Umsetzung einer Waldweide soll ein wichtiger Beitrag zur Vertr√§glichkeit des neuen Stadtteils mit dem Natura-2000-Gebiet geleistet werden. Mit einem Gesamtnutzungskonzept der Waldfl√§chen k√∂nnen der strenge Artenschutz, die Belange des Mundenhofs und die der Waldbesuchenden ber√ľcksichtigt werden.

OB Martin Horn: ‚ÄěMit dem Erwerb der Waldfl√§che haben wir einen wichtigen Schritt getan, Arten- und Naturschutz mit der schonenden Nutzung durch Besucherinnen und Besucher des Waldes zu verbinden. Mit dieser strategischen Entscheidung st√§rken wir die Weiterentwicklung des Mundenhofs sowie des neuen Stadtteils Dietenbach.‚Äú
 
 

 
Freiburg: Radweg am Dreisamufer wegen Hochwasser gesperrt
Der Dreisamuferradweg ist derzeit wegen Hochwassers gesperrt. Der Pegel erreichte die erste Stufe von 1,13 Metern.

Die Stadtverwaltung kontrolliert neben der Dreisam weitere kritische Punkte an den Bächen in der Stadt, die besonders hochwassergefährdet sind. Wann der Pegel wieder sinken wird, ist derzeit nicht absehbar.
 
 

 
Gericht soll Baumfällungen stoppen
Eilantrag beim VGH Mannheim gegen Fällung von Aue-Bäumen am Dietenbach

Klägerin ist Plan B e.V., eine regional tätige und anerkannte Umweltvereinigung aus Freiburg i. Br.

Im Zuge des Klimawandels scheinen extreme Wetterereignisse wie im Ahrtal immer h√§ufiger aufzutreten. Hierbei handelt es sich um kurzzeitige, gravierende Abweichungen vom durchschnittlichen Wetter in einer Region. Durch die Heftigkeit, mit der sich Starkniederschl√§ge, √úberschwemmungen, St√ľrme, starker Schneefall oder lange D√ľrre- und Hitzeperioden ereignen, sind sie h√§ufig mit immensen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Sch√§den und mit gro√üen Belastungen f√ľr die √Ėkosysteme verbunden.

In den vergangenen Jahren häuften sich die Hochwasserkatastrophen. Gefahren während des Hochwassers, bei Wiederaufbauarbeiten, durch zerstörte Infrastruktur oder durch die Flucht der Bevölkerung verursachen Todesfälle, Verletzungen, Krankheiten und psychische Belastungsreaktionen.

Um auf diese Risiken in Zukunft besser vorbereitet zu sein und die Menschen vor Schaden zu sch√ľtzen, ist es n√∂tig, Bach- und Flussauen mehr Raum zu geben und nat√ľrliche R√ľckhaltefl√§chen zu erhalten. Dies sind Naturschutzma√ünahmen, welche Vorsorge treffen und die pr√§ventiv wirken. Den Klimawandel und die Gefahr durch Extremwetterlagen sehen wir bei den st√§dtischen Planungen beim Baugebiet Dietenbach nicht hinreichend ber√ľcksichtigt. Das Gebiet liegt in einer seit Jahrhunderten bekannten alten Flutrinne.

‚ÄěEs darf im Dietenbach kein zweites Ahrtal geben. Wenn mir bewusst gewesen w√§re, dass das Gebiet in einer historisch bedingten Flutrinne liegt und dass Extremwetterlagen so schnell zur Realit√§t werden, dann h√§tte ich beim B√ľrgerentscheid anders abgestimmt‚Äú, so ein Besucher beim Waldspaziergang des NABU im Langmattenw√§ldchen, der jeden Sonntag dort stattfindet.

‚ÄěBei unseren w√∂chentlichen Waldf√ľhrungen zum Erhalt der wertvollen Waldfl√§chen h√∂ren wir von Teilnehmer*innen immer wieder, dass sie sich beim B√ľrgerentscheid anders entschieden h√§tten, wenn sie gewusst h√§tten, dass sich das Baugebiet in einer eiszeitlichen Flutrinne befindet‚Äú sagt Ralf Schmidt, Vorsitzender von Plan B e.V. aus Freiburg‚Äú.

Die Stadt will in K√ľrze mit den Bauma√ünahmen in der Dietenbach-Aue beginnen (Gew√§sserausbau). Dabei geht es zun√§chst um eine Baumf√§llaktion, mit der gesetzlich gesch√ľtzte Biotope mit Auwald-B√§umen und M√§hwiesen im Plangebiet beseitigt werden. Dagegen wurde beim Verwaltungsgerichtshof (VHG) Mannheim ein gerichtliches Eilverfahren eingeleitet, um den Beginn dieser Ma√ünahmen zu stoppen und um zu verhindern, dass vollendete Tatsachen geschaffen werden. Kl√§gerin ist Plan B e.V., eine amtlich zugelassene und anerkannte Umweltvereinigung.

Der Gew√§sserausbau mit dem Bau von 1 km langen L√§ngsd√§mmen und vielerlei Ma√ünahmen am Gew√§sser ist nach Angaben der Stadt wesentliche Voraussetzung f√ľr die sp√§tere Bebauung der Dietenbach-Aue. Die √ľber hundert Hektar gro√üe Fl√§che befindet sich als Standort f√ľr den vorgesehenen neuen Stadtteil Dietenbach in einem au√üergew√∂hnlichen Landschaftsraum, und zwar in einer eiszeitlich gepr√§gten Flutrinne, die aus Risikovorsorgegr√ľnden keinesfalls bebaut werden darf. Das sp√§tere Wohngebiet befindet sich auch k√ľnftig trotz der st√§dtischerseits vorgesehenen Ma√ünahmen in einem wasserrechtlichen Hochwasser-Risikogebiet. Dies war der √Ėffentlichkeit vor dem B√ľrgerentscheid nicht bekannt.

Mit dem Gew√§sserausbau werden 800 m¬≤ Auwald zerst√∂rt, und mit der Bebauung wird die Dietenbach-Aue mit einer R√ľckhaltefl√§che f√ľr Hochwasserfluten im Umfang von etwa 1 Mio m¬≤ beseitigt. Gegen die wasserrechtliche Zulassung, die das st√§dtische Umweltschutzamt dem st√§dtischen Garten- und Tiefbauamt erteilt hat, um die Bauma√ünahmen in der Dietenbach-Aue durchzuf√ľhren, l√§uft eine Klage ebenfalls beim VGH Mannheim.

Die Baumfällaktionen sollen nach Angaben der Stadt bereits am Montag, 14. Februar beginnen.
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Eine Ber√ľhmtheit vom Mundenhof ist tot
Die Schweizer Wasserbirne, die beim Krippenspiel den Engel verkörperte, musste gefällt werden

Meistens stehen auf dem Mundenhof die Tiere im Mittelpunkt des Interesses. Die Kamelstute Quecke, der Wollschweineber Othello und der Ungarischer Steppenrindbulle Sultan sind oder waren einem größerem Publikum bekannt. Doch auch bei den Pflanzen gibt es Exemplare mit besonderer Bedeutung. Ein Baum hat es 2003 sogar auf die Titelseite des Jahresprogrammes geschafft.

Nun musste sich der Mundenhof von diesem Baum trennen. Die gut hundertjährige Schweizer Wasserbirne am Radweg nach Umkirch, zwischen dem Buntmardergehege und der Sandbahn, war vielen ein Anschauungsobjekt, denn sie verkörperte alle zwei Jahre wieder den Engel beim Krippenspiel. Zuletzt hatten Schadpilze ihre Standfestigkeit aber stark beeinträchtigt. In der Hoffnung, den Baum durch geeignete Maßnahmen noch retten zu können, zog die Mundenhof-Leitung einen Baumsachverständigen zu Rate. Dessen Urteil fiel aber so eindeutig aus, dass die Fällung in der vergangenen Woche umgehend erfolgte. Das gleiche Schicksal ereilte weitere Bäume entlang des Rad- und Hauptweges. Nun kommen dort wieder Schweizer Wasserbirnen, Stieleichen und Linden hin. Dass die neu zu pflanzenden Bäume ein ähnliches Alter erreichen wie die jetzt gefällte Birne, ist angesichts des Klimawandels ein frommer Wunsch.

Die Baumart Schweizer Wasserbirne ist ein Zufalls√§mling, der 1823 erstmals erw√§hnt und in der Schweiz und Baden-W√ľrttemberg verbreitet ist. Der starkw√ľchsige Baum gleicht mit Gr√∂√üe und Krone einer Eiche und kann ein Alter von 100 bis 150 Jahren erreichen. In fr√ľheren Zeiten waren die Fr√ľchte, die im Oktober reifen, ein begehrtes Mostobst, weswegen sie h√§ufig auf Streuobstwiesen zu finden war. Auch zum D√∂rren eignet sich die Birne gut.

Auf dem Mundenhof haben Schweizer Wasserbirnen eine lange Tradition. Am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sie zu Beginn der Stadtgut-Zeiten entlang wichtiger Wege wie dem L√∂hliweg oder der Stra√üe zum Mundenhof in langen Reihen gepflanzt. Besonders im Fr√ľhjahr bieten die Gro√üb√§ume mit ihren wei√üen Bl√ľtenwolken ein fantastisches Bild. Leider kommen diese B√§ume nun aber nach und nach in ihre kritischen Jahre, fallen um oder m√ľssen gef√§llt werden. Wo das m√∂glich ist, werden sie als Totholzb√§ume stehen gelassen, da sie f√ľr viele V√∂gel oder K√§fer eine hervorragende Nahrungs- und Lebensgrundlage bieten.
 
 

2021: Gutes Frelo-Jahr
(c) VAG Freiburg
 
2021: Gutes Frelo-Jahr
Das Freiburger Fahrradverleihsystem ‚ÄěFrelo‚Äú war im Jahr 2021 klar auf Wachstumskurs. Die Zahl der Stationen, der R√§der und der Nutzungen stieg deutlich und schlie√ülich wurde die Angebotspalette auch noch um die LastenFrelos bereichert.

Im vergangenen Jahr wurden die rotweißen Bikes fast 375.000 Mal ausgeliehen. Im Vergleich zu 2020 ist dies eine Steigerung um rund 75.000 Fahrten oder 25 Prozent. Ausleihstärkster Monat war dabei der Oktober, in dem die Fahrradschlösser genau 46.817Mal klickten.

Am 9. April 2021 wurde das von der Freiburger Verkehrs AG (VAG) gemanagte und von der nextbike GmbH (nextbike) betriebene Verleihangebot um 20 elektrisch unterst√ľtzte LastenFrelos erweitert. Diese wurden seither √ľber 4000 Mal gebucht.

Die Zahl der Ausleihstationen ist 2021 von 74 auf 84 angewachsen. Die drei Probestationen in Gundelfingen wurden fest etabliert, die Station in Merzhausen wird in den kommenden Wochen aufgebaut und einige weitere in Kappel, und G√ľnterstal sowie an der Krozinger Stra√üe und der Else-Wagner-Stra√üe befinden sich noch in der Probephase. Parallel zur Anzahl der Stationen ist auch die Menge der zur Verf√ľgung stehenden R√§der angewachsen, n√§mlich von 530 auf 615 St√ľck.

Bew√§hrt haben sich zudem tempor√§re Stationen √ľberall dort, wo wegen Baut√§tigkeiten VAG-Linien unterbrochen waren. Hier dienten die Leihbikes als umweltfreundliche √úberbr√ľckungshilfen.

Seit Ende vergangenen Jahres erfolgt die notwendige Umverteilung der R√§der zum Teil mit dem Carla Cargo ‚Äď System per Lastenvelo und wird damit nochmal ein St√ľck leiser und umweltfreundlicher.

VAG-Frelo-Koordinatorin Luisa Stenmans freut sich schon auf 2022: ‚ÄěDen Wunsch von Gemeinderat und Stadtverwaltung an uns, ein attraktives Fahrradvermietsystem f√ľr Freiburg aufzubauen, haben wir vollst√§ndig erf√ľllen k√∂nnen. Und auch im Jahr 2022 werden wir das Angebot sinnvoll erg√§nzen und erweitern.‚Äú
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Buslinie 23: Haltestelle Max-Planck-Institut stadtauswärts aufgehoben
Wegen Asphaltarbeiten in der Tullastra√üe kann die Haltestelle Max-Planck-Institut stadtausw√§rts von Montag, 31. Januar, an bis voraussichtlich Mitte April nicht angefahren werden. Die stadtausw√§rts fahrenden Busse der Linie 23 werden in dieser Zeit √ľber die Zinkmattenstra√üe und den St√ľbeweg umgeleitet.
 
 

NABU-Negativpreis Dinosaurier des Jahres 2021: Emden ist √ľberall
Dinosaurier des Jahres (c) NABU/Klemens Karkow
 
NABU-Negativpreis Dinosaurier des Jahres 2021: Emden ist √ľberall
Kr√ľger: In Emden und ganz Deutschland wird Natur zubetoniert - bis 2050 ist eine Fl√§che in der Gr√∂√üe des Saarlands von Versiegelung bedroht

Berlin/Emden - Mit dem Negativpreis 'Dinosaurier des Jahres' zeichnet der NABU bereits zum 29. Mal die Umweltsauerei des Jahres aus. Preistr√§ger 2021 ist das Baugebiet Conrebbersweg in der Stadt Emden in Niedersachsen. Es wurde von der NABU-Jury stellvertretend f√ľr die Naturzerst√∂rung durch Bodenversiegelung in ganz Deutschland ausgew√§hlt. Emden hat eine seit vielen Jahren stagnierende Bev√∂lkerungsentwicklung. Die Einwohnerzahl ist zuletzt knapp unter die Marke von 50.000 gefallen. F√ľr ein gro√ües Baugebiet wird jetzt artenreiches Feucht- und Nassgr√ľnland mit fast fl√§chendeckendem Schutzstatus vernichtet. Auf der Fl√§che finden sich zahlreiche stark gef√§hrdete Pflanzen- und Vogelarten, darunter Wiesenpieper, Feldschwirl und Kiebitz. Mehr als zwei Drittel des 75 Hektar gro√üen Gebietes sollen versiegelt werden. Es liegt zudem einen Meter unter dem Meeresspiegel. Angesichts der zunehmenden Starkwetterereignisse droht damit nach der Bebauung weiteres Ungemach.

NABU-Pr√§sident J√∂rg-Andreas Kr√ľger: ‚ÄěWer an Emden und die Nordseek√ľste denkt, hat vermutlich Wind, Natur und plattes Land in saftigem gr√ľn vor Augen. Betonpolitik erwartet an dieser Stelle wohl kaum jemand. Jetzt soll ein landesweit bedeutsames Gebiet f√ľr den Biotopschutz zugunsten eines gro√ües Baugebietes unwiederbringbar zerst√∂rt werden. Der 'Dinosaurier des Jahres 2021' geht deshalb nach Emden an den Conrebbersweg. Wir verleihen ihn stellvertretend f√ľr die grassierende Bodenversiegelung in ganz Deutschland. Denn Emden ist √ľberall. In fast jeder Kommune der Bundesrepublik werden aktuell Fl√§chenversiegelungen geplant, rund 50 Hektar sind das bundesweit pro Tag. Diese Entwicklung l√§sst sich nicht unendlich fortsetzen. Deshalb fordern wir von der Bundesregierung eine st√§rkere Priorisierung der Fl√§chennutzung und eine Reduktion des Fl√§chenverbrauch auf netto Null bis 2030.‚Äú

Die Bundesregierung wollte den Fl√§chenfra√ü in Deutschland bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag reduzieren. Dieses Ziel wurde dann Anfang des Jahres 2018 um zehn Jahre nach hinten, auf das Jahr 2030 verschoben. Erst im Jahr 2050 wird im Klimaschutzplan der Bundesregierung nun das Ziel eines "netto Null"-Fl√§chenverbrauchs angepeilt. Bis dahin w√ľrden, nach diesen Pl√§nen von heute, weitere 250.000 bis 260.000 Hektar an zus√§tzlicher Fl√§che versiegelt. Das entspricht umgerechnet mehr als 350.000 Fu√üballpl√§tzen oder der Gr√∂√üe des Saarlands.

Natur, Landwirtschaft und Bebauung - vielerorts herrscht gro√üer Wettbewerb ums Land. Die Bundesregierung plant in den Ballungsgebieten den Neubau von 400.000 Wohnungen pro Jahr, soviel realisierte die letzte Regierung in der gesamten Legislatur. Dem stehen rund zwei Millionen leerstehende Wohnungen in l√§ndlichen Regionen und eine durch den demographischen Wandel eher sinkende Bev√∂lkerungszahl gegen√ľber. Das verdeutlicht die hohe Komplexit√§t bei der Fl√§chenversiegelung, bei der soziale Aspekte, die Verf√ľgbarkeit von Arbeit, aber auch Fragen von Infrastruktur und Verkehr zu ber√ľcksichtigen sind. Fl√§chen sind daher m√∂glichst nachhaltig und effektiv zu nutzen. Bei der sogenannten Innenverdichtung wird beispielsweise gepr√ľft, welche Fl√§chen sich innerhalb eines Ortes noch f√ľr Bebauung, Aufstockung, Umbau oder Verdichtung anbieten. Gleichzeitig ist auf ausreichend unversiegelte Fl√§che in den Orten zu achten, auf denen beispielsweise Wasser versickern oder verschattende Bepflanzung stehen kann. Baulandmobilisierung in den Au√üenbereichen von Ortschaften bedeutet hingegen weitere Fl√§chenversiegelung. Zwar werden dabei oft Ausgleichsma√ünahmen vorgesehen, die den Verlust an Biodiversit√§t kompensieren sollen. Ein qualitativer Ausgleich der zerst√∂rten Fl√§chen wird jedoch nur selten und wenn, dann erst nach vielen Jahren erreicht. Die Ampelkoalition hat das Problem erkannt und im Koalitionsvertrag angek√ľndigt das Baugesetzbuch dahingehend √ľberpr√ľfen zu wollen, unter anderem soll der umstrittene ¬ß13b gestrichen werden, der die Au√üenbebauung vereinfacht. Der NABU regt zus√§tzlich an, Wachstumsfehlanreize f√ľr Ortschaften aufgrund der Hauptansatzfaktoren des Finanzausgleichs auf Landesebene zu reduzieren.

Mit dem ‚ÄěDinosaurier des Jahres‚Äú, eine 2,6 Kilogramm schweren Nachbildung einer Riesenechse, zeichnet der NABU seit 1993 Pers√∂nlichkeiten des √∂ffentlichen Lebens aus, die sich durch besonders r√ľckschrittliches √∂ffentliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben. Seit 2020 werden nicht mehr Personen, sondern konkrete Projekte als Umweltsauerei des Jahres ausgezeichnet. Preistr√§ger 2020 war das Autobahnprojekt A26 Ost.

Mit mehr als 820.000 Mitgliedern und F√∂rdernden ist der 1899 gegr√ľndete NABU der mitgliederst√§rkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich f√ľr den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen geh√∂ren auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die F√∂rderung naturkundlicher Kenntnisse. Mehr Infos: www.NABU.de/wir-ueber-uns
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