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Montag, 27. März 2023
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Verschiedenes

 
Freiburg: Projekt „Kraftwerk Wiehre - Strom und WĂ€rme vor Ort“
Erste Informationsveranstaltung am 21. Februar in der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule

Wiehre soll Modellstadtteil mit einer effizienten dezentralen Energieversorgung werden - Interessierte herzlich willkommen

Am Donnerstag, 21. Februar, findet von 19.00 bis 21.30 Uhr die erste Informationsveranstaltung zu dem neuen Projekt „Kraftwerk Wiehre - Strom und WĂ€rme vor Ort“ in der GertrudLuckner-Gewerbeschule, Kirchstraße 4, statt. Die Stadtverwaltung hat den Stadtteil Wiehre als Modellstadtteil fĂŒr eine effiziente dezentrale Energieversorgung ausgewĂ€hlt.

In der Veranstaltung haben GebĂ€ude- und WohnungseigentĂŒmer sowie Mieterinnen und Mieter die Gelegenheit, sich ausfĂŒhrlich ĂŒber die Möglichkeiten des neuen Projekts zu informieren. In der Wiehre sollen im Projekt „Kraftwerk Wiehre“ vorrangig der Ausbau der Kraft-WĂ€rmeKopplung, also Blockheizkraftwerke (BHKW), gefördert werden. „Zu dieser ersten Informationsveranstaltung sind alle interessierten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger aus der Wiehre herzlich willkommen! Vor allem die GebĂ€udebesitzer, aber auch Mieter, BĂŒrgervereine oder Vertreter von bĂŒrgerschaftlichem Engagement können von diesem innovativen, attraktiven und zweijĂ€hrigen Projekt profitieren. Wir hoffen auf eine rege Teilnahme“, erlĂ€utert UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.

Die Wiehre mit ihren vielen, oftmals denkmalgeschĂŒtzten GrĂŒnderzeithĂ€usern und der damit verbundenen Restriktionen bei der energetischen Sanierung, vor allem der Fassaden und dem Fehlen von FernwĂ€rmenetzen, ist wie geschaffen fĂŒr den Ausbau der dezentralen Kraft-WĂ€rme-Kopplung.

Der Programmablauf: Nach der BegrĂŒĂŸung von UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik wird Projektleiter Christian Neumann ĂŒber das neue Projekt „Kraftwerk Wiehre“ informieren. Die Erzeugung von Strom und WĂ€rme mit hocheffizienten BHKWs ist eine ökologisch und ökonomisch gĂŒnstige Alternative zu vorhandenen Öl- oder Gasheizungen. Wirtschaftlich besonders attraktiv ist das Konzept der Eigenstromerzeugung, bei dem die Nutzergemeinschaft, zu der auch Mieterinnen und Mieter des GebĂ€udes gehören können, ihren Strom selbst erzeugt und verbraucht.

Den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern wird eine praxisnahe PrĂ€sentation von Technik und Wirtschaftlichkeit eines BHKWs prĂ€sentiert, ein filmischer Blick in die Keller von drei umgesetzten BHKW-Projekten zeigt anschaulich, was alles mit dieser innovativen Technik möglich ist. Anschließend besteht ausreichend Gelegenheit fĂŒr individuelle Fragen. ZusĂ€tzlich können sich Interessierte fĂŒr einen kostenlosen Vor-Ort-Check, bei dem die grundsĂ€tzliche Objekteignung fĂŒr den Betrieb eines BHKW durch einen Experten ĂŒberprĂŒft und dokumentiert wird, anmelden.

Weitere Informationen zu dem Projekt „Kraftwerk Wiehre“ gibt es unter www.freiburg.de/kraftwerkwiehre. Oder bei der Hotline unter der Telefonnummer: 0761/7671644.
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ISS, WAS DU ERHALTEN MÖCHTEST
Die Stiftung KaiserstĂŒhler Garten veranstaltete ein Seminar zur Nutzung alter Getreidesorten

KĂŒrzlich waren vier Experten aus GetreidezĂŒchtung, Landwirtschaft und BĂ€ckerhandwerk zu Gast bei der Stiftung KaiserstĂŒhler Garten in Eichstetten am Kaiserstuhl. In einem Workshop tauschten sie ihre Erfahrungen aus ihren AktivitĂ€ten zur Erhaltung und Vermarktung traditioneller, robuster und geschmacklich vielfĂ€ltiger Getreidesorten aus. Denn die Stiftung KaiserstĂŒhler Garten möchte im Rahmen eines von PLENUM geförderten Projektes auch in der hiesigen Region die frĂŒher ĂŒbliche Vielfalt der Getreidesorten wieder vergrĂ¶ĂŸern und dadurch einen Nutzen fĂŒr das ökologische GefĂŒge und fĂŒr die BĂ€cker und Konsumenten aufzeigen.

Die Experten berichteten ĂŒber ihre positiven Erfahrungen mit eigenen Getreide-Projekten in ihrer Region. Im Elsass hat ein Landwirt eine Weizensorte ĂŒber Jahrzehnte auf dem eigenen Hof weiter gezĂŒchtet und diese mit MĂŒhlen und BĂ€ckern erfolgreich in die Vermarktung gebracht. Auf der SchwĂ€bischen Alb unterstĂŒtzt eine GroßbĂ€ckerei die Erhaltung und WiedereinfĂŒhrung des frĂŒher beliebten Dickkopfweizens. Im Bodenseeraum hat ein kleines ZĂŒchtungsinstitut zusammen mit Landwirten eine Erzeugergemeinschaft gegrĂŒndet, die Mehl von mehreren alten Getreidesorten inzwischen an drei BĂ€ckereien verkauft und dafĂŒr einen Aufpreis fĂŒr die zĂŒchterische Arbeit erhĂ€lt. Interessant waren auch die Schilderungen eines BĂ€ckers aus der Kölner Bucht, der ĂŒber die handwerkliche Kunst der Verarbeitung alter Getreidesorten berichtete und deren geschmacklichen QualitĂ€ten hervorhob. Davon konnten sich die Teilnehmer des Workshops bei der Verkostung verschiedener Brote ĂŒberzeugen, die die Referenten aus ihren Regionen und Projekten mitgebracht hatten.

Die Erfahrungen aus diesen erfolgreichen Projekten möchte die Stiftung KaiserstĂŒhler Garten fĂŒr ihr eigenes Projekt nutzbar machen. Im letzten Jahr wurden im Samengarten 15 verschiedene Getreidesorten angebaut, ihre Eignung fĂŒr die hiesigen StandortverhĂ€ltnisse bewertet und mit der Ernte erste Backversuche durchgefĂŒhrt. Diese Sortenversuche sollen in diesem Jahr fortgesetzt werden. „Hiermit soll die Vielfalt der Getreidesorten erhalten werden, die im Zuge der weltweiten Vereinheitlichung von Saatgut und HybridzĂŒchtung von Hochleistungssorten verloren geht“, erlĂ€utert Jörgen Beckmann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Stiftung. Letztlich mĂŒsse man solche alten Sorten wieder in die Vermarktung bringen. So kann der Verbraucher Einfluss auf die Entwicklungen in der Landwirtschaft nehmen, nach dem Motto „iss, was Du erhalten möchtest“.
Weitere VorzĂŒge sogenannter alter Sorten zeigte der Kulturpflanzenspezialist Dr. Thomas Gladis auf. Die HochwĂŒchsigkeit und der breitere Halmabstand eröffnen die Möglichkeit, dass sich viele unterschiedliche AckerunkrĂ€uter wieder entwickeln können. Diese dienen den Insekten, Lerchen und RebhĂŒhnern als Nahrung, stören die Getreideernte nicht und bieten somit auch nach dem Abernten noch ein BlĂŒten-, Nektar- und Samenangebot in der ansonsten ausgerĂ€umten Ackerlandschaft.

In der abschließenden Diskussion wurde von allen Seiten betont, dass eine WiedereinfĂŒhrung alter Getreidesorten sehr davon abhĂ€ngt, ob sich BĂ€cker finden, die nicht nur Maschinen bedienen können, sondern wieder handwerkliche FĂ€higkeiten lernen und weiterentwickeln möchten. Menschen, die den Geschmack dieser Sorten kennen gelernt haben, werden wieder danach fragen. So besteht Hoffnung, dass die Bevölkerung auch bei Backwaren wieder ein Bewusstsein fĂŒr sortentypischen Geschmack entwickelt, wie es bei Wein, Äpfeln und Kartoffeln bereits ausgeprĂ€gt ist.

Zum Foto:
Die Stiftung KaiserstĂŒhler Garten mit GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Beckmann (vorne) und Leonhard Reindl (rechts) veranstaltete mit UnterstĂŒtzung von PLENUM (Matthias Hollerbach, 2. von links) einen Workshop mit Getreide-Experten zur Erhaltung alter Getreidesorten
 
 

 
Neues „GrĂŒnes Klassenzimmer“ – Programm der Ökostation
MOOSWALD. Die Ökostation Freiburg stellt ihr „GrĂŒnes Klassenzimmer“ - Programm 2013 fĂŒr Schulklassen und KindergĂ€rten vor. Rund um die Themenfelder Naturschutz, Abfallvermeiden und Gesunde ErnĂ€hrung bietet das PĂ€dagogik-Team Projektvormittage, Exkursionen und GrĂŒne Klassenzimmer an, die von Schulklassen nahezu aller Alterstufen sowie von Kindergartengruppen gebucht werden können. So können SchĂŒler zum Beispiel mit Hilfe von Geo-Caching die Artenvielfalt im Seepark erkunden, Abfallvermeidung ĂŒben, regionale Lebensmittel kennenlernen oder einen Bauernhof besuchen. Neu ist ein Angebot fĂŒr die 3 bis 5 JĂ€hrigen. Damit will die Ökostation die kleineren Kinder in ihrer natĂŒrlichen Forscherhaltung unterstĂŒtzen.

Die Angebote, die pro Teilnehmer 2,- bis 4,- Euro kosten, werden von der Stadt Freiburg und von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-WĂŒrttemberg gefördert. Der Flyer mit dem ausfĂŒhrlichen Programm ist in der Ökostation unter Tel: 0761 892333 erhĂ€ltlich oder online als pdf www.oekostation.de
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NĂ€chstes Milliardengrab: Die Fehmarnbeltquerung
Miller: Mit den DĂ€nen ĂŒber Ausstieg verhandeln

Berlin/Fehmarn – Mit Blick auf die finanziell völlig aus dem Ruder gelaufenen Großprojekte Flughafen Berlin-Brandenburg und Stuttgart 21 hat der NABU vor dem nĂ€chsten Milliardengrab gewarnt: Mit der Fehmarnbeltquerung zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dĂ€nischen Insel Lolland sowie den jeweiligen Hinterlandanbindungen, ist bereits das nĂ€chste finanziell ausufernde Mammut-Projekt in Planung.

„Es ist absehbar, dass sich noch vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens im Sommer 2013 auch bei der deutschen Hinterlandanbindung die Kosten, wie vom Bundesrechnungshof vorhergesagt, fast verdoppeln werden“, warnte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der NABU habe lange vor der Entscheidung im Deutschen Bundestag 2009 immer wieder darauf hingewiesen, dass allein die ein halbes Jahrhundert alte FehmarnsundbrĂŒcke erneuert werden mĂŒsse, weil das Bauwerk zukĂŒnftige Mehrbelastungen durch rund 80 zusĂ€tzliche GĂŒterzĂŒge pro Tag kaum werde tragen können.

„Man muss kein Prophet sein, um diese Entwicklung vorherzusehen. Großprojekte werden fĂŒr die politische Zustimmung grundsĂ€tzlich kleingerechnet, wĂ€hrend die Quittung am Ende immer der Steuerzahler bekommt “, so Miller. Allein die drei großen Vorhaben Berlin Brandenburg, Stuttgart 21 und die Hinterlandanbindung zur Fehmarnbeltquerung produzierten Mehrkosten von mehreren Milliarden Euro.

„Angesichts der Schuldenkrise in Europa mit erheblichen Belastungen der Menschen und dem wirklich fragwĂŒrdigen volkswirtschaftlichen Nutzen solcher Prestigeprojekte sind diese gigantischen Summen nicht mehr zu rechtfertigen. Und noch weniger die erheblichen nachhaltigen ökologischen SchĂ€den, die damit einhergehen. Deswegen muss der Bund bei der Fehmarnbeltquerung mit den DĂ€nen ĂŒber einen vertraglich möglichen Ausstieg verhandeln“, forderte Miller. Der NABU sei nicht grundsĂ€tzlich gegen Infrastruktur, sondern fĂŒr eine kluge, umwelt- und sozialvertrĂ€gliche Planung sowie eine solide Finanzierung. Dies sei bei der festen Fehmarnbeltquerung nicht zu sehen. Denn bis heute hĂ€tten die politisch Verantwortlichen nicht erklĂ€ren können, wie der Bund angesichts der Schuldenbremse 2015 immer mehr Infrastrukturmaßnahmen ohne neue Schulden finanzieren wolle.
 
 

 
„Wind & Energie“
Kongress mit Ausstellung zur Windenergie und zu Strom-Speichertechnologien

Ein Fachkongress mit Ausstellung zu den Themen Windenergie und Stromspeicherung findet im Februar erstmals in SĂŒddeutschland statt. Unter dem Titel ‚Wind & Energie‘ bietet er vom 20.-21. Februar in der Messe Ulm Firmen aus der Windenergie-Branche und den damit verknĂŒpften Speichertechnologien die Möglichkeit, ihr Angebot im SĂŒden des Landes zu zeigen und ein interessiertes Fachpublikum aus kommunalen EntscheidungstrĂ€gern, interessierten GrundstĂŒckseigentĂŒmern und Fachleuten aus dem Bereich Windkraft anzusprechen.

„Gemeinsam wollen wir die Energiewende in SĂŒddeutschland voranbringen“, betont Richard Mair, Vorsitzender der renergie AllgĂ€u. „Trotz guter Bedingungen bilden Baden-WĂŒrttemberg und Bayern bislang das Schlusslicht in der bundesweiten Winderzeugung.“ „Das soll sich Ă€ndern!“ ergĂ€nzt Dr. Walter Witzel, Landesvorstand des BWE Baden-WĂŒrttemberg. „Deshalb freuen wir uns sehr, mit dem Kongress die Zusammenarbeit mit den Bayerischen Kollegen zu intensivieren.“

Der lĂ€nderĂŒbergreifende Kongress will Informationen vermitteln und neue Kontakte herstellen, um so dem Ausbau der Windenergie neuen Schwung zu verleihen und gleichzeitig die flexible Nutzung und vor allem die Speicherung aller Erneuerbarer Energien voranzutreiben. Hersteller, Planer, Projektierer und Anwender prĂ€sentieren dazu in der Fachausstellung ihre neuesten Ideen und Angebote. Gleichzeitig werden Fachleute aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Praxis im zweitĂ€gigen Kongress Antworten geben, Richtungen weisen und Lösungen anbieten. Der Vormittag des zweiten Kongresstages, Donnerstag, 21. Februar 2013, gehört dabei den BWE-LandesverbĂ€nden aus Baden-WĂŒrttemberg und Bayern.
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Eine Dauendecke fĂŒr den winterlichen Balkon und Garten
Schnee isoliert hervorragend, fast so gut wie eine Daunendecke. Er besteht bis zu 75 % aus Luft. Wo er als dicke Schicht den Untergrund dĂ€mmt, kĂŒhlt der Boden nicht so schnell und stark aus. Messungen haben ergeben, dass manchmal Temperaturunterschiede von bis zu 10 Grad zwischen freien und beschneiten Stellen vorherrschen. Empfindliche Pflanzenteile, Mikroorganismen etc. (leider allerdings auch Schneckeneier ...) ĂŒberleben so eher als ungeschĂŒtzt Winden und tiefem Frost ausgesetzt zu sein.
 
 

 
Umweltschutz im Aufschwung
WWF-Jahresbericht: Einnahmen und Herausforderungen auf Rekordniveau

Berlin - Der WWF Deutschland kann sich ĂŒber eine stetig wachsende UnterstĂŒtzung fĂŒr seine Natur- und Umweltschutzarbeit freuen. Wie aus dem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht hervorgeht, kletterten die Einnahmen der Umweltstiftung im vergangenen GeschĂ€ftsjahr auf ein neues Rekordniveau von 56,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund zehn Prozent. Der Löwenanteil stammte aus Zuwendungen privater Förderer, deren Anzahl sich auf ĂŒber 438.000 erhöhte. „Der Panda ist auf Wachstumskurs und das ist angesichts der Herausforderungen auch notwendig“, sagt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. „Die Bedrohung der biologischen Vielfalt ist heute so groß wie nie. Da ist es wichtig, dass wir unsere Arbeit weiter ausbauen können.“

Neben dem Naturschutz in Deutschland konzentrierte sich die Arbeit des WWF im letzten GeschĂ€ftsjahr auf sieben internationale SchlĂŒsselregionen, die fĂŒr den globalen Artenschutz von herausragender Bedeutung sind. Als große Erfolge erwĂ€hnt der Jahresbericht unter anderem die Ernennung des Gorilla-Schutzgebiets Dzanga-Sangha im Kongobecken zum Weltnaturerbe der UNESCO sowie ein Abkommen zum Schutz des Regenwaldes zwischen Ecuador, Kolumbien und Peru. Eine FlĂ€che von 1,6 Millionen Hektar soll hier dauerhaft vor der Abholzung gerettet werden. „Die Zerstörung des Planeten und damit unserer eigenen Lebensgrundlagen ist kein unabwendbares Schicksal. Unsere Erfolge zeigen, dass Mensch und Natur im Einklang miteinander leben können“, so Eberhard Brandes. Dies verdeutliche auch das WWF-Engagement in Deutschland. So habe man zum Beispiel im Naturschutzgroßprojekt „Mittlere Elbe“ in Sachsen-Anhalt mit der RĂŒckverlegung des Elbdeichs begonnen. Der erste 2,4-kilometerlange Bauabschnitt des neuen Deichs, der einmal eine GesamtlĂ€nge von 7,3 Kilometer erreichen wird, konnte im vergangenen Sommer fertiggestellt werden. Die neu entstehende ÜberflutungsflĂ€che werde einerseits seltenen Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten, andererseits auch den Menschen vor Ort als natĂŒrlicher Hochwasserschutz dienen.

FĂŒr die erfolgreiche Realisierung solcher Projekte sei der Dialog mit den Betroffenen von herausragender Bedeutung. „Die Menschen wollen eingebunden werden und das zu Recht. Deshalb entscheidet der WWF niemals ĂŒber Köpfe hinweg, sondern versucht stets mit Argumenten zu ĂŒberzeugen und auf mögliche Sorgen einzugehen“, sagt Brandes. Ob beim Hochwasserschutz vor der eigenen HaustĂŒr oder der Abholzung des Regenwaldes auf der anderen Seite der Erde – die Öffentlichkeit mĂŒsse fĂŒr die drĂ€ngenden Umweltprobleme sensibilisiert werden. Nur so könne sich etwas zum Besseren Ă€ndern. Große Hoffnung setze der WWF insbesondere auf ein wachsendes Bewusstsein bei den jungen Menschen, weshalb sich die Umweltstiftung immer stĂ€rker in der Jugend- und Bildungsarbeit engagiere. So habe man im vergangenen Jahr den „2 Grad Campus“ ins Leben gerufen, eine SchĂŒlerakademie, an der Jugendliche ĂŒber mehrere Wochen mit renommierten Wissenschaftlern an der Minderung des Klimawandels forschten.

Parallel zu großen Erfolgen habe man aber auch empfindliche RĂŒckschlĂ€ge einstecken mĂŒssen. Das zuvor starke und international als vorbildlich geltende brasilianische Waldgesetz sei empfindlich geschwĂ€cht worden. Nach einem von der Agrarlobby forcierten Gesetzentwurf sollten illegal gerodete FlĂ€chen im Nachhinein legalisiert werden, zusĂ€tzlich drohten weitere Millionen Hektar Regenwald durch die Aufweichung von Schutzvorschriften den KettensĂ€gen zum Opfer zu fallen. Durch eine kurzfristig anberaumte internationale Kampagne habe der WWF immerhin dazu beitragen können, dass PrĂ€sidentin Rousseff den Gesetzentwurf in zwölf Punkten mit einem Teil-Veto blockierte. Nun mĂŒsse sich das Parlament erneut mit dem Vorhaben auseinandersetzen, wodurch sich weitere Möglichkeiten zum Protest eröffneten.

FĂŒr die Zukunft sieht WWF-Vorstand Brandes zahlreichen weitere Herausforderungen auf die NaturschĂŒtzer zukommen, denn der massiv wachsende Ressourcenverbrauch der Menschheit sei auf einem absoluten Rekordniveau angelangt: „Schon heute verbrauchen wir 1,5-mal so viel natĂŒrliche Ressourcen wie sich jĂ€hrlich erneuern. Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass das nicht lange gutgeht.“ Daher fordert der WWF neben einem besseren Schutz der Ökosysteme eine effizientere und umweltfreundlichere Produktionsweise und verĂ€nderte Konsumgewohnheiten. HierfĂŒr setzt die Umweltstiftung auch auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Man wolle sich nicht allein mit Kritik begnĂŒgen, sondern auch konkret zeigen, wie man es besser machen kann. So berate der WWF beispielsweise die Edeka-Gruppe, um den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens langfristig zu minimieren. „Der WWF steht fĂŒr einen ganzheitlichen Ansatz im Naturschutz“, fasst Brandes zusammen. „Von den Verbrauchern ĂŒber die Politik bis zu den Unternehmen – alle mĂŒssen ihren Teil beitragen.“
 
 

 
NABU und LBV: „Stunde der Wintervögel“ mit Rekordbeteiligung
Kohlmeise hat den Schnabel vorn, kein weiterer RĂŒckgang der Amseln

Berlin – Zur „Stunde der Wintervögel“ zĂ€hlten in diesem Jahr so viele Menschen wie noch nie die Vögel in ihrem Garten. Mehr als 90.000 Teilnehmer griffen am Wochenende vom 4. bis 6. Januar zum Fernglas, um Vögel zu zĂ€hlen und an den NABU und den Landesbund fĂŒr Vogelschutz in Bayern (LBV) zu melden. Mit dieser Rekordbeteiligung ist die bundesweite ZĂ€hlung erneut Deutschlands grĂ¶ĂŸte wissenschaftliche Mitmachaktion.

Insgesamt wurden am Aktionswochenende mehr als 2,7 Millionen Vögel gemeldet, gut eine Million mehr als im Vorjahr. Die Kohlmeise konnte dabei ihren Spitzenplatz als bundesweit hĂ€ufigster Wintervogel vom Vorjahressieger Haussperling zurĂŒckerobern. Auf den PlĂ€tzen drei bis fĂŒnf folgen, wie im Vorjahr, Blaumeise, Feldsperling und Amsel.

Nach einem besorgniserregenden RĂŒckgang der meisten Arten im Vorjahr wurden zahlreiche Wintervögel 2013 wieder hĂ€ufiger gesichtet. So legte der Buchfink um 20 Prozent zu, die Kohlmeise um 28 Prozent. EichelhĂ€her, Gimpel und Tannenmeisen wurden 50 Prozent hĂ€ufiger gesichtet, der Buntspecht legte sogar um 80 Prozent zu. „Dass wir in diesem Jahr einige Arten besonders hĂ€ufig sehen konnten, liegt an ihrem Verwandtschaftsbesuch aus dem Norden und Osten. Denn zur Zeit der ZĂ€hlung herrschte dort besonders strenges Winterwetter“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Auf Vorjahresniveau verharrten hingegen der Haussperling (Rang zwei), die Amsel (Rang fĂŒnf) und der GrĂŒnfink (Rang sechs). Andererseits kam es zu einem grĂ¶ĂŸeren Einflug der nur in manchen Wintern auftretenden SeidenschwĂ€nze. Neben Einzelbeobachtungen in nahezu allen BundeslĂ€ndern ließen sich die exotisch anmutenden nordischen GĂ€ste im Osten von Vorpommern bis nach Bayern flĂ€chendeckend sehen.

Mit besonderem Interesse beobachteten die Forscher in diesem Jahr auch die Meldungen zum Bestand der Amseln. Hatte die Amsel seit zwei Jahren entlang des Rheintals große BestandseinbrĂŒche durch den Usutu-Virus hinnehmen mĂŒssen, gibt es laut Forscher nun Grund zur Hoffnung: „Die Daten geben fĂŒr die betroffenen Gebiete keinen Hinweis auf weitere BestandseinbrĂŒche. Stattdessen haben sich die Zahlen auf dem niedrigen Vorjahresniveau gehalten“, so Lachmann. Die Vermutung, dass Zugvögel aufgrund der warmen Witterung vermehrt in Deutschland bleiben anstatt in den SĂŒden zu ziehen, konnte fĂŒr dieses Jahr nicht bestĂ€tigt werden.

Vom 9. bis 12. Mai findet die Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“ statt, bei der die Brutvögel in GĂ€rten und Parks im Mittelpunkt stehen. Langzeitstudien wie die „Stunde der Wintervögel“ und „Stunde der Gartenvögel“ liefern VogelschĂŒtzern eine FĂŒlle wertvoller Informationen zum Schutz der Artenvielfalt.
 
 



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